Seite 1
René Heilig

Spione? Wie aufmerksam!

Hilfe! Wir werden abgehört, die NSA liest unsere E-Mails. Man guckt in Büros ebenso ungeniert wie in Schlafzimmer. Wobei das Ergebnis zum Verwechseln ähnlich ausfallen kann. So oder so. Aber muss man wirklich alles nur von der miesepetrigen Seite sehen?

Verfluchtes Berlin

Am Ende einer Reihe vieler Missverständnisse war die ganze Arbeit der Saisonvorbereitung dahin. Demut und Bescheidenheit hatte Hertha BSC nach dem Aufstieg in die 1. Liga in einer Endlosschleife gepredigt. Die Ansprüche in der zum Größenwahn neigenden Hauptstadt sollten so weit wie möglich nach unten gedrückt werden.

ndPlusRené Heilig

Leistet Pofalla Beihilfe zum Mord?

»Die deutschen Nachrichtendienste arbeiten nach Recht und Gesetz«, sagte Kanzleramtschef Ronald Pofalla vor einer Woche. Aber wie kann Beihilfe zum Mord auf gesetzlicher Grundlage erfolgen? Denn vom BND gelieferte Handydaten könnten für gezielte Tötungen genutzt worden sein.

Der Kandidat schmeichelt dem Osten

Entgegen miserablen Umfragewerten versucht die SPD, ihrem Wahlkampf Schwung zu verleihen. In Halle umworb ihr Kanzlerkandidat die Ostdeutschen – nur Tage, nachdem er sie verprellte. Sogar ein paar Fragen wurden beantwortet – freilich nicht durch Steinbrück.

Seite 2
ndPlusKatja Herzberg

Von Castiglione nach Sant‘Anna di Stazzema

Mit der Besatzung Italiens durch deutsche Truppen begann auch der Krieg gegen die Zivilbevölkerung. Zwischen dem 8. September 1943 und der Befreiung Italiens vom Faschismus sowie vom NS-Regime am 25. April 1945 verübten SS und Wehrmacht hunderte Kriegsverbrechen.

Zu spät und mit stumpfen Waffen

Carlo Gentile ist promovierter Geschichtswissenschaftler und seit 2005 am Martin-Buber-Institut für Judaistik an der Universität zu Köln tätig. Zuletzt erschien von ihm das umfangreiche Buch »Wehrmacht und Waffen-SS im Partisanenkrieg: Italien 1943-1945« (Schöningh, 2012). Mit Gentile sprach für »nd« Katja Herzberg.

Seite 3
ndPlusSusanne Götze, Paris

Vom Teilen und Tauschen

Jana wohnt in Paris. Die Deutsche hat lange gebraucht, um eine Wohnung zu finden: Die Preise in der französischen Hauptstadt halten europäischen Rekord. Im beschaulichen Marais, nur zehn Minuten entfernt von Notre-Dame und Bastille, fand sie schließlich ein kleines Zimmer unterm Dach, das früher einmal einem Dienstmädchen als Unterkunft diente. Romantisch? Vielleicht für ein Wochenende. Jana za...

Seite 4
Haidy Damm

Schönen Urlaub!

Seit der Hauptbahnhof in Mainz zwangsweise zur verkehrsberuhigten Zone geworden ist, schlägt die Diskussion über das Personal der Deutschen Bahn hohe Wellen. Der verantwortliche Produktionsvorstand der Bahntochter DB Netz soll gehen, die im Urlaub weilenden Stellewerker sollen zurückkommen.

Uwe Kalbe

Verhältniswahl

So gesehen lebt die SPD über ihre Verhältnisse: Das meiste Geld investiert sie in den Wahlkampf, nicht die CDU. Die CDU aber könnte, wenn sie wollte. Sie hat im ersten Halbjahr 600 000 Euro an Spenden erhalten - fast so viel, wie alle anderen Parteien zusammen.

ndPlusKatja Herzberg

Notsignal Catania

Es war das erste Flüchtlingsboot, das überhaupt am Strand von Catania auf der italienischen Insel Sizilien angekommen ist - und mit ihm sechs Leichen. Dies ist nicht nur ein Hinweis darauf, dass immer mehr Menschen angesichts anhaltender Krisen in ihren Heimatländern und der derzeit ruhigen See versuchen, nach Europa zu kommen.

ndPlusBernward Janzing

Ausgezeichnet

Die Schönauer Stromrebellin erhält eine weitere bedeutende Auszeichnung: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ehrt die Vorstandsvorsitzende der Netzkauf Elektrizitätswerke Schönau (EWS) e.G. mit dem europaweit höchstdotierten Deutschen Umweltpreis.

Der normale Wahnsinn

Es ist wie in einem schlechten Film. Skandale im Wochentakt: Die Manager der Anglo Irish Bank machen sich am Telefon über Politiker lustig, die der irischen Schrottbank besinnungslos Milliarden in den Rachen werfen. Offshore-Leaks enthüllt, dass über 100 000 deutsche Super-Reiche unter anderem mit Unterstützung der Deutschen Bank Geld waschen.

Seite 5
Kurt Stenger

Systemvergleich: Wie viel kostet das Wohnen?

Die Parteien bemühen sich redlich, zur Bundestagswahl ihre programmatische Unverwechselbarkeit zu betonen. Zugleich scheinen einige Parteien sich in den Programmen der jeweils linken Nachbarn zu bedienen – die Union bei der SPD, die SPD bei der Linkspartei. Welche Antworten die Bundestagsparteien auf umstrittenen politischen Themenfeldern geben, untersucht in ausgewählten Bereichen die nd-Serie »Systemvergleich«. Heute: Miete und Wohnen.

Seite 6

Weniger Parteispenden vor der Bundestagswahl

Berlin (Agenturen/nd). Die Parteien haben vor der diesjährigen Bundestagswahl bisher deutlich weniger Großspenden erhalten als noch vor der Bundestagswahl 2009. Insgesamt flossen in diesem Jahr bislang gut 1,27 Millionen Euro aus Spenden in Höhe von mehr als 50 000 Euro an die Parteien, geht aus der Aufstellung des Bundestages hervor, über die die Zeitung »Die Welt« berichtete. Im gleichen Zeit...

Ulrich Sander

Strafe auch für Täter der Wehrmacht

Das Simon Wiesenthal Center und die Ludwigsburger Zentralstelle zur Verfolgung von NS-Massenverbrechen wollen die letzten noch lebenden KZ-Wächter vor Gericht bringen. Das Wiesenthal-Center rief zur Aktion »Last Chance« auf und setzte sogar Belohnungen auf die Ergreifung der Täter aus. Allerdings nicht für die Ergreifung aller noch lebenden Täter.

Seite 7

Syrische Armee will Latakia absichern

Die syrische Armee hat den Rebellen zwar in den Provinzen Homs und Aleppo zuletzt schwere Niederlagen zugefügt. Doch die Gegner von Präsident Assad stoßen jetzt vor in Richtung Latakia.

Israel baut weiter

Wenige Tage vor neuen Nahost-Gesprächen kündigt Israel den Bau von mehr als tausend weiteren Siedlerwohnungen an.

Karin Leukefeld

Blutiger Ramadan in Irak

Der Fastenmonat Ramadan war für die irakischen Gläubigen der opferreichste Monat seit fünf Jahren. Mehr als 1000 Menschen starben bei Anschlägen im Juli. Doch was vereinfacht als »Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten« dargestellt wird, ist Teil eines regionalen Machtkampfes.

ndPlusOliver Eberhardt, Kairo

Eskalation auf der Sinai-Halbinsel

Die Lage auf der Sinai-Halbinsel eskaliert: Am Wochenende kam es zu Gefechten zwischen ägyptischem Militär und Angehörigen militanter Gruppierungen. Am Freitag waren zuvor vier Kämpfer bei einem mutmaßlichen israelischen Drohnenangriff getötet worden.

Seite 8

Ausschreitungen in Nordirland

London (AFP/nd). Bei schweren Krawallen in der nordirischen Hauptstadt Belfast sind am Wochenende 56 Polizisten verletzt worden, von denen vier ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Die Beamten seien mit Steinen, Flaschen und anderen Wurfgeschossen attackiert worden, teilte die Polizei mit. Bei den Ausschreitungen, die von den pro-britischen Demonstranten ausgingen, wurden auch zwe...

Flüchtlingstragödie vor Sizilien

Rom (AFP/nd). Wenige Meter vor einem Touristenstrand Siziliens sind am Samstag sechs Flüchtlinge aus Ägypten ertrunken. Die jungen Männer im Alter zwischen 17 und 27 Jahren gehörten nach Angaben der Behörden zu einer Gruppe von rund hundert Flüchtlingen aus den Krisenländern Ägypten und Syrien, deren Boot kurz vor der süditalienischen Insel auf Grund lief. 94 Flüchtlinge wurden demnach gerettet...

ndPlusAnna Maldini, Rom

Körperpflege unerwünscht

»Arbeit und Wasser« - das fordern seit Tagen afrikanische Erntearbeiter, die in Norditalien Pfirsiche, Kiwi und Pflaumen von den Bäumen holen und jüngst die Straße vor dem Rathaus der Kleinstadt Saluzzo besetzt haben.

Luz Kerkeling, Chiapas

»Autonomie ohne Erlaubnis«

Auf die mediale Weltbühne traten die Zapatisten mit ihrem bewaffneten Aufstand am Neujahrstag 1994. Schon damals ging es um Autonomie für indigene Gebiete in der mexikanischen Provinz Chiapas. Seit zehn Jahren wird sie in vielen Gemeinden gegen die staatlichen Autoritäten durchgesetzt. Das Jubiläum wurde am Wochenende groß gefeiert.

Seite 9

Oettinger tadelt hohe Stromkosten

Berlin (epd/nd). EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat die Politik in Deutschland aufgefordert, einen weiteren Anstieg der Strompreise zu verhindern. »Strom ist in Deutschland heute schon besorgniserregend teuer«, sagte er der »Bild«-Zeitung vom Samstag. Es dürfe nicht sein, dass Strom für den normalen Haushalt unbezahlbar werde. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) bekräftigte, er wol...

Bahn-Mitarbeiter sollen Urlaub abbrechen

Die FDP fordert, dass wegen des Chaos im Bahnverkehr in der Region Mainz Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückkommen sollen. Die Bahn- Gewerkschaft weist diesen Vorschlag brüskiert zurück.

ndPlusConrad Buckner

Mobiler Übernahmepoker

Der mexikanische Telekommunikations-Mogul Carlos Slim will die niederländische KPN jetzt zu 100 Prozent übernehmen. Zuvor hatte er den Vertrag mit der E-Plus-Muttergesellschaft, der ihn auf 30 Prozent Anteil beschränkte, wegen Unstimmigkeiten gekündigt. Damit könnte der Zusammenschluss zwischen den Mobilfunkern O2 und E-Plus scheitern.

Kostenspirale steigt nach oben

Ingo Kailuweit ist Vorsitzender des Vorstandes der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH). Harald Neuber sprach für »nd« mit ihm über steigende Preise für Medikamente und schwierige Verhandlungen mit den Pharmaunternehmen.

Seite 10
Hermannus Pfeiffer

Freunde des Meeres

Kann man den Teufel mit dem Belzebub austreiben? Einen Versuch wagen die »Freunde des Meeres«. Freundin ist eine frühere Greenpeace-Aktivistin und Ex-SPD-Landesumweltministerin, nun in Diensten der Reederei Aida. Freund ist der grüne Umweltsenator einer Stadt, die in wirtschaftlicher Verbundenheit mit der Reederei Aida dahindümpelt.

ndPlusAndreas Knudsen

Die Erwärmung und ihr Preis

Die globale Durchschnittstemperatur steigt, und das Meereis der Arktis und viele Gletscher, nicht zuletzt auf Grönland und in der Antarktis, schmelzen. Noch ist unklar, wie schnell, doch Ökonomen und Klimaforscher erwarten beträchtliche Folgekosten.

Wolf H. Wagner, Florenz

Energie aus Teufels Küche

Das Tal des Teufels liegt in der Toskana. Dort wird Erdwärme produziert, seit genau 100 Jahren. Nun soll die Produktion deutlich erhöht werden. Mit Hinweis auf seismische Aktivitäten wird Kritik an den Plänen laut, auch wenn die Region von der Erdwärme profitiert.

ndPlusMichael Lenz

Hurra, er lebt noch

Auch wenn sich so manche Tier- und Pflanzenart heute nur noch in Zoos und botanischen Sammlungen findet, taucht hin und wieder eine vermeintlich verschwundene Art wieder auf. Neuestes Beispiel: der seit 1912 nicht mehr lebend gesichtete australische Nachtsittich.

Seite 11
Peter Nowak

Umfallen für Charité-Beschäftigte

Die rund 80 Menschen, die sich am Sonnabend in der Nähe der Weltzeituhr am Alexanderplatz versammelten, waren wegen ihrer blauen Kittel und der Mundschutze nicht zu übersehen. In der Hand hielten sie Schilder mit Aufschriften.

BER-Schäden abschließend aufgenommen

(dpa/nd). Am neuen Hauptstadtflughafen hat Technikchef Horst Amann die monatelange Bestandsaufnahme der Mängel und Fehlplanungen abgeschlossen. Ergebnisse sind aber noch nicht bekannt - bis zum 30. September läuft zunächst die Auswertung, wie Flughafensprecher Ralf Kunkel am Wochenende sagte. Er bestätigte damit einen Bericht des Magazins »Focus«. Ob dann ein neuer Eröffnungstermin genannt wird...

ndPlusMartin Kröger zur Diskussion um die Einführung von Coffeeshops

Einen Versuch wäre es wert

Innensenator Frank Henkel (CDU) und sein Polizeipräsident Klaus Kandt haben sich für die repressive Variante entschieden. Seit Wochen verfolgen sie den Versuch, den florierenden Cannabishandel in Grünanlagen wie dem Görlitzer Park zu unterbinden.

Nicolas Šustr

Recht auf Rausch

6500 Menschen demonstrierten am Wochenende in Berlin bei Techno, Trance und Reggae-Musik auf der "Hanfparad". Am Berliner Bahnhof Zoo protestierten sie gegen die Kriminalisierung von Drogenkonsumenten und für ein "Recht auf Rausch"

Seite 12
ndPlusSophia-Caroline Kosel und Imke Hendrich, dpa

Drei Abende Deutschpunk in Tempelhof

1982 fängt alles an. In Westberlin formiert sich ein Trio, das mit Hits wie »Teenagerliebe« und »Westerland« begeistert. In einem Keller in Bremen geben Musiker aus Düsseldorf ihr erstes Konzert. Die Ärzte aus Berlin und Die Toten Hosen aus Düsseldorf entwickeln sich parallel zu den erfolgreichsten deutschen Punkrock-Bands - Zoff untereinander inklusive. Nun konnten mehr als 100 000 Fans binnen...

Danuta Schmidt

Entwurf fürs Leben

Er lebt in seinem eigenen Entwurf. Er lebt im fünften Stock eines elfgeschossigen Plattenbaus in Fennpfuhl, Berlin-Lichtenberg. Derzeit ist der Bau verhangen, die Fassade wird neu gestaltet.

Seite 13
ndPlusAlice Bachmann, Bremen

Krasse Gegensätze im Zwei-Städte-Staat

Bremen ist vor allem von den Debatten um den Länderfinanzausgleich allgemein als arm bekannt. Doch der Zwei-Städte-Staat hält für einige seiner Bewohner durchaus einen Platz an der Sonne bereit. Deutlich mehr Bremer finden sich allerdings tatsächlich im kalten Schatten wieder.

Marlene Göring

Musiklehrer sind schwer frustriert

Kündigung oder zwangsweise annehmen: Diese »Wahl« hatten die Berliner Musikschullehrer zuletzt. Nach ihrem monatelangen Kampf gegen die neue Honorarkraftregelung sind am Freitag die letzten Fristen abgelaufen. Die meisten haben sich für die Unterschrift entschieden.

Hendrik Lasch, Dresden

Hochwasser soll breiter werden

Damit Fluten an sächsischen Flüssen weniger Schäden anrichten, müssen sich diese ausbreiten können. Doch bei den geplanten Vorhaben kommt das Land nicht voran.

ndPlusPaul Liszt

Festnahmen nach Demonstration in Hellersdorf

Die Demonstration der Bürgerinitiative Marzahn-Hellersdorf war konspirativ vorbereitet. Unter den Protest gegen eine geplante Notunterkunft für Flüchtlinge in Hellersdorf mischten sich am Freitagabend erneut Rechtsextremisten.

Seite 14

Pizza liefern für 1,50 Euro die Stunde

Prenzlau (dpa/nd). Pizza ausfahren für rund zwei Euro pro Stunde, dieses aktuelle Beispiel von Niedriglöhnen aus der Uckermark ist kein Einzelfall im Land. Sozialminister Günter Baaske (SPD) hat sich am Freitag in Prenzlau über Gegenmaßnahmen informiert. In der Uckermark geht das Jobcenter seit einigen Monaten verstärkt gegen Betriebe vor, die auffallend geringe Löhne zahlen. Baaske lobte...

Heiko Lossie, dpa

Hagelkörner wie Tennisbälle

Wenn es Hagelkörner regnet, ruft das eine sehr mobile Branche auf den Plan. Dellendoktoren reisen den Unwettern hinterher. Wenn es lohnt, auch mit gecharterten Ferienfliegern.

Wie viele Opfer rechter Gewalt?

In Brandenburg starben seit 1990 laut offizieller Statistik neun Menschen als Opfer rechtsextremer Gewalt. Das erste Opfer war der Angolaner Amadeu Antonio, der 1990 von Rechten zu Tode geprügelt wurde. Über die Zahl der weiteren Opfer wird gestritten. In Brandenburg versuchen jetzt Wissenschaftler des Moses-Mendelssohn-Zentrums im Auftrag des Innenministeriums, die Diskrepanz zwischen der offi...

ndPlusOlaf Harning

In Beton gemeißelt: Wer muckt, fliegt raus

Sie liefert Betonfertigteile für Großprojekte, wirbt mit Kompetenz, Qualität und »hochmotiviertem Personal«. Hochwertig bezahlt aber wird bei der Nienburger BKM Bau offenbar nicht: Mit »Hungerlöhnen« sollen die Arbeiter eines polnischen Subunternehmens abgespeist worden sein. Dessen Leitung dementiert energisch.

Von Hans-Gerd Öfinger

Später Fluch alter Sünden

Rücktritt nach Pädophilie-Enthüllung: Mit ihrem Verzicht auf die Bundestags-Direktkandidatur in Wiesbaden hat die 53-jährige FDP-Politikerin Dagmar Döring am Wochenende bundesweit Aufsehen erregt und ihrer Partei ein Problem beschert.

ndPlusWilfried Neiße

Merkel ist Trumpf

Wenn die brandenburgische CDU auszieht, im Wahlkampf ihre Konkurrenz das Fürchten zu lehren, dann hält sie einen Trumpf in der Hand. Ihrer CDU zuliebe wird Angela Merkel im Wahlkampf ihre Auftritte im Bundesland haben.

Seite 15
Wolfgang Hübner

VORWÄRTS NIMMER

»Sie«, sagte ein jüngerer Nachbar zu Herrn Mosekund, »habe ich ja vor mindesten drei Wochen das letzte Mal gesehen gehabt.« - »Hatte gesehen«, erwiderte Herr Mosekund. Der Nachbar schaute fragend. »Nicht habe gesehen gehabt, sondern hatte gesehen, Plusquamperfekt«, erklärte Herr Mosekund. »Kennen Sie sich aus mit diesem Plusquamdings?« fragte der Nachbar. »Auskennen?« antwortete Herr Mosekund. ...

Baubeginn

In die Sanierung des historischen Lutherhauses in Eisenach, die Erweiterung des Museums und eine neue Dauerausstellung soll in den nächsten Jahren ein Millionenbetrag fließen. Bund und Land haben bereits Gelder zugesagt, auch die Kirche. Heute beginnen die Arbeiten. Sie dienen der Vorbereitung des 500. Reformationsjubiläums im Jahr 2017. Bei der Sanierung des Lutherhauses werde auch die S...

Bekenntnis zur Toleranz - auf Druck

Die als kremlnah geltende Opern-Diva Anna Netrebko (41) hat öffentlich ihre Toleranz gegenüber homosexuellen Kollegen betont. »Als Künstlerin ist es mir eine große Freude, mit all meinen wunderbaren Kollegen zusammenzuarbeiten - ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, Volkszugehörigkeit, Religion, Geschlecht oder sexuellen Orientierung«, schrieb sie bei Facebook. Zu einem von Kreml-Chef Wladimir ...

Karlen Vesper

Stets auf der Suche nach dem Sinn

Er will Betroffenheit auslösen mit seinen Bildern. Den Betrachter nachdenklich stimmen und dessen Wahrnehmung schärfen. Denn: »Wahre Kunst bemüht sich ebenso wie die Philosophie, den Menschen bei der Suche nach dem Sinn seines Daseins, nach seiner Herkunft und nach dem Wohin seines Weges zu unterstützen, ihm zu helfen, die Welt zu verstehen und zu deuten, zu erkennen und gegebenenfalls oder auc...

Seite 16
ndPlusHans-Dieter Schütt

Sägenhaft schön

Yvonne, du nervst! Ehrlich: Du nervst so elendig! Und mochte die dänische Darstellerin der Yvonne Kirsten Walther heißen (nach ihrem Tode 1987 kam die Filmproduktion der »Olsenbande« in eine tiefe Krise) - wir in Deutschland hörten vorwiegend die deutsche Stimme und empfanden die besagte, unsägliche Nervigkeit »dank«: Margit Bendokat. Diese stimmliche Säge, die an Egon Olsens Autorität he...

ndPlusMartin Hatzius

J + P = Love

Wer Jochen Schmidt aus seinen Büchern und Feuilletons kennt, oder von seinen wöchentlichen Auftritten bei der Berliner Lesebühne »Chaussee der Enthusiasten«, der ahnt schnell, wo das Wort »verschmitzt« seine Wurzel hat.

Seite 18
ndPlusAlexander Ludewig

Erstligafreie Zone

Zum fünften Mal in Folge startet die 1. Bundesliga ohne einen Klub aus der ehemaligen DDR in eine neue Saison. Die Vorstellungen waren 1990, im Jahr des Beitritts des DFV zum DFB, ganz andere.

Frank Hellmann, Braunschweig

Bloß keine Selbstzweifel

Die sportliche Leitung des Aufsteigers Eintracht Braunschweig will partout nicht zulassen, dass das unglückliche 0:1 gegen Werder Bremen schon als Stimmungskiller wirkt.

Seite 19
ndPlusRené Gralla

Schach am Rande des Eismeeres

Wie Ägir, der Meeresriese, und seine wilden Töchter, die von den Skalden besungen werden, so schießen sie in die Höhe aus den Fluten des Fjords: turmhohe Schachfiguren, weiß und schwarz, vor einer Kulisse schneebedeckter Gipfel.

Seite 20
ndPlusKristof Stühm und Cai-Simon Preuten, SID

Stars der Langstrecke im Goldrausch

Zwei Stars der Langstrecke prägten den Auftakt der Leichtathletik-WM in Moskau: Der Brite Mo Farah ließ dem Gold-Double von Olympia 2012 in London den 10 000-m-Sieg folgen, und die Kenianerin Edna Kiplagat wiederholte als erste Marathonläuferin einen WM-Sieg auf dieser Strecke.

Jürgen Holz

Der letzte Auftritt der Nummer 11

Eine einzigartige Karriere im deutschen Eishockey ist zu Ende gegangen: Sven Felski, bestritt in 20 Profijahren exakt 1000 Spiele, gewann sechs deutsche Meistertitel, erzielte 233 Tore und absolvierte 159 Länderspiele. Nun hat er sich verabschiedet.