Seite 1

Unten links

Wer hat die Szene nicht schon dutzendfach im Film gesehen: Wir gehen weit weg, irgendwo anders hin, wo uns niemand kennt, und fangen noch mal ganz von vorne an. So sieht er aus, der Traum vom Neubeginn. Alles stehen und liegen lassen - Beziehungsprobleme, Schulden, bescheuerte Kollegen, doofe Nachbarn, abscheuliche Behörden, Waldsterben, Verkehrsinfarkt, Bahnchaos, Fast Food, nervtötende Wahlkä...

Tage der Wut in Ägypten

Tod und Zerstörung wie hier in der Kairoer Rabaa-Al-Adawija-Moschee herrschten in Ägypten erneut am »Freitag der Wut«, den die Muslimbrüder ausgerufen hatten. Als Fortsetzung drohte eine »Nacht der Wut« zum Sonnabend mit weiterem Blutvergießen.

René Heilig

Verpulverte Steuermilliarden

Genau kann die Bundesregierung die Kosten der bisherigen Bundeswehr-Auslandseinsätze nicht benennen. Gewiss ist aber, dass sie seit 1992 mehr als 17 Milliarden Euro Steuergeld gekostet haben.

Berlin grüßt Mainz
ndPlusWinfried Wolf

Berlin grüßt Mainz

Die Berliner hätten den Mainzern sagen können, wie das laufen wird. So weit zurück liegt die S-Bahn-Krise ja nicht. Diese war für Grube & Co. der Testlauf. Und so lassen die das jetzt auch in Mainz laufen. In Berlin gab es zuerst - am 1. Mai 2009 - einen schweren Unfall, dann einen Fast-Totalausfall, dann »Notfahrpläne«, gefolgt von wohlfeilen Gelöbnissen zur Besserung. Es folgte ein ...

Seite 2
ndPlusRoland Bunzenthal

Die Wahl der Qual

Ist es die Qual der Wahl oder Wahl der Qual? Egal. Schon bald dürfen wir unsere Stimme abgeben - an der Garderobe der Demokratie. Nicht zufällig hat »Urne« zwei Bedeutungen - als As Behälter für verblichene Angehörige und als Abfallbehälter für verblichene Wahlversprechen.

Aert van Riel

NSA-Skandal hilft den Piraten nicht

Die Piraten können von der Geheimdienst-Spionageaffäre noch immer nicht profitieren. Auch Aussagen der Parteispitze klingen angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl nicht sonderlich zuversichtlich.

ndPlusAlice Bachmann, Bremen

Vaterland und Ehemann

Zwischen 3000 und 4000 Bremerinnen und Bremer wollten am Donnerstag Angela Merkel hören. Oder die Kanzlerin auspfeifen. Am Ende stand ein akustisches Patt - Aufbruchstimmung konnte die müde wirkende Regierungschefin hingegen kaum verbreiten.

Seite 3
Oliver Eberhardt, Kairo

Mit Klappmesser in die Schlacht

Nach den Freitagsgebeten sind die Sicherheitskräfte in Ägypten erneut mit ganzer Härte gegen Demonstranten vorgegangen; es gab viele Tote und Verletzte. Verstärkung bekommen Polizei und Armeevon Bürgermilizen: Gruppen von Jugendlichen, die Jagd auf Muslimbrüder machen.

Seite 4

Länder ignorieren Missbrauchsfonds

Berlin (dpa/nd). Im Streit um die Finanzierung des »Fonds Sexueller Missbrauch« hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) die Länder aufgefordert, ihren Anteil beizusteuern. Der Bund hat seine 50 Millionen Euro bereitgestellt, von den Ländern hat bislang aber nur Mecklenburg-Vorpommern verbindlich erklärt, sich beteiligen zu wollen. Eigentlich sollten Bund und Länder die angepeilten ...

Linke Kräfte im Dialog

In Frankfurt am Main hat am Freitag die jährliche Summer Factory des Instituts Solidarische Moderne begonnen. Es geht um linken Dialog, auch unter dem Eindruck der Bundestagswahl am 22. September. »Strategische Bedingungen eines Politikwechsels« werden diskutiert.

Harald Neuber

Mehr Putschist als Professor

An der Universität Bonn soll eine Professur eingerichtet werden, die den Namen Henry Kissingers trägt. Linke Hochschulgruppen kritisieren, dass der frühere US-Außenpolitiker für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gewesen sei.

Seite 5

Meiste Minister in Iran bestätigt

Die iranischen Abgeordneten billigten die Ernennung von 15 der 18 Ministerkandidaten des Präsidenten, wie Parlamentspräsident Ali Laridschani nach einer viertägigen Debatte bekannt gab. Die Kandidaten für das Bildungsressort und das Ministerium für Wissenschaft bzw. Sport und Jugend fielen durch.

Auszahlung von Fluthilfen kann beginnen

Soforthilfen haben die Opfer des Juni-Hochwassers bereits bekommen. Jetzt gibt es auch Geld aus dem wesentlich größeren Fluthilfefonds. Bund und Länder zahlen bis zu acht Milliarden Euro.

Rohstofffieber in Kolumbien

Marylén Serna ist eine Bäuerin an der Führungsspitze der Bauernbewegung »Movimiento Campesino de Cajibio« aus der Region Cauca im Süden Kolumbiens. Sie ist Sprecherin des »Congreso de los Pueblos«. Nicole Jullian sprach mit ihr für »nd«.

Seite 6

»Advokat des Teufels« gestorben

Paris (AFP/nd). Der bekannte französische Strafverteidiger Jacques Vergès, der unter anderen den Nazi-Kriegsverbrecher Klaus Barbie verteidigte, ist tot. Der umstrittene Rechtsanwalt starb am Donnerstagabend im Alter von 88 Jahren in Paris. Seine Vorliebe für die Verteidigung prominenter Täter brachte Vergès den Beinamen »Advokat des Teufels« ein. Vergès, der 1925 im heutigen Thailand geb...

ndPlusOlaf Standke

NSA bricht Rechte von US-Bürgern

Neue brisante Enthüllungen aus dem Fundus von Edward Snowden: Der Geheimdienst NSA hat laut »Washington Post« tausendfach Datenschutzregeln in den USA gebrochen und Kompetenzen überschritten.

Seite 8

Schmutziges Geschirr

Es ist noch keine Woche her, da bemühte Barack Obama sein Küchenkabinett, um das brisante Thema Geheimdiensttransparenz zu beleuchten. Gelegentlich müsse man der Frau im Hause eben das selbst gespülte Geschirr zeigen, damit sie glaubt, dass es auch wirklich sauber sei. So ungefähr will es die Regierung auch mit den weltweit kritisierten Schnüffelaktionen der NSA machen: Offenlegen, um Vertrauen...

Menetekel Yasuní

Ökonomie hat das Primat vor Ökologie. Dieses Grundmuster der kapitalistischen Produktionsweise sollte mit dem Modell Yasuní punktuell nach dem Motto »Es geht auch anders« durchbrochen werden. Ecuadors Regierung hatte angeboten, gegen Entschädigung auf die Ölförderung im Yasuní-Nationalpark zu verzichten, um damit dort die immense Artenvielfalt und den Lebensraum zweier indigener Völker unangeta...

Was kosten Seelen?

Über 17 Milliarden Euro plus x hat man dem deutschen Steuerzahler bereits aus der Tasche gezogen für diverse Auslandseinsätze der Bundeswehr. Kein Zweifel, die Mittel hätte man in Deutschland sinnvoll verwenden können. Und in der Welt ohnehin. Denn nicht Taliban oder sonstige zu Feinden Erklärte sind die wahre Herausforderung. Es sind Hunger, Krankheit, Bildungsnot. Der Klimakollaps kommt rasch...

ndPlusIngolf Bossenz

Befleckerin

Immacolata, die Unbefleckte, ist im Italienischen ein Beiname der Heiligen Jungfrau Maria. Dass Francesca Immacolata Chaouqui ihn als zweiten Vornamen trägt, weist sie als aus einer gut katholischen Familie stammend aus. Damit passt sie zumindest in dieser Hinsicht in den Vatikan. Dorthin wurde sie nämlich vergangenen Monat berufen als Mitglied einer achtköpfigen Expertenkommission, die Vorschl...

Ist Doping Geheimsache?

nd: Sie durften den 800-seitigen Geheimbericht zum Doping in Deutschland lesen. War er eine spannende Lektüre? Petermann: Ja, das war er. Wir bekamen vor mehr als einem Jahr schon den Zwischenbericht vom BISp (Bundesinstitut für Sportwissenschaft, Anm.d.R.). Insofern gab es kaum neue Erkenntnisse, die bekannten wurden aber auf einer neuen Ebene zusammengefasst. Es bleiben trotzdem noch viele ...

Seite 9

Daimler ohne Einigung

Stuttgart (AFP/nd). Der Autobauer Daimler muss sich erneut juristisch gegen Vorwürfe der Mitarbeiterbeschäftigung mittels Scheinwerkverträgen zur Wehr setzen. Vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht scheiterte am Donnerstag der Versuch einer gütlichen Einigung zwischen dem Konzern und dessen Betriebsrat vom Standort Untertürkheim, wie das Gericht mitteilte. Am 21. Januar kommenden Jahres werde das V...

Weiterer Gewinneinbruch bei Dell

New York (AFP/nd). Der Gewinn des US-Computerbauers Dell ist auf fast ein Viertel eingebrochen. Das Unternehmen verdiente im zweiten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres 204 Millionen Dollar (154 Millionen Euro), wie Dell am Donnerstag mitteilte. Das waren 72 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Es ist der siebte Gewinnrückgang in Folge bei dem kriselnden PC-Hersteller. Der Umsatz stagnierte...

ndPlusJohn Dyer, Boston

Großinvestoren beißen sich fest

Immer mehr Großinvestoren stürzen sich auf die Apple-Aktie. Sie halten das Papier für stark unterbewertet. Der wegen seiner aggressiven Methoden umstrittene Großinvestor Carl Icahn nimmt er sich jetzt Apple vor, puscht den Aktienkurs mit Twittermeldungen über sein Engagement.

ndPlusKnut Henkel

Ecuador fördert nun doch Öl im Regenwald

Eine Initiative, die die Welt hätte verändern sollen, ist gescheitert. Ecuador wollte darauf verzichten, in einem Naturschutzgebiet Erdöl zu fördern, wenn der Rest der Welt die Einnahmeausfälle kompensiere. Die Resonanz war verhalten, also doch grünes Licht für Bohrtürme.

Seite 12

Der DFB will keine Blutpässe

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat seine Strategie im Kampf gegen Doping erneut verteidigt und eine Ausweitung der Blutkontrollen auf die Erstellung von Blutpässen vorläufig ausgeschlossen. »Da wir überhaupt keine Hinweise auf eine Verbreitung von ausdauerwirksamen Dopingmethoden im deutschen Fußball haben, auch nicht vom Hörensagen oder durch andere Indizien, erscheinen uns aktuell die Blutpr...

ndPlusJirka Grahl

Bis die Olympiaflamme brennt

In 174 Tagen beginnt Winterolympia in Sotschi. Noch 24 Tage, dann wählt das IOC einen neuen Präsidenten. Noch ein Tag, dann gehen in Moskau die Leichtathletik-WM zu Ende, die von heftigen Diskussionen überschattet werden.

Seite 13

Naziradio vor Gericht

(dpa/nd). Zehn Personen, die ein rechtsradikales Internetradio betrieben oder unterstützt haben sollen, sitzen seit Freitag in Berlin vor Gericht. Der Staatsschutzsenat des Landgerichts verhandelt wegen Volksverhetzung, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Verbreitens von Nazimusik gegen die Angeklagten, die unter anderem aus Berlin und Sachsen stammen. In der umfassenden Anklage sind rass...

Grüne wollen mehr Verkehr

Die Berliner Grünen-Fraktion will die Hauptstadt zur Modellstadt für umweltbewusste und bezahlbare Mobilität ausbauen. Dazu wollen die Grünen eine Mobilitätskarte einführen, die allen Verkehrsteilnehmern eine schnelle und preisgünstige Kombination der verschiedenen Verkehrsmittel.

Rangeleien nicht ratsam

Die scheinbar auf den St. Nimmerleinstag verschobene Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens war Grund genug, dass der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit den Chefposten im Aufsichtsrat an Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) abgab.

Andreas Fritsche

Flüge vom Nordpier ab 2014

Der Großflughafen Schönefeld soll nun im kommenden Jahr wenigstens teilweise eröffnet werden. Nach Informationen des Rundfunks rbb wollte der Aufsichtsrat am Freitag die Pläne von Flughafenchef Hartmut Mehdorn billigen, zunächst das Nordpier in Betrieb zu nehmen.

Seite 14

Interreligiöser Poetry-Slam

(epd). Bei einem interreligiösen Poetry-Slam treten heute (Freitag) in Berlin muslimische, jüdische und christliche Dichter mit ihren Texten gegeneinander an. Außerhalb des Wettbewerbs messen sich zudem ein Imam, ein Rabbiner und ein Pfarrer auf der Bühne. Veranstalter des interreligiösen Poetry-Slam sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, das Projekt »Jung-muslimisch-aktiv« und das Projekt iS...

Filmpreis für Klaus Stanjek

(nd-tbl/dpa). Der Berliner Dokumentarfilmer Klaus Stanjek erhält für seinen Film »Klänge des Verschweigens« in diesem Jahr den William-Dieterle-Filmpreis der Stadt Ludwigshafen. Die Auszeichnung ist mit 7500 Euro dotiert. Stanjek ist Professor für Dokumentarregie an der Babelsberger Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf«. Interessant ist das vor allem deshalb, weil anfangs niemand woll...

ndPlusAntje Rößler

B-Dur mit Bierdeckel

Soll das wirklich ein Konzertflügel sein? Der Anschlag ruft Schlagzeug-Beats oder Gitarrenakkorde hervor. Mal klingen die Sounds wie elektronisch verstärkt; dann wieder knistern sie wie eine alte Vinylscheibe. Der Düsseldorfer Klangkünstler Volker Bertelmann.

Layla Zami

Luftig-erdige Show

Wer sich vom Plakat des Festivals »Tanz im August« angesprochen fühlt, könnte enttäuscht werden, wenn er daraufhin im Programmheft blättert. Das auf dem Plakat verwendete Bild mit dem Nachweis »The House of Jordan« erinnert an Voguing, eine Tanzbewegung, die in den 60er Jahren von queeren schwarzen und Latino-TänzerInnen in Harlem initiiert wurde - als Satire auf das Magazin »Vogue«, und als Pr...

Seite 15

Protestrock

Am Freitag begginnt in Jamel bei Wismar das mittlerweile legendäre Musikfestival »Jamel rockt den Förster«, zu dem Hunderte zumeist jugendliche Besucher erwartet werden. Das vom Künstlerpaar Horst und Birgit Lohmeyer veranstaltete Rockfestival auf ihrem Grundstück.

Mehr Überwachung gegen Jugendgewalt

(dpa/nd). Die Jugendgewalt in Berlin zurückzudrängen, wird nach Ansicht von Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) noch Jahre dauern. »Wir müssen an ganz vielen Stellen besser werden«, sagte Heilmann am Freitag im Inforadio des rbb. Am Donnerstag hatte das Landgericht sechs Schläger nach der tödlichen Prügelattacke gegen Jonny K. sowie einem Angriff gegen einen Freund zu mehrjährigen Haftstrafen v...

Pro Deutschland plant Kundgebungstour

(nd). Die rechtsextreme Kleinpartei Pro Deutschland will an vier Tagen auf Kundgebungstour durch Berlin gehen. Insgesamt 18 Stationen umfasst der Plan, den die Partei am Freitag auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Am 21. August sollen Asylbewerberheime in Hellersdorf und Moabit sowie der Görlitzer Park und zwei Orte in Friedrichshain betroffen sein. Einen Tag später sind dann Redaktionsgeb...

Marina Mai

Keine Kitaplätze für Flüchtlingskinder

Nur sechs Prozent aller Berliner Flüchtlingskinder, die in Wohnheimen wohnen, besuchen eine Kita. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf Anfragen von Piraten und Grünen hervor, die »nd« vorliegt. Der Lösungsvorschlag von Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD).

ndPlusAndreas Fritsche

Erst Briefwahl, dann Wandern

Auf zur Freiheit - zur »Freiheit 15« in Berlin-Köpenick. Dieser Biergarten dient am 22. September als Ziel der nd-Herbstwanderung. Gestartet wird von 8 bis 11 Uhr am S-Bahnhof Friedrichshagen. Zur Auswahl stehen eine sieben und eine 14 Kilometer lange Strecke.

Marcus Meier

Mordaufrufe gegen Roma

Tausende Roma leben unter menschenunwürdigen Bedingungen in Ruhrgebietsstädten wie Dortmund und Duisburg. Nun eskalieren Konflikte: Mit Morddrohungen und Schmierereien wollen Rassisten die Zuwanderer vertreiben.

ndPlusSandra Schipp und Uwe Anspach, dpa

Parallelwelt Sozialkaufhaus

Niedrige Löhne, steigende Preise: Immer mehr Menschen haben kaum noch genug Geld, um die Stromrechnung zu bezahlen, geschweige denn Möbel zu kaufen. Ein Besuch im Sozialkaufhaus »Warenkorb« Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz.

Seite 16

Brandanschlag auf Unterkunft für Flüchtlinge

Luckenwalde/Potsdam (epd/nd) Auf ein Flüchtlingswohnheim in Luckenwalde (Teltow-Fläming) ist in der Nacht zu Freitag ein Brandanschlag verübt worden. Der Brandsatz sei kurz nach Mitternacht über die Torzufahrt zu dem Asylbewerberheim geworfen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Potsdam mit. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, der Brandsatz habe sich auf einer Beto...

Zentrales Asylheim wird aufgestockt

Eisenhüttenstadt (dpa/nd). Das Land will die Kapazität der zentralen Aufnahmestelle in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) um 100 Plätze aufstocken. Die Planungen liefen, da mit steigenden Flüchtlingszahlen gerechnet werde, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker, am Freitag. Derzeit hat die Einrichtung 700 Plätze, die fast alle belegt sind. Seit 1. August sei in der Einrichtung auch Pe...

ndPlusBritta Warda

Backstein, Prunk und Boutique Bizarr

Aus Anlass der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg hat der Berliner Verlag DOM Publisher in seiner renommierten Reihe »Architekturführer« einen Band über die prägenden Bauten in der Hansestadt aufgelegt.

Andreas Fritsche

Künftig nur sieben bis zehn Kreise

In nur noch sieben bis zehn Landkreise soll sich Brandenburg dereinst aufgliedern. Auf diese Empfehlung der Enquetekommission zur Reform der Kommunal- und Landesverwaltung läuft es hinaus. Noch gibt es 18 Landkreise, die vier kreisfreien Städte mitgezählt. Die Kommission des Landtags setzte ihre Beratungen am Freitag fort, indem sie sich in erster Lesung mit dem Abschlussbericht befasste. ...

Ralf E. Krüger, dpa

Was von der Expo übrig blieb

Verfallene Pavillons, Luxus-Autohäuser und irgendwo dazwischen Uni-Gebäude: Auf dem einstigen Gelände von Deutschlands erster und einziger Weltausstellung in Hannover ist heute vom Glanz der alten Tage nur noch wenig zu sehen. Das Erbe der Expo 2000 steckt woanders.

Seite 17
Thomas Bruhn

Traumgehäuse aus Musik

Wir leben mit Sehnsüchten: der Sachse träumt von der See, der Glatzkopf von der Locke und der Rocker vom Dreivierteltakt. Im Lärm der Großstadt verlangt es uns nach Ruhe, und ist es still, wollen die Ohren Orientierung. Scarlet O’ und Jürgen Ehle hat die Landlust gepackt.

Seite 18
ndPlusAngela Stoll

Gigantisch selbstbewusst

Jeder Mensch soll in seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert werden und die Möglichkeit haben, in vollem Umfang an ihr teilzuhaben oder teilzunehmen. Überall gibt es Initiativen, die Angebote für Menschen mit Behinderung unterbreiten, u.a. im bayerischen Wald.

Seite 19
Gesa von Leesen

Jenseits der Tempel Text anzeigen

Die Kleine Pyramide ist ein Verein, wurde 1998 in Trier gegründet und betreibt seit 2007 ein Kinder-, Therapie- und Ausbildungszentrum in Gezira el Bairat. Das Dorf am Nil betreut 700 Kinder, davon 100 mit Handicap. Alphabetisierung und medizinischer Hilfe ist die Agenda.

Seite 20
Bahn- Desaster
ndPlusBernd Zeller

Bahn- Desaster

Der Wahlkampf könnte doch noch an Profil gewinnen - dank der Probleme im Mainzer Stellwerk der Bahn. Endlich können die Parteien ihre Konzepte für die Stellwerkreform veröffentlichen. Peer Steinbrück versucht es mit Klartext, den die Bahn auf den Anzeigetafeln präsentieren soll. Da der Fehler nun einmal begangen sei, müsse man weitermachen und die nötigen Anstrengungen aufbringen, um den ...

Wolfgang Schmidbauer

Bedrückende Vorbilder

»In meinem Alter war mein Vater schon verheiratet. Er hatte zwei Kinder und machte Karriere. Und ich?« Ähnliche Äußerungen hört der Therapeut viel öfter als früher. Er beobachtet, wie sich junge Erwachsene von den Eltern lösen, ein Prozess der heute kompliziert zu sein scheint.

Der erste Schluck schmeckt den wenigsten

Marcus Loscher hat nach der Lehre mit 19 in der Brauerei gearbeitet, die sein Vater führte. Jetzt managt er gemeinsamen mit seinem Bruder den heimischern Betrieb. Loscher spricht mit Sebastian Grundke über die Marke Club Mate und über Chancen des Getränks u.a. in Franken.

Seite 21
ndPlusRalf Höller

Wo endet Europa?

Selbst Geografen scheitern häufig beim Versuch, Europas Grenzen zu definieren. Dabei macht es Ihnen die Struktur des zweitkleinsten Erdteils scheinbar recht einfach: Europa besitzt im Verhältnis zur Gesamtfläche den größten Küstenanteil. Das Problem liegt im Osten.

Seite 22
ndPlusIngrid Heinisch

Mitprügeln, um nicht zu den Geprügelten zu gehören

Betrachtet man heute Filmaufnahmen von Hitlers Auftritten, ohne zu reflektieren, dass dort einer der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte zu sehen ist - man käme auf Prahlhans. Dennoch. Ein halbes Jahr später verzeichnete die NSDAP Masseneintritte. Warum?

Seite 23

WOCHEN-CHRONIK

18. August 1933: Der sogenannte Volksempfänger ist die große Attraktion der von Goebbels eröffneten 10. Deutschen Funkausstellung in Berlin. 20. August 1968: Truppen der Warschauer Vertragsstaaten besetzen Prag und schlagen den »Prager Frühling« nieder. 23. August 1903: Die 2. Parteikonferenz der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) in London endet mit deren Spaltun...

Martin Stolzenau

Irmtraud Morgner

»Dichten verlangt einen aufrechten Gang.« Entsprechend dieser Erkenntnis entwickelte Irmtraud Morgner (Foto: Archiv) eine eigenständige Erzählweise aus feministischer Sicht. Und sie wurde eine Bestsellerautorin in der DDR. Man ließ die eigenwillige Schriftstellerin gewähren, würdigte ihre Arbeit mit staatlichen Auszeichnungen und ermöglichte ihr Lesereisen in die Bundesrepublik, in die USA und ...

ndPlusArmin Jähne

Der den Frieden wollte

Eine robuste Gesundheit besaß er nie, war eher von schwächlicher Physis. Hatte er sich erkältet, was oft vorkam, zeigte er sich jämmerlich hustend der Öffentlichkeit. Am 19. August des Jahres 14 u. Z. verstarb Augustus kurz vor seinem 76. Geburtstag.

Michael Müller

Als Zar Ferdinand I. die Seiten wechselte

Das türkische Edirne, im thrakischen Dreiländereck gelegen, ist ein offenes Geschichtsbuch. Selimiye-Moschee, Rüstem-Pasa-Karawanenserei und drei Basare, alles aus dem 16. Jahrhundert. In diesem Sommer stößt der historisch Interessierte in und außerhalb der 14 000-Einwohner-Stadt noch auf etwas anderes: auf frisch geschmückte kleinere und größere Denkmäler. Etwa an einem Massengrab verbrannter ...

Seite 24

Barlach unter Druck

Der Streit um den Suhrkamp Verlag sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Miteigentümer Barlach kommt jetzt wegen seiner Beteiligung auch unter finanziellen Druck. Der Schweizer Unternehmer Andreas Reinhart will für einen früheren Verkauf von Suhrkamp-Anteilen fünf Millionen Schweizer Franken (rund vier Millionen Euro) plus Zinsen von Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach eintreiben. Der Rechtsanwalt...

ndPlusTobias Riegel

Im Schraubstock

Das Grauen nähert sich so langsam wie unabwendbar. Aber es kommt nicht auf leisen Sohlen. Die Zeichen nehmen zu, die Geräusche lassen - zwischen hingehauchter Beunruhigung und betäubendem Lärmterror - das Böseste ahnen. Man kann nicht sagen, man hätte nichts geahnt, kann sich jedoch wie das Kaninchen vor der Schlange unmöglich entziehen - selbst wenn man wollte. Roman Polanski, Architekt und zu...

Hans-Dieter Schütt

Das Schnitzel wird 70

Als junger Kunsteroberungs-Kerl hat der deutsche Schauspieler Gert Voss den ururalten Diener Firs in Tschechows »Kirschgarten« so gegeben, dass ihn unter der Maske niemand erkannte (unter der Maske des Spiels, nicht der Maske aus Schminke). Und als Othello schrie sich Voss in der Nacht vor jeder Vorstellung am Wiener Burgtheater die Stimme total brüchig, heiser. Das ist sie, die Sehnsucht...

Seite 25
hds

Kostbarer Besitz: die Angst

Sie stört überall, wo die besänftigende Rede nach hinten losgeht, in die Vergangenheit des »besseren Systems«, in dem doch »nicht alles schlecht« war. »Der Geheimdienst war am besten«, sagt Herta Müller, sie sieht noch immer die Spitzel. Sie sieht weiter den Terror, wo andere sich längst wieder Chancen erträumen. Träume sind schöner als ein Trauma. Träume verbinden, ein Trauma schnürt Atemzüge ...

ndPlusThomas Blum

Ich lieb’ dich

Nicht etwa die Vertriebenenverbände oder andere Nachfolgeorganisationen der NSDAP sind es, die ihre an diesem Wochenende stattfindende zentrale Propagandaveranstaltung »Deutschlandfest« genannt haben, sondern logischerweise die Sozialdemokraten.

Das Neue im Alten

Sozialistische Architektur vor barocker Kulisse: Der 1969 eröffnete Dresdner Kulturpalast ist seit Juli 2012 komplett geschlossen. Nun soll er endlich saniert werden. Die Fertigstellung soll März 2017 sein. Sigurd Schulze sprach mit Michael Sanderling,

Seite 26

OUT of SPACE: Lothar Bisky und J.R. Ewing

Über den am 13. August verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden der Linkspartei Lothar Bisky sind in den vergangenen Tagen viele Artikel veröffentlicht worden. Auch Springers »Welt« erinnert an Bisky und ist bei den Recherchen auf ein Bonmot gestoßen. 1984 habe der »SED-Medienwissenschaftler Lothar Bisky« in »der Propaganda-Broschüre ›nl konkret‹« mit der Erkenntnis überrascht, dass die US-TV-Serie...

Am Lagerfeuer

Zu den wichtigsten menschlichen Grundbedürfnissen zählt die Kommunikation. Genau betrachtet aber, ist Kommunikation nichts anderes als Unterhaltung. Schon in den Höhlen der Steinzeit wurden Geschichten an den Lagerfeuern erzählt und anschließend an andere weitererzählt (daher wohl die Rede vom Gerücht, dass sich wie ein Lauffeuer verbreitet). Ohne Unterhaltung stirbt der Mensch. Dass unsere Vor...

ndPlusHarald Neuber

Acht Jahre eigene Wahrheiten

Mit wenig gibt man sich beim lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur nicht zufrieden. Ziel des Senders sei es, »den Völkern Lateinamerikas und der Welt die Wahrheit zu bringen«, hieß es jüngst zum achtjährigen Jubiläum des Kanals. Auch Venezuelas Präsident Nicolás Maduro lobte Telesur als Vermittler der »globalen Wahrheit«. Gemeint ist damit vor allem die alternative Sicht zu den bis dahin d...

Aufbruch in ein neues Ökosystem

Dass das Internet für viele Deutsche »Neuland« ist, ist spätestens seit der entsprechenden Bemerkung von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich des NSA-Datenskandals hinreichend bekannt. In der Tat sind die Möglichkeiten des weltweiten Kommunikationsnetzes hierzulande zumindest ausbaufähig, wie der Medienwissenschaftler Bertram Gugel feststellt, der seit 2005 auf www.gugelproductions.de über ...

ndPlusKatharina Dockhorn

Was ich im Netz gekauft habe, gehört mir

Der Moderator quatschte auf das Ende des Musiktitels, was bei mir und meinen Freunden in den 1970ern lange Gesichter auslöste. Die Aufnahme war unbrauchbar. Also warten auf die nächste Chance. Über Urheberrechte machten wir uns keine Gedanken. Im Osten Berlins sowieso nicht.

Seite 27
Seite 28

Rohrpost mit 1220 km/h

Der US-Milliardär Elon Musk hat Pläne für ein neuartiges Verkehrsmittel namens Hyperloop vorgestellt, das Reisende mit Geschwindigkeiten von bis zu 1220 km/h (bei normalem Luftdruck wäre das knapp über der Schallgeschwindigkeit) befördern soll. Beim Hyperloop sollen Kapseln durch eine Röhre mit niedrigem Luftdruck befördert werden. Luftkissen sollen die elektrisch angetriebenen Kapseln dabei st...

ndPlusKnut Henkel

Dengue wird aggressiver

In Mittelamerika grassiert das Dengue-Fieber. Mehr als 16 000 Kranke und 17 Opfer hat die Infektion in Honduras gefordert, und das benachbarte Nicaragua verzeichnet bisher sechs Tote und 2000 Erkrankungen. Ein Ende der Welle ist nicht abzusehen. In Honduras wurde deshalb bereits der Notstand ausgerufen. Auch in El Salvador und Costa Rica wurde Dengue-Alarm ausgelöst. Den Grund dafür hat n...

Infarkt ausgeschlossen!
Reinhard Renneberg, Merseburg, und JoJo Tricolor, Cherville

Infarkt ausgeschlossen!

Gerade bin ich (R. R.) auf Heimaturlaub in Merseburg, im - vergleichsweise zu Hongkong (36 Grad Celsius, 99,9 Prozent Luftfeuchtigkeit) - kühlen Deutschland. Hier werde ich von meinen Freunden mit herrlichem Essen, Grillpartys und Bier regelrecht gemästet.

Martin Koch

Die Weisheit der Vielen

Kann eine Gruppe schlauer sein als ein einzelner Experte? Dass dies im Prinzip möglich ist, zeigt die RTL-Quizshow »Wer wird Millionär?«. Während das bunt gemischte Publikum im Schnitt auf 91 Prozent aller Fragen die richtige Antwort gibt, bringen es die Telefonjoker auf 65.

Seite 29
Carlos García Hernández, Schachlehrer

Beständig

Es ist immer wieder ein Vergnügen, die Partien von Michael Adams (Großbritannien) zu analysieren. Obwohl der Großmeister erst 41 Jahre alt ist, wird er schon zu der »älteren Generation« gerechnet, die in den vergangenen 90er Jahren und in dem Jahrzehnt nach 2000 brillierte. Damals kämpfte er zweimal um den Weltmeistertitel, und er verlor zweimal. Trotzdem spielt er beständig und erfolgreich gan...

ndPlusUdo Bartsch

Esel für Hedvig

Auf dem Schulhof galoppieren die Mädchen herum, schnauben, werfen ihre Köpfe und treten nach hinten aus. Ganz klar: In Hedvigs Klasse ist das Pferdefieber ausgebrochen. Alle sammeln Glitzersticker, lesen Reiterzeitschriften und wollen nur noch Pferd spielen und am besten gleich eins haben. Ellen hat zu Hause sogar ein richtiges Pony, und die Mädchen buhlen um ihre Gunst. Hedvigs größter W...

Wissen, punkten, gewinnen

An vier Wochenenden stellen wir jeweils drei Fragen. Sie beziehen sich auf historische Daten der Folgewoche. Für jede richtige Antwort gibt es drei Punkte, bei drei Richtigen einen Zusatzpunkt. Die Punkte der vier Spielwochenenden werden für Jede und Jeden im »nd« gesammelt. Am Monatsende gewinnen die meisten Punkte; bei Gleichstand wird unter Ausschluss des Rechtsweges ge...

ndPlusProf. Dr. Ulrich Sedlag, Zoologe

Mottenraupen, die wie Spinnen weben

Kleinschmetterlinge waren hier an gleicher Stelle vor zwei Jahren schon einmal zur Sprache gekommen. Dabei wurden auch die Gespinstmotten kurz erwähnt. Ihre Gespinste werden auf den ersten Blick leicht Spinnen zugeschrieben. Aber eine darin lebende Schar gepunkteter Raupen klärt die Urheberschaft. Dass Raupen so ausgiebig spinnen, ist eine Besonderheit. Und man kann sich auch darüber wund...

Blumen, Taschen, Hochzeitskleider

Pure Maulbeerseide voller Farbe und Glanz packt Marion Lala auf eine Schicht bunter Merinowollefasern. Ein wirrer Mix, den sie nun mit fliegenden Händen im seifigen Schaumbad knetet. Weiche Schals und Hüte, Schmuck und Stulpen ... entstehen in der Filzmanufaktur Retzow.

Seite 30
ndPlusGabi Kotlenko

Oben ohne auf das Stanserhorn

Autofrei mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Schweiz reisen: Fahren mit der weltweit ersten Oben-ohne-Seilbahn. Mit dem Zug zum Jazz-Festival in Montreux. Mit der weltweit ältesten Zahnradbahn auf den Pilatus oberhalb von Luzern. Mit dem Swiss-Pass stressfrei reisen.

Seite 31
Dampferfahrt mit den Lebensrettern
Heidi Diehl

Dampferfahrt mit den Lebensrettern

Manchmal ist es ganz gut, wenn man ein bisschen wie Noah tickt. Der hatte bekanntlich - von Gott vorgewarnt - eine Arche gebaut und damit seine Familie und je ein Paar aller Tierarten vor der Sintflut gerettet. Manfred Schmidt, Chef der Saale-Unstrut Schifffahrtsgesellschaft in Naumburg bekam zwar keinen göttlichen Fingerzeig, weiß als Naumburger Fährmannssohn aber seit der Kindheit, was Fluten...

Seite 32
ndPlusWolfgang Hübner

Schall und Rauch

Das ist eine echte Dienstleistung: In kubanischen Tabakfabriken wird gelesen. Während die Arbeiterinnen und Arbeiter die teuren Havanna-Zigarren drehen, trägt ihnen eine Kollegin vor. Aus der Parteizeitung »Granma«, aus Theaterstücken, Krimis. Castros Kommentare, Shakespeares Dramen, Marquez› Romane: Das ist Kultur am Arbeitsplatz. Die Arbeiterklasse soll gebildet sein, die Arbeit soll besser v...