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Unten links

Tränen fließen derzeit in so etwa 90 Bundestagsbüros. Nach der letzten Sitzung des Hohen Hauses in dieser Woche steigen Politiker aus allen Parteien in die Niederungen des Alltags hinab - und gucken, ob sie nach Jahren oder Jahrzehnten im Bonner bzw. Berliner Raumschiff überhaupt noch ganz normales Leben können. Ob Norbert Geis und Michael Glos von der CSU, Ruprecht Polenz und Bernd Neumann von...

Der niederländische Staat haftet für Srebrenica

Hinterbliebene von Opfern des Srebrenica-Massakers haben Recht bekommen: Die Niederlande sind für den Tod von drei bosnischen Muslimen bei dem Völkermord im Jahr 1995 verantwortlich. Die Angehörigen haben nun Recht auf Schadenersatz.

Velten Schäfer

Rauslassen, aber schnell

Gustl Mollath hat erst Pech gehabt und dann viel Glück: Wäre er in seinem Rosenkrieg nicht bajuwarischen Schwarzgeld-Amigos in die Quere gekommen, wäre er kaum in der Psychiatrie gelandet. Und wäre er dann nicht in den Wahlkampf geraten, säße er wohl noch immer.

Aufklärung auf Sparflamme

Mit einer Anhörung von Journalisten der britischen Zeitung »The Guardian« und der französischen »Le Monde« hat das Europaparlament am Donnerstag in Brüssel eine eigene Untersuchung der Bespitzelung von EU-Bürgern durch US-amerikanische und europäische Geheimdienste gestartet.

Erholt auf Wahrheitssuche

Nach vierwöchiger Pause ist der der Prozess gegen Mitglieder und Unterstützer des rechtsextremen Terrornetzwerkes Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) fortgesetzt worden. Vor dem Oberlandesgericht (OLG) in München sagte ein Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) aus.

Ene Besuch im Zoo, oh, oh, oh
Celestine Hassenfratz

Ene Besuch im Zoo, oh, oh, oh

Tiere sind etwas Großartiges. Sie sind so flauschig, niedlich, putzig. Aber was genau haben sie auf einer Preisverleihung für einen Music Award zu suchen? Am Mittwochabend sollte der Berliner Music Award im Postbahnhof verliehen werden. Doch dann kam alles anders.

Konzert im Wohnzimmer
Celestine Hassenfratz

Konzert im Wohnzimmer

Am Donnerstagabend fand der "Sofa Salon" im Rahmen der Berlin Music Week statt. Ein kleines, privates Konzert in einer Kreuzberger Altbauwohnung. Elyas Khan, Romain Vincent und Ben Salter verzauberten die Zuschauer. Mit Musik, wie man sie sonst nur alleine zu Hause genießt.

Martin Kröger

Rechte Bürgerwehr in Hellersdorf?

Ulli Jentsch vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum (apabiz) beobachtet die extreme Rechte in Berlin. Mit ihm sprach nd-Redakteur Martin Kröger über den Aufruf des NPD-Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke, eine Bürgerwehr in Hellersdorf bilden zu wollen.

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ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Wahlkampf auf Amerikanisch

Bis zu 25 000 Teilnehmer erwartet Alexej Nawalnys Wahlkampfstab bei dessen großer Abschlusskundgebung am heutigen Freitag. Zustimmungsraten, von denen die Protestbewegung, die der Kremlkritiker nach den umstrittenen Parlamentswahlen Ende 2011 organisiert hatte, seit Langem nur noch träumen kann. Es könnte dennoch klappen. Der 37-jährige Nawalny kämpft um Herzen und Hirne der Moskowiter mit unko...

Klaus Joachim Herrmann, Moskau

Kein Aufruhr in Putins guter Stube

Um das Amt des Moskauer Oberbürgermeisters bewerben sich am Sonntag sechs Kandidaten. Zwei von ihnen stehen unter besonderer Beobachtung – Sergej Sobjanin als der Favorit des Kreml und Alexej Nawalny als Repräsentant der Opposition. Ein Machtwechsel wird aber nicht erwartet.

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Wolf H. Wagner, Piombino

Bella Ciao, Piombino

In normalen Zeiten ist Piombino eine touristische Attraktion in der Toskana. Vor 70 Jahren herrschte Ausnahmezustand: Deutsche Wehrmachtsangehörige besetzten Anfang September 1943 die Hafenstadt und kündigten dem ehemals Verbündeten die Freundschaft. Die Erinnerung daran ist wach.

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ndPlusSimon Poelchau

Ach, wie unfair

Es sei unfair, Politiker an ihren Wahlversprechen zu messen, meinte einst der Sozialdemokrat Franz Müntefering. In der Tat glauben nur noch die wenigsten Wähler an das, was ihnen vor dem Urnengang versprochen wird. Doch die Versprechen sollen wenigstens erst nach der Wahl gebrochen werden. Ansonsten machen sie ja gar keinen Sinn.

Klaus Joachim Herrmann

Neustart

Mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit eines »Neustarts« in den Beziehungen zu den USA schickte Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstag seinen Sprecher vor. Das ist im Kern die Erinnerung an einen früheren ehrenwerten Versuch.

Höhere Gewalt

Am Donnerstag befindet der Hohe Rat in Den Haag über einen Ablasshandel. Für ein paar Euros könnten die Niederlande sich gegenüber vier bosnischen Klägern freikaufen. Es geht um Srebrenica und die Unwilligkeit holländischer UN-Soldaten, einen Massenmord zu verhindern. Der geschah vor 18 Jahren. Bislang gab es nicht einmal eine Entschuldigung.

Stein-Stratege

Knüppelnde Polizisten, Tränengasschwaden - die Bilder der Gewalt gegen die Gezi-Park-Proteste waren von Istanbul aus um die Welt gegangen. Gestern wurde der 34-jährige Erdem Gündüz, der als Duram Adam, als Stehender Mann, berühmt wurde, mit dem M100-Medienpreis ausgezeichnet.

Wahl-O-Mat und ParteieNavi?
Marcus Meier

Wahl-O-Mat und ParteieNavi?

Der Wahl-O-Mat und Ihr ParteieNavi wollen dem Wähler die Wahlentscheidung erleichtern, indem sie dessen Positionen zu politischen Kernfragen mit denen der Parteien abgleichen und Übereinstimmungen aufzeigen. Theresa Kuntzler erklärt im nd-Interview die Unterschiede.

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ndPlusJörg Meyer

Die Reichsverhütungstüte

Die Botschaft ist so klar wie ekelhaft: »Für Ausländer und ausgewählte Deutsche« prangt auf den Werbekondomen, die die Jugendorganisation der NPD verschickt hat. Der Kondomhersteller zeigt sich betroffen. Volker Beck ist erbost und fordert die Firma auf, das Geld zu spenden.

ndPlusAert van Riel

Zwischen Rausch und Realität

Bei einer sogenannten Länderkonferenz betonten SPD und Grüne noch einmal ihre Erfolge in den Ländern und ihre im Bundesrat errungene Mehrheit. Dass sie hier auf das von Rot-Rot regierte Brandenburg angewiesen sind, verschwiegen die rot-grünen Politiker.

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ndPlusFabian Lambeck

Bundesverfassungsgericht gibt Mollath recht

Sieben Jahre saß Gustav Mollath gegen seinen Willen in der Psychiatrie. Am Donnerstag gab das Bundesverfassungsgericht seiner Beschwerde gegen die Verlängerung des Zwangsaufenthalts im Jahre 2011 statt. Die zuständigen Richter hatten es sich damals allzu einfach gemacht.

Sven Eichstädt, Leipzig

Verbotene Verstümmelung

Asylbewerber müssen sich Fingerabdrücke abnehmen lassen. Doch schließt diese Pflicht die Anforderung ein, dass die Abdrücke verwertbar sein müssen? Das Bundesverwaltungsgericht hat am Mittwoch entschieden, dass Asylbewerber ihre Fingerkuppen nicht manipulieren dürfen.

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Freibrief für 60 Tage Krieg gegen Syrien

US-Präsident Barack Obama hat Rückendeckung für seinen angedrohten Militärschlag gegen Syrien bekommen. Der Ausschuss für Auswärtige Beziehungen des Senats stimmte am Mittwoch mit knapper Mehrheit für einen begrenzten Militäreinsatz.

ndPlusJürgen Vogt, Buenos Aires

Chilenische Justiz entschuldigt sich

Es ist eine überfällige Entschuldigung: »Es ist die Zeit gekommen, um Verzeihung zu bitten, bei den Opfern, ihren Angehörigen und der chilenischen Gesellschaft«, heißt es in einer Erklärung der Asociación de Magistrados, der wichtigsten chilenischen Richtervereinigung.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

G-20 im Zeichen der Kriegsdrohung

Eine Sondersitzung zu Syrien werde es nicht geben, erklärte der Pressesprecher von Präsident Wladimir Putin kurz vor Beginn der ersten Arbeitssitzung der zwanzig Staats- und Regierungschefs. Experten fürchten, das Thema werde dennoch den gesamten Gipfel überschatten.

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ndPlusPeter Nowak

Piraten werden europäisch

Die Zeiten, in denen die Piratenpartei im Aufschwung war, sind lange vorbei. Zurzeit hat sie nach den Wahlprognosen kaum Chancen, in den Bundestag einzuziehen. Nun peilen die Piraten bereits die Europawahl im nächsten Jahr an.

Lobby ins Register

Im Gegensatz zur deutschen Bundesregierung hat sich die EU-Kommission in Sachen Transparenz extrem bewegt. Seit fünf Jahren führt sie ein Lobbyregister, seit zwei Jahren gemeinsam mit dem Europäischen Parlament.

Katharina Strobel, Brüssel

Pranger für Großkonzerne

»Challenging Corporate Power« - unter diesem Motto lud die Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken im Europaparlament zur gemeinsamen Debatte. Das Ziel: handfeste Mechanismen einzurichten, damit Verstöße großer Konzerne gegen das Menschenrecht geahndet werden können.

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Quotenmodell soll Festpreise ersetzen

Geht es nach der Monopolkommission, so soll die Energiewende völlig neu gestaltet werden. In einem Sondergutachten schlägt das Beratergremium vor, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) durch ein sogenanntes Quotenmodell nach schwedischem Vorbild zu ersetzen.

ndPlusSimon Poelchau

»Aus rein ideologischen Gründen«

nd: Die Monopolkommission befürwortet in ihrem Sonderbericht für die Bundesregierung das sogenannte Quotenmodell. Ist das eine gute Idee für die Förderung der Erneuerbaren? Mono: Das Quotenmodell ist überhaupt kein geeigneter Ansatz für die Gestaltung der Energiewende. Es ist eine vollkommen irrige Annahme, dass ein Modell, welches einen flexiblen Marktpreis vorsieht, zu einer effizientere...

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Benjamin Beutler

Fracking entfacht Umweltdebatte in Argentinien

Auch in Argentinien sollen mithilfe der umstrittenen Fracking-Methode unkonventionelle Gas- und Ölvorkommen gefördert werden. Das Parlament der Provinz Neuquén im Südwesten des Landes stimmte kürzlich mit nur zwei Gegenstimmen dem Gesetz Nr. 2867 zu.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Streit trotz Dialogforum

Die Feste Fehmarnbeltquerung und alle damit bedingten Verkehrsplanungen bleiben ein Zankapfel. Daran hat auch ein vor nunmehr zwei Jahren ins Leben gerufenes Dialogforum nichts geändert, das am Donnerstag in Kiel ein Zwischenresümee zog.

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Nicht in die Tonne

(dpa). In den Topf statt in die Tonne: Unter diesem Motto steht eine zwölftägige Kampagne gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. »Wir wollen Bewusstsein und Aufklärung schaffen«, sagte der Senator für Justiz und Verbraucherschutz, Thomas Heilmann (CDU), am Mittwoch zum Auftakt. Mehr als 40 Institutionen, Vereine und Unternehmen wollen sich vom 25. September bis zum 6. Oktober an den »Wertew...

250 syrische Flüchtlinge nach Berlin

(dpa). Berlin wird in den kommenden Wochen rund 250 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufnehmen. Die ersten Familien würden ab kommender Woche erwartet, sagte die Sprecherin des für die Unterbringung zuständigen Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso), Silvia Kostner. Deutschland hat sich verpflichtet, 5000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Ein Großteil wird in den k...

Stachliger Appell

Das gab's schon lange nicht mehr: In meinem Baumarkt sind seit ein paar Tagen Schutzhandschuhe ausverkauft. Das Personal hatte auch keine Erklärung dafür. Die kam gestern vom Naturschutzbund NABU. Der teilte mit, dass sich allmählich der Herbst ankündige, was daran zu merken sei, dass schon wieder viele Jungigel unterwegs seien. Besorgte Anrufer würden sich schon Gedanken um die kleinen, stachligen Parkbesucher machen.

Sarah Liebigt

Lichtenberger Wahlkrampf

»Sowas verdirbt die Demokratie«, schimpfte der Direktkandidat der Grünen in Lichtenberg, Bartosz Lotarewicz, kürzlich im »Tagesspiegel« anlässlich einer Veranstaltungsreihe der Linkspartei. Es ist Wahlkampf, da wundert es oft nicht, wenn die einen gegen die anderen zetern.

ndPlusChristin Odoj

Innenminister für einen Tag

Für einen Tag Hans-Peter Friedrich zu sein ist eine ziemliche Qual. Die 20-jährige Atia Qader Sadiq hat es getroffen, sie muss bei einem Planspiel der Jungen Islam Konferenz (JIK), das die Deutschen Islam Konferenz (DIK) nachspielt, die Rolle vom Bundesinnenminister einnehmen.

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Samba und Sonne

(nd). An diesem Freitag um 20.30 Uhr eröffnet die ufaFabrik den Bühnenherbst 2013 mit einen Konzert von Dudu Tucci. »Morena do Sol«, eine Mischung aus Samba und Sonne, verfeinert mit Afoxés und Maracatús, ist das aktuelle Album von Dudu Tucci, dessen Bloco Afoxé Loni viele Jahre den Berliner Karneval der Kulturen anführte. Man darf sich freuen auf pulsierende Grooves mit der Aufforderung zum Ta...

Neuer Campus für die »Busch«

(dpa/nd). Der Bau eines neuen Campus für die Schauspielschule Ernst Busch kann beginnen. Das Land Berlin und der Bund unterzeichneten am Mittwoch eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung. Danach zahlt Berlin knapp 34 Millionen Euro für das Projekt, der Bund steuert 850 000 Euro zu. »Mit dem neuen Komplex in dem ehemaligen Werkstattgebäude der Staatsoper Unter den Linden entsteht für die Sch...

Jüdisches Museum: »Ton in Ton«

Das Jüdische Museum Berlin widmet sich in den kommenden Monaten in zwei Ausstellungen jüdischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Unter dem Motto »Ton in Ton« werden ab 10. Oktober vier Keramikerinnen präsentiert, die in der NS-Zeit nach Palästina emigrierten, wie das Museum am Mittwoch in Berlin mitteilte.

ndPlusLucía Tirado

Tatü Toutou!

Auf den ersten Blick ist das Stück nicht unbedingt der Kracher. Doch die Ereignisse in »Toutou« in der Komödie am Kurfürstendamm (Regie Ute Willing) entpuppen sich als inhaltsreicher als vermutet. In der Produktion, die in Zusammenarbeit des Theaters an der Kö, Düsseldorf, und der Komödie am Kurfürstendamm entstand, wird uns der Spiegel vorgehalten. Es spielt keine Rolle, dass sich die von Dani...

Natalya Arensberg

An die Ewigkeit glauben? Im Augenblick leben?

»Was ist Ihr Ideal vom Alter«, lautet die Frage, die Thomas Böhm, Programmdirektor des Internationalen Literaturfestivals Berlin (ilb) und Moderator der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2013 gesponserten Reihe »Weltweisheit - Kulturen des Alterns« all seinen Gästen stellen möchte. Doch bei Herb Wharton aus Australien muss er sie anders formulieren...

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1000 Lehrer dauerkrank

(dpa). Mehr als 1000 Berliner Lehrer sind derzeit dauerhaft krankgemeldet - und damit deutlich weniger als noch vor einem Jahr. Zum Stichtag 31. Juli seien es exakt 1079 gewesen, heißt es in der Antwort des Senats auf eine Anfrage des Abgeordneten Martin Delius (Piraten). Zu Beginn des Schuljahres Anfang August seien zwei hinzugekommen. Vor einem Jahr waren 1404 Lehrer dauerhaft krank. Al...

Koalition hält an Gerichtsreform fest

Die Opposition im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern befürchtet gravierende Folgen der Gerichtsstrukturreform. Justizministerin Kuder verteidigt ihren Plan.

»Mein Kind ist rechts«

(dpa). Oft suchen sie einfach Anerkennung. Doch es kann auch eine echte Überzeugung dahinterstecken. Wenn Jungen und Mädchen in die rechte Szene abgleiten, ist der Schock bei ihren Eltern groß - falls sie demokratisch gesinnt sind. Das sagte Eva Prausner, Leiterin des Berliner Projekts »Eltern stärken«. Sie berät betroffene Mütter und Väter, die ihre Kinder wieder aus der rechten Szene holen wo...

Neue Bahn zum ZDF

Mainz (nd-Luchs). Die sogenannte Mainzelbahn - eine neue Straßenbahn in Mainz zum Lerchenberg, wo das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) seinen Sitz hat - kommt allmählich ins Rollen. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat grünes Licht gegeben, sodass bis auf kleinere Auflagen im Planfeststellungsbeschluss die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) jetzt für die 9,2 Kilometer lange Strecke das Baurecht...

ndPlusHendrik Puls

Ein krimineller »Freundeskreis«

»Freundeskreis Rade« nannte sich eine Neonazi-Kameradschaft, die 2011 und 2012 in Radevormwald zahlreiche Angriffe auf Migranten und vermeintliche Linke verübte. Nun müssen sich acht junge Männer im Alter von 17 bis 26 Jahren vor dem Landgericht Köln verantworten.

ndPlusTom Mustroph

Berlins steinerne Doppelhelix

Seit dem Frühjahr 2012 engagieren sich zwei Bürgervereine, eine Architekturstiftung und zwei frühere Kultursenatoren dafür, dass die städtebaulichen Areale der Karl-Marx-Allee sowie die Projekte der Internationalen Bauausstellung 1957 in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen werden.

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Prozess um Pleite-Fonds

Rostock (dpa/nd). Ein früherer Manager der Volkssolidarität muss sich vom 21. Oktober an wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 144 Fällen und Insolvenzverschleppung vor dem Landgericht Rostock verantworten. Das teilte das Gericht am Donnerstag mit. Der heute 63-Jährige soll laut Anklage zusammen mit einem zweiten Manager der Verbände Mecklenburg Mitte und Bad Doberan/Rostock-Land Fonds initiier...

Klaus Teßmann

Weichenstellung nach Berlin

Der Bahnverkehr zwischen Berlin und den Gemeinden im östlichen Umland soll verbessert werden. Das kommunale Nachbarschaftsforum hat in einer Broschüre einen Maßnahmeplan zusammengefasst. Dabei gehen die Bürgermeister der märkischen Kommunen und der Berliner Bezirke am östlichen Stadtrand davon aus, dass die Region in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Immer mehr Menschen ziehen in ...

ndPlusSebastian Haak, dpa

Von drinnen nach draußen

Auch hinter Mauern ist das Leben mit der Welt »da draußen« verbunden. Gefangenenzeitungen sind ein Spiegel dieser Bande, die sie auch stärken sollen. Die erste dieser Publikationen in Deutschland erschien vor 85 Jahren. Ihr Name: »Die Brücke«.

ndPlusWilfried Neiße

Plötzlich Millionen wert

Wegen eines Grundstücksgeschäftes, das vier Jahre zurückliegt, streiten Finanzminister Helmuth Markov (LINKE) und Grünen-Fraktionschef Axel Vogel. Nach ursprünglicher Ansicht von Vogel beging Markov Rechtsbruch. Der Grünen-Politiker stellte diese Behauptung im rbb-Fernsehen auf.

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Kommt die AG?

Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat den Insolvenzplan für den traditionsreichen Verlag zugelassen, wie Suhrkamp am Mittwoch mitteilte. Damit werde der Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Miteigentümer Hans Barlach, der 39 Prozent an der KG hält und mit Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz (59 Prozent) zerstritten ist, verlöre damit weitreichende Mitsprachere...

Theater des Jahres

Die Münchner Kammerspiele sind mit gleich vier Auszeichnungen der große Gewinner der diesjährigen Theatersaison. Die deutschsprachigen Kritiker wählten die Bühne unter Leitung von Intendant Johan Simons zum Theater des Jahres. Dem Niederländer sei es innerhalb von drei Jahren gelungen, die Kammerspiele in ein internationales Stadttheater zu verwandeln. Auch die besten Darsteller kommen vo...

Karlen Vesper

Warum Marx? Warum nicht Marx?

Ein ungewöhnlicher Vorgang: Der Akademiepräsident gebot, niemanden mehr hereinzulassen, die Saaltüren zu schließen. Mit einem Augenzwinkern begründete Günter Stock sodann, er sorge sich um die Belastbarkeit der Decken- respektive Fußbodenkonstruktion im altehrwürdigen Haus am Berliner Gendarmenmarkt. Wer oder was trieb die vielen Menschen Dienstagabend in den Einstein-Saal in der fünften Etage ...

ndPlusTobias Riegel

Der kurze Sommer der Anarchie

Es gibt dieser Tage zwei Barack Obamas. Der eine ist aus Fleisch und Blut. Der andere agiert seit Donnerstag als Summe liberaler Projektionen auf den Kinoleinwänden: In Roland Emmerichs »White House Down« vollzieht der afroamerikanische US-Präsident einen linken Putsch.

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Jürgen Amendt

Hausaufgaben abschaffen?

In Wahlkampfzeiten ist damit zu rechnen, dass Politiker Dinge sagen, um sich zu machen. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat jetzt auf bildungspolitischem Parkett rutschiges Terrain betreten. Hausaufgaben sollten abgeschafft werden, forderte Gabriel Anfang der Woche

Umstrittenes Büchergeld

Mit dem 1. September wurde das Büchergeld für Stipendiaten der Begabtenförderungswerke des Bundes von 150 auf 300 Euro angehoben. Die Stipendiateninitiative www.stipendienspenden.de (bit.ly/ZKcVci) hält diese Verdopplung für einen »bildungs- und sozialpolitischen« Irrweg und ist daher Mitinitiatorin des Aufrufs »Im Sinne der Bildungsgerechtigkeit: Mehr Investitionen in BAföG statt in Büchergeld...

ndPlusLena Tietgen

Wissenschaft unter dem Spardiktat

Der Wissenschaftsrat (WR) schlägt der Regierung einen Zukunftspakt vor, der die Wissenschaftslandschaft stärken soll. Ob unter den Bedingungen der Schuldenbremse, die die Länder zu Einsparungen zwingt, dies möglich ist, ist allerdings zweifelhaft.

Seite 17

Es geht um mehr als Geld

Für 14 000 Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen geht es derzeit um Geld und Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaften verhandeln mit den Zeitungsverlegern über Gehalt und den Flächentarifvertrag. Die Deutsche Journalisten Union in ver.di fordert 5,5 Prozent mehr Geld.

ndPlusGesa von Leesen

Absurd

Diesmal haben die Zeitungsverleger sich etwas besonders Originelles für die laufende Tarifrunde ausgedacht: Gehaltserhöhungen sollen an den Preisindex gekoppelt werden. Das hieße, in ärmeren Regionen im Norden sollen Redakteure künftig weniger verdienen als ihre Kollegen in den reicheren Gebieten im Süden.

Velten Schäfer

Alle Schleusen stehen still

Der Streik bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) wird ausweitet. Wie es bei ver.di am Donnerstag hieß, sind ab Montag »bundesweite Streiks« zu erwarten, die zunächst eine Woche dauern sollen. Ver.di prognostiziert »erhebliche Beeinträchtigungen«.

Anja Krüger

Kämpfst du noch oder lebst du schon?

IKEA brüstet sich gerne mit sozialen Projekten - die Lage von Spülkräften und Wagenschiebern in den eigenen Märkten ist dem Unternehmen aber offenbar egal. Die Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt organisiert darum den Protest gegen ausgelagerte Arbeiten.

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Jürgen Gottschlich, Istanbul

Türöffner in die muslimische Welt

Die Türkei will die Olympischen Sommerspiele 2020 in Istanbul ausrichten. Und man ist in Ankara überzeugt, dass keine andere Stadt so viel bietet wie die Metropole am Bosporus: zwei Kontinente, Begegnung von Kulturen und eine junge Bevölkerung.

ndPlusAlexander Ludewig

Die Witze sind weniger geworden

Die deutsche Nationalmannschaft empfängt am Freitag Österreichs beste Fußballer zum WM-Qualifikationsspiel. Ein Schweizer ist dafür verantwortlich, dass die Gäste aus der benachbarten Alpenrepublik selbstbewusst nach München kommen.