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Unten links

Ob ein bevorstehendes Ereignis uns anzieht oder abstößt, hängt nicht zuletzt von der Wortwahl ab, mit der es angekündigt wird. So ist die Vorfreude auf einen Besuch im »Lokal« gewiss nicht nur bei Trinkern groß. Sie sinkt aber sofort rapide, sobald man erfährt, beim dortigen Gelage seine »Stimme abgeben« zu sollen. Hätte das »Lokal« bis in die Morgenstunden geöffnet, wäre heftige Heiserkeit bis...

Die Möglichkeit, sich gegen Machtstrukturen zu wehren

Der Karikaturist Klaus Stuttmann möchte Politiker, die er in seinen Zeichnungen zu Witzfiguren macht, lieber nicht persönlich kennenlernen. “Die sind mir vielleicht sympathisch und dann kann ich sie nicht mehr angreifen”, so Stuttmann im Interview mit "neues deutschland".

Taktische Wähler

Nach seinem Sieg bei der bayerischen Landtagswahl ist CSU-Chef Horst Seehofer nach fünf Jahren Regierungszeit mit der FDP nicht mehr auf einen Koalitionspartner angewiesen. Zu alter Stärke ist die CSU allerdings nicht zurückgekehrt. Die Zeiten, in denen sie bis zu 60 Prozent der Stimmen holte, sind vorbei.

ndPlusRoland Etzel

Verhandlungserfolg in Genf

Die US-amerikanisch-russische Vereinbarung über eine Abrüstung der Chemiewaffen in Syrien findet in der Welt überwiegend positives Echo. Allerdings wollen einige ihre Enttäuschung nicht verhehlen, besonders in den USA selbst und bei den syrischen Rebellen.

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Der Plan von Genf

US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow haben einen Plan zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen entworfen. Dieser sieht vor, dass Syriens Führung eine Woche Zeit hat, um eine Liste ihrer Bestände vorzulegen. Eine UN-Resolution soll notfalls die Möglichkeit beinhalten, Zwangsmaßnahmen zu verhängen. Wörtlich heißt es u.a.: »Unter Berücksichtigung der Entsch...

ndPlusKarin Leukefeld, Damaskus

Sieg oder reines Theater?

Mit Zustimmung hat die syrische Führung auf die Einigung zwischen Russland und den USA über den Umgang mit dem Chemiewaffenarsenal des Landes reagiert. Man begrüße die Vereinbarung, wurde Versöhnungsminister Haidar am Sonntag zitiert.

René Heilig

Wenn die Waffen ruhen, ist der Rest Routine

Mehr oder weniger fachlich versierte Bedenkenträger erklären auch nach der Einigung zwischen Russland und den USA über die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen, warum das Projekt nicht funktionieren könne. Dabei kann sogar Deutschland einiges zum Gelingen beitragen.

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Hanna Ongjerth

Dieses schwierige Der-die-das

Seit 2011 kommen vermehrt Menschen aus den EU-Ländern nach Deutschland. In Berlin ist der Zuwachs vor allem von Akademikern gerade in den sogenannten Integrationskursen zu beobachten. Zugezogene sollen dort die deutsche Sprache lernen und sich mit der Kultur vertraut machen.

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Verrechnet

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist Physikerin. Jahrelang arbeitete sie an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Eigentlich sollte man annehmen, dass eine Naturwissenschaftlerin zumindest etwas Mathematik beherrscht. Doch Frau Merkel hat ganz offenbar Schwierigkeiten mit dem Rechnen. Oder wie soll man ihre Aussage vom Wochenende bewerten, wonach die Angleichung der Renten in Ost- und Westdeuts...

Todesspirale gestoppt

Allem hier und da zu hörenden Lamento zum Trotz - die Genfer US-amerikanisch-russische Vereinbarung zu Syrien kann in ihrer Bedeutung kaum überschätzt werden. Nach all den schwarzmalerischen Bewertungen des Petersburger G20-Gipfels schien ein erneuter Bombenkrieg im Nahen Osten kaum noch abwendbar.

Ruheraum Deutschland

Verfolgten Menschen Asyl zu gewähren, ist eine ehrenwerte Haltung, die von deutschen Behörden nur allzu oft nicht eingenommen wird. Da kontrolliert man und kontrolliert, bis genügend Abschiebungsgründe vorliegen. Doch - ein wenig Kontrolle sollte schon sein?

ndPlusKlaus J. Herrmann

Rumms

»Rumms«, versuchte es Dieter Hildebrandt. Noch einmal: »Rumms«. Dann war der Name des US-Verteidigungsministers raus: »Rumms...feld«. Ein Kabarettist darf das, und bis heute hat er so tragisch recht. Denn Rumsfeld weiß, was nötig ist. Er war früher nah an den Präsidenten Richard Nixon, Gerald Ford und George W. Bush. Nun erteilt er Barack Obama im Falle Syrien per »Spiegel« Rat: »Um Unterstützu...

Die Qual der Wahl

Vermutlich wird die Wahlbeteiligung am nächsten Sonntag niedriger sein als bei jeder anderen Bundestagswahl zuvor und der bisherige Negativrekord vom 27. September 2009 (knapp über 70 Prozent; in Ostdeutschland sogar noch deutlich darunter) einmal mehr unterboten.

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Klaus Joachim Herrmann

Doppelter Standard

Welche Antworten die Bundestagsparteien auf umstrittenen politischen Themenfeldern geben, untersucht in ausgewählten Bereichen die nd-Serie »Systemvergleich«. Heute: Außenpolitik. Einige Parteien scheinen sich in den Programmen der jeweils linken Nachbarn zu bedienen.

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Wenig Frauen im Bundestag

München (AFP/nd). Trotz der Debatte um Frauenquoten in Politik und Wirtschaft dürften weibliche Abgeordnete im Bundestag auf Jahre eine Minderheit bleiben: Einer Studie zufolge sind nur 25,8 Prozent der insgesamt 2055 diesjährigen Bewerber um ein Parlamentsmandat Frauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Zählung der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft in Berlin, aus der die »...

FDP setzt auf Leihstimmen der Union

Weil der Einzug der FDP in den Bundestag gefährdet ist, wollen Liberale und Unions-Politiker sich in einigen Wahlkreisen gegenseitig helfen. Mit einer Massenbenachrichtigung Dutzender liberaler Bundestagskandidaten hat die FDP eine Zweitstimmenkampagne angeregt.

Marcus Meier

Protest im »Eldorado für Reiche«

Acht Tage vor der Bundestagswahl setzte die von Gewerkschaften, Sozial- und Migrantenverbänden, der Linkspartei, Attac und - zumindest im Wahlkampf - auch von Grünen und SPD getragene UmFAIRteilen-Bewegung am Samstag ein Signal für mehr soziale Gerechtigkeit.

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Ohne Kreuz und Turban

Montreal (AFP/nd). Tausende Menschen haben am Samstag gegen ein von der Regierung der kanadischen Provinz Québec geplantes Verbot religiöser Symbole im öffentlichen Dienst demonstriert. »Nein zu der Charta«, riefen die Protestteilnehmer, unter ihnen zahlreiche Muslime, in Montréal. »Québec ist nicht Frankreich«, skandierten sie mit Blick auf ein ähnliches Gesetz, das dort vor mehr als zwei Jahr...

ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Solidarnosc-Chef: »Wir sind keine Sklaven«

Zum ersten Mal in der nun schon 24 Jahre dauernden Nachwendezeit vereinigten sich drei Arbeitnehmerzentralen - »Solidarnosc«,»Allpolnische Verständigung der Gewerkschaften« (OPZZ) und das »Gewerkschaftsforum« im Protest gegen die Politik der Tusk-Regierung.

Ralf Klingsieck, Paris

FKP für linke Mehrheit

Das Pressefest der kommunistischen Zeitung l'Humanité, das seit 1933 veranstaltet wird, war am Wochenende wieder ein großer Erfolg.

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ndPlusSamuel Weber

Mysteriöses Massaker in Guatemala

Guatemala hat eine der höchsten Mordraten in Lateinamerika. Erst vor wenigen Tagen fielen elf Menschen einem Massaker zum Opfer. Die Behörden machen Drogenbanden dafür verantwortlich, Menschenrechtsgruppen sehen darin einen Einschüchterungsversuch der Bergbaugegner.

Anke Stefan, Athen

Den Ferien folgt der Streik

Mit der Einsegnung durch einen orthodoxen Priester begann vor wenigen Tagen in Griechenland das Schuljahr. Doch an diesem Montag werden die meisten Schulen schließen. Die Vollversammlungen der regionalen Lehrergewerkschaften haben beschlossen, in den Dauerstreik zu treten.

»Die Erwartungen sind hoch«

Musarrat Qadeem leitet in Pakistan die Frauenrechtsorganisation PAIMAN. Neben Friedens- und Bildungsarbeit steht die Unterstützung von Müttern im Mittelpunkt, deren Söhne sich radikal-islamischen Gruppen angeschlossen haben. Stefan Mentschel hat mit ihr für »nd« gesprochen.

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Höhere Tarife für Handykunden?

Berlin (dpa/nd). Die geplante Abschaffung der Roaming-Gebühren für die Handynutzung im EU-Ausland könnte nach Ansicht von Verbraucherschützern zu höheren Tarifen in Deutschland führen. »Unsere Sorge ist, dass die Konzerne sich dieses Geld wiederholen, indem sie einfach die nationalen Tarife anheben«, sagte der Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen, dem »Spiegel«...

Osram setzt auf LED und Jobabbau

München (dpa/nd). Lichtspezialist und Börsenneuling Osram blickt optimistisch ins neue Geschäftsjahr. »2014 sollte das Ergebnis weiter steigen«, sagte Finanzvorstand Klaus Patzak der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Im traditionellen Geschäft kündigte er einen weiteren, wenn auch verlangsamten Stellenabbau an, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Für das ablaufende Geschäftsjahr (30....

Bernhard Clasen, Duisburg

Kein Strahlenmüll im Wohngebiet!

Die Auseinandersetzung um die Atomenergie geht trotz des regierungsseitig angekündigten Ausstiegs weiter: Am Sonnabend demonstrierten mehrere tausend Atomkraftgegner unter dem Motto: »Keine Atomanlagen in Wohngebieten und auch nicht anderswo!« in Deutschland und Frankreich.

Anna Lehmann, Umeå

Saurer Schweiß auf süßen Beeren

Tausende Wanderarbeiter ernten die Beeren in Schwedens Wäldern - unter erbärmlichen Bedingungen. Nun protestieren 50 von ihnen in Umeå, da sie unter sklavenähnlichen Bedingungen schuften müssen. Die Proteste wiederholen sich jedes Jahr zur Beerensaison.

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Steffen Schmidt

Kernfusion zu teuer

Im DDR-Jugendweihe-Buch »Weltall Erde Mensch« von 1967 versprach die Bildunterschrift unter einem (damals) futuristischen Großkraftwerk mit kugelförmigem Reaktorgebäude, dass in etwa 50 Jahren mit der gesteuerten Kernfusion eine praktisch unerschöpfliche Energiequelle verfügbar sein werde. Ähnliche Prognosen machte man damals wohl auch im Westen. Inzwischen sind die Bilder der Fusionsreaktoren ...

Norbert Suchanek, Rio de Janeiro

Ohne Cerrado stirbt der Amazonas

Das Amazonasgebiet als größtes tropisches Regenwaldgebiet der Erde schrumpft seit Jahrzehnten infolge von Abholzung und Brandrodung. Eine neue Studie zeigt, dass die Klimawirkungen dieser Rodung größer sind als bisher angenommen.

ndPlusUlrich Schachtschneider

Befreit Rotes das Grün?

Begrünter Kapitalismus reicht nicht, und auf individuelle Moral kann man wohl auch kaum bauen. Wie man soziale Gerechtigkeit und ein Wirtschaftssystem ohne Umweltzerstörung unter einen Hut bringen könnte, untersucht der Ökonom Hans Thie in seinem Buch »Rotes Grün«.

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Landesfirmen: Weniger Boni für Manager

(dpa). Nach stetigen Zuwächsen in den Vorjahren ist das Durchschnittsgehalt in den Chefetagen der Landesunternehmen 2012 leicht gesunken. Ein ganzjährig angestellter Vorstand oder Geschäftsführer verdiente durchschnittlich 326 088 Euro und damit 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Das ergab eine Auswertung durch die Nachrichtenagentur dpa unter den 40 wichtigsten Managern. Das Minus hat j...

Mehdorns Sause

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Doch gibt es am Milliarden-Euro-Grab BER in Schönefeld zurzeit wirklich etwas zu zelebrieren? Natürlich nicht, möchte man meinen. Schließlich werden demnächst wieder Mehrkosten in Millionenhöhe fällig, weil die Datennetze auf dem BER nicht funktionieren.

Nicolas Šustr

BER eröffnet – für’s Familienfest

Familienfest im Terminalgebäude und rund um den Willy-Brandt-Platz auf dem BER Schönefeld. Interessierte hatten die Möglichkeit, sich selbst ein Bild vom neuen Flughafen zu machen. Allein am Samstag kamen rund 30 000 Besucher. Immerhin: Der BER riecht immer noch neu.

Stephan Fischer

Lufthoheit im Kampfwahlkreis

U-Bahnhof Vinetastraße, kein Reiseführerziel, dafür typische Berliner Kulisse: Straßenlärm, Straßenbahnen und Busse im Minutentakt, über den Köpfen alle 90 Sekunden Flugzeuge im Anflug auf Tegel. Der Blick in den Himmeln bleibt an den Wahlplakaten der Parteien hängen.

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Thomas Blum

Im Niemandsland

Bestellen Sie niemals im Internet Kleidungsstücke aus den USA. Ich habe das getan. Vier Stunden Zeit muss man schon einplanen, wenn man zwecks Abholung der bestellten Textilien an den letzten noch existierenden Ort Berlins geschickt wird, an den die Gegenwart noch nicht gedrungen ist: das Zollamt Schöneberg.

ndPlusKlaus Hammer

Ferne und Nähe im Wechselspiel

»Von Berlin bis an die Küste« lautet der Titel, den der Berliner Maler und Grafiker Volker Scharnefsky dieser Ausstellung mit seinen scheinbar protokollartigen und doch so poetischen Arbeiten gegeben hat: Natur- und Stadtlandschaften, Ansichten von Berlin, Straßen im Regen, Industriegebäude, Häuserfassaden, Hofblicke, Menschen mit aufgespannten Schirmen, Baumalleen, Wald-, Wiesen- und Seestücke...

Tom Mustroph

Kampf um den Kult

Rau und »schräg« sei der Wedding, meinte Kulturstadträtin Sabine Weissler zur Eröffnung des Kulturfestivals Wedding-Moabit am vergangenen Freitag. Sie mochte dabei den bizarren Kontrast zwischen den ICE-Boliden, die auf Gleisen hoch über der Leinwand des Freilichtkinos der Kulturfabrik Lehrter Straße dahinglitten, und den am Fuße der Leinwand gestapelten rustikalen Holzscheiten im Auge gehabt h...

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Schultheatertreffen in Schwerin

Schwerin (dpa/nd). Das 29. Schultheaterfestival der Länder hat am Sonntag in Schwerin begonnen. Rund 300 Schüler aus ganz Deutschland stehen bis zum Freitag auf der Bühne und stellen ihre Inszenierungen vor. 16 Gruppen aus allen Bundesländern wurden von einer Jury dafür ausgewählt. Das Treffen steht unter dem Motto »Theater der Bilder«. Die Inszenierungen der Kinder und Jugendlichen sind themat...

Sorben gegen Tagebaue

Dem Protest gegen die Erweiterung der Tagesbaue Welzow-Süd und Nochten in der Lausitz hat sich jetzt auch die Vertretung der sorbischen Minderheit angeschlossen. Der Bundesvorstand des Dachverbandes Domowina lehnte am Wochenende eine Weiterführung der Tagebaue ab.

Schlund der Stadt wird modernisiert
Teresa Fischer, dpa

Schlund der Stadt wird modernisiert

Es ist ein besonderes historisches Bauwerk, das momentan im Berliner Ortsteil Wedding erstmals bei Tageslicht zu sehen ist: eine riesige Röhre der Hauptstadt-Kanalisation. Für Umbauarbeiten wurde der mehr als 120 Jahre alte Kanal Ende der vergangenen Woche aufgesägt - und offenbart sein Innenleben: Träge fließt eine braune Brühe durch ihr sorgfältig gemauertes Ziegelbett. Rundherum wird eifrig ...

ndPlusSarah Liebigt

Mit dem Sofa in die S-Bahn

Elen Wendts Stimme trägt schön im kleinen Saal des Kavaliershauses. Doch Tracy Chapmans »Talking about a Revolution« ist mit Sicherheit das falsche Einstiegslied für diesen Roten Salon. Die Linkspartei lädt regelmäßig zu dieser Veranstaltung nach Pankow, um mit Gästen aktuelle Themen zu diskutieren. Am vergangenen Freitagabend drehte sich das Gespräch um das Großprojekt »Pankower Tor«. Au...

Alice Bachmann, Bremen

Sonntags in die Bibliothek

Wer am Wochenende in die Bibliothek will, hat meist schlechte Karten. Bremen allerdings zieht mit mutigen Alleingängen die Aufmerksamkeit der gesamten Republik auf sich. Dort sucht man nach einem Weg, die Büchereien auch am Sonntag für den Publikumsverkehr zu öffnen.

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Gutachten gegen Tagebau

Potsdam (dpa/nd). Die Fraktion der Brandenburger Bündnisgrünen hat ein Gutachten zur geplanten Erweiterung des Braunkohletagebaus Welzow-Süd II vorgelegt. Daraus gehe hervor, dass der vorliegende Planentwurf so nicht genehmigungsfähig sei, teilte die Fraktion in Potsdam mit. Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner, die umgesiedelt werden sollen, seien nicht ausreichend gewürdigt worden...

Arbeitsgruppe BER kostet 764 000 Euro

Potsdam (dpa/nd). Der Hauptstadtflughafen verschlingt schon vor seiner Eröffnung hohe Summen auch in der Brandenburger Regierung. Die Flughafen-Arbeitsgruppe in der Potsdamer Staatskanzlei wird den Steuerzahler in diesem Jahr mindestens 764 000 Euro kosten. Das geht aus einer Antwort von Staatskanzlei-Chef Albrecht Gerber auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Ludwig Burkardt he...

Sandra Schipp, dpa

Waldschlößchen in der Pfalz?

Speyer gilt als Perle der Pfalz, doch direkt am Rheinufer herrscht Tristesse. Ein Neubaugebiet soll das ändern, dafür hat die Stadt aber offenbar eigene Pläne. Das Rheinkolleg wittert eine Amigo-Affäre.

Angie Pohlers, dpa

Wenn der Doktor polnisch spricht

Im Klinikum Uckermark in Schwedt (Oder) geht nichts ohne sie: 56 Ärzte aus dem Ausland arbeiten hier täglich in allen Fachbereichen mit ihren 73 deutschen Kollegen zusammen. »Syrien, Kolumbien, Iran - sie kommen aus aller Herren Länder«, sagte der Chef der Urologie, Rüdiger Heicapell, in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Nicht nur in Schwedt, sondern vielerorts in Brandenburg helfen aus...

Wilfried Neiße

Trommelfeuer mit Platzpatronen

»Verleumde kühn. Etwas bleibt immer haften.« Was der griechische Philosoph Plutarch von Chäronea auf den Punkt brachte, das bringen einige Oppositionspolitiker und Journalisten gegen Finanzminister Helmuth Markov (LINKE) in Anschlag. Ein Trommelfeuer von Vorwürfen.

ndPlusBritta Warda

Renaissance der Kommunalwirtschaft

In Hamburg und Berlin wird im Herbst per Volksentscheid über den Rückkauf der Energienetze durch die öffentliche Hand abgestimmt. Ein neues Buch zeigt, wie die Rückübertragung öffentlichen Eigentums funktionieren kann und wo Gefahren lauern.

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Tom Strohschneider

Weltbürger, Antipolitiker

Mit einer bewegenden Gedenkfeier haben Familienangehörige, Freunde und politische Weggefährten in Berlin dem vor einem Monat verstorbenen früheren Linkspartei-Vorsitzenden Lothar Bisky gedacht. Dieser werde ein Vorbild bleiben - als Mensch, als Versöhner, als Politiker.

Der Junge, den man in einen Anzug gesteckt hatte

Der Junge, den man in einen Anzug gesteckt hatte

Draußen sind die Plakate bunt. Sie künden von großen Zielen. Die Männer und Frauen auf ihnen lächeln und blicken optimistisch in die Zukunft. Links, Rechts, Mitte, Schwarz, Gelb, Rot, Grün. Sie wissen, was zu tun ist. Wie schon so oft. Es gab Zeiten, da konnte ich auch dich auf diesen Plakaten sehen, lieber Lothar. Jetzt aber ist dein Bild schwarzweiß und ich kann nicht glauben, dass es d...

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Der Mann, der die Galas meidet

Der für seine Abneigung gegen Preisverleihungen bekannte Regisseur Woody Allen wird für sein Lebenswerk geehrt. Hollywoods Auslandspresse kündigte an, dass sie Allen bei der nächsten Golden-Globes-Verleihung mit ihrem Sonderpreis, dem Cecil B. De Mille Award, auszeichnen werde. Ob der New Yorker Filmemacher die Einladung annehmen und sich feiern lassen wird, bleibt ungewiss. »Niemand hat ...

Von Liszt zu Beethoven

Nach zehn Jahren hat sich Nike Wagner als Leiterin des Kunstfestes Weimar verabschiedet. »Die Zeit der Gemeinsamkeit geht nun vorbei und das ist nicht leicht«, sagte die 68-Jährige zum Abschlusskonzert in der Weimarhalle am Samstag. Sie wünsche der Stadt in den kommenden Jahren ein möglichst ganz anderes Kunstfest. Die Urenkelin des Komponisten Richard Wagner zeigte sich zugleich dankbar für di...

ndPlusHans-Dieter Schütt

»Zensur erschreckt mich«

● Burkhard C. Kosminski, muss Theater, das Sie machen, wehtun? Nicht wehtun, sondern elementare Fragen stellen. Wir brauchen Inszenierungen, die beißen und stechen, um frei Kafka zu zitieren. ● Ist Ihnen die Kunst Lebensrettung? Nein. ● Was hat Sie an den Ereignissen rund um Ihren Düsseldorfer »Tannhäuser« am meisten betroffen gemacht? Der eigentl...

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Getöse im Wahlkampf

Der Vorstoß von Ralf Jäger war rein populistisch. Dafür ist der SPD-Mann ja auch Politiker. Nordrhein-Westfalens Innenminister hatte nach der Kritik am umstrittenen Polizeieinsatz im August beim Spiel des FC Schalke 04 gegen Saloniki angekündigt, Beamte nur noch im Notfall ins Schalker Stadion zu schicken. Nach einem Gespräch am Sonnabend im Düsseldorfer Landtag mit Jäger und der Vereinsf...

ndPlusFrank Hellmann, Bremen

Bremens Horrorsammlung

Es ist jetzt dreieinhalb Monate her, dass Robin Dutt beim SV Werder als neuer Trainer vorgestellt wurde. Damals, zu einer sonnenüberfluteten Mittagsstunde im Mai, saß der smarte Fußballlehrer im Presseraum der Ostkurve des Weserstadions. Ihm trug ehrliche Vorfreude auf den Job.

ndPlusStephan Fischer, Rostock

Mit drei Sternen in eine bessere Zukunft

An der Ostsee wurde lange Zeit nach der Wende der erfolgreichste Fußball im Osten gespielt. 12 Jahre war Rostock in der 1. Bundesliga. Mittlerweile spielt der letzte DDR-Meister F.C. Hansa wieder drittklassig und muss sich auch finanziell konsolidieren.

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Nicolas Reimer, SID

Gold verpasst, aber Bronze gerettet

Dank ihres großen Kampfes hat Triathletin Anne Haug in der WM-Serie noch den dritten Platz in der Gesamtwertung erreicht. Jetzt will die Topathletin aus Bayreuth erst einmal Urlaub machen und schlemmen.

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Ohne Stars läuft es besser

Die Russin JEKATERINA PANKOWA wurde nach dem EM-Finale als beste Zuspielerin des Turniers ausgezeichnet. Im Anschluss an die Feierlichkeiten sprach der Kapitän der verjüngten Mannschaft über die Vorzüge, keine Stars, aber trotzdem große Spielerinnen im Team zu haben.

Oliver Händler

Flehen nach Anerkennung

Die deutschen Volleyballspielerinnen haben bei der EM im eigenen Land viel Werbung für ihren Sport gemacht, auch wenn ihnen die Meisterkrönung letztlich verwehrt blieb. Nun hoffen sie auf andauernde mediale Anerkennung. Doch ohne Events wie diese EM bleibt das wohl ein unerfüllter Wunsch.