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UNTEN LINKS

Wer noch ein paar Pilze finden will, verehrte Naturfreunde, sollte sich ranhalten. Denn ganze Kompanien von Pilzräubern räumen die Wälder leer, hören wir beispielsweise aus Rheinland-Pfalz. Ist dies die weit verbreitete Mitnahmementalität, die Gerhard Schröder einst bitterlich beklagte, bevor er einen prächtig bezahlten Job beim russischen Energiekonzern Gazprom mitnahm? Mitnehmen, was man krie...

Schwarz-Grün als Fernziel

Zu Koalitionsverhandlungen von Grünen und Union wird es zwar nicht kommen, aber die Parteien haben die Sondierungstreffen genutzt, um sich einander anzunähern. Beide Seiten waren im Anschluss an das zweite Gespräch voll des Lobes über die »sachliche Atmosphäre« und »gute Verständigung«. Ein Bündnis mit den Konservativen wollten die Grünen zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht wagen. Das lag weni...

ndPlusGuido Speckmann

Klerus bettelt um Vertrauen

Als Reaktion auf den Skandal um die hohen Baukosten der Limburger Bischofsresidenz legen immer mehr katholische Bistümer ihre Vermögenswerte offen.

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ndPlusKurt Stenger

Was würde am »Tag X« passieren?

Niemand weiß exakt, wann es soweit ist, dass die USA die bisherige gesetzliche Schuldenobergrenze von 16,7 Billionen Dollar erreichen, deren Anhebung durch den politischen Streit in Washington blockiert wird.

Kurt Stenger

Die unwahrscheinliche Apokalypse

Dass es zu einem Zahlungsausfall der USA kommt, ist trotz der politischen Blockade in Washington eher unwahrscheinlich. Problemlösungen sind gefragt.

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Hannes Hofbauer

Preise, Steuern, Stromausfälle

Einreise, Einkauf im Supermarkt und unterwegs mit »Silverline«-Bus oder Bahn. Einblicke in den Bostoner und damit den US-amerikanischen Alltag geben auf ihre Weise Aufschluss über die Budget-Krise.

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Syriens ewiger Frieden

Man muss wohl ein Diktator sein, um das lustig zu finden: »Den Preis hätten sie mir geben sollen«, scherzte Syriens Präsident Bashar Al-Assad im Interview mit einer libanesischen Tageszeitung. Die Rede war vom Nobelpreis – nicht für Chemie, sondern für Frieden. Doch auch Syriens Opposition eint ein – sagen wir – etwas distanziertes Verhältnis zum Thema Frieden.

Freiheit an der Leine

Fünf Jahre Lager waren vom Gericht in Kirow für Alexej Nawalny verhängt. Nun ist Bewährung herausgekommen. Der Angeklagte ist in Freiheit und doch an der Leine. Denn die Strafe bleibt angedroht. Zur Vollstreckung bedürfte es nur einer Verfehlung. Worin die bestehen könnte, das ließe sich finden. Es müsste nicht einmal überzeugend sein, wie schon die erste Anklage offenbarte. Weitere Verfahren l...

Jörg Meyer

Keine Ruhe auf dem Totenacker

Die Richter am Bundesverwaltungsgericht haben die Nürnberger Friedhofsordnung gekippt. Sie sah vor, dass auf den Totenäckern der Frankenmetropole keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die von Kinderhänden geformt wurden. Wer soll das überprüfen, fragten die Richter und urteilten, dass eine Zertifizierungsstelle her muss, damit die Friedhofsordnung in der gewünschten Form Bestand haben kan...

Ingolf Bossenz

Staubsauger

Seit Dienstag ist er im Amt und wird dieses doch erst »in einigen Wochen« antreten, wie der Vatikan mitteilte. Eine dringende Operation hält Erzbischof Pietro Parolin zurzeit noch von seinen neuen Dienstgeschäften fern. Es handle sich indes nur um einen »kleinen Eingriff«. Was man von der Ernennung des mit 58 Jahren für Vatikan-Verhältnisse ungewöhnlich jungen Italieners zum Kardinalstaatssekre...

Der Schutzwall der etablierten Parteien
ndPlusMichael Efler

Der Schutzwall der etablierten Parteien

Am 9. November 2011 hat das Bundesverfassungsgericht die Fünf-Prozent-Hürde im Europawahlgesetz für verfassungswidrig und nichtig erklärt, da die Sperrklausel gegen das Prinzip der Gleichheit der Stimme sowie gegen die Chancengleichheit der politischen Parteien verstößt. Wer nun gedacht hat, unsere Volksvertreter würden dieses Urteil akzeptieren, hat sich schwer getäuscht. Ohne eine einzi...

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Von Kohl und Möllemann zu Schröder

Nichts wissen, nichts sagen und nichts tun: Selbst handfest kriminelle Parteispendenskandale haben in der Bundesrepublik Tradition - und oft so gut wie keine Konsequenzen.

ndPlusVelten Schäfer

Vorteil für die Konservativen

Erst seit 2002 sind große Spenden von Unternehmen an Parteien überhaupt meldepflichtig - bei der Parteienfinanzierung gibt es nach wie vor großen Reformbedarf.

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ndPlusJörg Meyer

Nichts Konkretes in Richtung SPD

Europa, Bildung und der Mindestlohn. Zwar sprach Angela Merkel in ihrer Rede am Mittwoch die Knackthemen der Sondierung an, vermied aber deutbare Aussagen.

Uwe Kalbe

Tage der offenen Hintertür

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis Entscheidungen fallen. Nachdem die Grünen ihre Gespräche mit der Union abgebrochen haben, treffen sich am heutigen Donnerstag erneut Union und SPD.

Sven Eichstädt, Leipzig

Grabsteine vorerst weiter aus Kinderhand

Produkte, für die Kinder bei der Herstellung ausgebeutet wurden, sind in Deutschland nicht erlaubt. Doch es ist schwierig, Kinderarbeit tatsächlich zu verbannen, wie ein Rechtsstreit um Grabmale zeigt.

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Nawalny: Bewährung

Der bekannteste Kritiker von Russlands Präsident Wladimir Putin muss doch nicht ins Straflager: Im Berufungsprozess um Untreuevorwürfe wurde die gegen Alexej Nawalny verhängte fünfjährige Haftstrafe am Mittwoch zur Bewährung ausgesetzt.

Auf lange Sicht Spontanprüfungen

In den Atomverhandlungen zwischen Iran und dem Westen hat Teheran ein entscheidendes Zugeständnis angekündigt. Auf lange Sicht sollten unangekündigte Prüfungen in den iranischen Atomanlagen erlaubt werden.

Wolf H. Wagner, Florenz

Keine Ruhestätte für SS-Mann Priebke

Bei einer geplanten Trauerfeier für den toten SS-Offizier Erich Priebke kam es zu Zusammenstößen zwischen Neonazis und der Polizei. Noch immer ist unklar, wo Priebke bestattet werden soll.

ndPlusHarald Neuber

Kolumbiens Friedensschiff in schwerer See

Ein Jahr nach Beginn der Gespräche zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) ist der Friedensprozess ins Stocken geraten.

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Timoschenko packt noch nicht die Koffer

Die Spekulationen über eine mögliche Ausreise der seit zwei Jahren inhaftierten Ex-Ministerpräsidentin Julija Timoschenko aus der Ukraine nehmen zu. Frank Schumann hat für »nd« in Kiew nachgefragt.

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ndPlusSilvia Ottow

Ärzte sollen die Chipkarte stoppen

In einem offenen Brief rufen zwei Linksparteiabgeordnete die Ärzte auf, die elektronische Gesundheitskarte zu stoppen. Für gesetzlich Versicherte soll sie zum Jahresende obligatorisch werden.

Ulrike Henning

Gesprächskreis lieber online

Neue Wege der Patientenorganisierung standen im Mittelpunkt des Jahreskongresses der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe am Dienstag in Berlin. Besonders das Internet verändert deren Arbeit.

Haidy Damm

»Made in«-Label als Standard

Verbraucher sollen wissen, wo die Waren herkommen, die sie kaufen. Deshalb will die EU Hersteller zur Herkunftskennzeichnung verpflichten. Viele Industrievertreter protestieren.

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Guter Rat

»Du bist wohl in den Wechseljahren«? muss sich manche Frau anhören, wenn sie auffällig sensibel auf Probleme reagiert, die sie sonst mühelos wegsteckte. In der Regel denkt man dabei in erster Linie an Hitzewallungen und Stimmungstiefs. Doch Hormonbeschwerden können nicht nur in den Wechseljahren als ein weites Feld an Symptomen wie Angstattacken und Schlaflosigkeit auftreten. Sie betreffen auch...

Manuela Käselau

Motor aus, Rad steht

Die Rechtssprechung ist eindeutig: Das Aufnehmen oder Halten eines Mobiltelefons ist in Deutschland beim Fahren verboten. Autofahrer dürfen das mobile Gerät nur in Betrieb nehmen, wenn der Motor ausgeschaltet ist, Radfahrer müssen ebenfalls stehen. Wer trotzdem telefoniert und erwischt wird, zahlt Bußgeld - Radfahrer zahlen 25 und Autofahrer 40 Euro. Letztere bekommen zusätzlich einen Punkt in ...

Erst einmal zum Arzt

Hierzulande ist jede Form von Ferntherapie standesrechtlich verboten. Fernberatung via Internet ist hingegen möglich. Derzeit mischten sich Beratung und Therapie, fand die die Zeitschrift »Gute Pillen - Schlechte Pillen« heraus, die Angebote bei Depressionen untersuchte. Online-Portale wie Telefonseelsorge oder Studentenwerk können anonym sowie kostenfrei Mut machen und vorbeugend wirken....

ndPlusUlrike Henning

Fett weg - mit dem Skalpell?

Operationen zur Magenverkleinerung haben zahlreiche Risiken - besonders, wenn es sich bei den übergewichtigen Patienten um Kinder handelt. In dieser Woche berieten darüber Kinderchirurgen in Berlin.

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Einstweilige Verfügung

Das Landgericht Berlin hat eine einstweilige Verfügung gegen den Neuköllner NPD-Funktionär Jan Sturm erlassen. Dieser hatte im Bundestagswahlkampf symbolische »Heimflugtickets« an Berliner Direktkandidaten mit Migrationshintergrund verschickt. Betroffen war neben dem Piraten Fabricio do Canto und dem Grünen Özcan Mutlu unter anderem auch Azize Tank, die mittlerweile für die LINKE im Bundestag s...

NPD nackig machen

Das Urteil gegen den Neuköllner NPD-Aktivisten Jan Sturm ist ein kleiner Etappensieg gegen den menschenverachtenden Einfallsreichtum, den seine Partei schon viel zu lange an den Tag legt, wenn es darum geht, andere zu diskriminieren und zu bedrohen, die nicht in ihr gebleichtes, völkisches Weltbild passen. Das Landgericht Berlin hat eine Einstweilige Verfügung erlassen, die Sturm, dem selbst er...

ndPlusStephan Fischer

Nicht einfach nur verkaufen

Die Berliner Liegenschaftspolitik handelt bislang fast nur nach fiskalpolitischen Interessen. Ein Runder Tisch fordert Änderungen vom Abgeordnetenhaus und dem Senat.

Ben Mendelson

Umstrittene Bürgerbeteiligung

Die Bebauungspläne für das einstige Flughafengelände stehen weiter in der Kritik. Der BUND wirft dem Senat vor, nur so zu tun, als sei alles ökologisch, und will klagen.

ndPlusRobert D. Meyer

Laues Lüftchen gegen Energietisch

Unkalkulierbar, zu teuer und unnötig - so bewertet das »Faktenbündnis Stromentscheid« die Pläne zur Rekommunalisierung des Energienetzes. Die Befürworter widersprechen den Vorwürfen.

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Mehr Züge nach Polen

Poznan. Die SPD-Landtagsfraktion setzt sich für einen Ausbau der Schienenstrecken ins Nachbarland Polen ein. »Derzeit sind wir in diesem Bereich noch nicht ausreichend gerüstet«, sagte Fraktionschef Klaus Ness am Mittwoch nach einer Klausur im polnischen Poznan. So müsse es im Fernverkehr auf der Linie von Berlin über Frankfurt (Oder) nach Warschau mehr Verbindungen geben. Auf der Strecke Berli...

Dritter Tag ohne Wasser

Auch am Mittwoch sind mehrere geschwächte Flüchtlinge vom Brandenburger Tor in Krankenhäuser gekommen. Der Zustand von vier Asylbewerbern verschlechterte sich am Mittwochmorgen so sehr, dass Sanitäter sie ins Krankenhaus brachten, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Im Verlauf des Tages mussten zwei weitere Aktivisten vorübergehend ins Krankenhaus gebracht werden. Einige seien wegen Kälte und...

Wilfried Neiße

Nasse gemacht mit Wasserstraßen

Millionen sind in den Ausbau der märkischen Wasserwege geflossen. Aber haben sich die Investitionen ausgezahlt?

ndPlusDanuta Schmidt

Gemütlicher lesen als zu Hause

Architektin Bärbel Kannenberg war an der Restaurierung des Kontors in Wittstock beteiligt. Für ihre Arbeit wurde sie jetzt ausgezeichnet.

Bernd Kammer

Tegel und Schönefeld überwintern

Die Berliner Alt-Flughäfen Tegel und Schönefeld bereiten sich auf den kommenden Winter vor. Es dürfte nicht der letzte gewesen sein.

Andreas Fritsche

Kriterien für Kandidaten

Wie muss ein Mensch sein, der für die LINKE kandidiert? Im kommenden Jahr sind Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen. Bei einem Parteitag in Eberswalde bereitet sich die LINKE am Sonnabend darauf vor.

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Hagen Jung

Thor Steinar soll verschwinden

Vor fünf Wochen hat in Hannover ein »Tønsberg«-Laden eröffnet, der die bei Rechtsextremisten beliebte Kleidung der Marke Thor Steinar verkauft. Seither hagelt es Proteste.

Hendrik Lasch, Magdeburg

Ein Auge auf die »Förderitis«

Sachsen-Anhalt gibt gern Geld, um neuen Technologiefirmen den Start zu erleichtern. Nach einigen dubiosen Vorgängen in der landeseigenen Gesellschaft IBG schaut der Landtag jetzt aber genauer hin.

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Wuschek bleibt in der Parkaue

Der Theatermacher Kay Wuschek soll bis zum Jahr 2020 Intendant der Berliner Theaters an der Parkaue bleiben. Der Senat verlängerte seinen Vertrag vorzeitig von 2015 an um fünf Jahre. Das teilte wie Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) am Mittwoch mit. »Ich freue mich, dass Herr Wuschek seine national und international geachtete Arbeit an Deutschlands größtem Kinder- und Jugendtheater fortse...

Buch »Leben ohne Geld« kostenlos

Der Berliner Raphael Fellmer, der seit fast vier Jahren ohne Geld lebt, will ein Buch über seine Erfahrungen zumindest teilweise kostenlos abgeben. Die Hälfte der Auflage solle verschenkt werden.

Schauspieler von Transfer bedroht

Der Jugendschauspieler Ibrahema B. soll aus Berlin nach Dortmund transferiert werden. Er soll im Rahmen seines Asylbewerberverfahrens in die nordrhein-westfälische Stadt umziehen, da diese laut Zuständigkeitstabelle für ihn zuständig ist. Ibrahema B. ist im März aus Guinea nach Deutschland gekommen. Er ist festes Mitglied zweier großer Jugendtheatergruppen im JugendtheaterBüro (JTB) in Berlin. ...

ndPlusLucía Tirado

Agathe räumt auf

Die Eingeladenen sitzen als Voyeure in Agathes Wohnung. Irgendwann bringt sie Chips zum Knabbern. Eine schlechte Gastgeberin will sie nicht sein. Doch sie hat mit sich zu tun. Sie müsse aufräumen, sagt sie. Ordnung machen sei eine Sache, Aufräumen dagegen ein radikaler Versuch. Laut klacken die Absätze ihrer High Heels, während sie hin und her eilt. Eigentlich hat sie etwas anderes vor. Eine Po...

René Heilig

AfD-Sternchen in Sachsen ging unter

Die Alternative für Deutschland (AfD) beansprucht vor allem Kompetenz auf dem Wirtschaftssektor. Doch Theorie und Wirklichkeit passen oft nicht zusammen. Beispiel Sachsen.

Martin Hatzius

Bedingungslose Kapitulation

Sinéad O’Connor, Fiona Apple und PJ Harvey sind Sängerinnen, deren Stimmbänder als Kletterseile in emotionale Hochlagen taugen. Auf dem Weg nach dort oben bleibt das wonnige Frösteln nicht aus, das weiß man vorher.

Sophie Anfang, München

Straßenzeitung mit Biss

Seit 20 Jahren bietet die Münchner Straßenzeitung »Biss« sozial Schwachen eine Perspektive. Für die Verkäufer ist das oft der einzige Weg zurück in die Gesellschaft. Aber einer mit hoher Erfolgsquote.

ndPlusAlice Bachmann, Bremen

Rascheln statt klimpern

Der Bremer Freimarkt ist eines der ältesten Volksfeste Deutschlands, in dieser Woche beginnt die 978. Auflage. Aber mancher Schausteller sieht mit Sorge in die Zukunft.

ndPlusTom Mustroph

Städte in der Stadt

Je durchorganisierter, effizienter und homogenisierter eine Gesellschaft ist, desto größer ist offenbar die Freude am Randständigen und wild Gewachsenen. Diese Erkenntnis bestätigt die Ausstellung »Self Made Urbanism Rome«.

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Erben wollen Rückgabe

Die Erben der österreichisch-jüdischen Sammlerfamilie Lederer wollen den von Gustav Klimt geschaffenen berühmten »Beethovenfries« zurück. Ein entsprechender Antrag sei beim österreichischen Kulturministerium eingebracht worden, bestätigte der Anwalt der in der Schweiz ansässigen Erbengemeinschaft, Marc Weber, am Mittwoch der Nachrichtenagentur APA. Der Wandfries ist ein Hauptwerk des Wiener Jug...

Es fehlt was? Es fehlt nichts!

Bertolt Brecht meinte einmal sinngemäß, dass in einer Welt, in der alles unendlich dauerte, sich auch alles wandeln würde, dass wir Menschen aber vieles beim Alten belassen, weil unsere Existenz eine endliche ist. In gewissem Sinne gilt die Brechtsche Erkenntnis auch für das »nd«-Feuilleton nach unserer »Blattreform«. Wir wollten Neues versuchen, weil auch eine Zeitung immer wieder den Aufbruch...

Hans-Dieter Schütt

Er erträgt kein Leiden, das ist alles

Den vielleicht schönsten Aufsatz über Georg Büchner schrieb 1981 einer der fühlsamsten Essay-Dichter Deutschlands, Martin Walser. Darin die Worte: »Das entlastende Gerechtigkeitsprinzip unseres modernen Gottes.

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Irmtraud Gutschke

Damals, als alles versandet schien

Ein Ortsname, der etwas Symbolisches hat: Sandwegsheide - da denkt man an stehengebliebene Zeit. Wie viele solcher Orte gibt es wohl heute in der Mark? Ein verfallender Bahnhof, ein geschlossener Laden, Männer, die irgendwie ihren Tag rumbringen, nicht wirklich von jemandem gebraucht. Stillstand, während anderswo Hektik herrscht. Oder soll man’s Geruhsamkeit nennen? Man ist versucht, das ...

ndPlusReiner Neubert

Der Popanz ist austauschbar

Kito Lorenc gilt als einer der bedeutendsten sorbischen Schriftsteller. Seit 1961 schreibt er Gedichte, die in über fünfzig Bänden erschienen sind. Als Herausgeber der Reihe »Sorbische Poesie«, von der bislang 58 Hefte publiziert wurden, und des »Sorbischen Lesebuches« (1981) sowie weiterer Anthologien erwarb er sich einen internationalen Ruf. Zudem wirkte er einige Jahre als Dramaturg am Staat...

ndPlusSabine Neubert

Gegen den Strom der Zeit geschrieben

Da stapft ein trauriger, alter Elefant mutterseelenallein durch die heiße Steppe. Der Elefant ist schon etwas lädiert, nicht nur sein Schwanz, sondern sein ganzes fröhliches Elefantenleben ist ihm abhanden gekommen. Das waren noch glückliche Zeiten, als die Familie sich an einem Wassertümpel vergnügte und die kleinen Elefantenkinder lustig im Wasser planschten. Die Kinder gehen nun eigene Pfade...

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Thomas Klatt

Die Kerner-Kompetenz

Kerner ist wieder zurück! Beim ZDF! Endlich! Oder schon wieder? Über drei Jahre lang versuchte sich der fröhliche Rheinländer beim privaten Sender Sat.1 als moderierender Quotengarant. Das hat irgendwie nicht so recht geklappt.

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Martin Ling, Montevideo

Aufbauhilfe durch den Erzrivalen

Uruguay hat trotz eines 3:2-Erfolgs gegen den Erzrivalen Argentinien die direkte WM-Qualifikation verpasst. Im November muss der WM-Vierte gegen Jordanien nachsitzen.

ndPlusOliver Händler

Risikospielchen gegen das Risiko

Robert Harting will aus Erlösen einer neuen Lotterie Spitzensportler zu Medaillen führen. Noch fehlen zwar Lizenz und Lottospieler, aber klamme Athleten gibt es genug.

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»Es war göttliche Vorsehung«

Wie durch ein Wunder hat eine Gruppe von Fischern den Zyklon »Phailin« vor der indischen Ostküste überlebt. Nach dem Untergang ihres Bootes am Sonnabend schwammen die Schiffbrüchigen fast 16 Stunden lang durch die tobende See zur Küste, wie die »Times of India« am Mittwoch berichtete. Der Wirbelsturm machte Hunderttausende Menschen obdachlos. Die 18 Fischer hatten kurz vor dem Kentern ihr...

16-Jähriger läuft Amok

Lissabon. Ein 16-Jähriger hat bei einem Amoklauf in seiner Schule in Portugal fünf Menschen niedergestochen und zum Teil schwer verletzt, bevor die Polizei ihn stoppte. Wie die Agentur Lusa am Dienstag unter Berufung auf die Polizei berichtete, wollte der Schüler einen »Massaker-Rekord« aufstellen. Er habe am Montag in Massamá nahe der Hauptstadt Lissabon mindestens 60 Menschen töten wollen. ...