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UNTEN LINKS

Gerade noch rechtzeitig versucht der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, seiner weltpolitischen Verantwortung nachzukommen - und für Ordnung in dem von bloßer Gefühlsduselei geprägten Politladen namens SPD zu sorgen. Beim Mitgliederentscheid dürfe die Basis keinesfalls »aus dem Bauch« heraus entscheiden, warnt Gabriel. Er reagiert damit offenbar auf bestürzende Berichte üb...

IG Metall hat neuen Vorsitzenden

Neues Führungsduo bei der IG Metall: Der bisherige Vize Detlef Wetzel wurde mit 75,5 Prozent Ja-Stimmen zum Nachfolger von Berthold Huber bestimmt. Zum Zweiten Vorsitzenden wurde Jörg Hofmann gewählt.

Alles später

Der philippinische Delegationsleiter Yeb Sano war einer der Protagonisten beim UN-Klimagipfel in Warschau. Zu Beginn trat er unter dem Eindruck der Taifun-Katastrophe in seinem Land in einen Hungerstreik, um auf ein »bedeutendes Ergebnis« bei den Verhandlungen zu dringen. Viele Gipfelteilnehmer drückten ihm ihr Bedauern aus. Doch nach Abschluss der Konferenz sagte Sano enttäuscht in die Mikrofone, etwas Bedeutendes sei nicht herausgekommen.

Der Politische

Über zehn Jahre lang hatte Gunnar Winkler die Geschicke des größten ostdeutschen Sozialverbandes, der Volkssolidarität, geleitet. Aus gesundheitlichen Gründen gab er das Präsidentenamt nun an Pietzsch ab.

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ndPlusTom Strohschneider

Verhandlungen einer Bundesländerregierung

Bei den Koalitionsverhandlungen haben die Länder übergroßen Einfluss. Dafür mag es Gründe geben. Unter dem Strich aber schwächt es im Sinne leichteren »Durchregierens« den Bundesrat.

Wolfgang Hübner

Doppeltes Spiel

Nach den Sozialdemokraten bringt auch die Union die Basis ihrer eigenen Partei als Argument an den Tisch der Koalitionsverhandlungen. Die Wahlsiegerin steht mit dem Rücken zur Wand - jedenfalls im Moment.

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ndPlusJörg Meyer

Konsens statt Konflikt

Seit den 70er Jahren hatte sich Berthold Huber vom Kommunisten zum Reformer entwickelt. Obwohl er nun als IG-Metall-Chef aufhört, wird Huber zunächst einer der mächtigsten Gewerkschafter bleiben.

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Der erste Schritt in Genf

Vor zwei Wochen waren die Außenminister Irans, der »Großen Fünf« und Deutschlands noch mit leeren Händen aus Genf abgeflogen. Nach einem zweiten erfolglosen Anflug hätte man ihnen Mangel an politischem Willen oder an Befähigung zur Diplomatie vorgeworfen. Kein Wunder, dass sie das Ergebnis ihrer Verhandlungen jetzt als »historischen Durchbruch« und als »Lösung einer der größten Aufgaben der Weltpolitik« preisen.

Neustart in der Schlangengrube

So richtig gefehlt hat die FDP bisher noch nicht. Kunststück! Ihre Minister haben zwar seit mehr als zwei Monaten keine Fraktion mehr im Rücken, aber immer noch einen Sessel unterm Hintern. Dennoch ist es merklich ruhiger um die Liberalen geworden.

Gelähmter Flügel

Obwohl noch kein Koalitionsvertrag mit der Union unterschrieben ist, wirbt die SPD-Führung bereits bei ihrer Basis dafür, beim Mitgliederentscheid Schwarz-Rot zu unterstützen. Die Parteispitze hat noch jede Menge Überzeugungsarbeit zu leisten, um ein gutes Ergebnis einzufahren. Denn unter vielen SPD-Mitgliedern ist die Skepsis groß.

Verpasste Chance

Nach den Bundestagswahlen hofften unsere Nachbarn auf einen Politikwechsel nach dem Motto: Schluss mit der Kürzungspolitik. Doch der bisherige Verlauf der Koalitionsverhandlungen gibt wenig Anlass zur Hoffnung.

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ndPlusEsra Falke

Gewalt an Frauen gleichbleibend hoch

Der UN-Tag gegen Gewalt an Frauen wirft ein Licht auf häusliche Gewalt. Die zeigt sich nicht nur in tätlichen und sexuellen Übergriffen, sondern auch in Erniedrigung.

»Direkter geht es gar nicht!«

Susanne Mantel sitzt bei der Bekleidungskette Hennes&Mauritz (H&M) im Betriebsrat sitzt. Mit ihr sprach Janos Erkens über die Streikbereitschaft der Angestellten und was ihnen Blockupy nutzt.

Zwischen Großmobilisierung und Alltagskämpfen

Zur Europäischen Blockupy-Aktionskonferenz von Freitag bis Sonntag sind rund 500 Menschen aus mehreren europäischen Ländern angereist. Sie wollen an drei Tagen diskutieren, wie es weitergehen soll.

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ndPlusHans-Gerd Öfinger

Begierde nach Macht

Der grüne Parteirat in Hessen hat abgestimmt: Erstmals in einem Flächenland kann eine schwarz-grüne Koalition entstehen. Alte Streitigkeiten zwischen CDU und Grünen spielen offenbar keine Rolle mehr.

Oliver Hilt

Saar-LINKE versucht sich in Versöhnung

Die neu gewählte Vorsitzende Astrid Schramm soll die saarländische Linkspartei aus der Krise und in die Nach-Lafontaine-Ära führen. Die große Aufbruchstimmung blieb aus.

Rudolf Stumberger

Killerkommando für Wildschweine

Wenig überraschend wählten die Delegierten in München Horst Seehofer erneut zum CSU-Parteichef. Der bayrische Ministerpräsident erhielt 95,3 Prozent der Stimmen. Wildschweine waren großes Thema.

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Bundeswehr-Übersetzer in Kundus erwürgt

Zahlreiche Ortskräften in Afghanistan wurde die Einreise nach Deutschland erlaubt, um sie vor Rache zu schützen. Auch einem Übersetzer der Bundeswehr - er wurde nun in Kundus ermordet.

ndPlusJindra Kolar, Prag

Spätes Entsetzen in Banska Bystrica

Politiker und Medien in der Slowakei sprechen von einer »politischen Katastrophe«. Marian Kotleba, Führer der Volkspartei Unsere Slowakei (LS-NS), setzte sich im zweiten Wahlgang gegen seinen Konkurrenten durch.

Hilmar König, Delhi

Protest gegen Drohnenüberfälle

Die in Pakistans Nordwestprovinz Khyber-Pakhtunkhwa regierende Partei Pakistan Tehrik-e-Insaaf (PTI) begann am Sonntag, die Nachschubroute nach Afghanistan für NATO-Konvois zu sperren.

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Erdogan verärgert Kairo

Der Konflikt um die Entmachtung des Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo reißt die Gräben zwischen Ägypten und der Türkei weiter auf.

Neue Runde im Inselstreit

Im Streit mit Japan um mehrere Inseln im Ostchinesischen Meer hat Chinas Regierung eine »Luftverteidigungszone« über der betroffenen Region eingerichtet.

ndPlusThomas Roser, Belgrad

Sloweniens »Gelöschte« sehen sich betrogen

Spät hat sich Slowenien zur Entschädigung der »Gelöschten« bereit erklärt: Nach der Unabhängigkeitserklärung 1991 waren über 25 000 Menschen aus dem Bevölkerungsregister gestrichen worden.

Spanien wird mit ETA verhandeln müssen

Andrej Hunko (LINKE) konnte als erster internationaler Beobachter den zu sechs Jahren Haft verurteilten Basken Arnaldo Otegi im spanischen Gefängnis besuchen. Mit Andrej Hunko sprach für »nd« Ralf Streck.

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Bahn klagt über marode Brücken

Im deutschen Schienennetz drohen wegen der veralteten Infrastruktur Brückensperrungen. »Ja, leider sind wir nicht mehr weit davon entfernt«, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube der »Wirtschaftswoche«. »Im Schnitt hält eine Brücke hundert Jahre lang.

Erich Preuß

Großkunde wird untreu

Die Deutschen Bahn schaut sich bei Zugbestellungen mittlerweile im Ausland um. Für in Deutschland produzierende Hersteller - Bombardier, Siemens, Stadler und Alstom - wird es ungemütlich.

ndPlusJoachim Wille und Nick Reimer, Warschau

Fünf Millionen retteten die Klimakonferenz

Zum Schluss waren alle erleichtert: Nach dramatischen 40-stündigen Abschlussverhandlungen einigten sich die Teilnehmer der UN-Klimakonferenz doch noch auf einen Minimalkonsens.

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Auch die U-Bahn

Die Kosten heben ab - was dem Flughafen recht ist, funktioniert auch unter der Erde. Dass die U-Bahn-Trasse vom Alex zum Brandenburger Tor teurer wird, pfeifen die Spatzen seit Längerem von den Berliner Dächern. Was kein Wunder ist, wurde die Strecke doch bereits vor 20 Jahren geplant. Und seitdem sind die Preise bekanntlich nicht gerade gefallen.

92 Millionen mehr für U 5

Das nächste Bauprojekt sprengt den Kostenrahmen: Die Verlängerung der U 5 zum Brandenburger Tor soll 92 Millionen Euro teurer werden. Bisher waren 433 Millionen Euro für die 2,2 Kilometer lange Strecke geplant, die 2019 in Betrieb gehen soll.

Flüchtlinge beziehen Unterkunft

Das Wetter ist regnerisch, allmählich wird es ungemütlich für die Flüchtlinge am Oranienplatz. Für die ersten 65 ist das Zelten nun vorbei. Sie zogen am Sonntagnachmittag in das neue Quartier um.

ndPlusMartin Kröger

LINKE fordert Mietenmoratorium

Auf ihrem Parteitag in Adlershof verabschiedeten die 170 Delegierten des Berliner Landesverbandes der LINKEN ein Wohnungs- und Mietenkonzept. Es soll Baustein für mögliche Bündnisse sein.

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Minister sieht keine Untreue

Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers (LINKE) äußerte sich am Sonnabend noch einmal zu der umstrittenen Beihilfe für den Solarmodulhersteller Odersun AG. Christoffers hatte dem in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Unternehmen eine Finanzspritze von drei Millionen Euro gewährt, obwohl ihm sein Ministerium und die Investitionsbank davon abrieten.

ndPlusAndreas Fritsche

Die LINKE soll Europa nicht nur kritisieren

»Europa und die Kommunen - selbstbestimmt oder fremd bestimmt?« Unter dieser Überschrift veranstalteten die Linksfraktion und das Kommunalpolitische Forum am Sonnabend eine Konferenz in Potsdam.

Paul Liszt

Erstmals durch »seine« Straße

Die Gedenkdemo hatte doppelt so viele Teilnehmer wie in vergangenen Jahren. Am S-Bahnhof Schöneweide versammelten sich Neonazis.

ndPlusSteffi Bey

Hundesitter auf Zeit

Bevor sie Sehbehinderten Hilfe sein können, wachsen Blindenführhunde in Patenfamilien auf. Geeignet sind Freiberufler oder »mobile Rentner«.

Andreas Fritsche

Personalrochade abgeschlossen

Klara Geywitz erinnert sich, wie sie 1993 zur SPD kam, weil sie die »alte Truppe« von der PDS nicht mochte. Seit 2009 regiert in Brandenburg eine rot-rote Koalition. 2014 ist wieder Landtagswahl.

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Sorben-Bräuche als Kulturerbe

Die Lausitzer Sorben wünschen sich, dass ihre Bräuche bald immaterielles Kulturerbe der UNESCO werden. Geplant sei, eine Bewerbung als länderübergreifende Initiative von Sachsen und Brandenburg einzureichen.

Jung, männlich, wahlfaul

Magdeburg. In Sachsen-Anhalt sind junge Männer den Wahlurnen bei der Bundestagswahl im September besonders häufig ferngeblieben. »Die 21- bis 29-jährigen Männer sind recht wahlfaul«, sagte der Präsident des Statistischen Landesamts, Manfred Scherschinski, vor kurzem in Magdeburg. Die repräsentative Wahlstatistik zeige, dass nur etwas mehr als 40 Prozent der jungen Männer wählen gegangen seien. ...

ndPlusMarcus Meier

Ein widersprüchliches Klagelied

Die Industrie- und Handelskammern Südwestfalens kritisieren die leeren kommunalen Kassen und fordern doch deren weitere Leerung - zugunsten der eigenen Klientel. Und das in einem Atemzug.

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Budde bereitet SPD auf Rot-Rot vor

Quedlinburg. SPD-Landeschefin Katrin Budde bereitet ihre Partei auf ein mögliches rot-rotes Bündnis nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im Jahr 2016 vor. Sie wolle sich nie wieder dazu treiben lassen, vor dem Wahlausgang bestimmte Koalitionen auszuschließen, sagte Budde am Samstag auf einem Parteitag in Quedlinburg. Die Partei bestätigte die 48-Jährige mit großer Mehrheit im Amt. Journalist...

Konzert zum Advent im Dom

Am Samstag, dem 30. November, lädt der Rundfunkchor Berlin, dirigiert von Simon Halsey, zur Einstimmung auf die Vorweihnachtszeit erstmals zu einem Adventskonzert mit Lesung in den Berliner Dom ein. Begleitet vom Blechbläserquintett des Deutschen Symphonie Orchesters singt der Chor bekannte Weihnachtslieder von Praetorius über Bach bis Reger sowie zeitgenössische Arrangements. Als besonderes Hi...

Nordosten soll gesünder werden

Schwerin. Kleine und mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern sollen mehr für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun. Sie erhalten dabei Unterstützung aus dem Programm »Betriebliches Gesundheitsmanagement«, wie der Sozialstaatssekretär Nikolaus Voss vor einigen Tagen in Schwerin mitteilte. Die betriebliche Gesundheitsfürsorge hänge immer noch von der Größe der Firmen ab. Kleineren Betrieben...

»Skandal« und »Wortbruch«

Mit Enttäuschung hat die Koalition der Freien Szene auf die Ergebnisse der Haushaltsberatungen reagiert. Entgegen der im Sommer gegenüber den Künstlern gemachten Versprechungen würden die Einnahmen aus der Bettensteuer (City Tax) jetzt doch zum Stopfen von Haushaltslöchern genutzt, wird in einer Stellungnahme des Sprecherkreises der Koalition vom Wochenende kritisiert.

Wolfgang Hübner

An der Gartenfront

Uranzentrifugen in Iran, Drohnen aus Amerika, deutsche Panzer, russische U-Boote - ja, die Welt ist schlecht. Und gefährlich. Aber zum Glück weit weg. Im Gegensatz zu den Nachbarn. Die sind auch schlecht. Und gefährlich. Und zu allem Überfluss ganz, ganz, ganz nah.

Sven Eichstädt, Leipzig

Menschenjäger in Uniform

In Leipzig soll ein Polizist versucht haben, einen mutmaßlichen Drogenhändler zu überfahren. Gegen ihn wird ermittelt. Aus der Untersuchungshaft ist der Beamte mittlerweile wieder entlassen worden.

Matthias Brunnert, 
St. Andreasberg

Die Harzer haben einen Vogel

Der »Harzer Roller« ist unter Käseliebhabern als fettarme Spezialität bekannt. Vogelfreunde dürften bei der Bezeichnung eher an die im Oberharz gezüchteten Kanarienvögel denken.

ndPlusTom Mustroph

Ein Stück Apartheid

Einfach macht sich das Platypus Theater die Sache wahrlich nicht. Mit Hilfe von »Blood Knot«, einem Stück über die Apartheid in Südafrika, thematisiert das multinationale Ensemble in englischer Sprache die Problematik von Anpassungsleistungen an einen wie auch immer definierten Kern einer Gesellschaft. Das ist in einer Einwanderungsgesellschaft wie der deutschen von zentraler Bedeutung. D...

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Herr Mosekund hatte eine Zeitung abonniert, die er mit wachsendem Interesse las. Sie attackierte das System, scherte sich nicht um Autoritäten und setzte sich kühn über Konventionen hinweg. Gewisse Mängel in Rechtschreibung und Grammatik, die Herrn Mosekund anfangs unangenehm berührt hatten, sah er nach einiger Zeit mit anderen Augen. In sein Tagebuch notierte er eines Abends: »Vorzügliches Blatt. Konsequent subversiv bis hin zur Orthografie.«

Direktor Oswalt muss gehen

Der Arbeitsvertrag mit dem Dessauer Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt wird definitiv nicht verlängert. Angesichts der öffentlichen Debatte habe der Stiftungsrat die Neuausschreibung der Stelle zum 1. März 2014 erneut erörtert und bestätigt, teilte das Gremium nach seiner Herbstsitzung in Dessau-Roßlau mit. Als Begründung wurde unter anderem ein Vertrauensverlust zwischen dem Stiftungrat und...

ndPlusKlaus Bellin

Verrisse und Jubelrufe

Im Juni 1947 kam er zum ersten Mal wieder nach Deutschland, das Land seiner Liebe, seiner Qual, seiner Jugend, seiner Sprache. Er hatte es, vertrieben von den Nazis, vierzehn Jahre lang nicht betreten. »Diese Trottel«, schrieb er im Bericht über seinen Besuch, »wollten mir blitzdumm die Zugehörigkeit absprechen.« Er fuhr nach Nürnberg, wo den Kriegsverbrechern der Prozess gemacht wurde, er folg...

Jürgen Amendt

Mario Götze und das Streben nach Gerechtigkeit

Würde man die Menschen in Deutschland danach fragen, ob die Top-Gehälter oder die Transfersummen im Fußball gedeckelt werden sollten, eine Mehrheit würde wahrscheinlich mit Nein antworten.

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Georg Kammerer

Alles in Ordnung

Letzte Woche meldeten die Zeitungen, dass bei der Planung der Hamburger Elbphilharmonie zwischenzeitlich erwogen worden war, die Aborte mit Klobürsten im Wert von knapp 300 Euro pro Stück auszustatten - bezahlt natürlich vom deutschen Spieß- und Wutbürger in seiner erregbarsten Erscheinungsform, namentlich der des Steuerzahlers.

Stefan Amzoll

Gegängelte Musik

Etwas vergeht und wird nicht mehr, ist auf immer vergangen. Kein Motto dies, sondern Wirklichkeit des in Rede stehenden Abends. Er galt Pendereckis 80. Geburtstag. Dem Jubilar galt höchste Aufmerksamkeit.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Ein Schwamm für glückliche Wörter

Ein Gedicht ist kein Atlas, der das Himmelsgewölbe zu tragen hat. Unter diesem Aspekt darf das Gedicht als ein entlastetes Wesen gelten. Trotzdem, wie ein Jedes, träumt das Gedicht den Traum des herabwirbelnden Laubblatts: beim sanften Landen auf der Erde unerwartet eine Explosion auszulösen. Auch Gedichte fallen; sie fallen uns, leicht und einzeln, ins Leben. Man glaubt gar nicht, was man alle...

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ndPlusJan Freitag

Grenzgänge des TV

Dass Fernsehen soziokulturell noch was bewirkt, kennt man eigentlich nur aus Zeiten, als ihm Dieter Hildebrandt noch subversiv haspelnd seinen Stempel aufdrückte. Zehn Jahre ist es her, dass Deutschlands wichtigster Nachkriegskabarettist den »Scheibenwischer« verließ, bevor es in die Comedy ging. Jetzt ist er friedlich eingeschlafen im Bewusstsein, keine Lücke im TV-Humor zu hinterlassen.

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Weit entfernt

Es war ein Spitzenspiel, dass dieser Bezeichnung auch gerecht wurde. Borussia Dortmund und der FC Bayern lieferten sich ein Duell auf höchstem Niveau. Zugleich bestätigte die Partie auch, dass der Abstand zwischen den beiden besten deutschen Mannschaften im Vergleich zur Vorsaison noch größer geworden ist.

Dresden gestoppt

Nach dem Aufwärtstrend unter dem neuen Trainer Olaf Janßen erhielt Dynamo Dresden beim Karlsruher SC einen Dämpfer. Die Sachsen präsentierten sich beim 0:3 im Wildparkstadion insgesamt zu harmlos.

ndPlusAlexander Ludewig

Genug vom Lob

Wieder sehr gut gegen eine Spitzenmannschaft gespielt - und wieder verloren. Nach der Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen deutet Hertha BSC an, dass die Ansprüche des Klubs gestiegen sind.

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»Gegen Elisabeth würde ich gern gewinnen«

»Gegen Elisabeth würde ich gern gewinnen«

Marta Michna gewann Gold für das beste Brettergebnis bei der Schacholympiade, als sie gerade 18 Jahre alt war. Bei der 8. nd-Damen-Schachgala tritt sie gegen Walentina Gunina (2543) und Elisabeth Pähtz (2513) an.

Manfred Hönel, Klingenthal

Polens Skispringer wollen Olympiagold

Bisher beherrschten Österreichs Skiadler und die Norweger die Skisprungschanzen. Schon im vergangenen Winter hat sich das Bild ein bisschen gewandelt. Der Pole Kamil Stoch segelte zum Weltmeistertitel.

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»Die Chance ist gleich Null«

Drei Tage nach dem Dacheinsturz eines Einkaufszentrums in Riga suchen Helfer in den Trümmern nach Überlebenden. Die Chancen sind gering, doch die Menschen geben die Hoffnung nicht auf.

ndPlusThomas Roser, Belgrad

Kein Lied für Kopenhagen

Der Ausstieg Serbiens aus dem Eurovisions-Sängerwettstreit schockt Millionen Fans. Der Verzicht ist offiziell. Länder wie Andorra, Bulgarien, Kroatien, Tschechien und Zypern wollen dem Beispiel folgen.