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Simon Poelchau

Keine Hoffnung aus Brüssel

Ist es gut oder schlecht, dass die EU-Kommission am Mittwoch gegen Deutschland ein Beihilfeverfahren wegen der Industrierabatte bei der Ökostromumlage eingeleitet hat? Daran können sich die Geister jetzt scheiden.

NPD-Chef Holger Apfel zurückgetreten

Der Vorsitzende der rechtsextremen NPD, Holger Apfel, ist am Donnerstag von allen Ämtern zurückgetreten. Wie die NPD auf ihrer Homepage bekannt gab, erfolgte der Rücktritt »krankheitsbedingt«.

Cameron will Sozialleistungen drastisch drosseln

London. Großbritannien kürzt die Unterstützungsleistungen für Einwanderer aus EU-Staaten. Der Grund: angeblicher Sozialhilfetourismus. Ab Jahresbeginn bestehe in den ersten drei Monaten nach Einwanderung kein Anspruch auf Arbeitslosenhilfe mehr.

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ndPlusAert van Riel

Agendapolitik für alle

Die EU steht möglicherweise vor weiteren großen Reformen. Bei dem an diesem Donnerstag beginnenden zweitägigen Gipfel in Brüssel werden die Staats- und Regierungschefs auch über den sogenannten Wettbewerbspakt diskutieren, ein Beschluss soll hierzu aber erst im Juni 2014 gefasst werden. Mit dem neuen Pakt sollen die Staaten der Eurozone zu einer stärkeren Haushaltsdisziplin gezwungen und Strukt...

»Die Krise ist nicht überwunden«

Gustav Horn ist wissenschaftlicher 
Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Mit ihm sprach Simon Poelchau über das Andauern der Eurokrise und die Notwendigkeit niedriger Zinsen.

»Die Krise ist nicht überwunden«

Irland hat am Sonntag als erstes Land den Rettungsschirm verlassen. Ist damit die Eurokrise beendet? Nein. Die Krise ist auf gar keinen Fall schon beendet. Irland ist zwar auf den Finanzmärkten etwas sicherer aufgestellt und man glaubt, dass Irland ohne das schützende Dach des Rettungsschirms wieder Kapital aufnehmen kann. Aber die Wirtschaftslage des Landes ist immer noch sehr schlecht. Und ...

Katja Herzberg

Militärunion mit Abstrichen

Erstmals seit fünf Jahren ist die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU wieder einmal Thema eines Gipfeltreffens. Das ist in der derzeitigen Lage nicht so erstaunlich, wie es zunächst klingt.

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ndPlusReinhard Schwarz

Von Heesters zum Heizungsbau

Einst sangen und tanzten hier Johannes Heesters, Zarah Leander und Hans Albers - im »Gesellschafts- und Concerthaus Flora« im Hamburger Schanzenviertel. Das ist lange her. Seit 1989 ist das 1889 eröffnete einstige Varietétheater besetzt und als »Rote Fora« überregional so bekannt, dass es auch von Stadtführungen angesteuert wird. Die »Flora« überstand seit 1989 fünf Bürgermeister von SPD und CD...

Folke Havekost, Hamburg

Widerständig in der Partymeile

Fast ein Vierteljahrhundert besetzt und zu Hause im Hamburger Schanzenviertel. Es könnte alles halbwegs in Ordnung sein rund um die Rote Flora - wäre da nicht der Eigentümer Klausmartin Kretschmer, der mittlerweile auch der Politik auf die Nerven geht.

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Regierungen bleiben erpressbar

Banken sind besser als ihr Ruf. Wenn sie ihren Job gut machen, versorgen sie Wirtschaft, Betriebe und Verbraucher mit Geld und Kredit. Banken sind aber auch gefährlich: Eine Pleite kann ganze Volkswirtschaften gefährden. Die Politik steckt in einem Dilemma: Zieht sie die Daumenschrauben zu fest an, trocknet sie den Geld-Ware-Geld-Kreislauf aus. Ist sie wie heute - sechs Jahre nach Ausbruch der ...

ndPlusMartin Ling

Drohender Flächenbrand

Die Einigkeit war überwältigend: 99 Prozent der Südsudanesen sprachen sich beim Referendum 2011 für die Unabhängigkeit aus. Sie bekamen ihren Willen und damit wurde der 55. afrikanische Staat Wirklichkeit.

Uwe Kalbe

Grün und fleischlos

Die Koalition in Hessen steht. Und es klappt schon gut zwischen CDU und Grünen. Von seinem Koalitionspartner erhielt Regierungschef Volker Bouffier zum Auftakt fleischlosen Fleischsalat zum Geburtstag.

Oliver Händler

Die Kämpferin

Barack Obama fährt nicht zu den Olympischen Spielen nach Sotschi. Ein Boykott wegen des Anti-Homosexuellen-Gesetzes in Russland sei das aber nicht, sagt er. Von dieser Idee halte er wenig.

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ndPlusJohanna Treblin

Kleinparteien klagen gegen Sperrklausel

Das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich seit Mittwoch mit der Drei-Prozent-Klausel zum Einzug von Parteien ins EU-Parlament. Parteien von Piraten bis NPD hatten geklagt.

Hans-Gerd Öfinger

Weiter so nun mit den Grünen

Jetzt wollen die Grünen liefern. Nachdem sie den Platz der FDP an der Seite der Christdemokraten in Hessen übernahmen, sind sie optimistisch, dass sie es besser machen werden als diese.

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Denkzettel für Datenweitergabe

Der Christdemokrat Michael Billen hat geheime Polizeidaten an die Presse weitergegeben, um der Landesregierung zu schaden. Dafür bekommt der Landtagsabgeordnete eine Geldstrafe aufgebrummt.

Anja Krüger

Weil sie anders aussehen

In den USA und Großbritannien ist sie verboten, in Deutschland gibt es jedoch keine klaren Regelungen für das sogenannte Racial Profiling.

ndPlusGuido Speckmann

Die Angstmaschine

Von Beginn an wurde Hartz IV heftig kritisiert - auch auf der Straße. Mit der Übergabe von Unterschriften gegen das Sanktionssystem zieht der Protest nun in den Petitionsausschuss des Bundestages ein.

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Ukraine »vor dem Bankrott bewahrt«

Kiew. Dank der russischen Milliardenhilfen hat die ukrainische Regierung nach eigener Darstellung verheerende Konsequenzen verhindert. Ohne die Vereinbarung hätten »Bankrott und sozio-ökonomischer Niedergang« gedroht, sagte Ministerpräsident Mykola Asarow vor dem Parlament in Kiew am Mittwoch. Den Moskau-Besuch des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch am Vortag nannte er ein »historisch...

Zustände in Lampedusa »entsetzlich«

Brüssel. Die Europäische Kommission hat sich erschüttert über den Umgang mit Flüchtlingen auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa geäußert und juristische Schritte angedroht. »Wir haben eine Untersuchung zur entsetzlichen Behandlung in zahlreichen Auffanglagern eröffnet«, erklärte Innenkommissarin Cecilia Malmström am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter. Ihre Behörde w...

Oliver Eberhardt, Jerusalem

Israels Abschiebedeal ist geplatzt

Nach Protesten gegen ihre Unterbringung in Abschiebelagern im Süden Israels sind in Jerusalem 180 Afrikaner festgenommen worden. Das Ansinnen, sie an afrikanische Länder »weiterzugeben«, misslang.

ndPlusHilmar König, Delhi

Schäbige Behandlung wirft schwere Schatten

Seit Tagen liegen Diplomaten der USA und Indiens im Clinch. Auf die »tiefe Freundschaft« fällt wegen der »unglaublich schäbigen Behandlung« einer indischen Konsulatsvizechefin in New York ein Schatten.

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Tepco will alle Reaktoren für immer stilllegen

Tokio. Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima in Japan will nun auch zwei weitgehend unbeschädigte Reaktoren des AKW dauerhaft stilllegen. Die zum Zeitpunkt des Unglücks im Jahr 2011 zu Routineinspektionen abgeschalteten und deshalb relativ intakt gebliebenen Meiler 5 und 6 werden ebenfalls permanent außer Dienst gestellt, wie das Unternehmen Tepco am Mittwoch mitteilte. D...

Halbfreier Urnengang in Honduras?

Ulrike Lunacek ist Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Die Österreicherin vertritt die Fraktion Grüne/ EFA als Sprecherin in europaund außenpolitischen Fragen. Ende November leitete sie die EU-Wahlbeobachtermission in Honduras. Zum Sieger der Präsidentenwahl wurde unter Protest der linken Opposition der rechte Juan Orlando Hernández erklärt. Harald Neuber befragte Ulrike Lunacek.

Thomas Eipeldauer

Ankaras juristische Zumutungen

Keine Spur mehr vom politischen Tauwetter des Frühjahrs in der Türkei. Am Donnerstag wird ein Massenprozess gegen kurdische Anwälte fortgesetzt. Der Hintergrund: der Kurdenkonflikt.

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Stromnetze müssen ausgeschrieben werden

Karlsruhe. Städte und Landkreise können Stromnetze nach dem Ablauf von Konzessionen für private Stromversorger nicht ohne weiteres wieder selbst übernehmen. Sie müssen die Netzvergabe vielmehr transparent ausschreiben und dürfen Mitbewerber dabei nicht diskriminieren, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem am Mittwoch bekanntgegebenen Urteil entschied. Auf den Vorrang der vom Gru...

Einigung über Bankenunion

Was tun, wenn eine Bank pleitegeht? Die EU-Staaten wollen einen Fonds gründen, in den die Institute selbst einzahlen müssen.

ndPlusUlrike Henning

Teurer, aber nicht unbedingt besser

Immer mehr Menschen müssen im Alter gepflegt werden. Viele Fragen zur Organisation dieses gesamtgesellschaftlichen Problems sind derzeit jedoch noch ungelöst.

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Männerherz in Gefahr

An den Weihnachtstagen werden ein Drittel mehr Menschen wegen eines Herzinfarktes ins Krankenhaus eingeliefert als im Jahresdurchschnitt. Vor allem Männer sind betroffen.

Andreas Knudsen

Nimm mich raus, nimm mich ein

So mancher kranke Mensch schafft es nicht, seine Medikamente wie verordnet einzunehmen. Schwedische Forscher konstruierten eine Arzneikarussell, das sich selbst in Erinnerung bringt.

ndPlusAngela Stoll

Braten, Soße und Schokodessert

An Feiertagen wird aufgefahren. Aber sind die Speiseklassiker gesund? nd-Autorin Angela Stoll fragte die Ernährungswissenschaftlerin Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

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Kreuzberg antwortet Henkel

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wird die umstrittenen Schlafzelte auf dem Oranienplatz weiterhin nicht mit polizeilicher Gewalt abräumen lassen. Das werde sie auch Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) in ihrer Stellungnahme antworten, sagte die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Sie setze nach wie vor auf einen einvernehmlichen Abbau mi...

ndPlusAlexander Isele

Visionen der Wirtschaft

Die Weichen für Berlins Zukunft sollen gestellt werden: es grüßt die Wirtschaftsmetropole. Deren Verbände fordern von staatlicher Seite, viel Geld in die Ausbildung von Wissenschaftlern und Forschern zu stecken, um dann, am besten wieder mit staatlicher Förderung, deren Sprung in die Privatwirtschaft zu forcieren. Renditen sollen ja bitte nicht dem Allgemeinwohl dienen. Milliardenteure In...

ndPlusAlexander Isele

Bis 2030 Metropole mit Industrie

Mehr Zuzug, mehr Wachstum. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und die Industrie- und Handelskammer (IHK) stellten gestern ihre Studie zur »Wirtschaftsentwicklung in Berlin: Szenario 2030« vor. Drei Prozent Wachstum und 30 000 neue sozialversicherungspflichtige Stellen pro Jahr: Berlins Wirtschaft boomt. Seit 2005 eilt das Land anderen Bundesländern und dem Bund in Sachen Wachs...

ndPlusMartin Kröger

Neonazis schlagen in Berlin häufiger zu

Die Entwicklung rechter Gewalt in Berlin ist besorgniserregend. Laut Innensenator Frank Henkel (CDU) stieg 2013 die Zahl der Körperverletzungen um 20 auf 57 Straftaten – der Hintergrund ist meistens Ausländerfeindlichkeit.

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Naturschützer auch gegen eine Stiftung

Potsdam. Auch der Naturschutzbund (NABU) hält nichts davon, die brandenburgischen Naturparks und Biosphärenreservate in eine Stiftung auszugliedern. Stattdessen solle die Verwaltung beim Landesumweltamt belassen werden, forderte der NABU. Die Stiftungsidee wird von Umweltministerin Anita Tack (LINKE) vertreten. Sie möchte damit die derzeit 67 Stellen vor künftigen Einsparrunden bewahren. ...

Jérôme Lombard

Hass von überall

Diskussionsrunde in der Senatsverwaltung: Wie Antisemitismus aussieht, weiß man. Die Suche nach erfolgreichen Gegenstrategien ist dagegen schwierig. Umso wichtiger ist der gemeinsame Dialog.

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Matthias Arnold, Bielefeld

Kein Deutsch, kein Herz?

Hassan Rashow-Hussein braucht ein neues Herz. Doch der irakische Flüchtling kann kaum Deutsch. Eine Klinik verweigert ihm darum einen Platz auf der Warteliste für eine Transplantation.

ndPlusReimar Paul, Hannover

Getreten wie ein Fußball

Hussein Charara leidet unter einer schweren Erkrankung. Als Asylbewerber in Deutschland muss er dennoch um die ärztliche Behandlung förmlich betteln. Davon hat er nun genug.

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Sarah Liebigt

Ich kam 
als Gast in euer Land ...

Im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin wurde am Dienstag eine Ausstellung zu Opfern des Stalinterrors eröffnet und eine Gedenktafel für die linken Opfer des stalinistischen Terrors enthüllt.

Bruchlandung für Beweisanträge

Immer wieder fielen die Worte »nicht entscheidungserheblich« - im Münchner Startbahn-Prozess hat das Gericht sämtliche Beweisanträge der Kläger abgeschmettert.

ndPlusVerena Horeis,
Frankfurt am Main

Warme Suppe und Herzlichkeit

Eine Weihnachtsgans im Kreise der Familie zu genießen, davon können Wohnungslose nur träumen. Aber über ein leckeres Essen, einen warmen Schlafplatz und Gesellschaft an den Feiertagen freuen auch sie sich.

Hans-Dieter Schütt

Ist die Vase eine tragische Gestalt?

»Mein Arbeitstisch« heißt ein Bild. Die Platte des Tisches trägt zahllose Farbspuren, ein etwas verrutschtes Tuch liegt darauf, ein Tuch, wie es auf vielen Stillleben Gero Troikes zu sehen ist. Der Blick, wenn man vor diesem Tisch steht, geht ins Grüne. Ins gemalte Grüne: Ein Gemälde, das an der Wand lehnt, ist gleichsam das Fenster zur Welt - das ergänzungsbedürftige Leben beruft also die Kuns...

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Lagercrantz schreibt Larsson fort

Stieg Larssons berühmte Millennium-Serie wird zehn Jahre nach dem Tod des Bestseller-Autors fortgesetzt. Der schwedische Autor David Lagercrantz schreibe einen vierten Band der erfolgreichen Reihe, teilte der Norstedts-Verlag in Stockholm mit. Das Buch soll im August 2015 erscheinen, zehn Jahre nach dem Erscheinen von Larssons erstem Krimi »Verblendung«. »Da ist der Ball ins Rollen gekomm...

Lukas Wilhelmi

Blick der Unschuld

Manchmal liegt in einem Detail die ganze Welt. Ein wechselnder Song auf einer Gartenparty, und ein ganzes Milieu erhält Eintritt. Eine Strähne mehr oder weniger im Gesicht kann manchen um ein volles Jahrzehnt altern lassen. Und ein sanfter oder unruhiger Schlaf sind nur eine minimale Verschiebung des Atemrhythmus voneinander entfernt. Mit den Bildern jenes unruhigen Schlafs eröffnet Regis...

Caroline M. Buck

Gezeter mit Widerhaken

Immer fröhlich, immer gut gelaunt, immer ein gutes Wort für alle und ein offenes Ohr für die, denen sie von Berufs wegen hautnah näherkommt: das ist Eva. Selbstständige Masseurin mit klappbarer Massageliege für Hausbesuche, geschieden, eine Tochter, wohnhaft in Los Angeles (aber denkbar weit weg von den Bezirken, wo der Hollywood-Glamour zuhause ist) und tagaus, tagein unterwegs zu ihren Stammk...

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Mit Sprache spielen

Von Albanien bis nach China, von Großbritannien bis in die Türkei, von den Inuit bis zu den Kalunga spannt sich der lyrische Bogen im »Arche Kinder Kalender 2014«. Obiges Gedicht stammt von Martin Auer aus Österreich. Christine Brand hat sich davon zu einer kräftig farbigen Illustration inspirieren lassen. »Am Anfang war das Wort« - das passt zur ersten Woche des Jahres. Und auch die folgenden ...

ndPlusSilvia Ottow

Prinz küsst Schwan

Das Buch zum Ballett? Und dann noch für Kinder? Es war im vergangenen Jahr, als die französische Illustratorin Charlotte Gastaut aus einem der berühmtesten Ballette der Musikgeschichte ein edles Buch zauberte. Aus »Schwanensee« von Pjotr Iljitsch Tschaikowski wurde ein feines Bilderwerk in Gold, Taubenblau und Weiß. Zarte Scherenschnitte - von beiden Seiten zu betrachten - bilden grimmige Zaube...

Lilian-Astrid Geese

Nur Kinder können Geister spüren

Als Jonathan Stroud vor einigen Jahren bei einer Lesung im Berliner Haus der Familie seinen knurrig-charmanten Dschinn Bartimäus vorstellte, der unerwartet und ungewollt in den Dienst des Londoner Zauberlehrlings Nathanael treten muss, brachte der Autor ein Flipchart und bunte Eddings mit. Er müsse einige mathematische Formeln skizzieren, sagte er damals, damit sein Publikum verstünde, worum es...

ndPlusIrmtraud Gutschke

»Das Leben ist kurz. Hab Spaß!«

Ich möchte ein langweiliges Leben haben ... als Vollschwede ... ein Leben, in dem nichts passiert», schreit die 15-jährige Alicja unter Tränen. Das bekommt sie erstmal nicht, denn die Autorin Emmy Abrahamson wollte eine turbulente Geschichte schreiben. Auf jeder Seite soll was passieren, das jüngere (wie ältere) Leserinnen und Leser in Atem hält, zum Lachen oder wenigstens zum Schmunzeln bringt...

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ndPlusKlaus Bellin

Plädoyer der Dichter

Der Traum ist alt. Schon vor dem Zweiten Weltkrieg hat man in Frankfurt am Main über ein Romantik-Museum nachgedacht, eine Herberge für die reichen Schätze der romantischen Dichter, die man im Freien Deutschen Hochstift seit hundert Jahren zusammengetragen hat. Ein Gebäude, nahe beim Geburtshaus Goethes am Großen Hirschgraben, war schon gefunden, aber ehe die Idee reifen konnte, ging es im Bomb...

ndPlusMartin Hatzius

Ein Held und seine Freunde

Wer Putins Freund ist, ist ein Feind der Freiheit. Es ist dieser derzeit auf allen Kanälen so populäre Kurz-Schluss, der Gergijew nun in Bedrängnis bringt.

Klaus Hammer

Der Erneuerer der Formen

Der 1913 in Chemnitz geborene und 1987 in Dresden verstorbene Herbert Kunze musste den Zweiten Weltkrieg von Anfang bis Ende mitmachen und konnte sich erst spät als Künstler eigenständig entwickeln.

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Tobias Riegel

Tex-Mex-Terror

Erfolg ist relativ. Danny Trejo definiert ihn für sich so: »Ich war seit 1969 nicht mehr im Gefängnis - das ist doch schon was.« Insgesamt elf Jahre hat der US-Schauspieler mit mexikanischen Wurzeln hinter Gittern verbracht.

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Marco Mader, Copper Mountain

Revolutionärin im Schlabberpulli

Lisa Zimmermann hat Slopestyle revolutioniert. Die 17-Jährige ist eine der großen deutschen Skihoffnungen für die Olympischen Spiele im neuen Wettbewerb.

ndPlusVolker Stahl

Stoppen, drehen, schießen - bumm!

Die WM steht vor der Tür, also fluten die Verlage den Markt wieder mit Fußballbüchern. Darunter sind Flachpässe, Lattenkracher und Volltreffer. Eine Auswahl der Titel, die unter den Tannenbaum gehören.

Kurznachrichten:

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ndPlusGabriel Rath

Bis zum Ende keine Reue

Ronnie Biggs war der berühmteste der britischen Zugräuber von 1963. Nun ist er im Alter von 84 Jahren verstorben. Er lebte 30 Jahre auf der Flucht, die meiste Zeit in Brasilien. Bereut hat er sein Verbrechen nie. Sein Talent für den richtigen Zeitpunkt blieb bis zum letzten Augenblick unübertrefflich: Ausgerechnet an dem Tag, an dem die BBC einen Spielfilm über den großen Postzugraub von ...

Thomas Frahm, Sofia

Rundbrot, Stroh und Lichterketten

Im Wandel der Zeiten wandelte sich in Bulgarien auch die Art und Weise, das Weihnachtsfest zu begehen. Westliche Supermarktketten drängen immer früher in das Weihnachtsgeschäft.