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UNTEN LINKS

Wir werden von Menschen regiert, die eine Gottesmeise haben, wie der »humanistische Pressedienst« mitteilt. Denn das neue Bundeskabinett besteht aus bekennenden Sektenmitgliedern: ein Drittel Katholiken, zwei Drittel Protestanten, eine Muslimin. Wird Deutschland zum Gottesstaat? Passt keiner auf, sieht es hier womöglich bald überall so aus wie in den ländlichen Regionen im Süden, wo das Denken ...

Verschleierte Wissenschaft

Bildungspolitik ist im föderalen System Deutschlands Ländersache. Insofern hat die Bundesregierung Recht, wenn sie in ihrer Antwort auf eine Anfrage der LINKEN zur Finanzierung von Projekten an deutschen Hochschulen durch den Verteidigungshaushalt ausländischer Staaten auf die Zuständigkeit der Bundesländer verweist.

Deutsche forschen für US-Militär

Bereits seit mehr als zehn Jahren forschen deutsche Wissenschaftler im Auftrag ausländischer Verteidigungsministerien. Seit November ist bekannt, dass deutsche Universitäten vom Pentagon in den USA rund zehn Millionen Euro erhalten haben.

Guido Speckmann

Merkel gibt Rechtspopulismus der CSU nach

»Wer betrügt, der fliegt«: Die Kampagne der CSU hat Erfolg. Jetzt beschäftigt sich ein Ausschuss von Staatssekretären mit der »Armutszuwanderung«, die es Studien zufolge gar nicht gibt.

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Mali: Zurück zum Status quo ante

Georg Klute ist Professor für Ethnologie Afrikas an der Universität Bayreuth. Seit 1973 gehört der nördliche Sahel (Algerien, Mali, Niger) zu seinen Arbeits- und Forschungsschwerpunkten. Über die Situation im Norden und Süden Malis ein Jahr nach der Militärintervention von Frankreich sprach mit ihm nd-Redakteur Martin Ling.

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Karin Leukefeld, Damaskus

»Good bye, Lenin!« in Damaskus

Seit drei Jahren tobt der Krieg in und um Syrien. Täglich bringt er Tod und Zerstörung. Eine »Friedenskonferenz« wird Mal um Mal verschoben. Eigentlich keine Zeit für Filmvorführungen und -debatten.

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ndPlusVelten Schäfer

Bayerischer Swastikasalat

Von Martin Kippenberger gibt es ein Vexiergemälde mit dem Titel »Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz erkennen«. Es ist tatsächlich kein Hakenkreuz auf dem Bild, doch erkennt der Betrachter sofort ein solches. Kippenberger wollte damit 1984 wohl darauf anspielen, dass Deutschland rechts nicht so gut sehe.

Olaf Standke

Tiefpunkte

Barack Obama habe 2013 zweifellos seinen Tiefpunkt erlebt, schrieb jetzt der Londoner »Independent«, nur müsse 2014 nicht gleich schlimm oder gar schlimmer werden. Aber dann begann das neue Jahr mit einer ungewöhnlichen verbalen Ohrfeige.

ndPlusSimon Poelchau

Düstere Ausblicke

Ein Ende der Krise sieht anders aus: Knapp 20 Millionen Menschen sind in der Europäischen Währungsunion immer noch ohne Arbeit. Ihr Anteil verharrt seit April unverändert bei 12,1 Prozent. Daran hat sich auch im vergangenen November nichts verändert, wie die jüngsten Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat zeigen.

ndPlusJörg Meyer

Passend

Ausreichend Qualifikation bringt sie auf jeden Fall mit, die designierte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Und außerdem ist sie vergleichsweise jung, links und eine Frau.

Migration gehört zum geeinten Europa

Ein Gespenst geht um in Europa. Wieder einmal. Dieses Mal heißt es »Armutsmigranten als Sozialtouristen«. Will man aber ein geeintes Europa, dann gehört Migration über die Grenzen der Nationalstaaten dazu.

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ndPlusFabian Lambeck

Einfach umschichten

Ein Fall in Dresden zeigt, wie Jobcenter das für Hartz-IV-Bezieher vorgesehene Geld einsetzen, um die eigenen Kosten zu decken. Die Bundesagentur für Arbeit meint, dies sei im Interesse der Betroffenen.

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ndPlusUwe Kalbe

Grüne nehmen sich die Freiheit

Die Grünen diskutieren auf einer Fraktionsklausur in Weimar noch bis Freitag ihre Aufgaben und Ziele als kleinste Oppositionspartei im Bundestag. Dabei entdecken sie den Begriff der Freiheit neu für sich.

Rudolf Stumberger, 
Wildbad Kreuth

Krawall in der Alpenfestung

Alle Jahre wieder kommt die CSU zu ihrer Winterklausur zusammen. Ein Thema diesmal: der angebliche Sozialbetrug von Arbeitsmigranten vom Balkan.

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Nordkorea wählt im März

Pjöngjang. In Nordkorea werden im März zum ersten Mal seit der Machtübernahme Kim Jong Uns neue Abgeordnete der Obersten Volksversammlung gewählt. Die Staatsmedien kündigten am Mittwoch die Parlamentswahl für den 9. März an. Die derzeitigen Mitglieder der Volksversammlung wurden 2009 für fünf Jahre gewählt. Beobachter erwarten, dass die Stellung Kims durch die Wahl weiter gefestigt wird. ...

Lob und Tadel für Obama von Exminister

Washington. Zweieinhalb Jahre nach seinem Abschied als US-Verteidigungsminister hat Robert Gates ein durchwachsenes Führungszeugnis für Präsident Barack Obama ausgestellt: Dieser habe als Oberbefehlshaber der Armee nicht »an seine eigene Strategie« im Afghanistan-Krieg geglaubt und der Militärführung misstraut, zitieren US-Zeitungen aus einem neuen Buch des früheren Pentagon-Chefs. Andererseits...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Kontroversen um einen »Komiker«

In Frankreich wird gestritten, wie mit dem Erfinder des gern auch von Rechtsextremen gezeigten »Quenelle«-Grußes, Dieudonné M›Bala M‹Bala, umzugehen ist.

Martin Hoffmann, Kairo

Kairos Kampfzone Universität

Der Prozess gegen den gestürzten Präsidenten Mursi ist am Mittwoch verschoben worden. Mursi, so hieß es, könne wegen schlechten Wetters nicht mit dem Helikopter zum Gericht gebracht werden.

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Südosteuropa fürchtet Aderlass in Weiß

Bulgaren und Rumänen können seit Anfang 2014 frei in die übrigen EU-Staaten ziehen. Beiden Ländern macht die Abwanderung ihrer Ärzte in den wohlhabenden Westen zu schaffen.

Ralf Streck, Madrid

Spaniens Monarchie wankt

Die spanische Königstochter Cristina wird im März von einem Ermittlungsrichter vernommen. Es geht um die Korruptionsaffäre ihres Mannes, in die auch sie verstrickt sein soll.

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12,1 Prozent Arbeitslose in der Eurozone

Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone bleibt auf Rekordniveau: 12,1 Prozent der Menschen im erwerbsfähigen Alter waren im November ohne Job. Das meldete die EU-Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch.

Die Mibrag macht den Baggern Dampf

Die Mibrag, der größte deutsche Braunkohleförderer neben RWE und Vattenfall, will auch 2014 kräftig investieren. Unklar ist noch, ob neue Tagebaue erschlossen werden sollen.

Neuer Verdacht gegen die Üblichen

Schon wieder steht in den USA der Verdacht im Raum, Banken könnten Anleger mit Hypothekenpapieren betrogen haben. Die Justiz soll unter anderem die Deutsche Bank unter die Lupe nehmen.

Simon Poelchau

Die Lücke schließen

Am Mittwoch veröffentlichte das Statistische Bundesamt (Destatis) die neuesten Zahlen zur Außenhandelsbilanz. Und die legte im November 2013 im Vergleich zum Vorjahresmonat um satte 7,1 Prozent zu.

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Alte Karte tut es noch

Rund 700 Millionen Euro gaben die gesetzlichen Krankenkassen bisher für die neue elektronische Versichertenkarte aus, die über das Lichtbild hinaus keine wesentlichen Neuerungen bietet. Ein Großteil der Versicherten hat sie bereits, bis zum Ende dieses Jahres sollen es alle sein. Wer keine neue Karte hat, kann auch mit der alten beim Arzt behandelt werden, sofern sie vom Datum her noch gültig i...

Elfi Schramm

Tinte in der Wirbelsäule

Der erfahrene Medizinrechtler Dieter Wissgott hat in diesem Buch 23 Fallbeispiele ärztlicher Kunstfehler zusammengetragen, die er als Anwalt kennengelernt hat. Dabei geht es ihm weniger darum, die Ärzte anzuprangern, die wie alle Menschen Fehler machen. Er wehrt sich gegen oberflächliche Juristen, arrogante Ärzte, zynische Gutachter und fatale Fehlurteile der Justiz. Seine Geschichten hab...

Nicht unvorbereitet auf die Piste

Skiunfälle Prominenter haben Verletzungsgefahren im Winterurlaub ins Gespräch gebracht. Orthopäden meinen: Unfälle sind kein Schicksal, einige könnten mit besserer Vorbeugung vermieden werden.

Angela Stoll

Gefährliches Spiel

Menschen mit einer artifiziellen Störung täuschen Symptome von Krankheiten vor und können dadurch in lebensbedrohliche Situationen geraten. Etwa 80 Prozent der Patienten sind weiblich.

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Stephan Fischer

Die Parzellen der Weisen

Zugegeben, es gibt ihn noch, den Gartennachbarn, der, die Hände in die kurz behoste Hüfte gestemmt, über den Zaun hinüber gut gemeinte, aber wenig nützliche Tipps zur korrekten Rasenhöhe gibt. Wobei die Tipps eher wie Befehle klingen. Viel öfter ist heute aber lautes Kinderlachen in den Kleingartenkolonien Berlins als schnarrender Kasernenhofton zu hören: Familien haben die kleinen grünen Inseln in der Hauptstadt entdeckt. In manchen Kolonien der Innenstadt gibt es lange Wartezeiten für die eigene Parzelle.

Reden statt Räumen: Kolat traf Flüchtlinge

In die Bemühungen um eine friedliche Lösung für das Flüchtlingscamp in Kreuzberg kommt Bewegung. Nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) trafen sich am Mittwoch Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) und die frühere Ausländerbeauftragte Barbara John (CDU) zu einem Gespräch mit Flüchtlingsvertretern vom Oranienplatz.

Mahnmal geschändet

Das Internetradio Arutz Sheva (Kanal sieben) und die Online-Ausgabe der Zeitung »Haaretz« veröffentlichten einen rund vierminütigen Amateurfilm, in dem zu sehen ist, wie Menschen die Stelen der Holocaust-Gedenkstätte als Abschussbasis für Raketen missbrauchen, Böller in das Stelenfeld werfen und gegen die Quader urinieren.

ndPlusStephan Fischer

»Reichsbahn« weicht der Autobahn

Der Senat hat die Schutzfrist für elf Kleingartenkolonien bis 2020 verlängert. Darüber hinaus können die Kleingärtner nicht planen. Der Beschluss bedeutet für sieben Parzellen, dass ihre Schutzfrist 2014 ausläuft.

ndPlusMartin Kröger

Pack die Badehose aus

Seit 1. Januar gelten höhere Eintrittspreise in den Berliner Schwimmbädern. Stammgäste sind empört und sammeln Unterschriften, Bäder-Betriebe und Sportsenat rechtfertigen die Änderungen.

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Besuch im Asylheim

Pätz. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) besucht heute das geplante Asylheim in Pätz (Dahme-Spreewald). Woidke wolle sich über die Vorbereitung des Gebäudes zur Aufnahme von Flüchtlingen und über die »Aktivitäten zur Information der Bevölkerung« informieren, kündigte die Staatskanzlei an. Neonazis kämpfen seit Monaten mit Aufmärschen gegen das Heim. dpa/nd...

Fluglärm beschäftigt Parlament

Das Berliner Abgeordnetenhaus muss sich erneut mit der Forderung nach einem erweiterten Nachtflugverbot am neuen Hauptstadtflughafen beschäftigen. Die Volksinitiative dazu sei erfolgreich gewesen, teilte die Piratenfraktion am Mittwoch mit. Statt der notwendigen 20 000 sammelte sie 23 666 gültige Unterschriften, bestätigte ein Sprecher des Parlaments. Nach dem Willen der Friedrichshagener...

Flughafen: LINKE tauscht im Aufsichtsrat

Schönefeld. Obwohl sich Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wünschte, dass sein Stellvertreter Helmuth Markov (LINKE) im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft bleibt - Markov gab den Posten am Mittwoch ab. Es sei eine persönliche Entscheidung Markovs, sagte Linksfraktionschef Christian Görke dem »nd«. Hintergrund ist der Wechsel des bisherigen Finanzministers Markov an die Spitze des Justiz...

ndPlusWilfried Neiße

21 Mal in der Halle 21a

Mit 77 Ständen in der völlig neu gestalteten Brandenburghalle auf der Grünen Woche in Berlin soll auch die Leistungsfähigkeit des biologischen Anbaus demonstriert werden, sagt der Agrarminister.

Andreas Fritsche

Bundesland tilgt erstmals Schulden

Einen Rekordüberschuss von rund 500 Millionen Euro im Jahr 2013 will Brandenburg nutzen, den 18,7 Milliarden hohen Schuldenberg des Landes um 250 Millionen Euro abzubauen.

ndPlusPeter Kirschey

Kein Maulkorb für Flüchtlingsrat

Gut wäre es, wenn beide an einem Strang ziehen würden. Der private Betreiber von Flüchtlingsheimen, die Gierso Boardinghouse GmbH, und der Berliner Flüchtlingsrat. Doch es hat heftigen Streit gegeben.

ndPlusAndreas Fritsche

Der Versuch zählt

Seinen missglückten Versuch, den Solarmodulhersteller Odersun durch eine Finanzspritze von drei Millionen Euro zu retten, hat Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (LINKE) am Mittwoch erneut verteidigt.

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QMF-Skandal kostet zehn Millionen

Sachsen muss der EU Mittel zurückgeben, die vor mehr als zehn Jahren zweckentfremdet eingesetzt wurden. In Sachsen ist der Skandal schon fast vergessen.

LINKE fordert Generalbilanz für Nordosten

Knapp 20 Jahren nach Inkrafttreten der Landesverfassung von Mecklenburg-Vorpommern verlangt die LINKE eine umfassende Bilanz, inwieweit darin verankerte Ziele und Ansprüche verwirklicht sind.

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Skulptur, Fotografie & Schygulla

Am 24. Januar beginnt im Akademie-Gebäude am Hanseatenweg die Ausstellung »lens-based sculpture«. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die moderne Skulptur durch die Fotografie in eine neue künstlerische Praxis verwandelte.

ndPlusDieter Hanisch, Schleswig

Geburtshilfe auf Sylt nun Fall für Justiz

Das Thema Geburtshilfe auf der Insel Sylt scheint zu einer endlosen Geschichte zu werden. Nun muss sich auch das Verwaltungsgericht in Schleswig mit der Schließung der entsprechenden Abteilung im Inselkrankenhaus zum Jahreswechsel beschäftigen. Das erste Sylter Baby des neuen Jahres - der Junge heißt Lennert - ist gerade in Flensburg auf die Welt gekommen. Die Mutter Maike Bibow musste mi...

Christiane Raatz, Dresden

Minenräumen - auch offshore

Seit mehr als einem halben Jahrhundert werden in Dresden Fachleute für Spreng- und Pyrotechnik sowie zur Kampfmittelbeseitigung ausgebildet. Es ist ein gefährlicher Beruf, der weltweit gefragt ist.

Antonia Lange, Stuttgart

»Hier passiert die Welt«

Die einen »leben im Quadrat«, die anderen »baden in Ideen«: Wenn es um ihre Slogans geht, lassen sich deutsche Städte allerlei einfallen. Doch nicht jeder Marketingslogan kommt gut an.

Lucía Tirado

Der Weitermacher

Nach einer Premiere bekam er einmal ein Buch geschenkt. Auch Verbote: »Nicht klauen!« Na, das liege doch in seinen Genen. Schließlich sei er Rumäne. Vlad Chiriac spielt vergnügt mit dem Klischee.

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Bösgläubiger Besitz: keine Verjährung

Nach dem aufsehenerregenden Schwabinger Kunstfund will die bayerische Staatsregierung bei NS-Raubkunst die Verjährung der Rückgabeansprüche einschränken. Der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) legte bei der Kabinettssitzung am Dienstag eine Bundesratsinitiative vor. Demnach sollen derzeitige Besitzer von NS-Raubkunst sich nicht auf die Verjährung berufen können, wenn sie wi...

Shakespeare künftig im Trockenen

London bekommt ein neues altes Shakespeare-Theater: Gleich neben dem berühmten Globe Theater, einem Nachbau einer Open-Air-Bühne aus Zeiten Shakespeares, können Besucher künftig auch im Trockenen und das ganze Jahr über Stücke anschauen. Dafür wurde nach historischen Plänen ein Theaterraum aus dem frühen 17. Jahrhundert rekonstruiert. Gespielt wird vor allem bei Kerzenlicht, 340 Zuschauer finde...

ndPlusWalter Kaufmann

Barrieren, Berührung, Bewegung

Wie kann ein Dokumentarfilm, der jüdische und palästinensische Kinder beim gemeinsamen Einstudieren klassischer Gesellschaftstänze zeigt, von derart emotionaler und auch politischer Wirkung sein?

Caroline M. Buck

Der alte Star und das Meer

Robert Redford hat oft einsame Kämpfer gespielt, im Wilden Westen, im Zweiten Weltkrieg, im politischen Amerika, um soziale Anerkennung. Aber so allein wie hier war selbst Redford nie bei seinen Kämpfen.

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Reiner Oschmann

Der Terror des Vor-Urteils

Robert Harris kann mit John le Carré oder George Orwell verglichen werden. Das sind Landsleute, die der Brite (Jg. 1957) - zusammen mit Joseph Conrad - seine literarischen Helden nennt. Spannend wie ein guter le Carré, düster mitunter wie Conrad und wie Orwell hellwach, wenn vor totalitären Denk- und Lebensformen zu warnen ist, beschäftigt sich Harris in »Intrige«, seinem neunten Roman, mit der...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Der menschliche Faktor

Eine Metapher für den »Krieg gegen den Terror«? Dass dabei massenhaft Unschuldige zu Schaden kommen, dürfte auch John le Carrés Landsleuten nicht neu sein. Oder?

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Die Messe in Beethovens Tasche

Ein fast 200 Jahre altes Notenblatt des Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827) könnte bei einer Auktion in den USA mehr als 200 000 Dollar (etwa 150 000 Euro) einbringen. Das Blatt stamme aus einem Notizbuch, in das Beethoven um 1820 herum Kompositionen eintrug, teilte das Auktionshaus RR Auctions im US-Bundesstaat New Hampshire mit. Mit Tinte habe er auf dem Papier Entwürfe für seine Mes...

Archiv von Iffland publizieren

Der Schauspieler Bruno Ganz hat die Veröffentlichung jüngst aufgetauchter Manuskripte des legendären Theaterdarstellers August Wilhelm Iffland (1759-1814) gefordert. Die Dokumente, darunter Briefe und Bühnenbildentwürfe, seien für die Geschichte des Theaters wichtig, sagte Ganz der »Hannoverschen Allgemeinen Zeitung« (Donnerstag). Ganz ist Träger des Iffland-Rings, der an Schauspieler auf Lebze...

ndPlusKatharina Dockhorn

Glänzend - nicht nur bei der DEFA

Corinna Harfouch wird am 9. Februar mit der Paula geehrt. Der nach dem DEFA-Klassiker »Die Legende von Paul und Paula« benannte Filmpreis wird am Rande der Berlinale vom Progress Filmverleih an Schauspieler verliehen, die ihre Karriere bei der DEFA begannen und seit der Wende den deutschen Film bereichern. Die Laudatio hält Regisseur Matthias Glasner, mit dem Corinna Harfouch »Sexy Sadie«, »Fan...

Hans-Dieter Schütt

Lob des Kommunismus

Dieser Dramatiker, Lyriker und Theatermann war der Fähigkeit des kühnen Flugs ausgesetzt. Kommunismus war ihm das Höchste. Das große Zu-sich-Finden. Am Donnerstag wäre Heiner Müller 85 Jahre alt geworden.

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ndPlusChristian Klemm

Nachrichten für jung und alt

Nicht wenige Journalisten scheitern daran, komplizierte politische Sachverhalte einfach dazustellen. Die Macher der »Bild«-Zeitung nicht. Die Boulevardzeitung wird in ihrer simplen Aufmachung zumindest noch von einem Medium überboten: den »logo!«-Nachrichten, die im Vorabendprogramm des Kinderkanals gezeigt werden.

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ndPlusAndreas Mohrbach, Ruhpolding

Langläuferin auf der Überholspur

Pünktlich vor den Olympischen Winterspielen zeigen sich die deutschen Biathletinnen in starker Verfassung. Einzig Franziska Preuß zeigte beim Schießen Nerven.

Ronny Blaschke

Das Ende des Schweigens

Der frühere Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat seine Homosexualität öffentlich gemacht. Der 31-jährige möchte die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen.

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Millionenbetrug in New York

New York. Ermittler sind einem riesigen Betrug in New York auf der Spur: 106 Stadtangestellte sollen sich Hunderte Millionen Dollar Behindertenunterstützung erschlichen haben. Ihnen, darunter 80 frühere Polizisten und Feuerwehrmänner, werde vorgeworfen, Geisteskrankheiten vorgetäuscht zu haben, um das Geld zu kassieren, teilte die New Yorker Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. »Die Unverfrorenh...

Christine Longin, Paris

Schumacher war nicht zu schnell

Zehn Tage nach dem Skiunfall von Michael Schumacher haben die französischen Ermittler erstmals Auskunft über den Unglücksablauf gegeben. Danach ist klar, dass er nicht zu schnell unterwegs war.

ndPlusAndrea Klingsieck

Vorhang auf im »Eden-Théâtre«

Das »Eden-Théâtre« im südfranzösischen La Ciotat gilt als ältestes bestehendes Kino der Welt. Dass es wieder eröffnet werden konnte, verdankt es der Initiative und Hartnäckigkeit einer Handvoll Bewohner.