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UNTEN LINKS

Wie wir gestern berichteten, rät die Heinrich-Böll-Stiftung eingedenk der jährlich 58 Millionen Schweinefleischschlachtungen in Deutschland zur Mäßigung im Verzehr: Ein Sonntagsbraten genüge. Wir folgen dem Rat und verbinden unseren Wochenendausflug mit der Suche nach einem Gericht, das den Magen sättigt, ohne das Gewissen zu belasten. Zur Routenplanung ziehen wir den »Fleischatlas« heran. Ausg...

ndPlusGrit Gernhardt

Auf dem Weg zur Flexibilität

Eine Ministerin muss tun, was eine Ministerin tun muss - im Gespräch bleiben. Dieses Motto scheint sich die neue Verantwortliche für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig (SPD), zu Herzen genommen zu haben.

LINKE fürchten keinen inneren Zwist über Europa

Berlin. LINKE und Grüne haben ihre Ziele als Oppositionsparteien im Bundestag sowie für die bevorstehenden Wahlen dieses Jahres formuliert. Nach Klausuren der Fraktionen beider Parteien machten die Parteispitzen am Freitag zugleich ihre Forderungen und Erwartungen an die Große Koalition deutlich. Die LINKE-Spitze rechnet nicht mit neuen Flügelkämpfen beim Parteitag zur Europapolitik Mitte...

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Simon Poelchau

Verrückte Rationalität

Es gibt Tage, da scheinen die Finanzmärkte verrückt zu sein. So am Freitag, als der US-amerikanische Aktienleitindex Dow Jones nach der Veröffentlichung des eher durchwachsenen US-Arbeitsmarktberichts mit Kursgewinnen reagierte.

ndPlusRoland Etzel

Die alte Angst vor Teheran

26 Staaten sollen demnächst an der zweiten Genfer Syrien-Konferenz teilnehmen. Das klingt nach einer in Stein gemeißelten Liste, obwohl diese Länder vom einladenden UN-Generalsekretär bisher im einzelnen nicht genannt worden sind. Gestreut wird dennoch aus vermeintlich informierten Kreisen, wer nicht dabei sein werde: Teheran habe keine Einladung erhalten.

Uwe Kalbe

Zu viel CSU

Das war bisher das stärkste Argument gegen die Rausschmeißer von der CSU: dass das deutsche Recht ja längst vorsieht, EU-Bürgern die Sozialleistungen zu verweigern, wenn sie in Deutschland nicht den Nachweis ihrer »Nützlichkeit« erbringen.

Detlef D. Pries

»Reife« Lettin

»Schön, dass für den höchsten Posten endlich kein Gymnasiast, sondern eine reife Person nominiert wird. Es reicht jetzt mit den jungen Ministerpräsidenten«, schrieb die konservative lettische Tageszeitung »Latvijas Avīze«.

ndPlusTom Strohschneider

To be or NATO be

In der Linkspartei wird einmal mehr über die NATO diskutiert. Dagegen wäre nichts zu sagen, würde der Streit nicht auf eine Weise vorgetragen, die der Sache kaum angemessen ist. Rhetorischer Pulverdampf und schwere Kritikgeschütze sind nicht immer auch ein gutes Argument.

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Schäuble: Mütterrente bezahlbar

Berlin. Das Budget der Rentenversicherung reicht nach Einschätzung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aus, um die Erhöhung der Mütterrente ab Mitte 2014 ohne Beitragserhöhung zu bezahlen. Aus dem Koalitionsvertrag ergebe sich, »dass in dieser Legislaturperiode die Mütterrente voll aus der Rentenversicherung, ohne dass wir die Beiträge erhöhen, finanziert wird, nicht zuletzt aus de...

ndPlusNikolai Müller (WFD)

»Lasst uns unsere Felder!«

Rohstoffreichtum entpuppt sich in vielen Ländern des Südens nicht selten als Fluch. In Senegal müssen Kleinbauern Bergbaufirmen weichen - oft ohne Entschädigung.

Velten Schäfer

Die Ministerin hatte eine Vision

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig wollte Eltern eine 80-Prozent-Beschäftigung mit staatlichem Lohnausgleich ermöglichen. Doch Angela Merkel ließ sie zurückpfeifen.

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ndPlusUwe Kalbe

LINKE will Opposition für alle sein

In der nächsten Woche beginnt der Parlamentsalltag im Bundestag, lange genug hat es gedauert. Wie die Grünen hat auch die LINKE ihre Vorstellungen, wie sie der übergroßen Koalition begegnen will.

Folke Havekost

Hamburger pfeifen auf Bullearen

Nach kreativem Protest in Hamburg und scharfer Kritik aus dem gesamten Bundesgebiet lockert die Polizei ihre Sicherheitsmaßnahmen. LINKEN-Politiker fordern die Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit.

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Krieg der Assad-Gegner unter sich

Beirut. Qaida-nahe Dschihadisten und andere Rebellengruppen haben sich am Freitag in Syrien weiter heftige Gefechte um strategisch wichtige Regionen geliefert. Die Gruppierung Islamischer Staat in Irak und der Levante (ISIL) sei in der von ihr zu großen Teilen kontrollierten nordostsyrischen Stadt Raka weiter vorgerückt, meldete ein AFP-Informant aus Aleppo. Hingegen hätten andere Aufständische...

Fidel Castro zeigte sich bei Ausstellungsbesuch

Kubas ehemaliger Staatschef Fidel Castro hat sich erstmals nach mehr als neun Monaten wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Der 87-Jährige nahm am Mittwochabend an einer Ausstellungseröffnung in Havanna teil, berichteten kubanische Medien.

Irina Wolkowa, Moskau

Mit oder ohne Iran nach Genf?

Ob es in zehn Tagen eine zweite Syrien-Konferenz in Genf geben wird, ist noch immer ungewiss. Viel wird davon abhängen, ob sich Moskau und Washington auf gemeinsame Grundlinien einigen können.

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ndPlusHeinz Krieger

In Algier brennt die Lunte

Drei Jahre nach den blutigen Unruhen und Protesten gegen hohe Lebensmittelpreise in Algerien nehmen die Spannungen wieder zu. Die Bürgerrechtsbewegung Laddh befürchtet einen neuen Aufstand.

Hansgeorg Hermann, Athen

Der Vollstrecker des Paten

Der Name Mitsotakis ist in Griechenland Synonym für politische Macht, Vetternwirtschaft und Korruption. Namentlich bekannt sind höchstens drei Familien, die ihre Macht sozusagen öffentlich ausübten.

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Ryanair streicht Flüge zusammen

Angedeutet hatte es Ryanair bereits, jetzt steht es fest: Der irische Billigflieger streicht seine Flüge von Leipzig/Halle zusammen. Nur London wird im Sommer noch angesteuert.

Andrej Sokolow

PC-Branche sortiert sich nach dem Tablet-Schock neu

Für die einst erfolgsverwöhnte PC-Industrie war 2013 ein mieses Jahr - und 2014 verspricht kaum Besserung. Der Vormarsch der Smartphones und Tablets hat das Geschäft in den Grundfesten erschüttert.

Simon Poelchau

Notenbanken haben keinen Bock

Der Vorschlag der EU-Kommission stieß auf wenig Gegenliebe. Europas Notenbanken haben sich gegen eine Fristverlängerung bei der Einführung des neuen Zahlungsverfahren SEPA ausgesprochen.

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Krieg der Geister

Die Weimarer Klassik-Stiftung stellt die Jahre um den Ersten Weltkrieg in den Mittelpunkt ihrer großen Sommerausstellung in diesem Jahr. Unter dem Motto »Krieg der Geister« sollen die »Urkatastrophe« des 20. Jahrhunderts und die vorausgegangenen ideologischen Kontroversen dargestellt werden, sagte Pressesprecherin Julia Glesner am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in der Thüringer Ku...

Guillotine im Museum

Die Guillotine, mit der die Geschwister Scholl von der Widerstandsgruppe »Weißen Rose« während der Naziherrschaft 1943 ermordet wurden, lagert vermutlich seit Jahrzehnten in einem Depot des Bayerischen Nationalmuseums in München. »Dieses Gerücht gibt es schon lange, aber wir sind uns jetzt ziemlich sicher, dass es sich um das Fallbeil handelt, mit dem Hans und Sophie Scholl umgebracht wurden«, ...

ndPlusThomas Blum

Die Waffe einmal in der Wunde drehen

Gibt es überzeugende Gründe, optimistisch in die Zukunft zu blicken? Wie kommt es dazu, dass der Mensch trübsinnig wird? Der Schriftsteller Ambrose Gwinnett Bierce hat darauf und auf vieles mehr Antworten.

Ingolf Bossenz

Warten auf den Freikauf

Die 60er Jahre. Berlin-Ost: Hermine (Hermi). Berlin-West: Klaus. Ein studentisches Liebespaar, das sich mit der einseitigen Besuchsrichtung West-Ost arrangiert hat und das Beste daraus zu machen versucht und versteht.

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ndPlusSebastian Moll

Jahr des »schwarzen Films«?

An diesem Sonntag beginnt in Hollywood mit den Golden Globe Awards die heiße Phase der Oscar-Saison und es wäre schon eine große Überraschung, wenn das Drama »12 Years a Slave« an diesem Abend leer ausgehen würde. Der Film des farbigen Regisseurs Steve McQueen über einen freien Schwarzen aus New York in der Vor-Bürgerkriegszeit, der in den Süden verschifft und versklavt wird, ist in beinahe all...

Gerhard Müller

Ein Raum für dieses Erbe!

Ein zweiter »Fall Gurlitt« bricht sich Bahn, überraschend ist das Iffland-Archiv auf dem Kunstmarkt wieder aufgetaucht. Der Berliner Senat zählt es zum nationalen Kulturgut und klagt es ein.

ndPlusStefan Amzoll

Wiederentdeckt

Eduard Steuermann, 1892 in Sambor bei Lemberg geboren, Jude, 1937 ins US-Exil getrieben, starb am 11. November 1964 in New York. Sein Tod löste höchste Betrübnis nicht nur unter seinen Freunden und Verehrern aus.

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Christoph Stukenbrock

Für Dänemark zählt nur Gold

Karabatic gegen Hansen gegen Aguinagalde - Olympiasieger Frankreich gegen Europameister Dänemark gegen Weltmeister Spanien: Die am Sonntag beginnende EM wird zum Kampf der Handballgiganten.

ndPlusAlexander Ludewig

Die Elite sucht Magdeburgs Werbebühne

Während die Fußballprofis in Trainingslagern von Spanien bis nach Südafrika schwitzen, spielen die Erstligafußballerinnen in der Halle um den ersten Titel der Saison - auch aus Imagegründen.

Martin Kröger

Polizei in Berlin kann beim Abfilmen zoomen und speichern

Bei der Einführung der polizeilichen Übersichtsaufnahmen bei Demonstrationen durch den rot-schwarzen Senat in Berlin hieß es, einzelne Menschen seien nicht zu identifizieren. Jetzt kommt durch eine parlamentarische Anfrage der Piraten heraus, dass dies doch geht.

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Favoritin bleibt vorn

Franziska Hildebrand hat das erste Einzelpodest der deutschen Biathletinnen im Olympiawinter beim Heimweltcup in Ruhpolding nur knapp verpasst.

ndPlusFrank Thomas, Hamar

Testlauf am Ort des Schreckens

Zwei Gefühlswelten treffen für Claudia Pechstein in Hamar aufeinander. Hier wurde sie 1994 erstmals Olympiasiegerin, und 2009 wegen angeblichen Dopings aus dem Verkehr gezogen.

Oliver Händler

Indiens NOK lässt Sportler hängen

Hira Lal dieser Tage aufzuspüren, ist gar nicht so einfach. Lal ist alpiner Skirennläufer - aus Indien! Der Milliardenstaat hat so wenige Skiläufer, dass es nicht einmal einen nationalen Skiverband gibt.

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Ex-Bewohner der Eisfabrik im KL-Haus

Die ehemaligen Bewohner der geräumten Eisfabrik in Mitte suchten am Freitag Zuflucht bei der Linkspartei. »Wir können die Bulgaren und die Rumänen im Karl-Liebknecht-Haus für eine Nacht unterbringen«, erklärte der Landessprecher der LINKEN, Thomas Barthel. Drei Nächte, wie von den Menschen gewünscht, seien aber nicht machbar, weil es in der Parteizentrale nicht mal Duschen gebe, so Barthel. nd/...

ndPlusSarah Liebigt 


Heute hier, morgen da

Wenn dieser Kommentar an diesem Samstag gelesen wird, haben die ehemaligen Bewohner der Eisfabrik eine weitere Nacht an einem weiteren Übergangsschlafplatz hinter sich. Und wissen wieder nicht, wo sie die nächsten Nächte verbringen sollen.

Milliarden für Wissenschaft

Mit Landesmitteln in Höhe von rund fünf Milliarden Euro haben Berlins Universitäten, Hochschulen und die Charité Planungssicherheit bis zum Jahr 2017. Am Freitag unterzeichneten Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), Uni-Präsidenten, Rektoren und Charité-Vorstand die neuen Hochschulverträge und den Charité-Vertrag. Danach erhalten alle Hochschulen zwischen 2014 und 2017 insgesamt rund 4,...

Grünes Licht für Weiterbau der U 5

Die Zwangspause für die Tunnelbohrmaschine »Bärlinde« soll bald vorüber sein. Zwei unabhängige Gutachten hätten ergeben, dass die Tunnelbohrmaschine die Röhren für die neue U-Bahnlinie 5 durch Berlins historische Mitte weiter graben kann, wie gestern nach einem Krisentreffen zwischen BVG-Chefin Sigrid Evelyn Nikutta und Roland Koch, Chef des Baukonzerns Bilfinger, mitgeteilt wurde.

Ulrike Henning

Alle Kliniken sollen bleiben

Was können Patienten in der Hauptstadt und im Umland von der Gesundheitspolitik der neuen Bundesregierung erwarten? Diese Fragen diskutierte der Verband der Ersatzkassen (vdek) der Region.

Bernd Kammer

Die Stadtgesellschaft entscheidet

Der Wohnungsbau zieht an, auch die städtischen Gesellschaften werden aktiv. Wenn es um das Tempelhofer Feld geht, gerät Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) leicht ins Schwärmen

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Wilfried Neiße

Rassismus gegen Wessis?

SPD und LINKE errichten ein »Schweigekartell«. Diesen Vorwurf erhob Helmut Müller-Enbergs am Freitag in der Enquetekommission des Landtags zur Aufarbeitung der Nachwendejahre. Er beklagte auch »Rassismus gegen Westdeutsche«

ndPlusMartin Kröger

Fast 300 brennende Autos

Die Hintergründe der Täter bleiben in vielen Fällen unklar. Neben Vandalismus und Versicherungsbetrug geht es auch um Hass und Geltungssucht. Politische Motive spielen nur noch selten eine Rolle.

Christin Odoj

Was ist rot und hat ›ne Fahne?

Er säuft sich mit einer Pulle Bier übermenschliche Kräfte an und hat das Böse in Berlin fest im Griff, der »Superpenner«. Am Montag liegt der Comic der Obdachlosenzeitung »Straßenfeger« bei.

ndPlusWilfried Neiße

Weit weg vom gewalttätigen Mann

Wenn in Berlin die Plätze in den Frauenhäusern zeitweilig knapp werden, vermittelt eine Hotline die Anruferinnen nach Brandenburg. Laut Sozialminister Baaske dürfte dies keine Dauerlösung sein.

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Zahlenzauber an der Hohen Düne

Jahrelang wurde wegen eines möglichen Subventionsbetrugs beim Bau der Yachthafenresidenz in Rostock-Hohe Düne ermittelt. Nun startet die juristische Aufarbeitung vor dem Landgericht Rostock.

Wolfgang Schmidt, Kiel

Skandinaviens Neuordnung begann in Kiel

Vom Kieler Matrosenaufstand von 1918 und seiner Bedeutung für das Ende des Kaiserreichs hört in Deutschland wahrscheinlich jedes Schulkind im Geschichtsunterricht. Vom Kieler Frieden von 1814 haben selbst Historiker wenig oder keine Ahnung. Zu Unrecht, denn am 14. Januar vor 200 Jahren fiel an der Förde eine Entscheidung großer Tragweite. »Der Kieler Frieden hat Nordeuropa neu strukturiert«, sa...

ndPlusHans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Erstes Rumpeln bei Schwarz-Grün

Im Skandal um Staatsgelder für die angeschlagene Privathochschule EBS in Hessen sollte ein U-Ausschuss Klarheit bringen. Doch dessen Arbeit ist umstritten - auch unter den neuen Koalitionspartnern.

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Schwellen und Fallen auf dem Weg zur Kultur

Eine Gruppe namens »Mind the Trap!« (Achten Sie auf die Falle!), die sich selbst als »Bündnis kritischer Kulturpraktiker_innen*« bezeichnet, intervenierte am Donnerstag bei der Eröffnung der kulturwissenschaftlichen Fachtagung »Mind the Gap!« (Achten Sie auf die Lücke!) im Deutschen Theater. Auf der zweitägigen Konferenz sollte über das Ziel gesprochen werden, Zugangsschwellen zu »Hochkultur«-A...

Transmediale: Berge von Elektroschrott

Der Glanz der digitalen Welt hat auch seine Schattenseiten. Nach der digitalen Revolution können einstige Schätze des medialen Lebens auf einer wilden Müllkippe in Afrika oder Asien landen. Die Transmediale in Berlin, ein Festival für Medienkunst und digitale Kultur, erkundet in diesem Jahr, was vom Glanz im postdigitalen Zeitalter übrig ist. Unter dem Motto »Afterglow« will das Kunstfestival a...

Ekkehart Krippendorff

Publikumsverwirrung

Sie nennen sich so - »Idealisten« - und sind es wohl auch: Kein Etikett möchte passen - Theater ohne Worte, stattdessen »Körpersprache«; aber Ballett ist es auch nicht; die kleine Truppe besteht aus sieben Architekten und zwei MusikerInnen, nennt sich »Schauplatz International«, nach der Berliner Uraufführung bespielen sie suggestive Orte wie einen Ringlokschuppen in Mülheim, eine »Dampfzentral...

ndPlusElena Zelle, Nürnberg

Was Yildiz von Hartmann unterscheidet

Dennis Langer, Tobias Hartmann, Fatih Yildiz und Serkan Seze haben zusammen insgesamt 1000 Bewerbungen verschickt - Langer und Hartmann bekamen mehr positive Rückmeldungen als Yildiz und Seze. Dabei waren die Bewerbungen identisch, bis auf die Namen.

Doris Weilandt

Die Papierwelt des Arndt von Diepenbroick

Fabelwesen sind ins Meininger Schloss eingezogen: Die Museen der thüringischen Stadt stellen in einer opulenten Schau erstmals das Gesamtwerk des Papierkünstlers Arndt von Diepenbroick vor.

Roland Böhm, Stuttgart

Der Fluch der Gelbbauchunke

Die Grünen wollen die Energiewende und zwar rasch. Doch mal ist ein Auerhuhn im Weg, mal der Rote Milan. Und manchmal auch eine Gelbbauchunke. Beobachtungen aus dem Südwesten der Republik.

ndPlusDanuta Schmidt

Galerie M vor dem Abriss

Die Galerie M steht noch nicht unter Denkmalschutz (dem »Ahornblatt« hat das aber auch nicht genützt). Seit zwei Jahren steht die Kunsthalle mit dem besonderen Licht leer und verfällt.

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Wolfgang Hübner

Sieben Tage, sieben Nächte

Angesichts solcher krisenhafter Erscheinungen des Kapitalismus ist es kein Wunder, dass die Bundeskanzlerin zum Skilaufen ins Ausland ausweichen musste, wo ihr ein zum Glück nur kleineres Malheur passierte. Aber jedes Übel hat auch sein Gutes.

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Weite Wege zum Gedenken

Wer zu Melanie Engler will, braucht viel Zeit und eine Portion Spürsinn. In Zwethau steht immerhin ein Wegweiser: »Schloss Lichtenburg«, ist zu lesen. Von der Gedenkstätte, die Engler leitet und die sich in dem Schloss der 2000 Einwohner zählenden Stadt Prettin befindet, kein Wort. Die Straße mäandert durch die platten Auen der Elbe; zu sehen sind viel Feld, viel Wald, viel Nichts. 20 Kilometer...

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Andreas Fritsche

Der Marsmensch

Während er sich mit einem Zeitungsredakteur unterhält, klingelt das Telefon. Eine Radiostation möchte mit Denis Newiak sprechen - über seinen Traum von einem Flug zum Mars, den er möglicherweise verwirklichen kann.

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ndPlusJörg Staude

Rote Karte für Windkraft(-Gegner)?

Die Blutgrätsche gilt unter Fußballern als brutales Foul. Weil es so gar keine Chance gibt, an den Ball zu kommen, werden dem Gegner die Beine weggehauen. Schiedsrichter sollten da keine Gnade kennen: Rote Karte.

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Leo Fischer

Sexualschaffner

Jasper von Altenbockum könnte ein glücklicher Mann sein. Seine Kanzlerin ordnet ihm die Welt, wie es ihm gefällt; seine CDU wird zehn Jahre lang durchregieren; und in seinem gemütlichen »FAZ«-Büro kann der einstudierte Politredakteur jene Form des Liberalismus pflegen, die niemals mit ihren eigenen Widersprüchen konfrontiert wird. Wenn es da nicht die Sexualität gäbe! Den todverfallenen Fleischtanz!

Das Hässliche ist das Schöne

Der Sohn eines aus Deutschland stammenden Schneiders wuchs in den USA in ärmlichen Verhältnissen auf. An die Schule, die er im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn besuchte, hatte er später eher schlechte Erinnerungen: »Mich kann man nichts lehren; ich muss alles selbst herausfinden.« Mit finanzieller Unterstützung seines Vaters nahm er ein Universitätsstudium auf, das er jedoch nach zwei Jahr...

Martin Koch

Zwischen Kenntnis und Klischee

Wenn es darum geht, die Vorzüge und Nachteile ihres Landes zu benennen, sind viele Bundesbürger nicht gerade zimperlich. »Was ist typisch deutsch?« wollte das Meinungsforschungsinstitut Gallup wissen.

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Wagner fordert ein Bekenntnis

»[Wager] äußerte selbst, dass der ›Ring‹ erst nach der Revolution verstanden werden könne. Und damit bezog er sich nicht auf die 48er Erhebung, sondern er meinte eine neue, gründlichere Veränderung der Gesellschaft seiner Zeit.« »Wir sind der Meinung, dass die Einkleidung in die germanische Mythologie für Wagner ein Mittel der Verfremdung war. Mit anderen Worten: Er hat die Parabelfo...

Werner Wolf

Kunst für die klassenlose Gesellschaft

Noch immer wird um Richard Wagner gestritten. Zwar ficht kaum noch jemand Wagners epochale Leistungen an, umso heftiger aber werden seine menschliche Haltung und sein Lebensweg kritisiert - oft ohne Kenntnis.

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ndPlusPeter Nowak

Protest von Bibeltreuen

»Absolutes Nein zur Frühsexualisierung. Mit diesem Bildungsplan würden noch mehr Stellen für Genderfeministinnen geschaffen, die dann die Buben diskriminieren und lesbische Mädchen entdecken.« Mit solchen Statements auf der Kommentarleiste einer Online-Petition machen Gegner des Bildungsplans 2015, eines Reformprojekts der grün-roten Landesregierung von Baden-Württemberg, mobil.

ndPlusLena Tietgen

Wie nah ist Lampedusa?

Ende 2013 protestierten in Hamburg circa 4000 Schüler mit einem Schulstreik gegen die bestehende Flüchtlingspolitik. Das ist bemerkenswert, denn zum einen hatte der Protest den Charakter eines selbstorganisierten Projektunterrichts, zum anderen mischt sich eine neue Generation politisch ein und holt so die Frage der Migration in die mediale Mitte der Gesellschaft.

Jürgen Amendt

Arabisch und Türkisch genießen kein hohes Prestige

Das Urteil von Margot M.* fällt hart aus. »Die Stärkung der Herkunftssprache ist in Berlin politisch nicht gewollt«, meint die Lehrerin, die seit vielen Jahren Kinder mit sogenanntem Migrationshintergrund an einer Schule im Stadtteil Kreuzberg unterrichtet.

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ndPlusAlexander Bahar

Marinus van der Lubbe

Der »Reichstagsbrandprozess« vom 21. September bis 23. Dezember 1933 vor dem 4. Strafsenat des Leipziger Reichsgerichts gilt manchen deutschen Juristen noch heute als im Wesentlichen rechtsstaatliches Verfahren - trotz manipulierter Beweismittel, gedungener und aus Konzentrationslagern vorgeführter Zeugen sowie offenkundigen Verstößen gegen die Strafprozessordnung. Für die Hitler-Regierung, die...

Kurt Pätzold

Ich begehr, nicht schuld zu sein

Hierzulande lässt sich keine Jahresschwelle überschreiten, ohne dass sich Gedanken auf einen bevorstehenden Tag richten, der in Geschichtskalendern hervorgehoben ist. Im eben zu Ende gegangenen Jahr war dies die Völkerschlacht bei Leipzig vor zweihundert Jahren. Nun, 2014, richtet sich der Blick auf jenen ersten Augusttag, da es ein Jahrhundert her sein wird, dass der Krieg begann, der von den ...

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Martin Koch

Schlafmangel schädigt das Gehirn

Dass Menschen regelmäßig schlafen, trägt zu ihrer seelischen Entspannung bei. Denn bei einem Leben im dauernden Wachzustand würden sich die psychischen Belastungen des Alltags vermutlich rasch bis ins Unerträgliche steigern.

ndPlusWalter Schmidt

Zuwachs von allen Seiten

Wenn eine moderne Stahl- oder Spannbetonbrücke gebaut wird, rückt sie von den Talschultern aus zur Mitte vor. So ähnlich schließt sich auch eine Hautwunde. Wie auf einem Förderband schieben sich neu gebildete Zellen unter der intakten Haut hindurch von allen Seiten aus auf die Wunde zu. Im Wundbereich werden sie anschließend von nachrückenden Zellen nach oben gedrückt und reifen zu schildförmig...

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ndPlusReinhard Renneberg

Djerassis (hoffentlich nicht) letzte Autobiografie

Drei Tage Arbeitsurlaub von meiner Hongkonger Uni! Ein - sicher unbeabsichtigtes - Geschenk von Carl Djerassi, der mir die elektronische Fassung seiner neuesten Autobiografie zugeschickt hatte. Ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen, so spannend ist sein Leben. Carl Djerassis Autobiografie gibt einen tiefen detaillierten Einblick in sein turbulentes Leben: Geboren und aufgewachse...

Susanne Aigner

Vertrocknende Flüsse

Im südlichen Afrika legt der Okavango auf seinem Weg durch Angola, Namibia und Botswana einen Weg von rund 1300 Kilometern zurück. Mit seinen Nebenflüssen ist der Okavango die Lebensgrundlage für nahezu eine Million Menschen. Sein Einzugsgebiet entspricht etwa der Hälfte der Fläche Deutschlands. An die zehn Milliarden Kubikmeter Wasser bringt der Fluss jährlich aus dem Hochland von Angola bis i...

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Internet sticht

Der deutsche Skatchampion Walter Schneider aus Koblenz macht sich Sorgen um den Nachwuchs bei den Kartenspielern. Viele Menschen spielten zwar im Internet, kämen aber nicht mehr in die Vereine, klagt er. »Wenn sie Lust haben, dann spielen sie - aber in die Vereine, wo der Altersdurchschnitt inzwischen 50 Jahre beträgt, bekommt man die leider nicht.«. Allerdings bräuchten die Skatvereine e...

ndPlusMike Mlynar

Das Problem mit den Socken

Anton B. ist privat und beruflich hoch geschätzt, ein eloquenter Unterhalter, treffsicher im Urteil. Indes hat er eine kleine Minusvariante: Er ist etwas farbunsicher, präziser: Er kann bestimmtes Rot nicht von Blautönen unterscheiden, und auch bei Grün und Braun kommt er in Nuancen ins Rätseln bzw. Raten. Schwierigkeiten damit hatte er weder in seiner Armeezeit noch bei der Fahrprüfung. ...

ndPlusUdo Bartsch

Darf’s nicht ein bisschen spektakulärer sein?

nd: Wie erklären Sie sich, dass der Verlag Ravensburger das Thema Bankraub vermieden hat? Dernbach: Man formuliert Ziele gern positiv. Die Spieler versetzen sich in die Rolle der Sicherheitsfirma und wollen einen guten Job machen. Ich finde das sehr realistisch und überhaupt nicht lächerlich. Es gibt viele professionelle Firmen, die genau das tun, was auch im Spiel passiert: Sie engagieren ...

Udo Bartsch

Bankraub legal

Sie sind clever, etwas anrüchig und sie sind Profis: ein Schlossknacker, ein Verwandlungskünstler, eine Programmiererin, eine Artistin. Nachts steigen sie in das hoch gesicherte Bankgebäude ein, schleichen am Wächter vorbei, setzen das Alarmsystem außer Betrieb, knacken den geheimen Code des Goldtresors und ... nein, sie machen sich nicht mit den Barren auf und davon! Auch wenn der Spieletitel ...

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ndPlusAxel Pinck

Heiße Luft am Polarkreis

Jedes Jahr Anfang Februar findet 70 Kilometer jenseits des Polarkreises in Gällivare das nördlichste Ballonfestival der Welt statt.

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Stephan Brünjes

In der Unterwelt der Auto-Dealer

Tom Hoffmeister und Jennifer Kraus kamen zuversichtlich. Ihren Mitsubishi Starwagon würden sie schnell loswerden. Denn außer ihnen sind heute nur zwei, drei andere Autoverkäufer hier unten in der von Neonröhren schummrig beleuchteten Ebene 2 des Parkhauses Kings Cross in Sydney. Die beiden 26-Jährigen aus Schenefeld bei Hamburg parkten ihren Kleinbus und breiteten sein Innenleben auf dem öligen...

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ndPlusChristina Matte

Wild geworden

Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Derk Ehlert telefoniert mit einer Frau aus Hohenschönhausen. Sie hat ihn angerufen, weil ihr in ihrem Wohngebiet ein Fuchs begegnet ist