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UNTEN LINKS

Bevor Hans-Peter Friedrich die Geheimnisse der deutschen Landwirtschaft preisgeben konnte, musste er nun zurücktreten. Er zeigt damit ein Einsehen in die Notwendigkeiten der Geheimhaltung. In letzter Minute allerdings nutzte er seine privilegierte Situation noch einmal aus, indem er Horst Seehofers Rücktrittsplanungen überraschend auf einer Presskonferenz ausplauderte. Wahrscheinlich ersucht Fr...

René Heilig

Ein Waschweib dankt ab

Entschuldigung. Es ist sicher ein Vorurteil, dass die, die von Berufs wegen am Zuber standen, besonders geschwätzig waren. Friedrich jedenfalls war es, gestern Abend hat man ihm das Waschbrett genommen. Weil er der SPD schon in Sondierungszeiten gesteckt hatte, dass gegen Edathy etwas im Busche ist? Nein, er wurde gegangen, weil er sich beim Kungeln erwischen ließ.

Wie rechts ist die Linke?

Jürgen Klute will sich nicht mehr um einen Platz auf der Kandidatenliste für die Europawahlen zu bewerben. Unter anderem stört ihn die Nähe zwischen LINKEN und rechtspopulistischen Positionen.

Es geht um Politikfähigkeit

Bernd Riexinger steht an der Spitze der LINKEN. Über die Debatten im Vorfeld des Parteitages in Hamburg sprach der Gewerkschafter aus Baden-Württemberg mit Uwe Kalbe und Tom Strohschneider.

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ndPlusOlaf Standke

Zurückhaltung gefragt

Besuche Washingtoner Spitzenpolitiker in Peking sind längst mehr als bilaterale Angelegenheiten. So auch die jüngste Visite von Außenminister John Kerry. Im Falle des nordkoranischen Atomwaffenprogramms forderte er stärkeren chinesischen Druck, im Territorialstreit Chinas mit seinen Nachbarn mahnte Kerry Mäßigung an.

ndPlusKatja Herzberg

Verschrottete Linke

Als »rottamatore« - Verschrotter - bezeichnet sich Matteo Renzi selbst gern. Wer dieses Wort hört, soll den Tatendrang des wahrscheinlich nächsten Ministerpräsidenten Italiens spüren. Renzi hat sich vorgenommen, den in vielerlei Hinsicht verkrusteten Mittelmeerstaat rundum zu erneuern

Guido Speckmann

Gazprom-Gerd und sein Gütesiegel

Gerhard Schröder wird bald 70. Altersmilde indes ist er noch nicht. In seinem neuen Buch »Klare Worte« verteidigt er erneut die umstrittene Agenda 2010. Diese sei »eine der Grundlagen dafür, dass wir besser durch die Krise von 2008/09 gekommen sind als andere Staaten in Europa«. Auf sein »Gütesiegel« werde er sogar in Paris, Seoul, Peking oder Washington angesprochen. Einige Ökonomen jedoch sind anderer Ansicht.

Irina Wolkowa, Moskau

Hartnäckig sanft

Ella Pamfilowa hat die 60 überschritten und sich dennoch das schüchterne Jungmädchenlächeln bewahrt. Bald wird sie es allerdings mit einem Schwergewicht zu tun haben: Wladimir Putin.

Anderen beim Reichsein zuschauen

Eine weitere Mauer fällt, Europa bekommt voraussichtlich seine nächste Wiedervereinigung. Nord- und Südzypern wollen erneut darüber abstimmen, ob sie wieder ein Zypern sein wollen, oder jedenfalls eine Föderation

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Alarmstufe Braun

Politik besteht aus Kompromissen, heißt es. In Brandenburg aber verwechselt die Linkspartei Kompromiss mit Schizophrenie: Sie handelt konträr zu ihren eigenen Beschlüssen.

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Uwe Kalbe

Mit Europa noch nicht im Reinen

Wenn am Sonnabend im Hamburger Congress Center der Europaparteitag der LINKEN beginnt, ist die Kuh bereits vom Eis. Jedenfalls mit den Vorderhufen. Über das Wahlprogramm wird es keine allzu konträren Auseinandersetzungen mehr geben.

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René Heilig

Kennt die Kanzlerin keine Whistleblower?

Aus dem Fall Edathy ist eine Staatsaffäre geworden. Den erste Rücktritt hat es gegeben. Doch es geht wohl nicht nur um den Verrat von Dienstgeheimnissen. Vorläufige Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Libysch-Verwirrendes

Verwirrenden Putschmeldungen kommen aus Libyen. Ein Militärführer setzte offenbar wieder auf die Macht der »Revolutionäre«.

Kerry zufrieden mit Sondierungen

Im Gerangel um Nordkoreas Atomwaffenprogramm soll China nach dem Willen der USA stärker Druck auf das Regime in Pjöngjang ausüben. »Ich habe die Chinesen ermutigt, jeden Hebel anzusetzen, der ihnen zur Verfügung steht«, so US-Außenminister John Kerry.

Anna Maldini, Rom

Renzi arbeitet sich vor

Ministerpräsident Enrico Letta ist zurückgetreten. Er macht so den Weg für eine Regierung unter seinem Parteifreund Matteo Renzi frei. Zuvor entzogen die Demokraten Letta das Vertrauen.

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Klaus Joachim Herrmann

In Kiew schmelzen die Barrikaden

Die ukrainische Krise bleibt in Kiew, aber auch für Moskau und Berlin das Spitzenthema. Doch wurde es um den Konflikt ruhiger. International scheinen auch die Anhänger der Konfliktparteien zurückzustecken.

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Hermannus Pfeiffer

Steuerparadies Deutschland

Die 30 größten deutschen Konzerne, zusammengefasst im Deutschen Aktienindex (DAX), veröffentlichen auch in der diesjährigen Börsenberichtssaison nur handelsrechtliche Jahresabschlüsse.

ndPlusFabian Lambeck

Arbeitslosigkeit wird billiger

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlichte am Mittwoch eine Studie, wonach sich die Ausgaben für Erwerbslose innerhalb von nur zehn Jahren »real mehr als halbiert« hätten.

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Wissen sie, was sie tun?

Bei der Berlinale werden jedes Jahr Filme gezeigt, die weder an dem Rennen um die Auszeichnungen teilnehmen, noch dem Festivalprinzip des engagierten Films besonders eng verbunden sind. Die laufen dann in »Sondervorführungen«, »im Wettbewerb außer Konkurrenz«, bei »Special-Screenings« oder in anderen, notfalls neu zu schaffenden Kategorien. Das Motiv ist klar - eine Hand wäscht die andere: Die ...

Gunnar Decker

Alles Timing?

Das fast dreistündige Opus »Boyhood« war im Wettbewerb der Berlinale zu sehen und wurde von den Filmjournalisten aus aller Welt überaus euphorisch aufgenommen. Fast erleichtert brach der Beifall hervor.

ndPlusCaroline M. Buck

Gewalten

Die Filme der Berlinale-Sektion für Kinder und Jugendliche sind milder geworden mit den Jahren (oder vielleicht eher: ihre Auswahl), aber blind für die oft unschönen Realitäten kindlicher Lebenserfahrungen sind sie deshalb noch lange nicht. Zwei Filme der diesjährigen Untersektion 14plus für ein jugendliches Publikum ab 14 Jahren handeln von Gewalterfahrung in- und außerhalb der Familie. Im chi...

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Zeit für fairen Blick

Es gibt tatsächlich Kunstwerke, die fast jeder Einwohner eines Landes kennt. Das meint der Dresdner Kunsthistoriker Paul Kaiser und verweist dabei nicht etwa auf die »Mona Lisa«, sondern auf »Peter im Tierpark« des 1926 geborenen Harald Hakenbeck. Dieses 1960 entstandene Bild zierte über Jahrzehnte hinweg diverse Schulbücher der DDR und prägte die Kunstvorstellungen einer ganzen Generation. »Je...

ndPlusRoberto Becker

Girlanden

Es brauchte kein Verdi-Jahr, um sich an dessen Vorgänger zu erinnern. Dass der große National-Opern-Heroe nicht vom Himmel gefallen ist, sondern auf deren Schultern steht, hört man an vielen Stellen. Die Protagonisten des sogenannten Belcanto, des schönen Gesangs, wie Rossini, Bellini und Donizetti haben ihren eigenen Platz im Repertoire. Nicht ganz vorne oder in der Loge, dafür aber sicher. Wo...

ndPlusJürgen Amendt

Für immer Zehn

Wenn man über Matt Groening, den Erfinder der Zeichentrickserie »Die Simpsons« schreiben will, darf der Name Rupert Murdoch nicht fehlen. Der Medientycoon mit Hang zum rechten politischen Lager ist Herr über den Medienkonzern »News Corporation«, dessen US-Filiale »Fox« und dessen Ableger »Fox News«, das Sprachrohr der rechtspopulistischen »Tea Party«. Ein Feind des Subversiven also. Einer...

Marion Pietrzok

Wer bin ich?

In den Räumen der Akademie der Künste in Berlin werden sieben der Filme auf frei im Raum hängenden Projektionsflächen präsentiert. An den Wänden zweier anderer Säle sind zwei später gedrehte Videos zu sehen.

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Oliver Händler, Laura

Belarus läuft, trifft und tanzt

Die erfolgreichsten Biathlonnationen heißen nicht mehr Norwegen, Russland oder Deutschland. Die Frauen aus Belarus hinterlassen in Sotschi die tiefsten Spuren.

Dieses Rennen war extrem

Der Tscheche Lukas Bauer hätte mit einer Medaille über 15 Kilometer Langlaufgeschichte schreiben können. Oliver Händler erzählte er danach, dass er vor 
allem zeigen wollte, dass 
auch er noch schnell laufen könne.

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Leichtes Rennen im schweren Schnee

Kein Kostelic, Miller, Ligety: Sandro Viletta ist überraschend Olympiasieger in der Kombination. Der Schweizer Skirennfahrer fuhr am Freitag als 14. der Abfahrt im anschließenden Slalom noch ganz nach vorn.

Ab jetzt Stammgast im »Ewropa«

Ich habe mir so einiges vorgenommen bei diesen Olympischen Spielen. Dinge, die ich bei vorangegangenen nicht geschafft habe: Jede Wettkampfstätte mindestens einmal besuchen, mehr als fünf Stunden pro Nacht schlafen, nicht jeden Tag im Medienzentrum bei McDonalds essen.

Thomas Dudek

Mit Erlaubnis des Staatspräsidenten

Was hat er, was ich nicht habe? Adam Małysz war einmal: Weil Kamil Stoch im Gegensatz zum Schnauzbartträger Olympiagold gewann, ist er Polens neuer Liebling.

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Abwahl gescheitert

Die Abwahl des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Berlin, Gideon Joffe, ist gescheitert. Die Initiative dazu in der zerstrittenen Gemeinde habe keine ausreichende Unterstützung bekommen, erklärte Gemeindeparlamentschef Michael Rosenzweig. Für eine Neuwahl wären 1824 Stimmen notwendig gewesen. Bei einer Nachprüfung bestätigten aber nur 488 Mitglieder ihre Unterschrift beim Abwahlantrag. dpa/nd...

ndPlusAndreas Fritsche

Sieben Brücken

»Über sieben Brücken musst du gehn, sieben dunkle Jahre überstehn«, sang die Ostrockband »Karat« und Peter Maffay machte das Lied auch im Westen bekannt. In Berlin heißt es vielleicht irgendwann: »Über sieben Brücken darfst du gehn.« Die anderen sind dann gesperrt - und das länger als sieben Jahre lang. Aktuell sind 29 Brücken für schwere Fahrzeuge verboten. Es gibt auch baufällige Brücke...

Oranienplatz: Bleiberecht als Lösung

Der nächste Runde Tisch der kirchlichen Wohlfahrtsverbände zur Flüchtlingsproblematik in Berlin soll Anfang März tagen. Ein genaues Datum stehe noch nicht fest, sagte Thomas Gleißner, Sprecher der Caritas, am Freitag auf dpa-Anfrage. Im Hintergrund liefen derzeit sehr viele bilaterale Gespräche zwischen Mitgliedern des Runden Tisches und verantwortlichen Stellen auf Landes- und Bundesebene, um ...

Bernd Kammer

Gründlich verrechnet

Der Hauptstadtflughafen BER wurde von Beginn an zu klein geplant. Das bestätigte gestern vor dem Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses Rolf Nozon, der als Teilprojektleiter u.a. den Bau des Terminals verantwortete, bis er Mitte 2012 vom neuen, inzwischen selbst degradierten technischen Geschäftsführer Horst Amann abgesetzt wurde.

Marina Mai

Zapfhahn abgedreht

Der berlinweit bekannten Nazikneipe »Zum Henker« in Schöneweide hat gestern das Berliner Landgericht den Zapfhahn abgedreht. Es gab einer Kündigung des Vermieters zum heutigen Samstag statt.

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»Berlin kann Olympia«

Der Berliner Innensenator Frank Henkel hat bekräftigt, dass Berlin zur Organisation Olympischer Spiele in der Lage wäre. »Im Falle des Falles können wir selbstverständlich in Berlin Olympia«, sagte der Politiker am späten Donnerstagabend bei seinem Winterspiele-Besuch im Deutschen Haus von Krasnaja Poljana. Zuletzt wollte Berlin die Spiele 2000 ausrichten, scheiterte aber an Sydney. Alfon...

Attacke mit Glasflasche

Der 26-Jährige stand völlig arglos an einer Straßenkreuzung, als ein Mann über ihn herfiel. Sieben Monate nach dem tödlichen Stich in den Hals steht der mutmaßliche Täter seit Freitag wegen Mordes vor dem Berliner Landgericht. Der 24-Jährige werde sich erst an einem der nächsten Verhandlungstage zu den Vorwürfen äußern, sagte sein Verteidiger. Der Angeklagte war in der Nacht zum 21. Juli zunäch...

Wilfried Neiße

400 Lehrer sind langfristig krank

Aufwändigen Maßnahmen zur Lehrergesundheit zum Trotze wächst die Zahl der krankheitsbedingten Ausfälle. Stärker als die Gegenmaßnahmen sind altersbedingte Gebrechen.

ndPlusPeter Kirschey

Ein Leben ohne Ziel und Verstand

Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Zwei Männer sollen am 9. Juli 2013 versucht haben, einen Portugiesen am Neptunbrunnen zu töten.

ndPlusAndreas Fritsche

Žednogo stopa fašistam!

Am Sonnabend will die NPD ab 12 Uhr durch Cottbus marschieren. Die Zivilgesellschaft wehrt sich. Menschen aus ganz Brandenburg beteiligen sich an den Gegendemonstrationen.

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Rücktritt nach Sponsoring

Miesbach. Der Miesbacher Landrat Jakob Kreidl (CSU) ist als Präsident des Bayerischen Landkreistags zurückgetreten. Wegen einer von der Sparkasse gesponserten Geburtstagsfeier und wegen seines aberkannten Doktortitels war er unter Druck geraten. Um Schaden vom Landkreistag und den Landräten abzuwenden, lege er »mit sofortiger Wirkung« sein Amt als Verbandschef nieder, schrieb Kreidl am Freitag ...

Hendrik Lasch, Dresden

Dresden zieht Erfolgsbilanz mit Abstrichen

Einen Tag nach dem Gedenken an die Zerstörung Dresdens hat das Bündnis »Dresden nazifrei« eine vorwiegend positive Bilanz gezogen. Das Ziel, den 13. Februar in diesem Jahr ungestört von Veranstaltungen der rechten Szene begehen zu können, habe man erreicht.

Angela Dietz
 und Folke Havekost, Hamburg

Weggebaggerte Hoffnungen

Die Bagger stehen vor Ort, die Mieter stehen vor offenen Fragen. In dieser Woche begannen vorbereitende Maßnahmen zum Abriss der umkämpften und wegen Einsturzgefahr im Dezember geräumten Esso-Häuser.

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»Bamboleo« im Huxley’s

»Bamboleo«, »Volare«, »Baila Me« - drei Welthits der weltberühmten Flamenco-Pop-Band Gipsy Kings, die am 15. Februar 2014 zu einem exklusiven Deutschlandauftritt nach Berlin kommen. Das Konzert der südfranzösischen, spanisch-stämmigen Band wird ein besonderes werden: Sie feiert auf ihrer Welttournee 25-jähriges Bestehen. Zeitig vor der internationalen Rundreise zum Jubiläum veröffentlichten die...

Dreimal pro Jahr ins Kino

Die Berliner gehen im Schnitt fast dreimal im Jahr ins Kino. Zu verdanken ist das nicht zuletzt dem großen Angebot. In der Stadt gibt es 91 Kinos mit 266 Sälen - so viel wie nirgends sonst in Deutschland. Das geht aus den Zahlen der Filmförderungsanstalt (FFA) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Danach kamen 2013 auf 3,4 Millionen Einwohner 9,4 Millionen Kinobesuche. Das ist ein le...

Mit Tänzern auf Augenhöhe

Die Reihe »Nah dran« präsentiert an diesem Samstag und Sonntag wieder neue oder weiterentwickelte kurze Stücke junger Tänzer und Choreografen, wobei die Grenzen zu Körper-, Sprech- und Musiktheater sowie Performance offen sind. Premiere hat »thursday«, Choreografie und Tanz Asayo Hisai. Zu sehen sein werden auch »Can Love be a Sin?«, Konzept, Choreografie & Tanz Benjamin Coyle, sowie die Pr...

Streit um Qualität der Kitas

Der Landesförderverein Kindertagesstätten hat das Land Thüringen davor gewarnt, die Betreuungsqualität in Kindergärten zu senken. In diesem Fall werde es ein neues Kita-Volksbegehren geben, kündigte Vereinschefin Bettina Löbl am Freitag in Erfurt an.

Boris Nowack

Grundloses Glück

Als Elias Gottstein und Carl Luis Zielke vor vier Jahren ihre Wohnung aufgaben, hatte das rein pragmatische Gründe. »Wir wollten Straßenmusik machen und stellten fest, dass wir uns kaum in unserer Wohnung aufhielten, für die wir aber jeden Monat Miete zahlten«, erinnert sich Gottstein. Seither ist das Duo Guaia Guaia ohne Obdach, aber selten obdachlos unterwegs, verdient mit Auftritten und CD-V...

ndPlusDoris Weilandt

Das Künstlerkloster im Muldetal

Die 1974 gegründete Künstlergemeinschaft Schaddelmühle in Sachsen wurde zum Inbegriff für figürliche und experimentelle Keramik. Ein neues Buch gibt Einblick in die letzten 40 Jahre.

ndPlusPetra Buch, Freyburg

Die Geschichte von David und Rotkäppchen

Freyburg an der Unstrut ist ein Zentrum der Sektproduktion in Deutschland. Marktführer Rotkäppchen-Mumm ist hier ansässig. Und die Winzervereinigung Freyburg, die vieles anders macht.

Schön ist, was Erfolg hat

Es gibt keine Kunst, außer man glaubt daran, sagt Valerie Moser. Die Soziologin hat untersucht, wer in Berlin im Feld Kunst alles mitspielt – und wer nicht. Marlene 
Göring sprach mit ihr.

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Sieben Tage, sieben Nächte

Können Sie sich noch erinnern, was zu Wochenbeginn in aller Munde war? Nein? Ihnen kann geholfen werden. Da beschäftigte die Nation zunächst heftigst der Rücktritt des ADAC-Chefs nach tagelangen immer neuen Enthüllungen über den allzu kreativen Umgang mit Zahlen, Rankings und Hubschraubereinsätzen. Dann waren da die Debatten um Steuerhinterziehungen von prominenten Zeitgenossen, diesmal unter b...

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ndPlusBurga Kalinowski

Hartz IV für Romeo und Julia

Runter von der Bühne, ran an die Putzeimer. Das Leben als Künstler kann einen berühmt machen, aber nur in den seltensten Fällen reich. Die Mehrzahl deutscher Filmschauspieler lebt von maximal 20 bezahlten Drehtagen im Jahr.

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René Heilig

Der Mann mit dem Hund

Erledigt! Nein, nicht der Fall. Sebastian Edathy Mann ist erledigt! Öffentlich ist er es spätestens seit der pressebekannten Durchsuchung seiner Wohnung und der Büros. René Heilig über einen Mensch im freien Fall.

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ndPlusThomas Frahm

Not oder Nonchalance?

Empörung und heftige Diskussionen machen sich in Deutschland breit. Von »Einwanderung in die Sozialsysteme« ist die Rede. Die bayrische CSU nutzt wie immer vor Wahlen die Unrechtsvermutung gegenüber allem Fremden; diesmal sind es die allseits unbeliebten Roma vom Balkan, denen Betrugsabsicht unterstellt wird. Die Probleme in jenen deutschen Städten und Gemeinden, auf die sich der Zuzug der Arme...

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»Das Politbüro hat gestern getagt ...«

Am Mittwoch, zwei Tage vor dem hohen Fest, dem Jahrestag der Republik, hatte Klaus Gysi, der Minister für Kultur im Staate, den Regisseur Gerald Schauter zu einem Gespräch zu sich in seinen Amtssitz bestellt, mit der etwas unverbindlich klingenden Einladung, es gehe um eine Absprache über letzte Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit am oder mit dem »Grimm-Film«, was eine größere Gefahr für die Ve...

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Jürgen Amendt

In der Welt der digitalen Eingeborenen

Computerspiele gehören zum Alltag vieler Jugendlicher. In den Medien genießen sie keinen besonders guten Ruf. Manche Medienpädagogen halten das für Alarmismus. Computerspiele können für das Lernen genutzt werden.

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ndPlusLena Tietgen

Land unter im Königreich

Dieser Tage regnet es in Großbritannien nahezu ununterbrochen, Teile der Grafschaft Somerset stehen mittlerweile unter Wasser. Man befürchtet, diesen Landstrich aufgeben zu müssen. Nun ist die Themse über die Ufer getreten.Das Hochwasser hat London erreicht, wo sich noch immer Spekulanten austoben, derweil die Mittelschicht aufgrund der hohen Mieten zunehmend auf das Umland der britischen Haupt...

ndPlusLena Tietgen

In neoliberaler Mission unterwegs

Großbritanniens Bildungsminister Michael Gove hat einen Plan. Er möchte die Differenz zwischen Privat und Staat einebnen, um die Qualität staatlicher Sekundarschulen zu verbessern. Ein Auszug aus der Giftliste zeigt, wohin die Reise gehen soll.

Angelika Teudt

Keine Lust auf Deutsch

Auf der britischen Insel ist das Interesse an Fremdsprachen gering ausgeprägt. Einer Studie der britischen Tageszeitung »The Guardian« zufolge, befinden sich Fremdsprachen besonders an Hochschulen in der Krise.

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Neues JahrBuch

Übergreifende Thematik des ersten diesjährigen Heftes des JahrBuchs für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung ist die Lage von Arbeitenden sowie ihr Widerstand gegen bedrückende Ausbeutung oder Drangsalierungen jeglicher Art - und zwar in Bereichen der Weltarbeiterschaft, die ansonsten wenig Beachtung finden oder zumindest in ihrer Dimension sträflich unterschätzt werden. So behandelt...

Hans-Christoph Rauh

Ein Prometheus unter den Denkern

Hemmt man den Fortgang des menschlichen Geistes, so sind nur zwei Fälle möglich: der erstere, unwahrscheinlichere - wir bleiben stehen, wo wir waren, wir geben alle Ansprüche auf Verminderung unseres Elendes und Erhöhung unserer Glückseligkeit auf, wir lassen uns Grenzen setzen, über die wir nicht schreiten wollen; oder der zweite, weit wahrscheinlichere: der zurückgehaltene Gang der Natur bric...

ndPlusTill Bastian

Das Trauerspiel von Afghanistan

Vor 25 Jahren, am 15. Februar 1989 überquert ein Kontingent sowjetischer Truppen jene Brücke über den Fluss Amu-Darja, der die Grenze zwischen Afghanistan und der damaligen Sowjetunion (heute Turkmenistan und Usbekistan) bildet. General Boris Gromow, 46 Jahre alt, passiert - von einer Fernsehkamera aufmerksam beobachtet - die Brücke zu Fuß. Er ist der letzte sowjetische Soldat, der das Land ver...

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Iris Rapoport, Berlin und Boston

Zuckriges Zündeln

»Die Fette verbrennen im Feuer der Kohlenhydrate«. So etwa formulierte es der Nobelpreisträger Otto H. Warburg in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, als man begann, die Grundzüge unseres Stoffwechsels aufzuklären. Und so hörte ich es als Studentin in der Ernährungsvorlesung. Das klang gut und blieb im Ohr - bis heute. Aber was bedeutet es? Verbrennen bedeutet chemisch: Reaktion mit Sauer...

ndPlusDieter B. Herrmann

Genialer Forscher genial gefälscht

Der Name Galileo Galilei gilt heute als Synonym für den Beginn moderner Naturwissenschaft an der Schwelle zur Neuzeit. Galilei erkannte als einer der Ersten, dass man die Natur durch Beobachtungen und Experimente befragen muss, um sie zu verstehen. Die herrschende Konvention, Wahrheiten aus den Büchern antiker Autoritäten und durch spitzfindige logische Debatten zu erschließen, lehnte er ab. Zu...

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100 Kilometer Tunnel nur für Teilchen?

Das europäische Kernforschungszentrum CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) erwägt den Bau eines neuen gigantischen Teilchenbeschleunigers. Unter der Erde zwischen Frankreich und der Schweiz könnte künftig ein bis zu 100 Kilometer langer Ringtunnel gebaut werden, teilte die Forschungseinrichtung am Donnerstag in Genf mit. Rund 100 Wissenschaftler aus aller Welt treffen sich kommen...

ndPlusMartin Koch

Wissenschaft im Zwielicht

Geld verdirbt den Charakter, heißt es. Ob und inwiefern diese Volksweisheit tatsächlich zutrifft, haben jetzt zwei britische Wissenschaftler herauszufinden versucht, Andrew Oswald von der University of Warwick und Nick Powdthavee von der London School of Economics.

Andreas Knudsen

Forschung in eisigem Tunnel

Das Schwarzeislabor ist einzigartig in der Welt, denn es gestattet den Glaziologen einen Blick in den Bauch eines Gletschers. Das ist möglich durch einen 1500 Meter langen Tunnel unter ihm.

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ndPlusStephan Brünjes

Urlaub mit »Schneeversicherung«

Ja, selbstbewusst sind sie hier in Neustift, dem Hauptort des Tals. »Lieber Stubai statt Dubai« plakatieren sie auf T-Shirts in den Schaufenstern. Klares Signal: Wir sind nicht nur ein besonders familienfreundliches Skigebiet in den Alpen, sondern messen uns gern auch mit anderen angesagten Ferienzielen. Vorbei die Zeit, als man sich im Stubaital mit fremden Federn schmückte: Wer mit Kindern hi...

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ndPlusHeidi Diehl

Grüß Gott, Herr Fontane!

Na, das nenn ich aber eine Überraschung. In Bad Kissingen habe ich nun wirklich nicht mit Ihnen gerechnet, verehrter Herr Fontane. Halb fiktive Begegnung mit dem märkischen Wanderfürsten.