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Tom Strohschneider

Weniger Parolen

In Hamburg spielte nur eine Nebenrolle, was nun wirklich in Europa und wie veränderbar ist, welche Widersprüche dabei auszuhalten sind, welche Bündnispartner welche Rolle spielen könnten und wo die Grenzen für absehbare Kompromiss liegen müssten.

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Uwe Kalbe, Hamburg

Kritik nur noch in schöner Sprache

Eine klare Delegiertenmehrheit stimmte am Sonnabend dem Wahlprogramm der Linkspartei zu. Die nächsten Debatten sind verschoben - bis nach der Europawahl.

ndPlusUwe Sattler, Hamburg

Zwischen den Stühlen

Wie linke Europapolitik umgesetzt wird, hängt wesentlich von den Abgeordneten in Brüssel ab. Die in Hamburg beschlossene Kandidatenliste ist bunt zusammengesetzt. An ihrer Spitze: Gabi Zimmer.

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Irgendwie so ein Hauch von Wulff?

Es braucht nicht viel, um im politischen Berlin eine Welle zu provozieren, die Politiker unter sich begräbt. Das weiß man spätestens seit der Hatz auf den einstigen Bundespräsidenten Christian Wulff. Der verlor sein Amt, der verlor das, was er für seine Ehre hielt. Beides kann ihm ein (so gut wie) gewonnener Prozess nicht wieder geben.

ndPlusTom Strohschneider

Eine Frage des Vertrauens

»Faire Partner« wollten Union und SPD sein. Das Versprechen scheint lange her. Aus dem Fall Edathy wurde eine Krise der Großen Koalition.

René Heilig

Affäre Edathy: Letzte Runde für Oppermann?

Mehr und mehr belastet die »Affäre Edathy« die Große Koalition. Nach dem Rücktritt von Bundesminister Hans-Peter Friedrich (CSU) schießt die Union scharf gegen ihren Koalitionspartner.

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Olaf Standke

Keine Alternative

Kaum 30 Minuten dauerte am Wochenende das letzte Treffen zwischen den Delegierten von Opposition und Regierung. Der zweite Anlauf der Syrien-Verhandlungen in Genf endete schließlich sang- und klanglos in einer politischen Sackgasse; Hauptstreitpunkt bleibt die von der Opposition geforderte Übergangsregierung in Damaskus. Dabei hatte die Friedenskonferenz im Januar noch mit einem Großaufgebot von Außenministern so fulminant begonnen.

ndPlusHaidy Damm

Feindbild Gewerkschaft

Man stelle sich vor, hierzulande würde ein Politiker hemdsärmelig vor Journalisten sitzen und eindringlich warnen, der Lebensstandard in einer Region werde sehr bald sinken - und zwar weil in einem Unternehmen ein Betriebsrat gegründet werden soll. Es gäbe sicher einen öffentlichen Aufschrei. Im US-Bundesstaat Tennessee ist das offensichtlich kein Aufreger.

Christian Klemm

Schweiz taugt nicht als Vorbild

Wer Volksentscheide als ein Allheilmittel für ein krankes System ansieht, der unterschätzt die Risiken. Man stelle sich vor, ein Baden-Württemberger würde nicht etwa eine Petition initiieren, die sich gegen Homosexualität als Unterrichtsthema ausspricht, sondern ein Volksbegehren anschieben, das drakonische Strafen für Pädophile einfordert.

ndPlusOliver Händler

Heimsieger Wiktor Ahn

Eigentlich heißt er Ahn Hyun-Soo, doch seit drei Jahren nennt sich der schnellste Schlittschuhläufer der Welt Wiktor Ahn - seit aus dem Südkoreaner ein Russe geworden ist.

ndPlusDierk Hirschel

Politischer Verteilungsspielraum

Letzte Woche startete die wichtigste Tarifrunde des Jahres. Ver.di, GEW, GdP und Beamtenbund verkündeten ihre Forderungen für den öffentlichen Dienst. Die Reallöhne der über zwei Millionen Beschäftigten sollen kräftig steigen. Bsirske und Kollegen streiten für 100 Euro Grunderhöhung plus 3,5 Prozent.

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ndPlusRudolf Stumberger, München

Von alter bayerischer Tradition

Nicht nur der jetzige CSU-Generalsekretär Scheuer, auch andere »Persönlichkeiten« aus dem Freistaat kamen bereits wegen ihrer Promotion in Bedrängnis.

René Heilig

Razzien gegen rechte Schläger

Sechs Tage nach dem brutalen Überfall von Rechtsextremen auf eine Kirmesfeier in Ballstädt, Kreis Gotha, waren kurzfristig fünf Männer festgenommen worden.

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Mehr Spione gegen Partner

Hamburg. Als Konsequenz aus der internationalen Spähaffäre erwägt die Bundesregierung nach Medieninformationen, westliche Geheimdienste und Botschaften auf deutschem Boden durch eigene Agenten beobachten zu lassen. Im Bundesamt für Verfassungsschutz gebe es Pläne, die Abteilung Spionageabwehr massiv auszubauen und beispielsweise die Ländervertretungen der USA und Großbritanniens überwachen zu l...

Aert van Riel

Fromme Genossen

Der SPD-Vorstand hat einen muslimischen Arbeitskreis eingesetzt. Solche symbolischen Gesten werden allerdings allein nicht reichen, um die Partei für neue Gruppen interessanter zu machen.

Angela Dietz, Hamburg

Weiter in großer Gefahr

Hamburg bleibt ein Gefahrengebiet. Noch immer gelten in Teilen der norddeutschen Großstadt Sonderrechte für die Polizei. Die Anlässe für die Ausrufung eines Gefahrengebiets sind sehr unterschiedlich.

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Unwetter in Westeuropa

Am Wochenende haben heftige Winterstürme erneut Teile Westeuropas lahmgelegt. Mindestens drei Menschen starben durch die Unwetter.

Renzi auf dem Sprung

Nach zügigen Beratungen am Wochenende lässt sich Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano überraschend Zeit mit seiner Entscheidung über eine neue Regierung.

Karin Leukefeld, Damaskus

Syrien-Konferenz blieb ohne Ergebnis

Eine zweite syrisch-syrische Gesprächsrunde in Genf ist am Wochenende ohne Ergebnisse zu Ende gegangen. Auch in Damaskus sieht man die Gespräche mit Skepsis. Der UN-Sondervermittler für Syrien entschuldigte sich.

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Tränengas gegen Kurden

Diyarbakir. Die türkische Polizei ist am Sonnabend mit Tränengas und einem Wasserwerfer gegen kurdische Demonstranten im Südosten des Landes vorgegangen. Zuvor war die Kundgebung in Diyarbakir, bei der die Freilassung des kurdischen Rebellenchefs Abdullah Öcalan gefordert wurde, eskaliert. Rund 100 Demonstranten warfen Steine und Molotowcocktails auf die Sicherheitskräfte in der überwiegend von...

ndPlusHarald Neuber, Havanna

Havanna reagiert reserviert auf EU-Offerte

Die Gesprächsofferte aus Brüssel ist in Havanna angekommen. Nun wird sie sorgfältig geprüft. Schon jetzt unterhält Kuba mit 15 EU-Staaten Kontakte. Ein Abkommen mit der EU müsste Vorteile bringen.

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Millionen Franzosen dürfen 2014 nicht wählen

In Frankreich werden 22 Prozent der Wahlberechtigten weder an der Kommunal- noch an der Europawahl teilnehmen, weil sie keine gültige Wählerkarte besitzen und daher nicht stimmberechtigt sind.

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Keine Vertretung gewünscht

Chattanooga/Wolfsburg. Die Mitarbeiter in Volkswagens einzigem US-Werk haben der umstrittenen Autogewerkschaft UAW die Tür vor der Nase zugeschlagen. Sie stimmten mit 712 zu 626 Stimmen gegen den Vorschlag, sich von der Gewerkschaft in Tarifangelegenheiten vertreten zu lassen. Dies ist ein herber Rückschlag für die UAW, das VW-Werk war ihre bislang beste Chance, ihre Stellung in dem traditionel...

ndPlusAnna Maldini, Rom

Mehr Armut, aber auch mehr Reichtum in Italien

Die italienischen Familien werden immer ärmer. Das geht aus einem Bericht der Italienischen Notenbank hervor, die kürzlich ihre Analyse für den Zeitraum 2010 bis 2012 veröffentlicht hat.

Marian Krüger

Länder gegen EU-Klonfleisch

Dem Bundesrat geht das von der EU-Kommission geplante Verbot der Einfuhr von geklonten Tieren und Klonfleisch nicht weit genug. Die EU-Richtlinie zum Fleisch aus geklonten Tieren biete zu viele Schlupflöcher.

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Monika Knoche

Eine Frage der Verantwortung

Die Große Koalition wirft die Fesseln der deutschen Geschichte ab, um neue »Verantwortung« zu übernehmen. Der Widerstand gegen die Modernisierung des Militärischen braucht neue Impulse.

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Achtung, Vielflieger

Was für ein kleiner, zentrumsnaher und strapazierfähiger Flughafen Berlin-Tegel doch ist. Er verkraftet sogar alle Passagiere, die eigentlich längst schon am viel größeren BER einchecken sollten. Solch einen Flughafen gibt man nicht einfach auf, findet so mancher Vielflieger. Falls er nicht gerade das Pech hat, in der Einflugschneise zu wohnen.

Volksbegehren für Tegel im Anflug

Freunde des Flughafens Tegel erwägen ein Volksbegehren zur Offenhaltung des Airports. Das teilte der Verein Tegel bleibt offen in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit. »Es ist eine politische Fehlentscheidung, einen Flughafen zu schließen, der gerade jetzt seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellt«, so der Vorsitzende des Vereins, Michael Kromarek. Zunächst woll...

Baudokumente des Kalten Krieges

Die Karl-Marx-Allee sowie die Projekte der Internationalen Bauausstellung 1957 sollen in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen werden. Mit dem Chef des Berliner 
Landesdenkmalamtes sprach Bernd Kammer.

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Gehölze für die Bioenergie

Potsdam. Landwirte haben in Brandenburg auf einer Fläche von mindestens 1900 Hektar schnellwachsende Gehölze angebaut. Am häufigsten vertreten sind Pappeln (1300 Hektar), Robinien (300 Hektar) und Weiden (160 Hektar), erklärte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD). Ziel des Anbaus sei es, Biomasse für Heizkraftwerke zu gewinnen. Er rechne aber nicht mit einer großen Ausweitung des Anbaus. dpa/nd...

Rechnung prüfen

Wasser in der Hauptstadt war jahrelang zu teuer. Nun bekommen die Berliner Geld zurück - auf Geheiß des Bundeskartellamts. Doch erst Mittwoch klärt sich, ob das Amt das verfügen durfte.

Mehr Bildungsurlaub

Weiterbildung ist in Berlin hoch im Kurs. Es mangelt an Nachwuchs, also müssen Unternehmen die eigenen Leute stärker qualifizieren. Die Einstellung zum Bildungsurlaub habe sich laut DGB geändert.

ndPlusJérôme Lombard

Urlaub ohne Ausbeutung

Der Tourismus-Boom in Berlin hat auch viele Schattenseiten: Lohndumping und prekäre Arbeitsverhältnisse gehören für viele Arbeitnehmer im Gastro- und Hotelgewerbe zum Alltag.

ndPlusWilfried Neiße

3300 Fälle für die Steuerfahndung

Der Rechnungshof glaubt, dass dem Land Brandenburg Einnahmen entgehen, weil es zu wenig Steuerfahnder beschäftigt. Der Finanzminister sieht dafür keine Anhaltspunkte.

Sven Kames

Nazis - kehrt marsch!

200 Rechtsextreme wollten am Sonnabend den Jahrestag eines Bombenangriffs auf Cottbus am 15. Februar 1945 für sich ausschlachten. 2500 Menschen beteiligten sich an Protesten dagegen.

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Wenn die Hecke zur Frontlinie wird

Erfurt. Ob Hundebisse oder über Zäune wachsende Hecken: Die 252 Schiedsstellen in Thüringen sehen sich mit zahlreichen nachbarschaftlichen Streitfällen unterschiedlichster Art konfrontiert. »Unsere Quote bei erfolgreichen Schlichtungen dürfte bei rund 80 Prozent liegen«, sagte Günter Weißenburger, Pressesprecher des Landesverbands Thüringen im Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen (BDS...

ndPlusRudolf Stumberger, München

Braunes Erbe aus dem Hause Wutz

Was tun mit 1,4 Millionen Euro, wenn diese von Altnazis stammen? Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung hatte davon jahrelang einen Volksmusikpreis finanziert - bis die Herkunft bekannt wurde. Und nun?

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ndPlusFrank Pfaff, Schwerin

Streit um Überschuss im Landesetat

Trotz wachsender Steuereinnahmen will die Klage der Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern über zu wenig Geld nicht verstummen. Vor allem größere Städte und die Landkreise konnten auch 2013 ihre Etats nicht ausgleichen und schieben zum Teil millionenschwere Schuldenberge vor sich her.

Ausgebrannt bei der Feuerwehr

Die Belastung für Feuerwehrleute steigt, Brandbekämpfung ist nur noch eine Aufgabe von vielen. Zugleich sinkt bei vielen Arbeitgebern die Akzeptanz für die ehrenamtliche Arbeit - ein Bericht vom Rhein.

ndPlusVolker Stahl, Hamburg

Manschettenknöpfe mit Kamera

Ob versteckte Kameras, Peilsender oder kleinste Hochleistungsmikros - bei Mahmod Abu Shanab kann man alles bekommen. Auch Geheimdienstler sind seine Kunden, Probleme hat Shanab damit nicht.

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Gunnar Decker

Visionen dringend gesucht!

Jedes Jahr das gleiche Spiel: Wer bekommt eigentlich die Preise? Natürlich, immer die falschen. Aber wer wären denn die richtigen? Darüber können sich die Kritiker der Prämierten dann auch niemals einigen.

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Herr Mosekund hatte seine Gedanken etwas abschweifen lassen, als bei der Versammlung der Hausgemeinschaft das Thema »Neue Medien« behandelt wurde. Er verstand nichts davon, und was die zahlreichen gewählten Beauftragten in den für ihn unerklärlichen Sachgebieten tun sollten, lag jenseits seiner Vorstellungswelt.

Erinnerung an eine Katastrophe

Seit der Brandkatastrophe in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar vor zehn Jahren sind 20 Millionen Euro für die Beschaffung und Wiederherstellung der kostbaren Buchbestände aufgewendet worden.

Elmar Faber

Pamphlete gegen Denkfaulheit

Auf dem Buchmarkt der Bundesrepublik Deutschland war in der Nachwendezeit ein eigentümliches Phänomen zu beobachten. Sobald es um die Darstellung der Nachkriegsgeschichte, um die Beschreibung deutsch-deutscher Zustände ging, sank das Niveau der beherrschenden Bücher häufig unter das Niveau der beherrschten Buchkäufer. Das Unglück war abzusehen. Der Delegitimierungswahn gegenüber der DDR-Geschic...

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Haidy Damm

Aufgeben ist seine Sache nicht

Auf Einladung verschiedener linker Organisationen sprach Ken Loach über die neu gegründete Partei »Left unity«. Denn Loach ist nicht nur sozialkritischer Filmemacher, er ist auch politischer Aktivist.

ndPlusJan Freitag

Geschichtsstunden

Von wegen Kontinuität: Seit der unverwüstliche Fernsehmonolith »Tatort« Kommissare verschleißt wie Nick Tschiller (Till Schweiger) Platzpatronen, wurde nun der nächste Wechsel bekannt. Nach kaum 14 Jahren Dienstzeit wird das Berliner Team Ritter/Stark 2015 von Meret Becker und Mark Waschke abgelöst.

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Gerechtigkeit von oben

Stefanie Böhler gewann 2006 mit der Langlaufstaffel Silber. Es folgten viele erfolglose Jahre, und 2012 eine Krebsdiagnose. Oliver Händler erzählte sie nach Bronze in der Staffel, wie sich der Erfolg anfühlt.

Oliver Händler, Laura

Die Schweden reiten auf der Welle

Gute Ski und Partizipation sind die Erfolgsrezepte der schwedischen Langläufer. So werden in Sotschi sogar die Norweger überflügelt.

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ndPlusThomas Häberlein, Sotschi

Die Gefahr springt immer mit

Die Ski-Crosserin Maria Komissarowa erlitt bei einem Trainingssturz einen Wirbelbruch. In den neuen Sportarten der Freestyler und der Snowboarder häufen sich spektakuläre Stürze.

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Planscherei im Schwarzen Meer

Es ist ziemlich warm hier in Sotschi. Doch anstatt mich zu beschweren, will ich das Beste draus machen: Ich nehme ein Bad im Schwarzen Meer. An den Strand zu gelangen, erweist sich in Adler als schwierig.

Oliver Händler, Sotschi

Urlaub von Olympia? Am besten in Sotschi

Das milde Wetter an der Schwarzmeerküste lockt die Bewohner Sotschis eher an den Strand als in die Olympiastadien. Dabei ist im Rest des Landes die Begeisterung für die Winterspiele ungebrochen groß.