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UNTEN LINKS

Anfrage an den Sender Jerewan: Ist es wahr, dass Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin die Streitkräfte der Russischen Föderation mobilisiert, um sie auf einen Kriegseinsatz auf der ukrainischen Halbinsel Krim vorzubereiten? Antwort des Senders Jerewan: Im Prinzip ja, aber - erstens handelt es sich nicht um den Genossen Putin, sondern um seine deutsche Berufskollegin Ursula Gertrud von der L...

ndPlusGuido Speckmann

Scheingefecht

Der Prozess gegen Christian Wulff wegen Korruption hat viele Fragen aufgeworfen. Jetzt, nach dem Freispruch, sind nur die wenigsten beantwortet. Zumindest steht fest, dass der Ex-Präsident schuldfrei ist - im juristischen Sinne. In den Augen von Öffentlichkeit und Bevölkerung mag das anders aussehen. Schließlich wurden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover gegen Wulff als Abkehr vom ...

Leben nach dem Krieg

Eins der am schlimmsten von Landminen betroffenen Staaten ist Kambodscha. Von 1979 bis Juli 2013 sind fast 20 000 Kambodschaner durch Landminen getötet und über 44 600 weitere verletzt worden.

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Krim wurde zum Manövergebiet

Die Formierung einer neuen ukrainischen Regierung wurde am Donnerstag überschattet von der verschärften Auseinandersetzung um die Halbinsel Krim.

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Verschenkt von Chruschtschow

Auf der gut 26 000 Quadratkilometer großen Krim leben derzeit etwa 2 Millionen Einwohner. Zuvor unter osmanischer Herrschaft stehend, war die größte Halbinsel im Schwarzen Meer im Jahre 1783 unter Katharina II. »von nun an und für alle Zeiten« für russisch erklärt worden. Nach der Oktoberrevolution 1917 und dem Bürgerkrieg wurde sie 1921 zur Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) inner...

Irina Wolkowa, Moskau

Aufbegehren auf der Krim

Kommt es auf der autonomen Halbinsel Krim nach dem gewaltsamen Umsturz in der ukrainischen Hauptstadt zu neuem Blutvergießen? Begonnen hatten die Unruhen bereits am Montag vor dem Bürgermeisteramt in Sewastopol.

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Tödliche Bedrohung im Boden

Vor 15 Jahren - am 1. März 1999 - trat das Ottawa-Abkommen zur Ächtung von Anti-Personen-Minen in Kraft. Es verbietet seinen Unterzeichnerstaaten die Herstellung und den Gebrauch dieser Waffen. Was hat es bewirkt?

ndPlusMichael Lenz, Phnom Penh

Das Model und die Landminenopfer

Unter dem Boden Kambodschas schlummert eine tödliche Gefahr: Landminen. Eine Reise der Hilfsorganisation Handicap International brachte das deutsche Model Mario Galla in Kontakt mit Opfern.

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ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Flammende Sprache

Das sei doch nur etwas »Überschwang« gewesen, wiegelte der EU-Abgeordnete Werner Schulz (Grüne) in gewollter Einfalt bei einem Interview ab. Gemeint war die Abschaffung des ukrainischen Sprachengesetzes auf Initiative rechter Ultranationalisten und mit jener neuen Parlamentsmehrheit, die Umstürze so mit sich bringen. Auf der Krim wurde die Botschaft als Angriff auf verbriefte Rechte verstanden....

Katja Herzberg

Teilen und nicht herrschen

Es scheint, als müsste sich die parlamentarische Linke in Italien immer erst gegenüber einem Anführer emanzipieren, der sie mit undemokratischen Alleingängen an ihre Prinzipien erinnert. Nach dem langjährigen Erzfeind Silvio Berlusconi offenbarte sich nun Beppe Grillo endgültig als Blender, indem er vier Senatoren aus seiner Fünf-Sterne-Fraktion ausschließen ließ. Nun wittert der linke Fl...

Israels optimierte Kriegsverbrechen

Die Vorwürfe könnten auch zum Massenmord in Zenralafrika oder dem Südsudan passen: Ein »grauenvolles Muster ungesetzlicher Tötungen« hat Amnesty International ausgemacht. Von der systematischen »Geringschätzung menschlichen Lebens« ist die Rede. Blind sei die Armee gegenüber dem Leid, taub gegenüber internationalen Verpflichtungen. Es nicht Mali oder Ägypten, sondern Israel, welchem die Mensche...

ndPlusKurt Stenger

Fracking-Florian

Als einen »neu aufsteigenden Riesen in der Welt der exquisiten Heuchelei« tituliert das US-Magazin »Forbes« den Chef des Erdöl- und Erdgaskonzerns ExxonMobil. Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Rex Tillerson gegen die Folgen eines Erdgasprojekts vor seiner Haustür vorgeht. Seither hagelt es Spott und Kritik. Den 61-Jährigen stört, dass in Nähe zu seiner Pferderanch in einer Vors...

Harald Klimenta

Angst als Wegbereiter

Die EU-Kommission hatte sich die Verhandlungen mit den USA zur Schaffung einer transatlantischen Freihandelszone sicherlich einfacher vorgestellt: Nun muss auch die eigene Bevölkerung aufwendig davon überzeugt werden, dass das im Geheimen verhandelte Projekt ein gutes ist. Denn die veröffentlichten Studien zur Schaffung von Wachstum, Wohlstand und Arbeitsplätzen wurden von aufmerksamen Zeitgeno...

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ndPlusTobias Riegel

Diekmanns Dreifaltigkeit

Die Berichterstattung über den ehemaligen Bundespräsidenten glich einer Anti-Wulff-Kampagne. Eine solche Behandlung könnte ein Präzedenzfall gewesen sein und künftig auch andere Politiker treffen.

Guido Speckmann

Ein Prozess als Reality-TV

Von den Vorwürfen gegen Christian Wulff blieb letztlich nur jener der Vorteilsannahme in Höhe von 720 Euro. Auch davon sprach ihn das Gericht nun frei. Vorteile und eine Unrechtsvereinbarung konnten nicht nachgewiesen werden.

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Silvia Ottow

Ganz alter Hut

Geht es um einen Mangel an Ärzten, werden aus Ärztefunktionären und Krankenkassenchefs kalte Krieger. Sie bezichtigen sich gegenseitig der billigen Polemik oder Lüge, halten Zahlen für falsch und Behauptungen für unrealistisch. Es gibt immer mehr Ärzte und ihre Einkommen steigen, versuchen die einen den Ruf nach mehr Medizinern und mehr Geld für diese zu relativieren. Es werden auch mehr gebrau...

ndPlusSilvia Ottow

So viele Ärzte wie noch nie

Ärzte sind Mangelware, sagen die einen. Es gibt so viele wie nie zuvor, die anderen. Warum beides stimmt und wie man den Mangel beheben könnte, haben Krankenkassen gestern in Berlin erklärt.

René Heilig

Eine »anderweitig Verfolgte« sagte aus

Mandy S. war zwei Tage lang Zeugin im NSU-Prozess. Sie sagte aus, obwohl sie selbst als Unterstützerin der Terrororganisation beschuldigt wird. Folglich stellte sie sich unbedarfter dar, als sie es ist.

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UNO fordert Dialog in Venezuela

Die Vereinten Nationen haben sich besorgt über die andauernde Gewalt bei den Protesten gegen die Linksregierung in Venezuela geäußert. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte in New York, die Vorgänge stimmten ihn traurig.

ndPlusVelten Schäfer

Massenabschiebungen von Roma geplant

Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina sollen zu »sicheren Herkunftsländern« erklärt werden. Dabei werden Roma dort im Alltag vielfach diskriminiert. »Pro Asyl« und die Linkspartei warnen nun vor Massenabschiebungen.

Aert van Riel

SPD-Spitze bremst Länderkollegen

Drei von SPD und Grünen regierte Länder haben eine eigene Initiative zur doppelten Staatsbürgerschaft vorgelegt. Die Union reagierte verärgert, die Bundes-SPD versuchte zu beruhigen.

Anna Maldini, Rom

Fünf Sterne reichten nicht

Die »Bewegung Fünf Sterne« von Beppe Grillo hat sich gespalten. In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, ob eine neue Formation der parlamentarischen Linken in Italien entsteht.

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Hilmar König, Delhi

In Indien wird eine alte Idee wiederbelebt

Elf indische Parteien haben sich darauf geeinigt, ein vorerst loses Bündnis als demokratische und säkulare Alternative zur regierenden Kongresspartei und zur Indischen Volkspartei (BJP) zu bilden.

ndPlusReiner Oschmann

Kampf um Schottland verschärft sich

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel die Briten am Donnerstag davon überzeugen wollte, der EU treu zu bleiben, bangen ihre Gastgeber um die Treue der Schotten zum Vereinigten Königreich.

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Martin Kröger

#WirsindAnne

Dass die auf Provokation ausgelegte Politaktion der Piratin Anne Helm und ihrer Mitstreiterin in Dresden recht geschmacklos war, steht außer Frage. Helm räumt inzwischen selber ein, dass der Nacktauftritt nach Femen-Muster mit dem Slogan »Thanks Bomber Harris« auf dem entblößten Oberkörper ziemlich naiv war und dass sie die Opfer des Angriffs auf Dresden nicht verunglimpfen wollte. Das ist das ...

ndPlusAlexander Isele

Mangel an Fachkräften verstärkt sich

Unternehmen müssen sich heutzutage in Berlin viel stärker um Azubis und Mitarbeiter kümmern als noch vor wenigen Jahren. Nicht alle Branchen haben das Problem erkannt.

Sarah Liebigt

«Ein bisschen unkonventionell»

Nach dem Juristen und früheren Opernintendanten André Schmitz übernimmt der Musikproduzent Tim Renner den Posten des Staatssekretärs. Musiklabel-Geschäftsführer Renner bekundete großen Respekt vor dem Amt«.

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284 Menschen mehr arbeitslos

Potsdam. Die Zahl der arbeitslosen Brandenburger ist von Januar zu Februar um 284 auf 142 588 gestiegen. Die Erwerbslosenquote verharrt dadurch bei 10,6 Prozent. Allerdings waren im Februar vergangenen Jahres 147 946 Brandenburger arbeitslos gemeldet, also 5385 mehr als jetzt. Auch die Arbeitslosenquote lag damals 0,4 Prozent höher. Seit Februar 2013 sank die Zahl der 15 bis 25 Jahre alten Erwe...

Flughafen lässt verzweifeln

inisterpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat Flughafenchef Hartmut Mehdorn für dessen Stil der Auseinandersetzung um den Hauptstadtflughafen in Schönefeld kritisiert. Woidke beklagte gestern im »Radio Eins« einen Mangel an Kommunikation.

Wilfried Neiße

Nur Lehrer gelangen leicht in den Landesdienst

Das Land Brandenburg reduziert sein Personal. Weil aber mehr Kollegen in Rente gehen, als Stellen gestrichen werden, gibt es trotzdem Neueinstellungen. Besonders Lehrer müssen angeworben werden.

Steffi Bey

Über das Wuhletal schweben

Jetzt ist es amtlich: Die aus Südtirol stammende Leitner AG wird eine Seilbahn für die IGA bauen und betreiben. Auch nach der Ausstellung sollen die Kabinen noch weiter über dem Wuhletal schweben.

ndPlusAndreas Fritsche

Neue Ernteschlacht geschlagen

Der Begriff Ernteschlacht ruft Assoziationen hervor. In der DDR galt er als mechanisiertes Einbringen der Feldfrüchte im großen Stil. Doch in den zurückliegenden Jahren tobte eine Schlacht um den Bodenbesitz.

ndPlusMarina Mai und Martin Kröger

Zeichen der Solidarität mit Piratin

Nach provokativer Aktion zur Bombardierung Dresdens entschuldigt sich die Piratenpolitikerin Anne Helm bei Neuköllner Bezirksverordneten und der eigenen Partei. Neonazis finden kaum Gehör.

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ndPlusRudolf Stumberger, München

Schneefall im Allgäu

Seit jeher gilt das bayrische Allgäu als Stützpunkt der italienischen Mafia. Ist auch die dortige Polizei in zwielichtige Geschäfte verwickelt? Eigentlich verfolgt Bayern eine rigide Drogenpolitik.

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Der Tramp, der aus der Rolle fällt

Eine Verbeugung vor dem Schauspieler, Pantomimen, Regisseur und Produzenten Charlie Chaplin plant das Theaterensemble »Drehbühne Berlin«. In dem Film- und Theaterhybrid »Verrückte Zeiten« (Ufa-Fabrik, 27.2.-1.3.) agiert Joseph Sternweiler als Charlie, der Tramp, gleichzeitig auf der Leinwand und auf der Bühne - mit Live-Pianobegleitung. Die eigentliche Geschichte beginnt, wenn Chaplin aus dem F...

Unterstützung für Kirchenasyl in Bayern

München. Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat für Kirchenasyle seine »volle Unterstützung« zugesagt. Auf seiner Facebook-Seite erklärte der Theologe am Donnerstag, das Kirchenasyl werde von den Gemeinden »verantwortungsvoll wahrgenommen«. Es gehe den Kirchengemeinden nicht darum, das Recht außer Kraft zu setzen. Sie wollten vielmehr »dem Grundgedanken des Rechts...

Appell für den freien Sonntag

Die evangelischen Kirchen in Hessen und Rheinland-Pfalz dringen auf bundesweit einheitliche Regelungen für die Sonntagsarbeit. Dem im Grundgesetz verankerten Sonntagsschutz müsse mehr Geltung verschafft werden, forderten die vier Landeskirchen.

ndPlusThomas Blum

Lippe dick

Was war denn hier los? Wo waren plötzlich all die Mattenträger mit ihren pompösen Gitarrensoli und die Schmalzrock-Barden mit ihren karierten Flanellhemden geblieben?

ndPlusRobert Meyer

Die Zähne zeigen

Die Antlitze sind alle ein wenig verzerrt, ins Groteske hinein gezeichnet. Ein kleiner Neid- und Racheakt? Mit »Celebrities« zeigt die Galerie Wagner + Partner Bilder des Künstlers Josef Wittlich, der als Fabrikarbeiter tätig war, seine Kunst nebenher produzierte und erst spät dafür anerkannt wurde. Ein wenig betrachtete er sie wohl wie kleine Raubtiere: Nicht wenige Gesichter, die er zei...

Alice Bachmann, Bremen

Halbnackter Protest an der Weser

Die traditionsreiche Brauerei Beck’s hat ihren Sitz in Bremen. Seit die Konzernmutter erklärte, jeden zehnten Mitarbeiter in der Verwaltung zu entlassen, reißen die Proteste an der Weser nicht ab.

ndPlusHendrik Lasch, Dessau

Ein Amtswechsel zur Unzeit

Die Stiftung Bauhaus in Dessau steht vor großen Aufgaben - und einem Provisorium an der Spitze. Direktor Philipp Oswalt muss nach nur fünf Jahren Amtszeit gehen.

Lucía Tirado

An der Weißenseer Spitze

Schnittstelle. Das Wort, dem man eigentlich nicht mehr trauen kann, weil es als Worthülse misshandelt wird, benutzt er oft. Bei ihm wird es der Kommunikation dienend sozusagen rehabilitiert. Nils Foerster, künstlerischer Leiter der BrotfabrikBühne an der Weißenseer Spitze bewies das mehrfach. Vom Vernetzungsgedanken angetrieben, lässt er nicht nach, Kreative zusammenzubringen - Schauspieler, Re...

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Kunstpapst

Der frühere Documenta-Chef und langjährige Museumsdirektor Jan Hoet ist am Donnerstag im Alter von 77 Jahren in Gent gestorben. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Hoet leitete 1992 die neunte Documenta-Ausstellung für zeitgenössische Kunst in Kassel. In Belgien war er unter anderem als Stifter und Direktor des Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Gent bekannt. In seiner He...

Kein Kauz

Der Anwalt von Cornelius Gurlitt wehrt sich gegen das Image seines Mandanten in der Öffentlichkeit. Der 81-Jährige sei kein weltfremder Kauz, sagte Rechtsanwalt Hannes Hartung der dpa. »Er ist unheimlich interessiert an Politik, Nachrichten und liest wahnsinnig viel Zeitungen.« Er treffe Cornelius Gurlitt mehrmals im Monat und telefoniere oft mit ihm. Gegen die Berichterstattung über seinen Man...

Grenzen der Kunst nicht enger ziehen

Im Zuge einer neuen Pädophilie-Debatte in der Kunst warnen Museen vor Beschränkungen für künftige Ausstellungen. »Das Museum muss ein Ort der öffentlichen Diskussion sein und nicht der verbotenen Diskussion«, sagte Markus Heinzelmann, Leiter des Museums Morsbroich in Leverkusen, der Nachrichtenagentur dpa. »Wenn wir uns die Ausstellungen der Zukunft von Ämtern genehmigen lassen müssen, dann hab...

ndPlusRoberto Becker

Weiß wie Schnee, rot wie Blut

Dass Märchen mit »Es war einmal« anfangen, ist Gattungsstandard. In Robert Walsers Dramolett zum Grimm’schen »Schneewittchen« hat das eine doppelte Bedeutung. Im ersten Jahr des vorigen Jahrhunderts hat der Schweizer Autor mit dem Hölderlin-Schicksal (einer Lebenshälfte im Wahnsinn) die Geschichte von der mordlustigen Königin, die die wirklich Schönste im Lande per Giftmord aus dem Weg schaffen...

ndPlusZarras

Der Lenz schlägt zu

In den Sparten »Haus und Garten« führender Zeitungen erschreckende Horror-Meldungen: »Erste Pflanzen dürfen ins Freie!«. Was das im Einzelnen heißt, zeigt eine neue, besorgniserregende Studie - allein das Vorwort lässt nichts Gutes erahnen: »Brutal über den Winter eingeschlossene Vegan-Strukturen, lange Monate in Kleiderschränken, dunklen Hinterzimmern oder kalten Erdböden ihrer Freiheit beraub...

Volker Trauth

Stückfremder Aufputz

Die Geschichte von der Frau John, die dem Dienstmädchen Pauline das neugeborene Kind entwendet und nach deren Rückforderung des Kindes in tragisch endende Verwicklungen gerät, ist in der letzten Spielzeit an insgesamt neun deutschen Bühnen, darunter an großen Häusern gespielt worden. Gerhart Hauptmanns »Die Ratten« - offensichtlich ist das Stück selten so aktuell gewesen. Wer dächte bei Pauline...

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Das Eingeständnis eines Westprofessors

Nach einem Jahrzehnt intensivster Erforschung und medialer Thematisierung des Stasi-Problems, ausgiebigen Diskussionen um Diktaturenvergleich und einem Tsunami an öffentlich geförderter und meist von Westdeutschen geleiteter Detailforschung zur DDR ... fanden wir beispielsweise in Jena kaum noch Studenten, die sich mit der DDR beschäftigen wollten, besonders wenn es dabei um die Stasi ging. Sie...

ndPlusJürgen Käding

Architektonische Doppelhelix

Dass sich der Berliner Senat der Idee annahm, Stalinallee Ost und Interbau West (mit dem Kernstück Hansaviertel) für die gemeinsame Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes vorzuschlagen, mag zunächst verwundern. Gibt es doch in der mehr als vierzig Jahre geteilten Stadt kaum Gegensätzlicheres. Und dennoch: Ex-Kultursenator Thomas Flierl spricht in seinem einfühlsamen Vorwort zum neuest...

Karlen Vesper

Zur Dialektik passt kein Happy End

Dienstagabend im Berliner Brecht-Haus. Eine neue Edition wird vorgestellt. Es ist mucksmäuschenstill im voll besetzten Raum. Rosemarie Heise spricht über ihren Mann. Die Worte, sorgsam gewählt, kommen ihr zögerlich über die Lippen. Mitunter stockt sie, sortiert die Notizzettel neu und entschuldigt sich (völlig unnötig) für »meine ungeordneten Gedanken«. Nun, gewiss hat sie Tage zuvor jeden Satz...

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Jürgen Amendt

Antisemitismus

Vor Wochenfrist wurde bekannt, dass das Unternehmen Facebook den Kurznachrichtendienst WhatsApp übernehmen wird. Die «Süddeutsche Zeitung» (SZ) veröffentlichte dazu eine Karikatur, die den Facebook-Gründer und Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens, Mark Zuckerberg als hakennasige Krake zeigt - ein Bild, das an antisemitische Darstellungen der Nazi-Zeit erinnert. Der erste sarkastische Ko...

ndPlusKatharina Dockhorn

Die Tricks der Produzenten

Geht es nach der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), wird der monatliche Rundfunkbeitrag um 73 Cent gesenkt. Auch einige Bundesländer haben signalisiert, sich für die Empfehlung der KEF auszusprechen. Der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), und die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreye...

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Marcus Meier

Relikt des Obrigkeitsstaats

Wenn beamtete Lehrer an Warnkstreiks teilnehmen, so gilt das auch künftig als unentschuldigtes Fernbleiben vom Dienst. Denn in Deutschland gilt für alle Beamten ein generelles statusbezogenes Streikverbot.

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Kneipe wirft Kellner raus

Arbeitskämpfe in Kneipen sind selten. Das »Trotzdem« in Dresden indes wurde über Wochen bestreikt. Die Gewerkschaft FAU drängt auf einen Haustarif.

ndPlusSven Eichstädt, Leipzig

Beamten bleibt Streik verboten

Die Europäische Menschenrechtskonvention sieht für öffentliche Bedienstete ein Streikrecht vor - das deutsche Gesetz jedoch nicht. Bundesverwaltungsrichter fordern, diesen Widerspruch aufzuheben.

Hans-Gerd Öfinger

Shanghai kann warten

Nach dem Streik am vergangenen Freitag am Rhein-Main-Flughafen fordern Lufthansa und der Flughafenbetreiber Fraport eine Einschränkung des Streikrechts für Luftsicherheitskräfte.

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Bundesagentur sieht Zeichen für Jobaufschwung

Nürnberg. Zwar verharrte die Zahl der Arbeitslosen auch im Februar mit 3,138 Millionen auf dem hohen Januar-Niveau, doch die Hinweise auf einem Jobaufschwung haben sich verdichtet. Nach Abzug saisonaler Faktoren ging die Anzahl der Erwerbslosen zum dritten Mal in Folge kräftig zurück - und zwar um 14 000, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag berichtete. Auch gebe es wieder wenige...

ndPlusSimon Poelchau

Vorsicht: Spaltung

Ist Europa aus dem Gröbsten raus? Deutschland freut sich über eine Rekordbeschäftigung, während zum Beispiel Griechenland unter Massenarbeitslosigkeit leidet. Diese Spaltung ist eine Folge der Krisenpolitik.

Hermannus Pfeiffer

Geheimnisse beim Datenschutz

Der Versicherungskonzern Allianz übergibt Ende März die Daten seiner 78 Millionen Kunden an das US-Computerunternehmen IBM. Ist das für diese ein Sicherheitsrisiko?

ndPlusRoland Bunzenthal

Ersatzkassen rutschen in die roten Zahlen

Die Ersatzkassen, mittlerweile größter Zweig der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), sind im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Erstmals seit 2008 überstiegen die Leistungsausgaben die Beitragseinnahmen, und zwar um 52 Millionen Euro. 2012 hatte es dagegen noch ein Plus von 1,84 Milliarden Euro gegeben. Die größte Ersatzkasse, die Barmer GEK, war erst vor wenigen Tagen durch ih...

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Heilen statt Dopen

Mervyn Maze ist ein renommierter Chirurg und Anästhesist mit Forschungsaufenthalten u.a. an der Stanford Universität und dem Imperial College London. Er lehrt an der Universität San Francsico. Tom Mustroph sprach mit ihm.

ndPlusGabi Kotlenko

Volleyballfest in Westfalen

Für den amtierenden deutschen Volleyballmeister aus Berlin ist diese Reise und der Spielort eine Premiere. Die BR Volleys fahren nach Halle in Westfalen, wo sie am Sonntag (15.30 Uhr) nach langen Jahren des Wartens den Pokal des Deutschen Volleyballverbandes nach Berlin holen wollen. Das will der Gegner aber natürlich auch. Und der ist kein geringerer als der deutsche Serienmeister und »Erzriva...

Thomas Juschus, Cali

Hattrick bei der Bahnrad-WM

Die deutschen Sprinter sind mit Gold und Silber in die Bahn-WM gestartet. Während die Frauen in Cali ihren Titelhattrick im Teamsprint feierten, fühlte sich Silber der Sprinter wie eine Niederlage an.

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ndPlusAlexander Ludewig

Die Suche nach Licht

Viel Hoffnung macht es nicht, dass Jörg Böhme den FC Energie als Trainer in das heutige Spiel gegen Kaiserslautern führt.

Andreas Morbach

Achtfache Übersteiger im Vollsprint

Für den FC Schalke 04 wurde das »Wunschlos« zum Alptraum. Real Madrid machte mit einem halben Dutzend Tore schon im Hinspiel die Qualifikation für das Viertelfinale perfekt.

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Mutmaßliches Gangsterpaar gefasst

Hamm/Schwerte. Ein im Ruhrgebiet festgenommenes mutmaßliches Gangsterpaar aus den Niederlanden wartet auf seine Auslieferung. Die niederländische Justiz hat ein entsprechendes Auslieferungsersuchen angekündigt. Nach Angaben der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft in Hamm kann das mit internationalem Haftbefehl festgenommene Duo frühestens in einer Woche an die Niederlande überstellt werden. Z...

Marc Schäfer, London

Nur die Zeit hat einen Preis

Es ist eine Neuheit auf der Insel: Im »Café Ziferblat« in London gehen Speisen und Getränke auf's Haus. Zahlen müssen Gäste trotzdem: Pro Minute werden drei Pence fällig.

ndPlusWolf H. Wagner, Florenz

Kapitän Schettino zurück an Bord

Francesco Schettino, Unglückskapitän der »Costa Concordia«, geht in die Offensive. Nicht er, sondern die Generatoren seien Unschuld am Unfall gewesen. Bei einem Ortstermin stößt er jedoch auf Skepsis.