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UNTEN LINKS

Weil der Winter ausblieb, ist nun haufenweise Streusalz übrig. Weniger als die Hälfte der geplanten Vorräte wurden verbraucht. Überall melden verstörte Streusalzhallenverwalter, dass die Lager überquellen, doch der unablässige Salzstrom ist mit solchen Klagen nicht zu stoppen. Was bestellt wurde, wird auch geliefert, das gilt sommers wie winters. Die Gebrüder Grimm hatten vor so einer Situation...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Preis später Erkenntnis

Niemand konnte ernstlich glauben, das Referendum über die Hinwendung der Krim zu Russland sei noch zu verhindern. Moskau rettet in blanker Krisenlogik eben noch schnell das, was es glaubt, retten zu müssen. In Sicherheit gebracht werden nicht nur Landsleute, sondern Kampftechnik, Stützpunkte und ein geostrategischer Vorteil. Mitgespielt haben dürfte im Kreml auch das Wissen darum, dass sich ein...

ndPlusGabriele Oertel

Steigende Mieten werden zur Armutsfalle

Von Wohngelderhöhung ist im Schäuble-Haushalt keine Rede mehr. Dabei ermittelte der DGB gerade, dass steigende Mieten für Geringverdiener immer mehr zur Armutsfalle werden.

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Grit Gernhardt

Wasser und Zuckerbergs Wein

Öffentlich Wasser predigen und heimlich Wein trinken - das prangerte schon Heinrich Heine an. Im Fall von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der sich aktuell bei US-Präsident Barack Obama über die Spionagetätigkeit der staatlichen Geheimdienste empörte, müsste man zwar »Wasser« durch »Vertrauen ins Internet« und »Wein trinken« durch »täglich Milliarden Daten von Facebook-Nutzern sammeln und nutz...

Uwe Kalbe

Teilsieg im Nervenkrieg

Der Verzicht auf Beobachtung der Bundestags-LINKEN durch den Verfassungsschutz ist eine überfällige Entscheidung. Ein Grund zum Jubel ist sie freilich allein deshalb nicht, weil sie so hoffnungslos verspätet erfolgt. Anachronistisch empfanden es nicht nur die Bundestagsabgeordneten selbst, zuletzt als größte Oppositionspartei im Bundestag quasi zur Lordsiegelbewahrerin der Demokratie in Deutsch...

ndPlusKurt Stenger

Die Fußball-Revolution frisst ihr Kind

»Ich möchte Schaden von meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben.« Es sind wahre Worte, die Uli Hoeneß bei seiner Rücktrittsankündigung pathetisch ausgesprochen hat. Das jetzige Antlitz des Vereins samt AG ist das Verdienst des langjährigen Managers. Ob professionelles Merchandising, Ausgliederung des Fußballbetriebs in eine Kapitalgesellsch...

Stefan Otto

Rühes Comeback

Volker Rühe sagt über sich, er sei immer schon ein Außenpolitiker gewesen - bereits in seiner Zeit als Bundesverteidigungsminister von 1992 bis 1998. Dem gebürtigen Hamburger geht es stets um die Wahrung der deutschen Interessen im Ausland: Die sieht der Christdemokrat unverändert am besten in der NATO vertreten. Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts trat er dafür ein, die NATO so schnell wie mö...

Ulrike Winkelmann

Das Phänomen Selbstoptimierung

Das Autoren-Ich optimieren? Aus Erfahrung kann die Autorin dieser Kolumne berichten, dass der Schritt ins Twitter-Universum die Wahrnehmung sowohl des Politmedienbetriebs als auch des schreibenden Selbst verändert.

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Der Fall Hoeneß

Libération, Frankreich Lieblingssport der Millionäre Im Land von Hartz IV spielte Uli Hoeneß an der Börse, wie man Monopoly spielt. Steuerflucht scheint der Lieblingssport von deutschen Millionären geworden zu sein. Aber was lange Zeit als Bagatelle angesehen wurde, geht in der Meinung der Öffentlichkeit nicht mehr durch. Der Standard, Österreich Unfassbar hohe Summen Unfreiw...

ndPlusArno Klönne

Grüne Kampagne gegen Russland

Die Debatte über deutsche Ukrainepolitik im Bundestag: Eine »Spaltung der Opposition« beschrieben Kommentatoren. Die Kanzlerin hatte russische Vorstöße verurteilt, zugleich aber erklärt, »militärisches Vorgehen« sei für die Bundesregierung »keine Option«. Aus der Linkspartei kam Kritik an westlichen politischen Strategien in Sachen Ukraine. Die Grünen hingegen ließen erkennen, dass ihnen das En...

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Johanna Treblin

Friedensbewegung kritisiert Westen

In einem Positionspapier zur Krise in der Ukraine kritisiert der Friedensratschlag, der Westen habe sich leichtfertig hinter die Opposition gestellt.

ndPlusUlrich Heyden, Charkow

Flaggentausch im stolzen Charkow

Auseinandersetzungen zwischen prorussischen und proukrainischen Kräften im ostukrainischen Donezk forderten am Donnerstagabend ein Todesopfer. Ruhiger ging es am gleichen Tag in Charkow zu.

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Zwei Fragen am Sonntag

Für die »Krimskaja Prawda« ist das Ergebnis klar. Derweil auf der Titelseite auch in klassischer Ausführung »Mutter Heimat« zur Teilnahme am Referendum über den künftigen Status aufrief, grüßte die Zeitung bereits russisch.

»Wir wollen hier keinerlei Extremisten«

Oleg Solomachin ist 1. Sekretär der Kommunistischen Partei der Ukraine auf der Krim. Nach seiner Sicht auf die Ereignisse auf der Halbinsel befragte ihn für »nd« Tina Schiwatschewa.

Klaus Joachim Herrmann

Kleine Kriege im großen Konflikt

Die Halbinsel Krim näherte sich mit zunehmenden Spannungen dem Referendum über die Anbindung an Russland. Der Konflikt vergiftet zunehmend Politik und Alltag.

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ndPlusAert van Riel

Innenministerium gibt auf

Dass ihre Abgeordneten nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet werden, ist nur ein Teilerfolg für die LINKE. Sie will nun beraten, ob und wie sie ein generelles Ende der Bespitzelung durchsetzen kann.

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Reiner Oschmann

Leuchtturm der britischen Linken

Der britische Labour-Politiker und Friedensaktivist Tony Benn ist tot. Wie seine Familie mitteilte, sei er am Freitagmorgen im Alter von 88 Jahren nach schwerer Krankheit in London gestorben.

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John Dyer, Boston

Facebook-Gründer empört sich bei Obama

Facebook-Chef Zuckerberg beschwert sich bei US-Präsident Obama wegen neuer Enthüllungen über Regierungsspionage. Auch andere Konzerne wollen der Überwachung ein Ende setzen.

ndPlusJulia-Marie Czerwonatis

Mediziner gegen Korruption

Heute findet in Augsburg die jährliche Mitgliederversammlung von MEZIS statt. Diese von Ärzten gegründete Initiative fordert mehr Distanz zur Pharmaindustrie.

Der Datenschutz hinkt hinterher

Wolfgang Baumgarten ist Jurist bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Anlässlich des heutigen Weltverbrauchertages sprach Grit Gernhardt mit ihm über Stolperfallen im Internet und nicht ausreichende Datenschutzgesetze.

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Festnahmen in Japan

Nach der mutwilligen massenhaften Zerstörung von Ausgaben des weltberühmten Tagebuchs von Anne Frank in Bibliotheken in Tokio ist dort ein Verdächtiger festgenommen worden. Es handele sich um einen 36-jährigen Arbeitslosen aus der japanischen Hauptstadt, erklärte die Polizei am Freitag. Sie nannte keinen Namen und machte auch keine Angaben zu seinem Motiv. Die Polizei in Japan nennt häufig die ...

Einfachere Regeln für Rückgabe

Im Streit um NS-Raubkunst hat sich der Bundesrat für eine erleichterte Rückgabe von gestohlenen Werken ausgesprochen. Die Länderkammer stimmte am Freitag einem entsprechenden Hamburger Antrag zu. Die Bundesregierung solle prüfen, wie sich die Rechte von NS-Verfolgten und ihrer Erben stärken ließen. Bayerns Justizminister Winfried Bausback (CSU) betonte jedoch, ein bloßer Aufruf an die Bundesreg...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Angst und Ausdruck

Sein Spiel war schillernd. Wo seine Gestalten mörderisch heimtückisch waren, zeigte Wolfgang Kieling die Kehrseite der Liebessehnsucht. Er blieb außergewöhnlich noch in den Konfektionsstoffen von Film und Fernsehen - es gibt eine starke Qualität der Arbeit, die nicht beschädigt werden kann durch den Betrieb, unter dessen Logo sie sich vollziehen muss. In jeder Firma. Kieling wurde 1924 in...

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Respekt für Uli Hoeneß

Der Musiker und Autor Heinz Rudolf Kunze (57) fordert nach dem Hoeneß-Prozess mehr Respekt und Diskretion im Umgang mit prominenten Angeklagten. »Ich würde mir wünschen, dass die Menschen nicht immer so ins gleißende Rampenlicht gezerrt werden«, sagte Kunze am Freitag auf der Leipziger Buchmesse. »Ich finde, manchmal wären mehr Diskretion, weniger Öffentlichkeit, weniger Gequatsche hilfreich fü...

Karlen Vesper

Entschleunigte Erkundungen

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.« Dies ist das Motto von Barbara und Dieter Ochs. Die beiden Altenpfleger aus Nordhessen, in der Nähe von Kassel lebend, sind quer durch Europa gereist, vom Nordkap bis zur Côte d Azur, vom Eis- bis zum Mittelmeer. 18 000 Kilometer legten sie zurück - ganz, ganz langsam. Entschleunigung ihre Devise. Höchstgeschwindi...

ndPlusRobert D. Meyer

Unterwegs mit Sarrazin

Wenn du als Spandauer morgens in die Berliner Innenstadt zur Arbeit fährst, dann ist das bevorzugte Verkehrsmittel die S-Bahn. Mit dem Regionalzug ginge es schneller, doch die Geschwindigkeit erkauft sich ein Reisender mit einem giftigen Gemisch aus Schweißduft, klaustrophobischer Enge und dem erbitterten Kampf um einen der wenigen freien Sitze. Wer dagegen ohne Zeitdruck unterwegs ist, ruckelt...

Martin Hatzius

Auf der Kirche, am Revers: Blau-Gelb

Juri Andruchowytsch stellt seine Antwort auf die Frage von Martin Pollack hintan. Pollack, der auf dieser Buchmesse zum dritten und letzten Mal den Programmschwerpunkt »tranzyt. Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus« kuratiert, hatte wissen wollen, was die Literatur in einer aufgeladenen politischen Situation wie derjenigen der Kiewer Maidan-Bewegung zu leisten imstande ist. Den ukrainis...

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Alexander Ludewig

44 Jahre Erfolg! Und nun?

Kurzfristig könnte der Rücktritt von Uli Hoeneß dem FC Bayern gar einen positiven Schub geben. Langfristig wird sich zeigen, ob er den Klub tatsächlich nach seinem eigenen, wichtigsten Credo geführt hat.

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Ronny Blaschke, Sotschi

Neue Schlachtfelder

Immer mehr Länder suchen unter verletzten Veteranen nach Goldhoffnungen. Mittlerweile auch die deutsche Mannschaft.

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Warnstreik bei Vivantes

Patienten müssen sich am Montag wegen eines Warnstreiks auf längere Wartezeiten in sechs Berliner Vivantes-Kliniken einstellen. Die Notfallversorgung sei aber gesichert, sagte die zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin Janine Balder am Freitag. Der Arbeitgeberverband KAV Berlin kritisierte den angekündigten Ausstand. Die Verhandlungen zur Tarifrunde 2014 hätten gerade erst begonnen, wurde Ge...

ndPlusMartin Kröger

Senator Henkel muss handeln

Die Hetzjagd auf zwei Flüchtlinge in Hellersdorf und der Angriff einer Gruppe auf die Notunterkunft für Asylsuchende in der Carola-Neher-Straße in Hellersdorf stellen eine Zäsur da. Von einer »diffusen Gefährdung durch vereinzelte radikalisierte Gewalttäter«, von der Innensenator Frank Henkel (CDU) noch vor einigen Tagen sprach, kann angesichts der neuen Qualität der Übergriffe jedenfalls keine...

Marina Mai

Hellersdorfer Notunterkunft attackiert

Die Übergriffe gegen Asylsuchende in Berlin erreichen eine neue Eskalationsstufe: Mutmaßliche Rechtsextremisten versuchen in die Notunterkunft in Hellersdorf einzudringen.

Bernd Kammer

Architekt: Der BER wurde dreimal geplant

Während Mitglieder des Aufsichtsrates von Hartmut Mehdorn endlich einen Eröffnungstermin fordern, sagt ein Architekt, warum die bisherigen nicht klappten.

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ndPlusAndreas Fritsche

Wohnung statt Asylheim

Brandenburg bringt Flüchtlinge zunehmend in Wohnungen statt in Heimen unter. Die anderslautende Darstellung des Flüchtlingsrats weist der Sozialminister zurück.

ndPlusMartin Kröger

Verschläft Berlin die Energiewende?

Umweltsenator Michael Müller hat einen Entwurf für ein Energiewendegesetz und eine Machbarkeitsstudie für ein klimaneutrales Berlin 2050 erarbeitet - Verbänden und Opposition reicht das nicht.

Andreas Fritsche

Leserwanderung im Arbeiterbezirk

Wo Arbeiter wohnen und wo seit 1899 die Firma Siemens produziert - erstmals führt eine nd-Wanderung zu einem Ziel in Spandau.

Andreas Fritsche

Rosig-rote Aussichten

Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl darf sich die LINKE freuen. Ihr Spitzenkandidat Christian Görke kommt an und das Wahlziel 25 Prozent plus X ist zum Greifen nahe.

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Einsame Handwerksmeister

Bäcker oder Klempner ist bei Schulabgängern derzeit nicht angesagt, so auch in Deutschlands Süden. Im bayerischen Handwerk blieben im vergangenen Jahr gut 4200 Ausbildungsplätze unbesetzt.

ndPlusHagen Jung

Festakt mit ausgewählten Bürgern

Unter dem Motto »Vereint in Vielfalt« steht in diesem Jahr das zentrale Fest zum »Tag der deutschen Einheit«. Ausgerichtet wird es von Niedersachsen - und es wird noch mehr kosten als jenes von 2013.

Wenn Nachhilfe zum Problem wird

Nachhilfeunterricht für Kinder und Jugendliche ist auch in Sachsen-Anhalt immer mehr angesagt. Ein Grund ist der Leistungsdruck schon für Grundschüler und die Angst vor dem Versagen in den Abiturprüfungen, wie eine dpa-Umfrage ergab.

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Ateliers ausgeschrieben

Fünf öffentlich geförderte Ateliers, drei Ateliers aus dem Atelier-Anmietprogramm und zwei Atelierwohnungen hat das Atelierbüro des Kulturwerks des Berufsverbands Bildender Künstler Berlin e.V. ab sofort ausgeschrieben. Besichtigungstermine und Details der Ausschreibung können unter www.kultur.berlin.de eingesehen werden. nd...

Berliner Trio für Eurovision

Das Berliner Frauen-Trio Elaiza ist die deutsche Hoffnung beim Eurovision Song Contest (ESC). Sängerin Ela ist in der Ukraine geboren. In der letzten Runde des Abends stachen Elaiza die kommerziell sehr erfolgreiche Band Unheilig aus. Elaiza hatten sich Ende Februar das letzte Ticket für den deutschen ESC-Vorentscheid in Köln gesichert. Die Musikerinnen hatten bei einem Clubkonzert in Ham...

Diskussion zur Krim

Eine Podiumsdiskussion zum Krim-Konflikt präsentiert die Volksbühne am 16. März (So.) ab 20 Uhr unter dem Titel »Kreidekreis Krim - Sprengstoff für die politische Architektur Europas«. Diskutieren werden laut Volksbühne der wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig Uwe Krüger, der Turkologe und Islamwissenschaftler Mieste ...

ndPlusSven Eichstädt, Leipzig

Fragen an Europa

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig lässt im Rechtsstreit um die Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbeschlusses Fragen zum Naturschutz vom Europäischen Gerichtshof klären.

Lutz Gallinat, Lübeck

Zeitfenster in den Literaturbetrieb

Ob Elfriede Jelinek, Wolfgang Koeppen oder Thomas Bernhard - Renate von Mangoldt hast sie alle vor der Linse gehabt. Nun ist ein Lübeck eine Werkschau zu sehen.

ndPlusHarald Kretzschmar

Der diskrete Eros des Ornaments

Dorothy Iannone ist seit 1976 in Berlin sesshaft. Ihre Fantasie jedoch ist ruhelos, schwebt in weltumspannenden Sphären. Einst wallfahrtete sie als anders geheiligte Maria zu Gott Eros. Am Ende empfing sie Buddha. Ihre Kunst, vom Ewigweiblichen gesegnet, tröstet mit gebändigter Erotik. Stets eher weltgewandt als weltbekannt, ist sie sowohl transatlantisch wie orientalisch geprägt. 1933 als Enke...

ndPlusRudolf Stumberger, München

München droht ein Patt

Von Bürgernähe bis Filz - Bayerns Kommunen geben vor der Kommunalwahl ein vielfältiges Bild ab. In München wird ein Nachfolger für für den langjährigen Oberbürgermeister Ude gesucht wird.

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Sieben Tage, sieben Nächte

Zu Beginn dieser Woche lautete der aktuelle Kontostand: 3,5 Millionen Euro. So hoch war die vermeintliche Steuerschuld, als Ulrich Hoeneß am Montag vor Gericht erschien. Niemand in der nd-Redaktion hat schon einmal so viel Geld auf einem Haufen gesehen, weder in kleinen noch in großen Scheinen. Dann wuchs die Steuerschuld jeden Tag rasant an. Wir haben unsere Buchhaltung gefragt, ob sie mal aus...

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ndPlusRobert Schmidt

Schmuggel - lukrativ und gefahrlos?

Die Tabakindustrie setzt sich energisch gegen Fälschungen ein. Bei ihrer eigenen Ware schaut sie jedoch nicht immer so genau hin, spart sie Steuern in Milliardenhöhe. Nun wird ein selbst entwickeltes Kontrollsystem eingeführt.

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Nachrufe

Mohammed Fahim / 1957 - 9 .3. 2014 Sein Tod wird in den afghanischen Medien als völlig überraschend bezeichnet. Afghanistans Vizepräsident Mohammed Fahim, dortzulande vor allem bekannt als »Marshal Fahim«, soll am vergangenen Sonntag, wenige Wochen vor den mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahlen, 57-jährig an einem Herzinfarkt gestorben sein. Das ist, mit Verlaub, eine für einen Ma...

Gabriele Oertel

Die graue Effizienz im Dauerstress

Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wahrlich nicht beklagen. Kein Tag, an dem der SPD-Politiker in diesen Wochen der Unruhen in der Ukraine nicht Schlagzeilen produziert.

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Wir müssen über die Zukunft reden
Olaf Koppe

Wir müssen über die Zukunft reden

Wenn Sie diese Zeilen lesen, halten Sie ein Kulturgut in den Händen - eine gedruckte Tageszeitung. Ein Kulturgut, dem viele in seiner traditionellen Form seit Jahren eine existenzielle Krise prophezeien.

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Deutschland ist nicht Amerika

Eine Zeit lang waren E-Books das Trendthema, auch auf der Leipziger Buchmesse. Wie hat sich das Geschäft entwickelt? Natürlich nimmt das E-Book enorm Fahrt auf ... Man kann davon ausgehen, dass der Anteil steigen wird. Das ist genreabhängig - in der Fantasy und beim Krimi mehr als bei Sachbüchern, Kochbüchern, und auch in der Belletristik hält es sich noch in Grenzen. Es ist ein wachsende...

ndPlusMartin Hatzius

Tödliche Umarmung

Es ist, als würde die Deutsche Bank mit Aktien einer Kommunistischen Partei handeln: Wer bei Amazon nach Daniel Leisegangs Konzernkritik »amazon. Das Buch als Beute« sucht, wird prompt fündig. »Verkauf und Versand durch Amazon. Geschenkverpackung verfügbar.« Fundamentalkritik wie diejenige Leisegangs scheint der Internetriese, der nach dem Motto »Wachstum statt Profit« zuerst den stationä...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Der Reader ruft

Konzentriertes Lesen braucht Stille. Der Reader ruft so, dass man es nur in Gedanken hört: Lies weiter, die nächste Seite ist schon aufgeschlagen. Mir gefiel er schon wegen seiner Eleganz: Weißer Hochglanz mit mattem Display, die Tasten in Silber, gefällig liegt er in der Hand. Nur 168 Gramm - die meisten Bücher sind viel schwerer. Unglaublich, wie viele dicke Bände im Speicher Platz finden. Ja...

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Gernot Wolfram

Kann ein Leser scheitern?

Vor kurzem hörte ich, wie ein Kollege über einen älteren Schriftsteller beiläufig sagte, er sei »zu einer gescheiterten Existenz geworden«. Der Anlass für diese Äußerung war banal: Der Verlag hatte sein letztes Buch nicht mehr drucken wollen, nun hatte er kurzzeitig Geldprobleme. Das war der Anlass, mit einer lapidaren Bemerkung seine ganze Existenz als gescheitert zu betrachten. Solche Äußerun...

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Folge 16: Elternvertretung, die; Substantiv, feminin

Die Elternvertretung ist eine durch das Schulgesetz verbriefte Mitbestimmung der Eltern bei schulischen Belangen. Im Einzelnen werden deren Aufgaben, Möglichkeiten der Mitwirkung sowie Aufbau und Nennung der Gremien entsprechend der Länderhoheit in den Landesschulgesetzen geregelt. Im Allgemeinen wählen die Eltern der jeweiligen Klassen ihrer Kinder die Sprecher. Diese bestimmen die Vertretung ...

Elternmacht und soziale Auslese

Initiativen aus mehreren Bundesländern haben am Donnerstag die Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren (G9) gefordert. Die verkürzte Gymnasialzeit (G8), das sogenannte Turbo-Abitur sei gescheitert.

Lena Tietgen

Schule macht krank

Anfang März debattierte ein Kongress des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte unter dem Motto »Macht Schule krank?«. Auf der Verbands-Seite kinderaerzte-im-netz.de, ist man überzeugt, dass das Schulsystem »in vielen Bereichen nicht an den Bedürfnissen der Lehrer und Lehrerinnen oder gar der Schüler und Schülerinnen ausgerichtet ist.« Auch der Bildungswissenschaftler Klaus Hurrelmann sieh...

Die Illusion vom Bildungsaufstieg

Dass das deutsche Bildungssystem hochgradig sozial selektiv ist, ist inzwischen ein Allgemeinplatz. Dass die meisten aktuellen Reformbemühungen jedoch faktisch auf eine umfassende »Modernisierung von Auslesemechanismen« hinauslaufen, wie Torsten Bultmann und Oliver Schwedes dies bereits vor elf Jahren in ihrem Aufsatz »Die Zukunft des Bildungssystems: Lernen auf Abruf - eigenverantwortlich und ...

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Wochen-Chronik

13. März 1964 Robert Havemann erhält Berufs- und Publikationsverbot in der DDR und verliert seinen Lehrstuhl an der Berliner Humboldt-Universität. Stein des Anstoßes waren seine Vorlesungsreihe im Wintersemester »Naturwissenschaftliche Aspekte philosophischer Probleme« (später in der Bundesrepublik unter dem Titel »Dialektik ohne Dogma?« veröffentlicht) sowie ein im Westen erschienenes kri...

ndPlusWolfgang Triebel

Otto Grotewohl

Wer kennt noch Otto Grotewohl, den ersten Ministerpräsidenten der DDR? Seit 1990 sind Namen von Politikern des ostdeutschen Staates kaum noch im Gedächtnis und höchstens noch auf Straßenschildern in ostdeutschen Städten präsent. Geboren als Arbeiterkind in Braunschweig vor 120 Jahren, am 11. März 1894, hat Grotewohl das Buchdruckerhandwerk erlernt. 1914 wurde er Mitglied der SPD. Nach eig...

Karl-Heinz Gräfe

Der unerklärte Krieg vor dem Weltenbrand

Als am 15. März 1939 deutsche Soldaten in Prag einmarschierten, wurden sie mit fassungslosen und schmerzerfüllten Gesichtern sowie mit zornig geballten Fäusten empfangen. Am darauffolgenden Tag verkündete Hitler per Erlass: »Die von den deutschen Truppen besetzten Landesteile der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik gehören von jetzt ab zum Gebiet des Großdeutschen Reiches und treten als Pr...

ndPlusVon René Heilig

Die EU - der nützliche Idiot?

In den westlichen Landesteilen der Ukraine wehen neben den blau-gelben Landesfarben ganz selbstverständlich schwarz-rote Fahnen. Es sind die der 1929 in Wien gegründeten Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN).

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ndPlusReinhard Renneberg

Hollywood für die Zunge

Gerade wurden in Hollywood die Oscars verliehen. Verblüffenderweise gibt es einen Zusammenhang zwischen Hollywood und Orangen. Orangensaft gilt als Symbol für Frische und Gesundheit.

Martin Koch

Plan mit Rückkopplung

Den meisten Menschen dürfte das Wort »cybernetics«, zu deutsch Kybernetik, vertraut vorkommen. Denn darin enthalten ist das heute häufig gebrauchte Präfix »cyber«, das inzwischen auch Eingang in den Duden gefunden hat. Dort wird der 1982 von dem Science-Fiction-Autor William Gibson geprägte Begriff »Cyberspace« definiert als »die von Computern erzeugte virtuelle Scheinwelt, die eine fast perfek...

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Doch keine sauren Stammzellen?

An einer Arbeit zur Verjüngung von Zellen, die weltweit Aufsehen erregte, sind erhebliche Zweifel aufgekommen. Das Riken-Zentrum für Entwicklungsbiologie im japanischen Kobe untersucht, ob ein Fachartikel seiner Forscher zurückgezogen werden soll. Er enthalte Unstimmigkeiten unter anderem in einigen Darstellungen und Formulierungen. Die Wissenschaftler aus Japan und den USA hatten Ende Ja...

ndPlusNorbert Suchanek , Rio de Janeiro

Trügerische Satellitenbilder

Es war wohl doch zu schön, um wahr zu sein. Auswertungen von Satellitenbildern der vergangenen Jahre schienen zu zeigen, dass der Amazonas-Regenwald selbst von andauernden Dürren kaum beeinträchtigt wird. Doch das Ergrünen des Regenwaldes trotz Wassermangel war nur eine optische Täuschung. Amazonien war in den Jahren von 2005 bis 2010 von langen Dürreperioden betroffen. Dennoch zeigten An...

ndPlusJacqueline Myrrhe

Kein Geld für lange Wellen

Zugegeben: Es war eine schwere Geburt, aber muss man deswegen das gesunde, vier Jahre alte Kleinkind, das wenigstens 20 Jahre alt werden sollte, in den Brunnen fallen lassen?

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Kim-Test

Kim-Spiele sind Spiele, die die Merkfähigkeit herausfordern. Ihren Sammelnamen haben sie von einer Romantitelfigur von Rudyard Kipling: dem Jungen Kim, der Wahrnehmung lernen muss und sie erlernt. Hier zwei Kim-Spiele als Kostprobe. Beim »Was?-Kim« legt der Spielleiter unterschiedliche Gegenstände (10 bis 20) auf den Tisch. Die Mitspieler ringsum dürfen sich das ein paar Sekunden lang ans...

Udo Bartsch

Maßgerecht

Jedes Gewerbe hat so seine schweren Zeiten und seine goldenen. Stieß exklusives Schneiderhandwerk beispielsweise in der Steinzeit noch auf distanziertes Kundeninteresse, flutschte das Geschäft im Rokoko ungleich besser. Die Geschäfte unserer wohlfeilen Schneyderey-Unternehmung laufen also blendend. Allerdings dürfen pro Runde nur drei unserer Angestellten tätig werden. Zur Auswahl hat jed...

Homer
ndPlusCarlos García Hernández, Schachlehrer

Homer

... erzählt uns in der Odyssee, dass der Titan Atlas und die Okeanide Pleione sieben Töchter hatten - nämlich die Plejaden namens Alkyone, Asterope, Elektra, Kelaino, Maia, Merope und Taygete. Diese sieben göttlichen Töchternachkommen hatten eine nymphomanische Begabung: sie konnten die Götter turtelnd machen und wurden deshalb Begleiterinnen von Artemis. Am Nachthimmel kann man die Pleja...

Achtung, Psychotricks!

Stein an Stein, wie man das aus Omas Spielkiste kennt - das verbinden die meisten Menschen mit Domino. Eine verengte Sicht. Jetzt gibt es eine Interessenvertretung für Domino, die FIDO. Was will sie? Ein Interview.

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Stephan Brünjes

Wo querte Caesar den Rubikon?

Noch können wir zurück. Doch wenn wir diese kleine Brücke überschreiten, wird alles mit Waffen auszutragen sein.« Bedeutungsschwanger rief Julius Caesar diese Tageslosung im Morgennebel des 10. Januar 49 v. Chr. seinen Truppen am Nordufer des Flüsschens Rubikon zu. Behauptet jedenfalls Sueton, Caesars Biograf, der offenbar ein schlampiger Geograf gewesen ist. Kein Wort von ihm dazu, wo genau di...

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ndPlusMarc Vorsatz

Exotische kulinarische Streifzüge

Das war dann wohl doch etwas zu gewagt: Kantonesische Küche zum Frühstück. Getrocknetes Muschelfleisch auf gekochten Schweineknödeln nach Shanghai-Art. Gefolgt von Vogelnestbrühe mit Krabbenfleisch und gedünsteter Lobsterschere auf püriertem Yunnan-Schinken. Sicher, alles äußerst delikat. Aber zum Frühstück? Hätte mich wohl doch besser für ein europäisches Frühstück entscheiden sollen. Den lege...

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Hendrik Lasch

Der Karl Lagerfeld von Aschersleben

In Zeiten des Mangels gebrach es Ralf Springer an einem auf keinen Fall: an Kundschaft. An einem Vormittag wie diesem hätten sich vor seinem Modegeschäft in Aschersleben die ersten Kundinnen eingefunden.