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ndPlusUwe Kalbe

Therapieversuch

Mehr Mühe noch als die Medien - gewöhnt an lieb gewonnene rituelle Strömungskämpfe der Linkspartei - hatten vielleicht Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch selbst aufzuwenden. Die beiden, oft zu Unrecht, aber immer wieder gern in internen Debatten der Linkspartei als Reizfiguren der jeweils anderen Strömung wahrgenommen, tauchten zuletzt in ungewöhnlicher Liaison auf.

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Lernen und Lehren

Am Samstag ging die diesjährige Linke Medienakademie (LiMA) zu Ende. Neben vielen praktischen Kursen gab es auch politische Diskussionen: selbstredend über den aktuellen Krim-Konflikt – und über die Frage, wie engagierter Journalismus auf dem Feld der Klimapolitik aussehen kann.

ndPlusMarlene Göring

Begrabt den Stolz

Taz-Redakteur Christian Jakob hielt auf der LiMA ein Seminar über das Spiel zwischen Autor, Text und Redakteur. Ein Versuch in der Kunst des Schreibens Redigierens. Man hat nie genug Platz, um zu sagen, was man sagen könnte. Betrübt blickt der Redakteur auf die noch leere Zeitungsseite auf dem Bildschirm und hat die erste Wahrheit des Redigierens schon begriffen. Wie dieses Wortungetüm, d...

ndPlusRobert D. Meyer

Tummelplatz der Lobbyisten

Mit dem »Green Day« versuchte sich die LiMA zum ersten Mal an einem Schwerpunkt zum Thema Umwelt. Der Bedarf an Klimajournalisten ist groß, weil es auf dem Feld der Energiewende eine starke Lobby gibt.

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Tom Mustroph

»In 20 Jahren sind hier alle tot!«

Kampanien hat ein Müllproblem - und das hat größere Dimensionen als die nicht abtransportierten Berge von Hausmüll, die in regelmäßigen Abständen über die Bildschirme flimmern. Seit den 80er Jahren vergräbt die Camorra Industrie- und Sondermüll auf den Äckern. Allein von 1991 bis 2013 hat die Staatsanwaltschaft Neapel Transporte von etwa zehn Millionen Tonnen Giftmüll vor allem aus Norditalien ...

ndPlusTom Mustroph

Das Grauen unter der Erde Kampaniens

Bei vielen internationalen Missionen war der Großverband bisher im Einsatz. Diesmal ließen die Soldaten Aufklärungsdrohnen in der Nähe des Garnisonsstandorts Persano im Süden Kampaniens starten.

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ndPlusKlaus Joachim Herrmann

»Rechter Sektor« tritt an

Der ukrainische »Rechte Sektor« galt als ein zwar gewalttätiger paramilitärischer, aber irgendwie nur etwas außer Kontrolle geratener rabiater Arm der ultrarechten »Sozialnationalisten« von »Swoboda«. Nun macht sich die noch weiter rechts stehende Truppe selbstständig.

ndPlusIngolf Bossenz

Nietzsche und die NSA

Aus dem offenbar unerschöpflichen Bauchladen des Edward Snowden wurden am Wochenende weitere Dokumente der Öffentlichkeit präsentiert: Sie enthüllen, dass der US-Geheimdienst NSA über Jahre systematisch Ministerien, Banken und Firmen in China ausspionierte. Sogar der ehemalige Staatspräsident Hu Jintao soll abgehört worden sein.

Grit Gernhardt

Berechtigte Beschwerden

Bei der Umsetzung der Energiewende hakt es an allen Ecken und Enden: Den Energieunternehmen geht sie zu schnell, den Umweltschützern zu langsam, zu teuer ist sie den meisten auch noch. Während am Wochenende Tausende Menschen für einen schnelleren Atomausstieg, den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie und einen Verzicht auf das riskante Fracking demonstrierten, zittern Großunternehmen vor einer Entscheidung der EU-Kommission.

Martin Hatzius

Lebende Bombe

Der Titel gibt die Richtung vor, in die man den Kapitalismus treten wollte, würde er nicht ohnehin kriseln: »Abwärts!« heißt eine neue Zeitschrift aus dem Dunstkreis jener Szene, die in der DDR die Unabhängigkeit lebte.

Gescheiterte Russlandpolitik

Die SPD hat sich in unverantwortlicher Weise vom Erbe des Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt entfernt. Statt Russlands Sicherheitsinteressen ernst zu nehmen und eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur mit Russland zu erarbeiten, setzen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Vizekanzler Sigmar Gabriel auf den US- und NATO-Kurs, Russland mit Hilfe von NATO-Osterweiterung und Raketenstationierung einzudämmen. In der Ukraine-Krise hat das fatale Konsequenzen.

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René Heilig

Die Krim als NATO-Doping

Die Krise der Ukraine und die »Heimkehr« der Krim ins russische Mutterland sind für Hardliner in der NATO als Dopingmittel höchst willkommen. So viel militärische Droge gab's schon lange nicht mehr.

Norman Paech

Von Böcken und Gärtnern

Nie war die Beschwörung des Völkerrechts so laut und unisono wie jetzt beim Abschied der Krim von der Ukraine und ihrem Weg nach Russland. Wir haben dieses Rechtsbewusstsein bei der Bombardierung Jugoslawiens im Frühjahr 1999, beim Überfall auf Irak im Mai 2003 oder beim Krieg gegen Libyen im März 2011 stark vermisst.

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Türkei schoss syrischen Kampfjet ab

Ankara. Die türkische Armee hat am Sonntag an der Grenze zu Syrien ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan bestätigte den Abschuss und drohte Syrien mit einer »heftigen Antwort« bei einer Verletzung des türkischen Luftraums. »Unsere Antwort wird ab jetzt heftig sein, wenn ihr unseren Luftraum verletzt«, sagte Erdogan während einer Veranstaltun...

NSA spionierte China systematisch aus

Über Jahre und im großen Stil soll der US-Geheimdienst China ausgeforscht haben. Staatsführung, Ministerien und Unternehmen wurden laut Berichten infiltriert.

Arndt Hopfmann

Mandelas Traum und die Wirklichkeit

In Südafrika sind am 7. Mai Wahlen. Der seit 2009 regierende Präsident Jacob Zuma und sein ANC sind hohe Favoriten, auch wenn viele Hoffnungen nach dem Ende der Apartheid unerfüllt blieben.

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Uwe Kalbe

LINKE: Das Strafrecht von braunen Relikten befreien

Spät wurden sie laut, doch jetzt sind sie nicht zu überhören, die Rufe nach einer Tilgung aller NaziDenkspuren im Strafgesetz. Die Bundesregierung reagiert, doch die LINKE meint: mit zu engem Blick.

ndPlusRobert Schmidt

Eine gefährliche Nachbarschaft

Am Samstag in Erfurt: Bundeskongress der AfD. Nur 15 Kilometer entfernt trafen sich Splitterparteien aus ganz Europa zum JN-»Europakongress« der NPD. Es zeigte sich nicht nur räumliche Nähe.

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Islamkonferenz nimmt neue Gestalt an

Die Deutsche Islamkonferenz steht vor einem Neustart. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erwartet eine rasche Einigung über das »neue Format« der Konferenz.

ndPlusMarcus Meier, Düsseldorf
 und Reimar Paul, Hannover

Volksfest mit »Super-GAUl«

Bundeswirtschaftsminister Gabriel will den Ausbau erneuerbarer Energien deckeln. Umweltschützer fürchten deshalb um die Energiewende - und gehen zu Tausenden auf die Straße.

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ndPlusHendrik Lasch, Leipzig

Poker um Ostdeutschlands größtes Unternehmen

Beim Gasversorger VNG werden die Karten neu gemischt: Die Oldenburger EWE kann durch einen Zukauf von Anteilen Mehrheitsaktionär werden. Nun bangt Leipzig um einen seiner größten Betriebe.

John Dyer

Nur langsam kommen die Seeotter zurück

Das Unglück der »Exxon Valdez« ist 25 Jahre her. Eine der größten Ölkatastrophen der Geschichte hatte weitreichende Umweltfolgen, die juristischen Streitereien um Schadenersatz zogen sich über Jahre hin.

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ndPlusIngar Solty

»Wir müssen neue Lieder schaffen«

An der »Notwendigkeit einer gerechteren menschlichen Ordnung« hält Reinhold Andert bis heute fest. Er hat erfahren, dass es mitunter ein steiniger Weg dorthin sein kann.

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Warnstreiks angekündigt

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes sind am Montag in Berlin weitere Warnstreiks geplant. Die Gewerkschaft dbb-Beamtenbund forderte alle Kommunalbeschäftigten und Angestellten des Bundes zum Ausstand auf. »Ich kann mir vorstellen, dass es in den Bürgerbüros etwas länger dauern wird«, sagte ein dbb-Sprecher am Samstag. Schließen müssten Verwaltungen aber wahrscheinlich nicht. Das liege auch...

BVG: 3100 Mal Videomaterial angefragt

Fast 3000 Gewalttaten wurden im vergangenen Jahr in Berliner Bahnen, Bussen oder auf Bahnhöfen verübt. Darunter waren Körperverletzungen, Raub, Nötigung und Sexualstraftaten. 1172 Verdächtige seien anschließend mit Hilfe von Filmaufnahmen aus den Überwachungskameras identifiziert worden, antwortete die Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage der SPD. Die 2868 Gewalttaten verteilten sich auf U-Bahnen und die entsprechenden Bahnhöfe (1977), Busse (562) und Straßenbahnen (329).

Sarah Liebigt

Berlinnazifrei am B2604?

»Bitte unterlassen Sie das Anlegen von Vermummung in der Versammlung«, war am Samstagabend auf meinem Handydisplay zu lesen. Daneben das Wappen der Berliner Polizei sowie die Hashtags b2203 und antirep14. Auf Belustigung folgte Erstaunen, dann wollte ich der Polizei meinen Glückwunsch aussprechen. Das sei hiermit nachgeholt.

Kulturbetriebe und Rassismus

Ein Berliner Aktionsbündnis von Einwanderern der zweiten Generation fordert von Kulturbetrieben wie Theatern einen aufmerksameren Umgang mit rassistischen Stereotypen. »Kultur und Rassismus sind nicht immer Antipoden«, sagte Kien Nghi Ha, Vorstandsmitglied des deutsch-asiatischen Vereins »korientation«, am Sonntag. So werde auf der Bühne immer noch mit der Methode des sogenannten Black- oder Ye...

Peter Nowak

Demonstration gegen Repression

Verhältnismäßig schnell vorbei war die Demonstration am Samstagnachmittag. Unter den Teilnehmern waren Vertreter der türkischen Arbeiterbewegung sowie Flüchtlinge vom Oranienplatz.

ndPlusBernd Kammer

Besser gar nicht als falsch bauen

Nach dem Scheitern eines gemeinsamen Gesetzentwurfs zum Tempelhof Volksentscheid müssen Grüne und LINKE ihre Position neu bestimmen. Die Bürgerinitiative sieht sie auf ihrer Seite.

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Alexander Isele

Doppelstockbett am Ostkreuz

Das Ostkreuz schläft nie. Genau hier entsteht bis 2016 eine neue Jugendherberge. Direkt neben dem S-Bahnhof soll ein Gebäude umgebaut werden. Noch ist das Gelände verwildert.

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Jugendweihe auf Platz eins

Die meisten Jugendlichen in Sachsen-Anhalt feiern ihren Übergang vom Kind zum jungen Erwachsenen nach wie vor in der achten Klasse mit der Jugendweihe. Insgesamt 7870 Anmeldungen für Jugendweihen gibt es bislang in diesem Jahr.

Andreas Fritsche

Ziel Nummer eins ist der Landtag

Mit der überraschend deutlich zur Spitzenkandidatin gekürten Landtagsabgeordneten Ursula Nonnemacher wollen die Grünen den Wiedereinzug ins Parlament schaffen.

Susanne Popp, Mainz

Was tun mit aggressiven Fahrgästen?

Spätabends, nur noch wenige Fahrgäste sitzen im Nachtbus. Ein Mann bedrängt seine Sitznachbarin. Sie protestiert erfolglos, blickt hilfesuchend nach vorne zum Fahrer. Den Umgang mit Situationen wie in diesem Rollenspiel üben Busfahrer beim Sicherheitstraining der Omnibusverkehrsgesellschaft Rhein-Nahe (ORN) in Mainz. Das Projekt der Deutschen Bahn soll Nacht- und Überlandfahrten sicherer machen...

ndPlusAndreas Fritsche

Der Samen soll aufgehen

Eine Gartenschau kann durchaus Gewinn abwerfen. Bei einer vorsichtig kalkulierten Besucherzahl darf die Havelregion das erwarten.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Thüringer LINKE will regieren

Thüringens LINKE hat sich auf ihrem Parteitag in Sömmerda zu ihrem Anspruch auf das Amt des Regierungschefs nach der Landtagswahl bekannt. Und sie verspricht mehr soziale Gerechtigkeit.

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ndPlusRudolf Stumberger

Erneut Verluste in Bayern

Seit das amtliche Endergebnis der Kommunalwahl in Bayern vom 16. März vorliegt, ist klar: Die CSU ist erstmals wieder unter die 40-Prozent-Marke gerutscht, in München hat Rot-Grün die Mehrheit im Rathaus verloren. Was weniger Beachtung fand: Auch die LINKE verlor erneut Wählerstimmen - und das vor allem an die Nichtwähler und andere Klein-Parteien.

Gehwege und Bürgersteige

Nicht einmal zehn Prozent meines täglichen Weges zur Arbeit kann ich mit meinem Fahrrad auf Radwegen zurücklegen - wenn es hoch kommt, sind es 200 Meter von knapp 3,5 Kilometern. Seit kurzem haben sich zu diesen 200 Metern allerdings weitere 200 gesellt. Der Zuwachs geht auf ein bürgerschaftliches Engagement zurück, das von mir höchstselbst initiiert wurde.

Elke Koepping

Gollum, schwul, Sklave

»ODW-Gay (Odenwald-Gay), oder Gollum, oder Klaus. 60 Jahre alt, schwul. Sklave: Der Dokumentarfilm »Der Unfertige« von Jan Soldat nähert sich dem Thema Sex im Alltag pohne Wertung oder Voyeurismus.

Petra Buch, Wörlitz

Drachen, Wimpern und der Zahn der Zeit

Der Schwamm hat sich durch die Balken gefressen, mit filigraner Handwerkskunst und immensem Aufwand wird Schloss Wörlitz in Sachsen-Anhalt seit Jahren restauriert. 2017 soll alles fertig sein.

Jürgen Ruf, Staufen

»Katastrophe in Zeitlupe«

Das kleine Staufen in Baden-Württemberg gerät aus den Fugen. Seit fast sieben Jahren bewegt sich nach einer Geothermiebohrung die Erde. Jetzt fließen die ersten Hilfs-Millionen. Doch der Verfall geht weiter.

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Selber einer

Der Kabarettist Georg Schramm (65) hat am Sonntag den »Göttinger Elch 2014« erhalten. Er sei »ein Widerstandskämpfer und Motivationstrainer der besonderen Art«, urteilte die Jury. Der »Göttinger Elch« wird seit 1997 für satirische Lebenswerke vergeben. Er ist mit 3333 Euro, einer silbernen Elchbrosche und 99 Dosen Elchsuppe dotiert. Der Name geht auf einen Zweizeiler von F.W. Bernstein zurück: ...

Streit kommt vor Gericht

Fünf Wochen nach der fristlosen Kündigung des designierten Semperoper-Intendanten Serge Dorny durch den Freistaat Sachsen treffen beide Seiten erstmals aufeinander - vor dem Arbeitsgericht. Ziel des öffentlichen Gütetermins am Mittwoch ist eine gütliche Einigung. In Medienberichten wurde bereits über eine Abfindung von bis zu 1,5 Millionen Euro spekuliert. Dorny hatte Kündigungsschutzklage eing...

Volkmar Draeger

Jagd nach dem Dasein

Ein Abend, wie man ihn sich für das Repertoire des Staatsballetts wünscht. Das Schiller-Theater bietet zwei der bekanntesten Choreografen unserer Zeit ein Podium.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Nicht nur der Schuss ging in die Hose

Einbrechen in einen Theatertext. Dessen Worte öffnen, so, dass es aussieht, als geschehe ihnen keine Gewalt. Also kein Unrecht. Wort-Wechsel in Bilder verwandeln. Das gestandene Mosaik eines Ganzen zerschlagen und die Teile neu fügen. Mögliche Vor- und Nachgeschichten eines Dramas aussprechen und einweben. Neu-Sicht als Pflicht. Der Regisseur Roger Vontobel kann das, exzellent kann er es. Die a...

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Sven Scharf als »Judas«

Für seine Darstellung als »Judas« an den Münchner Kammerspielen hat der Schauspieler Steven Scharf (38) am Samstag den Gertrud-Eysoldt-Ring erhalten. Scharf wurde in Thüringen geboren. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung ist einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum. Sie wurde im Parktheater Bensheim in Südhessen überreicht. Vergeben wird der Ring auf Vorschlag der D...

ndPlusKathrin Streckenbach

Völkermord im Theater

Die Demonstranten vor dem Konstanzer Theater bringen ihre Meinung deutlich zum Ausdruck: »Wir empfinden große Wertschätzung und Respekt vor dem Hintergrund, dass wir in einer Demokratie leben, die uns verfassungsspezifische Rechte gewährt«, sagt Tugrul Aras, einer der Organisatoren der Protestaktion. Auch Kunst- und Meinungsfreiheit fielen darunter. Aber: »Wir sind der Meinung, dass die Kunst e...

ndPlusAntje Rößler

Klingende Geometrie

Man mag es für belanglos halten, dass Bach auf einem Ölgemälde 14 Westenknöpfe trägt. Doch es gibt auch 14 Kanons in den Goldberg-Variationen. Und 14 Fugen in der »Kunst der Fuge«. Alles Zufall?

Prosa der Krise

Jedes Buch hat seinen Grundton. Dieses kreist um den Satz: »Die Schwalben fliegen tief«. Eine Umschreibung der Krise in Griechenland, die bereits der Titel ins pointierte Aktions-Bild brachte. Der Untertitel dagegen ist wieder ins Atmosphärische zurückgenommen: »Das andere Griechenland«. Wer etwas vom »anderen« wissen will, sollte erst einmal das eine zu Kenntnis nehmen, von dem es das andere i...

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Jan Freitag

Zum 6258. Mal

Die Welt der TV-Preise ist vielfältig. Es gibt belanglose Trophäen wie die Goldene Kamera und noch belanglosere wie die Goldene Henne. Belanglose, aber glitzernde wie den Bambi oder so richtig belanglose, weil hirntote, wie den Deutschen Fernsehpreis. Und es gibt den Grimme-Preis. Die wichtigste, nein - einzig wichtige Auszeichnung für gediegenes Fernsehen in Deutschland hat ihre Preisträger 2014 bekanntgegeben, und nur bei dieser Jury hatte man das Gefühl, sie hätte sich mit ihrem Medium auseinandergesetzt.

Caroline M. Buck

Zwischen den Einflusszonen

Wenn man die östliche Grenze Europas am Ural zieht, dann liegt die historische Landschaft Sarmatien ziemlich genau in Europas Mitte. Was in der Antike ein Randgebiet war, in dem nomadische Reiterhorden lebten, und sich heute geopolitisch vor allem aus seiner Nähe zu Russland und seiner jungen und gelegentlich umkämpften Unabhängigkeit definiert, fühlt sich für seine zwischen Sorgen und Hoffnung...

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In Ehrfurcht erstarrt

DFL-Chef Christian Seifert appelliert an die Klubs der Fußball-Bundesliga, nicht in Ehrfurcht vor Fast-Meister Bayern München zu erstarren. »Für die Bundesliga ist es nicht gefährlich, dass der FC Bayern aktuell allen davon eilt. Gefährlich wird es erst, wenn es zur Grundeinstellung wird, dass alle aus dem Mannschaftsbus aussteigen und sofort den Hofknicks vor dem großen Meister machen, dann haben wir echte Probleme«, sagte Seifert dem »Spiegel«.

ndPlusJan Mies

Nie wieder Phantomtore?

Am Montag entscheidet die Mitgliederversammlung der 36 Profivereine über die Einführung einer Torlinientechnik. Mit einem klaren Votum ist nicht zu rechnen - trotz des jüngsten Phantomtors.

ndPlusChristoph Ruf, Stuttgart

Wirre Folge von Rück-, Quer- und Fehlpässen

Der Stuttgarter Stadionsprecher scheint ein Mann mit Humor zu sein. »Wir haben noch 45 Minuten, da geben wir weiter Vollgas«, ließ er die 55.000 Zuschauer in der Halbzeit einer Partie wissen, die der VfB schließlich 1:0 gewann.

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Sandra Degenhardt

Ab in die Rente

Endlich vorbei! Vor allem die deutschen Biathletinnen dürften nach dem verkorksten Olympiawinter die Pause herbeisehnen. Andrea Henkel geht derweil in die Sport-rente.

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Beten für die Passagiere

Es tauchen immer mehr Bilder von vermeintlichen Trümmern des verschollenen Flugzeugs auf, alle aus dem Indischen Ozean. Identifiziert ist nichts. Sind es wirklich Wrackteile? Oder ist es nur Meeresmüll?