Seite 1

UNTEN LINKS

Die Deutschen sind - wieder einmal - gespalten. Diesmal geht es um die Umarmung von Altkanzler Gerhard Schröder mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Während 45 Prozent die Geste bei einem Empfang in St. Petersburg für in Ordnung halten, finden sie 49 Prozent unangemessen, wie eine Forsa-Umfrage für den »Stern« belegt. Das Apothekenmagazin »Senioren Ratgeber« informiert uns derweil, dass fest...

Kurt Stenger

Gnadenfrist für Steuerflüchtige

Das Bankgeheimnis, hinter dem sich Steuerhinterzieher in aller Welt verstecken, hat seit der Finanzkrise einige Löcher bekommen. Was vor allem daran liegt, dass die Herkunftsländer der Vermögenden schmerzlich die entgehenden Steuereinnahmen vermissen. Die einen Länder - etwa die USA - suchen ernsthaft und massiv, die anderen - wie Deutschland - ziemlich halbherzig. Man denke nur an das von der ...

OECD-Standard: Bankgeheimnis soll fallen

Paris. Auf der Ministerratstagung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris haben sich am Dienstagabend 47 Staaten verpflichtet, zukünftig automatisch Informationen in Steuerangelegenheiten auszutauschen. Zu den Unterzeichnern der Absichtserklärung gehören auch Steueroasen wie die Schweiz und Singapur sowie Großbritannien mit seinen Kanalinseln. Damit s...

Wolfgang Hübner

8. Mai - Tag der Befreiung

Ein historisches Foto von erheblicher Symbolkraft, das in diesen Tagen und Wochen fast anachronistisch wirkt: Es zeigt einen US- und einen Sowjetsoldaten freundschaftlich Arm in Arm, im Frühjahr 1945.

Seite 2
ndPlusKurt Stenger

Das wohl unbekannteste Politikfeld

Ohne Geld läuft im kapitalistischen Alltag bekanntlich nichts. Das ist bei Otto Normalverbraucher nicht anders als bei einem Industriekonzern oder einer Bank. Erst recht gilt dies für die sogenannte Makroebene, also die Volkswirtschaft insgesamt: Ein Zuviel an leicht verfügbarem Geld kann zu Inflation, Überhitzung der Konjunktur und einer Überschuldungswelle führen, ein Zuwenig zu Deflation, Re...

Ralf Klingsieck, Paris

Frankreich findet den Euro zu teuer

Frankreichs Wirtschaft schwächelt. Paris hofft deswegen auf eine mehr am Wachstum orientierte Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Der Spielraum der EZB ist nur noch gering

Silke Tober leitet das Referat für Geldpolitik und makroökonomische Grundlagenforschung am IMK in Düsseldorf. Mit ihr sprach Simon Poelchau über die Handlungsmöglichkeiten der Europäischen Zentralbank.

Seite 3

Vergessener Kunstfreund

Ein Name muss ergänzt werden. Er ist nicht vergessen worden. Die 2009 vor dem »nd«-Gebäude am Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin errichtete Stele sollte an das in der Nazidiktatur »arisierte« Volksvarieté »Plaza« und dessen Gründungsdirektor Jules Marx erinnern, der 1944 im KZ Sachsenhausen ermordet wurde. Der Bankierssohn aus Frankfurt am Main, der kurzzeitig in die Fußstapfen des Vaters getreten...

Zum Glück kamen dann die Panzer ...
Karlen Vesper

Zum Glück kamen dann die Panzer ...

Der Außenhändler wiegt bedenkenvoll den Kopf. »Drohgebärden bringen nix. Det wird sich als Bumerang erweisen.« Kurt Hillmann meint die Haltung der Bundesregierung im Ukraine-Konflikt. Über drei Jahrzehnte hat er Werkzeugmaschinen aus DDR-Kombinaten in alle Welt verkauft. »Ick hab zu meinem Generaldirektor jesagt: Du kannst mich überall hinschicken, nur nicht in die Bundesrepublik.« Der Shoah-Üb...

Seite 4
Klaus Joachim Herrmann

Falsche Richtung

Die ukrainische Präsidentenwahl am 25. Mai wird vom Westen und seinem Kiewer Regierungschef Jazenjuk als »demokratisch«, Ausweg und »Schlüssel für die Stabilisierung« hochgelobt. Großer Favorit - und Mittwoch demonstrativ Gast der Kanzlerin - ist Petro Poroschenko. Wenn auch »Oligarchen« sonst gern geschmäht werden, sah sie den gern. Sei’s drum, auch Personen weisen Wege. Mehr noch als de...

ndPlusKurt Stenger

Planspiele bei Siemens

Es dürfte kaum einen deutschen Großkonzern geben, der in den letzten Jahren öfter umstrukturiert wurde als Siemens. Mal wurden Geschäftsteile zusammengeschlossen oder ausgegliedert. Mal wurde den verbliebenen Sparten mehr Eigenständigkeit gegeben, dann wiederum wurden sie direkter der Konzernzentrale unterstellt. Diese Planspiele der häufig wechselnden leitenden Manager - ausgetragen vor allem ...

Silvia Ottow

Wettbewerb ohne Sieger

Es ist nicht das erste Mal, dass der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) der Vorwurf gemacht wird, unlauter mit ihren Kunden umzugehen. Als die Krankenkassen die Möglichkeit erhielten, von ihren Versicherten Zusatzbeiträge zum regulären Beitrag zu kassieren und die Kasse dies 2010 in Anspruch nahm, klagten Mitglieder gegen die Kasse. Diese hätte das für den Fall geltende Sonderkündigungsr...

Detlef D. Pries

Rechtsaußen

Für Gábor Vona, Chef der rechtsextremen ungarischen Partei Jobbik (Die Besseren), ist es ein »Sieg der Demokratie«. Hannes Swoboda, Fraktionschef der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, nennt es »eine Schande«: In Budapest wurde am Dienstag Tamás Sneider als Jobbik-Vertreter zu einem der fünf Vizepräsidenten des ungarischen Parlaments gewählt - mit den Stimmen von Premier Viktor Orbán u...

Zehn Jahre der Ungleichzeitigkeiten
ndPlusDominic Heilig

Zehn Jahre der Ungleichzeitigkeiten

So richtig kann die anstehende Wahl zum Europäischen Parlament noch nicht das Interesse der Wähler wecken. Wen wundert’s. Die Europawahl steht, wie vor fünf Jahren, unter dem Eindruck rein nationaler Diskurse.

Seite 5
Velten Schäfer

Wie dicht hält die SPD?

Die Klage gegen Deutschland wegen Nichtumsetzung der Vorratsdatenspeicherung ist vom Tisch. Die Internetindustrie fordert einen Verzicht auf das Instrument. Doch die Befürworter sammeln sich neu.

ndPlusRené Heilig

Snowden und die »Klamauk«-Macher

Die Koalitionsvertreter im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags haben ein Datum für die Befragung von Edward Snowden genannt. Sie wollen den Whistleblower am 3. Juli anhören.

Seite 6

Ruf nach einer Fernbus-Maut

Der Fernbusmarkt boomt. Damit der Ausbau einer Infrastruktur vorankommt, schlägt der Städtetag eine Maut für Busanbieter vor. Deren Verband warnt: Eine solche Abgabe würde die Branche hart treffen.

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Falk Neubert bekennt sich zu Blockade

Zum Auftakt eines Prozesses gegen ihn vor dem Dresdner Amtsgericht hat sich der sächsische Abgeordnete Falk Neubert (LINKE) zur Blockade eines Naziaufmarsches am 19. Februar 2011 in Dresden bekannt und sein Engagement verteidigt.

ndPlusRené Heilig

Vom MfS-Leutnant zum V-Mann?

Im Fall des einstigen Thüringer V-Manns Kai-Uwe Trinkaus gibt es nun einen Hinweis auf MfS-Verbindungen. Die zuständige Behörde weiß darüber nichts. Wie weit reicht der Arm des Verfassungsschutzes?

Seite 7
Klaus Joachim Herrmann

Premier bringt Panzerwagen bis Slawjansk

Die »Anti-Terror-Operation« bei Slawjansk werde fortgesetzt, bekräftigte das Kiewer Innenministerium. Prorussische Kräfte bestätigten einen Angriff der Regierungstruppen. Am Stadtrand habe es zwei schwere Explosionen gegeben.

ndPlusAert van Riel

Oligarch protegiert

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier befürchtet, dass es in dem Konflikt in der Ukraine zu einem Punkt kommen kann, wo es kein zurück mehr gibt. »Doch es ist nicht zu spät. Die Vernunft kann noch die Oberhand gewinnen«, sagte der SPD-Politiker bei einer Aktuellen Stunde im Bundestag, die von den Regierungsfraktionen beantragt worden war. Steinmeier ist für eine weitere internationale Kon...

ndPlusUlrich Heyden, Moskau

Wer waren die Mordbrenner von Odessa?

Bei der Suche nach Schuldigen am Brand des Gewerkschaftshauses in Odessa, bei dem am 2. Mai Dutzende Menschen starben, werden vor allem Rechtsextremisten als Mordbrenner genannt.

Olaf Standke

NATO-Truppen dauerhaft im Osten

Vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise erwäge die NATO, dauerhaft Truppen in Osteuropa zu stationieren, wie der Oberkommandierende des Paktes, US-General Philip Breedlove, jetzt erklärte.

Seite 8
ndPlusMathias Peer, Bangkok

Amtsenthebung erzürnt Yinglucks Anhänger

Thailands politisches Drama geht weiter. Das Verfassungsgericht entfernt die Regierungschefin von ihrem Posten. Ihre »Rothemden« genannten Unterstützer wollen sich mit Massenprotesten wehren.

Seite 9

Alibaba auf dem Weg an die Börse

New York. Der chinesische Internetriese Alibaba plant einen der größten Börsengänge der Geschichte. Das Aktiendebüt wird im Sommer oder der zweiten Jahreshälfte erwartet. In US-Medien wird über ein Volumen zwischen 15 und 20 Milliarden Dollar spekuliert. Beim spektakulärsten Aktiendebüt seit dem des Onlinenetzwerks Facebook mit 16 Milliarden Dollar vor zwei Jahren mischt auch die Deutsche...

Sebastian Blum

Siemens will 15 Prozent mehr Profit

Siemens-Chef Kaeser plant umfassende Neuerungen beim Elektroriesen. Dabei steht nicht nur der Deal mit Alstom im Mittelpunkt. Die IG Metall warnt vor Stellenstreichungen.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Piraten entern Asien

Der Bundestag soll am Donnerstag die Verlängerung der Atalanta-Mission zur Pirateriebekämpfung beschließen. Unterdessen verlagert sich der Schwerpunkt der Piraterie von Afrika nach Asien.

Eva Mahnke

Keine Entlastung für Verbraucher

5,1 Milliarden Euro müssen Verbraucher 2014 für die Ökostromförderung mehr zahlen, weil der Bund die Industrie entlastet. Nun verschärfen sich zwar die Bedingungen, der Betrag aber bleibt.

Seite 10

Telemedizin für Patienten mit Parkinson

Versicherte der Ersatzkassen (Barmer GEK, TK, DAK, KKH, HEK und hkk), die an Parkinson erkrankten, können an einem telemedizinischen Versorgungsprojekt teilnehmen. Ziel ist es, die Patienten in ihrem häuslichen Umfeld optimal zu betreuen und medikamentös einzustellen. Dazu wird ein innovatives Videosystem genutzt, das beim Patienten zu Hause zu unterschiedlichen Tageszeiten Videoaufnahmen von s...

ndPlusUlrike Henning

Zahnprophylaxe im Osten ausgeprägter

Bei der Zahnvorsorge gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle. Das geht aus dem aktuellen BARMER GEK Zahnreport hervor, der gestern in Berlin vorgestellt wurde.

Angela Stoll

Eine Sprechstunde ist kein Staubsauger

Wer bei der Suche nach einem Mediziner auf Bewertungen aus dem Internet setzt, kann zwar erfahren, ob der Kollege freundlich oder hilfsbereit ist. Die Fachkompetenz ist auf diese Weise schwer zu beurteilen.

Seite 11

Neukölln wehrt sich gegen NPD

Das Bezirksamt Neukölln will juristisch gegen die NPD vorgehen. Anlass ist eine Presseankündigung, in der die rechte Partei zu einer Veranstaltung am 19. Mai in das Neuköllner Rathaus einlädt. Zu der Diskussionsrunde sei demnach neben Thilo Sarrazin und Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrates der Sinti und Roma, auch Heinz Buschkowsky (SPD) eingeladen, der Bezirksbürgermeister Neuköllns....

Blockade im Bausenat

Aus Protest gegen die geplante Zwangsräumung einer Wohnung hat eine Berliner Initiative am Mittwoch das Vorzimmer von Bausenator Michael Müller (SPD) blockiert. Müller solle die soziale Verantwortung der städtischen Wohnungsbaugesellschaften durchsetzen, hieß es. Die Räumung solle zurückgenommen werden. Müller und sein Staatssekretär waren laut der Senatsverwaltung nicht im Hause. Der Büroleite...

U-Bahn bremst Alex-Hochhaus

Der Bau eines Wohnhochhauses am Alexanderplatz könnte sich verzögern. Grund ist die U-Bahn-Linie 5, die am Rande des Grundstücks unterirdisch verläuft. Durch ein Gutachten des Bauherrn und US-Investors Hines solle geklärt werden, ob der U-Bahn-Tunnel bei der Errichtung des Gebäudes besonders geschützt werden müsse, um seine Stabilität zu gewährleisten, sagte die Sprecherin der Senatsverwaltung ...

ndPlusMartin Kröger

Kommunal lohnt sich - und wie!

Jahrelang haben wir an dieser Stelle die privaten Investoren RWE und Veolia dafür heftig Maß genommen, dass sie mit ihren Anteilen an den Berliner Wasserbetrieben ordentlich Reibach machten - zuungunsten der Kunden, die in die teure Wasserröhre guckten. Zu Recht verwiesen auch Bürgerinitiativen wie der Wassertisch auf diese Missstände - wie sich jetzt zeigt. Denn wie groß die Abzocke tatsächlic...

Bernd Kammer

Baumarathon bei der S-Bahn beginnt

Ferienzeit ist Bauzeit bei der S-Bahn, das war schon immer so. Schwere Zeiten haben Fahrgäste zu erwarten: Auf vielen S-Bahn-Strecken beginnen Bauarbeiten. Auch die Stadtbahn ist betroffen.

ndPlusMartin Kröger

Wasserpreise in Berlin sinken bis 2018

Berlins Wasserkunden müssen bis 2018 deutlich weniger für Trink- und Abwasser bezahlen: Statt 200 Euro pro Person und Jahr werden ab sofort nur noch 182 Euro fällig, kündigten die Berliner Wasserbetriebe an.

Seite 12

Bootsdemo für Traditionsschiffe

Hoher Betrieb auf der Spree: Auf Initiative des Arbeitskreises Bunte Flotte im Wirtschaftsverband Wassersport e.V. fand erneut eine Demonstration zur Erhaltung von Traditionsschiffen, Ausflugsschiffen, Salonbooten und Flößen in der neuen Binnenschifffahrt-Sportbootvermietungsverordnung statt. Die Kapitäne demonstrierten für »die Erhaltung des Geschäftsmodells ›Vermietung von Sportbooten mit Ski...

Fernwärme aus dem Ausland

Frankfurt (Oder). Mit einem symbolischen ersten Spatenstich starteten die Stadt Frankfurt (Oder) und das polnische Slubice am anderen Ufer der Oder am Mittwoch einen Austausch von Fernwärme. Von 2015 an will Slubice im Sommer Fernwärme zur Erzeugung von heißem Wasser nach Frankfurt (Oder) schicken, in umgekehrter Richtung strömt die Energie im Winter in die polnische Stadt. Im Sommer ist das He...

Ohne Auto in die Schule

Alle Grundschüler in Kleinmachnow haben diese Woche autofrei und sollen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Fast alle halten sich daran.

Andreas Fritsche

Keine Sekunde mehr Nachtruhe

Es kam, wie es anscheinend kommen musste. Berlin und der Bund stellen sich erwartungsgemäß quer. Nicht eine Sekunde längere Nachtruhe für die Flughafen-Anrainer. Brandenburg ist enttäuscht, Wirtschaft und FDP jubeln.

Tim Zülch

Müggelsee ahoi!

Die Berliner Reederei Riedel orientiert sich gen Osten und startet eine neue Müggelseeroute. Ein Schwerpunkt auf der Tour ist die Berliner Industriearchitektur.

Seite 13

Befragung des Volkes à la Seehofer

München. Bayerns Opposition hat die Volksbefragungspläne der Staatsregierung im Landtag scharf kritisiert. SPD-Rechtsexperte Franz Schindler nannte die Pläne der Staatsregierung »tricky und gaga«. Regierungschef Horst Seehofer versuche, der Bevölkerung »Sand in die Augen zu streuen«. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs am Mittwoch, Volksbefragun...

Streit um Jugendfunk für Bayern

München. Der Plan des Bayerischen Rundfunks, den Radiosender BR Klassik nicht mehr auf UKW auszustrahlen, stößt auf immer mehr Widerstand. Die SPD im Landtag und die bayerischen Zeitungsverleger kritisierten am Mittwoch den beabsichtigten Frequenzwechsel zugunsten des BR-Jugendkanals »Puls«. Dies gehe zulasten privater Hörfunkanbieter, sagte der SPD-Fraktionschef im Landtag, Markus Rinder...

Alice Bachmann, Bremen

Lautes Pfeifen im Bremer Senat

Jahrelang wurde im Bremer Ortsteil Farge gegen Gefährdungen durch das dortige Tanklager des Militärs protestiert. Nun soll es schließen, aber Käufer des Areals könnten dort neue Tanks bauen.

Seite 14

Stipendiaten der Jungen Akademie

Zum Auftakt des »Monats der Stipendiaten« begrüßt die Junge Akademie an diesem Donnerstag ihre neuen Stipendiaten 2014. Sie wurden von Akademie-Mitgliedern aus den Bereichen Bildende Kunst, Architektur, Musik, Literatur, Darstellende Kunst und Film- und Medienkunst ausgewählt. Junge Talente aus Brasilien, Deutschland, Griechenland, Israel, Japan, Mexiko, Schweden, Südkorea, Tschechien und der T...

Männer jenseits des Zenits

Porträts von über 50-jährigen Männern zeigt seit Mittwoch das Finnland-Institut in Berlin. Die Fotografin Riitta Supperi zeige schlicht und respektvoll »durchschnittliche« Männer im Alter zwischen 50 und 59 Jahren, teilte das finnische Kulturinstitut in der Hauptstadt mit. »Ich untersuche den Teil der Finnen, der in den Medien ziemlich unsichtbar ist«, erklärte die gelernte Bildjournalistin zu ...

Gibt es noch politische Literatur?

Junge Autoren interessieren sich für WG-Küchen, ungeschützten Geschlechtsverkehr und den Frühstücksbrei ihrer Großmütter. Seit Jahrzehnten nerven sie das literaturinteressierte Publikum mit langweiligen Geschichten aus ihrem unbedeutenden Leben. Warum, fragt das Feuilleton, und spekuliert wild über die Gründe. Sind die zahmen Schreibschulen schuld? Haben sich die jungen Autoren zu viele G...

ndPlusDanuta Schmidt

Kultur als Schlachtfeld

Rock ’n’ Roll im Blauhemd - das war in der DDR ein no go! Zum Rockkonzert trug die unangepasste Jugend Protest. Und doch heißt der MDR-Film anlässlich des 50. Geburtstages von DT64: »FDJ und Rock’n’Roll«.

Niklas Wuchenauer, Weimar

Rettungsplan für das »Hababusch«

Als sich die Umbaupläne für das zugewachsene Haus in Weimars Geleitstraße herumsprachen, reagierten viele Weimarer betroffen. Gerade für jüngere Menschen ist das »Hababusch« ein wichtiger Teil des kulturellen Angebots.

ndPlusChristian Schultz, Mayen

Kuscheln im Bierkeller

Sie kommen sogar aus den Nachbarländern ins Mayener Grubenfeld (Rheinland-Pfalz): die Fledermäuse. Dort überwintern sie in den Stollen. Ein Naturschutzgebiet soll die Tiere nun besser schützen.

Atlaskarten als Politikum

Atlas-Autoren müssen ständig Veränderungen im Blick haben, etwa neue Staudämme oder Grenzverläufe. Besonders heikel sind politische Krisen - wie in der Ukraine.

Icke bin icke

Vom 8. bis zum 10. Mai lassen ehemalige Redakteure des 1993 endgültig abgeschalteten DDR-Kultsenders das »Jugendradio DT64« ein Wochenende lang aufleben - darunter auch Jürgen Kuttner. Mit ihm sprach Martin Hatzius.

Seite 15
ndPlusMarion Pietrzok

Kunst - das Letzte

Den Namen Gurlitt kennt fast jeder Kassierer an der Kaufhallenkasse. Und dass der Mann in München-Schwabing wohnte und Kunstwerke sein eigen nannte, deren Verkauf auskömmliches Leben ermöglicht. Soweit zum Thema Kasse. Der Kunstsammlersohn Cormelius Gurlitt, der seit 2013 in der Öffentlichkeit als Personifizierung eines Skandals wahrgenommen wurde, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Schwer h...

Hans-Dieter Schütt

Das Elend der Langeweile

Gegen das Unglück hilft dir nur, wenn du es weitergibst. Tu was!, sagt das Leben, also tust du - weh. Das tut gut. Gutsein tut's nicht. Auch nicht Gutsein dir selber gegenüber - irgendwann willst du nicht mehr gerettet werden. Irgendwann gibt es also diese böse Lust, sogar Liebe unbedingt zu verfehlen. Und wäre man jetzt Gott, so würde man allen Vorrat an Gehirn lieber an strohköpfige Vogelsche...

ndPlusStefan Amzoll

Ein schillerndes Lied auf die Schwäche

Schon der Eingang, eine Intrada für Bläser, kehrt den doppelten Boden der Musik hervor. Und Doppelbödiges geistert solange in der Oper, bis des gebeutelten Tom Rakewells Menschsein dahinsiecht und untergeht.

Seite 17
Irmtraud Gutschke

Showdown in Budapest

Was gewesen wäre« - die titelgebende Frage dieses Romans hat sich schon jeder mal gestellt. Neugierig bloß oder mit einem bedauernden Unterton. Müßig. Wenn Julius in seinem Jugendüberschwang ebenso verliebt gewesen wäre wie Astrid in ihn, dann wäre für die beiden daraus eine Bindung geworden - und für den Autor eine ganz andere Geschichte, mit nicht so vielen spannenden Zutaten wahrscheinlich. ...

Matthias Biskupek

Auf der richtigen Tonspur

Von seiner Flucht im August 1989 über Ungarn berichtet der gebürtige Erfurter Olaf Hintze - und von je 25 Jahren davor und danach. Der Untertitel »Wie ich die Welt von gestern verließ« spielt auf Stefan Zweigs Autobiografie an, für Hintze das immer wieder zitierte »Lebensbuch«. Mitautorin Susanne Krones geht den Weg vom »Ich« zum »Er«, ordnet erklärend Hintzes O-Ton ein. O-Ton passt zum B...

ndPlusSabine Neubert

Verschwiegen, geschönt, erkauft

Lebensgeschichten erzählen! Eine ganze Menge wurde über die DDR geschrieben, Gutes, sehr Gutes und weniger Interessantes, auch Läppisches. Nur im Chor der unterschiedlichen Stimmen kommt allmählich ein differenziertes Bild zustande. Jeder der Schreibenden hat wichtige Lebensjahrzehnte unterschiedlich erlebt, viele mussten Verluste nach 1989 verkraften. In diesen Chor reiht sich auch der Wirtsch...

Seite 18
Renate Biehl

FILMSTARTS

Labor Day Regie: Jason Reitman. In dieser sensiblen und dennoch packend erzählten Geschichte - nach Joyce Maynards Roman »Der Duft des Sommers« - zwingt ein wegen Mordes verurteilter, entflohener Sträfling eine Frau, ihm in ihrem Haus Schutz zu gewähren. Sie und ihr kleiner Sohn werden zu Geiseln. Dennoch entwickelt sich zwischen dem Kidnapper und der Frau eine Liebesbeziehung. Hervorragen...

ndPlusCaroline M. Buck

Sex wie weg

Erwachsene haben ja überhaupt keine Ahnung. Davon, was ihre Töchter so treiben zum Beispiel, bevor Muttern nachmittags nach Hause kommt. Dass die noch nicht ganz sechzehnjährige Alma regelmäßig mit einer Sex-Hotline telefoniert, merkt ihre (alleinerziehende und selbst ziemlich einsame) Mutter jedenfalls erst an der extravagant hohen Telefonrechnung. Ein anderes Ventil für ihren altersbedingten ...

Seite 19
ndPlusWolfgang Jung, Minsk

Das letzte Feld des Erfolgs

Kaum eine Eishockey-WM war politisch so umstritten wie das Turnier in Belarus. Die Opposition in Minsk warnt, dass Staatschef Lukaschenko den Wettbewerb als Propagandashow missbrauchen wird.

Frank Hellmann, Frankfurt am Main

Wie weich wird Joachim Löw?

Die WM in Brasilien wird hart, denkt man nur an die Mittagshitze von Salvador, Fortaleza oder Recife. Joachim Löw brauche daher »absolut fitte Spieler«. Doch 30 davon für den Kader zu finden, fällt ihm schwer.

Seite 20

Ersatz für den Gemopsten

»Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.« Stuttgart hat diesen Worten von Loriot ein Denkmal gesetzt. Auf der Gedenksäule sitzt wieder eine pummelige Hundestatue - die erste wurde gestohlen.

ndPlusChristine Longin, Paris

»Ich war schon etwas angeekelt«

Drei Jahre nach der Sexaffäre um Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn kommt ein Film über die Ereignisse heraus. Filmstar Gérard Depardieu verkörpert den Banker. Der fasst inzwischen wieder beruflich Fuß.