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UNTEN LINKS

Nicht einen einzigen Artikel werden Triskaidekaphobiker am heutigen Tag in dieser Zeitung lesen. Leider. Diese Zeitgenossen haben panische Angst vor der Zahl 13 und nehmen ganz bestimmt nichts in die Hand, wo sie draufsteht. Es gibt vermutlich mehr davon, als man glaubt, sonst käme in Flugzeugen nicht nach der Reihe 12 gleich die 14. Aber was ist ein Triskaidekaphobiker gegen einen Paraskavedek...

ndPlusUwe Kalbe

Arroganz der Ohnmacht

Wie kann es sein, dass weder amerikanische noch deutsche Geheimdienste sich in ihrem gesetzlosen Tun beirren lassen? Die Antwort ist einfach und bedrohlich: Sie können es. Zur Existenzbestimmung der Geheimdienste zählt das Sammeln von Informationen. Das verdeckte Agieren wie das Misstrauen sind Geschäftsbedingungen. Dabei ist der gute Zweck, dem man zu dienen meint, gar nicht automatisch in Fra...

Massenflucht aus Mossul

Die Islamisten seien inzwischen in die christliche Ortschaft Qaraqosh östlich der Stadt vorgedrungen. Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen sind im ganzen Land rund eine Million Iraker auf der Flucht.

Uwe Kalbe

Schnüffeldaten fließen ungehemmt

Unbeeindruckt von aller öffentlichen Aufregung über den NSA-Skandal, fahren die Geheimdienste mit ihrer flächendeckenden Überwachung fort.

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Jan Keetman

ISIS zeigt Ankara die Muskeln

Der Dschihadistenvormarsch in Irak hat auch die Türkei getroffen. Seit Dienstag befinden sich 49 Personen in Geiselhaft, die aus dem türkischen Konsulat in Mossul entführt worden waren.

ISIS schaut nach Bagdad

Die ISIS-Kämpfer in Irak wollen Bagdad erobern. Am Donnerstag sei man man weiter an die Hauptstadt herangerückt. Das Parlament verweigert der Regierung die Gefolgschaft.

Flucht zur Insel der Glückseligen

Kerstin Medya Rosan ist Heilpraktikerin aus Wuppertal. Derzeit hält sich die 41-Jährige bei Verwandten in Dahuk auf. Das nordirakische Gouvernement gehört zur Autonomen Region Kurdistan. Mit Kerstin Rosan sprach Marlene Göring.

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Poroschenkos Hochburg

Winnyzja (russisch Winniza, polnisch Winnica) ist das administrative Zentrum des gleichnamigen ukrainischen Gebiets im historischen Podolien und hat etwa 370 000 Einwohner. Die Stadt wurde im 14. Jahrhundert am rechten Ufer des Flusses Südlicher Bug gegründet. Sie liegt etwa 260 Kilometer südwestlich und vier Autostunden von der Hauptstadt Kiew entfernt. Winnyzja gilt als Hochburg des neu...

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Kurt Stenger

Ärger über Schuldenschnitt

Beim Geld hört die Freundschaft auf. Das gilt auch für die traditionell eng miteinander verbandelten Nachbarn Österreich und Bayern. Die Frage des Umgangs mit der Kärntner Pleitebank Hypo Alpe Adria sorgt seit Längerem für außenpolitische Verstimmungen - doch der Wiener Regierungsbeschluss über einen Schuldenschnitt lässt den Streit nun eskalieren. Bayerns Finanzminister Markus Söder kündigte j...

Olaf Standke

Irakischer Treppenwitz

Als Präsident Bush Irak 2003 völkerrechtswidrig angreifen ließ, rechtfertigte er den Einmarsch mit zwei Lügen: mit der Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen und den Kontakten des Saddam-Regimes zum Terrornetzwerk Al Qaida. Da mutet es schon wie ein Treppenwitz der Geschichte an, dass nun auf den Trümmern einer mehr als achtjährigen Besatzung eine islamistische Terroristenarmee gen ...

ndPlusSimon Poelchau

Die große Gleichmacherin

»Ökostrom - nein, danke!«, könnte das geheime Motto der Großen Koalition heißen. Schließlich wird, seit SPD und Union wieder gemeinsam an der Macht sind, die Energiewende konsequent ausgebremst. Nun gefällt sich die Große Koalition offenbar nicht mehr in ihrer Rolle als große Ausbremserin der Energiewende. Schwarz-Rot will jetzt die große Gleichmacherin werden. Denn laut der »FAZ« haben s...

Olaf Standke

Abgestürzt

Es wäre kaum verwunderlich, wenn Eric Cantor die Welt nicht nicht mehr verstehen würde. Da galt der 51-Jährige »Fraktionschef« der Republikaner im Washingtoner Repräsentantenhaus als neuer Star der Konservativen in den USA. Sein Team gab allein fürs Speisen in Steakhäusern fast genauso viel aus, wie der Konkurrent bei den innerparteilichen Vorwahlen überhaupt in der Wahlkampfkasse hatte - etwa ...

ndPlusUli Cremer

»Empfehlungen« von falscher Seite

Die vom Deutschen Bundeswehrverband (DBwV) vorgelegte »Tiefenagenda 2020« gehört zu den Papieren, die man besser von hinten nach vorne liest. Im letzten Kapitel steht nämlich, was die gewünschte »schlagkräftige Bundeswehr 2020« kosten soll. Der Verteidigungshaushalt müsse auf 35 Milliarden Euro steigen, allein um diverse Kostensteigerungen aufzufangen. Auf dem Preisschild für »funktionsfähige S...

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Wartburg bleibt zu

Der Deutsche Burschentag darf dieses Jahr nicht mehr auf der Wartburg in Eisenach feiern. Der Stiftungsrat der Wartburg hat einstimmig beschlossen, den Burghof nicht mehr an die Deutsche Burschenschaft zu vermieten.

Akademiker rechtsaußen

In Eisenach treffen sich seit Donnerstag Burschen aus dem deutschsprachigen Raum zum Burschentag. Die Veranstaltung ist hochumstritten. Mit Christian J. Becker von »Burschenschafter gegen Neonazis« sprach Sebastian Haak.

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ndPlusAert van Riel

Grüner Imagewandel

Bei den Grünen ist eine Liberalismusdebatte entbrannt. Strittig ist, ob die Partei sich auch explizit wirtschaftsliberal ausrichten soll.

Velten Schäfer

Mehr Prüfungen, mehr Transparenz

Der Paragraf 63 StGB erlaubt eine prinzipiell unbefristete psychiatrische Unterbringung aufgrund von prognostizierten Taten. Nun soll er endlich genauer gefasst werden.

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Andreas Knobloch, Havanna

Hoffnung für die »Cuban Five«

Die Aktionswoche in Washington für die »Cuban Five« war ein Erfolg. Die Hoffnung auf einen Austausch der drei noch in den USA inhaftierten Kubaner wächst.

Ralf Klingsieck, Paris

Wenn die Front durch die Familie verläuft

In der rechtsradikalen Front National ist ein Konflikt zwischen Vater und Tochter ausgebrochen, der über die künftige Ausrichtung der Partei entscheiden dürfte.

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OSZE fordert Waffenruhe

Viele Ukrainer flüchten vor Gefechten im Donbass nach Russland. Der OSZE-Generalsekretär forderte eine Waffenruhe. Kiew wird verdächtigt, geächtete Brandbomben einzusetzen.

Wider sexuelle Gewalt

Ein auf einer Konferenz in London vorgelegtes Protokoll soll die weitgehende Straflosigkeit für sexuelle Gewalt im Krieg beenden.

Irina Wolkowa, Moskau

Nachzucht der Unheiligen Allianz

Alles andere als unbeschriebene Blätter und für Geheimtreffen eher ungeeignet waren die russischen Gäste. Sie sind auch schon international unangenehm aufgefallen.

ndPlusHannes Hofbauer, Wien

Strache trifft Dugin - Drehscheibe Wien

»Mediale Hetze« beklagt inzwischen die FPÖ, das Aufsehen eines Geheimtreffens der extremen europäischen Rechten mit nationalistischen Großrussen wird ihr nun wohl doch etwas unangenehm.

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Schuldenschnitt bei Hypo Alpe Adria

Die Abwicklung der Hypo Alpe Adria nimmt Formen an. Auch einige Gläubiger müssen um ihr Geld zittern. Die BayernLB als ehemaliger Eigentümer soll einen hohen Beitrag leisten.

Haidy Damm

Kein Gentech-Ausstieg

Während der EU-Ministerrat nationale Anbauverbote für Gentechnikpflanzen erleichtern will, hofft die Konzernlobby, dass der Zulassungsstau aufgelöst wird.

ndPlusFabian Lambeck

Private können es nicht billiger

Wenn Firmen den Straßenbau in Eigenregie betreiben, wird das für den Steuerzahler keinesfalls billiger. Doch weil der Bund so die Vorgaben der Schuldenbremse umgehen kann, hält er an ÖPP-Vorhaben fest.

ndPlusGrit Gernhardt

Widerruf wird Pflicht

Die Umsetzung der EU-Verbraucherrichtlinie, die am Freitag in Kraft tritt, bringt für die Kunden nicht nur Verbesserungen.

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Jörg Meyer

Das Ende der heimischen Erdbeere

Die anhaltenden Attacken der Union gegen einen Mindestlohn ohne Ausnahmen etwa für Saisonarbeiter sind schäbig. Sie bemühen längst widerlegte Argumente, um wenigstens noch einen kleinen Stich zu machen.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Tanken kann man auch anderswo

In der langen Streikbewegung der Servicebeschäftigten an Autobahnrasthöfen in Thüringen und Bayern rüstet sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) für einen Aktionstag am Samstag.

Jörn Boewe 
und Johannes Schulten

Betriebsräte werden erpresst

Erstmals können Leiharbeiter tariflichen Anspruch auf Festeinstellung anmelden. Doch viele Unternehmen nutzen ein Schlupfloch im Tarifvertrag.

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Sarah Liebigt

Krakeelen im Kiefernwald

Ein Zaun um die Feiernden, sie am Pinkeln zu hindern. Ein Zaun um den Jugendclub, ihn vor Bränden zu schützen. Ein Zaun um ihre Villen, sie vor Lärm zu bewahren. Wo der Mensch lebt, da braucht er einen Zaun, der ihn schützt. Vor anderen Menschen. Auch wenn es sich bei den Zaunplanern um Investoren handelt, die Berlin ein ums andere Mal mit einer für wildgewordene Baufantasien offen stehenden Ku...

Susanne Scheckel

Meinungsfreiheit für Mieter

Mieter der Calvinstraße 21 dürfen weiterhin mit einem Plakat gegen eine Luxussanierung ihres Hauses protestieren.

ndPlusJonas Pentzien

Kein Ansturm auf Berlin

Die Umsetzung der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Berlin beschäftigt den Ausschuss für Arbeit und Integration. Massive Einwanderung aus Bulgarien und Rumänien bleibt 2014 bisher aus.

ndPlusGuido Speckmann

Erweckung aus dem Dornröschenschlaf

Auf dem Areal der Eisfabrik soll ein Kunstort entstehen. Das wünscht sich zumindest die Stiftung Zukunft Berlin. Doch einer der Besitzer hat offenbar andere Pläne.

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Fällt Schutz für Datschen weg?

Berlin/Potsdam. Der Bundesrat entscheidet an diesem Freitag über die Verlängerung des sogenannten Datschen-Gesetzes. Auf Initiative des Landes Brandenburg soll der geltende Kündigungsschutz für Datschen-Besitzer in Ostdeutschland um weitere drei Jahre bis zum 3. Oktober 2018 verlängert werden. Zudem soll die Pflicht der Grundstückspächter zur Übernahme der Abbruchkosten für ihre Datsche künftig...

ndPlusWilfried Neiße

Acker unter Asphalt begraben

Der Boden darf bei Baumaßnahmen nur versiegelt werden, wenn der Bauherr Ersatzmaßnahmen bezahlt. Dann wird allerdings oft kurzerhand landwirtschaftliche Nutzfläche aufgeforstet.

Malene Guergen

Badiny unter Verdacht

Die Polizei ermittelt im Fall eines vermeintlich rechten Übergriffs auf eine Pizzeria jetzt auch gegen den Besitzer. Er soll die Straftat vorgetäuscht haben, seine Unterstützer halten dennoch zu ihm.

ndPlusTomas Morgenstern

In Brandenburg, unter Freunden

Am 11. Juni 1994 begann mit einer Abschiedsparade in Wünsdorf die letzte Phase des russischen Truppenabzugs. 20 Jahre danach beschworen Akteure aus jenen Tagen das damals gewachsene Vertrauen.

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»Bunte Republik Neustadt« feiert

Zehntausende Besucher werden am Wochenende in Dresdens Szeneviertel zum Stadtteilfest erwartet: Mehr Kiez, weniger Kommerz - so das Motto. Auch eine symbolische Hausbesetzung ist geplant.

ndPlusVolker Stahl, Hamburg

Ein Fall von Eigenbedarf

In Hamburg muss ein todkranker Mieter die Wohnung aufgeben, weil die Eigentümerin auf Eigenbedarf geklagt hat. Das Amtsgericht wies die Klage noch ab, doch das Landgericht sieht die Sache anders.

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Streit um Skigebiet wird härter

München/Bayrischzell. Umweltverbände kämpfen weiter gerichtlich gegen den Ausbau des Skigebietes Sudelfeld. Der Deutsche Alpenverein (DAV) und der Bund Naturschutz in Bayern (BN) kündigten am Donnerstag Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts München ab, den Eilantrag der Naturschutzverbände auf sofortigen Baustopp abzuweisen. Die Eilentscheidung hatte den Weg für die Fo...

Anti-Gone!

Anti-Gone!

Am Vorabend des nd-Pressefests zeigen Schüler der Ellen-Key-Schule das Theaterstück »Anti-Gone« um 19 Uhr im Münzenbergsaal. Conny Hobrack, die Leiterin des Projekts, erklärte Sebastian Blum das Konzept.

ndPlusCaroline M. Buck

Stille und Aufschrei

In den Arabischen Emiraten gibt es zwei große Filmfeste, eins in Dubai und eins in Abu Dhabi. Das Dubai International Film Festival ist etwas größer, besser mit den internationalen Medien vernetzt und deshalb bekannter. Gegenüber dem Nachbaremirat hat es im Konkurrenzkampf zudem den Vorteil einer entwickelteren Produktionslandschaft, vom Emirat kräftig gefördert. Hier werden Filme gemacht, nich...

Frostige Zeiten

Zwei Frauen, in Kopftücher gehüllt, ihre Gesichter sind wie eine tote Stadt. Grau und zerstört, so stehen beide da und lassen sich - nicht ohne Würde - fotografieren. Es ist der 9. Mai 1985, der 40. Jahrestag des Sieges über den deutschen Faschismus. Die beiden stehen eng beieinander. Wie ein Leuchtfeuer aus fernen Tagen funkeln an ihrer Brust die Verdienstmedaillen. Nach dem großen Krieg, der ...

Yuriko Wahl-Immel, Düsseldorf

Zittern und Hoffen in Düsseldorf

In fast allen Bundesländern hat die CDU die jüngsten Kommunalwahlen gewonnen. In den Großstädten ist sie aber seit Jahren eher schwach. Bundespolitiker blicken nun gespannt nach Düsseldorf.

Tom Mustroph

Nomaden zu Gast in den Steppen Berlins

Zuweilen wird man erst durch Gäste von weither auf bislang unbekannte Aspekte des eigenen Lebensumfelds aufmerksam gemacht. Im Rahmen des Festivals »Crossing Identities - Beginners, Experts, Hybrids« (13.-15. Juni) stellen mongolische Künstler - Sänger, Musiker, Tänzer und bildende Künstler - nicht nur eigene Arbeiten in traditionellen und modernen Techniken vor. Sie erkunden auch die Umgebung ...

ndPlusHarald Lachmann

Noch immer ein Marathonmann

Der 3. Himmelswege-Lauf, der am 21. Juni durch den Süden Sachsen-Anhalts führt, ist maßgeblich ein Kind von Olympiasieger Waldemar Cierpinski. Seit 1990 ist er Chef eines Sportberatungszentrums.

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Ort der Kindheit

In Deutschland gibt es ein neues Luther-Museum: »Es ist der erste, der weltweit einzige Ort, an dem Luthers Kindheit und Jugend präsentiert werden in all ihren Facetten«, sagte der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Stefan Rhein, am Donnerstag in Mansfeld zwei Tage vor Eröffnung. In der Kleinstadt bei Eisleben habe Martin Luther (1483-1546) nach Wittenberg die zweitlän...

Rücktritt als Chefdirigent in München

Der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Lorin Maazel, tritt zurück. Der 84-Jährige werde sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen, teilte das Orchester am Donnerstag mit. Eigentlich sollte Maazel noch bis 2015 Chef des renommierten Orchesters bleiben und dann von dem umstrittenen russischen Dirigenten Waleri Gergijew abgelöst werden. Jetzt ist schon früher Schluss. »Wir bedauern ...

»Sitzende Frau« ist Raubkunst

Jetzt ist es offiziell: Henri Matisses »Sitzende Frau« aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt ist nach Einschätzung der Taskforce »Schwabinger Kunstfund« tatsächlich Raubkunst. »Auch wenn nicht mit letzter Sicherheit dokumentiert werden konnte, unter welchen Umständen Hildebrand Gurlitt in den Besitz des Werkes gekommen ist, so kommt die Taskforce zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Werk um N...

Hans-Dieter Schütt

Wie der Hase läuft

Erste Variante eines Anfangs: In der Eröffnungspartie gelang Kroatien die erste saftige Sensation dieser Weltmeisterschaft. Zweite Variante eines Anfangs: Erwartungsgemäß kam Brasilien zu seinem ersten Triumph. Einer dieser Sätze ist falsch und macht sich hiermit lächerlich. Beide Behauptungen gründen in haltloser Spekulation, denn die Kolumne entstand am Donnerstagnachmittag, als das, wa...

ndPlusRalf Höller

Die Spur führt nicht sehr weit zurück

Jeder vierte Deutsche hält Freitag, den 13., für einen Unglückstag. Das ist das Ergebnis einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2010. Seitdem hat es keine bundesweiten Erhebungen zu diesem Aberglauben gegeben. Eine Studie des Regensburger Kulturwissenschaftlers Gunther Hirschfelder zum selben Thema ergab, dass selbst im vernunftgesteuerten akademischen Umfeld jeder dritte Befragte dem ominösen D...

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Geheimer Krieg

Wir gingen auf Reisen in ein unbekanntes Deutschland. Wir brachen auf, um in eine geheime Welt vorzudringen. Wir wollten die anderen, bisher versteckten Punkte auf der Karte der Sicherheitsbeziehungen finden. Wir machten uns auf die Suche nach den Orten von Top Secret Germany. Acht Monate durchquerten wird das Land von Schwaben bis Ostfriesland. Uns öffneten sich Türen, durch die zuvor noch nie...

Whistleblower sind wichtiger

Zunächst war er in der Spionageabwehr, danach in der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS als Analytiker tätig. Die Aktivitäten der National Security Agency (NSA) verfolgte er seit Anfang der 1970er. Mit ihm sprach Karlen Vesper.

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ndPlusJürgen Amendt

Bilder der Vorkriegszeit

Noch ist die Schlacht um die Besetzung des Postens des Präsidenten der EU-Kommission nicht entschieden. Der konservative Politiker Jean-Claude Juncker aus Luxemburg will ihn haben, hat sich dafür während des Wahlkampfs als Spitzenkandidat des EU-Parlaments präsentiert. Der Dampfer EU wird aber nicht vom Parlament, sondern von den Regierungschefs der EU kommandiert, und viele von ihnen wollen Ju...

»Ich bin ein sportjournalistischer Zuarbeiter«

Nach 20 Jahren Leistungssport wechselte Oliver Kahn zum Fernsehen. Seit 2008 kommentiert er Fußball im ZDF, dismal aus Brasilien. Mit dem früheren Torwart der deutschen Fußballnationalmannschaft sprach Jan Freitag.

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Proteste und Streiks zum WM-Auftakt

Wenige Stunden vor Beginn des Eröffnungsspiels der Fußball-WM in São Paulo ist die Polizei in der 20-Millionen-Metropole mit Blendgranaten und Gummigeschossen gegen WM-Gegner vorgegangen. Dutzende Demonstranten hatten sich an einem U-Bahnhof getroffen und wollten zum Corinthians-Stadion marschieren, wo am Abend die Eröffnungsfeier und das Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Brasilien und Kroatie...

ndPlusAlexander Ludewig

Das große Fragezeichen

Mesut Özil braucht Ruhe, der Bundestrainer braucht Zeit: In drei Tagen trifft die DFB-Elf in ihrem WM-Auftaktspiel auf Portugal.

ndPlusOliver Händler

Das Explosive wird ignoriert

Die Steiner-Kommission gibt dem DOSB Tipps zur Dopingbekämpfung. Sie bleibt allerdings vage und klopft sich selbst auf die Schulter. Fünf Sitzungen reichten dem Gremium aus, um eine Bestandsaufnahme anzufertigen.

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Frank Hellmann, Porto Alegre

Geschönte Passquoten, geschonte Kräfte

Dauerhafte Dominanz ist tödlich, 1:0 das Lieblingsresultat, ein Spektakel nicht zu erwarten. Allein die Gruppe B verspricht Fußballfreude: wegen Titelverteidiger Spanien, den Niederlanden und Chile.

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Stephan Fischer

Der Ruinator

1994. Brasiliens Nationalmannschaft landet nach dem Sieg im WM-Finale in den USA gegen Italien im Privatjet des brasilianischen Fußballverbandes (CBF) in der Heimat, und sie hat nicht nur den WM-Pokal im Gepäck. Da dieser vierte Stern auf dem Trikot viel mehr wert sei als Formalitäten am Zoll, verweigert Ricardo Teixera, CBF-Präsident von 1989 bis 2012, den Gang durch die Kontrolle. Ankläger er...

ndPlusJirka Grahl, Rio de Janeiro

Die endlose Mission

Im Fußball-Weltverband FIFA herrscht ungewohnter Unfriede. Nach dem Scheitern der »Reformen« hat UEFA-Boss Michel Platini dem FIFA-Präsidenten Joseph Blatter die Gefolgschaft gekündigt.