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UNTEN LINKS

Das Bundesverteidigungsministerium hat die Beschaffung des Sturmgewehrs G36 ausgesetzt. Grund: Das G36 trifft oft nicht richtig, wenn es außerhalb des Wirkungsbereichs des Grundgesetzes (GG) eingesetzt wird. Angeblich ist es anderswo zu warm für die Waffe. Vor allem in Afghanistan beklagten sich Soldaten, dass sie bei Dauerfeuer heftig ins Schwitzen gerate. Überlegt wird, ob man das Sensibelche...

ndPlusKatja Herzberg

Nichts gelernt

In den Medien ist über all von "linker Unterstützung" für Junker die Rede. Doch darf man diese Unterstützer überhaupt als links bezeichnen. Katja Herzberg über selbstgefällige EU-Sozialdemokraten.

Wolf H. Wagner, Florenz

Schwerste Kirchenstrafe für Mafiosi

Als erster Papst in der Geschichte der katholischen Kirche besuchte Franziskus am Wochenende Kalabrien, das Kernland der ’Ndrangheta.Dort hielt er einen flammende Appell gegen die Mafia und ihre Machenschaften.

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Sorge ums Gas

EU-Energiekommissar Günther Oettinger sorgt sich angesichts des ungelösten Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine um die Versorgung der Europäischen Union mit dem Brennstoff im kommenden Winter. »Ich werde in Kürze mit beiden Seiten ausloten, ob wir die Verhandlungen wieder aufnehmen«, sagte Oettinger der »Wirtschaftswoche«. Es liege im Interesse aller beteiligten Parteien, also der EU, Ru...

Klaus Joachim Herrmann

Vorzeigbar

Pawlo Klimkin ist kaum Außenminister der Ukraine und schon voll im Geschäft. Er hat bereits mit Russlands Außenamtschef Sergej Lawrow telefoniert. Catherine Ashton, Außenbeauftragte der Europäischen Union (EU), lud ihn für Montag zum Europarat nach Luxemburg ein. Dort soll er den Friedensplan seines Präsidenten Pjotr Poroschenko erläutern. Am gleichen Tag wollen die Außenminister auch über den ...

Irina Wolkowa, Moskau

Poroschenkos Plan stößt auf Skepsis

Russland hat für Zehntausende Soldaten von Westsibirien bis in die Wolgaregion Militärübungen angeordnet. Die Truppen des zentralen Militärbezirks wurden in »volle Gefechtsbereitschaft versetzt«.

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ndPlusHendrik Lasch, Suhl

Der Volksvogel

Vor 50 Jahren liefen bei Simson Suhl die ersten »Schwalben« vom Band; weitere Mopeds mit Vogelnamen folgten. Sie erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Im Juli wird in Suhl gefeiert.

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ndPlusVelten Schäfer

Dauerhafte Schande

SS-Leute, die sich schwerster Verbrechen in Ausschwitz schuldig gemacht haben, bleiben vermutlich straflos. Grund sei die Verhandlungsunfähigkeit der Beschuldigten. Ein anderer Grund könnte aber auch die späte Ermittlung sein.

ndPlusUwe Kalbe

Schaden, irreparabel

Der ADAC hat seinen guten Ruf verspielt. Den will er aber zurück. Und das Versucht der Automobil Club mit einer der billigsten Methoden: Der Forderung nach einer Maut für ausländische Autofahrer.

ndPlusRoland Etzel

Kairos Generäle außer Rand und Band

In Ägypten stehen wieder politisch Missliebige vor ihrer Todesstrafe. Die Justiz macht was sie will und der Westen schaut dabei zu. US-Außenminister Kerry zumindest scheint sich kaum daran zu stören.

ndPlusDetlef D. Pries

Aufsteiger

McCarthy gilt den Ultras als zu wenig konservativ. Das sieht er natürlich ganz anders. Der Republikaner, der seinen kleinen Lottogewinn von 5000 Dollar für seine Karriere nutze, hat sich, wie er sagt, der Weisheit verschrieben.

ndPlusStefan Meretz

Unendliche Bedürfnisse?

Gut die Hälfte aller Lebensmittel wird weggeschmissen. Und gleichzeitig drängen immer wieder "neu designte" Nahrungsmittel auf den Markt. Woher das kommt und wie sich Projekte wie SoLawi dagegen stemmen, hat Stefan Meretz untersucht.

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Streit um Beginn des Renteneintritts

Berlin. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, verteidigte am Wochenende den Vorstoß von DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach für einen flexibleren Ausstieg aus dem Beruf schon ab 60 Jahren. Der Gewerkschafter sagte dem »Focus«: »Wir wollen gleitende Übergänge in die Rente tarifpolitisch gestalten.« Dafür brauche man bessere gesetzliche Rahmenbedingungen, ...

Verzweiflungstat bei Abschiebung

Deutschland versucht sich gerade als Helfer für Flüchtlinge in Syrien und Irak in Szene zu setzen. Diese Inszenierung aber hat nichts mit der Realität zu tun.

Hans-Gerd Öfinger

Ex-Nazis mit steilen Karrieren

Auch über 69 Jahre nach der Befreiung von der Nazidiktatur ist die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit früherer hessischer Landtagsabgeordneter nicht abgeschlossen. Aber es entwickelt sich - langsam.

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Reimar Paul

E.on sattelt Super-Gaul Grohnde

Das für die Atomaufsicht in Niedersachsen zuständige Umweltministerium erteilte dem Energiekonzern E.on am späten Freitagabend die Zustimmung zum Wiederanfahren des Reaktors - am Sonntag war das Kraftwerk wieder am Netz.

Die Partei ist meine Strömung

Auf einem Parteitag in Siegen wählte die NRW-LINKE am Wochenende ihren Vorstand. An seiner Spitze: Ralf Michalowsky und Özlem Demirel.Mit beiden sprach für »nd« Marcus Meier.

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Zeit für Reformen

Paris. Eine Akzentverlagerung vom Sparen auf Wachstum, das ist neben der Unterstützung für Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionschef die wichtigste Position, mit der die sozialdemokratisch geführten Länder zum EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag nach Brüssel reisen. Bei einem Treffen in Paris am Samstag einigten sich sozialdemokratische Spitzenpolitiker aus zwölf Ländern darauf, die Pers...

Katharina Strobel

Zwischen Hoffnung und Abschiebung

Dutzende Flüchtlinge haben nach fünf Wochen Fußmarsch von Deutschland über Frankreich und Luxemburg Brüssel erreicht. Zum EU-Gipfel in dieser Woche sind diverse Protestaktionen vor Ort geplant.

Neue Mitglieder, neue Chancen

Gabi Zimmer ist Europaabgeordnete der LINKEN und wurde nun erneut zur Vorsitzenden der Linksfraktion GUE/NGL im EU-Parlament gewählt. Über die Debatten bei der Fraktionsbildung sprach mit Zimmer Uwe Sattler.

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Abrechnung in Ägypten

Ein Gericht in Ägypten hat im größten Massenprozess der jüngeren Geschichte des Landes Todesurteile gegen 183 Islamisten bestätigt. Unter ihnen ist das Oberhaupt der inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft.

Abrechnung in Ägypten

Kairo. Ein Gericht in Ägypten hat im größten Massenprozess der jüngeren Geschichte des Landes Todesurteile gegen 183 Islamisten bestätigt. Unter ihnen ist das Oberhaupt der inzwischen verbotenen Muslimbruderschaft, Mohammed Badie, wie dpa am Samstag aus der Justizbehörde der oberägyptischen Stadt Minia erfuhr. Dem 70-Jährigen, dem Beteiligung an gewalttätigen Protesten und Mord vorgeworfen werd...

Dschihadisten in Nordwestirak auf Vormarsch

Die ISIS-Miliz hat nach Medienberichten ihre Machtposition im Nordwesten Iraks gefestigt. Kämpfer der Organisation Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS) hätten die Armee aus mehreren Orten im Grenzgebiet zu Syrien vertrieben.

»In großer Höhe verschwunden«

Mehr als 400 große Drohnen der USA sind nach einem Pressebericht seit 2001 weltweit abgestürzt. Die meisten Abstürze (67) ereigneten sich in Afghanistan.

Wolfgang Kötter

Zehn Opfer pro Tag

In Mosambiks Hauptstadt beginnt am Montag die 3. Konferenz zur Überprüfung der Konvention über das Verbot von Personenminen. 15 Jahre nach deren Inkrafttreten ist eine kritische Bilanz zu ziehen.

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Greenpeace verliert Unterstützer

Hamburg. Nach dem Bekanntwerden von Millionenverlusten bei Währungsgeschäften hat Greenpeace in Deutschland rund 700 Förderer verloren. Wie der Kommunikationsdirektor der Umweltorganisation, Michael Pauli, am Sonntag sagte, wird sie hierzulande von rund 600 000 Geldgebern unterstützt. Der Rückzug reiße insofern kein riesiges Finanzloch ins Budget. Neue Förderer zu gewinnen, sei aber mit erhebli...

ndPlusJürgen Vogt, Buenos Aires

Schuldenstreit: Argentinien rudert zurück

Argentiniens Regierung ist im Streit um die Schuldenforderungen zweier US-Hedgefonds zurückgerudert. Hatte Präsidentin Cristina Kirchner zunächst Zahlungen und Verhandlungen abgelehnt, bereitet sich die Regierung nun auf Gespräche vor.

Hermannus Pfeiffer

Die Versuchung

Die Beschäftigten in der ältesten Versicherung der Welt sind besorgt: Sie fürchten einen Verkauf an die Allianz. Doch es geht nicht nur um 300 Jobs, sondern auch ums Modell »Sparkasse«.

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Harald Wolf und
 Benjamin-Immanuel Hoff

Arbeitsteilung für den Knotenlöser

Geht Linksreformismus? Plädoyer für ein produktives Spannungsverhältnis zwischen der »Partei im Staatsapparat« und der »Partei außerhalb des Staatsapparats« und gesellschaftlichen Bewegungen.

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Betriebsrat warnt vor S-Bahn-Chaos

Die schleppende Vergabe des Berliner S-Bahn-Betriebs sorgt bei den Arbeitnehmervertretern der Bahn für Unruhe. »Es wäre nicht das erste Projekt in Berlin, was an Landespolitikern scheitert«, heißt es in einer Stellungnahme des Konzernbetriebsratsvorsitzenden Jens Schwarz, der vor einem neuen S-Bahn-Chaos warnt. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hatte kürzlich bekannt gegeben, dass sich die...

Christin Odoj

Hungrig

Die Berliner Tafel beliefert zurzeit neun Berliner Schulen mit Obst und Pausenbroten, weil es Schüler gibt, die ansonsten den ganzen Tag mit knurrendem Magen im Unterricht sitzen würden. Für den Senat wäre das, so kurz vor den Zeugnissen, eine glatte Fünf. Der hatte sich noch damit gerühmt, im laufenden Schuljahr die Kostenpauschale für das Mittagessen an Ganztagsgrundschulen um 15 Euro angehob...

CDU-Fraktion legt sich auf neue Ziele fest

Die Berliner CDU-Fraktion hat sich auf einen Katalog von Zielen verständigt, die sie in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode verfolgen will. Auf ihrer Klausurtagung in Unterschleißheim bei München beschäftigten sich die Konservativen am Wochenende vor allem mit Stadtentwicklungsfragen und der Wirtschaftspolitik.

Nicolas Šustr

In Uniform zur Regenbogendemo

Die Teilnehmer von insgesamt drei Christopher-Street-Day-Demos bevölkerten am Sonnabend die Straßen Berlins.

»Volksentscheide sind Innovationsmotoren«

Oliver Wiedmann ist Sprecher des Landesvorstands Berlin/Brandenburg des Vereins »Mehr Demokratie e.V.«. Er berät Volksbegehren und wertet die Praxis der direkten Demokratie aus. Mit Wiedmann sprach Jonas Pentzien.

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Ex-KZ-Häftling erhielt Orden

Moskau. Mark Tilevitsch, der als sowjetischer Kriegsgefangener das KZ Sachsenhausen überlebte, erhielt am Samstagabend in Moskau den Verdienstorden des Landes Brandenburg. Im Auftrag von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) überbrachte Amtsvorgänger Matthias Platzeck die Auszeichnung. Bei der Verleihung sagte Platzeck: »Tilevitsch kam 1943 ins Konzentrationslager Sachsenhausen und überlebte d...

Zuschüsse für Kitas gestiegen

Potsdam. Brandenburger Kitas erhalten mittlerweile wesentlich mehr Geld als noch vor zehn Jahren und verfügen auch über mehr Personal. Wie Bildungsministerin Martina Münch (SPD) in einer Antwort auf eine parlamentarischen Anfrage mitteilte, wurden die jährlichen Landeszuschüsse von 2004 bis 2013 um rund 81 Prozent auf 217,8 Millionen Euro erhöht. Auch im Personalbereich gab es Zuwächse. Während...

ndPlusJonas Pentzien

Einmal Hellersdorf und zurück

Ein 24 Jahre alter Mann hantiert in seiner Wohnung mit einer Gaskartusche. Kurze Zeit später muss ein elfstöckiges Haus evakuiert werden. Zuflucht finden die Anwohner im Asylbewerberheim.

Martin Kröger

Streik an allen Vivantes-Kliniken

Nach den abgebrochenen Tarifgesprächen erhöht die Gewerkschaft Marburger Bund den Druck auf die Vivantes-Geschäftsführung: Ab Dienstag wird Nonstop an allen Standorten gestreikt.

Steffi Bey

Über Geschichte stolpern

Jugendliche führten am Sonnabend zu jüdischen Erinnerungsorten in Friedrichshagen und erzählen damit die dunkle Gesichte eines heute so idyllischen Stadtteils.

Andreas Fritsche

CDU mit Fußballorakel blamiert

Die CDU werde die Landtagswahl am 14. September gewinnen, so wie Deutschland bei der Fußball-WM gegen Ghana gewinnen werde. Mit diesem naiven Orakel blamierte sich Generalsekretärin Anja Heinrich.

ndPlusAndreas Fritsche

Einbrüchen vorbeugen

Alarmanlagen, wachsame Nachbarn und ein Landespräventionsbeauftragter bringen mehr als der Verzicht auf den Stellenabbau bei der Polizei - möglicherweise, beziehungsweise angeblich.

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Zwergenaufstand gegen Seehofer

Die mit rund 40 Prozent der Wählerstimmen aus CSU-Sicht enttäuschend verlaufene Europawahl hat ein Nachspiel: Von Seehofer abservierte Spitzenleute rebellieren.

ndPlusClaudia Schülke

Landwirtschaft verdrängt Schmetterlinge

Frankfurt am Main. Den alten Griechen galten sie als Inbild der Seele. Im Mittelalter hielt man sie für Hexen, die den Rahm von der Milch naschten, die Schmette. Deshalb heißen die Falter bis heute »Schmetterlinge«. Auch bei den Engländern stand die Vorliebe für den Rahm Pate für den Namen: »Butterflies«. Gemeint sind damit meist die Tagfalter, die nur fünf Prozent der gesamten Schmetterlingspo...

Velten Schäfer

Asbesthügel am Vogelschutzgebiet

Am Montag beginnt der dreitägige offizielle Erörterungstermin über den Bau einer Schadstoffdeponie am unter Schutz stehenden »Landgraben«. Bürger, Umweltschützer und die Opposition sind alarmiert.

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Dörthe Hein

Puppenspiel jenseits der Kasperlfigur

Magdeburg. Puppenspieler aus Russland, Frankreich und den USA lassen derzeit in Magdeburg künstlerische Wunderländer entstehen. Das dortige Puppentheater hat zwischen dem 20. und 26. Juni zu seinem Internationalen Figurentheaterfestival »Blickwechsel« insgesamt 34 Theatergruppen, Solisten und Theaterhochschulen aus elf Ländern eingeladen. Sie geben unter dem Titel »Freiheit der Wahl« Einb...

ndPlusZarras

Die Kacke muss wech

Eines Tages erschütterte eine furchtbare Meldung das Berliner Volk: Alle registrierten Hunde der Stadt hinterlassen täglich 55 Tonnen (!) Kot in Parks und auf Gehwegen! 55 Tonnen! Und nicht kompakt wie ein Leopard-Panzer, der ungefähr 60 Tonnen auf einem Haufen hat, sondern breitflächig, über die ganze Stadt verteilt.

Tom Mustroph

Echoraum des anderen Denkens

Denken braucht Struktur, und wenn bei Demenz-Erkrankungen die Struktur brüchig wird, passiert das Gleiche mit dem Denken. Auf sehr subtile Art führt der Schauspieler Holger Foest in der als »performatives Abendbrot« klassifizierten Produktion »Ich heiße Anna« in den Rathenau-Hallen in Schöneweide in das Thema der bröckelnden Struktur ein. Er erklärt Zeitstrukturen anhand des Zifferblatts einer ...

ndPlusTom Mustroph

Echoraum des anderen Denkens

Regisseurin Marie Rodewald gelingt es erneut dich auf sehr subtiler Art dem schwierigen Thema Demenz zu nähern. Zusammen mit Schauspieler Holger Foest laden sie ein, Blicke in brüchige Strukturen zu werfen.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Kutter des schlechten Gewissens

Das alljährliche Seglerfest in der Kieler Förde zieht viele Besucher an. Diesen will das Kunstschiff »M/S Anton« das europäische Flüchtlingsproblem nahebringen.

Birgit Zimmermann

Futterpflanzen und Sickerschlitze

Das Wasser der Pleiße in Leipzig ist braun - Spätfolge des Tagebaus in der Region. Gefährlich soll das nicht sein, aber es ist unschön. Doch zunächst bleibt nur das Warten.

ndPlusVolkmar Draeger

Nach Sex drängt die Welt

Eine Ära geht zu Ende: Nach zehnjähriger Intendanz verlässt Vladimir Malakhov Berlin, hat sich mit »seinem« Staatsballett von den Fans in zwei bewegenden Vorstellungen, als Caravaggio und Tschaikowsky, würdig verabschiedet. In die Hölle freilich muss er nicht wie Don Juan, Protagonist der letzten Premiere unter der scheidenden Leitung. Furien, seien es die eigenen Zweifel oder ungute Einflüsse,...

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Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Fasziniert las Herr Mosekund in seinem Leib- und Magenblatt einen Welterklärungsessay seines Lieblingsautors. Spontan verfasste er danach einen Leserbrief. »Wie immer habe ich nur die Hälfte verstanden«, schrieb er, »aber die andere Hälfte war großartig!«...

Gezeichnete Reportagen

Die Österreicherin Ulli Lust ist beim 16. Internationalen Comic-Salon Erlangen als beste deutschsprachige Comic-Künstlerin ausgezeichnet worden. Die inzwischen in Berlin lebende Comic-Künstlerin nahm den mit 5000 Euro dotierten Max-und-Moritz-Preis bei einer Gala am Freitagabend in Erlangen in Bayern entgegen. Die Jury würdigte damit unter anderem die von Lust gezeichnete Comic-Version de...

Deutschland kämpft zu zurückhaltend

Der Regisseur Volker Schlöndorff kritisiert, dass Deutschland bei den Verhandlungen um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zu zurückhaltend für seine Kulturbelange kämpfe. Kultur sei das einzige Kapital, das Europa noch zu exportieren habe, sagte der Filmemacher am Samstag im Deutschlandradio Kultur in Berlin. Zugleich plädierte er dafür, dass bei den Verhandlungen zwischen den USA un...

ndPlusThomas Blum

Haribo macht Steinbach froh

Unser Autor Thomas Blum versucht es mit der "Ohne-Deutschland-Fahne"-Diät. Und die läuft gut. Etwas zu gut! Neben Leitungswasser gibt es momentan nur noch Kräuterbutter ohne Fahne im Supermarkt zu erwerben.

ndPlusGunnar Decker

Alles nur Schreiße?

Nein, subtil ist dieser »König Ubu« von Alfred Jarry nun gerade nicht. Eher etwas vom Jahrmarkt, ein derbes Märchen für Erwachsene, wo man frisst (»Blumenkohl mit Schreiße«) man scheißt und furzt - ach ja, und nebenbei dilettiert man in Sachen Machtausübung. Das ist dann einerseits eine tödliche Tölpelei, elende Hanswurstiade, andererseits ein - und das macht den Reiz dieser theatralischen Hemm...

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Geblättert

»Natürlich will ich, dass auch die USA bald eine Frau an der Spitze haben. Und ich werde alles dafür tun, dass das auch passiert.« Hillary Clinton Ehemalige First Lady »Wenn ich merke, dass etwas musikalisch aufgeht, dass beim Hören etwas in uns passiert - dann denke ich schon mal: Vielleicht sind hier Engel unterwegs und haben mitkomponiert.« Reinhold Beckmann ARD-Moderator ...

ndPlusKlaus Haupt

Stöhnende, Wimmernde, Schreiende

Der Bleistift zitterte und das Herz zitterte, als dieses Manuskript entstand, das du jetzt lesen wirst.« Dies ist der erste Satz des - nachträglich geschriebenen - Vorwortes, mit dem Egon Erwin Kisch den Lesern sein Kriegstagebuch von 1914/1915 offeriert. Seine Notizen über den Ersten Weltkrieg unterscheiden sich grundlegend von vielen anderen Zeitzeugnissen, etwa von Remarques Roman »Im Westen...

Siegfried Schmidtke

«Schlecht für die Moral des Volkes»

Zum 100 jährigen Jubiläum befasst sich in einer deutsch-französischen Kooperation das Museum mit der Kunst rund um den ersten Weltkrieg. Neben Künstlern wie Otto Dix sind auch französische Künstler vertreten.

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Jürgen Amendt

Fehlplanung

Man sollte es den TV-Sendern nicht verübeln, dass sie in diesen Wochen Quote Quote sein lassen und Wiederholungen zeigen, wenn auf den anderen Kanälen das Geschehen von der Fußball-WM dominiert wird. Es ist also in Ordnung, wenn zeitgleich zur Live-Übertragung der Spiele aus Brasilien im Zweiten die ARD einen »Tatort«-Krimi zeigt. Was man der ARD allerdings verübeln muss, ist, dass sie sich nic...

Die Besten

Für herausragende Leistungen in Bildgestaltung und Schnitt wurde am Samstagabend in Köln der Deutsche Kamerapreis verliehen. Der Ehrenpreis ging an den Schweizer Kameramann Renato Berta für seine herausragenden Leistungen für das europäische Kino. Weiter wurden undotierte Preise in acht Kategorien sowie zwei jeweils mit 5000 Euro dotierte Nachwuchspreise verliehen. Die »Beste Kamera« in der Kat...

ndPlusJan Freitag

Im Fernsehen nichts Neues

Die Fernsehkritik: Unser Autor Jan Freitag hat sich durch die Programme gezappt. Und hat sich über «Neins» bei der WM gefreut, und Tipps für den gemütlichen Fernsehabend für die kommende Woche. Auch abseits der WM.

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Gabi Kotlenko

»Unser Ziel ist eine WM-Medaille«

Für die deutsche Volleyballnationalmannschaft der Männer gab es am Wochenende in Berlin kein Erfolgserlebnis. Sie verlor - stark ersatzgeschwächt - beide Weltligaspiele gegen starke Argentinier.

ndPlusTom Mustroph

Die Gefahr der dritten Runde

Lesen kann beim Gucken helfen. Drei Bücher, die sich mit Wettbetrug und Spielmanipulation beschäftigen, geben rechtzeitig zur Weltmeisterschaft einen guten Wahrnehmungsrahmen. Wilson Raj Perumals englischsprachiges Werk »Kelong Kings«, erschienen im Eigenverlag und im Internet erhältlich, beleuchtet die Manipulationen aus der Perspektive des Betrügers. »Schattenspiele« von Brett Forrest (Heyne)...

Das war Dramatik pur

Was sagt eigentlich der deutsche Nationaltrainer zu den Spielen? Wie sieht er den Erfolg über die Niederlande und wie erklärt er das Unentschieden gegen Ghana? Joachim Löw steht Rede und Antwort.

Kurznachrichten:

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Sport und Politik

Die Hälfte der WM-Partien ist gespielt. Nach 32 von 64 Spielen zieht die FIFA und das brasilianische OK ein positives Fazit. Nur kleinere Pannen in den Stadien, weniger Verkehrsprobleme als erwartet und kaum größere Proteste. »Die erste Woche der WM hat alle Erwartungen übertroffen. Und das Beste ist, dass der Höhepunkt noch kommt«, freut sich FIFA-Boss Joseph Blatter .

Thomas Roser, Belgrad

Frust und Verbitterung

Dem Frust der Fans über das Ausscheiden der nationalen Hoffnungsträger im fernen Brasilien folgt in Bosnien-Herzegowina bald die Verbitterung. »Die Drachen bei der WM bestohlen, besiegt und eliminiert«, titelte am Sonntag das Online-Portal »klix.ba«. Der Zorn von Fans, Medien und Spielern nach der ebenso unerwarteten wie fatalen 0:1-Niederlage gegen Nigeria richtete sich vor allem gegen den neu...

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ndPlusAlexander Ludewig

Die Ausnahme

Miroslav Klose! Nein, nicht angesichts seines, für Fußballer schon recht fortgeschrittenen, Alters von 36 Jahren kommt jetzt hier der Griff in die Mottenkiste: Ausnahmen bestätigen die Regel.

ndPlusJirka Grahl

Fassenacht in Rio

Wann fingen die Leute eigentlich an zu glauben, man müsse sich für den Stadionbesuch verkleiden wie für den Ober-Mörler Fassenachts-Umzug? Dass zwei wabbelige Ostwestfalen mit keinem Widerspruch rechnen müssen, wenn sie ganzkörpergeschminkt die Copacabana entlanglaufen, mit einer Hand die Bierdose schwenkend, mit der anderen die landesfarbene Kunsthaartolle festhaltend? Dass sich englische Kreu...

Jirka Grahl, Rio de Janeiro

Bilder einer Ausschreitung

Kein Tag dieser WM vergeht ohne Meldungen über die Proteste. Kaum jemand kommt jedoch überhaupt zu den Demonstrationen, die stets festen Ritualen folgen. Ein Bericht aus dem Schwarzen Block.