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UNTEN LINKS

Die meisten Menschen sind nicht gern mit sich und ihren Gedanken allein, haben US-Wissenschaftler herausgefunden. Tatsächlich? Für die Erkenntnis wäre kein Hochschulabschluss nötig gewesen; ein Fernsehanschluss reicht völlig. Ganze TV-Sendungen dienen bekanntermaßen einzig dem Zweck, das Nicht-mit-seinen-Gedanken-allein-bleiben-wollen von Menschen zu dokumentieren. In Talkshows treten sie in Gr...

Hartmann sagt alle Termine ab

Berlin. Wegen des Verdachts auf Kauf der Modedroge Crystal Meth nimmt der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann eine Auszeit. Angesichts von Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft sagte der bisherige innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion alle Termine ab. Bei einer Durchsuchung der Berliner Wohnung des bisherigen innenpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion fanden Ermittler aber ke...

ndPlusVelten Schäfer

Funny Games

Wir kümmern uns ganz super um Flüchtlinge – aber doch nicht so toll, wie es uns selbst erscheint, verkündete jüngst der Bundespräsident. Das wollte sich der Gesetzgeber nicht zweimal sagen lassen: Im Handstreich wurde die jüngste Asylrechtsverschärfung auf die Tagesordnung gehoben.

Das Mittelmeer gleich nebenan

Berlin. Die tödlichste Grenze der Welt hat erneut ihren Tribut erhalten: Rund hundert Menschen verloren allein seit dem vergangenen Wochenende ihr Leben bei dem Versuch, im Mittelmeer die Seegrenze der Europäischen Union zu überwinden. Erst am Sonntagabend hatte die italienische Marine ein Schiff mit über 600 Menschen aus Afrika und Syrien aufgebracht, in dessen Frachtraum insgesamt 45 wohl ers...

René Heilig

Wer verschlüsselt, ist besonders im Visier

Die NSA späht massenhaft Bürger aus. Und sie spioniert gezielt jene aus, die sich mit Software zum Schutz vor Überwachung beschäftigen. So geriet ein Student aus Erlangen ins Visier.

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ndPlusRolf Geffken, Nanking

China - ein Land für Einwanderer?

Bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts war China für den Export billiger Arbeitskräfte, aber auch für die kontinuierliche Auswanderung qualifizierter Menschen bekannt. Die führte zur Entstehung der mächtigen Netzwerke der »Überseechinesen«. Seit Beginn der Politik der »Öffnung« prägte China vor allem die innerstaatliche Wanderung von Arbeitskräften. Bis heute gibt es etwa 250 000 sogenannte...

ndPlusWerner Birnstiel

»Go West« auf chinesische Art

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird ihren siebten Chinabesuch seit Amtsantritt 2006 am Sonntagmorgen in Chengdu beginnen, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Sichuan.

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ndPlusChristian Klemm

Berechtigte Zweifel an der »Einigung«

Die Auseinandersetzung um die Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg hat sich entschärft. Die Räumung ist mittlerweile vom Tisch, die Flüchtlinge dürfen im Gebäude bleiben, müssen aber die ersten beiden Stockwerke verlassen. In den Medien wird von einer Einigung zwischen Schutzsuchenden und Bezirk berichtet. Zumindest bei den Betroffenen und ihren Unterstützern besteht daran erheblicher Z...

ndPlusVelten Schäfer

Ruckzuck zum Roma-Fernhaltegesetz

Schwarz-Rot hat kurzfristig die finale Bundestagsabstimmung über die jüngste Asylrechtsverschärfung auf die Parlamentsagenda geschoben. Verbände und Opposition kritisieren das Vorhaben scharf.

»Kein Grund zum Jubeln«
Malene Gürgen

»Kein Grund zum Jubeln«

Der Sperrgürtel um die Schule ist aufgebrochen. Doch wie es mit den Flüchtlingen weitergeht, bleibt weitgehend unklar. Berlins Innensenator will »keine Vorzugsbehandlung«.

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ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Schlimmeres verhüten

Für ihr Bemühen um Waffenruhe in der Ukraine verdienen sich die Bundeskanzlerin und ihr Außenminister Respekt. Sie wollen »Schlimmeres verhüten«. Beim Machtkampf um den Platz der Ukraine in der EU oder bei Russland haben deutsche Politiker aber kräftig mitgemischt - bis zum Präsidentensturz. Es wäre doch auch zu schön gewesen, mit dem CDU-Zögling Vitali Klitschko einen Gewährsmann in diesem Amt...

ndPlusRené Heilig

Kiesewetters Nachtigall

Er freue sich über das große Interesse der Öffentlichkeit an der Arbeit des NSA-Untersuchungsausschusses, sagte Roderich Kiesewetter. Dann schmierte der Unionsobmann den anwesenden Journalisten Honig ums Maul. Die würden ja so umfangreich und gut berichten. Nachtigall ... Klar, der CDU-Mann wollte suggerieren, dass die von der Opposition beantragte, von der SPD durchaus gut geheißene Videoübert...

Fabian Lambeck

Karenzzeit ist kein Berufsverbot

Wenn man der Vize-Regierungssprecherin Glauben schenken darf, dann hat Angela Merkel am Mittwoch ihrem Ex-Minister Dirk Niebel deutlich gemacht, dass sie es begrüßen würde, wenn er beim Wechsel in die Wirtschaft eine einjährige Karenzzeit einhielte. Alle Achtung, staunt da der Bürger. Die Regierungschefin, die 2013 ihren Staatsminister Eckart von Klaeden an den Daimler-Konzern verlor, zeigt Zäh...

René Heilig

Aufgeputscht?

»Innenausschuss mit 45 Tagesordnungspunkten hat begonnen«, twitterte Michael Hartmann noch am Mittwochmorgen. Zu diesem Zeitpunkt wusste der SPD-Mann, der innenpolitischer Sprecher seiner Bundestagsfraktion ist, noch nicht, was sich in seiner Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg abspielte. Polizisten mit Spürhunden und zwei Staatsanwälten im Schlepp stellten Hartmanns Wohnung auf den Kopf. Die Akt...

Wolfgang Storz

Mal was ganz Neues

Respekt, Vertrauen, Empathie - vermutlich wird mit keinem Begriffstrio mehr Schindluder getrieben. Die Management-Literatur ist seit Jahren voll davon, eine wachsende Coaching-Industrie verdient sich ihr Geld mit der Konstruktion von Plätzchen emotionalen Wohlbefindens in einer grundsätzlich inhumanen Arbeitswelt. Bei linken politischen Organisationen gibt es diese Diskrepanz zwischen Wor...

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Mehr Gauck, weniger Pazifismus

Volker Rühe wurde bei der Gedenkstunde im Bundestag aus Anlass des 100. Jahrestages des Beginns des Ersten Weltkrieges großes Lob zuteil. Der Gastredner Alfred Grosser (Foto: 2. v. r.), ein deutsch-französischer Soziologe mit jüdischen Wurzeln, meinte, erst die Kriegsniederlage 1945 habe - anders als das Ende des Ersten Weltkrieges 1918 - ein total anderes Deutschland hervorgebracht. Als vermei...

Doppelpass wird häufiger ausgestellt

Berlin. Bisher konnten junge Menschen mit ausländischen Eltern nur in Ausnahmefällen in den Besitz von zwei Pässen gelangen. Mit der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts, die am Donnerstagabend im Bundestag mit der Mehrheit der Großen Koalition beschlossen werden sollte (jedoch erst nach Redaktionsschluss dieser Seite), soll der sogenannte Doppelpass sehr viel häufiger vergeben werden. Das Gese...

ndPlusJörg Meyer

Mindestlohn verabschiedet

Nach jahrelangen Diskussionen ist das Gesetz verabschiedet, der Mindestlohn kommt. In der abschließenden Debatte bekräftigte die Opposition ihre Kritik.

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Schienennetz vernachlässigt

Berlin. Deutschland investiert einer Untersuchung zufolge pro Kopf so wenig Geld in sein Schienennetz wie kaum ein anderes Land in Europa. Mit Ausgaben von 54 Euro je Einwohner belegte die Bundesrepublik im vergangenen Jahr im internationalen Vergleich einen der hinteren Plätze, wie aus einem Ranking hervorgeht, das die Allianz pro Schiene und die Unternehmensberatung SCI Verkehr am Donnerstag ...

Dobrindt baut LKW-Maut um

Berlin. Die Lkw-Maut in Deutschland wird umgebaut. Die nach Schadstoffausstoß gestaffelten Mautsätze sollen zum 1. Januar 2015 überwiegend gesenkt werden, wie das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Zudem kommen für Autobahnen und Bundesstraßen mit Erlaubnis der EU-Kommission einheitliche Tarife. Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) sagte der »Frankfurter Allgemeinen Ze...

Ulrike Henning

Viele Schlaganfälle sind vermeidbar

Vorhofflimmern gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Schlaganfälle. Ein rechtzeitiges Erkennen könnte diese in vielen Fällen verhindern.

Fabian Lambeck

»Zwölf Monate sind nicht genug«

Der »Fall Niebel« setzt Union und SPD unter Druck. Die Koalitionäre wollen nun eine zwölfmonatige Karenzzeit für Politiker, die in die Wirtschaft wechseln. Kritiker halten diese Frist für zu kurz.

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Einigung mit Rebellen

Die libysche Regierung hat eine Einigung im Ölstreit mit den Rebellen verkündet. Die Ölkrise in Libyen sei beendet, hieß es von Interimsregierungschef Thinni.

Tränengas in Kairo

Vor einem Jahr setzte Ägyptens Militär den Präsidenten des Landes ab. Die Lage in Kairo ist deshalb gespannt.

Israel verlegt Truppen an Gazastreifen

Tel Aviv. Nach Raketenangriffen aus dem Gazastreifen verlegt Israels Armee Truppen an den Rand des Palästinensergebiets. Dies bestätigte Armeesprecher Peter Lerner am Donnerstag. Es sei eine begrenzte Zahl von Reservisten mobilisiert worden. Nach Medienberichten handelt es sich um Fußtruppen und gepanzerte Fahrzeuge. Lerner betonte mehrfach, Israel sei nicht an einer »Offensive im Gazastreifen«...

Klaus Joachim Herrmann

Zwischen Krieg und Waffenruhe

Auf den Krieg im Donbass hatten neue Verabredungen zwischen der Ukraine, Deutschland, Frankreich und Russland vom Vorabend noch keine erkennbaren Auswirkungen.

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Susanne Steffen, Tokio

Japan will Sanktionen gegen Nordkorea lockern

Die Regierung in Tokio hat angekündigt, einige Sanktionen gegen Nordkorea zu lockern, weil sich Pjöngjang um das Schicksal vor Jahren entführter Japaner kümmern will.

Anna Maldini

60 Tage auf dem Mittelmeer

Neun Monate hat es gedauert, die syrischen Chemiewaffen außer Landes zu schaffen. Jetzt werden sie auf hoher See unschädlich gemacht. Proteste rund um den Vorgang haben sich zunehmend beruhigt.

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Nachschlag für Autoren

Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) bekommt nachträglich Geld von PC- und Druckerherstellern, weil man mit ihren Geräten urheberrechtlich geschütztes Material vervielfältigen kann.

René Heilig

»Leoclerc«-Panzer für Afrika?

Zwei der wichtigsten Hersteller militärischer Landsysteme im EU-Raum wollen fusionieren. Eine Erklärung ist unterzeichnet.

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Die Waffendealer aus Eckernförde

Offiziell sollten die Pistolen in die USA gehen. Doch weil deren Bestimmungsort offenbar Kolumbien war, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen SIG Sauer.

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Die Öfen werden kalt

Duisburg. Rund 5000 Stahlkocher haben am Donnerstag in Duisburg nach Angaben der IG Metall zeitweise die Arbeit niedergelegt. Die Aktion war der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Welle von Warnstreiks, zu der die Gewerkschaft im Vorfeld der vierten Verhandlungsrunde für die 75 000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie aufgerufen hatte. Am kommenden Montag wollen Arbeitgeber und Gew...

Fast historisch

Der 3. Juli 2014 hätte ein historischer Tag für die soziale Gerechtigkeit in Deutschland werden können, hätte der Bundestag einen flächendeckenden Mindestlohn ohne Ausnahmen in Höhe von zehn Euro pro Stunde verabschiedet. Leider ist dies nicht geschehen. Vielmehr gibt es einen Mindestlohn von 8,50 Euro mit viel zu vielen Ausnahmen. Anstatt fünf Millionen Menschen vom Hungerlohn zu befreien, wer...

Rainer Balcerowiak

Tarifvertrag kurz vor Toresschluss

Der Mindestlohn ist verabschiedet, bis Ende des Jahres kann der Mindestlohn per Tarifvertrag unterschritten werden. Manchmal geschieht das auch.

Christian Bunke

Landesweiter Streik geplant

Die Sparprogramme zeigen auch in Großbritannien Wirkung. Die Löhne sind eingefroren, viele Menschen müssen bei Ernährung oder Bekleidung sparen. Es reicht jetzt, sagen die Gewerkschaften.

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Drogenaffine Jugendliche

Nach einer am Donnerstag veröffentlichten, allerdings nicht statistisch repräsentativen, Befragung von 413 Berliner Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 27 Jahren haben 69 Prozent von ihnen Cannabis konsumiert.

Kultur will bei Liegenschaften beteiligt sein

In einem offenen Brief an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) fordert der Rat für die Künste die gleichberechtigte Beteiligung der Kulturverwaltung an den Entscheidungsprozessen des Liegenschaftsfonds. Die entfesselte Immobilienwirtschaft setze der kulturellen Infrastruktur zu. Die Zukunft zahlreicher Standorte, Ateliers, Probebühnen sei gefährdet. Ohne ein Gegensteuern dur...

ndPlusSarah Liebigt

Gruppenzwang und Alltagsstress

Berlin sei »Kifferhauptstadt« Deutschlands, schlussfolgerten die Nachrichtenticker am Donnerstag nach der Veröffentlichung einer Studie der Alice-Salomon-Hochschule zum Drogenkonsum von Berliner Jugendlichen. Die Vorlage dazu lieferten indes die Macher der Studie in ihrer Pressemitteilung - allerdings mit Fragezeichen. Wie man eine statistisch nicht repräsentative Umfrage dergestalt fokussieren...

Parlament will über Olympia reden

Das Abgeordnetenhaus ist mehrheitlich dazu bereit, über eine Olympia-Bewerbung Berlins zu diskutieren. Die Abgeordneten fordern jedoch, dass frühzeitig die Stadtgesellschaft und die Bürger einbezogen werden.

ndPlusHarald Wolf

NOlympia wird wieder gebraucht

Was hat die NOlympia-Bewegung der frühen 90er Jahre mit der erneuten Bewerbung Berlins für Olympische Sommerspiele heute zu tun? Dieser Frage geht unser Gastautor in seinem Rückblick nach.

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Regierung feierte sich in die Sommersaison

Erstmals fand das traditionelle Sommerfest im neuen Erlebnisort an der Schiffbauergasse statt - Politik traf Wirtschaft und Kunst, DDR-Revolutionäre und Ehrenamtler.

Kulturnacht auf dem Walfriedhof

Potsdam. Der wildromantisch verwucherte Waldfriedhof in Stahnsdorf bei Potsdam soll sich am 23. August in eine Kulturlandschaft verwandeln. Rund 140 Musiker und Künstler werden auf dem größten evangelischen Friedhof Deutschlands auftreten, teilte der Förderverein Südwestkirchhof Stahnsdorf mit. Bis Mitternacht soll es an 25 Spielstätten auf dem 206 Hektar großen Areal vor den Toren Potsda...

Fischbrötchen zahlt Schwimmkurs
ndPlusChristin Odoj

Fischbrötchen zahlt Schwimmkurs

Armut ist häufig der Grund dafür, dass Kinder nicht schwimmen lernen. Ein Patenschaftsprojekt von Bäder-Betrieben und Privatunternehmen will dem entgegenwirken.

ndPlusWilfried Neiße

Viel Holz vor der Hütte

In Brandenburgs Wäldern wird mehr Holz geschlagen denn je. Dass dabei zunehmend schwere Technik zum Einsatz kommt, entwickelt sich zu einem ernst zu nehmenden Problem für die Umwelt.

Peter Kirschey

Die Märchen des Feuerteufels von Köpenick

»Das ist eine der dämlichsten Einlassungen, die ich je gehört habe«, sagt die Vorsitzende Richterin der 7. Großen Strafkammer zum »Geständnis« des Angeklagten.

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ndPlusMarcus Meier

Minister sperrt Landeskassen in NRW

Der Landeshaushalt des einwohnerstärksten Bundeslandes - bereitet Hannelore Kraft (SPD) und Sylvia Löhrmann (Grüne) erhebliche Sorgen. Finanzminister Norbert Walter-Borjans verhängte vorgestern eine Haushaltssperre.

ndPlusHendrik Lasch, Halle

Der Lohn des Vertrauens

Der Rathauschef von Halle muss sich vor Gericht verantworten: Bernd Wiegand wird Untreue vorgeworfen, weil er enge Mitarbeiter zu gut bezahle. Der OB wittert politisch motivierte Beschuldigungen.

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Knackevoll: Staatsoper im Schillertheater

Die Berliner Staatsoper hat in ihrer vierten Saison im Ausweichquartier Schiller Theater eine Rekordauslastung von 88 Prozent erreicht. Das ist nochmals ein Prozentpunkt mehr als in den beiden vergangenen Spielzeiten, wie das von Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim geführte Haus mitteilte. Insgesamt kamen mehr als 183 000 Besucher zu den Veranstaltungen in Berlin, 19 000 zu G...

Ein Haus vieler Herren

Der evangelische Berliner Dom stellt die Geschichte der Reformation und des Doms in den kommenden Monaten mit einer neuen Multi-Media-Präsentation vor. Die Ausstellung »Ein Haus - viele Herren. Der Berliner Dom in Zeiten politischen Wandels« wurde am Donnerstag eröffnet. An verschiedenen Stellen des 1905 eingeweihten Bauwerks werden acht Kurzfilme zu verschiedenen Themen gezeigt, darunter auch ...

Gymnasium-Volksbegehren läuft

G8, G9, irgendetwas dazwischen? Wie es an den bayerischen Gymnasien weitergeht, ist derzeit völlig unklar. Seit Donnerstag haben die Wähler nun die Möglichkeit, einen Volksentscheid zu erzwingen.

ndPlusSebastian Blum

Keine Knete von oben

Knapp hundert schwarz-weiße Fotoporträts zieren die sonst kahlen, unverputzten Wände des Ausstellungsraums der Alten Feuerwache in Friedrichshain. Auch von der Decke herab hängen vereinzelt Fotos in Übergröße. Darauf sind viele unbekannte Gesichter zu sehen, bis auf das von Angelica Domröse. Ein Treffen mit dem Initiator, Thomas Heubner, soll Auskunft über die Ausstellung und ihre farbenreichen...

ndPlusKarlen Vesper

Zutiefst verletzt

Erstarkt der Stalinismus in Deutschland wieder? Bei »Ich kam als Gast in euer Land gereist« kommt es bei einer Begleitveranstaltung zu verbalen Auseinandersetzung, als Stalinismus Befürworter eine Gesprächsrunde stören.

Im Reich der Simson-Schrauber
ndPlusRené Heilig

Im Reich der Simson-Schrauber

Die »Schwalbe« wird 50. Am Samstag wird am einstigen Herstellerort in Suhl gefeiert. Bis zu 1000 in der DDR hergestellte Mopeds werden erwartet. Tags darauf treffen sich Fans zu einem Simson-Rennen.

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Stuttgart bleibt Spitze

Stuttgart bleibt laut einer Studie die Großstadt mit dem reichhaltigsten Kulturangebot in ganz Deutschland. Das private Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) verglich erneut die 30 größten Städte im Hinblick auf ihr Kulturleben. Das Ergebnis: Baden-Württembergs Landeshauptstadt bleibt die Nummer eins, wie vor zwei Jahren gefolgt von München, Dresden, Berlin und Bonn. Untersucht wurden etw...

Die Kassen klingeln

Europäische Kinderfilme locken im Schnitt fünfmal so viele Kinobesucher an wie Filme für Erwachsene. Das ergibt eine Studie, die die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle (EAV) in Straßburg am Donnerstag vorstellte. Auch die europäische Exportquote fällt für Kinderfilme besser aus: Fast 71 Prozent der untersuchten Kinderstreifen waren in mindestens einem anderen europäischen Land als dem...

Leichte Steigerung

Die Kulturausgaben des Bundes sollen im kommenden Jahr um 2,2 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro steigen. Das sieht der Entwurf des Kulturhaushalts für das Jahr 2015 vor, der vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Zu der Summe gehören nach dpa-Informationen 25 Millionen Euro vor allem für die Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin sowie weitere vier Millionen Euro für die Suche nach NS-Raub...

ndPlusRoberto Becker

Aus Abfall wird Kunst

Man muss sich schon Mühe geben, um den Stücken des Autors Roland Schimmelpfennig auszuweichen. So viele schreibt er. Ganz so schlimm ist es mit einer der nunmehr neun Opern von Péter Eötvös (70) noch nicht. Aber für einen lebenden Komponisten ist er gut im Geschäft. Seine »Drei Schwestern« haben es längst auf mehr als eine Anstands-Nachinszenierung gebracht. Dem »Goldenen Drachen« könnte es ähn...

ndPlusMartin Hatzius

Spiel ohne Ventil

Mir geht es dieser Tage wie Millionen von Menschen, die es aus Geldmangel, Arbeitsüberfluss oder fehlender Weitsicht nicht geschafft haben, selbst zur WM zu reisen. Auch ich wäre jetzt gerne in Brasilien, um einmal ein Stadion zu besuchen. Natürlich nur an den spielfreien Tagen. Zu keinem anderen Zeitpunkt strahlen Orte, die man immer nur als Sammelbecken für bonbonbunte Massenaufläufe präsenti...

ndPlusGeorg Leisten

Kopf runter!

Zu den bekannteren philosophischen Weisheiten über die Kunst gehört jene Bemerkung Hegels, wonach neuzeitliche Museumsbesucher im Unterschied zum mittelalterlichen Kirchgänger vor Heiligen und Madonnen nicht mehr andächtig die Knie beugen. Welch ein Irrtum! Der schwäbische Denker hätte einmal sehen sollen, wie Erwin Wurm die Kunstfreunde im Städel in Frankfurt am Main dazu bringt, nicht nur die...

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Hillary Clinton

Wir alle werden im Leben vor schweren Entscheidungen gestellt. Manchen von uns wird dabei sehr viel aufgebürdet. Wir müssen entscheiden, wie wir die Anforderungen von Beruf und Familie miteinander vereinbaren ... Als ich als junge Anwältin beschloss, eine Karriere in Washington nicht weiterzuverfolgen, sondern stattdessen nach Arkansas zu ziehen, um Bill zu heiraten und eine Familie zu gr...

ndPlusHans Canjé

Wie es einen GI in die DDR verschlug

Das ist fast eine Jahrhundertbilanz, die Geschichte eines bewegten Lebens in zwei Welten. Victor Grossman hat sie in luftiger Höhe, im achten Stockwerk seiner Wohnung in der Berliner Karl-Marx-Allee aufgeschrieben. Sie erschien bereits 2003 in den USA und liegt nun auch in Deutsch vor. Der Verlag wirbt mit einem Alleinstellungsmerkmal: Der Autor sei und bleibe »garantiert der einzige Mensch mit...

ndPlusReiner Oschmann

Ein europäisches Vorurteil zerpflückt

Es gibt großartige Bücher aus den USA über die USA. Das amerikanisch-deutsche Autorenduo Malcolm Sylvers und Brigitte Domurath-Sylvers versucht sich nun an einer kritischen Untersuchung zur Ideengeschichte.

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ndPlusJürgen Amendt

Abwehrhaltungen

Die FAZ arbeitet sich bekanntlich seit geraumer Zeit am Internet-Riesen Google ab. Die Suchmaschine, die so ziemlich alles sammelt und wieder ausspuckt, was Menschen je ins Internet eingestellt haben (oder haben lassen), gilt als Faszinosum und Bedrohung zugleich. Auch Niklas Maak, Feuilleton-Redakteur der Zeitung, bewegt sich auf dem Grat zwischen Bewunderung und Abwehrhaltung. »In welche Zuku...

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ndPlusTom Mustroph, Leeds

Cycling is coming home

Der Auftakt zur Tour de France im englischen Leeds schürt gewaltige Begeisterungswogen. Die 101. Frankreich-Rundfahrt wird in Leeds gestartet. Der Radsport boomt in England, doch die Begeisterung macht blind.

Alexander Ludewig

Ganz und gar nicht mehr geheim

Die torreichen Spiele zu WM-Beginn haben viele als neuen Offensivtrend verkannt. Wirklich auf Angriff spielen nur Kolumbien und Belgien - und sind deshalb erfolgreich.

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Jens Mende, Klaus Bergmann und Christian Kunz, Rio de Janeiro

Rätselraten um Löws Rochaden

Die WM-Euphorie in Deutschland stockt. Mit dem Viertelfinale gegen Frankreich soll sich das ändern. Der Bundestrainer scheint zu Korrekturen bereit. Kapitän Lahm könnte wieder rechts verteidigen.

ndPlusFrank Hellmann, Porto Alegre

Der Hüter der Werte

Seit zwei Jahren leitet Didier Deschamps die Geschicke der französischen Auswahl. Störenfriede hat er aussortiert, und seine Jungstars diszipliniert er schnell.

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ndPlusStephan Fischer

Ganz weit weg von Rio

Schon kurz nach der Eröffnung des Maracanã im Juni 1950 war es viel mehr als eine Sportstätte. Das Stadion war auch ein Versprechen für die Gesellschaft. Jeder hat einen Platz. Und zwar einen guten.

ndPlusStephan Fischer

Hektisch winken jetzt, sonst ...!

34 Kameras verfolgen jedes einzelne der WM-Spiele. Aber nicht die VIPs. Bei den letzten Turnieren gehörten die Bilder von euphorisch jubelnden Politikern zum Standardrepertoire der TV-Übertragungen.

»Wir sind Leute der Tat«

Henrique Sater ist Mediziner, er arbeitet aber für die »Movimento dos Trabalhadores Sem Terra« (MTST - wörtlich: der bodenlosen Arbeiter). Sater berichtet Jirka Grahl im nd-Gespräch, wie die MTST die WM nutzen konnte.