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UNTEN LINKS

Welt und Wahn (35½) Die Leiche hatte die Augen weit aufgerissen und sah Kommissar Maysel prüfend an. Dieser verglich die Visage mit Facebook und murmelte etwas vor sich hin. »Hier wird nicht gemurmelt«, brüllte der untersuchende Polizeiarzt und ließ den leblosen Leib zurück in das Brennnesselbeet fallen. Ich würde auch lieber kegeln, du morbider Methanaljunkie, dachte Maysel und blic...

ndPlusAert van Riel

Zynische Außenpolitik

Aller Voraussicht nach wird die Bundesregierung bald Waffen in den Norden Iraks liefern, um dort kurdische Kämpfer gegen die islamistischen IS-Milizen zu unterstützen. Vorher könnte sich die Koalition noch einer Debatte im Bundestag stellen. Dies wird nicht nur von Oppositionellen, sondern auch von Politikern der Koalition gefordert. Rechtlich dürfte es zwar möglich sein, die Waffen auch ohne e...

Erntezeit für Zankäpfel

Um die mit dem Embargo belegten Waren zu ersetzen, seien allein bis zum Jahresende »dutzende Milliarden Rubel« als Hilfen für die heimische Landwirtschaft in Russlamd nötig. Lebensmittelpreise werden wohl steigen.

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ndPlusGesa Leesen, Stuttgart

Kaum noch Geschäfte mit Russland

»Es gibt Verzögerungen bei den Ausfuhrgenehmigungen - das scheint tatsächlich so zu sein.« Anke Seifert, Sprecherin der Industrie- und Handelskammer Stuttgart, hört derzeit von Unternehmen, die Geschäfte mit Russland machen, eher Unerfreuliches. Die Wirtschaftssanktionen schlagen sich auf die Geschäfte mittelständischer Maschinenbauer nieder. Allerdings nicht erst seit dem offiziellen Inkrafttr...

Hermannus Pfeiffer

Embargo lässt weltweite Agrarmärkte kalt

EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş macht sich keine Sorgen: »Erzeuger aus der gesamten EU können beruhigt sein.« Die Auswirkungen des russischen Importstopps halten sich in den europäischen Ländern in Grenzen.

»Die Importe sind wichtiger«

Vor vier Wochen beschlossen Vertreter der 28 EU-Regierungen Sanktionen gegen Russland. Polens und Griechenlands Bauern bereitet der faktische Handelskrieg Probleme. Simon Poelchau sprach mit Michael Schlecht.

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Anke Stefan, Athen

Doppelte Krise für Hellas

400 Millionen Euro hat die EU als Ausgleich für die durch das russische Embargo verursachten Verdienstausfälle ihren Bauern bereit gestellt. Ein Summe, die bei weitem nicht ausreichen kann.

Irina Wolkowa, Moskau

Norwegischer Räucherlachs ist ausverkauft

Mit einem eigenen Lebensmittelembargo konterte Moskau westliche Sanktionen. Aber eine »weiße Liste« ist in Arbeit. Nicht nur argentinische und brasilianische Exporteure hocken in den Startlöchern.

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Die perfekte Terror-PR

Das Video von der Ermordung des US-Journalisten James Foley hätte auch aus Hollywood stammen können. Doch produziert wurde es von der Terrormiliz IS, vermarktet von Medien weltweit. Noch bevor die Echtheit des Videos bestätigt wurde, standen die Schlagzeilen und der nächste IS-Propagandaerfolg.

ndPlusOlaf Standke

Kein Einzelfall

Auch wenn die jüngsten Proteste in Ferguson vergleichsweise friedlich verliefen - die Kleinstadt kommt nicht zur Ruhe, sowenig wie die Debatte um Polizeigewalt und Rassendiskriminierung in den USA. Justizminister Eric Holder machte sich am Mittwoch ein Bild von der Lage, versprach »gerechte und unabhängige« Ermittlungen. Aber Ferguson ist kein Einzelfall, wenn auch in Vielem symptomatisch. So g...

Stefan Otto

Bafög ist mehr als ein Almosen

Die Erhöhung der Ausbildungsförderung ist überfällig, ganz klar. Wenn die Große Koalition dies nun als ihr Verdienst ansieht, so ist das nicht mehr als billige Rhetorik. Denn die Anhebung der Bafög-Sätze im Herbst 2016 kommt viel zu spät. Sechs Jahre wurde die Ausbildungsförderung eingefroren, was den Haushalten Milliarden Euro eingebracht hat, nicht wenigen Schülern ein Studium aber verbaut. Z...

ndPlusKurt Stenger

PR-Stratege

Nach postmoderner Lesart werden Wahlen nicht mehr mit Inhalten, sondern mit professionellen Kampagnen gewonnen - entwickelt von Marketingstrategen, die im Hintergrund agieren. Barack Obama bedankte sich nach dem Wahlsieg 2008 bei seinem der Öffentlichkeit unbekannten Kampagnenmanager David Plouffe. Der aus dem Bundesstaat Delaware stammende PR-Experte der Beratungsfirma AKP&D Message & ...

Europa ist ohne Atomkraft besser dran

Nach einer möglichen Sabotage wurde das AKW Doel 4 in Belgien in der vergangenen Woche vom Netz genommen, wegen »Störung einer Dampfturbine im nicht-nuklearen Teil«. Abgeschaltet bleiben soll es bis Jahresende.

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Ochsentour in gelöster Atmosphäre

Am 31. August wird in Sachsen der Landtag gewählt, am 14. September in Brandenburg und Thüringen. Wenn der Wähler in der Urlaubszeit nicht zum Politiker kommen kann, muss der Politiker zum Wähler gehen. Das weiß die LINKE.

Hendrik Lasch, Zinnowitz

Kein Weg ist zu weit

Ein Vierteljahrhundert CDU ist genug: Unter dieser Devise zieht Sachsens LINKE in den Wahlkampf. Ihr Chef Rico Gebhardt geht dafür nicht nur weite, sondern auch ungewöhnliche Wege.

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Bafög wird erhöht

Der Bund drängt auf mehr Einfluss: Er übernimmt die Kosten für das Bafög und strebt nach mehr Kompetenzen bei der Bildung.

Enttäuschende Agenda

Das Bundeskabinett hat die »digitale Agenda« beschlossen und verspricht u. a. den Ausbau des schnellen Internets. Kritiker werfen Schwarz-Rot eine folgenlose Ankündigungspolitik vor.

Aus Großvaters Tagebuch

Am Dienstag und am gestrigen Mittwoch besetzten Kriegsgegner das »Gefechtsübungszentrum Heer« (GÜZ) der Bundeswehr in der Colbitz-Letzlinger Heide (Sachsen-Anhalt). Peter Nowak sprach mit Jan Stehn.

René Heilig

«Luci» an die Front

Die Bundesregierung ist grundsätzlich bereit, den Kurden in Nordirak Waffen und Munition zu liefern. Deutschland wird am Krieg gegen den Islamischen Staat (IS) beteiligt. Mit welchem Wissen?

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34 Zivilisten bei Kämpfen in Donezk getötet

Kiew. Bei Gefechten im Osten der Ukraine sind in der Region Donezk binnen 24 Stunden 34 Zivilisten getötet worden, informierte die örtliche Verwaltung. Die ukrainische Armeeführung erklärte, sie wolle den Rebellen den Zugang zur russischen Grenze abschneiden, um deren Nachschubwege zu kappen. Im gesamten Kampfgebiet seien binnen 24 Stunden neun Regierungssoldaten getötet und 22 weitere verletzt...

Axel Eichholz, Moskau

Metropolit Onufri will Krim zurück

Das neue Oberhaupt der offiziellen Ukrainischen Orthodoxen Kirche steht kirchlich treu zu Moskau. Doch im Streit mit Russland tritt der neue Metropolit Onufri für die Rückgabe der Krim an die Ukraine ein.

Andreas Knudsen, Kopenhagen

Weniger Prostitution, mehr Stress

Nach fünf Jahren wurde das Sexkaufverbot in Norwegen evaluiert. Die Zahl der Prostituierten ist gesunken, die Preise sind es auch.

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Dschihadisten zeigen Enthauptung

Washington. Die Dschihadistengruppe »Islamischer Staat« (IS) hat nach ihrer Darstellung den seit 2012 in Syrien verschollenen US-Journalisten James Foley grausam hingerichtet. In einem im Internet veröffentlichten Video ist nach IS-Angaben die Enthauptung des Reporters zu sehen. Zudem drohen die Dschihadisten damit, einen zweiten US-Reporter, der im August 2013 entführt wurde, zu töten. Die ang...

Sofortige Angriffe statt dauerhafter Waffenruhe

Im Nahen Osten sprechen wieder die Waffen. Kairo ist mit seinen Vermittlungsbemühungen vorerst gescheitert. Wie es nun im Gaza-Krieg weitergeht, ist ungewiss. Es schlägt die Stunde der Hardliner.

Karin Leukefeld

Der kurdische Flickenteppich

An Waffen fehlt es in Irak nicht, unabhängig davon, ob aus Deutschland noch mehr als Unimogs und Schutzwesten geliefert werden. Um die Waffen konkurrieren mehrere kurdische Gruppen.

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Neue Strategie im Streit mit »Geierfonds«

Buenos Aires. Im Schuldenstreit mit zwei US-Hedgefonds will Argentinien die Sperrung seiner Schuldentilgung durch die US-Justiz umgehen. Das Land will seine Staatsanleihen unter nationales Recht stellen, wie Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner erklärte. Geht der Plan auf, so könnten die Urteile von US-Gerichten umgangen werden. Dafür müsste aber erst ein großer Anleihetausch gelingen. ...

Hendrik Lasch, Dresden

Gericht soll Tagebau doch noch kippen

Der Energiekonzern Vattenfall will den Tagebau Nochten II in der Lausitz erweitern. Anwohner und ein Umweltverband wollen das Vorhaben nun juristisch zu Fall bringen.

ndPlusSilvia Ottow

Arzneimittelampel steht auf Rot

Etwa zwei Milliarden Euro ließen sich nach Ansicht von Arzneimittelexperten einsparen, wenn Ärzte einige umsatzstarke und teuere Medikamente nicht mehr länger verschreiben würden.

ndPlusGrit Gernhardt

Altersarmut wird zur Lawine

Die Bundesregierung wirbt massiv um Zustimmung für das beschlossene Rentenpaket. Um Armut im Alter zu vermeiden, taugt das Gesetz jedoch kaum, sagt der Paritätische - und legt eine Alternative vor.

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ndPlusUlrike Henning

Kirche in Krise

Ein katholischer Gynäkologe hat ein kleines Buch über seinen existenziellen beruflichen Konflikt geschrieben. Michael Halbfas verlangte von seinem kirchlichen Arbeitgeber im Erzbistum Köln Klarheit über die Verschreibung der »Pille danach«. In einem dienstlichen Schreiben war zuvor die Geltung der »Null-Toleranzgrenze« bei Schwangerschaftsabbrüchen und »damit verbundenen Tötungsdelikten« postul...

ndPlusUlrike Henning

Endloser Streit um Pille danach

In den meisten Ländern Europas wie Spanien oder Frankreich ist die Pille danach seit vielen Jahren rezeptfrei zu bekommen. In Deutschland ziert man sich - aber nicht, weil man Frauen schützen möchte.

Angela Stoll

Entspannung durch Kopfstand

Schätzungsweise fünf Millionen Menschen in Deutschland treiben Yoga. Die ganzheitliche Bewegung tut gut, ist aber kein Allheilmittel für sämtliche Krankheiten.

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Sprecher des Energietisches geht zu Grünen

Die Grünen verzeichnen einen prominenten Neuzugang. Kurz vor den für Sonnabend geplanten Anti-Braunkohle-Protesten in der Region trat der Sprecher des Berliner Energietisches, Stefan Taschner, in den Berliner Landesverband ein. »Mit Stefan Taschner stößt einer der profiliertesten Kämpfer für die Berliner Energiewende zu uns Grünen«, freuten sich am Mittwoch die Landesvorsitzenden der Grünen, Be...

Verdacht auf Ebola bestätigt sich nicht

Im Fall der 30-Jährigen Ebola-Verdachtspatientin können die behandelnden Ärzte der Charité seit Mittwoch endgültig Entwarnung geben. Ein Bluttest habe ergeben, dass die gestern in die Klink eingelieferte Frau nicht mit dem Ebola-Virus infiziert ist. Nach dem falschen Verdacht auf Ebola bleibt die Patientin aber dennoch weiter in der Universitätsklinik, da die Ärzte bei ihr stattdessen eine Mala...

ndPlusBernd Kammer

Busreise in die Zukunft

Manchmal sind unsere Verkehrsbetriebe ihrer Zeit voraus. In Bussen werden beispielsweise in diesen Tagen Tickets ausgegeben, die schon mal das Datum 5. 1. 15 tragen können. Was kein Scherz der BVG ist und leider auch keine Dauerfahrkarte ins nächste Jahr, sondern schlicht ein Software-Problem. Am Montag gab es gar keine Fahrscheine, danach solche mit falschem Datum, das der in den Bussen eingeb...

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Hells Angels halten sich an Kutten-Verbot

Die Rockerbande Hells Angels ist weniger präsent in der Öffentlichkeit - zumindest äußerlich. Grund ist das Verbot ihrer Symbole. Nach Einschätzung der Polizei und Innenexperten der Politik tragen die Rocker ihre Westen mit dem geflügelten Totenkopf und der Aufschrift »Hells Angels« nicht mehr so offensiv. Bisher gab es in Berlin keine Anzeigen wegen der Präsentation der Abzeichen, wie ein Poli...

ndPlusWilfried Neiße

Einstellungsrekord bei den Lehrern

Brandenburgs Schulen schnitten beim jüngsten Bildungsvergleich wieder schlecht ab. Bildungsministerin Martina Münch (SPD) will den Lehrerberuf attraktiver machen.

Steffi Bey

Schafe und Rinder in Lichtenberg

Wo früher Güterzüge rangierten und Studenten in einem Zeltlager untergebracht waren, entstand eine Oase mitten in der Stadt. Seit zehn Jahren wächst in Lichtenberg der Landschaftspark Herzberge.

Guben braucht keine Braunkohle

Fred Mahro ist amtierender Bürgermeister der 18 000 Einwohner zählenden Stadt Guben. Zur Eröffnung des Lausitzer Klimacamps in Kerkwitz sprach Susanne Scheckel mit dem CDU-Kommunalpolitiker.

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Ausstellung verlängert

Aufgrund der großen Nachfrage verlängert das Museum für Kommunikation seine Ausstellung »Netze des Krieges. Kommunikation 14/18«. Noch bis zum 12. Oktober haben Besucher Gelegenheit, sich anhand von 100 Originalobjekten einen Eindruck davon zu verschaffen, wie und mit welchen Auswirkungen im Ersten Weltkrieg kommuniziert wurde. nd...

Kunst aus dem Automaten

Im Jüdischen Museum Berlin gibt es jetzt neue Kunst aus dem Automaten. Sieben in Berlin lebende jüdische Künstler haben extra für den altmodischen Fächerautomaten Werke in einer limitierten Ausgabe hergestellt. Für vier Euro können die Besucher die verpackten Originale ziehen. Es ist Zufall, ob man beispielsweise Postkartenhefte von Daphna Westerman, Fotografien von Ruthe Zuntz oder Schlüsselan...

»Hercules« in Berlin

Actionstar Dwayne »The Rock« Johnson (42) kommt für die Europapremiere seines neuen Films »Hercules« nach Berlin. Mit dem Wrestler und Schauspieler (»Fast & Furious«, »G.I. Joe«) soll am Donnerstag auch die Freundin von Fußballer Cristiano Ronaldo, Irina Shayk, über den roten Teppich am Potsdamer Platz schreiten. Das Model gibt in »Hercules« sein Filmdebüt. Die Verfilmung basiert auf dem gl...

Bücher zurück an die Erben

Die Berliner Staatsbibliothek hat drei Bücher aus dem ehemaligen Eigentum eines jüdischen Apothekers an dessen Nachkommen zurückgegeben. Wie die Staatsbibliothek in Berlin mitteilte, stammten die in der Abteilung für Historische Drucke entdeckten Werke aus dem Besitz des Berliner Apothekers Leopold Scheyer (1867-1943). Um Deutschland 1939 verlassen zu können, hatte Scheyer seinen Hausrat ...

ndPlusKatharina Dockhorn

Von Filmen und Fonds

Regisseurinnen bleiben auf der Strecke. Die deutsche Filmszene könnte weiblicher sein. Rund die Hälfte der Absolventen der Film-Uni »Konrad Wolf« in Babelsberg und der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin sind Frauen. Wenn Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin der Filmförderung des Medienboards, auf die Liste der unterstützten langen Spielfilme blickt, bietet sich ein anderes Bild. Nur ein D...

Antje Rößler

Freiheit im Achteck

Ein Kollektiv ist nicht dasselbe wie das neudeutsche »Team«, das sich mal eben zur Erledigung einer abzuarbeitenden Aufgabe zusammentut. Im Kollektiv vereint man sich, um gemeinsame Ideen zu entwickeln und Ziele zu verfolgen. Als ein Zusammenschluss dieser Art versteht sich das siebenköpfige Jazzkollektiv Berlin, das von dem Posaunisten Gerhard Gschlößl und dem Pianisten Marc Schmolling i...

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»Weitere Schritte sind denkbar«

Der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger (59), ist zuversichtlich, dass der Protestbrief der deutschen Autoren von der Amazon-Spitze ernst genommen wird. Der Onlinehändler habe in Europa einen Zukunftsmarkt, der bei weitem nicht ausgeschöpft sei. »Und wenn Amazon meint, die Praxis beibehalten zu müssen, Autoren für nicht gelungene Geschäftsverträge in Geiselhaft zu nehmen, si...

Erstmals Gedichte in Iran

Erstmals sollen Liebesgedichte des 1994 verstorbenen amerikanischen Kultautors Charles Bukowski in Iran veröffentlicht werden. Wie der Verlag »Land der Ahuraji« mitteilte, wurden die Werke des exzentrischen Schriftsellers von Aliresa Behnam ins Persische übersetzt. Die Gedichte, Kurzgeschichten und Romane des 1920 im rheinland-pfälzischen Andernach geborenen Amerikaners sind hauptsächlich autob...

Kulissen und gelebte Stadt

Christian Holtzhauer ist der Nachfolger von Nike Wagner als Leiter des Kunstfests Weimar, das an diesem Freitag beginnt. Mehr zeitgenössische Auseinandersetzung ist dessen Thema. Mit Holtzhauer sprach Tom Mustroph.

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ndPlusManfred Loimeier

Das Leben: eine Baustelle ohne Ende

Der Romantitel lässt sich in doppelter Bedeutung lesen. Einmal ist eine Patchwork-Familie gemeint, denn Pumpkin, Kürbis, wie das junge Mädchen genannt wird, das hier seine Geschichte erzählt, wächst zunächst allein bei der leiblichen Mutter, danach beim Vater und dessen Ehefrau sowie dessen Geliebter auf. Insofern handelt es sich um einen Tochter-Vater-Roman, in dem Pumpkin mit ihren drei »Mütt...

Lilian-Astrid Geese

Befangen in einem falschen Traum

Ja, es gibt sie: die Liebesgeschichte, die romantisch, aber nicht kitschig ist. Und die spannend bleibt bis zum letzten Moment: Werden sie zusammenfinden? Happy End oder blutendes Herz? Natürlich wird hier nichts verraten. Beide Varianten sind denkbar Und ja, es gibt sie: die eigene Geschichte, literarisch verarbeitet, der Roman, der autobiografisch scheint, ohne dass er in larmoyante Betroffen...

Irmtraud Gutschke

Mördermänner, Mörderlöwen

Gott war einmal eine Frau« - so beginnt dieses Buch, das so viel Spannung verspricht und so viele Rätsel, die, das sei vorab gesagt, sich nicht alle auflösen lassen. Oder doch? Vielleicht müssten wir nur sehr, sehr tief in unsere eigene Vergangenheit tauchen, um jener Geisteswelt zu begegnen, die uns hier so fremd anmutet. Magisches Bewusstsein: Menschen, Tiere, Dinge können sich verwandeln, in...

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ndPlusRenate Biehl

FILMSTARTS

When Animals Dream Regie: Jonas Alexander Arnby. Im Mittelpunkt dieses außergewöhnlichen dänischen Horrorfilms steht eine junge Frau aus einem Fischerdorf, deren Körper sich plötzlich verändert. Die Dorfbewohner meiden oder terrorisieren sie. Beschützt wird sie von ihrem Vater und einem jungen Mann. Dunkle Geheimnisse werden in gedeckten Farben und leisen, beklemmenden Tönen präsentiert. M...

Caroline M. Buck

Abbruch mit Ausblick

Für Stadt und Investoren ist es ein Vorzeigeprojekt, das Regisseurin Ulrike Franke in der Dokumentation »Göttliche Lage« begleitet. Für die Gestrandeten des Industrierückbaus ist es jedoch eine neue Nachbarschaft, die mit ihrem Erfahrungshorizont nur wenig zu tun hat. Denn die neuen Bewohner vom Phoenix-See, dem Bauprojekt, das unter städtischer Federführung im Dortmunder Arbeiterstadtteil Hörd...

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Alexander Ludewig

Fragwürdige Folklore

Vor einer Woche ist Carlo Tavecchio zum neuen Präsidenten des italienischen Fußballverbandes FIGC gewählt worden. Eine seiner ersten Amtshandlungen war nun die Abschaffung der Strafen für territoriale Diskriminierung.

ndPlusUlli Brünger, Kopenhagen

Kalkulierte Gegentore

Bayer Leverkusen hat sich mit dem 3:2 in Kopenhagen eine glänzende Ausgangsposition für den Einzug in die Champions League geschaffen. Der Offensivstil funktioniert schon gut, birgt aber auch Risiken.

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Andreas Landwehr, Peking

Deutscher in China zum Tode verurteilt

Zum ersten Mal ist ein Deutscher in China zum Tode verurteilt worden. Der 36-Jährige war wegen Doppelmordes an seiner ehemaligen Freundin und deren Lebensgefährten angeklagt. Sein Anwalt sagte am Mittwoch, das Mittlere Volksgericht der südostchinesischen Stadt Xiamen habe am Vortag das Urteil in erster Instanz gefällt. Es muss wie jedes Todesurteil vom Obersten Gericht in Peking bestätigt werde...

Barbara Barkhausen, Sydney

In Melbourne lebt es sich am besten

London kam nicht unter die Top Ten der lebenswertesten Städte. Dafür sahnten die einstigen britischen Kolonien Australien, Kanada und Neuseeland ab. Melbourne siegte zum vierten Mal in Folge.