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Velten Schäfer

Bizarre Allianzen

In einem Punkt liegt NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) richtig: Denjenigen, die am Sonntag in Köln »gegen Salafisten« randalierten, ging es nicht um »westliche Werte«. Ein einschlägiger Erstanmelder, altbekannte Parolen, Aggression gegen Linke und vermeintliche Ausländer zeugen davon. Ansonsten klang Jäger am Tag danach erratisch. Erst sagte er, das Polizeikonzept habe funktioniert. Dann rief er nach Einschränkungen des Demonstrationsrechts. Ja, was denn nun?

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Olaf Harning, Norderstedt

Linke Nummer

Die Lösung innerbetrieblicher Konflikte bedarf oft großen Fingerspitzengefühls. Erst recht, wenn dabei Persönlichkeitsrechte eine Rolle spielen und der Vorwurf der sexuellen Belästigung im Raum steht.

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Simon Poelchau

Gefährliche Zahlen

Statistiken sind nie neutral. Auch wenn sie lediglich die Wirklichkeit widerspiegeln sollen, gibt es immer einen Moment in ihnen, der nicht unparteiisch ist - vor allem, wenn an den Daten etwas hängt.

Martin Ling

Bröckelnde Wählerbasis

Brasiliens Arbeiterpartei (PT) kann durchatmen: Dilma Rousseff hat die Stichwahl gewonnen, weit knapper als vor vier Jahren, aber Sieg ist Sieg. Viel Zeit zum Verschnaufen nach einem harten Wahlkampf bleibt der alten und neuen Präsidentin jedoch nicht.

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Ukraine wählte den Osten ab

Die Ukraine hat nicht nur den Westen gewählt, sie wählte den Osten ab. Der ist in der Werchowna Rada kaum noch als Opposition vertreten.

ndPlusThomas Blum

Witze mit Barth

So wie die Titel seiner Bühnenprogramme immer denselben schalen Wortwitz in unendlicher Variation wiederholen (»Nuhr vom Feinsten«), so vorhersehbar und allgemeinverträglich sind zumeist auch die Späße von Dieter Nuhr.

ndPlusAndreas Koristka

Provokation und Schande

Folter, Vergewaltigungen und grausame Hinrichtungen - was Islamisten derzeit im neu ausgerufenen »Islamischen Staat« verbrechen, ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten. Dachte man jedenfalls bisher. Nun stellte sich heraus, dass die Grenzüberschreitungen ein neues Ausmaß erreicht haben, das jeden zivilisierten Mitteleuropäer fassungslos zurücklässt: Deutsche Dschihadisten leben laut »Bild«-Zeitung vielleicht von Arbeitslosengeld II!

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»Morgenröte« und »Geil Gitler«

Fußball ist nicht politisch! Geradezu gebetsmühlenartig wurde der Satz von Sportfunktionären aufgesagt. Regierende luden ihre Verantwortung bei Faninitiativen und der Polizei ab. Inzwischen bildeten sich in vielen Ländern Europa Allianzen aus gewalttätigen »Fans« und Rechtsextremisten. Beispiel Griechenland. Zu den Gewinnern der Krise gehört die »Goldene Morgenröte«. Die rechtsradikale Partei, die...

Marcus Meier

Traum von einer Volksfront rechts der AfD

Nach den Kölner Krawallen: CDU, LINKE und Grüne kritisieren Innenminister Ralf Jäger (SPD). Der lobt seine Polizei. Rechte und Rechtsextreme träumen derweil von einer »deutschen Volksfront«.

ndPlusRené Heilig

Eine Gefahr? Angeblich unter fünf Prozent

»Die Bundesregierung nimmt die Gefahren, die aus Verbindungen zwischen Rechtsextremisten und Hooligan- bzw. Ultragruppen erwachsen können, ernst.« Ach ja - und der Fußball hat sechs Ecken!

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Fabian Lambeck

Hilfe für verlorene Generation

Vor einer am Dienstag beginnenden Syrien-Flüchtlingskonferenz verwiesen am Montag zahlreiche NGOs auf die dramatische Lage im Nahen Osten. Sie erhoffen sich vom Treffen in Berlin weitere finanzielle Hilfen.

ndPlusTom Strohschneider

Das unaufgearbeitete Erbe der CDU

Im Eifer des geschichtspolitischen Gefechts leidet mitunter die Sprache. Auf der Website der Thüringer CDU-Fraktion wird dieser Tage auf einen Fernsehauftritt des Vorsitzenden Mike Mohring verwiesen. Überschrift: »Nicht die an die Regierung, die vor 25 Jahren mit Kerzen aus der Verantwortung vertrieben«. Verstanden? Natürlich.

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Niklas Franzen und Gerhard Dilger, São Paulo

Auf Lulas Spuren

Mit knapper Mehrheit ist Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff wiedergewählt worden. Die linksgerichtete Politikerin gewann mit 51,6 Prozent der Stimmen die Stichwahl gegen Aécio Neves.

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Birgit Gärtner

Maulkorb für Gefangene

Gegen das Gesetz des US-Bundesstaates Pennsylvania, das Gefangenen verbietet, sich in Medien oder öffentlich auf Kongressen zu äußern, regt sich Widerstand. Das Gesetz zielt auf Mumia Abu-Jamal.

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ndPlusWolf H. Wagner, Florenz

Stressanfällige Genossenschaftsbanken

Neun italienische Banken sind beim Stresstest durchgefallen. Die Bankenbranche im Land bleibt ruhig, die Finanzmärkte allerdings sind in Aufruhr. Die italienische Bankenlandschaft gilt als anfällig.

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Zu langsam, zu wenig, zu spät!

»Zu langsam, zu wenig, zu spät!« Niemand kann guten Gewissens Donald Kaberuka widersprechen, der mit diesen Worten den Stand der internationalen Ebola-Hilfe auf einem UN-Krisengipfel im Oktober beschrieb.

Knut Henkel, Cochabamba

Revolutionäre Idee ohne Rückhalt

Ein eigenes nationales Biolabel hat Bolivien aus der Taufe gehoben. Doch anders als geplant wartet das Siegel immer noch auf seinen Durchbruch.

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Henkel setzt auf Prävention

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) will eine zentrale Beratungs- und Koordinierungsstelle zur Prävention von salafistischer Radikalisierung schaffen. »Wir müssen den radikalisierten Vorstellungen über den Islam auch präventiv begegnen«, sagte Henkel der »Berliner Morgenpost« (Montag). Eine ressortübergreifende Stelle solle ein frühes Eingreifen in einen Radikalisierungsprozess ermöglichen und...

ndPlusBernd Kammer

Bitte Freifahrt für alle

Da haben BVG und Bahn doch mal eine prima Idee: Zur Feier des 25. Mauerfall-Jubiläums spendieren sie ein Sonderticket, mit dem man für 15 Euro drei Tage lang durch Berlin und das Umland fahren kann. Immerhin eine Ersparnis von 6,60 Euro gegenüber dem Preis, der für drei normale Tageskarten im Bereich ABC zu berappen wäre.

ndPlusSarah Liebigt

Hooligans mit Chemtrail

Der Innensenat beobachtet die wachsende Kooperation von Neonazis und Hooligans. Auf den Aufruf zu einer Demonstration am 9.11. von Aktivisten und Hooligans reagiert man gelassen.

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HBS-Manager vor Gericht

Die Förderung einer Biotechnikfirma kostete Brandenburgs Wirtschaftsminister fast das Amt. Aus dessen Sicht ist das Land Betrügern aufgesessen. Nun soll die Justiz klären, ob dem so ist.

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Waren hat seinen Bahnhof wieder

Die Bahn versteigert bundesweit viele Bahnhofsgebäude. Was mit diesen dann passiert, ist oft unklar. In Waren gehört der Bahnhof wieder der Stadt. Für den Städte- und Gemeindetag ein seltener Fall.

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ndPlusMartina Scheffler, Rodenäs

Nur Du allein

Du oder Sie? In Rodenäs in Nordfriesland ist das keine Frage, hier sagen alle Du zueinander. Das hat seine Vorteile, findet der Bürgermeister. Sprachexperten wundert das Ganze nicht.

Werner Abel

Wirklich ein kleines Weltwunder

»Wenn ich nicht Peter Panter wäre«, schrieb Kurt Tucholsky im Februar 1932 in der »Weltbühne«, »möchte ich ein Buchumschlag im Malik-Verlag sein. Dieser John Heartfield ist wirklich ein kleines Weltwunder. Was fällt ihm alles ein!«

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Hans-Dieter Schütt

Hinterhöfe und Schlachthöfe

Käthe Reichel: Schauspielerin. Aber nur ein paar Rollenfotos zeigt der Film. Es ist keine künstlerische Biografie. Es ist der Versuch über ein Leben zwischen der Angebotswirtschaft auf dem Rollenmarkt des Lebens und der Emanzipation davon.

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ndPlusKlaus Bellin

»Was möchten Sie sein?« - »Verleger.«

Ein großformatiger Band, realisiert nach dem Muster der von Willy Fleckhaus so unverwechselbar gestalteten Bild-Text-Bände über Brecht, Goethe, Hesse, Rilke oder Freud, erzählt jetzt Unselds ganze Geschichte.

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NADA lässt Urteil im Fall Kraus prüfen

Der Freispruch für Michael Kraus vom Vorwurf eines Dopingvergehens kommt auf den Prüfstand. Die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA lässt im Fall des Handball-Nationalspielers das im August gefällte Urteil der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Handballbundes (DHB) überprüfen. Die NADA sieht durch den Freispruch »das Kontrollsystem gefährdet« und legte am Montag bei einem Schiedsgericht entsprechende Rechtsmittel ein.

Erschossen wegen eines Handys

Der Schock über den Raubmord an Südafrikas Fußball-Nationaltorwart Senzo Meyiwa ist groß, obwohl den Statistiken zufolge am selben Tag im Land am Kap fast 50 Menschen getötet wurden.

Andreas Morbach, Mönchengladbach

Endlich mal was zu tun

In Borussia Mönchengladbach hat Bayern München endlich einen ernsthaften Gegner gefunden. Um ein 0:0 zu halten, musste Manuel Neuer sogar beweisen, dass er zurecht der weltbeste Torhüter ist.