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ndPlusKlaus Joachim Herrmann

50 Jahre und nicht weise

»Die Sanktionen sind aus bestimmten Gründen verhängt worden, und sie können nur durch den Wegfall dieser Gründe aufgehoben werden«, resümiert Bundeskanzlerin Angela Merkel ultimativ die unversöhnliche Brüsseler Haltung gegenüber Russland.

René Heilig

Neues Radar für ausrangierte »Eurofighter«?

Im Verteidigungsministerium hat der Jahresendwettkampf im Verschleudern von Steuergeld begonnen. Die Luftwaffe setzt Maßstäbe. Siehe »Eurofighter« und A 400 M-Transporter.

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ndPlusKurt Stenger

Verklagst du mich, verklag ich dich

Aus der Story um die Kärntner Landesbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) ließe sich ein 500-seitiger Wirtschaftsthriller stricken. Oder eine flotte Politposse. Die Finanzkrise von 2008 brachte nämlich keinen ähnlich haarsträubenden Skandal ans Licht.

ndPlusOlaf Standke

Mord im Auftrag Obamas

Die renommierte Juristin Ellen O'Connell charakterisierte Drohnenangriffe bei einer Anhörung im Washingtoner Repräsentantenhaus einmal als »klare Verletzung des Völkerrechts«. Trotzdem hat Präsident Obama solcherart »gezielte Tötungen« seit seinem Amtsantritt massiv ausgeweitet, vor allem im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet und in Jemen. Selbst USA-Bürger wurden inzwischen zu legitimen Zielen erklärt.

Simon Poelchau

Junckers Privatisierungsplan

Nun hat der EU-Gipfel den 315 Milliarden Euro schweren Investitionsplan von Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker abgenickt. Für Kanzlerin Angela Merkel ist dies jedoch kein Kurswechsel. Wo sie recht hat, hat sie recht.

Hendrik Lasch, Dresden

Aktenfresser

Einen Roten als Kontrolleur des Verfassungsschutzes - das wollte die Mehrheit im Sachsen der 90er Jahre nicht haben. Nun ist es passiert: André Hahn ist als erster LINKE-Politiker Chef des Kontrollgremiums im Bundestag.

In der Eurokabine

Als es die Ukraine dieses Jahr im Osten zerriss, forderte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán für die 150 000 Ungarn im Westen Autonomie. Danach hörte man nichts mehr. Ich fuhr daher in den einzigen ukrainischen Bezirk, in dem mehrheitlich Ungarn leben, nach Berehowe/Beregszáz.

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ndPlusOtfried Nassauer

Schwimmende Geburtstagsgeschenke

Das gibt es nicht alle Tage: Kaum hatte der Deutsche Bundestag den Bundeshaushalt für 2015 endgültig verabschiedet, schob die Bundesregierung in dieser Woche noch einen größeren Posten nach.

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Beschluss zu Elternschaft

Karlsruhe. Paare mit unerfülltem Kinderwunsch können künftig leichter ein Kind von einer im Ausland lebenden Leihmutter austragen lassen. Das geht aus einem am Freitag vom Bundesgerichtshof veröffentlichten Beschluss hervor. Hat ein ausländisches Gericht die Elternschaft des deutschen Paares trotz Leihmutter anerkannt, müssen die hiesigen Behörden veranlassen, dass die Auslandsgeburt und die Leben...

Entscheidungen des Bundesrats

 Der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung sinkt Anfang 2015 von 18,9 auf 18,7 Prozent vom Einkommen. Grund sind die hohen Reserven der Rentenkasse, die zum Jahresende 33,5 Milliarden Euro betragen dürften. Die DDR-Opferrenten steigen voraussichtlich zum 1. Januar um 50 auf dann höchstens 300 Euro, die Ausgleichsleistungen um 30 auf 214 Euro monatlich. Eine zweijährig...

Marian Krüger

Bund und Länder machen sich locker

Der Bundesrat hat am Freitag einmütig der Lockerung des Kooperationsverbots in der Bildungspolitik zugestimmt. Damit darf der Bund nun Hochschulen und Forschungsinstitute dauerhaft und nicht mehr nur befristet fördern.

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Sexualstrafrecht verschärft

Berlin. Handel und Besitz pornografischer Bilder von Kindern und Jugendlichen werden künftig schärfer geahndet. Der Bundesrat billigte am Freitag einen Gesetzentwurf der schwarz-roten Bundesregierung zur Umsetzung europäischer Vorgaben zum Sexualstrafrecht. Danach wird die Beschaffung von kinderpornografischem Material mit einer bis zu dreijährigen Gefängnisstrafe geahndet. Zudem verjähren schwere...

ndPlusGrit Gernhardt

Kipping: Hartz IV steht für Armut

Kurz vor dem zehnten Jahrestag des Inkrafttretens von Hartz IV überschlagen sich Kritiker und Befürworter mit Bilanzen der Sozialreform, die von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im März 2003 verkündet wurde.

ndPlusAert van Riel

Mindestens ein Genosse lügt

In der Affäre um den früheren SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy steht Aussage gegen Aussage. Nicht nur die Opposition hält Edathys Darstellung aber für schlüssiger.

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Acht Kinder ermordet

Cairns. Eine Familientragödie mit acht toten Kindern erschüttert Australien. Polizisten fanden die Leichen der Kinder im Alter von einem Jahr bis 15 Jahre am Freitag in einem Wohnhaus in Manoora, einem Vorort von Cairns an der Nordostküste. Sie waren erstochen oder erstickt worden. Australiens Premierminister Tony Abbott sprach von einer herzzerreißenden Nachricht. Sieben der Kinder waren Geschwis...

Kurdenerfolge gegen IS

Washington. Bei den Luftangriffen der US-geführten Allianz gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Irak sind nach Pentagonangaben vom Donnerstag mehrere ranghohe Anführer getötet worden. Unter ihnen sei Abu Muslim al-Turkmani, der Stellvertreter von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi gewesen sein soll. Auch der mutmaßliche Militärchef der Miliz, Abd al-Basit, soll getötet worden sein.Den ...

John Malamatinas und Hamid Mohseni, Brüssel

EU-Gipfel im Schnellverfahren

Donald Tusk hat bei seinem ersten Gipfel als EU-Ratspräsident mit einem abgespeckten Programm Proteste ins leere Laufen lassen und die Reisepläne der Staatenlenker über den Haufen geworfen.

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USA-Firmen hoffen auf gute Geschäfte

Die politische Annäherung zwischen den USA und Kuba weckt in der US-Wirtschaft Hoffnungen gute Geschäfte und neue Märkte. »Die jüngsten Kommentare aus Washington sind sehr ermutigend«, sagte am Donnerstag beispielsweise ein Sprecher des Autoriesen General Motors. »Wir werden mit Sicherheit alle Möglichkeiten prüfen, die sich ergeben.« Für die Rum-Firma Bacardi ist der diplomatische Kurswechsel bes...

Die USA haben noch etwas in petto

Henry Michael Erisman ist emeritierter Professor. Sein Spezialgebiet ist die politisch gesellschaftliche Entwicklung in Lateinamerika und Kuba. Über den Neuanfang zwischen USA und Kuba sprach mit ihm Knut Henkel.

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Wien verklagt BayernLB auf 3,5 Milliarden

Wegen angeblicher Täuschung beim Rückkauf der Krisenbank Hypo Alpe Adria (HGAA) verklagt Österreich die BayernLB vor dem Handelsgericht Wien auf 3,5 Milliarden Euro. Die Bayern hätten den tatsächlichen Kapitalbedarf der Hypo Ende 2009 vor dem Verkauf an Österreich bewusst verschleiert, sagte der österreichische Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) am Freitag in Wien.

ndPlusHaidy Damm

Gentechnik kann Ländersache werden

Es war das letzte Thema, das 2014 im Bundestag aufgerufen wurde: die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Gentechnik. Soll es ein nationales Anbauverbot geben oder sollen die Länder entscheiden?

Christian Ebner, 
Frankfurt am Main

Recht auf Selbstausbeutung bleibt

Der Mindestlohn wird die Taxibranche verändern. Sicher scheint, dass die Preise steigen und das Angebot dünner wird. Offen bleibt, ob seriöse Unternehmen überleben.

Zerstörerische Staudämme

Im Bezirk Santander in Nordost-Kolumbien wird mit deutscher Hilfe ein Wasserkraftwerk errichtet. Für das Projekt Hidrosogamoso liefert die Andritz Hydro GmbH aus Ravensburg die Turbinen. Das Geschäft wird vom Staat mit Hermesbürgschaften abgesichert. Mit Claudia Patricia Ortiz Gerena von der Umweltgruppe Movimiento Colombiano Ríos Vivos sprach Benjamin Beutler.

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Noch immer West-Ost- Gefälle

Der Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, sieht auch 25 Jahre nach dem Mauerfall ein West-Ost-Gefälle in der finanziellen Ausstattung der Theater und Orchester. »Wir haben sicherlich in den neuen Bundesländern noch eine angespanntere Situation als in den alten«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. »Das hat damit zu tun, dass es dort nach wie vor personell gut ausgestattete T...

Ralf Klingsieck, Paris

Leuchtturm des Wissens

Lyon bekommt ein neues und spektakuläres Museum, das an diesem Wochenende offiziell eingeweiht wird. Die Höhe der Baukosten, die ursprünglich auf 61 Millionen Euro veranschlagt wurden und sich letztlich auf 328 Millionen Euro belaufen, dürfte zur Folge haben, dass es sich hier wohl um den für viele Jahre letzten Museumsneubau in Frankreich handeln dürfte. Benannt ist das Confluences-Museum nach de...

Klaus Bellin

Zaubereien in Prosa

Was er schrieb, ob »Das Luft-Schiff« oder »Die Väter im Kino«, war anders als das meiste, was zwischen Rügen und Fichtelberg zu Papier gebracht wurde, ungewöhnlicher, artistischer, verspielter, exotischer.

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Nicht für Scheindebatte missbrauchen

Andreas Mölich-Zebhauser (62), Intendant des Festspielhauses Baden-Baden, hält politische Vorwürfe gegen russische Künstler für »moralische Scheindebatten«. »Ich warne davor, Künstler für politische Diskussionen als Stellvertreter zu missbrauchen«, sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Gastspiels des St. Petersburger Mariinski-Balletts. Von diesem Sonntag an bis zum 27....

Martin Hatzius

Reim auf die Woche

Ein Schuss. Zwei Schüsse. Mord. Ein mehr als hundertfacher.
 Zwölf Dutzend Jungs und Mädels metzeln! Welch infames
Massaker betend gottverdammter Widersacher
 Der Abendlandisierung des Islames. Das Volk seid ihr? Nein. Ihr seid Volk in üblem Schwalle, 
Seid völkisch. Volksberauscht. Verblendet. Ignorant.
 Das Volk ist grenzenlos. Das Volk sind wir. Wir ...

Suhrkamp darf sich umwandeln

Der Suhrkamp Verlag darf in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht am Freitag entschieden. Die Richter wiesen einen Eilantrag von Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach ab. Er ist gegen den Sanierungsplan von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz, der eine Umwandlung des Verlages von einer Kommandit in eine Aktiengesellschaft vorsieht.Die Verfassungsrichter nah...

Stefan Amzoll

Besser das Nichts als das Alles

Einladend ist das Radio-Stück zunächst nicht. Ein Erzähler mit rollendem »rr« hebt an: »Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf das Nichts des Neuen.« Welch schöner, rätselrühriger Satz. »Murphy saß, als ob es ihm frei stünde, im Schatten, in einer Gasse West Bromptons«, fährt es fort. Stimmen kommen und driften weg. Wer ist wer? Der sonore polyphone Wechsel verwirrt. Doch es wird. D...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Der Ritt des halben Mondes

Aus der Trivialität der Existenz können wir nicht durch Türen entkommen, sondern einzig über Dächer. Über das Höhere, das Luftige - wo Flug so möglich ist wie freilich auch Absturz. Über Dächer von Burgen, die wir in uns selber errichten. Auch Friederike Mayröcker sitzt in der so ganz besonderen Burg ihrer Wahrnehmungen - und wer ihre Bücher liest, erfährt eine konsequente Wahrheit: Das Leben zu b...

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Jana Lange, Frankfurt am Main

Der Angstgegner kommt

Im DFB-Pokal der Frauen kommt es im Viertelfinale zum Schlagerspiel zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Bayern München. Für die Frankfurterinnen wäre ein Aus ein weiterer schwerer Rückschlag.

ndPlusTill Ermold

In Leipzig beliebt, in der Fremde verhasst

Am Montag empfängt Aufsteiger RB Leipzig den TSV 1860 München und kann sich dabei auf die Unterstützung vieler Leipziger verlassen. Diese haben lange auf erfolgreichen und gewaltfreien Fußball gewartet.

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ndPlusNicolas Reimer, Frankfurt am Main

Stammpatient beim Chirurgen

Travis Pastrana ist der wohl waghalsigste Extremsportler der Gegenwart. Im kommenden Jahr geht er mit seiner Show auf Europatour.

Gabi Kotlenko

Aufholjagd der Berlin Volleys nicht belohnt

Die Berlin Volleys gehen mit einer knappen Niederlage im Champions-League-Gruppenspiel gegen Rzeszow in die Weihnachtspause, sind aber in der Königsklasse und der Bundesliga auf Erfolgskurs.

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Ex-BER-Chef: Ich war nicht überfordert

Trotz der geplatzten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens sah sich der frühere Chef der Berliner Flughäfen seiner Aufgabe gewachsen. »Ich persönlich habe mich da in keinster Weise überfordert gefühlt«, sagte Rainer Schwarz am Freitag im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Er verwies erneut darauf, dass seine Aufgabe der Betrieb der bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld war. Der...

Martin Kröger

Plantschen für alle

Zurzeit bestimmt der Vorstand der Berliner Bäder Betriebe (BBB) quasi im Alleingang, wie es mit dem in Schieflage geratenen kommunalen Unternehmen weitergeht. Weder gibt es wegen des fehlenden Bäderkonzepts 2025 eine politische Debatte im Abgeordnetenhaus noch eine öffentliche Diskussion.

ndPlusMarlene Göring

Leichen dürfen kommen

Das Gericht hat entschieden: Gunther von Hagens bekommt mit seinen »Körperwelten« Recht und Berlin ein eigenes Ekel-Museum.

ndPlusMarlene Göring

4660 Wohnungen für die Kommune

Es könnte ein Deal werden, der den Wohnungsmarkt zumindest ein bisschen entspannt: Berlin könnte bald 4660 Wohnungen vom Bund kaufen - zum Verkehrswert.

Martin Kröger

Wohlfühl-Therme statt Schwimmbad für alle

Ole Bested Hensing, der Chef der Berliner Bäder Betriebe (BBB), treibt den Umbau des maroden kommunalen Unternehmens voran - ohne dass das Bäderkonzept durch die Politik abgesegnet worden ist.

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Rausschmiss aus Asylheim

Flüchtlingsinitiativen werfen dem Landkreis Oberhavel vor, in Hennigsdorf die Übergabe von Weihnachtsgeschenken verhindert zu haben. Die Kreisverwaltung sieht das anders.

Steffi Bey

Damit alte Spieldosen wieder klingen

Was in der kleinen Werkstatt von Horst Riesebeck entsteht, sorgt für großes Aufsehen. Seit 33 Jahren repariert er selbstspielende mechanische Musikinstrumente und Uhren.

Wilfried Neiße

AfD redete fast so wie die NPD

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat auch in Brandenburg schnelle ihre bürgerliche Maske fallen lassen. Wie das Auftreten der AfD im Landtag zeige, »ist sie in der Ausländerpolitik klar extremistisch«.

ndPlusChristin Odoj

Freiwilliger Einsatz feiert Jubiläum

Für Jugendliche ist nach der Schule nicht unbedingt klar, wie es beruflich für sie weitergehen soll. In Berlin gibt es jedes Jahr knapp 2000 Stellen im Freiwilligendienst, die Orientierungshilfe sein sollen.

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Kreissägen im Biosphärenreservat

Das Hochwasser an der Elbe erreichte 2013 Rekordhöhen. Als Ursache nennt das Umweltministerium in Schwerin auch den zunehmenden Bewuchs im Deichvorland. Jetzt soll abgeholzt werden.

ndPlusSebastian Stoll, Freiburg

Kostenloser Rat vom Jurastudenten

Bei Patrick Flamm und Alexander Berkle geht es um kleine Fische: Was macht man eigentlich, wenn man eine Schaukel im Garten aufstellen will, aber der Vermieter dies ablehnt, weil er Angst hat, bei einem Unfall haften zu müssen? Und was passiert, wenn man als Mieter keine Schönheitsreparaturen vornimmt: Muss man dann nach seinem Auszug zahlen und wie viel? Flamm und Berkle erklären: »Unsere Fälle h...

Doris Weilandt, Jena

Kleiner, teurer, später

15 Einzelkliniken umfasst der neue Klinikkomplex in Jena, 2016 sollen sie in Betrieb gehen. Vergleicht man die verschiedenen Bauabschnitte, so wird deutlich: Der Komfort wurde immer mehr zurückgefahren.

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Festival »Ultraschall« sucht Reporter

Wer will Reporter werden? »UltraschallReporter« ist ein begleitendes Workshopprogramm zum Festival für neue Musik »Ultraschall Berlin« (21.-25. Januar 2015). Gesucht werden Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren, die nicht unbedingt selbst Musik machen, aber gut beobachten und Fragen stellen können. Ihre Aufgabe ist es, Konzerte und Proben als Reporter zu begleiten, die auftretenden Künstler zu int...

Preis für Komposition ausgelobt

Im Rahmen des Berliner Künstlerinnenprogramms vergibt die Berliner Kulturverwaltung in Kooperation mit der Musikakademie Rheinsberg zum 10. Mal den mit 10 000 Euro dotierten Berlin-Rheinsberger-Kompositionspreis. Mit dem Preis soll sowohl das bisherige Werk einer Komponistin ausgezeichnet, als auch deren weiteres künstlerisches Schaffen unterstützt werden. Die Auszeichnung beinhaltet einen zweimon...

... und das Huhn bleibt ein Rätsel

Halle. 16 797 Neugeborene, 31 385 Verstorbene und 291 Eier je Huhn: Das Statistische Landesamt in Halle hat in dieser Woche das neue Jahrbuch 2014 für Sachsen-Anhalt mit teilweise kuriosen Zahlen präsentiert. Eine gute Nachricht sei die hohe Zahl der Zuzüge, sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) bei der Vorstellung der beiden insgesamt 951 Gramm schweren Wälzer. Mit rund 44 000 hinzugezogen...

Christoph Driessen, Leverkusen

Der Ehrgeiz des Brückendoktors

Die Brücke lebt. Hans-Dieter Jungmann weiß das, denn er betreut sie seit Jahren. Er mag sie. Aber er weiß auch: Die Leverkusener Rheinbrücke ist ein hoffnungsloser Fall.

Tom Mustroph

Berliner sein als Hypothek

Berliner zu sein, kann eine historische Hypothek mit sich bringen. Darauf macht die breit angelegte, Kolonialismusfolgen abschätzende Ausstellung »Wir sind alle Berliner: 1884-2014« in der Galerie Savvy Contemporary aufmerksam. Das Berliner-Sein bezieht sich hier auf die Kongokonferenz vom November 1884 bis Februar 1885. Bismarck bat die europäischen Großmächte zu Tisch, um Einflusszonen auf dem a...

Thomas Blum

Ein Kaninchen namens Ramelow

Trägt er dieses Jahr wieder sein rotes Hemd? Die Antwort lautet: Ja. Es gibt sie also noch, die wenigen Dinge, auf die man sich verlassen kann. Die Rede ist von dem Bestsellerautor und Lesebühnenprofi Horst Evers.

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Über Gretel Adorno und Renate Wieland

»Die Aufgabe des Kritikers ist die Kritik«, pflegte ein früherer Kollege gern und häufig zu sagen. Der Gedanke, der darin steckt, ist nicht zuletzt für linke Medien von zentraler Bedeutung: Wer fundierte Kritik übt, hat bereits eine wichtige Aufgabe erfüllt.

Seite 18

... und immer nur Handschuhe

Von Gretel Adorno ist bekannt, dass sie ihren Gatten, den Philosophen Theodor W. Adorno, versorgte. Vor 70 Jahren verschriftlichte sie die «Dialektik der Aufklärung». In ihrem ersten Leben leitete sie eine Lederfabrik.

Seite 19
ndPlusMagnus Klaue

Das Fräulein aus der Fußnote

Wie in seinen übrigen Werken, zeichnet sich Adorno auch in der posthum erschienenen »Ästhetischen Theorie« nicht gerade durch gewissenhaften Umgang mit Quellennachweisen aus. Mit Erscheinungsjahr, -ort und Seite werden angeführte Texte nur dort zitiert, wo es unbedingt nötig ist, Paraphrasen werden kaum nachgewiesen, eine Auseinandersetzung mit Sekundärliteratur fehlt fast völlig. Eben das macht d...

Seite 20
ndPlusJohannes SchultenJörn Boewe

Es geht ihm um Respekt

Wer Christian Krähling über seinen Job reden hört, mag kaum glauben, dass er bei Amazon arbeitet - dem Unternehmen, dessen Beschäftigte seit nunmehr anderthalb Jahren immer wieder für einen Tarifvertrag streiken. Krähling ist Qualitätskontrolleur am Standort FRA 3 in Bad Hersfeld. Wenn Kunden fehlerhafte Ware zurückschicken, entscheidet er, ob sie ihr Geld zurückbekommen. Ein verantwortungsvoller ...

Seite 21
Katharina Dockhorn

Bizarrer Streit um 25 Cent

RBB-Intendantin Dagmar Reim straft den amtierenden ARD-Intendanten Lügen. Im Februar hatte Lutz Marmor noch versichert, am Programm werde auch in Zeiten knapper Kassen nicht gespart. Reim streicht beim Kulturradio die eigene Nachrichtenredaktion. Denn ARD, ZDF und das Deutschlandradio müssen sparen. Deshalb klagen auch die Produzenten, dass die Budgets von Fernsehfilmen seit zehn Jahren eingefrore...

ndPlusRobert D. Meyer

Schon GEZahlt?

Die GEZ ging mit der Umstellung zum Rundfunkbeitrag in dem Beitragsservice auf, was den alten GEZ-Gegnern nach Jahren der Inaktivität neuen Zündstoff für eine Kampagne gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk lieferte.

Seite 22
Gunnar Decker

Robinsons Traum

Die Hoffnung ist rund. Sie ist wie eine Insel, die den Schiffbrüchigen rettet und gefangen setzt zugleich. Karl Krolow hat in seinem Gedicht «Robinson» geschrieben: «Immer wieder strecke ich meine Hand / nach einem Schiff aus.» Aber die verschiedenen Fahrzeuge, die sich am Horizont zeigen, ziehen unbeeindruckt von dieser Geste vorbei, ohne ihn zu bemerken. Das Schicksal der Schiffbrüchige...

Seite 23
ndPlusStefan Ripplinger

Im Zeichen der Eule

Cornelius Castoriadis war der streitbare Außenseiter der linken Theorie. Nun sind in Frankreich eine Biografie und in Deutschland seine gesammelten Schriften erschienen.

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Mythos linker AStA

Es gab eine Zeit, da galt die Behauptung, dass Studenten tendenziell politisch links eingestellt seien, als begründet. Wer im Deutschland der 1960er und 1970er Jahre studierte, der engagierte sich demnach für die Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt, sympathisierte mit dem Kommunismus und war auch ansonsten dem Konservativen gegenüber recht skeptisch eingestellt. Der Mythos hat sich b...

ndPlusLena Tietgen

«Prolls» und «Kulturschnösel»

Auch die dritte Studie «Chancenspiegel» der Bertelsmann Stiftung attestiert Deutschland die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von sozialer Herkunft. Neben dem Gefälle unter den Bundesländern weist er vor allem Differenzen innerhalb eines Landes auf. So hängt der Bildungserfolg vom Einkommen, dem Wohnort, der Mobilität und dem Einfluss des Elternhauses ab. spiegel.de geht auf die seit der e...

Isidor Grimm

National mit Studentenausweis

Die Teilnehmer der Pegida-Demos in Dresden werden gemeinhin dem nicht-akademischen Milieu zugerechnet. Doch trifft die Vermutung wirklich zu, dass Studenten bei solchen Aufmärschen eher nicht anzutreffen sind?

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ndPlusGünter Vogler

Denn die Zeit der Ernte ist gekommen ...

Am 4. Oktober 1523 unterzeichnete der Prediger der Johanniskirche in Allstedt einen Brief an den sächsischen Kurfürsten Friedrich den Weisen mit »Thomas Munczer von Stolberg eyn knecht Gots«. In weiteren Korrespondenzen wiederholte er diese Formel und dokumentierte damit sein Selbstverständnis. Für die vor kurzem eröffnete neu gestaltete Dauerausstellung wurde deshalb dieser Titel gewählt. ...

Michael Berger

Eine Zäsur

Spätere Juden werden lichtere Tage sehen, die jetzigen sind einfach übel dran.« So schildert Theodor Herzl die Situation der französischen Juden in seinem 1895 erschienen Buch »Das Palais Bourbon«. Die unvorstellbaren antisemitischen Ausbrüche, die im Umfeld des Prozesses und der öffentlichen Degradierung des jüdischen Hauptmanns Alfred Dreyfus zu beobachten waren, hatten auf den jungen Wiener ...

Seite 26

Wurftalent war von Vorteil in der Evolution

Gezieltes Werfen mit Objekten erfordert nicht nur genau aufeinander abgestimmte Körper- und Muskelbewegungen, sondern auch die Fähigkeit zu komplizierten Vorausberechnungen. Überdies ist eine mentale Vorstellung der zu erwartenden Folgen der Handlung nötig. Gewicht und Form des Wurfobjekts müssen einberechnet werden, ebenso wie die Entfernung des Ziels, ob es sich bewegt oder in Ruhe befi...

ndPlusUlrich Karlowski

Partnerwahl per Steinwurf

Wenn Frauen Männer mit Steinen bewerfen, dann muss das nicht unbedingt böse gemeint sein, jedenfalls nicht bei Rückenstreifen-Kapuzineraffen (Sapajus libidinosus).

Seite 27
ndPlusBenjamin Haerdle

Reh und Hirsch sorgen für monotone Buchenwälder

Das sogenannte Fünf-Prozent-Ziel gilt als eines der großen Mantras der aktuellen Naturschutzpolitik. Es besagt, dass bis zum Jahr 2020 fünf Prozent der gesamten Waldfläche Deutschlands aus der Nutzung genommen werden sollen. So hat es die Bundesregierung in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt im Jahr 2007 festgehalten. Naturschutzverbände machen deswegen seit Jahren Druck auf Lan...

Walter Schmidt

Wuchsfreudige Waldbäume

Als sich in den 1980-er Jahren immer mehr Menschen, speziell in Deutschland, große Sorgen um die Wälder Mitteleuropas machten, geschah in den schon für halbtot gehaltenen Forsten etwas Bemerkenswertes: Längst wuchsen sie nämlich schneller als in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts - wenn auch nur dort, wo sie dem anfangs stark mit Schwefeldioxid angereicherten Schadstoffcocktail nicht voll a...

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Mike Mlynar

Mystik aus der Tüte

Wir kommen gerade in die alljährlich-christliche Zeit der Mysterien und der bunten Tüten. Unser vorweihnachtliches Denkspiel beginnt deshalb mit einer ganz profanen Tüte Bonbons. Aber sie birgt Überraschendes, gar Geheimnisvolles. Das beginnt bereits mit der Zahl der bunten Süßigkeiten in ihr: 111. Die etwas Zahlentheoriekundigen unter Ihnen wissen ebenso wie die ein wenig in die Zahlenmy...

ndPlusUdo Bartsch

Feierroutine ohne Chance

Prost, Neujahr! Viele freuen sich auf Silvester und lassen es zum Jahresabschluss ordentlich krachen. Anderen ist der Termin ein Gräuel: Fröhlichkeit auf Kommando, gequältes Warten bis 24 Uhr. Doch steif muss der Abend nicht verlaufen. Gute Brett- und Kartenspiele erzeugen Spaß und Stimmung ganz ungezwungen, lassen den Jahreswechsel komplett vergessen und empfehlen sich deshalb auch zuvor als W...

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Gralshüter des »süßen Brotes«
ndPlusHeidi Diehl

Gralshüter des »süßen Brotes«

Kaum war der Sohn geboren, hatte der Pfefferküchler eine unaufschiebbare Mission zu erfüllen - er musste Teig ansetzen. Jahrhundertelang war das im sächsischen Pulsnitz heilige Pflicht.

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Was tun, wenn der Motor stottert

Sie gehört zu den weniger erfreulichen Erfahrungen des Autofahrers: die Autopanne. Im etwas günstigeren Fall springt der Motor nicht an, wenn es arg kommt, bleibt man mit seinem Wagen liegen. Oft ist die Ursache ein Problem mit der Autobatterie. Laut ADAC-Pannenstatistik war dies in knapp ein Drittel aller Pannen die Ursache im Jahr 2012. Insbesondere wenn es kalt wird, streikt die Starterbatte...

Mehr als 100 Premieren

Hier ein paar Häppchen, dort ein Schlückchen Sekt, Bier und Bratwürste und bei schönem Wetter eine Hüpfburg für den Nachwuchs: Wer im nächsten Jahr ein neues Fahrzeug kaufen und sich vorher ausgedehnt informieren möchte, der kann zahlreiche Wochenenden bei den örtlichen Neuwagenhändlern verbringen. Weit über 100 Premieren stehen im Autojahr 2015 an. Dabei versprechen die Ankündigungen von...

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Christina Matte

Das Erbe

Den Winter über bleibt das Museum für den Besucherverkehr geschlossen. Verrammelt das Tor zum Schlosspark. Hinter dem Tor harkt jemand Laub. Wir rufen, der Mann öffnet uns. Außer ihm keine Menschenseele: Ab 1. Januar 2016 könnte das hier immer so sein. Nein, auch der Mann wäre dann nicht mehr da, wer sollte ihn dann noch beschäftigen? Ein Jahr Galgenfrist hat der Kreistag des Landkreises Märkis...