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Waffenruhe für den Anfang

Eine Waffenruhe sei nur der erste Schritt, kündigte der französische Präsident an. Es gehe um eine umfassende Lösung des ukrainischen Konfliktes. Das passt zu einem westeuropäischen Lehrsatz. Danach werden Sanktionen gegen Russland dann aufgehoben, wenn die Gründe, aus denen sie verhängt wurden, wegfallen.

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ndPlusVelten Schäfer

Die Fünftelkolonnen

Was passiert, wenn sich 300 »Nichtregierungsorganisationen« im Auswärtigen Amt unter Leitung eines »Koordinators« versammeln, um nach einer »Keynote« des Ministers über Auslandsarbeit zu debattieren? Zusehends verschwimmen die Grenzen zwischen gesellschaftlichem Engagement und staatlicher Politik.

ndPlusRené Heilig

Vorsicht Falle!

Wer die Arbeit des NSA-BND-Untersuchungsausschusses oberflächlich betrachtet, mag sich fragen: Was machen die eigentlich? In dieser Woche lautet die Antwort: Sie sind auf der Hut. Offenbar gibt es »jemanden«, der Abgeordneten ein Bein stellen will.

Ingolf Bossenz

Aber bitte mit Würde

»Wen der Herr liebt, den züchtigt er, wie ein Vater seinen Sohn, den er gern hat«, heißt es im Hebräerbrief. Das sieht auch Papst Franziskus so, der bei der Generalaudienz einem Vater sekundierte, der, so der Papst, seine Kinder »manchmal ein bisschen hauen« müsse - »aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen«.

Fabian Lambeck

Doppelwähler

Im November 2014 hatte die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen des Verdachts der Wahlfälschung eingestellt. Und auch der Wahlprüfungsausschuss hat die Einsprüche gegen die Europawahl von Lorenzo zurückgewiesen.

ndPlusMartin Leidenfrost

Zum größten Schweizer

Kaum eine Figur der Gegenwart fasziniert mich so sehr wie Sepp Blatter, der Präsident des Weltfußballverbandes FIFA. Der letzte große Pate unserer Zeit hat mehr Korruptionsaffären überstanden, als ich zählen könnte.

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ndPlusJörg Goldberg

Neue Runde im Poker um Griechenland

Die am Donnerstag von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossene Beendigung der Käufe griechischer Anleihen eröffnet eine neue Runde im Poker um die Richtung der Wirtschaftspolitik in Griechenland.

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Hermannus Pfeiffer

Der gordische Knoten

Die griechische Wirtschaft ist trotz drastischer Lohnsenkungen derzeit nicht konkurrenzfähig. Zu diesem Schluss kommt das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) in einer kürzlich veröffentlichten Studie.

Felix Weiß

»Es war, als ob sie einen Krieg gegen uns führen«

Am 6. Februar 2014 versuchten afrikanische Flüchtlinge, die spanische Exklave Ceuta in Marokko zu erstürmen. Es gab mehrere Tote. Die Aufarbeitung der Geschehnisse ist noch längst nicht abgeschlossen.

ndPlusAnke Stefan

Verhaltene Euphorie in Athen

Die Griechen sind zwei Wochen nach dem Regierungswechsel mehrheitlich zufrieden mit der Arbeit des Kabinetts von Alexis Tsipras.Von Anke Stefan, AthenEs ist gar nicht so einfach zu erfahren, was die Griechen von ihrer neu gewählten Regierung halten. »Was sagt man draußen?«, ist die sofort gestellte Gegenfrage der meisten. Jede Verlautbarung insbesondere der als Führungsmacht der EU wahrgenommenen ...

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ndPlusMarian Krüger

Länder stellen sich gegen die Maut

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) warb gestern im Bundesrat vergeblich für sein Maut-Gesetz. Dobrindt will eine sogenannte »Verkehrsinfrastrukturabgabe« auf PKW, die für Inländer und Ausländer gleichermaßen gilt. Gleichzeitig soll jedoch die Abgabe durch eine entsprechende Absenkung der Kfz-Steuer kompensiert werden - nur für Einheimische. Die Länder gehen davon aus, dass dieses juristisch...

René Heilig

»Glotaic« im »Ionosphäreninstitut«

Der NSA-Untersuchungsausschuss verrate Geheimnisse, behauptet das Kanzleramt und versucht die Rechte der Abgeordneten zu beschneiden. Selbst bei der ollen BND-Kamelle namens Ionosphäreninstitut.

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Sebastian Haak

Haussegen in Thüringen hängt schief

Kritiker werfen der Thüringer Regierungskoalition gern vor, ihre Versprechungen seien unbezahlbar. Die Kommunen glauben, das jetzt erleben zu müssen. Für sie ist der Politikwechsel gescheitert.

ndPlusFolke Havekost, Hamburg

SPD im sicheren Hafen

Kann der Erste Bürgermeister Scholz nach dem Urnengang am nächsten Wochenende in Hamburg weiter mit absoluter Mehrheit regieren? Das hängt auch vom Abschneiden von FDP und AfD ab.

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ndPlusRené Heilig

Was macht die OSZE?

In der Ukraine sind mit Stand von 20. Januar 374 internationale zivile OSZE-Beobachter im Rahmen der Special Monitoring Mission eingesetzt, berichtet die Bundesregierung in einer Antwort auf Fragen von Katrin Kunert. Die Verteidigungsexpertin gehört der Linksfraktion an. Aus Sicht der Bundesregierung ist die Beobachtermission, an der derzeit 18 Deutsche beteiligt sind, »ein wichtiges Instrument zu...

Jindra Kolar, Prag

Mit Gott gegen Homosexuelle

Bedroht die Gleichberechtigung Homosexueller die Familie? In der Slowakei möchte eine kirchennahe Bürgerinitiative mit einem »Referendum zum Schutz der Familie« liberale westliche Einflüsse stoppen.

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Siemens baut rigoros um

München. Der Elektrokonzern Siemens streicht bei seinem tiefgreifenden Umbau weltweit rund 7800 Arbeitsplätze, davon etwa 3300 in Deutschland. Das teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Es gehe vor allem um Verwaltungsstellen. Einzelheiten zu den betroffenen Regionen und Standorten teilte Siemens zunächst nicht mit. »Mit unserem Unternehmenskonzept Vision 2020 wollen wir das Un...

Hans-Gerd Öfinger

Bouffiers Stuhl wackelt

Es wird immer wahrscheinlicher, dass der Bund und Hessen den Atomkonzernen den Weg zu Millionenklagen geebnet haben.

ndPlusAndreas Knudsen, Kopenhagen

Nach dem Franken ist die Krone dran

Die Dänische Nationalbank hat die bereits negativen Zinsen erneut gesenkt. Die Koppelung der Krone an den Euro soll beibehalten werden.

ndPlusMax Böhnel, New York

Unsicher und schlecht bezahlt

Seit Sonntag befinden sich 3800 Beschäftigte der US-Ölindustrie im Ausstand. In neun Raffinerien und Chemiefabriken legten die in der Gewerkschaft United Steelworkers (USW) Organisierten die Arbeit nieder.

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ndPlusCaroline M. Buck

Auf der Flucht

Sie hatten keine andere Wahl: keine Ausbildung, keine Arbeit, keine Alternativen. Also haben sie sich bei bei der ANA verpflichtet, der afghanischen Armee, als einfacher Soldat der eine, als Offizier der andere.

Gunnar Decker

Der andere Blick

Manche Träume lassen sich nicht erzählen, sind ganz aus Atmosphäre gemacht. So ein Traum ist »Jahrgang 45« von Jürgen Böttcher. Gedreht im Frühjahr und Sommer 1966, so als hätte es das 11. ZK-Plenum (»Kahlschlagplenum«), in dessen Folge zwölf von vierzehn Spielfilmen der DEFA-Jahresproduktion 1965 verboten wurden, gar nicht gegeben. »Jahrgang 45« handelt von der Generation der Zwanzigjährigen, die...

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Martin Hatzius

Reim auf die Woche

Der Euro steht Europa gut, Nur kann man ihn nicht wählen; Wenn Tsipras eine Reise tut, Dann soll er das erzählen. Obgleich, wer ihm die Stimme lieh, Den stillen Hunger leidet; Es meint das Wort Demokratie: Die EZB entscheidet. Auch sei mit einem Volksentscheid Der Krieg nicht abzuwenden; Wer enden wolle Tod und Leid, Der müsse Waffen senden....

Jan Freitag

Ein Kurde und ein Jude

Und dann, ganz plötzlich, gibt es ihn doch: den ersten Moment annähernder Wahrhaftigkeit. Eine Dreiviertelstunde ist der deutsch-kurdische Rapper Haftbefehl schon im Auftrag von Arte »durch die Nacht mit« dem deutsch-jüdischen Standup-Komiker Oliver Polak gefahren, ohne dass einer das Rolltor der Selbstgerechtigkeit hinter dunklen Sonnenbrillen hochgefahren hätte. Das Begegnungsformat des Kulturka...

ndPlusGuido Speckmann

Es plätschert

Nach Rocko Schamoni und Frank Spilker ist nun ein weiterer Protagonist der sogenannten Hamburger Schule, einer einflussreichen Popmusikbewegung Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre, unter die Schriftsteller gegangen

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Die Annalen verfehlt

Der Biathlon-Weltverband will auch schwächeren Nationen Chancen auf gute Platzierungen geben. also feiert die Single-Mixed-Staffel ihre Weltcuppremiere. Russland gewinnt, Deutschland wird Vierter.

Oliver Kern

Kriegsgebiet Fußballstadion

Wurfgeschosse, blutende Fans und ein Polizeihubschrauber wie im Kampfgebiet.Dieser Afrika-Cup 2015 war also schon vor dem Halbfinale reich an Skandalen, doch die Jagdbilder im Stadion setzen dem Ganzen die Krone auf.

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ndPlusTom Mustroph, Doha

Die Reformen bleiben vage

Human Rights Watch kritisiert das verschleppte Tempo von Katar bei der Eindämmung von Menschenrechtsverletzungen auf Baustellen für die Fußball-WM und in der gesamten Bauwirtschaft.

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Christin Odoj

Babylotsen im Einsatz für den Kinderschutz

Eltern, die ihren Kindern gegenüber gewalttätig werden, wird oft Überforderung vorgeworfen. Die Charité und Vivantes wollen hier frühzeitig eingreifen und bieten mit der Entbindung Beratung an.

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Ende der Gutscheine in Oberhavel

Der heutige Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) wurde als Landrat für seine Flüchtlingspolitik kritisiert. Gerichtsurteile stützten - bisher - die Vergabe von Wertgutscheinen.

ndPlusSarah Liebigt

Prinzipientreue

Die Potsdamer CDU-Politikerin Katherina Reiche wechselt in die Wirtschaft. Ihre Partei hat keinen Kandidaten, der ihren Platz im Bundestag besetzen kann.

Uwe Werner

Zum Fischen früh aus den Federn

Es ist nur ein Gerücht, dass Fischer in der kalten Jahreszeit eine ruhige Kugel schieben. Der Bedarf an Frischfisch ist groß, und die Fischer aus der Uckermark sind darauf eingestellt.

Celestine Hassenfratz

Berlin? Einfach nur ein ödes Kaff!

Hundeverbot am See, strengere Regeln für Kiffer, Reservierungszwang in Bars. So locker wie früher geht es in Berlin nicht mehr zu. Wo früher Clubs und kreative waren, sind heute Café-Latte-Läden oder Katzencafés.

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Ein Schulpsychologe auf 10 000 Schüler

Früher wurden Schimpfworte verbal auf dem Schulhof ausgeteilt, heute wird zum Beschimpfen moderne Technik genutzt. Den Opfern stehen in Sachsen-Anhalt zu wenige Psychologen zur Seite.

Harald W. Jürgensonn

Überwacht sogar noch im Umkleideraum

»Wir legen größten Wert auf die technische Ausstattung unserer Studios.« Wer bei »wellyou discount-fitness« in Schleswig-Holstein etwas für die Gesundheit tun will, ist begeistert von dieser Ankündigung. Bis klar wird, dass die technische Ausstattung nicht nur Kardiogeräte, Laufbänder, Crosstrainer und Ergometer umfasst. Die zehn Fitness-Studios im Land sind ausgerüstet wie der »Big Brother«-Conta...

ndPlusSebastian Haak, Erfurt

Symbole auf vier Rädern

Die Ministerin machte den Anfang, bald sollen auch die Mitarbeiter des Thüringer Umweltressort mit kleineren und sauberen Dienstwagen fahren. Das ist auch für den Steuerzahler eine gute Nachricht.

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Nigel Kennedy wird’s nicht vergeigen

Star-Geiger Nigel Kennedy konzertiert am kommenden Mittwoch, 20 Uhr, gemeinsam mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg in der Berliner Philharmonie. Kennedy selbst versteht sich als Grenzgänger zwischen verschiedenen Musikstilen. Er setzt sich über die eingefahrenen Rituale des klassischen Konzertbetriebs hinweg und bringt so in seinen Konzerten vom jugendlichen Punk bis zum Rockfan a...

Spaziergang durch die Sophienstraße

Mit der Wende kam der Wandel der Wände. Jahrzehntelang gammelte der Kiez um den Hackeschen Markt vor sich hin. Das ehemalige Scheunenviertel, aus dem die Nazis die Juden vertrieben und ermordeten, blieb lange verwaist. In Vorbereitung der 750-Jahr-Feier Berlins wurden erste Sanierungskonzepte in Auftrag gegeben und in Angriff genommen, doch vieles blieb noch lange im Argen. Der Fotograf Klaus Bädi...

Bündnis: Pläne für Windkraft stoppen

Schwerin. Das Aktionsbündnis gegen unkontrollierten Windkraftausbau »Freier Horizont« hat den Regionalen Planungsverband Westmecklenburg vor übereilten Schritten bei der Ausweisung neuer Windeignungsgebiete gewarnt. Der Planungsverband will auf seiner Versammlung am 24. Februar in Schwerin dazu neue Kriterien beschließen. Das Aktionsbündnis forderte nun, diese Absicht zu verschieben, bis das von d...

Wo es Luther von der Stange gibt

Mittelalterumzüge und Ritterfeste leben von der Pracht der Kostüme. Das Anfertigen ist eine Kunst, die Gewänder müssen auch »verstanden« werden. In Merseburg gelingt das seit Jahren.

ndPlusHagen Jung

Die Hoffnung heißt Oscar und Co.

Das größte Containerschiff der Welt wird im März den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven anlaufen. Riesen wie »Oscar« wecken Hoffnung, dass Deutschlands einziger Tiefseehafen besser ausgelastet wird.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Ein Leben lang Selbstumsegelung

Der Mann brüllt mich an. Direkt vor mir. Ich schaue in sein Gesicht. Die Augen sind schräg gestellt, als seien sie eine Startrampe für fliehende Intelligenz. Glatze. Der Mund eine runde schwarze Höhlung. Relativ klein. Das Wort »Volk« würde ausgesprochen gut in diesen Mund passen. Es gibt Münder, die sagen keine Meinung, die riechen nach Meinung. Vielleicht einer von denen, über die Pfarrer Friedr...

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»Die Seilbahn braucht keine Berge«

Warum ist Lateinamerika auf die Seilbahn gekommen? In Lateinamerika wird viel über Seilbahnen als nachhaltiges Verkehrsmittel diskutiert. Die Gondelbahn hat viele Vorteile: Sie ist relativ günstig, benötigt am Boden wenig Platz und produziert keine Emissionen. Seilbahnen sind CO2-neutral, sehr leise und die hügelige Topografie in vielen Städten Lateinamerikas kommt uns entgegen. Wobei ich...

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ndPlusSebastian Haak

Patientenversteherin

Zu den meisten Hausbesuchen fährt Johanna Voigt mit dem Fahrrad. Im kleinen thüringischen Arnstadt, sagt sie, sei sie so viel schneller unterwegs als mit dem Auto. Nur wenn sie die Bewohner eines bestimmten Pflegeheims am Rande der Stadt aufsucht, nimmt sie ihr Auto. Dorthin, sagt sie, gebe es keinen anderen Weg als die große Straße, auf der die Autos schnell und dicht an Radfahrern vorbeirausc...

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Erst Wissen, dann Wikipedia

Als Lehrkraft kann man sich heutzutage schon glücklich schätzen, wenn Schüler der Mittelstufe die Website als Quelle angeben, auf die sie sich in Referaten berufen. Sehr oft bekommt man als Antwort auf Nachfragen wie »Woher hast du das?« oder »Wie kommst du darauf?« folgenden allumfassenden Satz zu hören: »Das steht im Internet.« Nun passiert es nicht allein Schülern, dass sie übers Surfe...

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Leo Fischer

Spaziergänge

Was sich politisch neuerdings »Spaziergang« nennt: Lange Zeit hegte ich den Verdacht, die Umtaufe von Kundgebungen und Demonstrationen in »Spaziergänge« sei juristischen Spitzfindigkeiten geschuldet. Doch Veranstaltungs- und Politprofis belehrten mich eines Besseren.

Später Triumph eines Außenseiters

Er wurde als Sohn eines Geistlichen in Mecklenburg geboren und verlebte dort eine unbeschwerte Kindheit. Diese endete jedoch abrupt, als seine Mutter bei der Geburt ihres neunten Kindes starb. Sein Vater, der in der Gemeinde wegen seines »unmoralischen Lebenswandels« nicht gerade gut angesehen war, gab ihn daraufhin in die Obhut eines Onkels. Mit elf Jahren besuchte er das Gymnasium, das ...

ndPlusMartin Koch

Der Fluch des Fleisches

Auch Gott hat Sinn für Humor. Man muss sich nur einmal das Schnabeltier ansehen.« Diese Worte sind Bestandteil der kirchenkritischen Satire »Dogma«, die 1999 in die Kinos kam. Und für die Regisseur Kevin Smith von empörten Katholiken Morddrohungen erhielt. Denn in Sachen Humor verstehen religiöse Fanatiker keinen Spaß. Das belegt auch der jüngste Anschlag auf das französische Satireblatt »Charl...

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Nur tote Kunst ist gute Kunst

Mit der bürgerlichen Gesellschaft kommt auch eine besondere politische Ökonomie der Kunst zu ihrem Ende. Unglücklicherweise wurde dieses Ende nie erklärt, und auch ein Versuch, eine neue politische Ökonomie der Kunst zu begründen, wurde kaum unternommen. Stattdessen wurde, wie in anderen Lebensbereichen, sozusagen blind auf den Markt vertraut. So findet der nächste Wandel der Kunstgeschichte st...

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ndPlusLena Tietgen

Hinduismus, Buddhismus, Schamanismus

An diesem Samstag endete die »Woche der religiösen Harmonie«. Zu einer pluralen Gesellschaft gehört es, den verschiedenen Glaubensrichtungen Raum zu schaffen. Dies wurde in Bezug auf den Islam bislang nur halbherzig angegangen. So wird zwar mittlerweile islamischer Religionsunterricht bundesweit in den Schulen angeboten, aber nur zögerlich aufgebaut. In der Regel als Modellversuch eingeführt, v...

Lena Tietgen

Chaos bei der Studienplatzvergabe

Auch dieses Semester sehen sich Hochschulen mit dem Vorwurf konfrontiert, dass die Studienplatzvergabe zum Teil chaotisch verläuft. Einerseits sind aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Studienplätzen insbesondere für zulassungsbeschränkte Studienangebote Hörsäle überfüllt, andererseits blieben zu Beginn des laufenden Semesters bundesweit rund 7500 Studienplätze an Universitäten und knapp 900...

Karin Leukefeld

Studieren mitten im Krieg

Es hat geregnet in der Nacht, langsam steigt die Sonne auf, alles wirkt friedlich auf dem Weg ins Wadi al-Nasara, ins Tal der Christen westlich von Homs. In langen, harten Kämpfen haben die syrische Armee und die libanesische Hisbollah das Grenzgebiet von den Kampfgruppen »gereinigt« und unter Kontrolle gebracht. Viele Kämpfer sind zurück in den Libanon geflohen, andere haben sich in die ...

Seite 25
ndPlusKurt Pätzold

Weißbecker 80

Den im sächsischen Chemnitz Geborenen haben Krieg und Nachkrieg via Dänemark nach Thüringen verschlagen. In Weimar besuchte der am 8. Februar 1935 geborene Manfred Weißbecker die Schule. Dann war es ein kurzer Weg in die benachbarte Universitätsstadt. In Jena wurde er Student, Assistent am Historischen Institut, Dozent und Professor für neuere deutsche Geschichte, über Jahre Dekan der gesellsch...

ndPlusKarl-Heinz Gräfe

Kein Wiederaufbau Europas ohne die Russen

Im Januar 1945 banden 6,7 Millionen Rotarmisten zwei Drittel der noch 5,7 Millionen Mann zählenden deutschen Wehrmacht; die Rote Armee marschierte auf die Oder zu, weniger als 100 Kilometer trennten sie von der «Reichshauptstadt» Berlin. Die «Großen Drei», Winston Churchill, Franklin Roosevelt und Josef Stalin, die sich seit ihrem Teheraner Treffen im Dezember 1943 als «Freunde in der Tat, im G...

Hansjörg Buss

Christenkreuz mit Hakenkreuz

»Die Kirche und die Pfarrer, die die Entschlossenheit nicht aufbrächten, von sich aus Juden aus der Kirche zu weisen, würden sich der Verachtung der Volksgenossen preisgeben und als Freunde der Volksschädlinge leicht gebrandmarkt werden. Dies muss von vorneherein vermieden werden.« Mit diesen Worten unterstrich Johannes Klotsche, Präsident der sächsischen Landeskirche, seine Forderung, an allen...

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ndPlusKai Althoetmar

Schnell verduftet

In der Zeichentrickserie um die »Biene Maja« ist eine Spinne namens Thekla der Schrecken der Insekten, und die so fleißigen wie harmlosen Ameisen tragen Namen wie Paul Emsig. In der Wirklichkeit müssen sich viele Spinnenarten vor Ameisen hüten, wollen sie nicht gefressen werden. Wie es dazu kommt, dass Ameisen Spinnenpopulationen einbrechen lassen können, fanden jetzt Forscher der Universität K...

Viola BerklingReinhard Renneberg

Pillen und Theater

2005 schrieb RR an den Biochemiker Carl Djerassi einen ziemlich frechen Brief. Er fragte an, ob Djerassi bereit wäre, anlässlich des 50. Jahrestages des ersten oralen Verhütungsmittels, der Wunschkindpille, die die demografische Entwicklung auf unserem Planeten so maßgeblich beeinflusste, einen populärwissenschaftlichen Aufsatz für sein zukünftiges Buch zu schreiben. Seit nunmehr zehn Jahren ha...

Mangel im Überfluss

Unter welchen Aspekten wird die Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung untersucht? Wir untersuchen, wie sich unser Essen und die Nährstoffe, die wir täglich zu uns nehmen, auf den Körper auswirken und wie durch eine bestimmte Ernährungsweise möglicherweise bestimmte Krankheiten entstehen oder begünstigt werden können. Der Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und w...

Seite 27
ndPlusMichael Lenz

Wasserschlacht statt Wasserfest am Mekong

Zum ersten Mal seit dem tragischen Tod von 353 Menschen durch eine Massenpanik im Jahr 2010 fand im vergangenen November in Phnom Penh wieder das Wasserfest statt. Seit Jahrhunderten ist Bon Om Touk das wichtigste Fest der Kambodschaner, zu dem jedes Jahr im November Millionen Menschen in die Hauptstadt kommen. Mit religiösen Zeremonien und einem dreitägigen Bootsrennen wird ein Naturereignis g...

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Tischtennis mit Köpfchen

Eine echte Schnapsidee, beim Tischtennis die Schläger wegzulassen und als Ersatz dafür den Kopf einzusetzen! Okay, ein bisschen Quatsch ist schon dabei, oder? Aber erstens ist das ein Quatsch, der Spaß macht, und zweitens hat die Entstehung von Headis einen ulkigen Hintergrund. René Wegner, damals 2006 noch Sportstudent, und seine Freunde hatten eigentlich Fußball spielen wollen, doch der...

Seite 30

Was ist der Wasserfußabdruck?

Im Gegensatz zum direkten Wasserverbrauch rechnet der Wasserfußabdruck auch das indirekt genutzte Wasser mit ein. Die in Produkten versteckte Wassermenge wird häufig als virtuelles Wasser bezeichnet. Der Wasserfußabdruck ist die gesamte Menge Wasser die Nationen, Unternehmen oder Verbraucherinnen und Verbraucher in Anspruch nehmen.In Deutschland liegt der Gesamtwasserverbrauch pro Person bei rund ...

Horst Schwartz

Ohne Wasser, merkt euch das ...

Wo es auch nur den geringsten Sinn macht, haben Klempner in drei Hotels auf der griechischen Ferieninsel Rhodos Wasseruhren angebracht: beim Wasserstrang, der zu den Duschen führt, beim Swimmingpool, bei der Gartenbewässerung, in der Küche. Die Armada von Wasseruhren brachte Unglaubliches ans Tageslicht: Ein deutscher Urlauber verbraucht in seinen Ferien 350 Liter Wasser am Tag, in einzelnen Ho...

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ndPlusHeidi Diehl

Pistenzauber und Kaiserschmarrn

Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall. Da Frau Holle im Dezember des vergangenen Jahres am Simmering in Niederösterreich die Betten nicht ordentlich schüttelte, konnte Kühtai in Tirol die Lorbeeren ernten. Weil am Simmering nämlich grüne Wiesen statt weißer Pisten dominierten, wurde der Alpine Skiweltcup der Frauen, der Ende Dezember dort stattfinden sollte, kurzerhand ins schnee...

Seite 32
Ulrike Gramann

Damit alle verstehen

Das Wort »Textoptimierung«, in eine Suchmaschine eingegeben, liefert Treffer voll schöner Versprechen: Da spricht schon die Überschrift vom »Kundennutzen«, die Zielgruppe wird angetextet, dass es nur so blitzt, Texte fließen geschmeidig ins Medium, die schönen Worte rollen wie geschmiert. »Textoptimierung« ist ein Begriff der Werbeindustrie, die jedem, der etwas zu verkaufen hat, große Vorteile...