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Spurensuche im Fall Nemzow

Moskau. Nach der Beerdigung des Kremlkritikers Boris Nemzow hat der russische Präsident Wladimir Putin den Mord als »schändliche Tragödie« verurteilt. Die Behörden müssten mehr als bisher tun, um schwere Verbrechen zu verhindern - »auch solche mit politischem Hintergrund«, sagte Putin amMittwoch bei einem Treffen mit der Führung des Innenministeriums in Moskau. »Russland muss endlich von Tragöd...

Aert van Riel

Solidarität mit Wohlhabenden

Vor wenigen Wochen hielt Angela Merkel den Solidaritätszuschlag für unverzichtbar, nun will die Führung der Union die Abgabe offenbar schrittweise senken. Mit diesem Kurswechsel präsentiert sie sich als Partei der Besserverdiener.

Schlauchboot auf dem Weg nach Europa gekentert

Rom. Bei einem erneuten Unglück mit einem Flüchtlingsboot im Mittelmeer sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Sie waren an Bord eines Bootes, das vor Sizilien kenterte, wie die italienische Küstenwache am Mittwoch mitteilte. 121 Personen konnten in Sicherheit gebracht werden, die Einsatzkräfte suchten noch nach weiteren Überlebenden. Insgesamt musste die Küstenwache nach eigenen Ang...

Atomflucht nach vorn

Berlin. So schön können Atomkraftwerke nach dem Ende der Kernenergie sein. Während seines Baus gingen Anfang der 1980er Jahre Tausende Menschen gegen den Schnellen Brüter in Kalkar am Niederrhein auf die Straße. 1991 wurde das AKW, das nie ans Netz ging, endgültig stillgelegt. Nun beherbergt es den Hotel- und Freizeitpark »Wunderland Kalkar«. Der niederländische Betreiber Hennie van der Most lo...

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Gabriels Grünbuch zur Energiewende

Bis vergangenen Sonntag hatte man Zeit. Über 270 Lobbyverbände, Initiativen und Einzelpersonen nutzten ihre Chance und äußersten sich zu den Plänen das Wirtschaftsministeriums zur Energiewende. Ende Oktober hatte Ressortchef Sigmar Gabriel nämlich das Grünbuch »Ein Strommarkt für die Energiewende« vorgestellt, das er öffentlich konsultieren ließ. Für den SPD-Mann Gabriel stellt die 60 Sei...

Marcus Meier

Das Weiter-So funktioniert nicht mehr

E.on, RWE, Vattenfall und EnBW leiden unter Energiewende und Atomausstieg. Die Gegenstrategien: Klagen, Lobbyismus, Sparprogramme - und der Umbau zu eines etwas grüneren Strommix.

ndPlusSimon Poelchau

Ein gewisses Erpressungspotenzial

36 Milliarden Euro haben die AKW-Betreiber bisher für die Abwicklung der Kernenergie zurückgestellt. Wahrscheinlich reicht dies jedoch nicht aus.

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Kurt Stenger

Impfen gegen die Rezession

Wer das Bett hütet, kann nicht malochen oder shoppen gehen. Und wenn viele gleichzeitig darniederliegen, ist dies für das Bruttoinlandsprodukt alles andere als gesund. Also Impfen für den Wachstum?

ndPlusUwe Kalbe

Ahnungslose Aufklärer

Wie kann man die Ahnungslosigkeit eines Gremiums demonstrieren, dessen Aufgabe es ist, die massenhafte Überwachung der Bevölkerung durch ausländische Geheimdienste zu untersuchen? Indem man es überwacht.

ndPlusStephan Fischer

Sirenen, die von Feindschaft künden

Den Bürgern und Gemeinschaften zu dienen und sie zu schützen - so das proklamierte Aufgabenverständnis der Polizei in den USA. Für Menschen schwarzer Hautfarbe trifft dies allerdings selten zu. Statt auf Schutz treffen sie oft auf Schützen.

Velten Schäfer

Kein Clown

Was hat das Neubrandenburg des Jahres 2015 mit Reykjavik anno 2010 gemeinsam? Wenig Geld und einen Schalk im Nacken: Wenn die Politiker immer sagen, sie hätten ohnehin kaum Mittel für Vorhaben jenseits der gesetzlichen Pflicht, wieso sollte man dann einen Politiker wählen? Und nicht jemanden, der wenigstens witzig ist? Das war der Gedanke, der einst die Reykjaviker dazu bewegte, den Komik...

Kapitulation der Demokratie

Von der EU-Kommission kommt der neueste Vorschlag für ein Vertragskapitel über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP . Mit diesem würde die Kommission das EU-Gesetzgebungsverfahren beeinflussen.

Der Wert des Konkreten

Spitzenpolitiker wissen sehr viel mehr als Sie und ich. Die haben Einblicke, ohne Ende. Geht es um Griechenland, gilt dies sogar für die Links-Politiker, obwohl die »nur« in der Opposition sind.

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Christian Klemm

Punkte zählen

Das kanadische Punktesystem zur Steuerung von Einwanderung ist nicht nur für die SPD vorbildlich. Es teilt Zuwanderer nach Qualifikation und Kompetenzen ein und vergisst dabei auch gerne mal Hilfsbedürftige.

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Bericht zu »Abrüstung«

Berlin. Die Bundesregierung sieht derzeit keine großen Chancen für den baldigen Abzug der letzten USA-Atomwaffen aus Deutschland. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach am Mittwoch im Bundestag von einem »langfristig angelegten Ziel«, die Atomwaffen weltweit abzuschaffen. Die internationalen Bemühungen um Abrüstung, auch im nuklearen Bereich, würden jedoch durch den Ukraine-Konflikt er...

ndPlusFabian Lambeck

Die Freiheitshelden von der Waffen-SS

In einer Antwort an die Linkspolitikerin Sevim Dağdelen zeigte sich das Auswärtige Amt tolerant: Wenn Balten und Ukrainer ihre Nazi-Kollaborateure ehren wollen, sei das eben deren Sache.

Hagen Jung

Geld von Edathy nicht erwünscht

Mit einem «Freikauf», wie er die Strafsache Edathy beendet habe, möchte der Kinderschutzbund Niedersachsens nichts zu tun haben. Deshalb will er die 5000 Euro nicht, die der Ex-Politiker zahlen soll.

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Druck auf Russland

Washington. Der ranghöchste General des US-Militärs hat sich deutlich für Lieferungen defensiver Waffen an die Ukraine ausgesprochen. »Ich denke, wir sollten unbedingt ... (darüber) nachdenken«, sagte Generalstabschef Martin Dempsey bei einer Anhörung im Senat. Diese Diskussion müsse innerhalb der NATO geführt werden. Die Sanktionen des Westens gegen Russland werden erst aufgehoben, wenn ...

Schwarze schikaniert

Washington. Sieben Monate nach der Erschießung des schwarzen Jugendlichen Michael Brown durch einen weißen Polizisten in Ferguson wirft das US-Justizministerium der dortigen Polizei in einem Untersuchungsbericht Rassismus und routinemäßige Schikanierung der mehrheitlich schwarzen Bevölkerung vor. Medien zitierten aus dem Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht werden sollte, die mehrheitlich we...

Roland Etzel

Der »Rockstar« Netanjahu

Die Netanjahu-Rede im US-amerikanischen Kongress trug eindeutig Wahlkampf-Charakter. Zumindest am Dienstagabend durfte der israelische Ministerpräsident in den erhofften Ovationen baden.

ndPlusOlaf Standke

China rüstet sich

Für Fu Ying ist völlig normal, was in Chinas Nachbarländern und auch in Washington für Aufregung sorgt: Um »etwa zehn Prozent« wolle Peking erneut seine Militärausgaben erhöhen. Das ist mehr als das angepeilte Wirtschaftswachstum von rund sieben Prozent, liege aber auf dem Niveau der Steigerung des gesamten Haushaltes, so die Parlamentssprecherin vor der Jahrestagung des Nationalkongresses: »Fü...

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Thomas Roser, Belgrad

Spitzelei in einem »industriellen Ausmaß«

Mazedoniens Premier Gruevski soll Freund und Feind bespitzelt, Medien kontrolliert und Gegner ausgeschaltet haben. Die Opposition präsentiert Mitschnitte. Folgen hat dies bislang nicht.

»Wir müssen umdenken«

Warum werden Flüchtlinge in Europa in Lagern interniert? Das Konzept gibt es seit etwa 20 Jahren. Internierung verfolgt eigentlich das klare Ziel, den Internierten in sein Land zurückzuführen. Dadurch stellt man sicher, dass diese Personen für die Rückführung bereitstehen. Bei Asylsuchenden haben wir aber eine ganz andere Situation. Die Menschen kommen zu uns, weil sie in ihren Ländern ni...

ndPlusAnke Stefan, Athen

In der europäischen Flüchtlingsfalle

Mit seiner Aussage, am liebsten alle Flüchtlinge in die EU weiterziehen zu lassen, geriet Vizeinnenminister Panousis in die Schlagzeilen. Die Lage der Flüchtlinge im Land stieß nie auf derartiges Interesse.

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Eine Milliarde für den Eurostar

London. Die britische Regierung verkauft all ihre Anteile an der Zuggesellschaft Eurostar, die London, Paris und Brüssel durch den Tunnel unter dem Ärmelkanal verbindet. Großbritanniens Finanzminister George Osborne sprach am Mittwoch von einem »ausgezeichneten« Geschäft für die britischen Steuerzahler. Die Einnahmen würden die Erwartungen übertreffen. Der Gesamtbetrag dieses Verkaufs soll umge...

Stromanbieter klagt gegen AKW-Beihilfen

Hamburg. Der deutsche Ökostromanbieter Greenpeace Energy will die Genehmigung von Staatsbeihilfen für das britische AKW Hinkley Point C durch die EU-Kommission vor Gericht anfechten. Die Subventionierung werde den Wettbewerb auf dem Strommarkt innerhalb Europas »spürbar verzerren« und deutsche Ökostromanbieter wirtschaftlich benachteiligen, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Nach eigen...

Gesundheit hängt von sozialem Status ab

Kinder aus armen Familien sind einer Studie zufolge öfter krank als ihre bessergestellten Altersgenossen. Der Gesundheitszustand von Kindern aus armen Familien ist bei etwa jedem Zehnten »mittelmäßig bis sehr schlecht«

ndPlusKurt Stenger

Stippvisite in Brüssel

Das Verhältnis zwischen Berlin und Brüssel ist durchaus nicht unkompliziert. Bei einem Spitzentreffen wurde aber Einigkeit demonstriert.

ndPlusGrit Gernhardt

Betreuung nicht für alle

Der fünfte Zwischenbericht zum Kinderförderungsgesetz der Bundesregierung stellt Fortschritte fest. Dennoch fehlen bundesweit über 180 000 Kita-Plätze. Norbert Müller (LINKE) fordert zusätzlich eine bessere Kita-Qualität.

ndPlusMartin Kröger

Das Schattenleben der Anderen

Zola Ramirez hat nie einen Arbeitsvertrag abgeschlossen. Auch eine Anmeldung auf der Meldebehörde oder einen Mietvertrag besitzt sie nicht. In Berlin arbeiten Zehntausende Menschen ohne gültigen Aufenthaltstitel.

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Hilfe aus der Trickkiste

Freude, Ekel, Trauer - Autisten fällt es häufig schwer, Emotionen anderer zu erkennen. Hilfe könnte aus aus dem Trickfilmstudio kommen.

Silvia Ottow

Die Kunst des Seinlassens

Immer öfter geht es im Gesundheitsbereich darum, überflüssige Medikamentierung und Operationen zu vermeiden. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin hat dazu eine Kommission gegründet.

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Hoffnung für Oeynhausen

In die festgefahrene Situation um die Kleingartenkolonie Oeynhausen in Charlottenburg-Wilmersdorf könnte Bewegung kommen. Die Linksfraktion im Abgeordnetenhaus hat ein Gutachten beim Wissenschaftlichen Parlamentsdienst (WPD) in Auftrag gegeben, um grundsätzliche bauplanungsrechtliche Fragen zu klären. Nach einem erfolgreichen Bürgerentscheid zur Rettung der Kleingartenkolonie im Mai vergangenen...

ndPlusChristin Odoj

Verwaltung des Chaos

In diesem Jahr werden insgesamt 21 000 geflüchtete Menschen in Berlin erwartet. Bisher war der Senat fast ausschließlich damit beschäftigt, Unterkünfte für sie zu schaffen. Um die Würde geht es in dieser Hatz schon lange nicht mehr. Immerhin, man verwaltet das Chaos mit bescheidenen Ressourcen. Mittlerweile traut sich der Senat über das Verwalten hinaus, Perspektiven für Asylsuchende zu finden....

Senat will Opferschutz verbessern

Der Senat will weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Opfer von Straftaten schaffen. Insbesondere die Hilfen für Ausländer und Asylsuchende sollen verbessert werden, kündigte Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des jährlichen Opferberichts an. »Die ständig steigende Zahl Flüchtlingen und Asylanten stellt den Opferschutz in Berlin vor neue Herausforderungen«, erk...

ndPlusChristin Odoj

Endlich wieder was mit Technik

Die Berliner Handwerkskammer und der Senat wollen mit dem Projekt »Arrivo« Flüchtlingen den Schritt in die Arbeitswelt erleichtern. Bis dahin ist es für viele aber ein weiter Weg.

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Viele Fälle von Windpocken

Grippe, Masern und jetzt Windpocken: In Berlin erkranken zurzeit viele Menschen an der selten auftretenden Kinderkrankheit. In diesem Jahr habe es bereits 240 Fälle von Windpocken gegeben, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales am Mittwoch. Allein in der vergangenen Woche registrierten Ärzte 22 Neuinfektionen. Gegenüber den ersten neun Wochen des vergangenen Jahres regist...

Länderchefs werben für die BUGA 2015

Berlin. Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Dietmar Woidke und Reiner Haseloff, haben am Mittwoch auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) für die Bundesgartenschau (BUGA) in der Havelregion geworben. »Die Havel mit ihren weit verzweigten Nebenarmen ist eine der schönsten Flussregionen in Deutschland«, sagte Woidke. Mit ihren fünf Standorten in zwei Bundesländern - B...

Millionen für Unternehmen

Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) will mit einem neuen Förderprogramm Unternehmen bei Investitionen unter die Arme greifen. Dafür habe sie 35 Millionen Euro im Doppelhaushalt 2016/2017 angemeldet, teilte Yzer am Mittwoch mit. »Jeder Euro der öffentlichen Hand in die Wirtschaftskraft des Landes ist gut investiertes Geld, das sich in Arbeitsplätzen und Steuergeld auszahlt.« In den Genuss der ...

ndPlusLena Klimkeit

Syphilis und Fußleiden in Wachs

Sie sind zum Anschauen, zum Lernen - oder zum Ekeln: Moulagen bilden krankhafte Körperregionen ab. Als Lehrmittel sind sie wieder wichtig, weil überwunden geglaubte Infektionen wieder zunehmen.

ndPlusWilfried Neiße

Einer zu wenig, um eine Fraktion zu bilden

Die drei Landtagsabgeordneten der Freien Wähler sind unzufrieden mit dem angebotenen Gruppenstatus. Der LINKEN halten sie vor, dass der Bundestag mit der PDS Anfang der 1990er großzügiger verfahren sei.

Sybille Gurack

Vom Traum, Deutsche zu werden

Wenn sie die Sprache beherrschen und knifflige Dinge wissen, wenn sie mindestens acht Jahre hier leben und selbst Geld verdienen, dann bekommen Zaneta Bannert und Thi Ngoan Pham einen deutschen Pass.

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Flüchtlinge in Wohnungen von Abgeordneten?

Erfurt. Nach dem Willen der Erfurter Stadtverwaltung sollen in die Wohnungen der Thüringer Landtagsabgeordneten künftig möglicherweise Flüchtlinge einziehen. Dazu müssten die Parlamentarier ihre Zimmer im Haus der Abgeordneten räumen. Der städtische Dezernent Alexander Hilge bestätigte eine entsprechende Berichterstattung der »Thüringer Allgemeinen«: »Wir werden die Landtagsverwaltung fragen, o...

Thüringen berät mit SPD-Ländern

Erfurt. Thüringen ist bei Treffen vor Ministerpräsidentenkonferenzen in die Runde der SPD-geführten Länder aufgenommen worden. »Wir haben damit jetzt einen vergleichbaren Status wie Baden-Württemberg mit einem Ministerpräsidenten der Grünen«, sagte Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (LINKE). Der Grünen-Politiker Winfried Kretschmann und Ramelow als erster Politiker der LINKEN an der S...

ndPlusHermannus Pfeiffer, Hamburg

Aufmerksamkeit garantiert

Ob Olympische Spiele für eine Stadt ökonomisch erfolgreich oder -los sind, hängt von vielen Faktoren ab. Beispiele gibt es für beides.

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Tino Sehgal im Gropius-Bau

Der in Berlin lebende Künstler Tino Sehgal wird im Sommer diesen Jahres das Erdgeschoss des Martin-Gropius-Bau mit einer Auswahl seiner Werke bespielen. Die internationalen Auftritte des deutsch-britischen Künstlers sind legendär. Auf der 55. Biennale von Venedig im Jahr 2013 erhielt der Performance-Künstler, der 1976 in London geboren wurde und in Deutschland aufgewachsen ist, den Goldenen Löwen....

Klaus Staeck zeigt Kunst für alle

Unter dem Titel »Kunst für alle« zeigt die Akademie der Künste (AdK) an ihrem Standort im Hanseatenweg 10 in Tiergarten ab dem 18. März bis zum 7. Juni Grafiken und andere Exponate aus der Sammlung des Künstlers und Präsidenten der Akademie, Klaus Staeck. In der Collage wurden mehr als 300 Objekte von insgesamt 150 Künstlern, darunter Joseph Beuys, Hanne Darboven, Daniel Spoerri, Wolf Vostell und ...

Werke der spanischen Malerei

Die Berliner Gemäldegalerie bereitet eine große Schau mit Werken der spanischen Malerei und Skulptur des 17. Jahrhunderts vor. Die Ausstellung mit dem Arbeitstitel »El Siglo de Oro« sei vom 1. Juli bis 30. Oktober 2016 geplant, teilten die Staatlichen Museen zu Berlin mit. »Die Ausstellung ist eines der ambitioniertesten Ausstellungsprojekte, die außerhalb Spaniens zu diesem Thema realisiert werde...

Spuren jüdischen Lebens

Die bereits in mehreren Ländern gezeigte Wanderausstellung »Last Folio - Spuren jüdischen Lebens in der Slowakei« wird demnächst auch in Berlin zu sehen sein. Ab April zeigt die Staatsbibliothek zu Berlin 33 Kunstfotografien des renommierten Fotografen Yuri Dojc, der von 1997 an zunächst allein und ab 2005 dann gemeinsam mit der Filmemacherin Katya Krausova mehrfach in die Slowakei reiste, um mit ...

Kommunale Stromnetze

Nach Schätzungen des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie gibt es in Deutschland rund 20 000 Konzessionen für Strom- und Gasnetze, davon etwa 14 300 für Strom. In den 90er Jahren gab es eine Privatisierungswelle: Der größte Teil der Konzessionen ging an die vier großen Stromkonzerne und ihre Töchter. Die Konzessionen werden von den Kommunen vergeben, weil sie die Energieversorgung ihr...

Erich Reimann, Düsseldorf

Kassiert die Kasse die Kassiererin?

An der Supermarktkasse mit Kassierern hört die Selbstbedienung heute meist noch auf. Das muss nicht so bleiben. Doch was wird aus den Arbeitsplätzen?

Miriam Bunjes, Titisee-Neustadt

Bürgernähe ist kein Kriterium

Viele Städte und Gemeinden wollen die Netze von großen Stromkonzernen zurückkaufen - und scheitern dabei an kartellrechtlichen Vorgaben. Titisee-Neustadt lässt sich das nicht gefallen.

Caroline M. Buck

Der große Ausverkauf

Von März 1984 bis März 1985 streikten in Nordengland und Wales die Bergarbeiter, der längste Streiks der britischen Geschichte. Es ging um Zechenschließungen, um Privatisierung, um zehntausendfach drohenden Arbeitsplatzverlust - und um die Macht der Gewerkschaften. Sie waren Premierministerin Margaret Thatcher ein Dorn im Auge, wie allerdings auch die Subventionen, die in den Bergbau flossen, und ...

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ARD und ZDF bleiben unter sich

Bei Vergabe der renommierten Grimme-Preise für die besten TV-Produktionen des vergangenen Jahres dominieren wieder die öffentlich-rechtlichen Sender. Von den zwölf ausgezeichneten Fernsehproduktionen war lediglich der britische Privatsender Channel an einer Produktion beteiligt: »Die Kinder von Aleppo« (ZDF/Arte/Channel 4), eine Dokumentation über eine Familie im syrischen Bürgerkrieg. Dies tei...

ndPlusSarah Liebigt

Der Teufel am Sackpfeif

Frontmann Teufel erzählt im Interview von seinen musikalischen Anfängen auf den Marktplätzen der DDR und den damaligen Plänen, Dudelsack mit E-Gitarre zu kombinieren. Und davon, dass auch ein Spielmann eine Stasi-Akte haben kann.

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ndPlusIrmtraud Gutschke

Die Freiheit unterm Nikab

Beim Autofahren hört sie laut Musik und lässt sich gern auf waghalsige Aktionen ein. Es macht ihr Spaß, es den Männern zu zeigen - zumal die sie ja unterm Nikab nicht erkennen können. Ihr Vater weiß nicht mal, dass sie ein Auto besitzt, aber eines Tages erfährt er es. Und schlimmer noch: Weil er den Verdacht hat, sie könnte Männer kennenlernen, ruft er beim Direktor der Klinik an, wo sie als An...

Fokke Joel

Die Geister, die man rief

Der seit 1988 im niederländischen Exil lebende Kader Abdolah ist ein Meister des Erzählens, was vor allem an seiner Kunst des Weglassens liegt. Das zeigt sich auch in seinem neuen Roman, »Der König«, wo es um Schah Naser Mohammed Fatali Mozaffar geht, der Iran von 1848 bis 1896 regierte. Er erzählt genau das, was interessant und spannend ist. Und er verzichtet auf überflüssige Psychologie und e...

Lilian-Astrid Geese

Reale Probleme und wahrhafte Wunder

Wenn irgendjemand Hoffnung vermitteln kann, da wo es keine Hoffnung mehr zu geben scheint, dann die Dichter. Fadhil al-Azzawis erster Roman »Der Letzte der Engel« erschien im arabischen Original bereits 1992 und liegt nun in einer wunderbaren Übersetzung von Larissa Bender auch auf Deutsch vor. Er ist aktuell wie nie. In einer Zeit, in der die Terrormiliz »Islamischer Staat« Jagd auf die Jeside...

ndPlusSabine Neubert

Ein Widerspenstiger

Yusuf« ist ein zauberhafter Roman, ein Meisterwerk türkischer Erzählkunst. Kann man eine solche Behauptung einfach so, ohne vorherige Begründung, in den Raum stellen? Man kann es, was aber nicht heißen soll, dass es in diesem »Sittenroman« (Ute Birgi-Knallessen) von 1936 und seiner Schilderung einer engen, rückständigen anatolischen Provinzstadt mit einer teils korrupten Beamtenschaft »zauberha...

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ndPlusCaroline M. Buck

Gnädiges Dämmern

Zu Beginn ist Alice Howland noch der Star auf ihrem Fachgebiet, als den die universitäre Welt sie kennt. Eine Sprachwissenschaftlerin mit Forschungsschwerpunkt kindlicher Spracherwerb, die Studien veröffentlicht und zu Vorträgen durchs Land reist. Dann stolpert sie bei einem solchen Vortrag über einen Begriff, der zum Basisvokabular ihres Fachbereichs gehört (und dessen Verlust hier noch eine g...

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ndPlusAndreas Morbach,

Als Gold im Tunnel geschürft wurde

Minus 30 Grad sorgten 1999 für vier ausgefallene WM-Rennen in Kontiolahti - und einen Medaillenregen für die deutschen Biathleten. Martina Seidl erinnert sich an frostige Zeiten und inspiriert ihre jungen Kolleginnen.

Alexander Ludewig, Dresden

Zu holprig für den Erfolg

Gegen den Erstligisten Borussia Dortmund es für Dresden beim 0:2 nicht zur Pokalsensation. In der 3. Liga bereiten Dynamo vor allem das eigene Stadion und das Trainingsgelände Sorgen.

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Alarmstufe Rot am Villarrica

Santiago de Chile. Der Vulkan Villarrica in Südchile hat sich einen Tag nach dem Ausbruch am Dienstag etwas beruhigt. Die Behörden erlaubten Tausenden Menschen, in ihre Häuser zurückzukehren, nachdem der Lavastrom abgeklungen war. Die höchste Alarmstufe (Rot) wurde aber aufrechtgehalten. 400 Familien mussten in den von der Regierung bereitgestellten Unterkünften bleiben, da sie sehr nah am 2847...

Irland verbietet Markenlogos auf Tabakprodukten

Die Zigarette als Genussmittel hat in Irland ausgesorgt. Zumindest was den Augenschmaus betrifft: Ab sofort wird das Markenlogo von der Verpackung verbannt und stattdessen wird Schockierendes die Schachtel schmücken.

ndPlusAndreas Stein und
Wolfgang Jung, Donezk

Toter bei Minenexplosion in der Ostukraine

Nach einer Detonation werden Dutzende Bergleute im Donez-Becken vermisst. In einem der größten Kohlereviere der Welt kommt es oft zu Unfällen. Dies verschärft die Lage im Kriegsgebiet zusätzlich.