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UNTEN LINKS

Nach einem Wochenende, an dem viel über die wundersame Auferstehung gesprochen wurde, müssen wir dieses Phänomen noch einmal kritisch hinterfragen. Denn eine profane Nachricht nagt an unserer Gutgläubigkeit. James Bond, der unsterbliche, allzeit einsatzbereite, beneidenswert durchtrainierte Held, der praktisch im Alleingang gegen das Böse kämpft, James Bond hat Knie. Also jedenfalls sein aktuel...

Velten Schäfer

Schwere Bürde

Was sind das für Leute, die nicht nur Flüchtlinge bedrohen, sondern auch diejenigen, die sich nach dem Gesetz und kraft ihrer Ämter für deren Unterbringung einsetzen? Es sind beschämende Charaktere, denen nicht nachgegeben werden darf.

Küstenwache rettet 1800 Migranten

Rom. Im Mittelmeer sind am Samstag mehr als 1800 Bootsflüchtlinge gerettet worden, die zwischen Sizilien und der libyschen Küste in Seenot geraten waren. Wie die italienische Küstenwache am Sonntag mitteilte, wurden rund 1500 Flüchtlinge von Küstenwache und Militär Italiens aus drei Booten gerettet. Zuvor seien bereits 318 Flüchtlinge von einem an der Überwachung der EU-Grenze beteiligten isländis...

Gegen den neuen Kalten Krieg

Der Ukraine-Konflikt, die Angst vor dem neuen Kalten Krieg und zunehmende Rüstungsexporte: An guten Gründen, für eine friedliche Welt auf die Straße zu gehen, mangelt es derzeit nicht. Am Wochenende beteiligten sich mehr als 10 000 Menschen an den traditionellen Ostermärschen der deutschen Friedensbewegung. Der Bundesausschuss Friedensratschlag freute sich über die »leicht gestiegenen Teilnehmerza...

Athen sichert IWF Rückzahlung zu

Washington. Griechenland will seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen und in den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern möglichst bald eine Einigung erzielen. Finanzminister Yanis Varoufakis sagte dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die Rückzahlung eines Kredits von rund 450 Millionen Euro zu, der am Donnerstag fällig wird.Nach einem Treffen mit der IWF-Chefin Christine Lagarde in ...

Stefan Otto

Versuchte Einschüchterung in Tröglitz

Das Asylheim brannte, und der Landrat erhielt Morddrohungen - im sachsen-anhaltischen Tröglitz versuchen Rechte mit allen Mitteln, die Aufnahme von Flüchtlingen zu verhindern.

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»Wir brauchen Kreativität statt Verwaltung der Politik«

André Brie gehörte nach der Wende zu den Mitbegründern der PDS/LINKEN und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Über Jahre galt er als strategischer Kopf und Vordenker der Partei und leitete ihre Wahlkämpfe. Von 1999 bis 2009 saß der promovierte und habilitierte Außenpolitikexperte im EU-Parlament; nach zwei Legislaturen und einem heftigen Streit um linke Europapolitik schaffte es Brie nicht mehr auf einen aussichtsreichen Listenplatz für das Brüsseler Parlament. Brie gehört jedoch nach wie vor dem Lenkungsausschuss des Diskussionsforums »Petersburger Dialog« an, der unter Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin und des russischen Präsidenten steht und Ende März in Berlin zusammentrat. Der heutige Abgeordnete des Landtags Mecklenburg-Vorpommern und europapolitischer Sprecher der dortigen Linksfraktion ist vor wenigen Tagen 65 Jahre alt geworden. Mit ihm sprach Uwe Sattler.

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Hans-Dieter Schütt

Was erzählen die Zahlen?

Die Ostermärsche sind vorüber. »Tausende«, im Detail dann auch solche Teilnehmerzahlen: 25, 75, 200, 50. Resümee, bleibender Diskussionspunkt: Was bedeutet dies? Das Beste an der Geschichte, so Goethe, sei der Enthusiasmus, den sie errege. Was ist mit dem Satz heute? Wie groß ist noch jene Bereitschaft des Menschen, über sein kleines individuelles Wursteln hinaus allgemein wirken zu wollen - und z...

ndPlusHendrik Lasch, Droßdorf

Den Schuss nicht gehört

Für 15 Millionen Euro will die Bundeswehr eine Schießanlage im Zeitzer Forst bauen. Behörden lehnen ab, eine Bürgerinitiative lädt zu Ostermarsch und Protest - die Militärs bleiben stur.

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ndPlusFabian Lambeck

Wichtiges Zeichen

Es sind keine 200 000 mehr, die im Rahmen der Ostermärsche für den Frieden demonstrieren. Heute bezeichnen es die Organisatoren als Erfolg, wenn 10 000 Menschen auf die Straße gehen. Sind die Deutschen etwa friedensmüde?

Simon Poelchau

Vertane Chance

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich den Zorn des Chefs der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, zugezogen. Der Grund hierfür ist ausgerechnet sein Plan, eine Sonderabgabe für besonders klimaschädliche Kohlekraftwerke einzuführen.

Eine Extraportion Zynismus

Auch der aktuelle Jemen-Krieg polarisiert wie die Konflikte in Syrien oder Palästina nach dem bekannten Ost-West-Schema: Der Westen unterstützt die eine Seite, Russland stehen auf der anderen Seite.

ndPlusMartin Ling

Konsequent

Sieben Ministerpräsidenten seit 2011: Die personalpolitische Bilanz von Perus Präsident Ollanta Humala liest sich wie die eines Managers eines kriselnden Fußballvereins. In der Tat liegt Humala knapp ein Jahr vor den Wahlen in Umfragen nur noch bei einer Zustimmungsrate von 25 Prozent. Da die direkte Wiederwahl ausgeschlossen ist, ist dies jedoch von nachgeordneter Bedeutung. Was Humala b...

Matthias Dell

Sauer wie süß

Der »Tatort« lohnt, weil er über das Selbstverständnis des deutschen Fernsehfilms Auskunft gibt. Doch »Frohe Ostern, Falke« ist eine Folge, der man nicht nur Unvermögen attestieren muss, sondern niedere Beweggründe.

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Rot-Grün auf Annäherung in Hamburg

Hamburg. Das Ringen um einen Koalitionsvertrag von SPD und Grünen in Hamburg ist auch über Ostern weitergegangen. Es gebe noch Arbeiten am Entwurf für die Vereinbarung zu leisten, sagte SPD-Fraktionssprecher Claas Ricker am Ostermontag. »Wir sind aber weiterhin zuversichtlich, Mitte der Woche einen Vertragsentwurf vorstellen zu können«, sagte Ricker der dpa. Eigentlich war erwartet worden, dass di...

René Heilig

Wie heißt Herr Heumann wirklich?

Eigentlich war die Anfang 2011 in die Pleite gesegelte Beluga Shipping GmbH nur noch eine Fußnote in der Bremer Reederchronik. Nun jedoch hat die Staatsanwaltschaft drängende Fragen an den BND.

ndPlusSebastian Haak

Ramelow - ein Grund für den Ruhestand

Thüringens Beamte klagen gerne, wenn es um ihren Job geht. Einer treibt es nun auf die Spitze: Weil der neue Ministerpräsident ein LINKER ist, will er in den Ruhestand - bei vollen Bezügen.

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ndPlusMarcus Meier

Der zweite Frühling des Brian

In vielen Städten Deutschlands fanden am Freitag Proteste gegen religiöse Gängelung statt: Säkulare Aktivisten wollen auch am Karfreitag das Tanzbein schwingen und über Filme lachen.

Tom Strohschneider

Wenn Berlin Athen Moskau übelnimmt

Deutsche Politiker setzten sich mit Ermahnungen in Richtung Athen in Szene. Die SYRIZA-Regierung erklärt vergeblich, Europa nicht den Rücken zuwenden zu wollen.

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Kenia attackiert Shebab-Lager

Nairobi. Vier Tage nach dem tödlichen Angriff der somalischen Shebab-Miliz auf eine Universität in Kenia hat die kenianische Luftwaffe zwei Lager der Islamisten im Nachbarland Somalia bombardiert. Die Stellungen in der südlichen Region Gedo seien zerstört worden, sagte Armeesprecher David Obonyo am Montag. Angaben zu Opfern wurden nicht gemacht. Bei dem Massaker in Garissa in Nordkenia waren am Do...

Armin Osmanovic, Johannesburg

Mosambiks Zivilgesellschaft hat Angst

Knapp sechs Monate nach den Wahlen in Mosambik fürchten Vertreter der Zivilgesellschaft eine Verschlechterung des politischen Klimas und ein neuerliches Aufkommen politischer Gewalt im Land.

ndPlusKarin Leukefeld, Beirut

Leichte Beute für Werber der Nusra-Front

Islamistische Rebellen haben nach Angaben kurdischer Vertreter rund 300 Kurden im Nordwesten Syriens entführt. Die Männer und Kinder wurden an einem Kontrollpunkt bei Aleppo verschleppt.

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ndPlusOliver Eberhardt, Jerusalem

Flüchtlingskinder in Israel unterversorgt

In Israel sind innerhalb von nur sechs Wochen fünf afrikanische Flüchtlingskinder in illegalen Kindergärten gestorben. Die Behörden fordern ein Einschreiten; die Regierung blockiert.

ndPlusBirgit Gärtner

Solidarität mit Mumia Abu-Jamal

Der Gesundheitszustand des seit 1981 wegen angeblichen Polizistenmordes inhaftierten afro-amerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal ist nach wie vor äußerst besorgniserregend.

Anke Stefan, Athen

Jung, griechisch, ausgenutzt

Griechenland führt in der traurigen Statistik der Arbeitslosenzahlen weiter Europa an. Besonders die Jugend leidet unter mangelnder Zukunftsperspektive. Der Regierung von Alexis Tsipras sind die Hände gebunden.

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Bsirske gegen Klimaabgabe

Mit einer Sonderabgabe auf alte Kohlekraftwerke will Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) etwas gegen den Klimawandel machen. Dafür erntet er Gegenwind.

Wachstumskritik ist mehr als Konsumkritik

Marxismus und Ökologie - ein Thema, das erst in den letzten Jahren von einigen Autoren stärker behandelt wird. Einer von ihnen ist Elmar Altvater, der gerade ein Buch über Friedrich Engels veröffentlicht hat.

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Schokolade mit bitteren Nebenwirkungen

Der Osterhase war noch nie ein Weihnachtsmann. Selbst wenn man der Schokoladenindustrie abnimmt, dass es sich bei den österlichen Schokohasen nicht um übrig gebliebene, eingeschmolzene und umgeformte Weihnachtsmänner handelt: In der süßen Branche liegt doch einiges im Argen - vor allem, was die Lage der Produzenten des Grundstoffes angeht: der Kakaobauern in Westafrika.

Kwame Buist, Johannesburg

Agrarjobs für junge Leute geplant

Mehr als die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt, jährlich elf Millionen junge Leute des Kontinents werden ab der kommenden Dekade auf die lokalen Arbeitsmärkte strömen. Mit Hilfe eines neuen Projekts soll ein Teil von ihnen attraktive Jobs in der Landwirtschaft und Agroindustrie finden.Trotz des starken Wirtschaftswachstums in vielen Ländern der Region sind die Löhne niedr...

ndPlusJosé Adán Silva, Managua

Nicaragua-Kanal erhitzt die Gemüter

Für 2019 ist die Fertigstellung des umstrittenen Pazifik-Atlantik-Kanals in Nicaragua anvisiert. Die Befürchtungen von Umweltschützern werden nun durch neue Studienuntermauert.

»Kenia macht viele Rückschritte«

Seit Monaten wird Kenia von einer Reihe innenpolitischer Krisen geplagt. Mildred Ngesa ist Direktorin der kenianischen Organisation Peace Pen Communications und arbeitet zurzeit auch als Beraterin für Amnesty International.

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Toter in Kirchenruine entdeckt

In einer Kirchenruine mitten in Berlin ist am Ostersonntag ein Toter entdeckt worden. Ermittler gingen davon aus, dass der Mann umgebracht wurde. Die Leiche des Mannes sei obduziert worden, seine Identität aber noch unbekannt, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Die genaue Todesursache wurde bislang nicht genannt. Der Körper des Opfers wies sehr schwere Verletzungen auf. Eine Mordkommission ermit...

ndPlusSarah Liebigt

Nachrichten suchen

Wieso ist eigentlich der 1. April der Tag der Scherze, der absichtlichen Falschmeldungen und absurden News? Wieso hat noch niemand die gesamte Osterzeit zur Witzwoche erklärt?

Paul Liszt

Gedenken an Burak Bektas

Knapp 150 Menschen erinnerten am Ostersonntag an den dritten Jahrestag der Ermordung von Burak Bektas im Südneuköllner Ortsteil Buckow. Aufgerufen zu der Kundgebung am Tatort gegenüber dem Krankenhaus Neukölln hatte die »Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak B.«, in der sich Angehörige und Freunde von Bektas sowie antirassistische Organisationen und Einzelpersonen zusammengeschlossen haben...

Paul Liszt

Aufzug vor dem Reichstag geplant

Ausgerechnet rund um den Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus mobilisieren rechte Gruppen aus verschiedenen Spektren in diesem Jahr »gegen Islamisierung und Amerikanisierung« und das »BRD-Regime«.

Andreas Fritsche

Als die sowjetischen Soldaten kamen

Eine Frau und drei Männer, die 1945 zwischen zehn und zwölf Jahre alt waren, laden ein zur Entdeckungstour am 19. April, Treff um 15.45 Uhr an der Lehderstraße.

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Brand in Herzfelde unter Kontrolle

Herzfelde. In einer Müllverbrennungsanlage östlich von Berlin ist in der Nacht zum Montag ein ungeplantes Feuer ausgebrochen. Es brennt Müll in einem Bunker der Anlage, die Lage ist aber unter Kontrolle, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Oderland mitteilte. Die Ursache war noch unklar. Ein Feuerwehrmann wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr war mit...

Mehr als 10 000 unterstützen beitragsfreie Kita

Eine Brandenburger Bürgerinitiative für beitragsfreie Kita-Plätze und mehr Mitbestimmungsrechte für Eltern hat reichlich Zuspruch. Rund zwei Wochen nach dem Start einer Online-Petition stimmten ihr bereits mehr als 9300 Brandenburger Bürger sowie rund 800 weitere Unterstützer zu. Mitinitiator Danilo Fischbach hofft nun, dass dies auch die rot-rote Landesregierung mobilisiert. »Wenn eine Chance da ...

Deutlich mehr Asylverfahren

Die Gerichte schlagen Alarm: In Frankfurt (Oder) geht es inzwischen in mehr als der Hälfte der Verfahren um Asyl.

ndPlusSteffi Bey

Gesendet aus Karlshorst, weltweit empfangen

Lokalnachrichten und Musik aus dem Bezirk Lichtenberg gesendet, aber weltweit gehört: Seit 2008 gibt es das »Kietz-Radio« Karlshorst. Von Anfang an wird mit Schulen zusammengearbeitet.

Christin Odoj

Aus dem Staub gemacht

Erneut gibt es Probleme mit der Schulreinigung, diesmal in Marzahn-Hellersdorf. Erst kündigt eine zuständige Firma den Vertrag, dann der Bezirk. Eine Posse, die Einblick in den Preiskampf im Geschäft gibt.

ndPlusWilfried Neiße

Nicht nur Lenin wurde geklaut

Potsdams vom Barock geprägte Innenstadt ist nach 1945 nicht immer glücklich erneuert worden. Auch manches Kunstwerk wurde aufgestellt - es ist kaum zu glauben, was man da so findet und wo.

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Das Zittern der Zapfhahnkönige

Nach dem Mindestlohngesetz müssen Arbeitszeiten dokumentiert und Pausen eingehalten werden. Oktoberfestwirte und Bayerische Regierung kritisieren dies scharf.

Heidrun Böger, Leipzig

Jenseits von Ebola

Die westafrikanische Ebola-Epidemie ist derzeit in den Schlagzeilen, doch jenseits davon arbeiten medizinische Helfer in etwa 70 Staaten. Einer davon ist Tschad.

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Ölfilm auf der Saale

Rudolstadt. Nach einem Defekt an einer Gasturbine im Heizkraftwerk Rudolstadt-Schwarza ist Öl in die Saale geflossen. Mehrere Liter Öl seien am Montagmorgen in den Kühlkreislauf und über das Abwassersystem zum Teil in den Fluss gelangt. Es habe sich ein mehrere Meter breiter Ölfilm gebildet. Ein Einwohner habe gegen 7.30 Uhr Polizei und Rettungsleitstelle verständigt. Die Feuerwehr Rudolstadt erri...

Keine Kunst?

In den 1960/70er Jahren war es unter jungen Filmemachern verpönt, die eigene Arbeit »Kunst« zu nennen. Vielmehr verstand man die Kamera als Aufklärungsinstrument, mitunter sogar als Waffe, in Anlehnung an die revolutionären Bewegungen in der »Dritten Welt«, mit der sich viele solidarisierten. Die Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, lädt am 9. April unter dem Motto »KUNST FÜR ALLE - Keine Kunst« ...

Populäre Jugendweihe

Woldegk. Die Jugendweihesaison in Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen. Die erste von mehr als 100 Feiern fand am Samstag in Woldegk statt. Bis Anfang Juni sind landesweit mehr als 100 Veranstaltungen für 14-Jährige geplant. Die atheistische Jugendweihe erfreut sich im Nordosten immer größerer Beliebtheit. Rund 6400 Mädchen und Jungen wollen 2015 teilnehmen, laut Jugendweihe Mecklenburg-Vorpommern ...

Eine vergessene, einst berühmte Dichterin

»Meine Kerze brennt an beiden Enden;/Sie dauert nicht die Nacht;! Aber ah, meine Feinde und oh, meine Freunde - /ein schönes Licht sie macht!« Dies ist wohl das bekannteste Gedicht der zu Unrecht in Vergessenheit geratenen US-amerikanische Schriftstellerin Edna St. Vincent Millay. Ihre Gedichtbände genossen in den 1920er/30er Jahren Kultstatus, waren eine Art literarischer Nebenbühne der Jazz-Ära....

Galerien sind beliebt

Berlin ist arm, aber sexy: Das können manche nicht mehr hören. Und stimmt der Satz noch? Die Mieten steigen. Das hat auch Folgen für die Kunst. Der Druck auf dem Berliner Immobilienmarkt hat Folgen für die Galerien. »Es wird natürlich schwieriger, aufstrebende Künstler zu zeigen«, meint die Leiterin des Landesverbandes Berliner Galerien, Anemone Vostell (48). Sie fordert die Politik auf, bei der S...

Subbotnik im Gehege

Sie zupfen Unkraut vor der Erdmännchenanlage oder stellen Leckereien für Elefanten zusammen. Immer mehr Bürger wollen in Sachsen-Anhalts Tierparks etwas tun - manche auch mit Geld.

Thüringer Senioren sind wissbegierig

Erfurt. Wissensdurstige Senioren in Thüringen: Hochschulen stoßen mit ihren Angeboten für Rentner auf großes Interesse. Im vergangenen Wintersemester bildeten sich Hunderte Senioren weiter und besuchten eigens für ältere Menschen konzipierte Veranstaltungen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die wenigsten von ihnen nahmen jedoch ein reguläres Studium von mehreren Semestern auf. ...

Hagen Jung

Gitter vor der Geisterstadt

Eine hoch verdichtete »Stadt in der Stadt« sollte das Ihmezentrum einst werden. Dann kam der Niedergang. Was wird aus dem 1970er-Wohn- und Einkaufskomplex mit seinen vielen ungenutzten Läden?

ndPlusStefan Amzoll

»Und sie schrie’n abermals: Kreuziget ihn!«

Vorweg dies: Diese »Johannes-Passion«, geboten traditionell am Karfreitag, gelang wohl wie selten eine Aufführung des Werks. Alles stimmte, vom ersten Chor »Herr, unser Herrscher!« bis zum letzten Choral »Ach, Herr. lass dein lieb’ Engelein«. René Jacobs gehört zu den ganz Großen der Bach-Aufführungspraxis und konnte schon mit der Wiedergabe von Bachs »Matthäus-Passion« begeistern. Wer hinreich...

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Sakrale Kunst

Die ersten Objekte des neuen Museums über Reformationsgeschichte in Mühlberg (Elbe-Elster) werden in den nächsten Tagen aufgestellt. Am 25. April startet die Dauerausstellung zur Schlacht bei Mühlberg 1547, wie eine Mitarbeiterin des Museums mitteilte. Einige Ausstellungs-Module seien bereits aufgebaut. In der Reformationsschau können Besucher zum Beispiel Holzfiguren der sakralen Kunst sehen. Bei...

Die Medaillen des Pierre Provost

Mit bloßem Auge sind der Stacheldrahtzaun und die Holzbaracken von Buchenwald auf den Medaillen kaum zu erkennen. Nur millimetergroß hat der französische Häftling Pierre Provost (1895-1986) die Kennzeichen des NS-Konzentrationslagers bei Weimar in Metall eingraviert. »Ich habe die Verbrechen zwischen August 1944 und April 1945 sinnbildlich ausgedrückt«, sagte der Häftling mit der Nummer 39705 nach...

Hans-Dieter Schütt

Durchlieferungsbewilligt

Jelinek, das ist Literatur, die Worte beim Wort nimmt, um neuen Sinn zu stiften. Das Landläufige wird läufig und heckt böse, zynische, entblößende, wortspieltollwütige Assoziationen.

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Stefan Gebhardt

Futter für den Esel im All

Für Keimzeit-Fans gibt es einen triftigen Grund, diverse Luftsprünge zu machen. Das elfte Studioalbum der Band ist im März erschienen und trägt den originellen Titel »Auf einem Esel ins All«

Hans-Dieter Schütt

Ein Kerl mit Kraft

Utopien sind ein Reiz. Denn wenn sie nur genügend weit ausgreifen, widerlegt sie kein Argument, und da keine unmittelbare Realisierung droht, werden sie nie banal. Schön. Sowas lockt. Manchmal trifft man im Kino auf wahrhaft offene Gesichter, die scheinen zwischen diesem Unvereinbaren eine Verbindung zu schaffen: eine Verbindung zwischen weitem Ausblick, utopischer Träumerkraft und der faltigen, g...

ndPlusHaidy Damm

Kohlekumpel Bsirske in der Kritik

Der ver.di-Vorsitzende Bsirske hatte am Wochenende mit massiven Protesten gegen die von der Bundesregierung geplante Sonderabgabe auf alte Kohlekraftwerke gedroht. Umweltverbände kritisieren seine Äußerungen.

Weil wir Buchenwalder es schworen

Er hat Rassismus und Unmenschlichkeit am eigenen Leib erlitten und weiß, wovor er angesichts zunehmender rechtsradikaler Untaten und Hetze gegen Flüchtlinge und Asylbewerber warnt. Günter Pappenheim im nd-Interview.

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ndPlusUwe Sattler

Mehr WeltTrends

Neben klassischen Themen - wie nukleare Abrüstung und die griechische Außenpolitik - wird es in den nächsten Heften mehr Kommentare und kurze Beiträge (»Briefe«) geben. Der Debattenbereich wird deutlich ausgebaut.

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Harald Werner

Stalins Schatten und das Gramsci-Genom

Regieren, Opponieren, Fehler machen: Die Kommunistische Partei Italiens hat so ziemlich alles praktiziert, was linke Politik heute diskutiert. Nun hat Lucio Magri ein erhellendes Buch darüber geschrieben.

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Till Ermold

Hertha hält Paderborn unter sich

Hertha BSC kann im Abstiegskampf aufatmen. Nach dem 2:0-Sieg über Paderborn belegt Pal Dardais Team Tabellenplatz elf. Paderborn hingegen bleibt Vorletzter und muss umso mehr zittern.

ndPlusDietmar Kramer, Trabzon

»Wir hätten sterben können«

Durch Attacken auf die fahrenden Mannschaftsbusse von Fenerbahce Istanbul, Paris St. Germain und Borussia Dortmund hat die Gewalt im internationalen Fußball eine neue Dimension erreicht.

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Villarrica stößt Aschewolken aus

Santiago de Chile. Einen Monat nach Ausbruch hat der Vulkan Villarrica im Süden Chiles die Bewohner der Region am Wochenende erneut mit dem Ausstoß riesiger Asche- und Rauchwolken beunruhigt. Das Nationale Amt für Geologie und Bergbau teilte am Sonntag jedoch mit, dass es keine signifikante Änderung bei der Aktivität des Vulkans gebe. Der 2840 Meter hohe Berg liegt in den Anden 800 Kilometer südli...

Hungerstreik auf Russlands Kosmosbahnhof

Russlands neuer Weltraumbahnhof Wostotschny soll für einen technischen Aufbruch stehen. Doch die Arbeiten auf der größten Baustelle des Landes geraten immer wieder ins Stocken.

ndPlusThomas Burmeister, Genf

Die »Weltmaschine« läuft wieder

Forscher aus aller Welt schauen nach Genf. Mit dem leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger wollen Physiker Rätsel des Universums lösen. Seit Ostern kreisen in der »Weltmaschine« wieder die Protonen.