Seite 1

UNTEN LINKS

Gern spricht die Frau mit den zuckenden Oberarmen in den Börsennachrichten des Fernsehens von dieser Geldschwemme. Angeblich hat die Europäische Zentralbank damit Anfang des Jahres die Märkte geflutet. Leider habe ich nichts mitbekommen. Dabei schaue ich bei meinen Marktbesuchen in jede Ecke. So eine Flut aus Brüssel - die müsste doch auf den Berliner Wochenmärkten ihre Spuren hinterlassen...

Kubanischer Zwist in Panama

Panama-Stadt. Schon vor dem Amerika-Gipfel in Panama-Stadt kam es zu einem Eklat. Mit lautstarken Sprechchören und kubanische Flaggen schwenkend blockierten rund 100 Aktivisten regierungsnaher Organisationen der kubanischen Zivilgesellschaft den Eingang des Sitzungssaals zum Forum der Zivilgesellschaft und Sozialen Akteure. Kurz darauf zog sich die offizielle Delegation der kubanischen Zivilges...

Athen zahlt Kredit pünktlich zurück

Athen. Griechenland hat am Donnerstag die fristgerechte Überweisung einer Kreditrate von 459 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds bekannt gegeben. »Der Überweisungsauftrag ist erteilt worden«, sagte ein Vertreter des Finanzministeriums in Athen. Zudem könnten im April alle Rechnungen bezahlt werden, im Mai könnte es aber kritisch werden. Der griechische Premier Alexis Tsipr...

ndPlusTom Strohschneider

Erpressung statt Entspannung

Über die Moskau-Reise von Alexis Tsipras ist viel gesagt worden. Leider meist das Falsche. Athen hätte Brückenbauerin sein können. Doch die Haltung der EU war von Anfang an zu konfrontativ.

Kontrolle ist besser

Berlin. Es könne doch nicht so schwer sein, die Arbeitszeiten der Beschäftigten zu dokumentieren, um den Missbrauch des Mindestlohns einzudämmen, sagen die Befürworter der am 1. Januar dieses Jahres eingeführten gesetzlichen Lohnuntergrenze. Einspruch kommt sofort von den Gegnern aus der Union, die auf die Arbeitsbelastung der Unternehmer verweisen. Noch immer ist der Mindestlohn ein Politikum,...

Seite 2

Grund zum Bedauern

Vor etwa 20 Jahren erlebte der Konflikt in den türkischen Kurdengebieten einen traurigen Höhepunkt. Schon die Sprache wurde drakonisch verfolgt. Tausende verschwanden, die Militärpolizei folterte. Noch immer finden sich in den Dörfern Skelette aus dieser Zeit.

Seemonster Rahav

In der jüdischen Mythologie ist Rahav ein Seemonster. Der passende Name also für ein U-Boot, das Israel als klare Botschaft der Abschreckung »an unsere Feinde« sieht, wie es Regierungschef Benjamin Netanjahu einmal formulierte. Gemeint ist da vor allem Iran. Das jüngste Monster wurde auf der Werft von ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel gebaut und getauft. Und trotz aller Kritik hat der Bundess...

Evo Morales gibt den Kick

Welche Dimension hat der Alternative Gipfel der Völker? Der Gipfel ist größer geworden, als wir geglaubt haben. Anfangs sind wir von einem Treffen mit wenigen internationalen Teilnehmern ausgegangen. Aber je näher der Gipfel rückte, desto mehr internationale Delegationen haben ihr Interesse angemeldet. Das übertraf all unsere Erwartungen und auch ein bisschen unsere Kapazitäten. Mindesten...

Andreas Knobloch, Panama-Stadt

Lateinamerikas Schwergewichte mit Problemen im Gepäck

Lateinamerikas Linksregierungen haben in den vergangenen Jahren mächtig Selbstvertrauen gewonnen. Derzeit stecken aber einige in der Krise: Venezuela, Argentinien und Brasilien zum Beispiel.

ndPlusAndreas Knobloch, Panama-Stadt

Venezuela birgt Konfliktstoff

Alles schien angerichtet: Es sah so aus, als könne US-Präsident Obama den Neubeginn in den Beziehungen zu Lateinamerika doch noch besiegeln. Doch nun dominiert die jüngst vom Zaun gebrochene Konfrontation mit Venezuela die Szenerie.

Seite 3
ndPlusVelten Schäfer

Posen, Pathos, Politik

»Gedenken« ist eine schwierige Sache - zumal, wenn es von Staats wegen erfolgt und von Politikern vorgenommen wird. Das sind Menschen, denen das Erzeugen von Emotionen und Wirkungen zur zweiten Natur geworden ist. Und Staaten sind Gebilde, die unter Rechtfertigungsdruck stehen, für ihren Zustand, ihr Selbstverständnis und ihr Handeln. Kommen diese Faktoren zusammen, wird die Mischung mitu...

Sebastian Haak, Jena

Die Zwangsarbeit gleich nebenan

Auf einer unscheinbaren Gewerbefläche im Nordosten Jenas stand einst ein Zwangsarbeiterlager mit bis zu 950 Insassen. Solche »kleinen Lager« gab es viele in Deutschland - allein in Jena waren es 23.

Seite 4
Olaf Standke

Auf der Anklagebank

Nach der Lektüre des Polizeiberichts wusste der Zeuge: Die dort reklamierte Notwehr des Gesetzeshüters ist eine unverfrorene Lüge. Inzwischen wurde der Beamte entlassen und des Mordes angeklagt.

Gabriele Oertel

Die Unkaputtbare

Am Anfang - genau heute vor 15 Jahren - muss es spannend für Angela Merkel gewesen sein. Sich von der Vaterfigur Kohl zu lösen, war äußerst risikobehaftet - schließlich stand die CDU ob der Spendenaffäre vor dem Abgrund.

Simon Poelchau

Herrschende Meinung

Ein Austritt aus der Eurozone habe enorme Folgen für die dortige Bevölkerung, während er für die übrige Währungsunion verkraftbar wäre, sorgt sich der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt.

Jürgen Amendt

Deutscher Brite

Die Briten pflegen seit alters her eine spezielle Beziehung zu Deutschland und den Deutschen. Um es mit der berühmten britischen höflichen Zurückhaltung auszudrücken: Eine Liebesbeziehung war das nie. Wofür die Briten im 20. Jahrhundert aus den bekannten Gründen weniger konnten als die Deutschen. Seit einigen Jahren aber sind viele Inselbewohner am Rande Europas zu Deutschland-Fans geword...

ndPlusWerner Ruf

Österreich als Vorbild für die Ukraine

Österreich hat einen Vorschlag der Ukraine aufgegriffen, das Land »im Bereich der Neutralität bzw. Blockfreiheit zu beraten«. Der russische Außenminister Sergei Lawrow begüßte das Neutralitätsstatut für Kiew.

Seite 5
ndPlusOlaf Harning und Jörg Meyer

Frust beim Zoll, Freude beim Lohndrücker

Seit der letzten behördeninternen Umstrukturierung sind flächendeckende Kontrollen von Mindestlohnverstößen kaum noch möglich. Ganze Zoll-Einheiten wechseln aus Frust ihre Dienststellen.

Seite 6
Ralf Klingsieck, Paris

Islamismus auf allen Kanälen

Ein Hacker-Angriff auf den Sender TV5 Monde empört Frankreich. Islamisten legten das TV-Programm lahm und verbreiteten Propaganda in den sozialen Medien.

ndPlusRené Heilig

Das Netz als Schlachtfeld

Mutmaßliche Russen blättern im Kalender des US-Präsidenten, Sympathisanten des IS attackieren das französische Fernsehen. Cyber-Krieger in aller Welt nicken beifällig - auch bei der Bundeswehr.

Seite 7

Todesschütze entlassen

Charleston. Nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen unbewaffneten Afroamerikaner in North Charleston will die Stadt im US-Bundesstaat South Carolina ihre Beamten mit Körperkameras ausrüsten. Bürgermeister Keith Summey kündigte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch den Kauf von 101 Minikameras an, die Polizisten künftig an ihrer Uniform tragen sollen. Summey teilte außerdem mit, dass der we...

ndPlusJennie Matthew, Boston

Boston-Attentäter schuldig

Nach dem Schuldspruch im Prozess um den Terroranschlag auf den Marathon in der US-Metropole Boston entscheidet jetzt eine Geschworenenjury über das Strafmaß: Haft oder Todesstrafe?

ndPlusRoland Etzel

Rotkreuzappell zur Rettung von Jarmuk

Der Krieg in Syrien wird an verschiedenen Schauplätzen unvermindert fortgesetzt. Die Zahl der Kriegsparteien nimmt weiter zu. Die Moskauer Friedenskonferenz steht da auf verlorenem Posten.

Mirco Keilberth, Ben Guardene 
an der libysch-tunesischen Grenze

Viele werden nach Europa flüchten

Die Lage an den verschiedenen Kriegsschauplätzen in Libyen eskaliert trotz fortgesetzter Friedensgespräche.

Seite 8

Klage gegen Nochten II abgelehnt

Bautzen. Die Klage von Umweltverbänden gegen den Braunkohleplan für Nochten II ist nicht zulässig. Wie das sächsische Oberverwaltungsgericht am Donnerstag in Bautzen mitteilte, könnten weder der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Sachsen, als anerkannter Umweltverband noch der Eigentümer eines Grundstücks im Plangebiet mit einem Normenkontrollantrag gegen den Brau...

Annäherung an Kuba in USA befürwortet

Washington. Die von US-Präsident Barack Obama betriebene Annäherung an Kuba stößt einer Umfrage zufolge bei einer Mehrheit in den Vereinigten Staaten auf Zustimmung. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung für die Fernsehsender Telemundo und MSNBC sprachen sich 59 Prozent für eine Wiederaufnahme von diplomatischen Beziehungen mit Havanna aus. Gegen die Eröffnung von Botschaften waren 26 ...

Bildung für alle in weiter Ferne

Nur in etwa der Hälfte aller Länder weltweit gibt es ein flächendeckendes Grundschulangebot für alle Kinder. Das teilte die UNESCO in ihrem Erziehungsbericht mit.

ndPlusJulian Bartosz, Wroclaw

Doppeltes Trauma vieler Polen

Zeitlich durch sieben Jahrzehnte getrennt, wurden das Massaker von Katyn und der Absturz der polnischen Präsidentenmaschine im Bewusstsein vieler Polen zu einem doppelten Trauma.

Seite 9

YouTube bald nicht mehr für lau?

New York. Das Videoportal YouTube plant offenbar einen Aboservice, über den Videos werbefrei bezogen werden können. Das zum US-Internetriesen Google gehörende Unternehmen habe begonnen, Videoproduzenten zu kontaktieren, um sie über diesen neuen Verbreitungsweg zu informieren, verlautete am Mittwoch aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen. Das monatliche Abonnement soll es den Nutzern demnach e...

Facebook-Klage vertagt

Mit Spannung verfolgt die Netzgemeinde die Klage von Aktivisten gegen Facebook. Noch ist aber nicht entschieden, ob das Wiener Gericht überhaupt zuständig ist.

Industrie 4.0 bringt hunderttausende Jobs

Gewerkschaften befürchten, dass durch die Digitalisierung in der Industrieproduktion einfache Tätigkeiten wegfallen könnten. Laut einer Studie ist aber eher mit einem Jobboom zu rechnen.

Simon Poelchau

RWI-Chef warnt Athen vor Grexit

Deutschlands oberster Regierungsberater in Wirtschaftsfragen hat sich im Streit zwischen Athen und Brüssel sowie Berlin zu Wort gemeldet. Würde das von Rezession und Massenarbeitslosigkeit gebeutelte Griechenland die Eurozone verlassen, hätte dies »fürchterliche« Auswirkungen auf die Bevölkerung, warnte der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt. »Die Folgen für das Land wären enorm, die...

John Dyer, Boston

Twitter-Übernahme

Der große Twitter-Boom scheint vorbei. Mittlerweile kursieren Gerüchte, dass der Kurznachrichtendienst gekauft werden könnte. Auch Interessierte sollen sich bereits gemeldet haben.

Seite 10
ndPlusCarsten Hübner

Bewaffnet zur Arbeit

Das Gesetz gibt es schon länger: Beschäftigte dürfen Waffen bis zum Parkplatz mitnehmen. Neu ist, dass sie keine Disziplinarmaßnahmen zu befürchten haben. Die Unternehmen protestieren.

Kreativ wie Kinder

In Bremen spielten am Mittwoch ErzieherInnen mit Kitakindern auf dem Marktplatz. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte zum Solidaritätsfest geladen, ErzieherInnen aus elf Bremer Kitas und Spielhäusern waren mit ihren Schützlingen gekommen und hatten für ein paar Stunden den Markt- in einen Spielplatz verwandelt. Hintergrund der Aktion ist die Tarifrunde im kommunalen Sozial- und Er...

ndPlusPeter Nowak

Solidarität in Logistik und Onlinehandel

Roberto Luzzi bekam am 30. März viel Applaus im Streikzelt der Amazon-Beschäftigten in Leipzig. Er hat im Rahmen einer Delegation der italienischen Basisgewerkschaft SI Cobas den Streikenden einen Solidaritätsbesuch abgestattet und Grüße überbracht. Bei einer Veranstaltung und einem Workshop in Berlin berichteten die SI-Cobas-Gewerkschafter, wie sie in den letzten Monaten im italienischen Logis...

Hans-Gerd Öfinger

Aufbegehren gegen Turboputzen

In der kommenden Tarifrunde für die Gebäudereinigungsbranche setzt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) neben Lohnerhöhungen auch auf bessere Arbeitsbedingungen.

Seite 11

Getöteter Israeli suchte Botschaft auf

Der in Berlin ermordete Israeli hat kurz vor seinem Tod Hilfe bei der Botschaft seines Heimatlandes gesucht. Der junge Mann sei am Karfreitag zu der Vertretung gekommen, nach bisherigen Erkenntnissen wegen finanzieller und technischer Probleme, sagte die Sprecherin der Botschaft Israels am Donnerstag. Laut Polizei bestätigte inzwischen auch eine DNA-Analyse, dass es sich bei dem in einer Kirchenru...

ndPlusAndreas Fritsche

Perspektive für Pirschheide

Es dauert noch. Vor 2016 wird nichts daraus. Aber es besteht Hoffnung, dass die beiden oberen Gleise des Potsdamer Bahnhofs Pirschheide reaktiviert werden. Das hat die Landtagsabgeordnete Anita Tack (LINKE) nach einem Gespräch mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn, Joachim Trettin, mitgeteilt. Wenn es endlich soweit ist, könnten Züge aus Potsdam südlich um Berlin herum zum Flughafen S...

Berlin Energie klagt gegen Vergabe-Urteil

Nach dem Land und der Gasag geht nun auch das landeseigene Unternehmen Berlin Energie gegen das Urteil zur Gasnetz-Vergabe vor. Sie seien der Berufung beigetreten, um die eigenen Interessen besser darstellen zu können, sagte Wolfgang Neldner, der Chef des bei der Stadtentwicklungsverwaltung angesiedelten Landesbetriebs. »Es gibt eine ganze Menge richtigzustellen.«Die Senatsfinanzverwaltung wollte ...

ndPlusChristin Odoj

Leben im »Substandard«

Um Flüchtlinge in Berlin unterzubringen, greift der Senat verstärkt auf Hostels zurück. Ob die in einem guten Zustand sind, überprüft vor dem Einzug niemand, wie aus einer schriftlichen Anfrage hervorgeht.

Seite 12

Blitz-Marathon am 16. April

Mit umfangreichen Geschwindigkeitskontrollen will auch die Berliner Polizei beim europaweiten »Blitz-Marathon« am 16. April gegen Raser vorgehen. Zwischen 6.00 Uhr morgens und 24.00 Uhr richtet sie 256 ständig wechselnde Kontrollstellen ein, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. Besonders vor Kitas, in Wohngebieten und an Unfallschwerpunkten wird kontrolliert. Aber auch auf Straßen, die Bürger berei...

Staat muss neutral sein

Journalisten haben keinen Anspruch auf einen Informations-Vorsprung, urteilte das Verwaltungsgericht.

Hygiene in Kliniken

Kaum ein Antibiotikum hilft mehr: Resistente Keime sind besonders in Kliniken gefürchtet. Berlin und Brandenburg müssten sich bei der Hygiene besser abstimmen, fordert eine Krankenkasse.

Saisonstart für Skipper

Die Gewässer in Brandenburg und Berlin ziehen immer mehr Freizeitskipper an. Mit dem Gedränge wächst die Unfallgefahr. Die Polizei setzt auf Kontrollen und Regeln.

Gudrun Janicke

»Das kommt dann alles wieder hoch«

Die Idylle in Dolgenbrodt lässt die Vergangenheit fast vergessen. Aber vor mehr als 20 Jahren brannte hier ein Asylheim, wie jetzt in Tröglitz.

ndPlusWilfried Neiße

Hohe Kriminalität im Grenzgebiet

Die 24 Gemeinden an der Grenze zu Polen leiden weiter unter besonders hoher Kriminalität. Dennoch vermeldet die Kriminalstatistik für 2014 einen leichten Rückgang vor allem im Nordosten.

Seite 13

Ein Päuschen mit Sybille

Weimar. Sonniges Plätzchen in Weimar: Ein Mann sitzt neben einer Pappfigur aus dem Cranach-Gemälde »Sibylle von Cleve als Braut«. Am Donnerstag begannen in der thüringischen Stadt die Aktionstage für die ganze Familie zur aktuellen Ausstellung »Cranach in Weimar« im Schiller-Museum. Für Thüringen steht 2015 ganz im Zeichen der wohl bedeutendsten Bild-Chronisten der Reformation, Lucas Cranachs d...

ndPlusFlorentine Dame, Münster

Muss NRW die Abi-Fragen rausrücken?

Wie einfach könnte doch das Abiturientenleben sein, wüsste man nur, welche Fragen die Prüfer stellen! Diesen Gedanken wird der Münsteraner Schüler Simon Schräder (17) nicht mehr los, während er sich auf die zentral gestellte Abiturprüfung vorbereitet. Und weil Fragen nichts kostet, fragte er den Staat. Genauer: Er richtete über die Internetplattform »FragDenStaat« eine offizielle Anfrage an das no...

ndPlusUwe Kraus, Halberstadt

Verdrehung der Geschichte

In Halberstadt (Sachsen-Anhalt) wird in diesen Tagen der Zerstörung der Stadt 1945 und der Befreiung des KZ Langenstein gedacht. Die Partei Die Rechte hat einen »Trauermarsch« angekündigt.

Seite 14

Wochenende der Galerien

Am diesjährigen Gallery Weekend eröffnen 47 Berliner Galerien ihre Ausstellungen. Vom 1. bis 3. Mai sind die Werke zahlreicher international renommierter Künstler und Newcomer zu sehen. Vertreten sind etwa Isa Genzken, Cyprien Gaillard, David Nuur, Tino Seghal und Rosa Barba. Das Gallery Weekend wurde 2005 als private Initiative von namhaften Berliner Galerien ins Leben gerufen. Sammler, Kuratoren...

Eine Nacht im Museum

Eine Nacht im Museum: schauen, hören, schmecken und schlafen - dazu lädt der Berliner Martin-Gropius-Bau anlässlich seiner großen Ausstellung über die deutsche ZERO-Bewegung ein. In der Nacht von Samstag auf Sonntag bleibt das Haus für zahlreiche Performances von acht Uhr abends bis acht Uhr morgens geöffnet.»Zwölf Stunden lang bewegen sich Musiker, Tänzer, Künstler und Besucher bei gedimmtem Lich...

Tatort Berlin

Dass Berlin in den 1950er Jahren zwar eine in Sektoren geteilte Stadt war, in der der Kalte Krieg und die Weltpolitik in den Alltag der Menschen eingriff, kann man nirgends sonst so gut studieren wie anhand der Spielfilme, die in dieser Zeit in der Stadt gedreht wurden. Besondere Zeitdokumente sind dabei die Krimis. 1957/1958 entstand unter der Regie von Joachim Kunert der Kriminalfilm »Tatort Ber...

Auszeichnung für Constanze Behrends

Die Berliner Poptheatermacherin und TV-Komödiantin Constanze Behrends wird mit dem renommierten Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreis 2015 ausgezeichnet. Den mit 15 000 Euro dotierten, privat gestifteten Preis erhalte sie vor allem als Autorin der Theater-Seifenoper »Gutes Wedding, schlechtes Wedding« am von ihr mitgegründeten prime theater in Berlin. Das teilte die Jurorin und Theaterverle...

ndPlusAndreas Gläser

Aufräumen in Kladow

Vor Jahren fragte ich Rudi nach einem Job, er antwortete, dass er einen zehnjährigen Sohn habe, den er ebenso lange nicht gesehen hatte, weil er, als dieser zur Welt kam, noch die Welt verändern wollte, und das hatte er auch, vor allem seine, er kam in den Knast. Hatte ich die falsche Frage zur richtigen Antwort gestellt? Rudi gab mir die Nummer von Willi, einem ehemaligen Musiker, der au...

Schleichgang in die digitale Zukunft

Schwerin. Erst fünf Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben der Grünen in der digitalen Zukunft angelangt. Nur in Binz, Neubrandenburg, Stralsund, Wittenförden bei Schwerin und Woggersin (Mecklenburgische Seenplatte) verfügten mindestens 95 Prozent der Haushalte schon über Breitbandanschlüsse mit einer Übertragungsrate von 50 Mbit/s. In 128 Gemeinden hingegen müsse sich jeder zweite H...

ndPlusJörg Fischer, Velsen

Frühstück für immer

Mit den alten Industrien verschwinden auch die traditionellen Betriebskantinen. Im Saarland erinnert eine immer noch offene Kaffeeküche an das kulinarische Leben der Bergleute.

ndPlusElke Koepping

West-östlicher Kulturschock

Das mit dem Humor ist ja so eine Sache. Es heißt, entweder man hat ihn oder man hat ihn nicht. Letztlich ist das alles eine Frage der Perspektive - oder auch der Sozialisation: worüber die eine schallend lacht, verdreht der andere womöglich nur genervt die Augen. Ein gewisser Kulturschock mag sich dabei einstellen, wenn der Berliner (oder die Berlinerin) an sich auf die Rheinländerin Charlotte ...

Seite 15

Sanierung

Das Land Rheinland-Pfalz will in der nächsten Dekade jährlich zwei bis drei Millionen Euro für die Erhaltung der weltbekannten Römerbauten in Trier ausgeben, so z.B. für die Porta Nigra und die Konstantin-Basilika. Dazu wurde nun ein Managementplan aufgelegt, teilte die Landesregierung am Donnerstag mit. Das 17 v. Chr. gegründete Trier beansprucht für sich, die älteste Stadt Deutschlands zu sein. ...

Kriege und ihre Folgen

Kriege und ihre sozialen Folgen nimmt eine Foto-Ausstellung im Essener Folkwang Museum in den Fokus. Das Besondere ist die Anordnung der Bilder, die sich ausschließlich an dem zeitlichen Abstand zum Ereignis orientiert, wie das Museum am Donnerstag mitteilte. Unter dem Titel »Conflict, Time, Photography« werden rund 200 Exponate aus der Zeit zwischen 1855 bis 2013 gezeigt. Die Schau solle keine Fo...

Geschäft mit illegalem Kunsthandel

Mit dem illegalen Handel von erbeuteten Kunstschätzen und Antiquitäten nimmt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Einschätzung der US-Archäologin Deborah Lehr viele Millionen Dollar ein. Das ganze Ausmaß sei schwer zu bemessen und genaue Statistiken gebe es nicht, sagte die Gründerin des Verbands Antiquities Coalition der Deutschen Presse-Agentur.Recherchen des Verbandes hätten aber ergeben...

»Korruption ist keine schweizerische Exklusivität«

Herr Suter, glauben Sie an Verschwörungstheorien?Ich glaube, uns wird nicht alles gesagt. Und dass es Geheimnisse gibt, die gepflegt und sorgfältig gehütet werden. Aber ich bin einigermaßen überzeugt, dass die Mondlandung stattgefunden hat. (lacht)In Ihrem neuen Roman »Montecristo« führen zwei Geldscheine mit der gleichen Seriennummer den Journalisten Jonas Brand zu einer Verschwörung im Finanzwes...

Seite 16

Lagerkinder

Auschwitz hat sie nie losgelassen. Der Schmerz ist immer da. Vor dem Frühstück. Am Tag. Am Abend. In der Nacht. Die Mutter, die ermordet wurde, der Vater, die Schwester, der Bruder, die Großeltern, die Freundin, der Freund, Tanten und Onkel ... Alles lebt ein Leben lang und darüber hinaus in und mit ihnen und den nachkommenden Generationen. Sie tragen die Spuren des Erlittenen auf dem Leibe und...

ndPlusErnst Reuß

Ein guter »Grüner«

Elf lange Jahre war er Häftling in deutschen Konzentrationslagern. Im Vorwort seiner in den Nachkriegsjahren niedergeschriebenen Erinnerungen warnt der in der Schweiz als Sohn deutscher Eltern geborene Carl Schrade: »Ich bin kein Schriftsteller - der Leser wird es bald merken.« Nun, dieses Buch ist eloquent und flüssig verfasst. Eindrücklich und plastisch wird über den grausamen Lageralltag, Zw...

ndPlusHarald Loch

Impressionen einer Zeitenwende

Er war fünfundzwanzig, als er eine Art Kriegstagebuch für die historische Abteilung der US-Army verfasste, in dem er auch private Gedanken notierte. Malwin J. Lasky wusste: »Natürlich wird die Militärbürokratie nichts herauslassen, was den strahlenden Waffenglanz beeinträchtigen könnte ... Da liegt es, das Manuskript, aber die wahre Geschichte steht zwischen den Zeilen.« Sein Journal ist jetzt ...

Kurt Pätzold

Komplizen: die Konzerne und die SS

Die gedruckte Literatur zur Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz hat seit längerem eine vierstellige Ziffer erreicht. Im Zentrum stehen die in vielen Sprachen verfassten Berichte überlebender Opfer der faschistischen Herrschaft, gefolgt von den mündlichen (vor allem aus Gerichtsprozessen herrührenden) und schriftlichen Zeugnissen der Täter, wie sie gemeinhin bezeichne...

Seite 17
Jürgen Amendt

Mediale Zwänge

Wer weiß eigentlich noch etwas mit dem Namen Tim K. anzufangen? Tim K. erschoss am Morgen des 11. März 2009 in einer Schule und deren Umgebung in Winnenden (Baden-Württemberg) 15 Menschen und anschließend sich selbst. Tim K. ist aus dem öffentlichen Gedächtnis, das immer mehr ein Mediengedächtnis ist, verschwunden - so wie auch die Namen und Gesichter jener, die seinem Amoklauf zum Opfer fielen...

Seite 18
ndPlusThomas Lipinski, Mannheim

Adler warten nicht gern

Hauptrundensieger gegen Titelverteidiger: Die Adler Mannheim und der ERC Ingolstadt starten an diesem Freitag ins Playoff-Finale um die 95. deutsche Eishockeymeisterschaft.

Klaus Weise

»Kleine Sonne« als junger Lichtblick

Schwimm-Bundestrainer Henning Lambertz setzt verstärkt auf die Jugend. Und dabei wiederum besonders auf die 17-jährige Berlinerin Sonnele Öztürk.

Seite 19

Pokalsiege für die leere Kasse

Für Furore sorgen im DFB-Pokal meist die Außenseiter. Drittligist Arminia Bielefeld ist seit neun Jahren der erste unterklassige Klub im Halbfinale. Der VfL Wolfsburg muss sich sehr in Acht nehmen.Von Morten Ritter, Bielefeld Hochverschuldeter Drittligist gegen millionenschweren Werksklub: Nach einer rauschenden Pokalnacht will Arminia Bielefeld nun gegen den VfL Wolfsburg das nächste Kapitel in e...

»Endlich wieder auf dem Rasen stehen«

Der 24-jährige Mittelfeldspieler Darko Stojadinovich hat bereits Spielpraxis in der zweiten tschechischen und russischen Liga gesammelt. Derzeit lebt er in einer Flüchtlingsunterkunft in Erfurt und hofft auf Asyl.

Seite 20
Barbara Barkhausen, Sydney

Indonesier überlebt im Radkasten

Der 21-jährige Indonesier Mario Steve Ambarita muss einen besonderen Schutzengel gehabt haben. Er ist einer der wenigen Menschen, die einen Flug außerhalb der Passagierkabine in voller Reiseflughöhe überlebt haben. Der junge Mann hatte sich am Dienstag im Radkasten eines Flugzeugs der indonesischen Fluglinie Garuda versteckt. Der Flieger startete am Nachmittag in Pekanbaru auf der Insel Riau un...

Barbara Munker, San Francisco

Suche nach dem hässlichsten Garten

In Kalifornien ist kein Ende der Dürre in Sicht. Dafür beginnen Sparmaßnahmen. Strafen, aber auch witzige Ideen sollen die Bürger animieren. Etwa der Wettbewerb um den hässlichsten Garten.