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UNTEN LINKS

Der Chef der Grenzschutzbehörde FRONTEX ist mit in Beuteln abgefüllter Marmelade beworfen worden. Viel mehr lässt sich über diesen Vorfall leider nicht berichten, denn die Polizeinachricht ist dürr (»am Oberkörper getroffen, jedoch nicht verletzt«). Und der berühmte Rechercheverbund aus NDR, WDR und »Süddeutscher Zeitung« hat kläglich versagt und die Brisanz der Nachricht nicht erfasst. Dabei w...

Martin Ling

Kein Herz für Flüchtlinge

Zwei Flüchtlingskatastrophen in kurzem zeitlichen Abstand mit über 1000 Toten mögen die EU-Staatschefs medial so unter Druck setzen, dass mit einem Sondergipfel reagiert wird. Für einen Politikwandel reicht das noch lange nicht.

Neues Dokument belastet Chef der Deutschen Bank

Frankfurt am Main. Bei hausinternen Ermittlungen zur Rolle der Deutschen Bank beim Steuerbetrug mit Emissionshandelszertifikaten sind einem Medienbericht zufolge Dokumente aufgetaucht, die den Ko-Chef der Bank, Anshu Jain, und weitere Vorstandsmitglieder belasten. Die Dokumente wiesen darauf hin, dass die Vorstände bereits 2009 von Betrugsrisiken im Handel mit CO2-Zertifikaten wussten, berichtete ...

Kadyrow erteilt Schießbefehl gegen Russen

Grosny. Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow hat Schießbefehl gegen jeden russischen Soldaten erteilt, der sich unerlaubt in der Kaukasusrepublik aufhält. Der tschetschenische Sender Grosny TV zeigte am Donnerstag ein Video, das Kadyrow offenbar bei einer Ansprache vor Spezialkräften seines Landes zeigt. Darin sagt Kadyrow: »Ich stelle offiziell fest: Wenn (ein Soldat) ohne Genehmigung auf ...

Flotte der Verdammten

Berlin. Sinnbildlich für die allgemeine Enttäuschung nach dem EU-Krisengipfel in Brüssel kann eine Aktion stehen, die Flüchtlingshilfeaktivisten dieser Tage am Strand von Sant Sebastia in Barcelona starteten. Eine Flotte von Papierschiffchen lässt ahnen, mit welchen Aussichten sich Flüchtlinge nach dem Treffen der Staats- und Regierungschefs am Donnerstag in Brüssel auf den Weg nach Europa mach...

ndPlusVincent Körner

Beschimpfungen in der Eurogruppe

Wer hat die Verhandlungen über die Auszahlungen aus dem Kreditprogramm zur Hängepartie gemacht? SYRIZA, tönt es aus der Eurogruppe. Doch der renommierte Ökonom Galbraith warf den Gläubigern eine fehlende gemeinsame Linie vor.

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Velten Schäfer

Der Anwalt des Bundes

Auch wenn der BND beim Ausspähen inländischer Rüstungskonzerne hilft, ist das noch lange kein Grund zur Aufregung! Dass man nun die Akten des NSA-Ausschusses sehen will, habe mit dieser neuen Drehung des Skandals nichts zu tun.

ndPlusFabian Lambeck

Jobcenter dürfen das ...

Wer Hartz-IV beantragt, der muss einwilligen, dass jeder Aspekt seines Lebens durchleuchtet wird. Denn die Ämter sind misstrauisch und wittern überall Betrug. Schließlich sind Leistungsbezieher verdächtig.

Roland Etzel

Gauck und der Mut zur Wahrheit

Mutig wäre Gauck gewesen, wenn er die sich verschanzende Bundesregierung aus der Deckung getrieben hätte. Der SPD-Abgeordnete Erler sprach von der »genozidalen Dynamik«, um das Wort Völkermord zu umgehen.

ndPlusChristian Klemm

AfD verliert ihren Henkel

Seit Monaten plagt die AfD ein Flügelkampf, der die Partei zu zerreißen droht. Jetzt hat der erste namhafte Politiker davon die Faxen dicke: Hans-Olaf Henkel, von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), zieht sich aus dem Bundesvorstand zurück. Er begründete den Schritt mit zunehmendem Einfluss rechter Kräfte in der AfD. Parteimitglied aber will der 75-Jährige...

Martin Leidenfrost

Der Lockruf Asiens

Wer ein Ungar oder eine Ungarin ist, kennt das Lied, Csitár würde aber niemand auf der Karte finden. Überraschung, Csitár heißt inzwischen anders und liegt in der Slowakei. Ich fuhr also über Štitáre zu Hien.

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Fragwürdiges Bündnis der DGB-Bolschewiki

Für alle, die auf eine Erneuerung der Gewerkschaftsbewegung als gesellschaftliche Gegenmacht setzen, ist das neue Bündnis der regierungskonformen DGB-Bolschewiki äußerst ernüchternd. Die Botschaft: Haltet die Klappe!

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Jobcenter dürfen Daten ausspähen

Kassel. Jobcenter dürfen Daten von Hartz-IV-Empfängern regelmäßig mit Behörden abgleichen, um Kapitalerträge zu überprüfen. Wie das Bundessozialgericht in Kassel am Freitag entschied, ist der automatisierte Datenabgleich trotz eines Eingriffs in das Recht der informationellen Selbstbestimmung gerechtfertigt und verfassungskonform. Die Regelung diene einer Vermeidung des Leistungsmissbrauchs und da...

Fabian Köhler

Fast alle gegen Schindler

Nachdem am Donnerstag bekannt wurde, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) jahrelang europäische Ziele für den US-Geheimdienst NSA ausspionierte, blieben Konsequenzen am Freitag aus: Der Generalbundesanwalt leitete keine Ermittlungen ein, BND-Chef Gerhard Schindler blieb im Amt und das Bundeskanzleramt schwieg. Jenseits der politisch Verantwortlichen überwogen am Freitag hingegen Bekenntnisse der...

ndPlusFabian Lambeck

Verfassungsschutz bleibt unbehelligt

Der Gesetzentwurf zur Reform des Verfassungsschutzes zieht kaum Lehren aus den NSU-Morden. Auch die V-Leute dürfen wohl weiterhin machen, was sie wollen.

ndPlusUwe Kalbe

Einblicke nach dem Gipfel

Was ist nun zu tun gegen das anhaltende Flüchtlingsdrama am und im Mittelmeer? Eine plausible Antwort haben die EU-Regierungschefs bei ihrem Gipfel nicht gefunden. Und wohl auch nicht gesucht.

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Robert D. Meyer

Wo bitte geht es in die linke Zukunft?

Die »Linke Woche der Zukunft« sucht seit Freitag in Berlin nach einer Antwort für das Kommende. Am Ende des Kongresses dürfte eine Vielfalt an Perspektiven stehen.

ndPlusCarsten Hauptmeier

»Es tut mir unendlich leid«

Vor fünf Monaten starb die Studentin Tugce durch einen Schlag. Sie gilt als Symbol für Zivilcourage. Nun wird ihr Tod vor Gericht verhandelt. Der Angeklagte entschuldigte sich zu Beginn.

Wilfried Neiße

Zeugnis des deutschen Massenmords

Die Nazis haben den Sowjetbürgern unvorstellbares Leid angetan. Eine neue Datenbank gibt nun über die russischen Kriegstoten Auskunft. Russlands Botschafter erklärte, auch die Erinnerung mache sich auf den Weg in das digitale Zeitalter.

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Armenier gedachten der Toten von 1915

Jerewan. 100 Jahre nach dem Beginn der Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich hat der russische Präsident Wladimir Putin einen weltweiten Kampf gegen »Völkermord« gefordert. »Die internationale Gemeinschaft muss alles tun, damit sich die tragischen Ereignisse von einst nicht wiederholen«, sagte er am Freitag bei einer Gedenkzeremonie in der armenischen Hauptstadt Jerewan. Auch Frankreic...

ndPlusAert van Riel

Völkermord im Nebensatz

Bundespräsident Joachim Gauck und Parlamentspräsident Norbert Lammert sprechen unumwunden von einem Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren. Die Bundesregierung allerdings ist zurückhaltender.

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ndPlusHarald Neuber

»Feinde des Vaterlandes«

Die prekäre Menschenrechtssituation in Honduras ist den Vereinten Nationen eine nähere Betrachtung wert. Die konservative Regierung liegt mit Menschenrechtsorganisationen darüber im Clinch.

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Mibrag legt Kraftwerk auf Eis

Zeitz. Das Braunkohleunternehmen Mibrag sieht sich in seiner Existenz bedroht. Die Pläne der Bundesregierung zur zusätzlichen Einsparung von Kohlendioxid (CO2) brächten das Unternehmen in eine Notlage, teilte Mibrag am Freitag mit. Als gefährdet bezeichnete Unternehmenschef Joachim Geisler in der »Mitteldeutschen Zeitung« das geplante Braunkohlekraftwerk Profen in Sachsen-Anhalt. Unter den gege...

»Wir Putzfrauen wollen wieder arbeiten«

Der Kampf der 595 Putzfrauen in Athen um ihre Wiedereinstellung in der griechischen Finanzverwaltung wurde legendär. "Wir setzen momentan auf SYRIZA, weil die neue Regierung über die Zukunft Europas verhandelt", sagt eine von ihnen. Ein Gespräch mit Evangelia Alexaki.

Reimar Paul

20 Jahre Castor und kein Ende in Sicht

26 Behälter mit Strahlenmüll warten im Ausland auf den Transport nach Deutschland. Grund für die Verzögerung: Es gibt keinen Ort, an dem die Behälter bis zur späteren Endlagerung geparkt werden können.

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Martin Hatzius

Reim auf die Woche

Schuld sind die Schlepper. Das Gewissen, das gute,
 Ist rein gegenüber den Leichen. 
Erheben Sie sich jetzt zur Schweigeminute! 
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 Zurück zum Geschäft; das muss reichen....

Espen für gerettete Juden

Die österreichische Architektin Gabu Heindl und der Wiener Künstler Eduard Freudmann haben den Internationalen Architekturwettbewerb für die Gestaltung des in Warschau geplanten Denkmals zur Erinnerung an polnische Retter von Juden gewonnen. Die Jury habe sich nach langer Beratung für den von den beiden Österreichern konzipierten Wald der Erinnerung entschieden, teilte eine Sprecherin der Stift...

Hans-Dieter Schütt

Stein oder Nichtstein

An Seelenkälte wird sich heiß gerieben. Sexgier sucht Geldgier für gemeinsame Mordgier. Alle Herzen entsichert, aber die Magazine des käuflichen Glücks sind schnell leer - alles rasch verschossen, was man an Sehnsüchten geladen hat. Peng, sagt der Colt zum Kopf. Peng, sagt der Kopf zum Fußboden. Und dann steht man grinsend wieder auf. In schwitzenden Gesichtern greint, gurgelt, gluckst, grölt ein ...

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Deutsche Weltherrschaft

Ein unausrottbares Klischee über uns Deutsche besagt, wir wollten bei jeder Gelegenheit, die sich uns bietet, gleich die Weltherrschaft übernehmen. Die Völker der Welt seien deshalb gut beraten, stets wachsam zu sein. Weshalb der Kohl-Regierung als Gegenleistung für die Zustimmung der europäischen Länder zur deutschen Vereinigung 1990 das Ja zur Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung ...

ndPlusTobias Riegel

Ein Riese

Ob er wie Humphrey Bogart für Kussszenen auf ein Höckerchen steigen musste? Egal - verbindet doch Al Pacino so viel mehr als nur die unterdurchschnittliche Körpergröße mit dem kleinwüchsigen Giganten des Noir-Films der 40er Jahre. Etwa das Raubtiergrinsen. Das Augenflackern. Das kontrollierte innere Brodeln. Das glaubhafte Antiheldentum. Und die Fähigkeit, die Gefühlslage mindestens einer Generati...

David Siebert

Eine Urdroge der Menschheit

Die Ausstellung in Basel hält sich an die Devise des französischen Schriftstellers Jean Cocteau: »Ich verteidige nichts. Ich richte nicht. Ich trage belastende und entlastende Urkunden zum Prozess des Opiums bei.«

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Angst vor Dopern

Die UCI wird mal wieder Opfer ihrer Strukturen. Schon zum zweiten Mal hat die Führung des Radsportweltverbands bei der eigenen Lizenzkommission den Entzug des WorldTour-Status’ für das ständig dopingbelastete kasachische Profiteam Astana beantragt, doch erneut lehnte die Kommission jetzt ab. 2014 waren fünf Astana-Fahrer (drei davon im Nachwuchsteam) positiv getestet worden. Die Lizenz wu...

Torsten Teichert

Mit dem Rat der Alten

Zweitligist SC DHfK Leipzig steht kurz vor dem Bundesliga-Aufstieg. Ein Heimsieg gegen Verfolger DJK Rimpar Wölfe am Sonntag würde fast alle Zweifel beseitigen.Von Torsten Teichert, LeipzigVon seinem Vater holt er sich noch immer ein paar Ratschläge, und auch mit Handballikone Stefan Kretzschmar fachsimpelt er gern und regelmäßig. Der Zweitliga-Spitzenreiter SC DHfK Leipzig trägt trotzdem ganz kla...

ndPlusKlaus Bergmann und Stefan Tabeling, München

»Glaubt mir, sie sind die Stärksten«

Pep gegen Barça - auf dem Weg ins Finale müssen die Bayern Guardiolas Ex-Klub besiegen. Sein aktueller Klub kann schon am Wochenende wieder Meister eins werden.

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Jörg Soldwisch und Dominik Kortus, Neapel

Reif für höhere Aufgaben

Auch ohne das erhoffte »Wunder am Vesuv« überwog beim VfL Wolfsburg der Stolz auf eine mehr als anständige Europa-League-Saison. »Wir haben gezeigt, dass wir reif für höhere Aufgaben in Europa sind«, sagte Trainer Dieter Hecking nach dem 2:2 (0:0) im Viertelfinalrückspiel beim SSC Neapel. Auch Mittelfeldspieler Maximilian Arnold fand Wolfsburgs internationale Auftritte trotz der 1:4-Hinspielpleite...

ndPlusChristoph Ruf

Von der Straße ins Stadion

Experten befürchten, dass rechte Fußballfans auch in Stadien ihren Machtanspruch gewaltsam durchsetzen wollen. Die Demos von Pegida und ihren Ablegern werden oft schon von Hooligans geprägt.

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Martin Kröger

Revolutionäre ziehen durch Ohlauer

Die Polizei rechnet für die Walpurgisnacht und den 1. Mai mit einem ruhigen Verlauf der Veranstaltungen. Dennoch werden 7000 Polizisten aufgefahren. Die linksradikale Szene rechnet mit 30.000 Teilnehmern.

Die rote Fahne ist out

Her Rucht, der 1. Mai hat eine bewegte Geschichte als Kampftag der Arbeiterbewegung. Heute bringen viele mit dem Datum aber fast nur noch »Krawallmacher« in Verbindung. Woher rührt dieses Image?Massenmedien, zumal unter den Bedingungen einer verschärften Konkurrenz, reagieren vor allem auf das Spektakel und insbesondere auf Gewalt. Im Vergleich zu den ersten Nachkriegsjahrzehnten wird aber, zumal ...

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208 plus 60 Meter Toleranz

Graffitikünstler sprühen seit Freitag und noch bis Sonntag auf dem Gelände des Sozial- und des Umweltministeriums in Potsdam acht Wandbilder zum Thema »208 plus60m Toleranz - Buntes Brandenburg«. Damit soll ein Zeichen für die Aufnahme der Flüchtlinge aus den Krisenregionen der Welt gesetzt werden, sagte Finanzminister Christian Görke (LINKE) am Freitag. Er ist Schirmherr der Kunstaktion. Extra da...

ndPlusAndreas Fritsche

Volksbegehren beantragt

Das Aktionsbündnis Agrarwende hofft auf 80 000 Unterschriften gegen Massentierhaltung. Ein halbes Jahr ist Zeit.

ndPlusChristian Baron

»Görli« als Tabuzone für Schwarze?

Seit 31. März gilt im und um den Görlitzer Park eine »Null-Toleranz-Politik« gegen Drogenkriminalität. In ihrer ersten Zwischenbilanz bewerten zwei linke Kampagnen die Strategie als rassistisch.

Peter Kirschey

»Wer uns auslacht, der wird festgenommen«

Es ist schon ein teuflischer Paragraf, der § 113 des StGB: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Da kann man ganz schnell in etwas hineingeraten, was so eigentlich gar nicht stattgefunden hat.

ndPlusAndreas Fritsche

Behinderte sind keine Bittsteller

Sozialministerin Diana Golze (LINKE) legte am Freitag eine Bilanz des behindertenpolitischen Maßnahmepakets der rot-roten Regierung vor. Es wird fortgeschrieben.

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Zwei Spätlinge auf dem Domberg

Meißen. Markante Wahrzeichen: Der Dom und die Albrechtsburg prägen die Silhouette der Großen Kreisstadt Meißen in Sachsen. Um 1250 wurde mit dem Bau des Doms begonnen, Jahrhundertelang zierte das Bauwerk jedoch nur ein einziger Turm - der sogenannte »Höckrige Turm« an der Ostseite, welcher 1909 umfassend saniert wurde. Die beiden heute weithin sichtbaren 81 Meter hohen Türme der Westfassade wurden...

ndPlusUwe Kraus, Halberstadt

Und nach dem Konzert? Sekt in der Tram!

Halberstadt in Sachsen-Anhalt besitzt einen der kleinsten städtischen Straßenbahnbetriebe Deutschlands. Dennoch rollt dort nun probeweise eine Theater-Straßenbahn.

Partymüll im Buddelkasten

Spielplätze sind auch im Nordosten in Ermangelung von Alternativen oft der einzige Treffpunkt für junge Leute. Kommunen beklagen zunehmenden Vandalismus, die Beseitigung der Schäden ist teuer.

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Für Stephan Hermlin

»Welch eine Abendröte« - unter diesem Motto veranstaltet die Rosa Luxemburg Stiftung am 27. April im Gebäude am Franz-Mehring-Platz 1 einen Abend für Stephan Hermlin. »Zum 100. Geburtstag eines spätbürgerlichen Kommunisten« sind Marion Brasch und Andrej Hermlin miteinander im Gespräch. Es wird aus Werken des Schriftstellers gelesen. Musik kommt von Andrej und David Hermlin mit Band. nd...

Preis für Fuchs

Die in Berlin lebende Autorin Kirsten Fuchs hat mit ihrem Kinderstück »Tag Hicks oder fliegen für vier« den im gesamten deutschsprachigen Raum ausgeschriebenen Autorenwettbewerb »berliner kindertheaterpreis 2015« gewonnen. Der Preis wurde vor zehn Jahren vom GRIPS-Theater und der Gasag ins Leben gerufen. Heute gilt der »berliner kindertheaterpreis« dank seiner außergewöhnlichen Konzeption als die ...

Janowski geht

Marek Janowski (76), Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, gibt seinen Posten zum Sommer 2016 ab. Wie der Rundfunk-Berlin Brandenburg (RBB), einer der Mitgesellschafter des Orchesters, berichtete, habe die Trägergesellschaft ROC Janowski zunächst einen Vertrag über weitere fünf Jahre angeboten. Er werde seinen Verpflichtungen als Gastdirigent bis Ende 2016 nachkommen. RBB-Intendanti...

ndPlusElke Vogel

Fünf Köpfe und ein Kino

Chris Dercon, designierter Intendant der Berliner Volksbühne, holt ein fünfköpfiges internationales Künstlerteam an das Theater. Dazu gehören der französische Tänzer und Choreograf Boris Charmatz, Filmregisseur Romuald Karmakar (»Der Totmacher«) und Filmemacher und Medienwissenschaftler Alexander Kluge. Ebenfalls dabei: Die deutsche Theaterregisseurin Susanne Kennedy und die dänische Choreografin ...

Gerät soll Tiergesundheit messen

Dummerstorf. Forscher und Tierhalter wollen gemeinsam ein Messsystem für das Wohlbefinden und die Gesundheit von Nutztieren entwickeln. Ziel sei es, mit einem schnellen und einfach zu handhabenden System gleichzeitig mehrere biochemische Marker zu bestimmen, sagte Martin Kunze vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf (Mecklenburg-Vorpommern) in dieser Woche bei einem »Innovat...

Andreas Hummel, Erfurt

Mehr als 10 000 Nachkommen pro Jahr

Mit Knopfaugen und spitzer Nase sind Mäuse eigentlich possierliche Tierchen. Derzeit treiben sie aber wieder vielen Bauern Sorgenfalten auf die Stirn. Auch in Thüringen wird über Gifteinsatz gestritten.

ndPlusSigrun Clausen und Angela Dietz

Das Erbe der Elisabeth Grundmann

»Was bleibt von mir?«, fragte sich Elisabeth Grundmann. Und die engagierte Frau beschloss, ihren zehn engsten Weggefährtinnen jeweils 3000 Euro zu hinterlassen - verbunden mit einer Auflage.

Klaus Hammer

Das gezeichnete Ich

Gerhard Altenbourg, der vor 25 Jahren - wenige Wochen nach dem Fall der Mauer - tödlich verunglückte, ließ sich vom Spiel der Formen und Farben tragen, um in deren Verlauf durch raffinierte Technik einzugreifen - mit feinen Marderhaarpinseln gepünktelt und gestrichelt, mit Feder, Tusche, Teeaufguss, gewaschen, d.h. auf dem Papier zerfließend, mit Kreide und Gouache. Er erfand Strukturen im Ungefor...

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Sieben Tage, sieben Nächte

Bei Meldungen vom Arbeitsmarkt hören viele längst nicht mehr richtig hin. Es handelt sich oft um Zahlensalat, und brennpunkttauglich ist das Thema auch nicht. So geht es eben im allgemeinen Nachrichtenrauschen weitgehend unter, wenn wie in dieser Woche erzählt wird, der Anteil atypischer Beschäftigung sei drastisch gestiegen. Teilzeit, befristet, geringfügig beschäftigt und ebenso bezahlt, Leih...

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Hajo Obuchoff

Rock’n’Roll und heiße Nähte

Anfangs schien es ein unglaubliches Gerücht zu sein, als es vor 40 Jahren hieß, tausende DDR-Bürger könnten ausreisen - in die Sowjetunion, zeitweilig. Eine Fernleitung für Erdgas aus dem Ural sollte nach Europa verlegt werden. Ausnahmsweise gelang es der Partei, junge Leute zu begeistern. Am 21. April 1975 machte sich der erste Konvoi mit künftigen Trassenbauern und Bautechnik in Halle auf den etwa 1750 Kilometer langen Weg in die Ukraine. Sechs Tage später kam er in Tscherkassy an. Es war der Auftakt für ein Abenteuer - sowohl für Tausende noch folgender Trassenbauer als auch für die Wirtschaft der DDR.

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Anna Maldini, Rom

Kein Felsplateau im Nirgendwo

Ich danke der Küstenwache dafür, dass sie die Toten der letzten furchtbaren Tragödie nicht zu uns nach Lampedusa gebracht hat. Auf unserem Friedhof ist kein einziger Platz mehr frei. Aber wir sind weiterhin solidarisch.

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ndPlusWaltraud Hagen

Müssen wir siegen?

Erinnern Sie sich noch an ein Foto von vor zwei Wochen? Zwei Männer saßen zusammen an einem kleinen runden Tischchen in Panama beim Amerika-Gipfel. Schon davor hatten sie Schlagzeilen, ihr Händeschütteln wurde kommentiert, ehe es zustande gekommen war, ihr erstes Aufeinandertreffen aus der Versenkung von 2013 geholt, als sich Raúl Castro, der Kubaner, und Barack Obama, der US-Amerikaner, bei de...

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Deutsch

Seit langem kann die deutsche Sprache als erfolgreich komplett heruntergewirtschaftet gelten. Obwohl sie sich ständig verändert, verändert sie sich fortwährend zum Schlechteren. Sie ist kaltschnäuzig, oft schwerfällig bis zur Unerträglichkeit, hat deutliche Züge von Brutalität bis hin zum offenen Sadismus, und ihre Gesetze sind für die meisten normal denkenden Menschen nicht im Mindesten durchs...

Hirnforscher mit poetischer Ader

Der älteste Sohn eines Arztes wuchs in behüteten Verhältnissen auf. Als Kind wurde er zunächst von seiner Mutter unterrichtet, dann besuchte er eine Privatschule und trat mit elf Jahren in ein humanistisches Gymnasium ein. Hier musste er nicht nur Latein und Griechisch lernen, sondern auch Französisch und Italienisch. Zwar tat er all dies mit großem Fleiß, aber wenig Neigung. Viel mehr interess...

ndPlusVon Martin Koch

Leben in der Zwischenwelt

Was in einer Gesellschaft als »normal« akzeptiert wird, hängt in erster Linie vom Stand des Wissens und dem herrschenden Zeitgeist ab. Beispiel Homosexualität. Früher wurde diese sexuelle Orientierung als »widernatürlich« beschrieben und den psychischen Erkrankungen zugerechnet. Inzwischen hat sich zumindest hierzulande die Erkenntnis durchgesetzt, dass Homosexualität eine Normvariante des Sexu...

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ndPlusFranz Schandl

Eat is murder

Die Kehrseite allen Speisens ist die Entwesung von Materie. Insbesondere ihre Überführung vom Leben ins Nichtleben. Kochen bedingt ein Schlachten und ein Schneiden, ein Zerlegen, ein Verfügen, ein Kombinieren.

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ndPlusLena Tietgen

Mehr Elite, weniger Wissenschaft

Mit dem Beschluss, die Exzellenzinitiative ab 2018 für weitere zehn Jahre mit vier Milliarden Euro zu verlängern und eine Millionen Euro in die Nachwuchsförderung zu stecken, haben die Fraktionsspitzen von CDU/CSU und SPD ausschließlich dem Koalitionsfrieden gedient. Die grundlegenden Probleme bei der Finanzierung des Hochschulwesens werden dadurch nicht gelöst. Zum einen werden die Länder, die...

Lena Tietgen

Finanzspritze für die Wissenschaft

Auf ihrer Klausurtagung in Göttingen beschlossen die Fraktionsspitzen von SPD und CDU/CSU dieser Tage die »Fortführung der Exzellenzinitiative«, also die Förderung der Spitzenforschung an ausgewählten Hochschulen. Die Forschungseinrichtungen sollen laut cducsu.de im Anschluss an die jetzige Initiative zwischen 2018 und 2028 vier Milliarden Euro erhalten. Eine weitere Milliarde Euro soll laut sp...

Jan Bojaryn

Erst machen, dann lernen

In Berlin wurde Anfang der Woche der Deutsche Computerspielpreis verliehen. Bei der Bewertung der Games geht es dabei zunehmend darum, deren kulturelle Bedeutung in den Vordergrund zu stellen. Spielemachen mag eine vergleichsweise neue Kunst sein. Aber es gibt sie schon seit Jahrzehnten. Längst werden Großprojekte vom Maßstab eines Assassin’s Creed über mehrere Jahre hinweg von Hunderten Mensch...

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Gedenken und weiter kämpfen

nd: Adelmo, wie wirst du den 25. April feiern? Cervi: Ich weiß nicht, ob der Tag wirklich für eine Feier geeignet ist. Es ist ein Tag des Gedenkens, und es ist auch ein Tag des Kampfes. Ich werde mit Freunden und Genossen in Marzabotto sein, dem Ort, an dem so viele unschuldige Menschen, unter ihnen Frauen und kleine Kinder, das Leben lassen mussten. Opfer eines Krieges, den sie nicht angezet...

ndPlusAnna Maldini

Aus Liebe am Menschen

Carla habe ich zum ersten Mal auf der großen Treppe zu ihrem wunderbaren Haus in Rom gesehen. Sie rauchte Pfeife. Ich habe das für Snobismus gehalten und war ihr gegenüber ungehobelt und beleidigend. Mir war überhaupt nicht klar, dass die Pfeife einfach nur eine schlaue Art war, um den kostbaren und rationierten Zigarettentabak auch wirklich bis zum letzten Krümel aufzurauchen.« So erinnerte si...

Karl-Heinz Gräfe

»Je sechs hodin ...« - Es begann um sechs Uhr

In den letzten Kriegswochen ging es Schlag auf Schlag - wenngleich unter großen Opfern. Am 13. Februar 1945 wurde Budapest befreit, am 4. April Bratislava, Wien wurde am 13. April eingenommen und und Brno am 26. April. Über zwei Millionen Soldaten dreier sowjetischer Fronten und zweier polnischer Armeen trieben die deutsche Wehrmacht vor sich her, eroberten in der zweiten Aprilhälfte das nördli...

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Iris Rapoport

Die Insulaner

Diese Insulaner sind Hormone. Und die Inseln, von denen sie stammen, sind kleine Zellhaufen im Gewebe der Bauchspeicheldrüse. Eines der Hormone ist sogar nach seiner Abstammung benannt - das Insulin. Es ist das einzige Hormon, das den Blutglucosespiegel zu senken vermag. Im fein abgestimmten Wechselspiel mit seinen Gegenspielern, zu denen auch das in benachbarten Inselzellen gebildete Glu...

Jean-Louis Santini und Richard Heister

Blick in die Frühzeit des Universums

Einen Schönheitspreis würde »Hubble« wohl nicht gewinnen. Schließlich erinnert das Gerät an ein mit Alufolie umwickeltes Kanonenrohr von den Ausmaßen eines Busses. Doch hinter dem spröden Design verbirgt sich ein Wissenschaftsinstrument, das die Menschen wie kaum ein anderes das Staunen gelehrt hat: Mit atemberaubenden Bildern aus dem All hat das Weltraumteleskop seit seinem Start vor 25 Jahren...

ndPlusAndreas Göbel

Schleimige Computer

Schleimpilze, die als lebende Sensoren funktionieren, gleichzeitig Infrastrukturplaner inspirieren und nebenbei noch gut aussehen? Schwer vorstellbar. Doch wenn Theresa Schubert von dem multinationalen fächerübergreifenden Projekt »Physarum Chip - Growing Computers from Slime Mould« (Physarium-Chip - Computer aus Schleimpilzen züchten) erzählt, an dem sie für die Bauhaus-Universität Weimar mita...

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ndPlusMartin Koch

Ohne Sex zum Wunschkind

Nur der eheliche Akt versetze Mann und Frau in die Lage, neues Leben zu zeugen, stellte Papst Paul VI. 1968 in seiner Enzyklika »Humanae vitae« fest. Ironie der Geschichte: Im selben Jahr begann mit dem Siegeszug der von der katholischen Kirche verdammten »Antibabypille« in den westlichen Ländern die sogenannte sexuelle Revolution. Die Pille garantierte fortan eine zuverlässige Empfängnisverhüt...

Kinderkriegen ohne Altersgrenze?

nd: Eine 65-jährige Berlinerin, die mit Vierlingen schwanger ist, hat die Debatte über das, was Medizin darf, neu angefacht. Hat sie den anderen Kinderwunsch-Patienten einen Bärendienst erwiesen? Griesinger: Nicht nur den Kinderwunsch-Patienten, auch dem gesamten Fachgebiet. Der Fall ist ja in vielerlei Hinsicht hochproblematisch. Da ist einmal die Zeugung von Vierlingen. In Deutschland erlau...

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Denkspiellösung

Auf der Spielplatz-Seite vom 11.4. hatten wir nach einem Wochentag gefragt, an dem ein bestimmtes Partygespräch stattgefunden hatte: Es war der Sonntag. Unter den richtigen Einsendungen wurde Margrit Pflugbeil aus Werben als Buchgewinnerin gezogen - herzlichen Glückwunsch! An sie geht der Roman »Das große Leuchten« von Andreas Stichmann aus dem Rowohlt Verlag. Ein exemplarischer Lösungswe...

Gegner zum Foul zwingen

Snooker wird ausgetragen mit 15 roten und sechs andersfarbigen Kugeln sowie dem weißen Spielball. Grundprinzip: Abwechselnd müssen mit dem Spielball eine rote und eine der andersfarbigen Kugeln in den Löchern (auch »Taschen« genannt) des Spieltisches versenkt werden. Jeder Ball hat einen bestimmten Wert. Rot zählt einen Punkt; der Wert der nachfolgenden Farben Gelb, Grün, Braun, Blau, Pink und ...

ndPlusMike Mlynar

Qual der Flintenwahl

»So schnell schießen die Preußen nicht!« Die deutsche Bibel der Geflügelten Worte, der »Büchmann«, legt sich zum literarischen Ursprung nicht fest. Zeitlich einzugrenzen sei die Quelle indes. Und zwar auf den Sommer 1866, als nämlich Preußen Österreich den Krieg erklärte. In diesem schossen die Preußen dann allerdings sensationell schnell. Und offensichtlich - siehe Schlacht von Königgrätz und ...

Von René Gralla

Rituale am heiligen Tisch

Wenn diese Gentlemen in ihren Ring bitten, führt der Weg dorthin aus der City in die nördlichen Randbezirke. Hier ähnelt Hamburg nicht London, sondern Birmingham. Die Nummer 102 b in der Bramfelder Straße steht an einem schlichten Kasten, von dessen Lieferrampe die Fahrzeuge der Hamburger Tafel starten. Einerseits deutet nichts darauf hin, dass ausgerechnet dort auf der ersten Etage eine Verein...

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ndPlusStephan Brünjes

Junger Mann zum Mitreisen gebucht

Ich hätte ihn fast rausgeschmissen aus meinem Wagen«, empört sich Isaac, der farbige Taxifahrer, und erzählt auf dem Weg vom Johannesburger Flughafen in die City von einem Deutschen, der auf dem Beifahrersitz ständig von dunkelhäutigen Südafrikanern als »Kaffern« sprach. »Ein schlimmes Schimpfwort der Weißen aus der Apartheidzeit«, ruft Isaac, »heute bei Strafe verboten - auch ein Verdienst von...

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Infos

Centrum Theater Dresden: Trompeterstraße 5, 01069 Dresden Tel.: (0351) 32 35 32 48 www.centrumtheater.de Asisi Panorama: Gasanstaltstraße 8b, 01237 Dresden Tel.: (0341) 35 55 34-0 www.asisi.de Star Inn Hotel: Altmarkt 4, 01067 Dresden Tel.: (0351) 30 71 10 starinnhotels.com/star-inn-hotel-premium-dresden-im-haus-altmark...

So geht’s: Machen Sie mit!

Die Texte dürfen 60 Maschinenzeilen à 90 Zeichen (einschließlich Leerzeichen) nicht überschreiten. Längere Geschichten haben keine Chance, in die Wertung zu kommen. Über illustrierende Fotos zu Ihrem Text freuen wir uns. Wenn Sie diese nicht in digitaler Form besitzen, schicken Sie die Bilder als Reproduktion, da es sich sicher häufig um unwiederbringliche Zeitdokumente handelt! Eins...

Sichern Sie sich Ihren Platz

Jetzt wird es aber wirklich Zeit, dass Ihnen die Idee für Ihre Geschichte zum Thema »Wenn alle Wege offen stehen« einfällt. Denn: In zwei Wochen, am 10. Mai, ist Einsendeschluss. Und Sie wollen doch sicher mit zu den Glücklichen gehören, deren Geschichte am Abschlussabend von zwei Prominenten vorgelesen wird. Wer das sein wird, verrate ich Ihnen in der nächsten Woche. Lassen Sie sich überrasche...

Aber der Mensch braucht doch Flügel

Es war die Nachkriegszeit. Halka wurde von ihrer Mutter allein erzogen. An einem schlimmen Tag, als Halka acht war, lief sie ihrem Ball nach und gegen einen Bus. Das linke Bein sei nicht zu retten gewesen, hieß es. Das Krankenhaus überstand Halka nur, weil sie die Bücher für sich entdeckte. Halka lebte nun bei Pflegeeltern. Sie erhielt eine Prothese und kam damit bald gut zurecht. Halka w...

Schnitzeljagd, Barock und Eierschecke

Sollten Sie selbst nicht in der Lage sein, sich in geflächdn Säggs’sch zu unterhalten, so müssen Sie keineswegs verzagen. Mor gann das lern: Gusche offmachn, Undergiefor vorschiemn un nausloofen lassn. Alles klar? Falls Sie aber doch noch klitzekleine phonetische Schwierigkeiten haben, die Gebrauchsanweisung für »Säggs’sch for ju« zu verstehen, so bewirkt vielleicht eine Reise zur Quelle der Sp...

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Thomas Bruhn

Das Cottbus-Projekt

Viele Wege führen nach Rom, aber nur zwei auf die Bretter, die Welt bedeuten. Der geläufigste Weg ist wohl, dass ein Regisseur einen fertigen Text nimmt und diesen mit Hilfe von Schauspielern und all den anderen Künstlern hinter den Kulissen auf die Bühne bringt. Gelingt die Inszenierung, so trifft ein alter Text in neuem Kostüm den Nerv der Zeit. Dass Texte aus jeglicher Ära heute anrühren, li...