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Unten links

Das defensive Mittelfeld ist, anders als ein Sturmgewehr, nicht zur Treffsicherheit verpflichtet. Außer im Elfmeter-Schießen. Dass Lahm und Alonso in den entscheidenden Minuten des DFB-Pokal-Halbfinales keine bessere Figur machten als ein G36 bei außerplanmäßigen Temperaturen, sollte Verteidigungsminister Pep Guardiola zu denken geben. Denken könnte er zum Beispiel an seine Kollegin Oberursel v...

Fabian Lambeck

Streiken gegen den Schwund

Der 1. Mai ist längst nicht mehr nur der Kampftag der Arbeiterklasse, sondern dient den Gewerkschaften als Selbstvergewisserung. DGB und Co. stecken in der Krise. Da kommt die Kritik des GDL-Chefs gerade richtig.

Nach Bombenfund sucht Polizei nach Mittätern

Oberursel. Die hessischen Sicherheitsbehörden haben womöglich im letzten Moment einen islamistischen Terroranschlag vereitelt. Im Fokus soll ein Radrennen gestanden haben, zu dem am 1. Mai Zehntausende Zuschauer erwartet wurden. In der Nacht zum Donnerstag nahm ein Spezialeinsatzkommando in Oberursel im Taunus ein Ehepaar fest. Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Ermittler im Keller eine f...

Keine Einigung zu Friedenstruppe

Moskau. Russland hat Diskussionen über die Entsendung von Friedenstruppen in die umkämpfte Ostukraine als verfrüht zurückgewiesen. Zunächst müsse das Friedensabkommen von Minsk (Minsk II vom 12. Februar) vollständig umgesetzt werden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag russischen Nachrichtenagenturen. Er widersprach damit Angaben der ukrainischen Regierung, die nach einer Telefonkonfe...

Feiern und Kämpfe

Berlin. Die Lokführergewerkschaft GDL gab sich zum 1. Mai außerordentlich kämpferisch. Nachdem sie am Donnerstag ein neues Tarifangebot der Bahn platzen ließ, steht jetzt ein weiterer Arbeitskampf in Aussicht: »Nun denn - diesmal wird es richtig lang«, hieß es in einer Stellungnahme. Sieben Mal legte die Gewerkschaft bereits den Schienenverkehr lahm, jetzt stellt sie einen langen Streik in Aussich...

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Stephan Fischer

Die Natur des Berufs

Jeder Beruf kann, mit genügend Hingabe und manchmal auch Versessenheit erfüllt, auch Berufung sein oder werden. Zur Natur von Journalistinnen und Journalisten gehört es, Fragen zu stellen. Zu berichten. Und dann die Fragen der Leser, Hörer oder Zuschauer zu beantworten. Oder im besten Sinne aufzuklären. Zur Natur dieses Berufes gehören Widrigkeiten und Widerstände, politische und ökonomis...

Andreas Fritsche

Entlarvender Antrag der AfD

Brandenburgs AfD-Landtagsfraktion hat erst kürzlich einen Kranz für Opfer des KZ-Außenlagers Klinkerwerk niedergelegt. Doch nun hat sie offensichtlich beantragt, die im Haushaltsentwurf vorgesehenen Mittel zu streichen, die für das Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und für ähnliche Initiativen vorgesehen sind. Statt 1 176 100 Euro im Jahr 2015 und 1 212 300...

ndPlusRené Heilig

Aufmarschgebiet Deutschland

Nächtlicher Fluglärm empört dieser Tage Einwohner von Würzburg. Früher, als es noch zwei Deutschlands und sich belauernde Militärblöcke gab, war das nicht ungewöhnlich. Aber heute? Geht es wieder los? Der Russe ist schuld! Er raube fremdes Gebiet, provoziere die Freie Welt, da könne man nicht stillhalten, sagt die NATO. Und testet schnelle Speerspitzen unter deutscher Führung. Auch GIs spielen ...

Martin Ling

Lebensmutig

Der Nachname ist weltberühmt: Allende. Und auch der Vorname hat es in sich: Isabel. Doch bei dieser Isabel Allende handelt es sich nicht um die gleichnamige Schriftstellerin, sondern um die Tochter des früheren chilenischen Präsidenten Salvador Allende und die Großcousine besagter Schriftstellerin, die durch »Das Geisterhaus« weltberühmt wurde. Die Politikerin Isabel Allende schreibt nun ...

ndPlusMartin Leidenfrost

Für die Fische

»Stell dir vor!« - nach dem Einzug von zwei Tierrechtlern ins Europäische Parlament ging manche Brüsseler Augenbraue hoch: »Stell dir vor, diese Holländerin hat den Fischereikommissar nach den Gefühlen der Fische gefragt!« Neulich suchte ich nicht nur diese Holländerin auf, sondern auch eine Engländerin von der Fischerlobby. Viel hatten die Frauen nicht gemein: Beide stammten aus abgehängten Pr...

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ndPlusAnne Goldenbogen

Der Imperativ der Versöhnung

»Wir wurden dazu verurteilt weiterzuleben.« So fasst Eva Pusztai-Fahidi, Auschwitzüberlebende und Nebenklägerin im Prozess gegen den ehemaligen SS-Mann und sogenannten »Buchhalter von Auschwitz« Oskar Gröning, das Trauma derjenigen in Worte, die der Vernichtungsmaschinerie der Nazis lebend entkamen. Die Strategien des Umgangs damit sind so unterschiedlich wie die Überlebenden selbst: Schweigen,...

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ndPlusIsmail Küpeli

Kein Platz für Protest

In den vorangegangenen Wochen wurde darüber verhandelt und gestritten, ob Kundgebungen zum 1. Mai am Taksim-Platz in Istanbul zugelassen werden - oder ob der symbolträchtige Platz wie in den beiden vergangenen Jahren großräumig gesperrt sein würde. Die Signale seitens der Regierung waren widersprüchlich: Nachdem Vasip Şahin, der Gouverneur von Istanbul, die Sperrung des Platzes angewiesen ...

DGB verteidigt Mindestlohn

Mehr als 400 000 Teilnehmer zählte der DGB auf seinen Mai-Kundgebungen. In Weimar kam es dabei zu einem schockierenden Vorfall, als Rechtsextreme die Veranstaltung attackierten.

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René Heilig

NSA-Interesse an »diplo« und »bundesamt«

Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll bei der Kooperation mit der National Security Agency (NSA) im August 2013 - also nach ersten Enthüllungen des US-Whistleblowers Edward Snowden - rund 12 000 sogenannte Selektoren gelöscht haben, die sich auf europäische Diplomaten, Institutionen und Firmen bezogen. Dass die NSA mit BND-Hilfe bei Verbündeten spionierte, war da seit langem bekannt. Bereits 2008...

ndPlusGerhard Armanski

Kühle Ästhetik des Schreckens

München scheute lange die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte als »Hauptstadt der Bewegung«. 70 Jahre nach Kriegsende soll sich das nun ändern.

Aert van Riel

Das Mandat als Nebenjob

Seit seiner gescheiterten Kanzlerkandidatur ist Peer Steinbrück wieder wie früher ein Einzelkämpfer. Bei einem Vortrag vor Zeitarbeitsunternehmern hat er sich vor Kurzem zur neoliberalen Politik bekannt.

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Schutzmantel für Reaktor

London/Kiew. Für den Bau eines neuen Schutzmantels für den Katastrophenreaktor von Tschernobyl haben internationale Geldgeber zusätzliche 180 Millionen Euro zugesagt. Das teilte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung am Mittwoch nach einer internationalen Konferenz in London mit. Der Bau der riesigen Stahlkonstruktion, der mehr als zwei Milliarden Euro kosten wird, soll Ende 2017 fe...

Das Elend nach der Katastrophe

Knapp eine Woche nach dem Erdbeben in Nepal sinkt die Hoffnung auf weitere Überlebende. Nach Schätzungen der Armee könnte die Anzahl der Opfer auf 15 000 steigen.

ndPlusOliver Eberhardt, Abu Dhabi

Saudi-Arabien setzt Bombenkrieg fort

Die saudische Luftwaffe hat den Flughafen von Sanaa bombardiert; Iran habe versucht, Waffen an die Huthi-Milizen in Jemen zu liefern, heißt es zur Rechtfertigung. Ob die Vorwürfe stimmen, ist fraglich.

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ndPlusThomas Berger

Grenzen der Meinungsfreiheit Down Under

Allzu deutliche Kritik am nationalistisch gefärbten Gedenken an die australischen Kriegsbeteiligungen im 20. Jahrhundert, besonders in der Türkei vor genau 100 Jahren, wird in Australien nicht geduldet.

Werner Birnstiel

Chinesen paradieren über den Roten Platz

In schwierigen geopolitischen Zeiten rücken China und Russland wieder näher zusammen. Verbunden sind sie durch gemeinsame Interessen und Zukunftspläne. Als "Allianz" wollen sich die Partner allerdings nicht verstanden wissen.

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Niedersachsen drängt auf Glyphosat-Verbot

Frankfurt am Main. Niedersachsen dringt auf ein weitgehendes Verbot des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in Deutschland. Landwirtschafts- und Verbraucherminister Christian Meyer (Grüne) verwies in der »Neuen Osnabrücker Zeitung« vom Donnerstag auf neueste Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Glyphosat als »wahrscheinlich krebserzeugend« beim Menschen eingestuft hatte. Auch ...

Apple warnt seine Anleger

Cupertino. Apple hat seine Anleger erstmals gewarnt, dass die EU-Untersuchung des irischen Steuersystems zu einer milliardenschweren Belastung für das Unternehmen führen kann. Die EU-Kommission könne Irland auffordern, Steuernachzahlungen für bis zu zehn Jahre einzufordern, schrieb der iPhone-Konzern in seinem Bericht zum vergangenen Quartal. Apple könne noch keinen Betrag schätzen. Bisher hatt...

John Dyer, Boston

Das Freihandelsbündnis

Der republikanisch geführte Kongress will dem Präsidenten einen Blankoscheck für die Verhandlungen über die Freihandelsabkommen mit Asien und Europa geben. Kritik kommt von den Demokraten.

ndPlusOliver Eberhardt, Riad

Saudis öffnen ihre Börse

Saudi-Arabien öffnet seine Börse für ausländische Investoren. Mit den Öleinnahmen allein kann das Land seinen Lebensstandard auf Dauer nicht halten. Damit steht und fällt auch die Macht des Königshauses.

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Eine Zeitung fürs Handy?

Im Konflikt um die kostenfreie Tagesschau-App der ARD haben die Zeitungsverlage einen wichtigen Etappensieg errungen: Der Bundesgerichtshof (BGH) folgte am Donnerstag ihrer Beschwerde gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Köln, das die Anwendung für Smartphones und Tablets für rechtmäßig erklärt hatte. Jetzt müssen die Kölner Richter neu verhandeln und prüfen, ob es sich bei den Inhalten d...

Unperfektes Magdeburg

Magdeburg setzt im Rennen um den Titel Kulturhauptstadt 2025 auf seinen Umgang mit historischen Umbrüchen. Ein Schwerpunkt solle der Wiederaufbau nach 1945 und der Strukturwandel von einer Industrie- zu einer Wissenschaftsstadt sein, sagten die Organisatoren bei der Vorstellung ihrer Bewerbungsstrategie. »Ich bin überzeugt, dass wir gute Chancen haben, weil Magdeburg eben nicht die perfekte Stadt ...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Scherben bringen schönes Licht

Der kulturpolitische Streit in Berlin hat nichts mit dem Theatertreffen zu tun – und alles. Denn die drei Wochen im Mai sind immer auch Diskussionstreff: Was ist, was bedeutet Theater?

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Martin Hatzius

Reim auf die Woche

Ohne BND-Spione 
Wüssten wir – verrat ich viel? – 
Nichts von all den Terroristen
 Zwischen Ammergau und Kiel. Ohne Überwachung nähmen
 Wasserstoff- äh -peroxid 
Oberursels Islamisten 
Unbemerkt vom Baumarkt mit. Und die Erde würde beben!
 Baltimore und Kathmandu,
 Würd es diesen Dienst nicht geben, 
Wären hier und imme...

Aufbrechen

Mit dem Amtsantritt des Generalmusikdirektors Kent Nagano steht die Hamburger Staatsoper vor einer neuen Ära. Eröffnen wird der US-Amerikaner die Spielzeit 2015/2016 am 19. September mit Hector Berlioz’ »Les Troyens« in der Regie von Michael Thalheimer. Der 63-jährige Nagano wird Nachfolger der australischen Dirigentin Simone Young, die die Staatsoper zehn Jahre geleitet hat. Nagano war bis ...

Einmischen

Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh wird am 10. Mai in Wolfsburg den mit 15 000 Euro dotierten Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur entgegennehmen. Die Laudatio werde der Hamburger Publizist und Literaturkritiker Wend Kässens halten, teilte die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg am Freitag mit. Die Bank ist Stifterin des Preisgeldes. Der bereits für das vergangene Jahr gepla...

Unermüdlich

Humor hat er, auch wenn er auf die meisten bei der ersten Begegnung wohl einen eher professoral-ernsten Eindruck macht. Nun, er ist ja auch Professor. In seinen Memoiren, getitelt mit der Erkenntnis »Geschichte kennt kein Pardon«, berichtet er: »Am dritten Tag des Wonnemonats Mai wurde ich mittels einer Spezialzange ans Licht der Welt gezogen. Auf den Kalendern las man das Jahr 1930. Bevor mein Va...

Ein Fall für den Duden

Der Duden ist in dieser Sache unerbittlich ehrlich und offen: Ein Ausrutscher, definiert das Sprachlexikon der Deutschen, habe folgende drei Bedeutungen: das Ausrutschen auf einer glatten Fläche, die Umschreibung eines Fauxpas und das Ergebnis eines »nicht zu erwartenden, überraschenden Misserfolgs«. Letztere Definition drückt die ganze Tragik des Ausrutschers aus. Es verhält sich mit dem Ausrutsc...

Lilian-Astrid Geese

Die Abgründe der menschlichen Seele

Eine Nacht, Markowitz« hieß 2013 das furiose Debüt der Tel Aviver Psychologin Ayelet Gundar-Goshen. Dafür erhielt die junge Autorin den renommierten Sapir-Preis. Nun legt sie mit einem weiteren psychologischen Thriller nach.

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Aus der Gosse zum Luxus

Auch Floyd Mayweather wuchs in einer ärmlichen und von Drogen dominierten Familie auf. Auch er entkam durchs Boxen. Anders als Pacquiao protzt »Money« Mayweather jedoch mit seinem Reichtum. Uhren-, Schuh- und Autosammlung sind legendär. Aber der US-Amerikaner boxt auch gut, er verlor noch keinen seiner 47 Profikämpfe. Daher gilt er in gewichtsklassenübergreifenden Ranglisten auch als derzeit weltb...

Oliver Kern

Ein Vorteil, der keiner ist

Maarten van Garderen genoss den Augenblick, auch wenn seine Freude nur wenige teilten. Der Niederländer in Diensten des VfB Friedrichshafen brüllte sie heraus. Die Fäuste geballt und jeden Muskel angespannt, rannte er übers Parkett der Max-Schmeling-Halle, während mehr als 8500 Berliner Volleyballfans um ihn herum fassungslos auf ihre Sitze daniedersanken. Der letzte Block - van Garderens einziger...

ndPlusFrederic Spohr, Bangkok

Die Faust der Philippinen

Manny Pacquiao ist ein Volksheld in den Philippinen. Vor allem die Armen vergöttern den Boxer. Vor dem Kampf gegen Floyd Mayweather an diesem Samstag erreicht die Euphorie einen neuen Höhepunkt.

ndPlusUllrich Kroemer, Dresden

Meister der Lösungssuche

Die Frauen des Dresdner SC sind die neue Volleyballmacht in Deutschland. Nach dem vierten Titel sucht der Klub neue Wegen, um Talente an die Spitze zu führen.

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Boll souverän, Franziska überrascht

Die Weltmeisterschaften gehen in ihre entscheidende Phase. Und der Deutsche Tischtennis-Bund ist im chinesischen Suzhou noch mit Medaillenhoffnungen dabei.

ndPlusMatthias Koch

Die spinnen, die Dresdner

Nun soll es der 27. Trainer seit 1990 richten: Ab der kommenden Saison ist Uwe Neuhaus Chefcoach in Dresden. Diese Personalie verrät Dynamos größten Wunsch: Kontinuität - und dadurch Erfolg.

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Friedliche Walpurgisnacht

Die traditionelle Demonstration linker Gruppen zur Walpurgisnacht in Berlin ist weitgehend friedlich verlaufen. Nach vorläufigen Angaben von Polizeisprecher Stefan Redlich wurden vier Menschen festgenommen. Ein Beamter wurde leicht verletzt. Der Polizei zufolge liefen am Donnerstagabend rund 2700 Menschen von Wedding nach Prenzlauer Berg. Das waren ähnlich viele wie vergangenes Jahr. Die Veranstal...

Bernd Kammer

Raus aus der Warteschleife

Wenn zwei sich streiten, freut sich meist der dritte. Wenn alle drei sich streiten, kommt selten Freude auf, vielmehr kann alles schnell im Chaos enden. Es sei denn, einer verliert die Nerven und gibt klein bei. Michael Müller hat die Nerven verloren und wird den ungeliebten Chefposten im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft doch übernehmen. Den wollte er nicht, im Gegenteil. Er wollte ...

Bernd Kammer

Mit Müller auf Kurs

Die Flughafeneigner unterstützten den Senatschef bei der Absicht, den Chefposten im BER-Aufsichtsrat zu übernehmen.

ndPlusJosephine Schulz

Wie Karneval der Kulturen

Rings um die Oranienstraße herrscht Multi-Kulti, die Leute tanzen, trinken und unterschreiben für den Mieten-Volksentscheid. Ein bisschen politisch durfte es an diesem Tag damit auch in Kreuzberg zugehen.

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Feierstunde zur Befreiung

Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) und die Botschafter Polens und Russlands Jerzy Marganski (r.) und Wladimir Grinin (l.) unterhalten sich am Donnerstag bei der Feierstunde des Landtags zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Der Landtag beschloss, dass der 8. Mai in Brandenburg künftig Gedenktag ist. Damit soll auch in der jüngeren Generation die Erinnerung an die Gräuel des Nazire...

ndPlusAndreas Fritsche

319 143 Arbeitslose

In der Hauptstadtregion fiel die Arbeitslosenquote im April auf 10,1 Prozent. Real sank sie aber nur in Brandenburg - erstmals auf unter neun Prozent. In Berlin verharrte sie bei elf Prozent.

ndPlusMarina Mai

Paule III holt über

Eine Saison musste sie pausieren, doch jetzt sorgten 18 000 Unterschriften für den Weiterbetrieb der Touristenattraktion.

ndPlusAndreas Fritsche

92 Angriffe auf Politikerbüros

26 Attacken auf Partei- und Abgeordnetenbüros seit der Landtagswahl 2014 sind aufgeklärt. In 23 Fällen waren Neonazis die Täter.

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Unter Dampf

Dresden. Tausende Fahrgäste und Zuschauer haben am Freitag die traditionelle Flottenparade der Sächsischen Dampfschiffahrt zum 1. Mai auf der Elbe beobachtet. Bei kühlem, aber sonnigen Wetter winkten sie den neun historischen Schaufelraddampfern und zwei Salonschiffen beim Ablegen Richtung Pillnitz. Die mit Livemusik an Bord bestückten und mit Fähnchen geschmückten Schiffe waren voll besetzt. Die ...

Sebastian Haak, Erfurt

Krise statt Konzert

Nach einem Gerangel mit einer Schülerin muss sich der Leiter eines Gymnasiums in Thüringen nicht nur mit strafrechtlichen Vorwürfen auseinandersetzen.

ndPlusMartina Rathke, Greifswald

Wann muss der Nazi gehen?

Immer wieder provozieren NPD-Abgeordnete im Landtag und kassieren dafür Ordnungsrufe und Sitzungsausschlüsse. Doch wie weit dürfen Sanktionen im konkreten Fall gehen?

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Geld ist Zeit

Mit einer am Freitag gestarteten künstlerisch-politischen Kampagne will die Arbeitsgruppe »Zeit für Zeitstipendien« in Zusammenarbeit mit der Koalition der Freien Szene ihrer Forderung nach neuen Förderstrukturen für freie Künstler Ausdruck verleihen. Die nach Angaben der Initiative von 10 000 Berliner Künstlerinnen und Künstlern unterstützte Kampagne legt ihr Augenmerk auf Punkt 3 des dem Senat v...

Kunstmarathon

Beim 11. Gallery Weekend stellen seit Freitag 47 Galerien renommierte internationale Künstler und vielversprechende Newcomer vor. Auch zahlreiche nichtkommerzielle Projekt- und Ausstellungsräume beteiligen sich. Ein Höhepunkt ist die Eröffnung der zu einer Galerie umgebauten St. Agnes Kirche in Kreuzberg. Initiator Johann König stellt hier raumgreifende Tafelbilder der in Berlin lebenden Künstleri...

Rot-Rot-Grün verabschiedet Hilfspaket

Erfurt. Der Thüringer Landtag hat das Hilfspaket für die Kommunen verabschiedet. Das Paket, das nach Nachbesserungen 102 Millionen Euro umfasst, wurde am Donnerstag nach der Haushaltsdebatte mit den Stimmen der rot-rot-grünen Koalition verabschiedet. Die Opposition griff den Etatentwurf scharf an. CDU-Oppositionsführer Mike Mohring sagte in Richtung von Finanzministerin Heike Taubert (SPD): »Sie s...

Tom Mustroph

Vor dem Beben

Theater ist eine anachronistische Kunst. Das hat durchaus Vorteile. Längst vergangene Ereignisse können mit Körper und Stimme vergegenwärtigt werden. Aktuell wird im Theaterdiscounter ein Nepal vor dem Beben in Erinnerung gerufen. Ein Nepal aus der Sicht von Entwicklungshelfern, genauer: aus der Perspektive eines mittlerweile erwachsenen Sohnes von Schweizer Entwicklungshelfern, der sich auf die S...

Volkmar Draeger

Meister des Jugendstils

Bärtig, mit schmalem Gesicht, schon schütterem Haar, und aus kränklich sorgenvollen Augen blickt Hans Christiansen auf dem Selbstbildnis in Öl von 1912 den Betrachter direkt an. Wie die unausweichliche Bitte um Hilfe wirkt, was der einst gefeierte Künstler, wohl gerade nach dem Zuzug in Wiesbaden, malend über sich preisgibt. Kaum sichtbar als Tondo und in eher düsteren Farben ist dieses selbstanal...

ndPlusVolker Stahl, Hamburg

Fußball fürs Viertel

Der Hamburger Stadtteil Veddel ist strukturschwach und bietet seinen Einwohnern nicht viel. Eine Ausnahme ist ein Fußballverein, der erst vor zwei Jahren gegründet wurde.

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ndPlusTom Strohschneider

Danke, Befreier!

Vor 70 Jahren siegte die Anti-Hitler-Koalition über Nazi-Deutschland. Doch der Tag ist noch immer kein Feiertag in Deutschland; vor allem im Westen der Republik fühlte man sich jahrzehntelang eher besiegt als befreit.

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Ulrich Heyden, Moskau

Gregor Alfredowitsch - der Mann mit dem Lautsprecher

Wo er am 9. Mai gewesen sei? Gregor Alfredowitsch Kurella überlegt einen Augenblick. Dann werden die Erinnerungen wach und aus dem 89-Jährigen sprudelt es heraus. »Ich war in Mittel-Österreich." Allein, ohne Waffe. Kurella erinnert sich.

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Geboren am 8. Mai

Tausenddreihundert Tage und Nächte Großer Vaterländischer Krieg. Jeder Tag, jede Nacht hat sich in seine Seele eingebrannt. »Nichts ist vergessen «, sagt Jakow Drabkin. »Nichts wird vergessen.« Der Veteran streicht sich durch seinen langen, weiß-wallenden Bart: »Über Nacht hat Deutschland uns überfallen, obwohl es einen Nichtangriffsvertrag gab.«

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Ute Weinmann

Russland feiert

Der 9. Mai bestimmt wie kein anderer Festtag in Russland das Selbstverständnis einer Nation, die sich nach dem Zerfall der Sowjetunion wieder »von ihren Knien erhoben« habe, um in voller Größe aufzuerstehen.

ndPlusTom Strohschneider

Beleidigung der Befreier

Man kann von Gerhard Schröder halten was man will, in einem Punkt ist dem Ex-Kanzler nicht zu widersprechen: »Ratschläge gerade von Deutschland sind an solch einem Tag nicht die geeignetsten.«

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Holger Politt , Warschau

Das schwere Trauma der Teilung

Entscheidendes Ergebnis des Krieges, noch bevor Berlin bezwungen war, waren die neuen Staatsgrenzen, vor allem aber die kürzeste Linie, die Polen und Deutsche nun zunächst einmal trennte.

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Unfreiwillige der Sowjetunion

Deutsch-sowjetische Abkommen, zuvörderst der Hitler-Stalin-Pakt von 1939, bestimmten das Baltikum zur sowjetischen Interessensphäre. Die Besetzung durch die deutsche Wehrmacht erscheint heute nur noch als eine Art Zwischenspiel.

Tom Strohschneider

Bestialische Besatzer

Seine Generation führte einen Kampf um die Aufklärung von NS-Verbrechen und die Aufarbeitung der Schuld. Nun müssen die Enkel der Täter weitermachen, sagt der Historiker Karl Heinz Roth - und plädiert für ein "neues 1968".

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Der 8. Mai als Gedenktag? Über deutschen Langmut

Bleibt die Bundesrepublik im bisherigen 40-Jahre-Rhythmus ihres Erkenntnisgewinns in Sachen 8. Mai, könnte der erst in zehn Jahren ein öffentlicher Gedenktag sein. Dann sind kaum noch Opfer noch Befreier noch am Leben.

ndPlusVelten Schäfer

Vier mal 45

Im Jahr 1985 wurde am 8. Mai eine Rede über den Begriff »Befreiung« gehalten. Eine Zäsur, denn 40 Jahre nach Kriegsende sagte ein Bonner Staatsoberhaupt, man solle froh sein, dass Hitler-Deutschland den Krieg verlor.

Seite 23
Rosi Blaschke

»Still, jetzt kommen die Russen!«

"Es war so ein angenehmes Frühlingswetter in den letzten Apriltagen des Jahres 1945. Der Keller unseres Häuschens und der Erdbunker im Garten gegenüber waren längst für uns und Nachbarn tägliche und nächtliche Heimstatt." Rosi Blaschke erinnert sich.

ndPlusKarlen Vesper

Sa naschu pobjedu

Ein alter Zeitungsartikel und ein alter Film sind der Ansporn. Wir suchen in der Gedenkstätte Ravensbrück nach Tamara Dimitrowna Ischtschenko aus Rostow am Don. Sie möchte ihre Geschichte mit uns teilen.

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Ehrenhaine in Deutschland

In Ostdeutschland sind über eine halbe Million gefallene Sowjetsoldaten sowie ermordete oder an Entkräftung gestorbene Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter begraben. Der nördlichste sowjetische Ehrenfriedhof befindet sich in Ahlbeck auf Usedom für 85 auf der Insel gefallene Soldaten und Offiziere der Roten Armee. In Berlin gibt es die meisten Ehrenhaine; sie erinnern an die etwa 22 00...

René Heilig

Giftiges Quecksilber

U-864 ist das erste U-Boot, das von einem ebenfalls getaucht fahrenden Feindboot versenkt worden ist. Das war am 9. Februar 1945. Das Wrack vom unterlegenen U-864 liegt in 150 Meter Tiefe unweit der kleinen norwegischen Insel Fedje.

ndPlusWolfgang Ditting

Meinst du, die Russen wollen Krieg?

Entstanden ist Soldatenfriedhof Lebus im Frühjahr 1945. Er beherbergt die Gräber von mehr als 4000 im Kampf gefallenen Soldaten, Sergeanten und Offizieren der Roten Armee, wovon 1738 namentlich bekannt sind.

Seite 25

Im falschen Lager

Pargev Zakaryan und Iskhan Melkonyan gerieten in deutsche Gefangenschaft. Als in Deutschland ein Gesetz zur Entschädigung von MS-Zwangsarbeitern Gestalt annahm, hofften sie auf Wiedergutmachung. Vergebens.

ndPlusRené Heilig

«Er hat wundervoll gesungen!»

Als Schmidt von Kassel 1938 nach Muldenstein kam, war er der Einwohner 999. Als der Krieg zu Ende war, lebten über 8000 Menschen im Ort. Die meisten von ihnen waren Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.

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Diethelm Weidemann

Auf beiden Seiten der Front

Eine weitere Verzerrung der Geschichte ist bislang ohne Widerhall geblieben - die Betrachtung des Zweiten Weltkrieges als Krieg in Europa mit Beteiligung der USA, aber nicht als Weltkrieg im buchstäblichen Sinne.

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ndPlusHans-Dieter Schütt

»Wär’ unter Hitler nicht passiert«

Von Chaplins »Großem Diktator« über die Comics von Walter Moers bis hin zu Mel Brooks zieht sich die Spur der Hitler- und Nazireich-Satiren, die eine neue Ikonografie der Sarkasmen begründeten. Ein Spiel mit dem Grauen.

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So geht’s: Machen Sie mit!

Die Texte dürfen 60 Maschinenzeilen à 90 Zeichen (einschließlich Leerzeichen) nicht überschreiten. Längere Geschichten haben keine Chance, in die Wertung zu kommen. Über illustrierende Fotos zu Ihrem Text freuen wir uns. Wenn Sie diese nicht in digitaler Form besitzen, schicken Sie die Bilder als Reproduktion, da es sich sicher häufig um unwiederbringliche Zeitdokumente handelt! Eins...

Jetzt wird’s aber höchste Zeit!

Auf zum Endspurt! Genau noch eine Woche bleibt Zeit zum Aufschreiben und Einsenden Ihrer Geschichte zum 13. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb unter dem Motto »Wenn alle Wege offen sind«. Oder anders gesagt: Wenn Sie diese Frist versäumen, sind alle Türen verschlossen, durch die Sie vielleicht schon bald auf eine schöne Reise gehen könnten. Denn Sie wissen ja, dass wir auch diesmal wieder drei Auto...

Lampenfieber für einstige Kommilitonen

Das hatten wir in der inzwischen elfjährigen Geschichte des nd-Lesergeschichten-Wettbewerbs noch nie: Die beiden, die die zehn von der Jury auserwählten schönsten Geschichten vorlesen werden, kennen sich schon länger als ein halbes Leben. Mehr noch, vor 45 Jahren begannen beide mit heftigem Lampenfieber ihr Studium an der Theaterhochschule in Leipzig mit dem Ziel, später die viel zitierten Bret...

Wie Mutter mich von der Seefahrt »heilte«

Trümmer ringsum, so sah es 1945 in vielen Stadtteilen Berlins aus. Mir kam die Idee, mich bei einer Reederei für einen technischen Seemannsdienst zu bewerben. Nur Wasser, Wellen, Sonne und Wolken - ich wollte keine Trümmer mehr sehen. Helga, unsere Untermieterin und Tochter eines Reedereibesitzers in Bremen bat ihren Vater, mir zu helfen. Er hielt mich mit einem Lehrabschluss als Feinmechaniker...