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UNTEN LINKS

Die Bundesliga-Saison geht zu Ende, und der Meister steht wieder mal vorher schon fest: Werder Bremen! Mit Sport hat dieser Titel natürlich nichts zu tun, denn die Tabelle, in der Bremen oben thront, wurde nicht im Spielbetrieb ermittelt. Gekrönt wurde Werder vielmehr im Auftrag jener Partei, deren Name der Trikotfarbe des Vereins entspricht. Die Grünen haben da mal nachforschen lassen, wie es eig...

Schrumpfrechte

Tarifeinheit, BND-Affäre etc: Die Koalition geht mit Grundrechten um wie mit Werbebeilagen in Zeitungen: Man schaut mal rein, vielleicht findet man was schön – aber dann ist es doch zu teuer oder passt gerade nicht.

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ndPlusRoland Etzel

Es läuft für den Islamischen Staat

Die Armeen Iraks und Syriens und ihre Regierungen sind in größerer Bedrängnis als zu Jahresbeginn. Die Behauptung der Kurden in ihren Siedlungsgebieten gegenüber den IS haben diesen weder geschwächt noch demoralisiert.

Ingolf Bossenz

Artgerecht ist nur die Freiheit

Dass das Los gefiederter Kreaturen dennoch wieder einmal ins mediale Licht geriet, liegt an einer Studie von Foodwatch. Darin prangert die Verbraucherorganisation Missstände in der Legehennen-Haltung an.

René Heilig

Wieder so ein Nicht-Bericht?

Thomas R. - alias »Corelli« - war ein Topp-Spitzel des Bundesamtes für Verfassungsschutz in der Neonaziszene. Es gibt reichlich Belege, dass er der mörderischen NSU-Kernzelle nah war. 2014 starb R. plötzlich.

ndPlusFabian Lambeck

Extreme Blockflöte

»Die Gefahr, die von der gewaltbereiten linken Szene ausgeht, wird von Teilen der Bevölkerung, aber auch den Medien unterschätzt«, war in dieser Woche im Neubrandenburger »Nordkurier« zu lesen. Ein Satz, der von NPD-Fraktionschef Udo Pastörs stammen könnte. Schon im Jahre 2010 kritisierte dieser, dass linksextreme Gewalt im Land bagatellisiert werde. Doch es war diesmal nicht Pastörs, der die warn...

ndPlusMartin Leidenfrost

Ein 1677er Westhouck

Frankreich hat seine nationalen Minderheiten stets zu französisieren versucht, hat auch die europäische Charta der Regionalsprachen nicht ratifiziert. Ich fuhr nachsehen, was von den Flamen in Frankreich übrig geblieben ist.

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Bernward Janzing

Lange Leitung

Ach ja, mal wieder so eine Provokation aus Bayern. Plötzlich schlägt Wirtschaftsministerin Ilse Aigner vor, die geplante Hochspannungstrasse von Schleswig-Holstein, die ursprünglich im fränkischen Grafenrheinfeld enden sollte, weiter nach Westen zu verlegen.

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Auftrag für »Leo 3«-Studie

Berlin. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) »hat angewiesen, die Obergrenze der Hauptwaffensysteme zu überprüfen«, heißt es in einem Brief an den Verteidigungsausschuss. Vor allem die Union hatte die Ukraine-Krise zum Anlass genommen, die Aufstockung der Heeresverbände mit weiteren Panzern zu fordern. Hatte die Bundeswehr bislang 225 »Leopard 2« für ausreichend gehalten, will man nu...

Bahn und EVG vertagen Verhandlungen

Berlin. Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn haben die Verhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auch in der zwölften Runde keinen Abschluss gebracht. Beide Seiten vertagten die Gespräche am Freitagmorgen in Berlin auf Mittwoch nächster Woche, wie Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte. Es seien bei den Themen Entgelt und Vertragslaufzeiten Fortschritte erzielt worden. D...

ndPlusInes Wallrodt

Spiel auf Zeit

Kritiker des G7-Gipfels im bayerischen Elmau rechnen fest mit massiven Einschränkungen. Doch dagegen vorgehen können sie noch nicht. Denn die Behörden lassen sich bis kurz vor dem Treffen der Herrschenden Zeit mit ihren Bescheiden.

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ndPlusInes Wallrodt

Vergessene Rechte

Einmal im Jahr erklären Verfassungsschutzämter, wer nach ihren Erkenntnissen die Verfassung der Bundesrepublik gefährdet. Von Islamisten und Linken ist dann die Rede, auch von Neonazis. Sich selbst erwähnen sie nicht.

René Heilig

Der Finger vom Kanzleramt

Die NSA schützt Deutschlands Sicherheit, sagte der BND-Chef bei seiner Vernehmung am späten Donnerstagabend vor dem Untersuchungsausschuss. Sein Fazit lautet: Die NSA »ist unser Partner, nicht unser Gegner«.

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Griechenland: »Binnen zehn Tagen« einig

Riga. Griechenland hält eine Einigung zur Abwendung des Staatsbankrotts mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds »binnen zehn Tagen« für möglich. Dies sagte der im griechische Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis am Freitag in der lettischen Hauptstadt Riga gegenüber dem Sender Skai TV. Alle Parteien sei reif für ein Sondertreffen der Eurogruppe nächste Woche. Griechenlands Premier Alex...

ndPlusHla-Hla Htay, Sittwe

Myanmar rettete 200 Bootsflüchtlinge

Das UNHCR geht immer noch von 2000 Bootsflüchtlingen in der südostasiatischen See aus. USA fordern myanmarische Staatsbürgerschaft für die Rohingya.

Tobias Lambert

Der Bischof der Armen wird Seliger

Der salvadorianische Befreiungstheologe Oscar Arnulfo Romero wurde 1980 von einer Todesschwadron ermordet. Einst offen vom Vatikan abgelehnt, wird er am Samstag seliggesprochen.

Toms Ancitis, Riga

Kein Schönheitswettbewerb in Riga

Bei ihrem Gipfeltreffen mit sechs östlichen Partnerländern in Riga sah sich die Europäische Union mit sehr unterschiedlichen Erwartungen konfrontiert. Die heftigsten Diskussionen gingen erwartungsgemäß um das Thema Russland.

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ndPlusDarius Ossami, Warschau

Ein Sarg für die Festung Europa

Seit zehn Jahren sorgt die europäische Grenzschutzagentur Frontex nach Meinung von Kritikern dafür, die EU vor Migranten abzuschotten. 200 Demonstranten machten ihr ein spezielles Geburtstagsgeschenk.

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EnBW bietet für Prokon 550 Millionen Euro

Karlsruhe. EnBW will die insolvente Windenergiefirma Prokon für 550 Millionen Euro übernehmen. Ein entsprechendes Angebot hat das Karlsruher Unternehmen unterbreitet, teilte Finanzvorstand Thomas Kusterer am Freitag mit. Der Gläubigerausschuss des Unternehmens im schleswig-holsteinischen Itzehoe hat EnBW zwar schon als »bevorzugten Investor« ausgewählt. Die endgültige Entscheidung, ob der drittgrö...

Kurt Stenger

Ein Stückchen Wolke

Der spekulative Überbau der »Industrie 4.0« ist im Entstehen. Auch mit Bits und Bytes lassen sich an der Börse Geschäfte machen.

ndPlusUlrike Henning

Diskriminierung per Fitness-App?

Eine grundsätzliche gesellschaftliche Debatte zum Umgang mit individuellen Gesundheitsdaten hat der Deutsche Ethikrat auf seiner Jahrestagung angemahnt.

Grit Gernhardt

Kein Haus, kein Auto, kein Boot

Die Nachbarn haben nicht so viel Geld, eventuell sogar Schulden? Dann wird das mit ihrem Kredit wahrscheinlich nichts. Beim sogenannten Geoscoring werden wirtschaftlich relevante Daten auf Orte angewandt.

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Rote Zahlen wegen Gurlitt

Reich ist das Kunstmuseum Bern durch die Annahme des Gurlitt-Erbes bislang nicht geworden - ganz im Gegenteil. Die Annahme des Erbes hat das Museum bislang umgerechnet rund 800 000 Euro gekostet und damit in die roten Zahlen gebracht. Für das Haushaltsjahr 2014 weist das Museum ein Defizit von 524 129 Franken aus (504 000 Euro), wie die »Berner Zeitung« am Freitag berichtete. Demnach hat das Kunst...

Ingolf Bossenz

Der letzte Mensch und seine Lüstchen

Was wird eigentlich zu Ostern gefeiert, die Geburt oder die Auferstehung Jesu? Diese Frage, die an die bei Fernsehsendern zum Pushen der kostenpflichtigen Anrufe beliebten Ratespiele erinnert, richtete vor Jahren ein Kollege an mich, dessen profundes Wissen auf vielen Gebieten außer Zweifel stand. Aber die Kenntnis der Antwort auf diese Frage gehörte für ihn offenbar zu den sogenannten Trivia, als...

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Theodorakis zum 90.

Die Dresdner Musikfestspiele ehren den griechischen Komponisten Mikis Theodorakis zu seinem 90. Geburtstag (29. Juli). Am kommenden Dienstag erklingt mit der »Liturgie Nr. 2 - Den Kindern, in Kriegen getötet« - ein Werk von ihm, das 1983 im Auftrag der Dresdner Festspiele entstand. Es singt das Ensemble Vocal Concert Dresden. Die musikalische Leitung hat Peter Kopp, der bei der Uraufführung als Sä...

Die Briefe, die er schrieb

Die Briefe des DDR-Schriftstellers Franz Fühmann (1922-1984) erscheinen von diesem Herbst an im Hinstorff Verlag Rostock. Geplant sind sieben Bände, wie eine Sprecherin am Freitag sagte. Auf über 4000 Seiten sollen die mehr als 10 000 erhaltenen Briefe veröffentlicht werden.Begonnen wird mit dem Briefwechsel mit Kurt Batt, der von 1959 bis kurz vor seinem Tod 1975 Lektor und Cheflektor des Hinstor...

Viel Zartgefühl

Die Autoren und Illustratoren Matz Döbele, Emmanuel Bourdier und André Langevin (»Zaü«) haben am Freitag den dritten deutsch-französischen Jugendliteraturpreis erhalten. Damit werde jährlich ein »herausragendes Werk« der deutschen und eins der französischen Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet, teilte die Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit in Saarbrücken mit. Der ...

ndPlusLea Wagner, Cannes

Palmen und Absätze

Das 68. Filmfestival in Cannes nähert sich dem Ende. Die hohe Dichte an außergewöhnlich guten Beiträgen war diesmal auffallend. Allgegenwärtig ist die Geschlechter-Debatte, die durch einen Skandal am roten Teppich zusätzlich aufgeheizt wurde. Diesen Sonntag wird die Goldene Palme verliehen. Der Feminismus erlebt beim diesjährigen Filmfestival in Cannes den Supergau. An der Croisette hatte man die ...

Gert Claußnitzer

Das mit der Sonne vermählte Meer

Er kreiste wie eine Motte ums Feuer«, schrieb einmal Richard Muther über den englischen Romantiker William Turner, der offenbar Unmögliches tun wollte, um die Sonne zu malen.

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ndPlusFabian Held, Aue

Ein Sieg ist nicht genug

Aue zittert um den Klassenverbleib: Am Sonntag tritt der FC Erzgebirge in Heidenheim zu einem Alles-oder-Nichts-Spiel an. Für den Gegner geht’s um nichts mehr, was für Aue nicht unbedingt positiv ist.

ndPlusUlli Brünger

Kopfarbeit im Keller

Das Ende der 52. Bundesliga-Saison ist so spannend wie nie und nichts für schwache Nerven: Wie sich Hertha BSC, Freiburg, Hannover, Stuttgart, Hamburg und Paderborn auf das Abstiegsfinale vorbereitet haben.

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Kristof Stühm

Der Tag des Jesse Owens

Der Tag der Tage: Vor 80 Jahren stellte der damals 21-jährige Leichtathlet Jesse Owens an einem Tag fünf Weltrekorde auf.

Oliver Kern

Bloß nicht aufregen!

Sasa Obradovic spielte einst unter Svetislav Pesic. Nun warnt der Trainer von Alba Berlin seine Spieler vor den Tricks des Altmeisters in Diensten von Bayern München.

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ndPlusAndreas Fritsche

Menschenfeinde mit Mandat

Selbstverständlich wäre ein Verbot der NPD und ihr ähnlicher Parteien wünschenswert. Besser noch wäre es, wenn solche Verbote überflüssig wären, weil diesen Parteien nur ganz wenige ungefährliche Spinner anhängen.

Sarah Liebigt

Gericht untersagt Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule

Die Flüchtlinge in der Gerhart-Hauptmann-Schule dürfen vorerst bleiben. Ein Gerichtsurteil untersagte die Räumung der besetzen Schule. Die Grünen wollen weiterhin eine andere Nutzung und halten die Immobilie für unbewohnbar.

Martin Kröger

Trinkwasser ist durch Sulfat gefährdet

Die Wasserbetriebe beobachten die Sulfat-Belastung in der Spree mit höchster Aufmerksamkeit. Sollten die Belastung weiter steigen, könnte das Wasserwerk Friedrichshagen bald nicht mehr liefern.

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ndPlusAndreas Fritsche

Neonazis in der Kommunalpolitik

Bei der Kommunalwahl 2014 hatte sich die NPD - auch mit Hilfe krimineller Bewerber - von 1,8 auf 2,2 Prozent verbessert und mehrere Mandate hinzugewonnen.

ndPlusTomas Morgenstern

Zeit für einen BUGA-Marathon

Fünf traumhaft blühende Gartenstandorte entlang der Havel in zwei Bundesländern - das Pfingstwochenende bietet sich für einen ersten Abstecher oder auch für das gesamte Programm an.

Peter Nowak

Arm und schief angesehen

Die neuen Mieter sind arm und müssen viel Geld für schlechte Wohnungen bezahlen. Dann werden sie von Nachbarn auch noch zu Problemanwohnern erklärt.

ndPlusNicolas Šustr

Begraben bei den Eisbären

Die Eisbären im Berliner Tierpark haben 23 Tote als Nachbarn. Hinter Bäumen versteckt liegt dort ein Friedhof, der noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammt. Ein Verein hat ihn nun restauriert.

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Länger vom Netz

Lingen. Wegen des unplanmäßigen Austauschs eines defekten Rotors in einem Generator muss das derzeit ohnehin abgeschaltete Atomkraftwerk Emsland noch länger vom Netz bleiben. Die seit Anfang Mai laufende Revision des Meilers verlängere sich um rund eine Woche bis Anfang Juni, teilte das Umweltministerium in Hannover am Freitag mit. Das Kraftwerk ist seit Anfang Mai abgeschaltet. Dabei wurden 40 de...

Alice Bachmann, Bremen

Personenwahl mit Nebenwirkungen

Eigentlich sollte die Bremer Wahlrechtsreform von 2011 die Wahlbeteiligung erhöhen und das Ganze repräsentativer machen. Doch offenbar ist das Gegenteil der Fall.

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Wohin mit der NS-Kunst?

Nach dem Fund von NS-Kunst in Rheinland-Pfalz wird in Berlin über die Zukunft der Kunstwerke diskutiert. Der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Andreas Nachama, habe sich bereit erklärt, die Bronze-Pferde aus Hitlers Reichskanzlei vorübergehend als Teil einer Sonderausstellung über die NS-Machtzentrale Wilhelmstraße zu zeigen, berichtete der Berliner »Tagesspiegel« (Freitagsausgabe). K...

ndPlusJürgen Drewes, Güstrow

Das Rückepferd-Paradoxon

Die Forstarbeit mit Pferden steht im Nordosten vor dem Aus. 2014 strichen EU und Bund die Förderung für die naturnahe Bewirtschaftung. Ob Schwerin ein eigenes Förderprogramm auflegt, ist ungewiss.

ndPlusGunnar Decker

Brücken zwischen Licht und Finsternis

Die Deutsch-spanische Ausstellung »Teresa von Avila. Mystik und Überschreitung« in der Berlin Inselgalerie : 20 Frauen aus aller Welt präsentieren ihr Bild der Nonne und Mystikerin.

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Echt sauer

Vor rund 250 Millionen Jahren wurden die Ozeane der Erde so sauer, dass 90 Prozent der dort lebenden Tierarten ausstarben. Das Ende von Trilobiten und Seeskorpionen machte den Weg frei für für den Aufstieg der Knochenfische. Schuld waren Kohlendioxid und Schwefeldioxid aus gigantischen Vulkanen. Heute macht CO2 aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas die Meere wieder saurer - mit unabsehbaren Fo...

Sieben Tage, sieben Nächte

Sie, liebe Leserinnen und Leser wussten es ja längst: Journalisten sind furchtbar eitle Menschen. Manche können das besser verbergen, andere nicht so gut. Seit dem Internet wird es denen nicht einfacher gemacht, die wegen guter Erziehung oder irgendeiner anderen vernünftigen Voraussetzung wenigstens versucht haben, ihre Eitelkeit zu bändigen. Und wer gern eitel ist, sitzt jetzt wie ein Kokainfreun...

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ndPlusTomas Morgenstern

Die langen Schatten der frühen Jahre

Ein kaltblütiger Mord hat Anfang März in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo Entsetzen ausgelöst. Der Verfassungsrechtler Gilles Cistac, ein angesehener Professor an der Eduardo-Mondlane-Universität der Stadt, war am Morgen aus einem fahrenden Auto heraus vor einem Straßencafé niedergeschossen worden. Auch wenn Täter und Tathintergrund nicht feststehen, spricht vieles für ein politisches Motiv....

Gabriele Oertel

Die Solidarität geht weiter

Die Sonne meint es an diesem Tag wieder ausgesprochen gut. Frauen singen und tanzen. Kinder gucken neugierig. Männer halten Reden oder tupfen sich mit Taschentüchern den Schweiß von der Stirn. In Banhine, 250 Kilometer entfernt von Mosambiks Hauptstadt Maputo, wird ein Brunnen nach afrikanischer Art eingeweiht. Unter all den dunkelhäutigen feiernden Menschen zwei Deutsche, die hier sichtbar nicht ...

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Hans-Gerd Öfinger

Ängste auf beiden Seiten

Gute Freunde sind der Mosambikaner Alberto Nanqueto (51) und der Portugiese Carlos Vicente (71) seit über zwei Jahrzehnten. An diesem Sonntagmittag haben sie in Albertos Wohnung in Wiesbaden gemeinsam gekocht und mit Angehörigen gespeist. Beim Nachmittagskaffee denken sie in aller Ruhe an wechselvolle Jahrzehnte und Kolonialkriegserfahrungen zurück, die sie schließlich über lange Umwege zusammenfü...

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Mosche Levinger

1935 - 16. 5. 2015 Er war derjenige, der Israel ins Westjordanland brachte: Zuerst waren es nur zwei Männer, die neun Monate nach dem Ende des Sechs-Tage-Krieges 1967 das Parkhotel in der Innenstadt von Hebron anmieteten. Ihnen folgte eine Gruppe jüdischer Israelis, die in der Herberge das Pesach-Fest feierten und sich danach weigerten zu gehen. Ihr Anführer: Rabbi Mosche Levinger. Er hatte d...

Harald Seeger

1. 4. 1922 - 18. 5. 2015 Viel Zeit hatte Harald Seeger nicht, um in der DDR-Nationalmannschaft seine Vorstellungen vom Fußball umzusetzen. 1968 hatte der gebürtige Brandenburger die Auswahl von seinem beliebten Vorgänger, dem Ungarn Károly Soós, übernommen. »Seeger genießt Achtung und Ansehen, was sich nicht zuletzt darin ausdrückte, dass er der Sportlerdelegation auf dem XII. Parteitag angeh...

Rudolf Stumberger

Zelte statt Gülle auf der Wiese

Bernhard Raubal stellt seine Wiese dem »Bündnis StopG7« zur Verfügung. »Man soll den Leuten mit ihren Argumenten eine Bühne geben«, meint er zu den Protesten gegen das Treffen der sieben Regierungschefs im Juni in Elmau.

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ndPlusAktham Suliman

Ist der »Islamische Staat« doch von dieser Welt?

Nicht nur Sicherheitsexperten dürften beim Anblick der Aktivitätsgebiete des Islamischen Staats (IS) auf der Weltkarte ein mulmiges Gefühl im Bauch haben. Von China und Indonesien im Fernen Osten bis Marokko an der Atlantikküste haben islamistische Gruppen dem IS die Treue geschworen oder Kämpfer in dessen Hauptkriegsschauplätze Syrien und Irak geschickt. Jüngste Schätzungen westlicher Sicherheits...

Seite 22

»Ich bin ein Dennoch-Künstler«

nd: In der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin ist derzeit die Ausstellung »Kunst für alle« zu sehen. Was steckt hinter dem Titel? Staeck: »Kunst für alle« bedeutet, dass zur Kunst jeder Zugang haben soll. Wir wollen mit dieser Ausstellung Lust auf Kunst und gleichzeitig Lust auf Demokratie machen. Kunst für alle bedeutet aber auch, dass man sich aus den Abhängigkeiten des Marktes löse...

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Bildungslexikon

European Higher Education Area (EHEA), die; Substantiv, feminin. Unter diesem Namen haben sich die für das Hochschulwesen zuständigen Minister Ende der 1990er Jahre zur Schaffung eines gemeinsamen Hochschulraums verständigt. Mit Kasachstan kam 2010 das 47. Teilnehmerland hinzu. Seit 2010 hat sich auch der Schwerpunkt der EHEA verändert. Galten die Jahre zuvor dem Anschub des Bologna-Prozess und de...

Die Zeichen der Zeit verkannt

Die FDP ist wieder da - jedenfalls versucht die Partei, die vielen immer noch als liberal gilt, diesen Eindruck zu erwecken. Vergangenes Wochenende trafen sich die übrig gebliebenen FDP-Mitglieder zum Bundesparteitag in Berlin. Um beim Wahlvolk Sympathiepunkte zu sammeln wolle man, so hieß es in einer Art Abschlusskommunique, sich künftig wieder aufs liberale Profil in der Bildungspolitik konzentr...

Lena Tietgen

Angepasste Studenten?

Über mangelnde Praxiserfahrungen von Bachelor-Absolventen beklagt sich die Wirtschaft schon länger. Nun kommen ihr die Bildungsminister der 47 Bologna-Staaten entgegen. Bei ihrem Treffen Ende letzter Woche im armenischen Jerewan einigten sie sich auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen. Sie fordern u.a., dass Hochschulen mit Firmen kooperieren und praxisnähere Studien...

Walter Schmidt

Die Drei ist die «Eins des kleinen Mannes»

Nicht nur die pädagogischen Geister streiten sich über den Sinn und Unsinn von Schulnoten. Die Leistung eines Schülers zum Beispiel im Fach Englisch über ein Schulhalbjahr hinweg nur durch eine einzige Ziffer auf dem Zeugnis auszudrücken, kann erstens niemals mehr als eine Krücke sein bei dem Versuch, dem Leistungsstand halbwegs gerecht werden zu wollen. Zu viele Aspekte gehen in diese eine Note e...

Seite 25
ndPlusCornelia Domaschke 
Daniela Fuchs

Ein Breslauer

Dass auch antifaschistische Widerstandskämpfer im Ergebnis der Befreiung von der Hitlerbarbarei ihre Heimat verloren, ist sträflicherweise unter Linken lange Zeit tabuisiert worden. Und wurde selbst von den Betroffenen oft nicht angesprochen. Martin Löwenberg schwieg darüber nicht. Wie er auch nie schwieg, wenn Rassismus und Antisemitismus sich erhoben. Jugendlichen berichtete er über seine Erlebn...

Kurt Nelhiebel

Hauskrach bei den Vertriebenen

Sie hat immer am lautesten auf die Pauke gehauen, die Sudetendeutsche Landsmannschaft, insbesondere bei den traditionellen Pfingsttreffen der Vertriebenen. »Holocaust war überall«, behauptete dreist ihr Vorsitzender, der Ex-Nazi Walter Becher (CSU), 1979 auf dem Sudetendeutschen Tag in München. Sein Vorgänger Wenzel Jaksch (SPD) verlangte zu Pfingsten 1963 den erneuten Anschluss des Sudetenlandes ...

ndPlusArmin Jähne

Verjagt, umgesiedelt oder ausgewandert

Die weißen Flecken sind von den Landkarten verschwunden. Sie siedelten in die Geschichtsbücher über«, lautet ein Aphorismus des polnischen Dichters Stanislaw Lec. Sein Landsmann, der Historiker Jan Piskorski, hat sich daran gemacht, weiße Flecken in der Historie der unendlichen europäischen Vertreibungen, Völkerverschiebungen oder Massenfluchten zu tilgen und damit auch festsitzende Vor- und Fehlu...

Seite 26
Reinhard Renneberg

Virus als Beschützer

Viren - der blanke Horror? Nicht unbedingt. Gerade hat der Biolumnist einen tollen Vortrag über ein im Meer lebendes Virus erlebt. Das trägt den Namen CroV - Cafeteria roenbergensis Virus. Klingt fast, als hätte ich ihn entdeckt, aber das wäre dann der Virus Cafeteria rennebergensis. Das CroV-Genom ist deutlich größer als das vieler zellulärer Organismen. »Viren werden allgemein als kleine, z...

Opiate aus der Hefekultur

Opiate und andere Schlafmohn-Bestandteile lassen sich künftig industriell von Mikroorganismen aus Zucker herstellen. Mit eingeschleusten Enzymen haben amerikanische Forscher Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) dazu gebracht, aus Glukose die Schlafmohn-Substanz Reticulin zu produzieren. Sie ist der Vorläufer vieler Opiate und anderer Arzneien. Nun sei die biotechnologische Herstellung solcher Stoff...

ndPlusDirk Farke

Elefantengras in den Ofen

Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe geht zu Ende. Doch Sonnen-, Wind- und Wasserenergie allein können die Klimakiller zur Zeit noch nicht ganz ersetzen. Auch die gute alte Biomasse wird wieder Energiequelle - nachwachsend und billig. Aber welche Auswirkungen haben die partikelförmigen Emissionen dieser Energieträger auf Mensch und Natur? Wie gefährlich sind die entstehenden Verbrennungsabgase? ...

Seite 27

Katastrophen gliedern die Erdgeschichte

Das im jüngsten Bericht des Bundesamts für Naturschutz beklagte Artensterben in Deutschland ist nichts Neues in der Geschichte des Lebens auf der Erde. Neu ist nur der Mensch als Ursache. Die Gliederung der Erdgeschichte in einzelne Erdzeitalter folgt durchweg katastrophalen Einschnitten. Fünf davon waren für das Leben besonders verheerend. Es begann vor 2,4 Milliarden Jahren mit der Großen S...

ndPlusSteffen Schmidt

Schnelle Veränderungen

Die Weltmeere nehmen etwa ein Drittel des Kohlendioxids aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe auf. Damit und mit ihrer Wärmespeicherfähigkeit bremsen sie bisher die globale Erwärmung durch den vom Menschen verstärkten Treibhauseffekt. Allerdings bleibt die Aufnahme derartiger CO2-Mengen nicht ohne negative Begleiteffekte. Wenn sich das Spurengas in Wasser löst, bildet sich Kohlensäure, das...

ndPlusIngrid Wenzl

Als Supervulkane das Meer sauer werden ließen

Am Ende des Perm, vor reichlich 250 Millionen Jahren, wurde es auf der Erde ausgesprochen ungemütlich: Vulkane im heutigen Sibirien überfluteten nicht nur einige Millionen Quadratkilometer des damaligen Kontinents Pangäa mit Lava, sie schleuderten überdies während rund 100 000 Jahren gigantische Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre. Die Folge war das größte heute bekannte Artensterben der Erdgesc...

Seite 29
gra

Bis der König kippt

Zwei Teams, die aus maximal sechs Personen bestehen, versuchen, mit Wurfstäben zunächst fünf Holzklötze (»Kubbs«) der anderen Seite umzuwerfen, die nebeneinander gereiht die jeweilige gegnerische Grundreihe bilden. Anschließend muss der König niedergestreckt werden. Die Angreifer, die nach Auslosung die Partie beginnen, werfen sechs Rundstäbe auf die feindlichen Kubbs. Sind jene ausgeschaltet...

Denkspiellösung

Die Aufgabe »Welt und Würfelspiel« vom 9./10. Mai entschlüsselten die meisten Einsenderinnen und Einsender offensichtlich durchs Probieren. Jedenfalls gab es nur wenige, die den strengen mathematisch-kombinatorischen Weg aufzeigten. Aus den richtigen Einsendungen wurde die von Eva-Maria Westerhoff aus 99084 Erfurt für den Buchpreis ausgelost. An sie geht der Roman »Ein Abend mit Claire« von Gaito ...

René Gralla

Spaß ohne Strategie

Die Flutlichtanlage ist jetzt auch installiert, zwei Strahler unter dem Dachvorsprung des Rotklinkerbaus. Das wird Endspielatmosphäre garantieren, wenn hier die Besten der Republik einlaufen. Auf dem heiligen Grün neben dem Jugendhaus am Brummerackerweg Nummer 10, im südholsteinischen Tangstedt anlässlich der ersten Deutschen Doppelmeisterschaften - im Kubb. Schnörkellos und ein bisschen rau kling...

Seite 30
ndPlusMichael Juhran

Große Feier in »Klein Paris«

Was hat Leipzig, seit Bischof Thietmar von Merseburg die heute größte Stadt Sachsens vor 1000 Jahren als Ort »urbe libzi« in seiner Chronik erstmals erwähnte, nicht alles erlebt. Die Völkerschlacht 1813 und 1989 den Beginn einer friedlichen Revolution, den Thomanerchor und die Prinzen, die weltweit erste Mustermesse und die Neue Leipziger Schule um den Maler Neo Rauch. Goethe pries sie im »Faust« ...

Seite 31

Wie hat es Ihnen gefallen?

»Jahrelang habe ich mir vorgenommen, zur Abschlussveranstaltung des nd-Lesergeschichten-Wettbewerbs zu kommen, doch immer kam irgendwas dazwischen. Diesmal aber hat es endlich geklappt, und ich bin ganz begeistert von dem, was ich gehört habe«, erzählt Helga Schaarschmidt. »Nein, selber schreiben ist nicht mein Ding, um so mehr bin ich beeindruckt von der hohen Qualität der vorgelesenen Geschichte...

Heidi Diehl

Die 13 ist ’ne Glückszahl!

Auch wenn die Technik anfangs nicht so richtig mitspielen wollte - die Mikrofone pfiffen und der Beamer streikte komplett - steht für nd-Geschäftsführer Olaf Koppe fest: »Die 13 ist ’ne Glückzahl.« Und er meint damit, dass der 13. nd-Lesergeschichten-Wettbewerb unter dem Motto »Wenn alle Wege offen sind« so eine Fülle von guten und sehr guten Geschichten brachte, dass die Jury bei der Auswahl der ...

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Hendrik Lasch

Wiedersehen in Wisterschan

Sein Name, sagt Ulrich Miksch, ist Schicksal. Miksch: Dahinter verbirgt sich ursprünglich der Heilige Nikolaus, freilich in seiner böhmischen Form: Svatý Mikulaš. Das Wort wanderte ins Deutsche zurück, wurde ein wenig abgeschliffen, ein wenig abgekürzt: Miksch. So hießen die Vorfahren seines Vaters. Ansässig waren sie am südlichen Rand des Erzgebirges, unweit der Stadt Teplice, in einer Gegend, in...