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UNTEN LINKS

Michael, Thomas oder Andreas heißen heute typische männliche Kreditnehmer im Alter von Mitte 40. In den 1970er Jahren waren das die beliebtesten Vornamen. Wer heute ein neues Auto finanzieren will, ist daran zu erkennen. Auch die Sabines, Nicoles und Sandras im gleichen Alter borgen sich Geld. Meistens für die Wohnungseinrichtung. Zehn Jahre jünger sind Melanie, Julia und Sabrina. Geboren in den 1...

Neuer Anschlag auf Flüchtlingsheim

Dresden. Im sächsischen Meißen ist am Wochenende eine noch unbewohnte künftige Flüchtlingsunterkunft in Brand gesteckt worden. Kurz zuvor hatten Rechtsextreme eine Aktion angekündigt. Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) verurteilte den Anschlag. »Rassismus ist in keinem Fall hinnehmbar«, er führe zu offener Gewalt. Seit Tagen macht Sachsen Schlagzeilen, weil in Freital bei Dresden ...

Tunesien: Mehr Polizei gegen Terror

Tunis. Nach dem Terroranschlag im Badeort Sousse will Tunesien mit harter Hand gegen Extremisten vorgehen. Wie Innenminister Mohamed Najem Gharsalli ankündigte, sollen 1000 zusätzliche Sicherheitskräfte Urlaubsorte bewachen. Die Behörden ermittelten bis Sonntag die Namen von 18 der 38 Opfer, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. 14 von ihnen stammen aus Großbritannien. Unter den Toten ist ein ...

Deutsche fordern Ehe für alle

Berlin. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA, die Ehe für homosexuelle Paare zu öffnen, befeuert die Debatte in Deutschland. Beim Christopher Street Day in Berlin feierten am Wochenende Tausende Menschen den historischen Schritt in Richtung Gleichstellung und forderten zugleich von der deutschen Politik, dem Vorbild der USA zu folgen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierun...

Globalisierung des Schreckens

Eine Moschee in Kuwait-Stadt, ein Badestrand im tunesischen Sousse, eine Industrieanlage im französischen Lyon als Tatorte. Morde in einem Urlaubsparadies oder Gotteshaus verbreiten über die blutigen Untaten hinaus Angst und Schrecken. Das mag dem furchtbaren Kontrast von Besinnung und tödlicher Gewalt geschuldet sein, auch der nackten Hilfslosigkeit der Opfer. Besonders erschüttert der Einbruch d...

Griechenland entscheidet

Berlin. »Es wird immer klarer, dass das, was Europa im Augenblick erlebt, keine Episode ist, sondern ein Machtkampf zwischen dem Primat des Ökonomischen und dem Primat des Politischen.« Der leider verstorbene Frank Schirrmacher formulierte dies vor fast vier Jahren - in einem Kommentar über den Versuch des griechischen Premiers Giorgos Papandreou, ein Referendum über die Kürzungsbedingungen a...

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ndPlusTom Strohschneider

Der Mut der Demokratie

Noch ist der griechische Frühling nicht zu Ende. Noch ist nicht einmal dieses Wochenende der Entscheidungen vorbei. Aber SYRIZA hat den Einsatz erhöht: mit einer Entscheidung, deren demokratischer Kern beispielhaft ist.

Ohne Schäubles Erlaubnis

Donnerstag 25. Juni Seit Wochen wird zwischen der SYRIZA-geführten Regierung und den Vertretern von Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU über den Abschluss und eine Verlängerung des Kreditprogramms für Griechenland verhandelt. Athen will sich den harten Bedingungen nicht unterwerfen, die »Institutionen« bleiben kompromisslos. Am Donnerstag wird mal wieder nach...

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Ich verpflichte mich

Liebe Griechen und Griechinnen, seit sechs Monaten führt die griechische Regierung den Kampf darum, unter den Bedingungen eines beispiellosen wirtschaftlichen Würgegriffs das Mandat umzusetzen, das ihr uns gegeben habt. Unser Mandat bestand darin, das Ende der Austerität mit unseren europäischen Partnern auszuhandeln, damit Wohlstand und soziale Gerechtigkeit in unser Land zurückkehren k...

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Fabian Lambeck

Eine Frage der Zeit

Freital, Meißen, Bamberg, Jena, Wismar: Die Liste der Namen von Städten, in denen es am Wochenende zu ausländerfeindlichen bzw. flüchtlingsfeindlichen Übergriffen kam, ließe sich ganz sicher noch fortsetzen. Die täglich länger werdende Liste der Schande ist deutlichstes Indiz dafür, dass es brodelt im Land. Eine unheilige Allianz aus »Not-in-my-backyard«-Protestlern, Pegida-Wutbürgern und Neonazis...

ndPlusSimon Poelchau

Das 800-Millionen-Euro-Geschenk

Die Betreiber der Braunkohlekraftwerke glauben wohl, dass Weihnachten vor der Tür steht. 800 Millionen Euro im Jahr wünschen sie sich laut »Spiegel« für das Abschalten von Meilern und ihr Vorhalten auf Reserve. Aus drei Gründen ist dies dreist: Erstens kam die Idee mit der Abschaltung von Braunkohlekraftwerken erst durch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriels Plan einer CO2-Abgabe für besonders ...

Bis dass der Tod sie scheidet

Ehe für alle, Rüstungssubventionen, Vorratsdaten, Kohleabgabe - die Liste der umstrittenen Themen ließe sich beliebig fortsetzen. So unterschiedlich sie sind, haben sie eines gemeinsam: Im Bundestag setzen sich Minderheitspositionen durch. Die Mehrheit der Bürger hat kein Problem (mehr) mit der vollständigen Gleichstellung von Schwulen und Lesben, aber ein sehr großes mit einer Branche, die am Kri...

ndPlusOlaf Standke

Moralapostel

»Devote Christen sind dazu bestimmt, von der Gesellschaft als Kretins angesehen zu werden. Wir müssen für den Mut beten, den Spott der Welt zu ertragen.« Es sind schwere Stunden für Antonin Scalia, nicht nur fundamentalistisch-frommer Katholik, sondern auch Oberster Richter in Washington. Er muss viel beten nach der historischen Entscheidung des Supreme Court, Schwulen und Lesben überall im Land d...

Matthias Dell

»Sibylle« war DDR

"Kreise" ist der erste ARD-Sonntagabendkrimi von Christian Petzold, dessen Kinofilme von "Die innere Sicherheit" (2000) bis "Phoenix" (2014) wohl am prägnantesten die Idee eines deutschen Autorenkinos vermitteln.

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Bundesweite gesetzliche Regelung nötig

Es gibt kaum Zweifel: Viele Krankenhäuser haben zu wenig Personal. Die mit der Krankenhausstrukturreform geplante Aufstockung reiche nicht aus, meinen Krankenhausgesellschaft, ver.di und Grüne in seltener Allianz. Ein Gesetz müsse her. Die Gewerkschaft ver.di hat die Politik deshalb aufgefordert, für eine ausreichende Personalausstattung an deutschen Kliniken zu sorgen. Unterstützung bekommt sie d...

Nelli Tügel

Die Vorkämpfer

Wenn es ein Ende des Sparzwangs an Krankenhäusern geben sollte, könnten die Beschäftigten der Berliner Charité darin kräftig mitgewirkt haben. Sie gehen in die zweite Streikwoche.

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»Gesprächskanäle öffnen, um zu diskutieren«

Am Wochenende tagte die erste »Ostseefriedenskonferenz« der EU-Parlamentsfraktion Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL) im Rostocker Rathaus. Das Treffen widmete sich dem Themenkomplex Frieden und Sicherheit im Ostseeraum. Helmut Scholz (LINKE), Mitglied des EU- Parlaments, erläutert im Gespräch mit nd-Redakteur Fabian Lambeck Inhalte, Probleme und Perspektiven der Konferenz.

ndPlusFabian Köhler

Nicht nur in Freital will man keine Flüchtlinge

Während Polizei und Antifaschisten ein Flüchtlingsheim im sächsischen Freital schützen müssen, kam es auch andernorts zu Übergriffen auf Asylunterkünfte. So in Meißen, Bamberg und Wismar. Verletzt wurde niemand.

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Gefechte im Donbass

Kiew. Bei neuen Gefechten im Kriegsgebiet Ostukraine sind mindestens elf Soldaten verletzt worden. »Es gab keine Toten unter den Armeeangehörigen«, erklärte Militärsprecher Andrej Lyssenko am Sonntag in Kiew. Die ukrainischen Stellungen seien in der Region der Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer von Panzern der Aufständischen beschossen worden, sagte er. Nach Darstellung von Lyssenko kam es in d...

Vor dem Finale im Atomstreit mit Iran

Wien. Die Atomgespräche in Wien werden nach Angaben des Sprechers der iranischen Delegation über die Frist des 30. Juni hinaus verlängert. »Da noch viel Arbeit zu tun bleibt, werden die Delegationen über den 1. Juli hinaus in Wien bleiben, um die Verhandlungen fortzusetzen, um ein gutes globales Ergebnis zu erreichen«, sagte der Sprecher am Sonntag. Kurz zuvor hatten iranische Medien unter Berufun...

ndPlusWerner Birnstiel

Die Wiedergeburt der Seidenstraße

Vor dem EU-China-Gipfel am Montag in Brüssel haben deutsche Politiker und Wirtschaftsvertreter gefordert, Peking stärker zur Öffnung seiner Märkte zu drängen. Die Volksrepublik setzt auf eine Intensivierung der Beziehungen.

ndPlusAert van Riel

Demokratie als Fassade

Wenn etwas Geschichte ist, kann es auch in der Gegenwart präsent sein. Das wissen wir nicht erst, seit Guido Knopp Deutschlands dunkle Historie zum Guten gedreht hat. Andy Borg zum Beispiel ist seit Samstag Geschichte, zumindest im Musikantenstadl

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Attentäter von Lyon gesteht Enthauptung

Paris/Kuwait-Stadt. Der Attentäter von Lyon hat nach AFP-Informationen zugegeben, seinen Chef getötet zu haben. Der 35-jährige Yassin S. habe sein Schweigen gebrochen und Einzelheiten über den Anschlag genannt, hieß es am Sonntag. Die Leiche des 53-Jährigen war am Freitag nach dem Überfall auf ein Werk für Industriegase in Saint-Quentin-Fallavier entdeckt worden. Er war enthauptet worden. Yassin S...

ndPlusKarin Leukefeld

Dschihadisten auf dem Vormarsch

Trotz der Luftangriffe einer US-geführten Militärallianz deutet wenig auf eine Schwächung der Terrormilizen des Islamischen Staats hin. Derzeit greifen sie wieder die kurdische Gebiete in Nordsyrien an.

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Stromkonzerne wollen Kohle

Berlin. Die Energiekonzerne verlangen laut »Spiegel« 800 Millionen Euro jährlich für das Abschalten von Braunkohle-Kraftwerken und ihr Vorhalten auf Reserve. Pro Kilowatt wollten sie 300 Euro bekommen. Bei einer Gesamtleistung der betroffenen Kraftwerksblocks von 2,7 Gigawatt ergebe dies eine Summe von 800 Millionen Euro jährlich, die Stromkunden oder Steuerzahler aufbringen müssten, schreibt das ...

ndPlusTimo Lindemann

Kanadier wollen K+S schlucken

Nach der Wende schluckte die K+S ihre ostdeutsche Konkurrentin, die Mitteldeutschen Kali AG. Nun gilt sie selbst als Übernahmekandidat.

Ulrike Henning

Früher Verschleiß ist Kundenbetrug

Eine günstige Waschmaschine ist schnell kaputt. Wer ein langlebigeres Gerät haben will, muss laut Stiftung Warentest tiefer in die Tasche greifen. Hersteller setzen immer häufiger darauf, dass ihre Produkte nicht lange funktionieren.

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ndPlusAlexandros-Andreas Kyrtsis

In den Provinzialismus gedrängt

Nach dem Beitritt Griechenlands zur EWG verschmolzen die außenpolitischen Ziele Athens mit denen der EU. Die Finanzkrise markierte jedoch einen Bruch.

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Sparkurs bei der Pflege

An Berliner Krankenhäusern wird nach Einschätzung von Patientenschützern immer mehr auf Kosten des Pflegepersonals gespart. Zwischen Ärzten und Pflegern habe sich ein Missverhältnis entwickelt: Von 1991 bis 2013 stieg die Zahl der Ärzte an Kliniken um 14 Prozent. Dagegen gab es bei den Pflegern einen Rückgang um rund ein Drittel. Dabei lägen inzwischen mehr alte und pflegebedürftige Menschen auf d...

ndPlusBernd Kammer

Musik ist (BER-)Trumpf

Mit Musik geht alles leichter. Das wissen sie auch beim Flughafen. Dashalb wurde die Dauerbaustelle nun bereits zum zweiten Mal für den Musikbetrieb geöffnet. Am Sonntagabend gastierte dort das Deutsche Symphonie-Orchester.

Stöß: CDU hat etwas gutzumachen

Der erbitterte Zwist über die Homo-Ehe hätte fast die rot-schwarze Koalition gesprengt. Die CDU macht ihre Position von einer Mitgliederbefragung abhängig. Stöß hält dies für »eine Farce«.

Jérôme Lombard

Die Parade feiert die Ehe für alle

Eine politische Forderung prägte den Christopher Street Day ganz besonders: die nach der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Mehr als 500.000 Schaulustige säumten die Route in diesem Jahr.

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Putzige Zuwanderer

Die Beiden scheinen sich prima zu verstehen. Am Freitag sind die Tigerkinder Dragan und Alisha vom Zoo Eberswalde in den Berliner Tierpark übergesiedelt. Ihren ersten öffentlichen Auftritt in der neuen Heimat werden sie am heutigen Montag haben. Ab zehn Uhr kommt das Duo erstmals auf eine Freianlage. Die Berliner Luft ist Alisha bekannt, denn sie wurde im Tierpark geboren. Im März zog sie dann in ...

ndPlusSteffi Bey

Neue Ideen für leere Läden

Die Kastanienallee in Hellersdorf ist zum Problemfall geworden: Wo einst Anwohner schlenderten, es jede Menge Geschäfte gab, ist es derzeit wenig einladend. Doch es gibt Hoffnung.

ndPlusGudrun Janicke

Mit dem Metalldetektor durch Feld und Flur

In ganz Deutschland suchen Hobbyarchäologen nach Zeugnissen der Geschichte. Ein Schatz wird dabei selten gefunden. Und: Wer in Brandenburg ohne Genehmigung nach Schätzen gräbt, macht sich strafbar.

Andreas Fritsche

Ein Schlag in den Wassertourismus

Statt um 22 Uhr ist nun an den Schleusen Woltersdorf, Neue Mühle, Kummersdorf, Storkow und Wendisch-Rietz schon um 18 Uhr Betriebsschluss. Tourismusbranche und Landespolitik sind empört.

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Kölner Dschungel

Köln. Verwirrende Perspektive: Blick vom Güterumschlagbahnhof Köln Eifeltor in Richtung Dom. Die mit mehr als einer Million Einwohnern größte Stadt Nordrhein-Westfalens ist einer der wichtigsten Verkehrsknoten Deutschlands. Schon zur Römerzeit war die verkehrsgünstig gelegen Stadt mit einem bedeutenden Hafen ausgestattet und in das römische Fernstraßennetz eingebunden. Heute zählt das Straßen- und...

1000 staatlich geförderte Arbeitsplätze

Erfurt. Das von Rot-Rot-Grün in Thüringen angekündigte Beschäftigungsprogramm für Langzeitarbeitslose soll im Herbst starten. »Wir hoffen auf die Vergabe der ersten Arbeitsplätze im Oktober«, sagte Arbeitsministerin Heike Werner (LINKE) der dpa. Voraussichtlich ab September könnten sich Kommunen und Vereine mit ihren Projekten um Fördergeld vom Land bewerben. Der öffentliche Beschäftigungssektor i...

Dieter Hanisch, Kiel

Gifttod im Raubvogelhorst

Sind Tierhasser am Werk oder stecken womöglich Interessen von Windparkbetreibern und Windparkinvestoren dahinter? Immer wieder werden in Schleswig-Holstein getötete Seeadler gefunden.

Partner in schwierigen Zeiten

Russische und deutsche Städte suchen das Gespräch - trotz des Ukrainekonflikts. Nach wie vor ist man an einem regen Austausch interessiert, wie ein großes Städtetreffen am Wochenende zeigte.

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Tänzer, Küsse, Stimmen

Einen Katalog wird man vergeblich suchen, auch ein Plakat oder die Schilder neben dem Kunstwerk: Tino Sehgal will mit gängigem Museumsangebot nicht dienen. Stattdessen: küssende Paare, Tänzer in Zeitlupe, Stimmen im Dunkeln. Dem Künstler geht es um menschliche Begegnungen, die sich im jeweiligen Augenblick erfüllen.Mit seinen »Situationen« hat sich Sehgal internationalen Ruf erworben; seine Arbeit...

Bis alles brennt

In der ukrainischen Dokumentation »Alles brennt« geht es laut Verleih nicht nur um den Putsch in der Ukraine, der Film möchte darüber hinaus ein »universelles Muster« von militanten Bewegungen nachzeichnen: Zuerst würden die Menschen mit dem Unwillen einer repressiven Macht konfrontiert. Mit der Zeit würde sich die Wut »des Volkes« in Zorn steigern. Und irgendwann würde dann plötzlich »alles brenn...

Ressourcenschützer statt Waldschrat

In vielen Regionen verschwindet immer mehr Grünland - darunter leiden auch Schaf- und Ziegenhirten in ganz Europa. Auf ihre Belange möchten sie bei einem Treffen in Koblenz aufmerksam machen.

Führerschein für Beamte

Zunächst die gute Nachricht: Die Paternosterverordnung wurde gekippt. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles soll sich persönlich dafür eingesetzt haben. Bald wird auch der Paternoster im nd-Haus wieder in Betrieb genommen. Was ich jetzt aber mit meiner »Benutzerkarte für den Personenumlaufaufzug Paternoster« machen soll, die mir und den anderen Mitgliedern dieser Redaktion nach erfolgreichem Absch...

Marco Hadem

Steilvorlage aus Lüneburg

Werden nun auch Lehrer in anderen Bundesländern gegen ihre Unterrichtsverpflichtung klagen? Ein Urteil zur Lehrerarbeit aus Niedersachsen ebnete den Weg dafür.

Das Kapital zum Durchspazieren
ndPlusVelten Schäfer

Das Kapital zum Durchspazieren

Was lässt sich anhand einer Wasserpumpe mit tröpfelndem Schlauch oder einer überdimensionierten Waage über den Zustand der Welt lernen? Das Museum des Kapitalismus bietet einen Marx-Kurs zum Ausprobieren.

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Die Schere der Zensur

Der Autor und TV-Moderator Roger Willemsen hat am Sonntag die Ehrengabe der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Gesellschaft erhalten: ein Bronzeobjekt mit dem Titel »Die Schere der Zensur«. Willemsen scheue weder Grenzen noch Themen, heißt es in der Begründung der Jury. »Er weiß Probleme ebenso stilsicher wie beredt auf den Punkt zu bringen und dabei Poesie und Politik miteinander zu verbinden.« epd/nd...

Potter soll auf die Bühne

Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling (49) schreibt an einem Theaterstück über die Abenteuer des Zauberlehrlings. Das Stück soll 2016 in London auf die Bühne kommen. Es soll »Harry Potter and The Cursed Child« (»Harry Potter und das verwunschene Kind«) heißen und eine Co-Produktion mit dem Autor Jack Thorne sowie dem Regisseur John Tiffany werden. Zum Inhalt wollte sich Rowling nicht äußern. »Alles wa...

Der Jüngere im Schatten

In Wittenberg ist die große Ausstellung »Lucas Cranach der Jüngere - Entdeckung eines Meisters« eröffnet worden. Bislang stand der vor 500 Jahren geborene Renaissance-Künstler im Schatten seines deutlich anerkannteren Vaters Lucas Cranach dem Älteren. Bis 1. November werden im Wittenberger Augusteum auf rund 850 Quadratmetern rund 120 Bilder gezeigt. Daneben gibt es weitere Schauen in Wittenberg, ...

ndPlusWolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Wegen eines Unwohlseins im Magenbereich hatte Herr Mosekund einen Arzt aufgesucht. Der schob Herrn Mosekund in die Durchleuchtungsröhre und machte eine Aufnahme vom Innenleben des Patienten. Der Arzt hielt die Aufnahme gegen das Licht, drehte sie hin und her, murmelte etwas und machte eine neue Aufnahme. Dann schaltete er die Durchleuchtungsröhre aus und wieder an, klopfte an verschiedenen Stellen...

Film soll aufrütteln

Der langjährige Psychiatrie-Insasse Gustl Mollath (58) will per Dokumentarfilm auf die Zustände in psychiatrischen Kliniken aufmerksam machen. »Ich hoffe, dass die Menschen motiviert sind, wissen zu wollen, was in diesen Anstalten los ist«, sagte er am Freitag bei der Premiere des Films »Mollath - und plötzlich bist Du verrückt« der Regisseurinnen Leonie Stade (27) und Annika Blendl (33) auf dem F...

Jürgen Amendt

Chef mit Leseschwäche

Journalismus ist ein Beruf, den man erlernen kann. Im Regelfall absolviert man während des Studiums ein Praktikum und volontiert nach erfolgreichem Examen noch zwei Jahre bei einer Zeitung oder einem Sender. Für die Berufsausübung ist allerdings logisches Denken erforderlich; man muss z.B. in der Lage sein, Informationen, die nichts miteinander zu tun haben, säuberlich zu trennen, damit keine fals...

Eberhard Keienburg

Jeder kleine Raum ein Land

Prag im Juni: wie immer überfüllt von Touristen , aber jetzt markiert durch Türme hochgestapelter Stühle - in der Altstadt, auf der Kleinseite, vorm Rudolfinum, an der Karlsbrücke, überall: knallblau mit knallrotem Schild, darauf das Kürzel »PQ 2015«, das auf die Prager Quadriennale hinweist. Alle vier Jahre wird in der Moldaustadt die weltgrößte Ausstellung der Bühnen- und Kostümbildner und der T...

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Späte Korrektur

Der »dtv-Atlas Weltgeschichte« muss überarbeitet werden. Laut »Hamburger Abendblatt« hat der Deutsche Taschenbuch Verlag eingeräumt, dass ein seit 1966 in 42 Auflagen gedruckter Absatz »peinlich und rassistisch« sei. In der für November 2015 geplanten Neuauflage werde der Passus korrigiert. Darin ist in Zusammenhang mit der rechtlichen Gleichstellung von Juden im 19. und 20. Jahrhundert von deren ...

Chancen für Speicherstadt

Bekommt Deutschland neue Welterbe-Stätten? Darüber wird die Jahrestagung des UNESCO-Welterbekomitees entscheiden, die vom 28. Juni bis 8. Juli in Bonn stattfindet. Nominiert sind die Hamburger Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel - mit guten Aussichten, wie es heißt - , sowie der Naumburger Dom mit der Saale-Unstrut-Region. Insgesamt hat die Konferenz über 36 Bewerbungen zu befinden...

Schrott mit Aussagekraft

Mehr als 1700 Jahre lang schlummerte der »Barbarenschatz« auf dem Grund des Rheins bevor er in den 1980er-Jahren zufällig beim Kiesabbau gefunden wurde. Nun ist der größte europäische Metallfund aus der Römerzeit erstmals in Bayern zu sehen. Das Knauf-Museum im unterfränkischen Iphofen zeigt seit Sonntag und noch bis 8. November die Sonderausstellung »Der Barbarenschatz - Geraubt und versunken im ...

Alfons Huckebrink

Die Bücher in der Banlieue

Zwischen den Taschenbüchern und den gebundenen Büchern, den bebilderten und den schlichten Buchdeckeln gab es Milliarden von Wörtern. Manche davon waren gescheitert, andere hatten viele erschüttert. Ich hatte Lust sie auszuprobieren.« Mit Büchern hat sich der 14-jährige Paul infiziert, als er seinem Vater in der Bibliothek bei seinem Putzjob half. Denn der Vater ist »femme de menage« - Putzfrau, i...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Schwärz es an, das Morgenrot

Lebensfreude ist das Unergründliche, nicht herstellbar durch Vorsatz, nicht begreifbar durch Logik, nicht wiederholbar durch Regelwerk. Das Entstehen von Lebensfreude an eine freudige Erfahrung zu binden - ein Trugschluss. Denn: Wie viel Aufschwung lebt in Abschieden, wie viel Lust lodert in Verlusten, von wie viel Entkommensglück wird jedwede Trauer durchpulst. Was wir bereisen, was wir berühren,...

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Dreyer für mehr Kontrolle

Nach dem Wirbel um ein Honorar für TV-Star Thomas Gottschalk dringt die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) auf mehr Kontrollen. Die Aufsichtsgremien von ARD und ZDF sollten auch die Tochterfirmen der Sender unter die Lupe nehmen, sagte die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder dem Magazin »Cicero« (Juli-Ausgabe). »Natürlich machen solche Verträge und die Höhe der Honor...

Doldinger für mehr Schutz

Der Jazz-Musiker und Komponist der «Tatort»-Titelmelodie, Klaus Doldinger (79), hat Angst um das Urheberrecht. «Wir brauchen es mehr denn je», sagte Doldinger, der 24 Jahre lang im Aufsichtsrat des Musikrechteverwerters Gema saß, im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Musiker nahm dort am Wochenende an der Filmmusik-Tagung «Filmtonart» im Bayerischen Rundfunk teil. «Es gibt imme...

Jan Freitag

Betuliches und Rappendes

Wenn etwas Geschichte ist, kann es auch in der Gegenwart präsent sein. Das wissen wir nicht erst, seit Guido Knopp Deutschlands dunkle Historie zum Guten gedreht hat. Andy Borg zum Beispiel ist seit Samstag Geschichte, zumindest im Musikantenstadl

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»Die Klatsche bleibt haften«

Olomouc. Die deutsche U 21-Nationalmannschaft wollte nur noch nach Hause. »Ich bin jetzt 64 Jahre alt und habe genug Klatschen bekommen. Aber diese Klatsche bleibt haften«, sagte DFB-Trainer Horst Hrubesch am Morgen nach dem 0:5 (0:3) gegen Portugal. Noch am Mittag trat das Team die Heimreise an. Früherer Urlaub also als erwartet. »Jetzt freue ich mich darauf, wieder mit meinem Hund spazieren zu g...

Luise Wagner, Vancouver

England gewinnt die Fußballschlacht

54 027 Soccer-Fans kamen mit wehenden Ahornblatt-Fahnen ins BC Place Stadium nach Vancouver gepilgert. Doch sie mussten das schmerzliche WM-Aus des Gastgeber-Landes Kanada miterleben.

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Florian Lütticke, Baku

Baku kann vielleicht noch mehr

Die Volleyballer vergoldeten das Abschlusswochenende der Europaspiele. Auch insgesamt war der deutsche Sport mit dem Auftritt in Baku sehr zufrieden. Für den umstrittenen Gastgeber gab es viel Lob.

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804 Tage in der Schwerelosigkeit

Der russische Kosmonaut Gennadi Padalka ist ab heute Rekordhalter im Weltall. Da er noch bis September auf der Internationalen Raumstation bleibt, baut er seine Bestmarke von 804 Tagen weiter aus.

Michael Lenz

Nudisten, Götter und Ignoranten

Ein Erdbeben sucht Malaysia heim. Der Tourismusminister der Region machte junge Rucksacktouristen verantwortlich, die sich auf dem heiligen Berg Kinabalu für ein Selfie auszogen.