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Unten links

Eigentlich hätte die Kanzlerin schon oft Gelegenheit gehabt, den Ihren zu erklären, wofür sie eigentlich steht. Aber sie hat es unterlassen. Eigentlich hatte sie auch genügend Spielräume, um den Konservativen unter den Konservativen zuzurufen, sie sollten ihr nicht misstrauen, sondern sich lieber am großen Schlachtefest der SPD beteiligen. Doch sie hat sie nicht genutzt. Eigentlich hätte Merkel wä...

Keine Einigung im Tarifstreit

Offenbach. Im Tarifstreit im Sozial- und Erziehungsdienst zeichnet sich kein Lösung ab. Gewerkschaften und Arbeitgeber beendeten ihre Verhandlungsrunde am Donnerstag ohne eine Annäherung und gaben sich gegenseitig die Schuld an der verfahrenen Situation. Allerdings hielten es beide Seiten für sinnvoll, die Gespräche fortzusetzen, erklärte ver.di-Chef Frank Bsirske in Offenbach. Der Präsident der k...

ndPlusMarkus Drescher

Anstrengungen der Anständigen

Der SPD-Vizevorsitzende Ralf Stegner forderte den Aufstand der Anständigen. Doch der ist längst da. Nur wird den Anständigen das Leben von Politikerinnen, Medien und Behörden möglichst schwer gemacht.

Gespräche zur Regierungsbildung in Türkei erfolglos

Istanbul. Zwei Monate nach der Parlamentswahl in der Türkei sind die Gespräche über eine Koalition zwischen der Regierungspartei AKP und der CHP gescheitert. »Wir sind zu der Auffassung gekommen, dass keine Grundlage für eine Partnerschaft entstanden ist«, sagte der Vorsitzende der AKP, Ministerpräsident Ahmet Davutoglu, nach einem Treffen mit CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu am Donnerstag in Ankara. N...

Jamel rockt auch ohne Scheune

Berlin. Der Name Lohmeyer steht seit Jahren für ungebrochenes Engagement gegen Rechts inmitten eines von Nazis dominierten Dorfes. In Jamel in Mecklenburg-Vorpommern organisieren die Lohmeyers seit 2007 das Festival »Jamel rockt den Förster«, eine explizit gegen Nazis vor Ort und anderswo gerichtete Veranstaltung. Ende des Monats steht die neunte Auflage des Festivals an; für ihr Engagement wurden...

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Das »dritte Memorandum«

Das »dritte Memorandum«, wie die Auflagen für das umstrittene neue Kreditprogramm bezeichnet werden, hat einen etwas anderen Charakter als die beiden Vorgänger: Statt einer beschleunigten fiskalischen Anpassung mit völlig überzogenen Vorgaben beim Primärüberschuss (Haushaltssaldo ohne Zinszahlungen und Schuldentilgung) sind die Etatsziele für Athen nun etwas moderater formuliert. Der Schwerpu...

ndPlusTomasz Konicz

Eine toxische Verbindung

Was bringt Austerität? Griechenlands Steuereinnahmen sind um 19,7 Prozent gegenüber dem Vorkrisenhoch eingebrochen, die Industrie liegt am Boden, die Binnennachfrage liegt brach. Ein Überblick.

ndPlusTom Strohschneider

Grexit von links?

Der Fall Griechenland hat auch in der deutschen Linken eine Debatte ausgelöst: Wie viel Veränderung von links ist möglich unter dem Euro und in der EU?

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ndPlusFelix Lill, Tokio

Krieg und Frieden in Japan

»Entschuldigung« und »Aggression«, diese beiden Worte werden wohl fallen. Aber relativierend sollte das Ganze sein. Nur wie genau? »Reue soll erwähnt werden«, berichtete das konservative Blatt »Yomiuri Shimbun«, die größte Tageszeitung Japans. »Abe muss eine weise Entscheidung treffen«, kommentierte die Zeitung »Mainichi Shimbun«. Die liberale »Asahi Shimbun« fordert indirekt: »Gelehrte erwarten v...

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Roland Etzel

Nicht umgefallen

Höchstens auf einem Bein schien Kemal Kilicdaroglu zuletzt noch zu stehen und ist zum Ärger Erdogans doch nicht umgefallen. Nach wochenlangem Hinterzimmergeraune gab Kilicdaroglu nun bekannt, nicht in Koalitionsverhandlungen mit dem noch immer übermächtigen, aber angeschlagenen Erdogan-Wahlverein einzutreten. Eigentlich kam nichts anderes in Frage. Wie hatte ihn Erdogan im Wahlkampf herunterg...

ndPlusRené Heilig

Hallo Gewissen!

Dass die Abgeordneten »nur ihrem Gewissen unterworfen« sind, hat man in letzter Zeit öfter gehört. Da ging es um die freie Entscheidung über das Griechenland-Kreditpaket. Der Passus aus dem Grundgesetz impliziert aber nicht nur das Recht auf Gewissen. Die Verfassung fordert von Volksvertretern grundsätzlich ein Gewissen. An 365 Tagen im Jahr. Urlaub inklusive. Nun wurde bestätigt, dass IS-Mil...

Grit Gernhardt

Versehen oder Absicht?

Ob und wann ein Steuersystem gerecht ist, darüber existieren verschiedene Ansichten. Dass es aber ungerecht ist, wenn die, die am meisten haben, nur wenig davon abgeben müssen, darüber dürften sich viele einig sein. Und die Superreichen, denen ein größerer finanzieller Beitrag zum Gemeinwesen wahrlich nicht wehtun würde, kommen auf legalen, halblegalen oder illegalen Wegen auch noch um einen bedeu...

Uwe Kalbe

In Schamhaft

Petra Köpping schämt sich. Die sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration schämt sich für die Sachsen. Für den blanken Hass, der ihr immer wieder entgegenschlägt, wenn sie Kommentare zu Flüchtlingen liest. Wenn sie sich bei Facebook durch die Seiten klickt, »ehrlich, da schüttelt es mich«. Schamheftig. »Ich weiß nicht, woher die teils vulgäre, fremdenfeindliche und menschenvera...

ndPlusRudolf Walther

Das Parlament als Farce

Grüne und Linkspartei antworteten auf den Vorschlag von Bundestagspräsident Nobert Lammert (CDU), die Legislaturperioden auf fünf Jahre zu verlängern, mit einer bemerkenswerten Forderung. Mit der Verlängerung der Legislaturperiode soll zugleich »die Einführung direktdemokratischer Elemente« (Britta Haßelmann, Grüne) einhergehen: das Referendum gegen parlamentarisch verabschiedete Vorhaben und die ...

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ndPlusRené Heilig

Gut 300 Mann bei krimineller »Hilfspolizei«

Das Deutsche Polizei Hilfswerk (DPHW) sei ein »Zusammenschluss rechtschaffender Menschen aus allen Bevölkerungsschichten«. Die hätten sich »dem Schutz von Recht und Ordnung und der strikten Einhaltung legitim gültiger Gesetze verpflichtet«. Was so gesetzestreu und ordnungsliebend daherkommt, ist offenkundig ein rechtsextremer Gangsterverein, der mit der so genannten Reichsbürgerszene verbande...

ndPlusFabian Lambeck

Keine harmlosen Rangeleien

Die Zahlen für das erste Halbjahr 2015 könnten kaum erschreckender sein: Insgesamt 342 Gewalttaten rechter Schläger registrierte die Bundesregierung. Die Opfer: rund 270 verletzte Linke und Migranten.

Velten Schäfer

Nächtliches Feuer, feindliche Nachbarn

Immer wieder gerät Jamel bei Wismar wegen rechtsradikaler Umtriebe in die Schlagzeilen. Dort lebt ein bekannter Neonazi, der erst kürzlich aus der Haft entlassen wurde.

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CSU rebelliert gegen Migration

München. Die CSU wehrt sich massiv gegen Überlegungen der CDU zu einem Einwanderungsgesetz. Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, erteilte dem Projekt gegenüber dem »Focus« vom Donnerstag eine klare Absage. »Ich sehe keinen Bedarf für ein Einwanderungsgesetz«, sagte sie. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußerte sich im »Spiegel« ähnlich: »Ich sehe nicht ...

Kommunen lehnen Flüchtlinge ab

Berlin. Angesichts der stark ansteigenden Flüchtlingszahlen wollen die Kommunen keine Asylbewerber aus Westbalkanstaaten mehr aufnehmen und pochen auf die Einhaltung einer Zusage der Bundesländer. Die Kommunen stellten sich seit Monaten intensiv darauf ein, Flüchtlinge unterzubringen und zu versorgen, sagte die Präsidentin des Deutschen Städtetages, Eva Lohse, dem »Tagesspiegel«. Die Belastung sei...

René Heilig

In Wismar liegen zwei »Mistral«-Probleme

Die EU hat wegen der Krim-Annektion und der Unterstützung ukrainischer Rebellen ein Exportverbot für Rüstungsgüter nach Russland verhängt. Deutschland umgeht es.

ndPlusHagen Jung

Klimawandel in Kosovo?

Flüchtlinge vom Balkan schneller abschieben, auch wenn es dort bitter kalt ist: Handeln so human ausgerichtete Länder? Niedersachsen beispielsweise will keinen generellen Winterabschiebestopp.

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Max Böhnel, New York

Stars and Stripes zurück nach Kuba

US-Außenminister John Kerry bringt illustre Gäste nach Havanna mit: Die drei Marines, die im Januar 1961 an der Botschaft in Havanna die US-amerikanische Fahne ein letztes Mal einholten und die Insel verließen. Doch am Freitag werden die Kubaner nicht wie damals »Cuba sí, Yankee no« rufen. Denn die Stars-and-Stripes kehren wieder zurück, und viele Kubaner werden die Flagge des großen nördlichen Na...

Andreas Knobloch, Havanna

Kerry kommt zum Fahnenappell

USA-Außenminister John Kerry will die US-Botschaft in Havanna an diesem Freitag offiziell wiedereröffnen. Es ist der erste Kuba-Besuch eines US-Außenministers seit 1945. Einer endgültigen Annäherung stehen die Sanktionen entgegen.

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Jetzt Fähren von Kos nach Athen

Athen. Nach dramatischen Tagen auf der griechischen Insel Kos sind 1300 Flüchtlinge an Bord einer Fähre nach Athen gebracht worden. Die Migranten sagten am Donnerstag nach ihrer Ankunft in der griechischen Hauptstadt im Fernsehen, sie wollten weiter nach Westeuropa reisen. Laut Angaben der Küstenwache wurden im Tagesverlauf weitere 600 Flüchtlinge von verschiedenen anderen Inseln der Ägäis erwarte...

Oliver Eberhardt

Blick zurück im Zorn auf Gaza

Vor zehn Jahren begann Israel mit der Räumung des Gaza-Streifens. Die Folgen wirken bis heute nach: Extremisten gewannen an Boden; viele der abgezogenen Siedler haben bis heute nicht Fuß gefasst.

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Deutsche Bank: Anklage gegen Mitarbeiter

Frankfurt am Main. Die Frankfurter Justiz klagt im Skandal um Steuerbetrug beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten erstmals Angestellte der Deutschen Bank an. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt wirft sieben derzeitigen Mitarbeitern und einem ehemaligen Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses schwere bandenmäßige Steuerhinterziehung vor. Es geht nach Mitteilung der Behörde vom Donnersta...

ndPlusGrit Gernhardt

Reich und steuerfrei?

Viele Staaten bitten Reiche nicht angemessen zur Kasse - auch Deutschland. Teils fehlen Strukturen dafür, zeigt eine Studie. Hierzulande fällt es besonders Millionären leicht, beim Fiskus zu betrügen.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Preispolitik kaum ablesbar

Wenige Ablesefirmen teilen sich hohe Gewinne. Jetzt schaut das Bundeskartellamt der Branche erstmals auf die Finger. Das reicht nicht, warnen Datenschützer. Das »vernetztem Haus« bereitet immer größere Probleme.

Simon Poelchau

Das Land verödet

Die Menschen zieht es vom Land in die Stadt. In den schrumpfenden Regionen hierzulande wird dies zu einem ernsthaften Problem. Ohne Zuwanderung sehen Experten schwarz für einige Regionen.

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Martin Hatzius

Reim auf die Woche

Gesenkte Häupter säh man in den Gassen, Wär nicht der eigne Kopf vorn abgesackt. Man kann die Schultern nur noch hängenlassen, Solang der Sommer sie so schwer bepackt. Kein Dichter singt auf eine Sonne Oden, Die bös und garstig durchs Ozonloch schreit. Verkniffen geht der trübe Blick zu Boden, Bis uns die Nacht von diesem Joch befreit. Im Dunkeln dann: das Aug zum Himmel heben, Wo es Kom...

Hans-Gerd Öfinger

Zu dritt für die Aufwertung

Im Tarifkonflikt für die Aufwertung der hauptsächlich von Frauen ausgeübten Berufe in den Sozial- und Erziehungsdiensten stehen die Zeichen auf Streik. Viele identifizieren den Arbeitskampf ausschließlich mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Dies ist nicht verwunderlich, zumal ver.di im zurückliegenden vierwöchigen Streik das Gros der Aktiven gestellt hat. Dabei werfen mit der DGB-Bildungsg...

ndPlusNelli Tügel

»Sie werden uns schwerer einschätzen können«

Warum ist eine Wiederaufnahme der Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst nötig? Ole Spitzer ist Streikleiter, Erzieher und ver.di-Vertrauensleutesprecher im Sozial- und Erziehungsdienst der Stadt Osnabrück und erklärt die Gründe.

ndPlusJörn Boewe und Johannes Schulten

Kurze Vollzeit - aber für alle

Befürworter der Arbeitszeitverkürzung bei ver.di sehen in ihr ein Instrument gegen Arbeitslosigkeit. Skeptiker halten sie für nicht mobilisierungsfähig. Ein neues Konzept versucht, beide Lager zu vereinen.

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BER soll rasch erweitert werden

Der Brandenburger Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) fordert eine rasche Entscheidung über den Ausbau des noch unvollendeten Hauptstadtflughafens BER. »Wenn die Hauptstadtregion weiterhin so stark wächst, braucht Berlin einen Flughafen, der langfristig mehr als 40 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen kann«, sagte Bretschneider der »Wirtschaftswoche«. »Wenn wir rechtzeitig eine zuk...

Sarah Liebigt

Lauwarme Tomaten

Wenn man glaubt, blöder geht’s nicht mehr, kommt von irgendwoher ein Volldepp her. Oder: In Deutschland muss alles seine Ordnung haben. Auch die Hilfe für hunderte Flüchtlinge. Völlig wurscht, ob die in Großstadthitze vor Ämtern ausharren und auf Beratung, Betreuung, Aufnahme warten: Die Kühlkette darf dabei nicht unterbrochen werden. Damit sind selbstverständlich nicht kühle Orte für erschöpfte M...

ndPlusMartin Kröger

Bursche Büge klagt gegen den Senat

Der ehemalige Sozialstaatssekretär Michael Büge (CDU) will wieder vom Senat beschäftigt werden. Eine entsprechende Klage auf Weiterbeschäftigung hat der wegen seiner Mitgliedschaft in der extrem rechten Burschenschaft »Gothia« Ende Juni 2013 entlassene Beamte bereits vor längerer Zeit vor dem Berliner Verwaltungsgericht eingereicht. Dies bestätigte der Pressesprecher des Verwaltungsgerichts Berlin...

ndPlusSarah Liebigt

LAGeSo-Helfer stellen Ultimatum

Zahlreiche Berliner engagieren sich in der Flüchtlingsarbeit. Sie helfen dort, wo Behörden und Staat versagen. Doch sie wollen Zusammenarbeit »auf Augenhöhe«. Ansonsten drohen sie damit, ihre Arbeit niederzulegen.

Bernd Kammer

Kraftakt mit 4000 Wohnungen

Mit 200 Millionen Euro will der Senat künftig günstige Mieten fördern. Mehr geht nicht, sagt der Finanzsenator.

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Gedenken an Mauerbau vor 54 Jahren

Am 54. Jahrestag des Mauerbaus hat Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert. Bei dem zentralen Gedenken in der Mauer-Gedenkstätte legte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag einen Kranz nieder. Zuvor gab es in der Kapelle der Versöhnung der Gedenkstätte an der Bernauer Straße auf dem früheren Todesstreifen eine Andacht. Daran nahm auch die Mutter des letzten ers...

Kaum noch Hoffnung im Fall Elias

Potsdam. Mehr als einen Monat nach dem Verschwinden des sechsjährigen Elias aus Potsdam geht die Polizei vom Schlimmsten aus. »Wir rechnen nicht mehr damit, dass Elias noch lebt«, sagte Chef-Ermittler Michael Scharf am Donnerstag in der »Berliner Zeitung«. »Mittlerweile gehen wir von einem Verbrechen aus«, räumte der Leitende Polizeidirektor ein. Der Junge verschwand am 8. Juli im Potsdamer Stadtt...

Unterstützung bei künstlicher Befruchtung

Bei einer künstlichen Befruchtung können sich kinderlose Paare künftig vom Land Berlin helfen lassen. Konkret soll der Eigenanteil beim zweiten und dritten Behandlungsversuch sinken, kündigte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) an. Krankenkassen übernehmen für die ersten drei Behandlungen derzeit die Hälfte der Kosten, den Rest müssen die Paare tragen. Scheitert der erste Versuch, beteiligt sich ...

Badesaison forderte schon 15 Todesopfer

Sommerhitze und Ferienzeit - der Hochbetrieb an Flüssen und Seen lässt die Zahl der Badeunfälle anwachsen. Oft ist Selbstüberschätzung die Ursache, und meist trifft es Männer.

Corinna Buschow

An der Grenze der Kapazität

Von der Situation der Flüchtlinge in der überfüllten Erstaufnahmeeinrichtung Brandenburgs haben sich Thomas de Maizière und Dietmar Woidke bei einem Besuch in Eisenhüttenstadt ein Bild gemacht.

Steffi Bey

Heimat zwischen langen Fluren

Berlins größter Asiamarkt soll erweitert werden. Geplant sind unter anderem ein Hotel, ein Medizin-Center, eine Nudelfabrik und Betriebswohnungen.

ndPlusWilfried Neiße

Cottbus fordert Abrissstopp bei Wohnungen

Vor einigen Wochen hatte die Linksfraktion im Landtag angeregt, den Wohnungsabriss mit Blick auf die Flüchtlinge nicht weiter voranzutreiben. Dem hat sich die Stadt Cottbus nun angeschlossen.

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Friedensmal, Wohnung, Bühne

Worpswede. Theaterprobe vor dem Niedersachsenstein in Worpswede: Das ungewöhnliche Kriegerdenkmal gilt als die einzige bedeutende expressionistische Großplastik Deutschlands. Noch bis zum 22. August dient das von Bernhard Hoetger (1874-1949) entworfene Kunstwerk in Vogelform als Bühne für das Theaterstück »Niedersachsenstein - Inszenierung eines Monuments«. Die Produktion der »Cosmos Factory« erzä...

Provokation mit Ansage

Für den Schweriner Innenminister ist der Hintergrund des NPD-Antrags klar: Den geplanten Besuch im Flüchtlingsheim in Horst sieht er als Versuch, weiter Stimmung gegen Asylbewerber zu machen.

Teure Fotos von unterwegs

Für den Autofahrer ist es ärgerlich, das Land und die Kommunen freut es: Temposünder bringen Millionen-Beträge in die Kassen. In Thüringen wächst die Summe, manche Kommune will noch nachrüsten.

ndPlusAlice Bachmann, Bremen

Ökonomische Wechselbäder an der Weser

Üblicherweise ist es auch in Bremen während der Sommerferien eher ruhig, doch in diesem Jahr erlebt das kleine Bundesland an der Weser in Sachen Wirtschaft wahre Wechselbäder. Wenn es so kommt, wie geplant, könnte das wirtschaftlich abgehängte Bremerhaven an der Wesermündung endlich einen riesigen Schub erhalten, der die hohe Arbeitslosenquote senken hilft. Die Pechkarte hat dagegen die 60 Kilomet...

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Datenkrake im Museum

Diese Datenkrake tut nichts: Eine 18 Meter lange Krake ist am Mittwoch ins Deutsche Technikmuseum in Berlin eingezogen. Die Figur, die innen aus Rattan und außen aus Latex besteht, ist Teil einer Dauerausstellung zur vernetzten Welt. Diese wird am 9. September unter dem Titel »Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme« eröffnet.Die Krake namens Otto war nach Angaben des Museums zwischen 2008 und 2014...

Museum erhält zwei Gemälde zurück

Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin bekommt zwei Gemälde aus den Sammlungen des Zeughauses zurück. Die Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin habe die Porträts aus dem 18. Jahrhundert als sogenannten Fremdbesitz verwahrt, da ihre Herkunft unbekannt war, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Donnerstag mit. Im DHM, das heute den Bestand des Zeughauses verwaltet, hätte...

Einkehr - vor dem Austeilen

»No Vietcong ever called me a Nigger« - so hat der mehrfache Boxweltmeister im Schwergewicht, Muhammad Ali, 1967 seine Verweigerung des Wehrdienstes begründet. Es sind solche meisterhaft zugespitzten Zitate, die Ali neben seiner sportlichen und popkulturellen auch eine politische Bedeutung verliehen. Die Galerie Camera Work präsentiert vom 15. August bis zum 10. Oktober eine Gruppenausstellung zu ...

Kontroverse um Ai Weiwei

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat den chinesischen Künstler Ai Weiwei als einen »Freund Berlins« empfangen. »Unserer Stadt ist dieser progressive und hochkreative zeitgenössische Künstler durch seine Arbeit ebenso eng verbunden wie persönlich und familiär«, erklärte Müller am Donnerstag vor einem Treffen mit Ai Weiwei. Der 57-jährige Maler und Bildhauer trug sich ins Gäste...

ndPlusAndreas Gläser

Als ich fortging

Im Juli 1989 spazierte ich frisch geduscht und schwer bepackt von Ost- nach Westberlin, auf direktem Weg mit passendem Papier, einige Wochen bevor es mit der Flüchtlingswelle der DDR-Bürger über Ungarn losging. Ich war in einer anderen Gesellschaftsordnung gelandet, aber weil mir die Schnauze nahezu genauso gewachsen war, durfte ich mich willkommener fühlen, als ich befürchtet hatte. Das Aufn...

Sanierungsfall Schleswig-Holstein

Über Jahrzehnte hat Schleswig-Holstein einen riesigen Sanierungsstau zugelassen. Bis 2030 will die Regierung ihn auflösen. Wie sie das bezahlen will, erläuterte Finanzministerin Heinold.

Volkmar Draeger

Nicht nur träumen, einfach sein!

Diese Show ist ein Phänomen: Die »Rocky Horror Show«, auf einer winzigen Bühne mit 63 Plätzen 1973 uraufgeführt und vom Ursprungsland Australien seither zu einem beispiellosen, Siegeszug um den Globus aufgebrochen.

Hendrik Lasch, Aschersleben

Wo Budjonnys Mütze am Strauch hängt

Tomate ist nicht gleich Tomate. 200 verschiedene Sorten gedeihen in einem Tafelgarten in Aschersleben (Sachen-Anhalt). So werden alte und lokale Sorten erhalten. Nutznießer sind auch sozial Bedürftige.

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Eine neue Welt

Zu seinem 100. Geburtstag im Jahr 2019 soll das Bauhaus in einem Film gewürdigt werden. Produzent Nico Hofmann plane eine fiktionale Aufbereitung dieser »epochalen Kunstbewegung«, teilte die Produktionsfirma Ufa Fiction am Donnerstag in Potsdam mit. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe junger Künstler, die in der Zeitenwende von 1918/19 in Weimar, Dessau und Berlin beschlossen, »eine neue Welt zu erfi...

»La coiffeuse« kehrt zurück

Ein gestohlenes und in den USA wieder aufgetauchtes Picasso-Gemälde wird an Frankreich als Eigentümer zurückgegeben. Das Bild werde an die französische Botschaft in Washington übergeben, teilte die US-Zollbehörde am Mittwoch (Ortszeit) mit. Das Gemälde »La coiffeuse« (deutsch: Die Friseurin) war vor 17 Jahren in Frankreich gestohlen worden und Ende vergangenen Jahres in den USA aufgetaucht. Das 33...

Michael Saager

Jizz Jazz

Ob Mac DeMarco je wieder rauskommt aus der Slacker-Rock-Ecke? Musikjournalisten sind Schuld, die haben sich das ausgedacht. Und nebenbei: Der kanadische Musiker ist die freundlichste Rampensau der Welt.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Stiller Fluss 
zum Meer

Bilder sind Gewalttäter geworden. Dagegen setzen die Filme von Wim Wenders etwas konsequent Hermetisches, Verschlossenes. Ein deutscher Regisseur in Hollywood: Am Freitag wird Wim Wenders 70.

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ndPlusRosi Blaschke

Baum und Borke

Das Buch kann nicht halten, was sich der interessierte Leser verspricht. Nämlich, dass man etwas über Werden und Wachsen der ostdeutschen Stadt erfährt, die einst Stalins Namen trug und zur »ersten sozialistischen Stadt Deutschlands« werden sollte. Man erfährt wenig über die Utopie einerseits, Probleme und Widersprüche andererseits, über Menschen, die die Stahlindustrie aufbauten und wie es nach d...

Werner Abel

Stabilität aus der Vielfalt

Dieses Jahr ist ein Jubiläenjahr. Vordergründig wird die Wiedervereinigung in den Blick genommen. Zugleich werden Erinnerungen an 1965 wach, als Erich Honecker gegen die von Walter Ulbricht eingeleitete Reformpolitik intrigierte. Ebenso ist ein Blick zurück auf das Ende des Zweiten Weltkrieges angebracht. Für die große Wissenschaft ist die notwendige Distanz dem Anschein nach noch nicht gewonnen. ...

Christel Berger

Wir Ostmenschen?

Schon der Titel mit dem ominösen »Wir« verwundert, lässt sich doch heutzutage keiner gern unter einer Einheitsformel subsumieren. Im Vorwort behilft sich Burga Kalinowski mit der Bezeichnung »Ostmenschen«, und auch das bringt mehr Unterschiedlich- als Gemeinsamkeit ins Spiel. DDR-Erfahrung, Wendewünsche und Träume - und das nach 25 Jahren bedacht? Was verbindet beispielsweise den früheren Bürgerre...

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Robert D. Meyer

Das Spiel mit der Falschmeldung

Erfundene Geschichten: Mit gefälschten Meldungen über Flüchtlinge versuchen Rassisten Stimmung gegen Asylsuchende zu provozieren. Die gezielte Manipulation soll auch die Berichtertstattung in seriösen Medien schädigen.

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ndPlusThomas Wolfer,
Palma de Mallorca

Nowitzkis Rückkehr wird vorverlegt

Dirk Nowitzki feiert schon an diesem Freitag gegen Kroatien sein Comeback im deutschen Basketballnationalteam. Mit Blick auf die EM läuft alles nach Plan.

Marco Mader, Los Angeles

Ein alter Bekannter wird neuer Favorit

Los Angeles bewirbt sich: Hamburg erwartet im Ringen um die Olympischen Sommerspiele 2024 somit ein weiterer mächtiger und chancenreicher Rivale. Die »Stadt der Engel« kennt sich mit der Austragung der Spiele bestens aus.

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Falkenaugen gegen Phantomtore

Am Freitag feiert das »Falkenauge« in der Bundesliga Premiere. Die Torlinientechnik ist die bedeutendste Neuerung der Saison - und soll Druck von den Schiedsrichtern nehmen.

Frank Hellmann, Darmstadt

Großes Ding für kleines Geld

Familienmitglieder als Scouts, ein Stadion wie aus den 1980er Jahren in die Hochglanzliga gebeamt - Darmstadts Abenteuer Bundesliga beginnt.

ndPlusStephan Fischer

Durchgestylte Simulation

Am Freitag startet die 1. Bundesliga in die neue Saison: Der FC Bayern strebt den vierten Meistertitel in Folge an - und fährt große Technik auf, falls der Fußball die Zuschauer langweilen sollte.

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Unglücke mit vielen Todesopfern

Bei Explosionsunglücken werden oft viele Menschen getötet. Häufig sind Lager für Chemikalien oder Feuerwerkskörper der Schauplatz. Juni 2015: Bei der Explosion einer Tankstelle in Ghana sterben 150 Menschen. Die Flammen breiten sich in der Hauptstadt Accra schnell aus. August 2014: In einer metallverarbeitenden Firma in der chinesischen Stadt Kunshan werden bei einer Explosion mindestens...

Schlamperei und laxe Kontrollen

Das riesige Industrie- und Handelszentrum Tianjin-Binhai, in der die Katastrophe geschah, liegt rund 140 Kilometer südöstlich von Chinas Hauptstadt Peking. Hier ist vor allen Dingen chemische Industrie angesiedelt. Nicht das erste Mal passiert im Land ein solches Unglück. Ursache sind oft mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen und laxe Kontrollen durch die Behörden, obwohl überall in dem Riesenland L...

ndPlusBenjamin Haas, Tianjin

Dutzende Tote nach Explosionen in Tianjin

Der Himmel färbt sich rot, ein Knall ist zu hören, die Erde bebt. Ein Feuerball steigt über der Zehn-Millionen-Stadt Tianjin auf. China erlebt eine enorme Katastrophe, bei der mindestens 50 Menschen sterben.