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Unten links

Gestern stand hier die Idee, die Bevölkerungen von Sachsen und Kosovo auszutauschen. Das funktioniert natürlich nicht. Schließlich müssten dann anderthalb Millionen Kosovo-Albaner zu Montagsdemonstranten umgeschult werden. Und die Sachsen - vollgedröhnt mit Vorurteilen - hätten Angst, ihr Dasein künftig als Hütchenspieler fristen zu müssen. Eine Option wäre noch der Anschluss an Thüringen. Soll do...

Uwe Kalbe

Nicht jetzt, bitte!

Die SPD hat die Gelegenheit erkannt. Das Flüchtlingsdrama bietet ihr die Chance, auf die sie kaum noch zu hoffen wagte. Mit starken Worten versucht sie sich gegenüber der CDU zu profilieren. Auf Kosten der Asylsuchenden.

Griechenland: Linke Kräfte suchen Abstand zueinander

Berlin. Das antikapitalistische Bündnis Antarsya wird nicht mit der SYRIZA-Abspaltung »Volkseinheit« bei den Neuwahlen kooperieren. Einen Vorstoß von Mitgliedsorganisationen von Antarsya wurde von der Mehrheit des Bündnisses abgelehnt. Bei einem Treffen zu Beginn der Woche stimmten 64 Delegierte für eine eigene Kandidatur von Antarsya bei der Neuwahl. Das linksradikale Bündnis hatte in jüngsten Um...

Blutige Krawalle vor ukrainischem Parlament in Kiew

Kiew. Bei einer schweren Explosion vor dem ukrainischen Parlament ist am Montag mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Zugleich wurden bei Krawallen von Hunderten Anhängern ultranationalistischer und radikaler rechter Parteien wie Swoboda und Rechter Sektor mehr als 100 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt. Bei dem gewaltsamen Vorgehen gegen eine Verfassungsreform zugunsten größerer Selbst...

Dublin-Mauer fällt Zug um Zug

Berlin. Es hat schon einmal des Andrangs tausender Menschen bedurft, um die Grenze Ungarns Richtung Österreich zu öffnen. Vor fast genau 26 Jahren ließ Budapest DDR-Bürger, die sich dort versammelt hatten, per Bahn ausreisen - aus »humanitären« Erwägungen, hieß es. Die wären auch heute angebracht, werden aber nicht einmal als Vorwand benutzt. Nach Angaben der Hilfsorganisation Migration Aid s...

Mehr Geld vom Bund für Flüchtlinge

Die Bundeskanzlerin will »mehr tun« für die Versorgung der Flüchtlinge. Eine Summe nannte sie allerdings nicht. Die SPD wird konkreter und fordert drei Milliarden Euro vom Bund.

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Antikriegstag

Mit über 130 Veranstaltungen erinnern Gewerkschaften und Friedensgruppen am 1. September an den deutschen Überfall auf Polen vor 76 Jahren, mit dem ein Vernichtungskrieg ohne Beispiel begann. Viele Aufrufe betonen den Zusammenhang zwischen den zahlreichen Kriegen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Welt, zwischen Not und Armut und den Flüchtlingen, die davor ins vermeintlich sichere Europa...

Ines Wallrodt

Lange vor dem Export

Statt Konversion plant die Bundesregierung eine massive Aufrüstung. In den Gewerkschaften scheint die Debatte hingegen in die richtige Richtung zu laufen. Hier will die Friedensbewegung einhaken.

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Weniger Flüchtlinge vom Balkan

Frankfurt am Main. Die Zahl der registrierten Flüchtlinge aus den Balkanländern geht nach Informationen von »Pro Asyl« stark zurück. Dies zeige eine noch unveröffentlichte Statistik vom Juli 2015, die die Erstverteilung von Asylsuchenden erfasst, teilte die Flüchtlingshilfe-Organisation am Montag in Frankfurt mit. Es kämen weitaus weniger Balkanflüchtlinge nach Deutschland als öffentlich suggerier...

Katja Herzberg

Die EU diskutiert über ihre Verantwortung

Um Solidarität ist es in der EU in der Flüchtlingsfrage nicht gut bestellt. Frankreichs Premier fordert nun, eine »europäische Einwanderungspolitik« zu definieren.

ndPlusAert van Riel

Deutsche Gründlichkeit

Bei ihrer Sommerpressekonferenz hat Angela Merkel mehr »Flexibilität« in der Flüchtlingspolitik angekündigt. Die Bundeskanzlerin will, dass Asylverfahren künftig beschleunigt werden.

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ndPlusRoland Etzel

Der Pharao gibt sich ein Parlament

Der ägyptische Präsident hat es für geeignet befunden, im Oktober Parlamentswahlen durchführen zu lassen. Ex-General Sisi hat sich damit reichlich Zeit gelassen, aber das konnte er auch. Die Verbündeten drängten ihn nicht gerade zur Eile, politischen Mindeststandards zu genügen. Im Gegenteil. Die befreundeten Golfmonarchien mit Saudi-Arabien an der Spitze halten eine Volksvertretung ohnehin f...

ndPlusVelten Schäfer

Moralische Trittbrettfahrer

Es ist noch eine Weile, bis die nächste Metalltarifrunde beginnt, doch die Arbeitgeber haben offenbar schon Argumente im Testbetrieb. Man brauche im Tarif eine neue Niedriglohngruppe, um etwa Flüchtlingen eine Chance geben zu können, so der Metallarbeitgeberchef von Nordrhein-Westfalen: Das System sei zu starr, der Abstand vom niedrigsten Tarif zum Mindestlohn sei zu hoch für einfache Arbeiten! ...

Klaus Joachim Herrmann

Poroschenko zwischen den Fronten

Mit seinem immer noch zaghaften Versuch einer Verfassungsreform geriet Präsident Poroschenko endgültig und weithin sichtbar zwischen die Fronten. Was den Ultranationalisten und der radikalen Rechten allzu weit geht, ist den Repräsentanten des russisch orientierten Donbass nicht einmal annähernd weit genug. Die erste Lesung ging über die - blockierte - Bühne der Werchowna Rada. Ihr Preis war mörder...

Uwe Kalbe

Gerüchtsfall

Es muss in den Ohren eines Chinesen höchst beunruhigend klingen, was Wang Xiaolu vorgeworfen wird: das Verbreiten falscher Informationen. Der Finanzjournalist der Zeitschrift »Caijing« habe »gestanden«, durch seine Berichterstattung über Wertpapiere und Termingeschäfte die jüngsten Turbulenzen an der chinesischen Börse verschuldet zu haben. Die von ihm verbreiteten »falschen Informationen« hätten ...

ndPlusBernd Zeller

Auch Wessis sind schon mal geflohen

Unser heutiger Bericht versucht sich an einer positiven und optimistischen Rückschau auf den Einigungsprozess, dessen 25-jähriges Jubiläum wir nun feiern oder je nach Position begehen und der mit dem Beschluss der Volkskammer zum Beitritt eingeleitet und mit der Unterzeichnung des Einigungsvertrages fortgesetzt wurde. Die Art des Feierns selbst liefert erst einmal keinen Grund zum Optimismus....

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Osten besorgt um seinen Ruf

Berlin. Rassistische Ausschreitungen in Heidenau und Freital, Pegida-Aufmärsche in Dresden, Brandanschläge auf ostdeutsche Asylunterkünfte: Gibt es im Osten mehr gewalttätigen Rassismus? Anders als die ostdeutschen Ministerpräsidenten sieht der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der rheinland-pfälzische SPD-Politiker Roger Lewentz, in den neuen Ländern »eine größere Bereitschaft zu einer frem...

Verdächtiger war Feuerwehrmann

Drei Verdächtige sitzen nach dem Anschlag von Salzhemmendorf in Haft. Auch das Feuer in einem Flüchtlingsheim in Weissach wurde vorsätzlich gelegt.

Birgit Reichert, Trier

»Sie weiß nicht, wo ihre Kinder sind«

Rheinland-Pfalz erwartet mit fast 39 000 Flüchtlingen nahezu viermal so viele Menschen in Not wie 2014. Die Angekommenen können aufatmen und bangen weiter.

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Grünen-Chefin will wieder kandidieren

Berlin. Die Grünenvorsitzende Simone Peter will sich auf der Bundesdelegiertenkonferenz ihrer Partei im Herbst um eine weitere Amtszeit bewerben. »Ich rechne mir gute Chancen aus, weil die Partei wahrnimmt, dass Ruhe eingekehrt ist«, erklärte Peter am Montag im »Saarländischen Rundfunk«. »Es ist immer so, dass man eine gewisse Einarbeitungszeit braucht«, räumte die Parteichefin ein. »Aber ich bin ...

System schlägt nur sieben Mal Alarm

Berlin. Mit der Visawarndatei sind bislang kaum potenzielle Attentäter an der Einreise nach Deutschland gehindert worden. Bei über vier Millionen Abgleichen von Visumsantragstellern mit der Antiterrordatei in den vergangenen beiden Jahren gab es nur sieben Fälle, in denen das System Alarm schlug, wie aus der Regierungsantwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei hervorgeht,. In diesen...

Rauchverbot im Auto

Berlin. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) hat ein Rauchverbot in Autos gefordert, wenn Minderjährige mitfahren. »Ich würde die Prüfung eines solchen Verbots innerhalb des Kinder- und Jugendschutzes sehr begrüßen«, sagte sie der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung«. Sie wies darauf hin, dass in Großbritannien ab 1. Oktober eine entsprechende Regelung gelte.»Oft wird ja argumentiert, ...

Angeklagter gesteht

Dresden. Knapp acht Monate nach der Attacke auf den eritreischen Flüchtling Khaled in Dresden hat der wegen Totschlags Angeklagte zu Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt. Der 27-Jährige Hassan S., ein Landsmann des Opfers, berief sich dabei am Montag im Landgericht auf Notwehr. Khaled habe ihn angegriffen und er sich aus dessen Schwitzkasten befreien wollen, hieß es in einer von seiner Anwältin v...

ndPlusFabian Lambeck

LINKE will Leiharbeit abschaffen

Die Linkspartei wird sich in den kommenden Wochen verstärkt der Leiharbeit und der befristeten Beschäftigung widmen. Zum Kampagnenstart forderte Parteichef Bernd Riexinger ein Ende der Zeitarbeit.

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ndPlusSammy Ketz, Beirut

IS-Dschihadisten im Zerstörungswahn

Palmyra gilt als antike Perle in der syrischen Wüste, doch seit ihrer Eroberung Ende Mai durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) werden ihre Schätze nach und nach zerstört.

Klaus Joachim Herrmann

Keine Waffenruhe für die Rada

Ein Angriff auf das Parlament, ein zweifelhafter Sonderstatus für die Ostukraine und ein brüchiger Waffenstillstand. Sicher ist in Kiew wohl nur die schwarze Liste russischer Größen der Kultur.

Christiane Oelrich, Sydney

Australiens vergessene Kinder

Menschen hinter Stacheldraht, Flüchtlinge an den Zaun gebunden, Frauen vergewaltigt, Kinder verstört - welche Zustände herrschen in australischen Internierungslagern für Asylsuchende?

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Steinmeier in Pakistan

Nach seinem Afghanistan-Besuch ist Außenminister Steinmeier in Pakistan. Er mahnt zur Aussöhnung, auch mit Indien. Mit einem Appell zum Verzicht auf weitere Hinrichtungen holt er sich eine Abfuhr.

ndPlusOliver Eberhardt

Saudische Angriffe auf zivile Ziele in Jemen

Bei Luftangriffen auf eine Fabrik in Jemen sind mindestens 34 Menschen getötet worden. Der Krieg erzielt derweil unerwünschte Ergebnisse: Wo die Huthi vertrieben wurden, greift Al Qaida nach der Macht.

ndPlusSilviu Mihai, Bukarest

Das gefälschte Testament

Rumäniens Staatspräsident Johannis ist in eine Immobilienaffäre verwickelt. Es geht um einen gefälschten Erbschein, attraktive Häuser und Gewerberäume.

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Inflation bei 0,2 Prozent

Luxemburg. Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im August erneut leicht gestiegen. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg in einer ersten Schätzung mitteilte, blieb die Inflation mit 0,2 Prozent im Vergleich zum Juli unverändert. Stärkste Preistreiber waren demnach die Kosten im Dienstleistungssektor sowie für Lebensmittel, Alkohol und Zigaretten mit jeweils 1,2 Prozent. Di...

Benjamin von Brackel

Heiß und trocken

Der Sommer ist außergewöhnlich heiß und trocken. Europa leidet unter der Dürre, auch für September gibt es keine Entwarnung. Ein Vorgeschmack auf künftige Sommer.

Susanne Steffen, Tokio

Fahrlässig in die Katastrophe?

Fukushima-Betreiber Tepco wird wegen Fahrlässigkeit von rund 10 000 Menschen verklagt. Sie werfen dem Unternehmen vor, es habe von mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen gewusst.

ndPlusNick Reimer

Ein Vertrag, verschiedene Körbe

Drei Monate vor dem großen UN-Klimagipfel kommt der geplante Vertrag nicht voran. In Bonn soll nun mit straffer Planung geschafft werden, woran die Länder der Welt bisher scheiterten.

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ndPlusMartin Ling über den Export von Elektroschrott nach Afrika

Europas Giftmüll hat in Afrika nichts zu suchen

Wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht, macht die Europäische Union so gut es geht, die Schotten dicht. Wenn es um den Export von in der EU nicht Verwertbarem geht, ist vor allem Afrika als Absatzmarkt gefragt.

Thalif Deen, New York

Südkoreas Aufstieg zum Geberstaat

Als Südkorea 1996 freiwillig die Gruppe der 77 (G77), die mit 132 Mitgliedern die größte Koalition von Entwicklungsländern, verließ, trat es dem »Pariser Club der Reichen«, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gern genannt wird, bei. Als einem von drei Staaten, die die G77 zugunsten der 34 Mitglieder zählenden OECD verlassen haben - die anderen beiden...

Leila van Rinsum, Nairobi

»Deep Sea« muss weichen

Die Europäische Union unterstützt über Entwicklungsgelder in Partnerschaft mit der kenianischen Regierung den Straßenbau. Auch dann, wenn er zulasten von informellen Siedlern vorangetrieben wird.

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Verletzte nach Fußballspiel

Bei einer Massenschlägerei während eines Fußballspieles sind am Sonntag in Charlottenburg zwei Beteiligte verletzt worden. Insgesamt waren 21 Männer in die Auseinandersetzung auf dem Sportplatz an der Harbigstraße verwickelt, wie die Polizei am Montag mitteilte. Gegen vier von ihnen wurden Verfahren unter anderem wegen Beleidigung und Körperverletzung eingeleitet. Die Begegnung zwischen dem jüdisc...

Lerngruppen für Flüchtlinge aufgestockt

In diesem Schuljahr büffeln fast 5000 Schüler in Berliner Willkommensklassen, wie die Senatsbildungsverwaltung mitteilte. Das sind 70 Prozent mehr als im letzten Schuljahr, als rund 2900 Kinder diese speziellen Lerngruppen besuchten. 431 Klassen werden inzwischen gebraucht. Die Zahl der Lehrer wurde entsprechend aufgestockt. Sobald die Schüler gut genug Deutsch sprechen, wechseln sie in reguläre S...

ndPlusMartin Kröger

Gasnetzpläne sind gescheitert

Die Verhandlung in der Hauptsache steht zwar noch aus. Aber das Urteil des Kammergerichts zum Gasnetzstreit zwischen der Gasag und dem Land Berlin kann man nicht anders als eine vernichtende Niederlage für die Pläne zur Rekommunalisierung werten. Für das Vorhaben, das lukrative Gasnetz zu 100 Prozent zurück in den Besitz der öffentlichen Hand zu holen, ist es das Aus. Mit diesem Plan überraschte d...

Martin Kröger

Berlin Energie ist im Gasstreit nicht parteifähig

Die Gasag hat vor dem Berliner Kammergericht am Montag einen weiteren Erfolg erzielt. Aus Sicht des Kartellsenats des Kammergerichts ist nämlich die Nebenintervention von »Berlin Energie« in einem laufenden Verfahren unzulässig.

Jirka Grahl

Landessportbund will fixe Summen

Angesichts wachsender Mitgliederzahlen fordert der LSB eine festgeschriebene Fördersumme aus dem Landeshaushalt. Bisher hängt die Förderung von Lottoeinnahmen ab. Die sinken kontinuierlich.

Martin Kröger

»Baustellen-Buschfunk« am BER

Durch die Imtech-Pleite gerät die Fertigstellung des Großflughafens BER immer weiter in Verzug. Wie Ingenieure und Firmen miteinander umgehen, zeigen interne Besprechungsprotokolle.

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BVG stellt Linie 204 auf Elektrobusse um

Die Berliner Verkehrsbetriebe haben am Montag eine städtische Buslinie auf Elektrobetrieb umgestellt. Die Strecke der Linie 204 vom Bahnhof Südkreuz zum Bahnhof Zoo ist 6,1 Kilometer lang. Das Besondere daran: Die Akkumulatoren der vier eingesetzten E-Busse werden an drei Orten kabellos in wenigen Minuten aufgeladen. Die Energie wird mit Hilfe einer unterirdischen Ladeplatte per elektromagnetische...

Brandstiftung in Nauen

Ein seit 30 Jahren leerstehendes Gebäude hat in Nauen in Flammen gestanden. Das Gebäude im Ortsteil Teufelshof wurde am späten Sonntagabend stark beschädigt, wie die Polizei am Montag mitteilte. Jetzt ist dort nur noch eine Ruine zu sehen. Verletzt wurde niemand. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, die Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Es sei Spekulation, so die Polizei, einen...

Wilfried Neiße

Klarheit über den Fall Klipp

Vergrößerte der Potsdamer Baubeigeordnete Matthias Klipp sein Privathaus ganz bewusst zu Lasten einer öffentlichen Verkehrsfläche? Der Oberbürgermeister hat ihn jetzt beurlaubt.

ndPlusFlorian Brand

Warmes Licht gegen kalte Gauner

Im Kampf gegen Drogenkriminalität und Gewalt vor dem Berliner RAW-Gelände in Friedrichshain ist dem Senat ein Licht aufgegangen und erhöht seit Montag das "subjektive Sicherheitsgefühl".

ndPlusAndreas Fritsche

Amtsstuben werden Asylheim

Containerdörfer sollen nur eine Übergangslösung sein, versicherte Finanzminister Christian Görke bei einem Besuch in Wünsdorf.

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Erste Rabbinerin in NRW

Bielefeld. Fünf jüdische Geistliche und ein Kantor sind mit einer Ordinationsfeier am Montag in der Bielefelder Synagoge in ihren Dienst eingeführt worden. Die fünf Rabbiner, darunter zwei Frauen, sind Absolventen des liberalen Abraham-Geiger-Kollegs an der Universität Potsdam. Mit Natalia Verzhbovska aus der Ukraine wird erstmals eine Frau als Rabbinerin in Nordrhein-Westfalen tätig. Sie ist...

Schluss mit Sommer

Offenbach. Pünktlich zum meteorologischen Herbstanfang verabschiedet sich am Dienstag die Hitze. Von Mitte dieser Woche an ist dann sowohl auf dem Papier als auch gefühlt schon Herbst. Verantwortlich für den Übergangstag am Dienstag ist die Kaltfront von Tief »Jonas«, das sich vom Ärmelkanal zur Deutschen Bucht verlagert. Das geht nicht geräuschlos über die Bühne: Im Westen und Nordwesten mussten ...

Debatte um Klinikbetten

Erfurt. Mindestens zwölf der 38 Akutkliniken in Thüringen wollen in den kommenden Jahren neue Fachabteilungen einrichten - vor allem für die Behandlung alter Menschen. Für acht sogenannte Geriatrie-Abteilungen seien Anträge auf Aufnahme in den 7. Thüringer Krankenhausplan gestellt worden, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (LINKE). Derweil sehen die gesetzlichen Krankenkassen Überkapazitäten...

Martina Schäfer, Paderborn

Die Mütter aller Nerds

Die vor 200 Jahren geborene Ada Lovelace schrieb das erste Computer-Programm. Weitere Pionierinnen haben die Entwicklung maßgeblich vorangebracht. Zu Lebzeiten wurden sie selten beachtet.

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Griechische Kunst in Zeiten der Krise

Die Krise in Griechenland hat auch sie hart getroffen und vielen von ihnen die ohnehin dürftigen Lebensgrundlagen entzogen. Wie leben griechische Künstler in Zeiten von Arbeitslosigkeit, Unsicherheit und Verarmung der Gesellschaft? Wie beeinflusst ihre eigene soziale Situation und die ihres Landes ihr künstlerisches Schaffen? Und welche Möglichkeiten haben sie, mit ihrer Arbeit auf die Gesellschaf...

Spaziergang mit Geschichte

Der deutsche Schriftsteller Karl May, der mit seinen Abenteuer- und Reiseromanen bekannt wurde, und der britische Schauspieler und Komiker Charlie Chaplin haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam. Für beide aber wurde Berlin für eine Weile zu einer wichtigen Station, wie der Autor Falko Henning auf seinem neusten Stadtspaziergang zeigen will. Für May und dessen Alter ego Old Shatterhand war Berl...

Theweleit und das Lachen der Täter

Verrät es uns ein Motiv? Gar etwas über den Täter selbst? Was sagt es aus, das Lachen der Täter? Mit dieser Frage hat sich der Schriftsteller und Kulturtheoretiker Klaus Theweleit in seinem jüngsten Buch auseinandergesetzt, das er an diesem Dienstag im Literaturforum im Brecht-Haus vorstellt. Ist es die Lust am Töten, die sich als lachendes Triumphgefühl äußert? Ist das Lachen Machtdemonstration, ...

Christian Meinl, Mayen

Fleiß in schwarz-gelb

Ihr Summen gehört zum Sommer und eine Obsternte ist ohne sie nicht denkbar. Die Rede ist von der Honigbiene, deren Bestand durch verschiedene Faktoren bedroht ist.

Anouk Meyer

Diskussionen auf Augenhöhe

Deutsches Theater, BE, Schaubühne - kennt man. Vielleicht noch Sophiensäle und Theater unterm Dach. Doch was ist mit Vierter Welt, Dock 11, Tanzfabrik und den unzähligen anderen Off-Bühnen, die in Berlin wie Pilze aus dem Boden schießen? Selbst für sehr Kulturinteressierte ist es unmöglich, bei rund 500 Tanz- und Theatergruppen und mehr als 50 Spielstätten den Überblick zu behalten. Hier will Thea...

Ein unerschütterlicher Optimist

Nun also ist es endlich soweit - nach acht Jahren intensiver Bemühungen von Freunden, ehemaligen Arbeitskollegen und Tausenden Bewunderern von Jürgen Kuczynski wird ein Park in Berlin-Weißensee nach dem Nestor der DDR-Wirtschaftswissenschaften und äußerst produktiven Publizisten benannt. Am morgigen Mittwoch wird an der Grünfläche am Kreuzpfuhl zudem ein vom Künstler Harald Kretzschmar gestaltetes...

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Moschee freigelegt

Archäologen haben in Brandenburg Teile von Deutschlands 1915 errichteter ältester Moschee freigelegt. Bei den Grabungen auf einem ehemaligen Militärgelände in Wünsdorf seien Teile der Holzkuppel und farbige Scherben der Moschee-Fenster entdeckt worden, teilte die Freie Universität Berlin mit. Auch der Standort der im Ersten Weltkrieg für Kriegsgefangene islamischen Glaubens im sogenannten Halbmond...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Kaabarett in Jerusalehm

Regisseur Andreas Kriegenburg liebt Slapstick. Er will Lessings »Nathan«, dieses Konsensstück der Toleranz, nicht schleppen, sondern spielen: ein Slapstück. Unwirklich. Eine total konstruierte Saga.

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Pyramide als Alterssitz

Die Restaurierung der Grabpyramide von Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) im Branitzer Park in Cottbus ist seit Sonntag offiziell beendet. In den vergangenen Monaten war der Erdhügel aufwendig restauriert worden. Der exzentrische Fürst - Weltenbummler und Gartengestalter - hatte sich die Grabstätte als Pyramide auf seinem Alterssitz errichten lassen. Mit Unterstützung von Europäischer Un...

Schönste Zelle gekürt

An einem großen Kunstfestival im ehemaligen Magdeburger Gefängnis haben sich mehr als 300 Künstler beteiligt - nun sind die schönsten Zellen gekürt worden. Eine Jury mit Kunstexperten gab den mit 1000 Euro dotierten ersten Preis an die aus Kolumbien stammende Malerin Juana Anzellini für ihr Werk »Die verlorene Klarheit«, wie der Verein Kulturanker am Montag in Magdeburg mitteilte. Anzellini habe P...

2000 Jahre alte Treppe

Israelische Archäologen haben in Jerusalem eine rund 2000 Jahre alte pyramidenförmige Steintreppe gefunden. Sie liege an einer Straße, die vom biblischen Teich von Siloah zum Tempelberg in der Altstadt führe, teilte die Altertumsbehörde am Montag mit. Auf der Straße seien in der Vergangenheit Pilger zum jüdischen Tempel gewandert, der im Jahre 70 von den Römern zerstört wurde. Am Fuße der Treppe a...

ndPlusKlaus Bellin

Zwischen Cholera, Sumpf und Feuer

Er hat den Horror des Krieges erlebt und einen eigenen sprachlichen Ausdruck dafür gefunden: poetisches Stammeln, zerstörte Rhythmen, hämmernde Substantive. Am 1. September 1915 ist August Stramm gefallen.

ndPlusMartin Hatzius

«Ich wünschte, du wärest nie geboren worden»

Der verstorbene Neurologe Oliver Sacks ist berühmt geworden durch seine Bücher mit „Fallstudien". Sein Verdienst ist es, die »Fälle« als besondere Menschen darzustellen – und ihnen so ihre Würde zurückzugeben.

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Fußball der Junioren

Der TV-Sender Eurosport zeigt auch in Zukunft die Länderspiele der deutschen Junioren-Nationalmannschaften. Der Fernsehsender und der Deutsche Fußball-Bund haben den bestehenden Vertrag um vier Jahre bis zur Saison 2018/19 verlängert. Demnach wird Eurosport die Pflicht- und Freundschaftsspiele der U 21, U 20 und U 19-Nationalmannschaften in Deutschland von 2015/16 bis 2018/19 übertragen. Das teilt...

ZDF möchte mehr Geld

Das ZDF braucht nach eigenen Angaben rund 383 Millionen Euro mehr für die Zeit von 2017 bis 2020. Das sagte ein Sprecher des öffentlich-rechtlichen Senders am Montag in Mainz. ARD und ZDF hatten ihren Finanzbedarf am Freitag bei der Finanzkommission KEF angemeldet. Beim ZDF war die Höhe bisher unklar.In den 383 Millionen Euro seien neben erwarteten Preis- und Tarifsteigerungen auch Sonderanmeldung...

Niedrige Steuern, hoher Profit

Bertelsmann steckt sich nach einem guten ersten Halbjahr ehrgeizigere Gewinnziele für die kommenden Jahre. Der Medienkonzern profitierte in den ersten sechs Monaten trotz des teuren Umbaus bei Gruner + Jahr (»Stern«, »Geo«, »Capital«) und der Drucktochter Be Printers von den wachsenden Geschäften der RTL Group und der Buchverlagsgruppe Penguin Random House. Auch für das zweite Halbjahr erwartet Ko...

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Andreas Frank

Sawtschenko wartet auf ihren Partner

»Warten auf Massot« - für Aljona Sawtschenko wird das Schmierentheater um ihren neuen Partner mehr und mehr zum ganz großen Ärgernis. Seit 16 Monaten darf die fünfmalige Paarlaufweltmeisterin mit dem Franzosen Bruno Massot nur trainieren, aber keine Wettkämpfe bestreiten. Die oft beschworene deutsch-französische Freundschaft ist für die Olympiadritte nur noch eine hohle Phrase. »Man sitzt wie...

ndPlusAlexander Ludewig

Planlos und verunsichert

TFK - das steht beim 1. FC Union Berlin für Trainerfindungskommission. Bei Norbert Düwel, der an seinen eigenen Ansprüchen und denen des Klubs scheiterte, hat sie sich vertan. Nun muss sie es besser machen.

Oliver Kern

IAAF will keine Prothesensportler

Der Leichtathletik-Weltverband hat seine Regeln geändert. Damit ist behinderten Athleten wie Weitspringer Markus Rehm eine Olympiateilnahme so gut wie verbaut.

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»Der Große« - nun ganz offiziell

Nordamerikas höchster Berg heißt künftig wieder Denali. Kurz vor seiner Reise nach Alaska hat US-Präsident Barack Obama die seit Jahrzehnten von dem Staat geforderte Umbenennung offiziell durchgesetzt. Der ursprüngliche Name der Athabasken-Indianer ist in Alaska seit Jahrzehnten amtlich und praktisch jeder, ob von Einheimischen oder Europäern abstammend, nutzt ihn. Im Rest der USA war die offiziel...

ndPlusEva Krafczyk, Walbrzych

Irgendwas ist da unter der Erde

Ein Glücksfund, ein Geständnis auf dem Totenbett oder doch nur heiße Luft? Aufregung um den angeblichen Fund eines Zugs aus dem Zweiten Weltkrieg in Polen.