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Lufthansa gewinnt, Piloten müssen fliegen

Frankfurt am Main. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) muss ihren Streik abbrechen. Das Landesarbeitsgericht Hessen gab einem Eilantrag der Lufthansa statt und änderte damit ein Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt. Die 9. Kammer des LAG folgte der Argumentation der Lufthansa, die VC vorwarf, nicht nur für die Übergangsversorgung der Piloten zu streiken, sondern auch gegen den Konzern...

Im Osten mangelt es an politischer Beteiligung

Berlin. 25 Jahre nach der deutschen Einheit ist die Bereitschaft zum eigenen politischen Engagement einer Studie zufolge im Westen größer als im Osten Deutschlands. Auch die Bindung an Parteien sei im Westen stärker ausgeprägt, heißt es in der Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Danach sind 50 Prozent der Westdeutschen nach eigenen Angaben Anhänger einer bestimmten...

ndPlusRoland Etzel

Wohlkalkulierter Amoklauf

Erdogan spricht von nichts weniger als der »völligen Vernichtung« der PKK, jener militanten Organisation der türkischen Kurden, mit der er bis vor kurzem noch verhandelte.

Erdogans Mob schlägt zu

Ankara. Das ist die Parteizentrale der HDP in der türkischen Hauptstadt Ankara, nachdem ein Mob türkischer Nationalisten am Mittwoch einen Brandanschlag darauf verübt hatte. Die HDP, die Demokratische Partei der Völker, beklagt Dutzende weitere Attacken auf ihre Einrichtungen. Auch Medien wie die Istanbuler Zeitung »Hürriyet« waren wieder Objekte des Hasses. Der stellvertretende türkische Premier ...

Katja Herzberg

Entschlossenes Handeln - gegen Flüchtlinge

Jean-Claude Junckers Rufe nach mehr Solidarität, Einigkeit und Achtung der gemeinsamen EU-Regeln haben Mitgliedsstaaten wie Dänemark und Ungarn scheinbar wenig beeindruckt.

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ndPlusDenis Trubetskoy

Kiew zwischen Krise und Krieg

Die Hochburg der Maidan-Revolution scheint im Herbst 2015 eine typische europäische Hauptstadt zu sein. Dieser Eindruck täuscht. Denn Kiew ist die Hauptstadt eines Landes mitten im Krieg.

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Jens Malling

Warum Oleksandr Gluchow vor Gericht zog

Er harrte als einziger Bewohner in einem alten Kiewer Wohnhaus aus. Obwohl es unter Denkmalschutz steht, sollte es abgerissen werden. Oleksandr Gluchow wehrt sich dagegen - mit ersten Erfolgen.

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Katja Herzberg

Junckers Jammer

Es fehle an Europa und an Union in dieser Europäischen Union - Jean-Claude Junckers markige Parolen zur Zustandsbeschreibung der europäischen Staatengemeinschaft ließen nicht nur tief in das Redetalent des Kommissionspräsidenten blicken.

Silvia Ottow

Unverschämtes Hätschelkind

Über Arzneimittelstudien, die nicht von den Herstellern selbst stammen, wird meistens noch am Tag ihres Erscheinens kübelweise Kritik ausgeschüttet. Deutsche Arzneimittelgesetze verhinderten Neuheiten, heißt es dann. Oder auch, die Studien wären unwissenschaftlich. Dieses Mal verlangten Hersteller gar Abnahmegarantien für Antibiotika vom Staat, noch ehe sie zu forschen begannen. Der Grund ist die ...

ndPlusJörg Meyer

Hoffentlich kein Grundsatz

Erstmals ist es der Lufthansa im andauernden Tarifkampf gelungen, einen Streik der Vereinigung Cockpit (VC) durch eine einstweilige Verfügung gerichtlich verbieten zu lassen. Lassen sich aus diesem Urteil grundsätzliche Überlegungen zu Arbeitskämpfen ableiten?

ndPlusGuido Speckmann

Analytischer Maler

Was ist ein Bild? Bernard Frize hat auf diese Frage eine eigene Antwort: »Ein Bild ist ein Objekt, das an der Wand hängt und darauf wartet, dass Leute vorbeikommen und es aktivieren.« In einem Interview aus dem Jahr 2013 präzisierte der Maler, der für seine analytische Herangehensweise bekannt ist, seine Vorstellungen von einem Bild. Demnach sei dieses eine Suche nach einem Übereinkommen zwischen ...

ndPlusBoris Kanzleiter

Serbiens doppelte Flüchtlingskrise

Das sonst misstrauisch beobachtete Serbien reagiert bisher freundlich auf die Flüchtlinge. Doch die Situation könnte kippen, wen Ungarn seine Grenze schließt. Ohnehin ist das Land für Roma kein sicherer Zufluchtsort.

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ndPlusKurt Stenger

»Solidarische Ökonomie« als große Klammer

»Solidarische Ökonomie bezeichnet Formen des Wirtschaftens, die menschliche Bedürfnisse auf Basis freiwilliger Kooperation, Selbstorganisation und gegenseitiger Hilfe befriedigen.« Diese Begriffsdefinition des Netzwerks RIPESS Europe aus dem Jahr 1997 hat sich wohl deshalb durchgesetzt, weil sie so weit gefasst ist, dass sich unterschiedlichste Strömungen darin wiederfinden. Was diese eint, ist di...

Simon Poelchau

Den Kapitalismus mehr und mehr ersetzen

Teilen statt besitzen - dies könnte das Prinzip für eine neue postkapitalistische Gesellschaftsform sein. Im brandenburgischen Ort Biesenthal probieren dies 36 Menschen auf dem Projekthof Wukania gemeinsam aus.

Genossenschaften gleichen Unterversorgung aus

Vor knapp zehn Jahren wurde das deutsche Genossenschaftsgesetz novelliert. Dadurch bekamen auch sozialökonomische Projekte neue Chancen. Zuletzt sank die Zahl der Neugründungen aber wieder. Ist der Genossenschaftsboom vorbei? Ja und nein. Neugründungen beispielsweise von Wohnungsgenossenschaften, generationsübergreifenden Wohnprojekten, genossenschaftlich geführten Landgasthäusern und am häuf...

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ndPlusHendrik Lasch, Chemnitz

Behörden sollen netter werden

Warmes Licht und eine Akustik, die Gespräche überhaupt erst zulässt - es sind manchmal kleine Dinge, die in Behörden gefeiert werden. In der Ausländerbehörde in Chemnitz freut man sich über derlei Veränderungen.

Junckers Quotenplan spaltet Europa

Die BefürworterDeutschland: Die Bundesregierung ist Verfechterin der Quote. Kanzlerin Angela Merkel äußerte sich in der Generaldebatte des Bundestages am Mittwoch: ››Insgesamt brauchen wir eine verbindliche Einigung über eine verbindliche Verteilung von Flüchtlingen nach fairen Kriterien zwischen allen Mitgliedsstaaten.« Für Merkel sind die Pläne zur Aufteilung der 120 000 Flüchtling...

Aert van Riel

Fluchtursachen ignoriert

In der Generaldebatte des Bundestags hat die Linksfraktion auf Ursachen hingewiesen, warum Menschen aus ihrer Heimat flüchten. Deutschland hat dabei oft eine unrühmliche Rolle gespielt.

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ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Moldau zwischen Europa und Russland

Noi sîntem poporul - Wir sind das Volk! Rund 100 000 Menschen skandierten die Losung aus dem deutschen Mauerfall-Herbst in Moldawiens Hauptstadt.

ndPlusFabian Lambeck

Geschlossene Gesellschaft

Ist der im Osten weiter verbreitete Rechtsradikalismus ein Erbe des DDR-Erziehungswesens? Drei nicht mehr ganz junge Ostdeutsche suchten Antworten auf diese Frage.

René Heilig

Wie kommen Weißhelme ins Weißbuch rein?

Bisher sind unter Federführung des Verteidigungsministeriums zehn Weißbücher zur Sicherheitspolitik erschienen. Ministerin von der Leyen betont bei der geplanten Neufassung das Ressortübergreifende.

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Der Spion, der aus der Wärme kam

Koblenz. Drei mutmaßliche Spione eines türkischen Geheimdienstes stehen seit Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Koblenz, weil sie Kurden in Deutschland ausgespäht haben sollen. Das Trio soll fast zwei Jahre lang in Deutschland lebende Kritiker des damaligen türkischen Ministerpräsidenten und heutigen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan ausspioniert haben. Der Hauptangeklagte und mutmaßliche Füh...

Moskau: Hilfe für Syrien nie verheimlicht

Moskau ist weiter an der Seite von Damaskus im Syrienkonflikt. Unterdessen gerät die Baschar-Regierung weiter in militärische Bedrängnis. Minister Steinmeier sieht aber auch Lösungschancen.

Jan Keetman

Klima der Hysterie in der Türkei

Die türkische Armee greift weiter massiv die PKK an. Anhänger der Regierung attackieren unterdessen die ihnen missliebige Kurdenpartei HDP und Medien.

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Gabriel: Keine Zusatzprämien für Kraftwerke

Berlin. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) verzichtet bei der Reform des Strommarktes endgültig auf die von Versorgern geforderten Sonderprämien für konventionelle Kraftwerke. »Kapazitätsmärkte führen sehr häufig zu Überkapazitäten, weisen eine hohe Komplexität auf und bergen eine erhebliche Gefahr von Regulierungsversagen«, heißt es in einem ersten Entwurf für das neue Strommarktgeset...

Durchsuchungen bei K+S: Salzlauge illegal entsorgt

Erfurt. Ermittler haben wegen des Verdachts illegaler Abfallentsorgung am Mittwoch Büro- und Geschäftsräume des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S durchsucht. Es habe sich um vier Bürogebäude sowie zwei Privatwohnungen in Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz gehandelt, wie das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) in Erfurt mitteilte. Die Ermittlungen richteten sich gegen 15 Verantwortliche von K+S...

ndPlusSarah Liebigt

Dragonerareal wird nicht verkauft

Das Areal in Friedrichshain-Kreuzberg sollte für 36 Millionen Euro an einen Privatinvestor aus Österreich veräußert werden. Städtische Gesellschaften hatten sich erfolglos beworben.

ndPlusUlrike Henning

Nur eine Arznei bekam die grüne Ampel

Arzneimittelinnovationen sind in den seltensten Fällen wirklich welche. Ein Report von Techniker Krankenkasse und Uni Bremen untersuchte den Jahrgang 2012. Die Bilanz ist enttäuschend.

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Weniger Menschen verüben Suizid

Hamburg. Die sinkende Zahl der Selbsttötungen in Deutschland ist nach Expertenansicht auch auf eine weitgehende Enttabuisierung des Themas zurückzuführen. »Früher galt der Grundsatz, dass man über Suizid am besten gar nicht redet. Das hat sich mittlerweile geändert«, sagte Georg Fiedler dem Evangelischen Pressedienst. Fiedler ist Psychologe am Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf und im Nationa...

ndPlusMartin Koch

Faustrecht im Sprechzimmer

Wenn ein Arzt tätlich angegriffen wird, heißt es häufig, der Täter sei geistig verwirrt gewesen. In Wirklichkeit sind die Ursachen für Gewalt gegen Ärzte vielschichtiger, wie eine Studie belegt.

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Gesetzentwurf für soziale Mieten

Der Berliner Senat will am Dienstag kommender Woche den geplanten Gesetzentwurf für eine soziale Wohnungspolitik beschließen. Dieser sei derzeit in der Abstimmung zwischen den beteiligten Ressorts, sagte der Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Martin Pallgen.Der Entwurf basiere auf dem Kompromiss, auf den sich der Senat und die Organisatoren des Mietenvolksentscheids vor drei Woche...

ndPlusFlorian Brand

Die Sache mit dem Schaf

Geflüchtete Menschen bereiten verschiedenen Menschen die verschiedensten Sorgen. Zum Beispiel die, dass sie, kaum in Berlin angekommen, auf offener Straße Schafe scheren und damit das soziale Gefüge durcheinander bringen.

Sebastian Bähr

Bürotürme sind unbeliebt

Hochhäuser sind in Berlin noch immer rar. Investoren halten sich zurück, obwohl die Nachfrage nach Büros groß ist. Eine Studie erklärt, warum das so ist und was sich ändern könnte.

Rainer Balcerowiak

20 Punkte gegen Mietenwucher

Mieter- und Sozialverbände haben gemeinsame wohnungspolitische Forderungen vorgestellt. In der kommenden Woche will der Senat den Gesetzentwurf für eine soziale Wohnungspolitik beschließen.

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Wieder mehr Wildnis in Brandenburg

Potsdam. In Brandenburg gibt es wieder mehr Wildnisgebiete. Flächen, auf denen sich die Natur frei entwickeln kann, machen derzeit etwa 1,6 Prozent der Landesfläche aus, teilte das Umweltministerium am Mittwoch in Potsdam mit. Allein die von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg übernommenen vier ehemaligen Truppenübungsplätze haben einen Landesflächenanteil von mehr als 0,4 Prozent. Der Bund...

Konsum von Crystal Meth nimmt zu

Die Droge Crystal Meth ist relativ leicht herzustellen. Der Gebrauch nimmt zu - Konsumenten wollen damit ihre Leistungskraft erhöhen. Zu spät bemerken viele ihre Abhängigkeit.

ndPlusWilfried Neiße

Auf Distanz in der Kohlepolitik

Bei der Bewertung der Zukunft der Förderung von Braunkohle und ihrer Verwendung als Energieträger gehen die Meinungen von Brandenburg und Berlin auseinander.

ndPlusJosephine Schulz

Warten und frieren

Platz für bis zu 750 Flüchtlinge ist in der Zeltstadt im Innenhof einer Spandauer Kaserne geschaffen worden. Die Bewohner bezweifeln, dass sie eine Übergangslösung bleibt – wie vom Senat angestrebt.

Andreas Fritsche

Willkommen in Falkensee

Vorbehalte gegen Flüchtlinge gibt es mehr oder weniger überall. Doch in Falkensee (Havelland) behält die Menschlichkeit die Oberhand.

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Am Wochenende unter Dampf

Oschatz. Die Döllnitzbahn feiert an diesem Wochenende mit einem Bahnhofsfest ihr 130-jähriges Bestehen. Die auch »Wilder Robert« genannte Bahn gehört zu den historischen Schmalspurbahnen in Sachsen. Sie verkehrt zwischen Oschatz und Mügeln im Kreis Nordsachsen. An ausgewählten Terminen meist an Wochenenden fährt die Döllnitzbahn nach eigenen Angaben ganz traditionell unter Dampf. In der Woche ist ...

NGG muss nicht zahlen

Karlsruhe. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) muss keinen Schadenersatz in Millionenhöhe an den Geflügelproduzenten Heidemark zahlen. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe habe ein Urteil des Oberlandesgerichtes Oldenburg bestätigt und damit die Klage des Produzenten auf sieben Millionen Euro abgewiesen, wie das Oldenburger Gericht mitteilte. Das Urteil ist rechtskräftig. (AZ: VI ZR ...

ndPlusHagen Jung

Mit Rekordausgaben ins Wahljahr

Je 7,8 Milliarden Euro will Mecklenburg-Vorpommerns rot-schwarze Regierung 2016 und 2017 ausgeben; 2015 waren 7,4 Milliarden veranschlagt. Der Landtag hat den Doppelhaushalt gebilligt.

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Preis-Anwärter stellen aus

Die Anwärter auf den renommierten Preis der Berliner Nationalgalerie 2015 stellen sich in einer gemeinsamen Ausstellung vor. Das Berliner Gegenwartsmuseum Hamburger Bahnhof zeigt von Freitag (11.9.) an die aktuellen Arbeiten von Christian Falsnaes, Florian Hecker, Anne Imhof und dem eurasischen Künstlerkollektiv Slavs und Tatars. Der alle zwei Jahre ausgelobte Preis wird am 18. September verliehen...

Eruptive Emotionalität

»Wandlung« hat die Berliner Künstlerin Antje Neppach nebenstehendes Bild genannt. Neppach, die an der Kunsthochschule Weißensee studiert hat, malt mit ihren Fingern in feurigen Rottönen menschliche Figuren. Die Frauen, meist Selbstbildnisse, entstehen in schnellem, leidenschaftlichen Gestus. Ihre Titel sprechen von existenziellen Erlebnissen, die Neppach, mit viel Dramatik und eruptiver Emotionali...

Literaturfest eröffnet

Das Schicksal von Flüchtlingen, Heimatlosen und Asylsuchenden bestimmte am Mittwoch den Auftakt des Internationalen Literaturfestivals (9.-19.9.) in Berlin. Unter dem Motto »Berlin liest« waren Bürger in allen Teilen der Stadt aufgerufen, Texte zu dem Thema vorzutragen. Auch vor dem Reichstag, dem Auswärtigen Amt und dem Innenministerium gab es Lesungen. Am zentralen Veranstaltungsort, dem Haus de...

ndPlusJutta Schütz

Per Tieflader ins Museum

Nach knapp 24 Jahren soll an diesem Donnerstag der tonnenschwere Berliner Lenin-Kopf aus rotem Granit wieder zum Vorschein kommen. Das Haupt des russischen Revolutionärs, das in einem Waldstück am südöstlichen Stadtrand vergraben war, wird gehoben, verhüllt und per Tieflader ins Museum gebracht. Bekannt wurde das DDR-Denkmal nach dem Mauerfall mit dem Film »Good Bye, Lenin!«. Von den knapp 130 Tei...

ndPlusYuriko Wahl-Immel und Andrea Löbbecke, Bonn

Inder will die CDU rehabilitieren

Ein indischstämmiger Politiker will erster CDU-Oberbürgermeister einer Großstadt mit Migrationshintergrund werden - in Bonn. In Oberhausen strebt ein Deutsch-Grieche das gleiche Ziel für die SPD an.

Sven Eichstätt, Leipzig

Elektronische Anzeigen zur Zugverspätung sind Pflicht

Die Deutsche Bahn muss bis September 2019 auf allen Bahnhöfen Deutschlands Verspätungen und Zugausfälle anzeigen. Das ist die Konsequenz eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig.

Gunnar Decker

Die Rückeroberung des Wünschens

Glas und Beton fangen das Licht ein. Aber der Stahl der Türen fängt Menschen. Von weitem wirkt das Hightech-Gefängnis Heidering bei Großbeeren in Brandenburg wie ein Flughafenterminal, der Komfort der 600 Zellen, so sagt man, ist hoch. Von nahem aber ist es wie jedes Gefängnis eine Menschenfalle.Die Transparenz der Architektur endet an verschlossenen Türen. Darum geht es schließlich im Gefängnis: ...

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Noten von Max Reger

Einem Wegbereiter der zeitgenössischen Musik widmet sich eine Schau in Karlsruhe: Kurz vor seinem 100. Todestag stellt die Badische Landesbibliothek das Schaffen des Komponisten Max Reger (1873-1916) anhand von zahlreichen Notenblättern, Erstdrucken, Entwürfen und Fotos vor. Zu sehen sind erstmals auch ganz frühe Werke, die das Max-Reger-Institut mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder, des Landes...

ndPlusUwe Sattler

Die bissige Ente wird 100

Die Layouter des »neuen deutschland« würden das Blatt wohl nur mit spitzen Fingern anfassen: Gedruckt auf einer Art Butterbrotpapier, mit dem optischen Charme einer Schülerzeitung, Druckerschwärze, die Flecken auf den Händen macht, praktisch fotofrei, und das - ohnehin spärliche - Rot könnte aus dem Tuschkasten stammen. Und doch: »Le Canard enchaîné« ist die erfolgreichste Zeitung Frankreichs. Am ...

Kathrin Schug

Expressiv vor dem Ende

Wer die Kunst der DDR vorwiegend mit Marx-Porträts und Arbeiterszenen im Morgentau verbindet, wird überrascht sein von der Vielfalt der Themen, mit der sich Maler in der Endphase der DDR auseinandersetzten.

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Hoppers Amerika

»Hotel Room« von 1931 - eines der berühmtesten Gemälde von Edward Hopper, der immer wieder auf verschiedenste Weise das amerikanische Lebensgefühl vor Augen führt. Hier ist es die Einsamkeit - im Hotelzimmer sind die Koffer noch oder schon wieder gepackt. Schweigen. Entfremdung. Rund 100 Abbildungen enthält der Band »Edward Hopper. Amerika - Licht und Schatten eines Mythos«. Didier Ottinger b...

Michael Saager

Auf Sinnsuche

Für den Man Booker Prize hat es nicht gereicht, den bekam der Australier Richard Flanagan für seinen Roman »The Narrow Road to the Deep North«. Immerhin schaffte es Joshua Ferris mit »Mein fremdes Leben« über einen Zahnarzt auf Identitätssuche auf die Shortlist, also unter die besten sechs Romane des Jahres 2014, was ja auch nicht zu verachten ist. Für den ersten Platz hätte es freilich auch ...

Florian Schmid

Phantastische Zone

Eine Romantrilogie innerhalb eines halben Jahres in drei Teilen herauszubringen, ist eher ungewöhnlich. Im vorigen Herbst erschien im Verlag Kunstmann »Auslöschung«, der Auftakt von Jeff Vandermeers phantastischer Southern-Reach-Trilogie, dieses Frühjahr folgten »Autorität« und »Akzeptanz«. Die drei Romane, insgesamt knapp tausend Seiten (auch im amerikanischen Original in kurzer Abfolge publ...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Ein Licht, das »verstand«

Die Schneekönigin - der Titel des Romans stammt aus einem Song, den Tyler für seine krebskranke Geliebte Beth schreiben will. Wir befinden uns in einer schäbigen Wohnung im schäbigen New Yorker Stadtteil Bushwick. Dort hat sich auch Tylers jüngerer Bruder Barrett einquartiert, denn er ist knapp bei Kasse und wieder einmal von einem Freund verlassen ... Niedergeschlagen ist Barrett, als er zu Begin...

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Auszeichnung für kleine Bühnen

Für den erstmals ausgelobten Theaterpreis des Bundes können sich kleinere und mittlere Bühnen jetzt bewerben. Kulturstaatsministerin Monika Grütters vergibt die Auszeichnungen in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Theaterinstitut. Der Preis soll die Leistungen der kleinen und mittleren Theater in den Kommunen insbesondere auch jenseits der Metropolen und großen Staatstheater würdigen, wie das ...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Gedichte, die vielen zu Herzen gehen

Ihr erster Gedichtband wurde zugleich ihr berühmtester: »Terzinen des Herzens«, 1947 im Rupert-Verlag Leipzig veröffentlicht, fand von offizieller Seite zunächst wenig Gegenliebe. »Abstoßende Neigungen und Triebe einer Dichterin ... bestenfalls der Beachtung eines Psychiaters wert«, so wird ein Literaturreferent der sowjetischen Besatzungszone auf der Webseite des Verlags Razamba, Boppard, zitiert...

Marion Pietrzok

Die Kunst stirbt niemals

Was ist Licht? Was ist Farbe? Was Malerei? Scheinbar ewige Fragen. Des Künstlers Antrieb: aus dem Dunkel heraus, dem der Existenz, Antwort zu finden. Einer Antwort, die aus dem eigenen unvergleichlichen Lebenskern keimte, ist Giovanni Segantini (1848-1899) allen Schicksalsschlägen und Widerständen trotzend entgegengestrebt. Seine monumentalen Gemälde, mit denen er zu den realistischen Symbolisten ...

ndPlusTobias Riegel

Der Unbestechliche

Man kann nicht sagen, Gary Webb wäre nicht gewarnt worden: Kleine Informanten, große Fische des Politbetriebs, ehrenhafte Freunde, verdorbene Mafiaangehörige und durchtriebene Geheimdienstagenten - sie alle haben ihm im Laufe seiner Recherchen zum CIA-Koks-Contra-Skandal der 80er Jahre ins Gewissen geredet und prophezeit: Wenn Webb diese Geschichte aufschreiben sollte, würde das seinen sozialen Su...

Seite 18
ndPlusCaroline M. Buck

Zwischen Skylla und Charybdis

Sharbat hat Stress mit ihrem Mann, weil die überzeugte Aktivistin ihre drei Kinder mitnimmt auf den Tahrir-Platz. Wenn ihr dort alle miteinander sterbt, habe ich jedenfalls Ruhe, kriegt sie zu hören. Auch ihre Geschwister sind gegen die Demonstrationen. Und die Nachbarn sammeln sich zum Lynch-Mob, als das österreichische, fremde, deshalb sofort der Spionage und irgendwelcher unägyptischer Umtriebe...

Seite 19

Erstaufnahme am Millerntor

Hamburg. Es gibt Fußballspiele, bei denen ist das Ergebnis nur Nebensache. Das Testspiel im Hamburger Millerntor-Stadion zwischen dem Zweitligisten FC St. Pauli und Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund vor 25 731 Zuschauern war so eine Partie. »Refugees Welcome« lautete das Motto am Dienstagabend. Flüchtlinge waren nicht nur willkommen, sie standen teils sogar im Zentrum. 1000 Geflüchtete wa...

ndPlusFlorian Lütticke, Lars Reinefeld und Emilio Rappold

Eine Ära geht zu Ende

Selbst Pau Gasol in Galaform kann Spanien bei der Basketball-EM bislang nicht retten. Nach zwei Pleiten droht den einstigen Dominatoren das Aus. Das Duell mit Dirk Nowitzki & Co. wird entscheidend.

Tom Mustroph, Burgos

Quälen für die WM

John Degenkolb hatte im Frühjahr große Rennen gewonnen, doch bei den Etappenfahrten bleibt er glücklos. Ein Höhepunkt soll aber noch kommen.

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Tödlicher Sandsturm

Dichter gelber Sand hat über einige Regionen des Nahen Ostens einen Dunstschleier gelegt. In Syrien starben sechs Menschen, in Libanon mindestens vier.

ndPlusChristian Baron

Furzkissen, Blasrohre und Urzeitkrebse

An diesem Donnerstag erscheint die Jubiläumsausgabe der legendären Comiczeitschrift »Yps«. Seit 40 Jahren hat das Magazin eine treue, meist männliche Stammleserschaft.