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UNTEN LINKS

Deutschland! Deutschland! Deutschland! Alle Deutschen feiern morgen den »Tag der Deutschen Einheit«, den Tag, an dem die Ost- mit den West- und die West- mit den Ostdeutschen bestraft wurden (liebevoll auch »D-Day« genannt). Gefeiert werden sollen ab morgen früh um 5.45 Uhr auch all jene Dinge, für die die Deutschen international berühmt sind: die Erfindung des Einberufungsbescheids, das Einwohner...

Pötsch wird neuer Aufsichtsratschef bei Volkswagen

Berlin. Der bisherige Vorstandsvorsitzende der VW-Finanztochter, Frank Witter, soll neuer Konzernfinanzchef von Volkswagen werden. Witter werde damit Nachfolger von Hans Dieter Pötsch, der wie geplant an die Spitze des VW-Aufsichtsrats wechseln soll, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Konzernkreisen. Beide Personalien sollen am Mittwochabend bei der Sitzung des Aufsichtsratspräsi...

ndPlusUwe Kalbe

Wer lügt hier?

Von dem seit Monaten skandierten Vorwurf »Lügenpresse« bis zu den ersten Schlägen waren es nur ein paar Tausend Demo-Schritte. Es ist damit nun die Grenze überschritten, die den letzten Pegida-Nachläufer schlagartig zur Besinnung bringen sollte.

Velten Schäfer

Aggressiv zur Jubelfeier

Vor dem 25. Jubiläum der Einheit hat niemand die Absicht, »Schutzzäune« zu errichten - zumindest nicht Horst Seehofer. Derweil rückt die Asylrechtsverschärfung schnell näher.

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Uwe Sattler

Böser Russe, guter Ami?

Über Jahre hat sich Putin zurückgelehnt: Soll sich Obama doch an den zum Großteil vom »Westen« mitproduzierten Konflikten in der südlichen Hemisphäre aufreiben. Seit den russischen Bombardements vom Mittwoch in Syrien ist alles anders.

ndPlusSimon Poelchau

Für die Wirtschaft angeschmiert

Mit vollem Recht wird die vollständige Veröffentlichung der Verhandlungsmandate für die Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA sowie Kanada - TTIP und CETA - gefordert. Denn die jüngsten Leaks bezüglich der CETA-Verhandlungen beweisen, wie die Öffentlichkeit konsequent von der Politik und ihrer Geheimdiplomatie hinters Licht geführt wird.

ndPlusRoland Etzel

Abbas und eine bittere Erkenntnis

Es war ein Tag bitterer Erkenntnis für all jene, die von ihrer Zuversicht in ein Vorankommen des Nahostfriedensprozesses nicht lassen wollten: Ausgerechnet als am UN-Hauptquartier in New York erstmals auch die Flagge Palästinas aufgezogen wurde, erklärte dessen Repräsentant nun vor der Welt, sich nicht mehr an die Oslo-Vereinbarungen von 1993 gebunden zu fühlen.

Jürgen Amendt

Publizistisches Gewicht

Die kanadische Regierung hat eine Reisewarnung für Teile Ostdeutschlands herausgegeben. Dort würden Menschen »wegen ihrer Rasse oder ihres ›ausländischen‹ Aussehens« bedroht oder angegriffen, heißt es. Die kanadische Regierung vergaß allerdings hinzuzufügen, dass sich die Angegriffenen nicht darauf verlassen können, von der Polizei ausreichend gegen solche Attacken geschützt zu werden. Kanadi...

Martin Leidenfrost

Am Schwarzenstrich

Diesen Sommer besuchte ich zwei Mal einen italienischen Straßenstrich. Ich wollte verstehen, warum gerade Italiener diesen für Europa ungewöhnlichen Hang zu afrikanischen Prostituierten haben. Allein aus Nigeria zehntausend.

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Die Exekutive neu begründen

Die Kritik an der Staatsbürokratie ist ebenso weit verbreitet wie harsch. Aber ebenso weit verbreitet ist der Glaube, alles werde letztlich geregelt und organisiert, von einer sehr fehlerhaften, aber irgendwie doch omnipotenten Bürokratie.

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Luftangriffe und Aussicht auf Gespräche

Washington. Nach dem Beginn der russischen Luftangriffe in Syrien vereinbarten Washington und Moskau direkte militärische Gespräche. Diese sollten so bald wie möglich stattfinden, sagte US-Außenminister John Kerry nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow am Mittwoch in New York. Beide kamen zum dritten Mal binnen weniger Tage bei den Vereinten Nationen zusammen. »Wir haben u...

Axel Eichholz, Moskau

Hoffnung im Donbass

Vor dem Ukrainegipfel in Paris einigten sich die Konfliktparteien in der Ostukraine auf einen Abzug der schweren Waffen. Der ukrainische Präsident kündigte derweil die Rückeroberung der Krim an.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Einsatz im »nationalen Interesse«

Beim Einsatz der russischen Luftwaffe in Syrien geht es Schlag auf Schlag. Wieder griffen Kampfjets Stellungen der Islamisten an. Ausschließlich Ziele militärischer Art seien im Visier der russischen Streitkräfte.

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Roland Etzel

Die Wutrede des Präsidenten Abbas

Palästinenserpräsident Abbas hat in seiner Rede vor dem UNO-Plenum das Oslo-Abkommen aufgekündigt. Israel kritisiert Abbas scharf.

ndPlusMartin Ling

Streiter gegen Krieg und Klimachaos

Die Alternativen Nobelpreise gehen in diesem Jahr an Menschenrechts- und Umweltaktivisten in Uganda, Kanada und Italien - sowie an die Marshallinseln und deren Außenminister Tony de Brum.

ndPlusDominic Heilig

Portugals Konservative liegen vorn

Nachdem es noch im Juli so aussah, als könnten die oppositionellen Sozialisten (PS) stärkste Partei werden, hat sich nun das Blatt gewendet. Der konservative Premier Coelho (PSD) liegt in den Umfragen mit 38 Prozent vorn.

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ndPlusHendrik Lasch, Magdeburg

Politik als schwarzes Loch

Ein schärferes Profil der Parteien in Sachsen-Anhalt könnte Nichtwähler zur Teilnahme an Wahlen bewegen. Die Parteien sollten sich in Kampagnen »stärker als politische Wertegemeinschaft präsentieren und voneinander unterscheiden«, sagte der Politologe Everhard Holtmann aus Halle bei der Vorstellung einer Umfrage zum Thema Nichtwahl: »Es gibt Potenzial zur Mobilisierung.« Ein Teil der Befragten ide...

Roland Bunzenthal

Menschenwürde auf dem Prüfstand

Es war nicht überraschend: Am Donnerstag lehnte der Bundestag mit Mehrheit der Koalition die Abschaffung von Sanktionen bei Hartz IV ab. Verfassungsrechtlich und ethisch bleiben sie weiter umstritten.

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ndPlusFabian Lambeck

Union und SPD schützen ihre Lobbyisten

Union und SPD wollen nicht verraten, wem sie diskrete Hausweise für den Bundestag zukommen lassen. Deshalb geht der juristische Streit um die Herausgabe der Namenslisten jetzt in die nächste Runde.

Aert van Riel

Das doppelte Spiel der Grünen

Im Bundestag haben die Grünen trotz einiger kritischer Anmerkungen den Kompromiss in der Flüchtlingspolitik grundsätzlich gelobt. Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Haltung der Partei.

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Foodwatch veröffentlicht CETA-Mandat

Berlin. Das Handelsabkommen CETA der EU mit Kanada gilt als kleine Schwester des geplanten Megaabkommens TTIP mit den USA. Was in CETA steht, könnte eine Blaupause für den umstrittenen Vertrag mit den Vereinigten Staaten sein. Jetzt hat die Verbraucherorganisation Foodwatch das seit Jahren unter Verschluss gehaltene europäische Verhandlungsmandat für CETA im Internet veröffentlicht. Aus den F...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Für eine sozialere EU

Nur alle vier Jahre tagt der Kongress des Europäischen Gewerkschaftsbundes. Diesmal dreht sich vieles um die Attacken auf soziale Errungenschaften.

ndPlusKurt Stenger

Volkswagen als Milliardengrab

So viel ist sicher: Der Abgas-Skandal wird VW teuer zu stehen kommen. Die Rückstellungen reichen nicht aus: Für die Rückrufaktion, Straf- und Schadenersatzzahlungen sowie Risiken aus Kapitalmarktaktivitäten.

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Versteckt

Der britische Ägyptologe Nicholas Reeves ist zuversichtlich, das unentdeckte Grab der legendären ägyptischen Königin Nofretete zu finden. Reeves bekräftigte am Donnerstag nach einem Besuch im Tal der Könige seine Theorie, dass sich bislang unentdeckte Räume in der weltberühmten Grabkammer des Pharaos Tutanchamun befinden. »Radar- und Wärmebildaufnahmen sollten uns das zeigen«, sagte der Wissenscha...

Martin Hatzius

Reim auf die Woche

Der Mann im Mond wischt sich die Lider, Reibt schweren Schlaf aus dem Gesicht: Der Erdball scheint so rötlich wieder Wie fünfundzwanzig Jahre nicht. »Das Himmelsschauspiel zu besehen«, So denkt der Mann und dünkt es gut, »Es lohnte, dafür aufzustehen: Die Menschenwelt in Feuersglut.« Von weiter oben lugt ein Wesen, Das krumm auf sieben Beinen geht, Verächtlich über einen Tresen: ...

Wendewege im Bahnhof

Das Dokumentarfilm-Festival DOK Leipzig wird am 26. Oktober mit Andreas Voigts Film »Alles andere zeigt die Zeit« eröffnet. Wie die Veranstalter am Donnerstag mitteilten, wird der Eröffnungsfilm schon am ersten Abend öffentlich und kostenfrei in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofes zu sehen sein. »Alles andere zeigt die Zeit« knüpft an eine Filmreihe des Regisseurs aus den Jahren zwischen 198...

Thomas Blum

Kaputte Alarmsirenen

Ich glaube, das hier ist mein letztes Interview«, soll die derzeit mit Kritikerlob überhäufte Künstlerin FKA twigs alias Tahliah Barnett, so der bürgerliche Name der 27-jährigen Britin, kürzlich geantwortet haben, als sie von einer Journalistin nach ihren »Hochzeitsplänen« befragt wurde. Frau Barnett lässt sich die Überzeugung, dass man auch mit Künstlerinnen - nicht anders als mit Künstlern - übe...

Hans- Dieter Schütt

»Nu feixt doch mal ni so!«

Der Berliner Kabarettpreis DER EDDI wurde von 1981 bis 1988 an Satiriker, Karikaturisten, Musiker der DDR verliehen, denen große staatliche Auszeichnungen versagt blieben. Seit 2013 wird der Preis wieder vergeben.

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Digitale Lehre

Der Marburger Anglistikprofessor Jürgen Handke erhält den mit 50 000 Euro dotierten »Ars legendi-Preis« für exzellentes digitales Lehren. Der Hochschulprofessor sei einer der Vorreiter der digitalen Lehre in den Geisteswissenschaften, erklärte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft am Donnerstag in Essen. Er setze unter anderem auf einen You-Tube-Channel und digitale Lehr- und Prüfungsme...

Till Bastian, 88316 Isny

Von Alte Sorge nach Neuärgerniß

Nun feiern wir also, dass wir seit einem Vierteljahrhundert 56751 Einig sind. Ja, anno 1990 ging in Deutschland die Post ab, und das dann seit 1993 auch mit den neuen, einheitlichen Postleitzahlen (»Fünf ist Trümpf«). Aber wohin? Trotz offizieller 25-jähriger Einheit gibt es immer noch mächtig 83552 Streit, nicht bloß im 55595 Sommerloch. Man glaube nicht, das sei alles nur 18276 Schabernack....

Nichtwillkommensunkulturbeauftragter

Die deutsche Sprache kennt viele Begriffe, die schon aufgrund der Anzahl der in ihnen hintereinandergereihten Buchstaben für Nichtmuttersprachler nur schwer zu erlernen sind. Hier ein paar Beispiele.

ndPlusRoberto Becker

Wer, wenn nicht er?

Er hat es schon geschafft. Noch bevor es richtig losgeht! Matthias Lilienthal, der neue Intendant der Münchner Kammerspiele, ist bei den bayerischen Obrigkeiten angeeckt und hat sich einen Anpfiff des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann eingefangen. Der CSU-Politiker erkannte nämlich messerscharf, dass die für Mitte Oktober von den Kammerspielen einberufene »Internationale Schlepper- und S...

Reiner Oschmann

Verlaufen

Es bleibt dabei - »Die Korrekturen« sind Jonathan Franzens größter Roman. Auch sein jüngster, »Unschuld«, kann diesen Befund nicht korrigieren. Das 800-Seiten-Werk, sein fünfter Roman, besitzt Passagen, die im Gedächtnis bleiben. Doch sie sind nur aufblitzende Einsprengsel. Sie vermögen es nicht, dem Gesamtwerk jene Beglückung zu schenken, die der Leser in einem großen Roman zu finden hofft. Ander...

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Michael Kummer

»Wir hießen eben Amateure«

Was in Jena Ende der 50er Jahre begann, führte in der DDR-Oberliga schnell zu kapitalistischen Auswüchsen: Profispieler mit vielerlei Privilegien - finanziert von Parteifürsten und Kombinatsdirektoren.

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Oliver Kern

Die Schwaben kommen

Die SG Bietigheim mischt die Bundesliga der Handballerinnen auf. Wohl dem, der einen potenten Mäzen wie Eberhard Bezner hat und mehrere Nationalspielerinnen verpflichten kann.

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Sarah Liebigt

Mauerpark durchgewunken

Im Frühjahr übernahm der Senat die Planungen für den Mauerpark, in dieser Woche ging er einen weiteren Schritt in Richtung Bebauung.

Bernd Kammer plädiert für viele neue Wohnungen

Devise: Bauen!

Das ist mal eine steile These: Die Bauwut stoppen, weil wir von allem reichlich haben. Für Manches mag das zutreffen, für Wohnungen garantiert nicht. Da herrschte in Berlin in den vergangenen Jahren alles andere als Bauwut. Deshalb ist es gut, dass der Senat endlich aufgewacht ist und den Wohnungsbau ankurbelt. Denn die Stadt erwartet mittlerweile bis 2030 rund 400 000 Neuberliner, für die Wohnrau...

ndPlusRainer Balcerowiak

Der Boom setzt sich fort

Innenstadtgebiete wie Mitte und Friedrichshain bleiben attraktiv fürs hochpreisige Wohnen, der Neubau verlagert sich jenseits des S-Bahnrings, meint die Hochtief-Gruppe.

ndPlusNicolas Šustr

Radikal Schluss machen mit der Bauwut

Daniel Fuhrhop möchte radikal Schluss machen mit der Bauwut. Keine neuen Shoppingcenter, Reihenhaussiedlungen und Trabantenstädte. So heißt sein Buch zum Thema schlicht und provokant »Verbietet das Bauen«.

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Dieser Feldahorn ist ein Baumriese

Die Schüler Luca Gebauer, Valentina Schulz, Anastasia Krüger und die Zwillinge Drake und Yason Fischer (v.l.) von der Kneipp-Grundschule Buckow (Märkisch-Oderland) stehen vor dem höchsten Feldahorn Brandenburgs. Sie haben ihn im Rahmen der vom Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde veranstalteten 16. Brandenburgischen »Baumriesen-Aktion«...

Barrierefreies Bauen soll zur Norm werden

Für Menschen mit Behinderung sind zwei gerade erst bezogene Landesministerien eine Katastrophe. Auch im Landtagsgebäude haben sie es immer noch schwer - trotz vieler Hinweise.

Aufgemalte Schläuche, teure Lampen

Alle Jahre wieder: Berlin steht im Schwarzbuch über die Verschwendung öffentlicher Gelder. Autor ist der Bund der Steuerzahler. Erneut spießt er teilweise haarsträubende Fälle auf.

Christin Odoj

Mit Lenin nach Schmargendorf

Am Freitag beginnen 42 Azubis aus Vietnam ihre Lehre zur Altenpflegekraft. 15 haben dieses Jahr ihren Abschluss gemacht. Mit unbefristeten Arbeitsverträgen kämpft Vivantes gegen Nachwuchssorgen.

Wilfried Neiße

Im Schnitt billiger, hier und da

Wie entwickeln sich in Zeiten fallender Energiepreise die Wohnnebenkosten im Land - der BBU-Jahresbericht verweist auf gesunkene Durchschnittswerte, aber auch erhebliche regionale Unterschiede.

ndPlusSebastian Bähr

Die Rechten aus dem öffentlichen Raum drängen

Antifaschistisches Engagement mal anders: Mit einem »öffentlichen Wohnzimmer« wollten Aktivisten Anwohner für Rassismus sensibilisieren und zum Handeln ermutigen. Die Notwendigkeit dafür sehen viele.

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Dieser Feldahorn ist ein Baumriese

Die Schüler Luca Gebauer, Valentina Schulz, Anastasia Krüger und die Zwillinge Drake und Yason Fischer (v.l.) von der Kneipp-Grundschule Buckow (Märkisch-Oderland) stehen vor dem höchsten Feldahorn Brandenburgs. Sie haben ihn im Rahmen der vom Landesverband der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde veranstalteten 16. Brandenburgischen »Baumriesen-Aktion«...

ndPlusWilfried Neiße

Im Schnitt billiger, hier und da

Wie entwickeln sich in Zeiten fallender Energiepreise die Wohnnebenkosten im Land - der BBU-Jahresbericht verweist auf gesunkene Durchschnittswerte, aber auch erhebliche regionale Unterschiede.

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Falsches Bohrverfahren

Mainz. Der Bauunfall an der Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz vom Februar ist einem Bericht zufolge aller Voraussicht nach durch ein falsches Bohrverfahren beim Einbringen von Pfählen ausgelöst worden. »Für diesen örtlichen Bereich muss man das Bohrverfahren (...) als ungeeignet bezeichnen«, zitiert die Mainzer »Allgemeine Zeitung« aus einem Gutachten für das rheinland-pfälzische V...

Brenntage in Thüringen ab 2016 verboten

Erfurt. In Thüringen ist das Verbrennen von Gartenabfällen vom kommenden Jahr an verboten. Die Verordnung, nach der Landkreise und kreisfreie Städte Brenntage unter Auflagen erlauben durften, laufe zum Jahresende aus, teilte das Umweltministerium am Donnerstag in Erfurt mit. Viele Kreise hätten »die Ausnahme zur Regel gemacht und das Verbrennen ohne weitere Prüfung im Frühjahr und Herbst zugelasse...

ndPlusGuido Speckmann

Sucht und Sog

Sie brauche den nächsten Karl Ove Knausgård-Band wie Crack, schrieb die englische Autorin Zadie Smith. Auch andere Schriftsteller sind voll des Lobes über den norwegischen Autor. Immer wieder fallen die Worte Sucht und Sog. Literaturkritiker schließen sich an. Volker Weidermann, der diesen Freitag das neu aufgelegte Literarische Quartett im ZDF - jawohl, auch über Knausgård - moderiert, stellt fes...

Andreas Gläser

DSDS im Bullenwinkel

Im Prenzlauer Berg wurden die plötzlich endenden Straßen, die an eine Mauer grenzten, hinter der die S-Bahnen fuhren, von meiner Mutter und anderen Ureinwohnern oftmals Bullenwinkel genannt, weil man dort über Jahrzehnte das Vieh hielt. Von viel Kultur war in diesen verkehrsberuhigten Zonen selten die Rede. So ein Bullenwinkel findet sich zum Beispiel zwischen den Parallelen der Kopenhagener Straß...

ndPlusKarin Schmidt-Feister

Spiel mit postkolonialen Bildern

Furios und voller Energie attackieren die zwölf Tänzer und Performer von Dorkypark Berlin und Dance Umbrella South Africa in »On Fire« tradierte Vorstellungen vom weißen und vom schwarzen Mann. In neunzig pausenlosen Minuten konterkarieren sie tanzend, spielend, singend überaus lustvoll und unkonventionell die über Jahrhunderte gegenseitig angehäuften Stereotype. Die argentinische Choreografin, Re...

Hagen Jung

Wo der Gully heimelig leuchtet

Nicht nur Millionenverschwendung, auch fragwürdige kleinere Ausgaben werden im Steuerzahler-Schwarzbuch 2015 gerügt. Ein besonders leuchtendes Beispiel gibt es in Niedersachsen.

ndPlusThomas Schöne, Köthen

Ein vergessener Schatz ruht in Köthens Schloss

Seit Juni steht die knapp 200 Jahre alte Vogelsammlung in Köthen (Sachsen-Anhalt) auf der Liste des national wertvollen Kulturgutes. Auf ihr fußte ein langjähriges Standardwerk der Ornithologie.

Stefan Amzoll

Denkwürdige Aufführung

Wahrlich, es bringt allerwertvollste Musik, dieses Großwerk »Elias« mit Solisten, Chor und Orchester des viel zu jung gestorbenen Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), dieses musikalischen Nachfahren Händels und Bachs, deren Musik er früh in Augenschein nahm und aufführte, des Zeitgenossen Beethovens und Brahms’. Als Beethoven starb, war Mendelssohn 19 und 14, als Brahms geboren wurde. Ein Geni...

Seite 17
ndPlusTom Strohschneider

25 Jahre sind genug

Es ist überfällig, es lobpreist ohnehin nur noch der politisch-mediale Betrieb: sich selbst. Und es gibt auch keinen Grund, an dieser gedenkpolitischen Verzerrung festzuhalten: Der 3. Oktober ist der falsche Feiertag.

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»Unter sozialistischer Marktwirtschaft konnten die sich nichts vorstellen«

Hatten Sie Ende 1989, als Sie zum Vorsitzenden der SED/PDS gewählt wurden, eine Idee, welche Rolle diese Partei irgendwann spielen soll? Noch war es ja die führende Partei der DDR. Das hat sich erst im März 1990 bei der ersten demokratischen Volkskammerwahl geändert, und das konnten Sie drei Monate vorher nicht wissen. Haben Sie zum Beispiel erwartet, zur Minderheitspartei zu werden? Dazu mus...

Seite 19

Mädchen, Dame 
& kein Kumpeltyp

Jetzt wissen wir es aus berufenem Munde: Angela Merkel ist kein Kumpeltyp. Das, was Lothar de Maizière mehr als 25 Jahre nach seiner Zusammenarbeit mit der heutigen Kanzlerin zu Protokoll gibt, gehört zu den vielen kleinen Mosaiksteinen, die seit mindestens einem Jahrzehnt mit Vorliebe gesammelt werden, um dem Phänomen einer europa-, wenn nicht weltweit anerkannten wie mitunter auch beargwöhnten P...

Seite 20

Zwölf Monate

Die Sowjetunion als NATO-Mitglied? Das klingt absurd, aber Gorbatschow dachte wohl darüber nach. Jedenfalls taucht ein Hinweis in einem Dokument aus dem Jahr 1990 auf. Eine Collage aus Aktenfundstücken.

Seite 24
ndPlusReinhard Schwarz

»Rote Socke« in Brieske

Aufbau Ost - da war doch noch was? Genau: Vorher kam der Abbau Ost. Die Zerschlagung und Verscherbelung der ostdeutschen Betriebe, Kombinate und VEBs. Viele »Wessis« strömten gleich nach dem Mauerfall gen Osten, denn es gab etwas zu verdienen. Glücksritter aller Couleur machten sich auf den Weg: Versicherungsheinis, Bananenhändler, Gestrandete und Gescheiterte und Besserwisser, bald auch schon als...

Seite 25
Karlen Vesper

Keine vaterlandslosen Gesellen

Es ist verwunderlich, dass ausgerechnet ER, der kürzlich verstorbene Doyen der sozialdemokratischen Ost- und Deutschlandpolitik, an diesem Band nicht mitgewirkt hat. Das Buch verließ vor seinem Tod die Druckerpresse. Man kann ihn nicht mehr fragen, er hätte sich gewiss auch diplomatisch zurückgehalten und höchstens off the record geantwortet. Dabei wurde gerade Egon Bahr wie kein zweiter Sozialdem...

ndPlusStefan Bollinger

Gesamtdeutsche Besoffenheit

Zwei »bunte Hunde«, wie sie gelegentlich tituliert werden, liefern sich unter Frank Schumanns sanfter journalistischer Regie ein »Streitgespräch«. Beim dem einen handelt es sich um den früheren DDR-Vize-Premier und Innenminister, DSU-Mitgründer und Generalsekretär Peter-Michael Diestel, Jahrgang 1952. Er ist stolz darauf, als einer der ersten die deutsche Einheit gefordert zu haben. Heute ist er g...

Seite 26
Jörg Meyer

Straßen hui, Arbeit pfui

Es waren ehrgeizige Pläne, und sie konnten nicht eingehalten werden - von der »Wahrung der Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse« zur »Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse« im Grundgesetz bis hin zur Feststellung der Bundesregierung im Jahresbericht 2014, dass es regionale Unterschiede in Deutschland »immer geben« werde. Im Jahr 25 nach dem Beitritt der DDR zum Gebiet der Bundesrepu...

ndPlus
Von Rainer Balcerowiak

25 durchwachsene Jahre

Das Jahr 2015 ist auch für die Gewerkschaften Anlass, auf den vor 25 Jahren erfolgten Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland zurückzublicken. Auf einer Konferenz mit dem Titel »25 Jahre Deutsche Einheit - Bilanz und Perspektiven aus gewerkschaftspolitischer Sicht« wollte die IG Metall das Erreichte resümieren und die kommenden Aufgaben skizzieren. Eine Erfolgsgeschichte sind diese 25...

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René Heilig

Schwerter zu Schwertern

Anfang Oktober 1990 wurde dem NVA-Offizier Günter Jehmlich vom 7. Mot.-Schützenregiment »Max Roscher« befohlen, sich nach Dresden zu begeben. Dort würden die neuen Chefs warten, die solle er ins Objekt nach Marienberg bringen. Der Marienberger Bus fuhr leer zurück, die 19 abzuholenden Bundeswehroffiziere waren selbstverständlich mit ihren privaten Autos in den Osten gekommen. In der Marienberger K...

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Robert D. Meyer

Merkels Plagiatoren

Um die Wertschätzung geistiger Schöpfung stand es in Teilen der Gesellschaft noch nie besonders gut: Während die Allgemeinheit einerseits den Preis eines Brotes oder einer anderen physisch fassbaren Ware als kapitalistischen Sachzwang stillschweigend akzeptiert, haben es anderseits nicht greifbare, kultureller Güter schwer, auch als Leistung wahrgenommen zu werden, die in den herrschenden Verhältn...

ndPlusJan Freitag

»Grie Soß« und Spreewaldgurke

Zwischen Würgreiz und Wohlgefühl liegt oft ein sehr privates, hochpolitisches, hartumkämpftes Wort: Heimat. Den einen gilt sie als Keim von Ausgrenzung, Hass und Krieg. Den anderen geht erst darin das Herz und die Seele auf. Wo sie liegt, was sie prägt, wem sie gehört und wem nicht - all dies ist so deutungsabhängig, dass eine letztgültige Definition in weiter Ferne scheint.»Geborgenheitsgefühl«, ...

Seite 30

Um die beste Hofbilanz

Agricola, das heißt aus dem Lateinischen übersetzt »Bauer«. Und das beschreibt das Ziel des Spiels, das Uwe Rosenberg im Jahr 2007 herausgebracht hatte: Den bis zu fünf Teilnehmern (empfohlen ab 12 Jahren) wird die Aufgabe gestellt, einen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen. Felder werden angelegt und Zäune gezogen. Die virtuellen Farmer kurbeln die Produktion von Getreide und Gemüse an. Das B...

Denkspiellösung »Raupe im Baum«

Uns war klar, dass die »Raupe im Zauberbaum« (26./27. September) zu den bisher kniffligsten Denkspielen gehört. Es gab zahlreiche Lösungsversuche, doch nur wenige schafften es bis zum Ende und nur ganze vier richtig. Die witzigste Ersatzlösung kam übrigens von Doris Jantke aus Cottbus: Die Zauberraupe wird einmal zum Falter und fliegt in den märchenhaften Baumwipfel.Ebenfalls sehr nett und dazu no...

Mike Mlynar

Wie trefflich (un)genau war Paul?

Zu meinen Dauerrenner-Lieblingsschriftstellern gehört seit mehr als vier Jahrzehnten Hermann Hesse. Immer wieder kann ich im »Glasperlenspiel« schwelgen und weiß längst Passagen auswendig, etwa aus dem Eingangskapitel - dort besonders die zum imaginär-aktuellen »feuilletonistischen Zeitalter«.In denen ist Hesse seiner Zeit so faszinierend zeitlos bis in unsere Spaßgesellschaft voraus (nicht zuletz...

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ndPlusChristian Baron

Traumland am Dorfrand

Roland Mack? Ney kennt diesen Namen nicht. Dabei ist er Mitgründer und Seniorchef des Europa-Parks. Der 65-Jährige hat das Erlebnisresort 1975 mit seinem Vater Franz eröffnet. Der Erfolg hat überrascht.

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Ulrich Heyden

»Wir waren diese 
komischen Typen«

Dimitris Bokis ist einfaches SYRIZA-Mitglieda. 
Die Krise zwingt seine Familie, mit 1300 Euro zu leben. 
Ein Gespräch über den Wahlsieg, gebrochene Gesetze und den heiligen Geist im kommunistischen Kloster.