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Beckenbauer und DFB streiten ab

Berlin. Franz Beckenbauer hat die Korruptionsvorwürfe des Nachrichtenmagazins »Spiegel« gegen die deutsche Bewerbung um die Fußball-WM 2006 zurückgewiesen. »Ich habe niemandem Geld zukommen lassen, um Stimmen für die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 nach Deutschland zu akquirieren«, hieß es in einem am Sonntag vom Management des 70-Jährigen verbreiteten Statement: »Und ich bin sicher, das...

Rechtsnationale in der Schweiz vorn

Bern. Bei den Parlamentswahlen in der Schweiz hat sich am Sonntag ein Sieg der rechtsnationalen SVP abgezeichnet. Mit Forderungen nach einer Verschärfung des Asylrechts und größerer Distanz zur Europäischen Union konnte die Schweizerische Volkspartei in mehreren Kantonen eine Reihe von Mandaten für den Nationalrat gewinnen und ihre Position als stärkste Partei in der großen Kammer des Parlaments a...

Unten links

Der Potsdamer Platz in Berlin geht nach Kanada. Ein kanadisches Unternehmen kaufte ihn für 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro, heißt es. Noch steht alles an gewohnter Stelle, wenn der neue Eigentümer ihn aber irgendwann abholt, mag man sich das Bild von dem, was übrigbleibt, gar nicht vorstellen. Und wenn sich nichts tut, ist es auch nicht besser. Dann haben wir in Berlin ein großes Stück Kanada, und wer...

Steinmeier redet Iran ins Gewissen

Teheran. Bei einem Besuch in Teheran hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Iran aufgerufen, das Abkommen zum iranischen Atomprogramm genau umzusetzen. Anlässlich des Inkrafttretens des Abkommens sagte Steinmeier am Sonntag: »Jetzt ist die Frage, ob Iran zeigt, dass er seine Verpflichtungen erfüllt.« Das im Juli zustande gekommene Atomabkommen zwischen Iran und den fünf UN-Veto...

ndPlusUwe Kalbe

Grenzwertig

So schnell können die Vorschläge der Union gar nicht purzeln wie ihre Umfragewerte. Aber sie haben schon eine beachtliche Frequenz, die Unionsideen, wie Deutschland für Flüchtlinge abschreckender gemacht werden kann.

Doppelter Raubbau

Berlin. Es ist nicht alles Gold, was glänzt, heißt ein geflügeltes Wort. Die Art und Weise, wie in Burkina Faso Kinder in Zwölf-Stunden-Schichten goldhaltiges Gestein aus Kleinstminen kratzen, hat wahrlich nichts Glänzendes. Das ist Ausbeutung, Kinderarbeit, Menschenschinderei. Zehntausende sind betroffen. Anderswo sind es Öl, das extrem hitzebeständige Metall Wolfram, seltene Erden, Blutdiam...

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Kritischer Blick in die Welt der Rohstoffe

Berlin. Der Abbau von und der Handel mit Rohstoffen hat häufig gravierende Folgen für Mensch und Umwelt. Diese reichen von Vertreibungen für den Kohleabbau in Kolumbien über Konfliktfinanzierung durch den Handel mit Wolfram in Kongo bis hin zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Bergbaukonzernen und von Kupferminen betroffenen ländlichen Gemeinden in Peru. Viele dieser Rohstoffe werden auch ...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Wolfram aus dem Dartmoor

Zu den begehrtesten Industrierohstoffen weltweit gehört Wolfram. Das liegt auch daran, dass die Militärs weltweit danach gieren.

Kurt Stenger

Unternehmen müssen Lieferkette offenlegen

In der EU wird darüber diskutiert, ob Unternehmen künftig berichten müssen, wo die von ihnen genutzten Rohstoffe herkommen. Transparenzpflichten sollen unter anderem helfen, dass keine Konfliktmineralien mehr in Umlauf kommen.

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Badica/Kardiam Bvba

Blutdiamanten sind der wohl bekannteste Konfliktrohstoff - mehrere Kinofilme haben sich bereits dieser Problematik gewidmet. Die wertvollen Klunker werden meist illegal geschürft und von Milizen verkauft, die mit den Erlösen ihre Kriege finanzieren. Die antikommunistische UNITA in Angola war einst dick im Geschäft mit Blutdiamanten. Bis heute ist dies in vielen Bürgerkriegsregionen in Afrika Usus,...

Ammar-Gruppe

Wie kann es sein, dass Togo große Mengen an Gold exportiert, obwohl es dort gar keine Vorkommen gibt? Dieses Rätsel lösten kürzlich Recherchen der Initiative »Erklärung von Bern«: Bei dem Gold handelt es sich um Schmuggelware aus dem Nachbarland Burkina Faso, wo Zehntausende Kinder in Zwölf-Stunden-Schichten unter krankmachenden, lebensgefährlichen Bedingungen in Kleinstminen das Gold aus dem Bode...

Glencore

»Der stumme Riese« wurde Glencore von Journalisten des Schweizer Fernsehens mal genannt. Denn zum Erfolgsgeheimnis des weltgrößten Rohstoffhändlers gehörte bisher seine Verschwiegenheit: Ob sowjetisches Öl für den Apartheidstaat Südafrika, iranisches Öl zu Khomeinis Zeiten an Israel oder Einnahmen für Irak unter Saddam Hussein während der Sanktionen - die Geschäfte waren von den Partnern erwünscht...

Chevron

Kein Rohstoffkonzern hat es schlimmer getrieben als Chevron. Dies ist zumindest die Ansicht der Nichtregierungsorganisationen, die seit 1999 jährlich den Schmähpreis »Public-Eye-Award« an Unternehmen für besondere »Verdienste« bei Menschenrechtsverletzungen, Umweltverschmutzung und Korruption verliehen haben. 2015 vergab das Bündnis den Megapreis für ein Lebenswerk - an Chevron. Der US-Ölkonzern, ...

Knut Henkel, Sullana

Widerstand im Zeichen des Wassers

Immer häufiger konkurrieren Rohstoffförderung und Landwirtschaft um die elementare Ressource Wasser. Im Bergbauland Peru, wo sie in vielen Gegenden knapp ist, führt das regelmäßig zu Protesten.

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ndPlusJirka Grahl

Wie geschmiert

Ist es überhaupt möglich, eine Fußball-Weltmeisterschaft auszurichten, ohne vorher die Entscheidungsträger im Weltverband FIFA bestochen zu haben? Ohne Millionenzahlungen an jene Funktionärsclique, die den Sport längst zum Hort organisierter Kriminalität gemacht haben? Angesichts der Ungeheuerlichkeiten, die im aktuellen FIFA-Skandal zutage treten, können diese Frage nur wohl noch die Einfältigen ...

Stefan Otto

Die Kanzlerin und ihr Bluthund

»Asyl oder Arschloch« war auf einem Plakat bei der Kundgebung über die Zustände am LAGeSo in Berlin zu lesen. Etwas dazwischen scheint es zumindest für den Demonstranten, der das Schild hochhielt, nicht zu geben. Die Bundesregierung versucht es aber doch. Natürlich kann man ihr vorwerfen, dass sie bei ihrer Flüchtlingspolitik keinen roten Faden hat. In den vergangenen Monaten gab es einerseit...

Martin Ling

Der syrische Knoten

Frank-Walter Steinmeiers Bemühungen sind verdienstvoll. Mit dem Doppelbesuch Iran/Saudi-Arabien verfolgt der deutsche Außenminister das Anliegen, eine Brücke zwischen zwei Staaten zu bauen, ohne die eine Lösung des Syrien-Konflikts schlechthin nicht vorstellbar ist. Dort finden längst mehrere Stellvertreterkriege statt. Neben jenem zwischen den USA und Russland ist fraglos jener zwischen dem schii...

ndPlusSteffen Schmidt

Rotes Tuch

Für Befürworter der Pflanzengentechnik ist der französische Molekularbiologe Gilles-Éric Séralini ein rotes Tuch. Nach Bekanntgabe der von der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) und der deutschen Sektion der internationalen Juristenvereinigung IALANA mit dem Whistleblower-Preis geehrten Personen mokierte sich die »Frankfurter Allgemeine« und rückte den Preis schon mal in die Nähe von Sati...

Matthias Dell

Schlechte Laune, tumbe Sprüche

Der Dortmunder Tatort ist übel: Oder auch nur üblich, wenn man sich die Darstellung von Menschen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen anschaut, die nicht so aussehen wie die Mehrheit in diesem Land.

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Tom Strohschneider

Ein, zwei, viele »Pläne B«

Es gab Zeiten, da dachten Linke hierzulande beim Stichwort »Plan B« zuerst an sozial-ökologischen Wandel. Unter dem Namen läuft ein »Erneuerungsprojekt« der Linksfraktion - inzwischen ist es etwas stiller darum geworden, auch wenn die Arbeit weitergeht. Mit der griechischen Erfahrung hat das Schlagwort vom »Plan B« neue Bedeutung für die linke Debatte erfahren: Es geht um die Frage, ob SYRIZA...

»Ein Währungssystem ist keine Ideologie«

In der Linken wird weiter über mögliche Wege in ein solidarischeres Europa diskutiert. Was dabei ein »Plan B« für die Eurozone sein könnte und ob dieser die richtigen Antworten geben kann? Ein Gespräch mit Oskar Lafontaine.

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Regina Stötzel

Frauenrechte sind kein Luxusproblem

Als Bundestag und Bundesrat das Recht auf Asyl in Deutschland einmal mehr einschränkten, begann in den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin eine »große feministische Sause«, wie es die Juristin Maria Wersig formulierte. Ohne dass das Thema Flucht erklärter Schwerpunkt der Konferenz »Dare the im_possible / Wage das Un_mögliche« vom Gunda Werner Institut der Stiftung und dem »Missy Magazin« g...

Hans-Gerd Öfinger

Hessens Parlament als lästiges Übel?

Schwarz-Grün in Hessen hat offenbar wenig Interesse an der Aufklärung eines NSU-Mordes, der in Kassel verübt wurde. Die Opposition ist empört.

ndPlusRené Heilig

Einlösung eines Versprechens

Der rechte Mob führt Demonstrationen an, jede Woche brennen Asylbewerberheime. Kann sich wiederholen, was so einzigartig schien? Bundestagsabgeordnete wollen eine Auferstehung des NSU verhindern.

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Türkische Opposition klagt über Merkel

Der Türkei-Besuch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, bei dem nur Regierungsvertreter auf der Gesprächsliste stehen, findet bei der Opposition kurz vor den erneuten Wahlen wenig Anklang.

Thomas Roser, Belgrad

Reibungsloser Routenwechsel

Nach einer erneuten Westverschiebung der Balkanroute gelangen Geflüchtete nun über Slowenien nach Österreich und Deutschland - solange die EU-Partner ihre Grenzen offen lassen.

Marcus Meier

Kölner Attentäter war aktiver Neonazi

Der mutmaßliche Attentäter von Köln war in den 1990er Jahren im gewalttätig-neonazistischen Milieu des Rheinlandes aktiv. Die Polizei ermittelt noch.

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Tsipras bringt Gesetzespaket durch

Athen. Steuererhöhungen, Einschnitte bei den Renten, drastische Strafen für Steuerhinterzieher: Die SYRIZA-geführte Regierung hat in der Nacht zum Samstag ein weiteres Bündel mit Gesetzen durch das griechische Parlament gebracht. Sie waren von den internationalen Gläubigern zur Auflage für Zahlungen im Rahmen des dritten, 86 Milliarden Euro schweren Kreditprogramms gemacht worden. Mit der Verabsch...

Internationalismus auf der Anklagebank

Ist es Terrorismus, nach Morden an Gewerkschaftern in Kolumbien zum Coca-Cola-Boykott aufzurufen, Solidaritätsbrigaden nach Kuba, in die Westsahara, nach Kurdistan oder Palästina zu schicken?Für den spanischen Staat ist es Terrorismus, wenn es ihn stört. Unsere Solidaritäts- und Boykottkampagnen, Teilnahme an Sozialforen, Initiativen für gerechten Handel sollen Terrorismus oder Unterstützung dafür...

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Christian Mihatsch

Gutes Klima - von Bonn bis Paris

Prozedurale Diskussionen sind für internationale Verhandlungen oft das Gleiche wie der erste Schnee für den Straßenverkehr. Wie gut die Klimaverhandlungen vorankommen zeigt sich an diesem Montag. Dann treffen sich in Bonn die Klimaunterhändler. Es ist die letzte Vorbereitungsrunde für die internationale Klimakonferenz in Paris, auf der Mitte Dezember ein neuer Weltklimavertrag verabschiedet werden...

ndPlusUlrike Henning

»Es ist uns keine Ehre«

Wer neue Strategien für Gesundheitssektor und Pflege entwickeln will, kommt um die Auseinandersetzung mit dem Ehrenamt nicht herum. Auf der »UmCare«-Konferenz wurde das Thema diskutiert.

ndPlusKay Wagner, Brüssel

Ein bisschen TTIP-Transparenz

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström legt 35 Seiten »Transparenzstrategie« vor. TTIP-Gegner kritisieren, dass das nicht weit genug geht, andere Europaparlamentarier loben die Initiative. Doch gibt es nun mehr Transparenz?

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»Es ist im Islam verboten ...«

Frau Amirpur, in den Medien häufen sich Berichte über Jugendliche, die sich aufmachen, um in Syrien oder dem Irak für den Islamischen Staat zu kämpfen. Was macht Ihrer Meinung nach die Attraktivität des Politischen Islam oder des Islamismus, gerade für Jugendliche, die in den säkularen Gesellschaften des Westens groß geworden sind, aus? Ja, diese Attraktivität ist recht stark. Dazu wird im Moment...

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Leuchtendes Willkommenszeichen für Flüchtlinge

Mit Kerzen und Feuerzeugen gegen Fremdenhass: Tausende Menschen haben mit einer Lichterkette von Spandau bis nach Hellersdorf ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt. Nach Angaben der Polizei kamen 7000 bis 8000 Teilnehmer zusammen. Um die 30 Kilometer lange Strecke quer durch die Stadt lückenlos formen zu können, wären mehr als 25 000 Menschen nötig gewesen. Stellenweise blieb die Kette unterbroche...

ndPlusJérôme Lombard

»So kann es nicht weiter gehen«

Flüchtlingshelfer fordern vom Senat bessere Lösungen. Bei der Nutzung der BVG gibt es sie: Das Armband gilt als Fahrschein. Allerdings nur für neuangekommende Flüchtlinge, die noch nicht registriert sind.

Jutta Matuschek

Scheinwelt am Flughafen

Früh war absehbar, dass der Eröffnungstermin 2012 nicht zu halten ist. Doch das Fiasko hätte verhindert werden können. Weshlab es nicht so kam, hatte viele Gründe. Eine wesentliche Schuld trifft den Aufsichtsrat.

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Winterfeste Unterkünfte für Flüchtlinge

Brandenburg errichtet für Flüchtlinge winterfeste Hallen mit insgesamt etwa 2000 Plätzen. Die ersten 17 Unterkünfte mit Fenstern werden in Eisenhüttenstadt aufgestellt. »Die Hallen sind besser als jedes Zelt«, sagte Innenstaatssekretär Matthias Kahl (SPD) am Samstag bei einer Besichtigung der Baustelle. Täglich kämen bis zu 300 Flüchtlinge in Brandenburg an. Sollte diese Zahl konstant bleiben, sei...

Brüder von Hatun Sürücü vor Gericht

Der Gedenkstein für Hatun Sürücü in Berlin. Mehr als zehn Jahre nach dem Mord an der Deutsch-Türkin hat in der Türkei der Prozess gegen zwei ihrer Brüder begonnen. Ein entsprechender Termin sei bereits am 6. Oktober gewesen, wie die Sprecherin von Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) sagte. Die 23-jährige Hatun Sürücü war am 7. Februar 2005 in Berlin von ihrem jüngsten Bruder erschossen worden, wei...

ndPlusPeter Nowak

Mieter gehen auf die Straße

Von Kündigung und energetischer Modernisierung Betroffene Neuköllner wehren sich. Dem Verein Allmende droht die Räumung.

ndPlusJohannes Süßmann

Kein Platz für Fußballfelder

Früher als andere Länder hat Brandenburg versucht, der Gewalt in Flüchtlingsheimen entgegenzuwirken. Nun droht der große Zustrom der Asylbewerber diese Pläne auszubremsen.

Wilfried Neiße

Potsdam erobert seine Kasernen

Rund 280 Jahre war Potsdam Garnisonsstadt, doch mit dem russischen Truppenabzug endete diese Epoche 1994. Seither hat sich viel getan in der Landeshauptstadt - auch an den alten Kasernen.

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Bernstein aus Bitterfeld

Bitterfeld-Wolfen. Die Namen kommen nicht von ungefähr: Die hier vertäuten Segelboote liegen in der Bernstein-Marina an der Bernstein-Villa an der Goitzsche in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt). Der große See entstand durch Flutung eines Tagebaus, in dem von 1975 bis 1993 mehr als 400 Tonnen Bernstein gefördert wurden. Ein Großteil davon wurde zur Weiterverarbeitung an die Ostsee geliefert und do...

Werke aus Gurlitt-Sammlung werden ausgestellt

2013 waren bei dem Sammler Cornelius Gurlitt 1500 Kunstwerke entdeckt worden, von denen ein Großteil unter dem Verdacht steht, NS-Raubkunst zu sein. 2016 soll ein Teil des Fundes ausgestellt werden.

Marcus Mockler, Stuttgart

Zwischen Taktik und Neuanfang

Deutschland, 1945. Die Städte liegen nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern, die braunen Parolen vom »Endsieg« sind verhallt. Wie sollte die evangelische Kirche auf diesen Zusammenbruch reagieren - eine Kirche, die sich in Teilen mit der nationalsozialistischen Sache gemein gemacht hatte? Am 19. Oktober 1945 unterzeichneten protestantische Bischöfe und Kirchenpräsidenten in Stuttgart ein Schuldbek...

ndPlusDoris Weilandt, Weimar

Ein weißer Kubus fürs Jubiläum

Nach langer Verzögerung soll im November endlich der Spatenstich für das Neue Bauhaus-Museum Weimar erfolgen. Die Vorbereitungen laufen bereits, die Kritiker sind jedoch nicht verstummt.

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Diana Krall - Temperament im Tempodrom

Diana Krall, eine der erfolgreichsten Jazzsängerinnen weltweit, ist endlich wieder auf deutschen Bühnen zu erleben! Seit 30 Jahren im Musikgeschäft gehört sie mit neun Gold-Alben, drei Platin-Alben und sieben Multiplatin-Alben zu erfolgreichsten Künstlerin ihrer Generation. Vielen gilt sie als Pionier im Jazz. Mit ihrer kraftvollen wie lieblichen Stimme hat sie immer wieder neue musikalische Ebene...

Die Tagbücher Erik Regers von 1945

Ende Oktober beginnt die Berliner Geschichtswerkstatt eine neue Veranstaltungsreihe unter dem Titel »So viel Anfang war nie?! Berlin nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges«, mit der die unmittelbare Nachkriegszeit beleuchtet werden soll. Der Wiederaufbau der Gesellschaft in Deutschland, besonders in Berlin, geriet in das Fahrwasser des Ost-West-Konflikts. Viele Menschen, die einen tatsächlichen Neu...

ndPlusJürgen Amendt

Liebe Nachbarn ...

Was machen eigentlich meine Nachbarn? Ich muss gestehen, so genau weiß ich das nicht. Gut, über die Mitbewohner unseres Hauses bin ich recht gut informiert, schließlich sind wir eine Mietergenossenschaft.

Katharina Hölter, Mainz

Phantombilder in drei Dimensionen

Ein weißes Blatt Papier, auf das sich dunkle Bleistiftstriche zu einem Gesicht zusammenfügen: Mit Block und Stift werden Phantombilder zum Teil heute noch erstellt. Dabei geht es auch wesentlich innovativer. Ein Experte des Landeskriminalamts in Mainz hat in den vergangenen sechs Jahren ein neues System für Phantombildzeichnungen entwickelt, das weltweit einzigartig sein soll. Nun ist es auch pate...

ndPlusJürgen Drewes, Sarmstorf

Kartoffeln direkt vom Erzeuger

In und um Rostock kann man sich Kartoffeln noch bis in den Keller oder an die Haustür liefern lassen. Eine Genossenschaft liefert die Knollen wie früher aus - auch weil der Handel zu wenig zahlt.

ndPlusRalf Hutter

Wie man fränkische Volksgesänge entstaubt

Die Jungs der Anarcho-Band Gankino Circus kennen sich seit Schulzeiten, heute sind sie um die 30 und werden auch von Goethe-Instituten und deutschen Botschaften im Ausland für Auftritte gebucht.

Hut ab vor Schönberg!

Herr Wartke, wie lautet Ihre Berufsbezeichnung? Angefangen habe ich als Klavierkabarettist, aber im Laufe der Zeit bin ich immer vielseitiger geworden: Ich steppe und spiele Mundharmonika, Cajon oder Ukulele. Außerdem bin ich Schauspieler und Entertainer. Ich sage immer: Wer meine Kunst in eine Schublade stecken will, der braucht eine große Kommode. Sind Sie studierter Musiker? Ich bin erfolgreich...

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Erfolgreichste

Die Macher der Frankfurter Buchmesse haben eine äußerst positive Bilanz der diesjährigen Messe gezogen. 2015 sei »die erfolgreichste, geschäftigste Messe seit Jahren« gewesen, erklärte Buchmesse-Direktor Juergen Boos am Sonntag zum Abschluss. Bei den Besucherzahlen schlug sich die gute Stimmung mit einem Plus von etwa zwei Prozent auf 275 000 nieder. Wie Boos erklärte, prägte auch die angespannte ...

222 Hiebe

Allein wegen der Idee für einen regimekritischen Film ist ein iranischer Dokumentarfilmer von einem Gericht in Teheran zu sechs Jahren Haft und 222 Peitschenhieben verurteilt worden. Der Film selbst wurde nie gedreht. »Ich bin total geschockt über das Urteil, da es ja nie einen Dreh gab«, sagte der Filmemacher Kejwan Karimi. Nun will sein Anwalt gegen das auch für iranische Verhältnisse ungewöhnli...

ndPlusWolfgang Hübner

Mosekunds Montag

Herr Mosekund besuchte eine Buchmesse und stieß auf einen Verlag, der in einem Regal mit der Aufschrift »Achtung, Weltneuheit!« prachtvoll ausgestattete Bände anbot. Neugierig schlug Herr Mosekund ein Buch auf, musste aber feststellen, dass es nur unbedruckte Blätter enthielt. Beim nächsten und übernächsten Versuch war es nicht anders. »Wozu soll das gut sein?« fragte Herr Mosekund den Vertreter d...

Hans-Dieter Schütt

Beten für die Opfer

Es ist eine große Rede. Anrührend, und so fern jener Rhetoriker, die blendend über die gesamte Menschheit und deren Befreiung sprechen - und doch kein Quantum Wärme geben können. Der muslimische Schriftsteller Navid Kermani erhielt am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, und vor allem spricht er über den katholischen Pater Jacques, der in einem syrisc...

Martin Hatzius

Ich habe in die Luft geschossen

Die Frankfurter Buchmesse ist Geschichte. Das "nd" war wie immer mittendrin. Erlebnisse zwischen würzigen Wolken, "Gourmet-Galerie", Fachgesprächen über Familie und Männern in dunklen Anzügen.

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Verletzbarkeit

Die mumienartige Figur mit Riesendildo ist in blaue Plastikfolie gehüllt und liegt auf einer olivgrünen Militär-Tragbahre. Ein Arm ist abgerissen, der zweite über dem Ellenbogen abgeschnitten, und aus dem Kopf quillt eine helle schaumartige Masse. Die bizarr anmutende Puppe des israelischen Künstlers Alon Andorn liegt im Zentrum der Tel Aviver Kunstgalerie »Contemporary by Golconda« und ist dem de...

An Walser, Fassbaender, Treml u. a.

Der Schriftsteller Martin Walser ist in Naumburg mit dem Internationalen Friedrich-Nietzsche-Preis ausgezeichnet worden. Der 88-Jährige nahm ihn für sein Lebenswerk am Samstagabend entgegen. Walser sei einer der wenigen deutschen Schriftsteller der Gegenwart, der sich unentwegt an Nietzsches Problemen abarbeite, teilte die Friedrich-Nietzsche-Stiftung zur Begründung der Preisvergabe mit. Der Preis...

Fokke Joel

Lauter verpasste Chancen

Natürlich ist Putin nicht Putin. Im Gegenteil, der Held in Stefan Gärtners Roman »Putins Weiber« hat wenig bis gar nichts mit dem russischen Präsidenten zu tun. Aber seit in einer Zeitung versehentlich von »Waldimir Putin« die Rede war, hatte Waldemar Winkelhock seinen Spitznamen weg - und wurde ihn nicht mehr los.Das »war nicht eben vorteilhaft«, aber er hätte auch nicht »unbeschadet zu seinem Ta...

ndPlusGuido Speckmann

Pegida: Chiffre für größtmögliche Provokation?

Am Anfang konnte sich niemand merken, wofür das Kürzel Pegida eigentlich stand. Inzwischen liegen die ersten Bücher über das Phänomen Pegida vor, die oft als islamkritische und rassistische Bewegung beschrieben wird.

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Auszeichnung für Ashwin Raman

Der »Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus« geht in diesem Jahr an den Kriegsreporter Ashwin Raman. Der ARD-Journalist erhält den mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreis für seine Reportage »Das 13. Jahr - Der verlorene Krieg in Afghanistan«, die am 2. März 2015 in der Reihe »Die Story« im Ersten lief. Ashwin Raman habe mit seiner Reportage über den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan ein b...

Drei Konzerne kontrollieren 50 Prozent

Ein großer Teil der Massenmedien in Kolumbien ist in den Händen weniger Eigentümer konzentriert. Damit begünstigen die Besitzverhältnisse Interessenkonflikte und Selbstzensur. Dies zeigen die Ergebnisse dreimonatiger Recherchen im Rahmen des Projekts Media Ownership Monitor (MOM), die Reporter ohne Grenzen (ROG) zusammen mit dem Kolumbianischen Journalistenverband (FECOLPER) am Donnerstag in Bogot...

Jan Freitag

Wenn Platzhirsche gehen

Man kann es beklatschen, man kann es beklagen, ändern kann man es nicht: Mit den letzten zwei Platzhirschen Thomas Gottschalk und Stefan Raab wird der Unterhaltungswald arm an Zwölfendern. Es bleibt: das Kleinvieh.

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Vier Spiele, vier Siege

Borussia Mönchengladbach siegt und siegt unter Trainer André Schubert. Nach dem 5:1 in Frankfurt deutet vieles darauf hin, dass aus der Interims- eine Dauerlösung werden könnte.

Matthias Koch

Jubel in der Nachspielzeit

Union Berlin bleibt nach dem spannenden Spiel gegen St. Pauli im unteren Tabellendrittel hängen. Durch den Ausgleich mit der letzten Aktion des Spiels nimmt die Elf aber zumindest ein Erfolgserlebnis mit.

Klassentreffen

Dresdens erste Pleite Der Cottbuser Trainer Vasile Miriuta hatte sich die Spielweise von Dynamo Dresden ganz genau angesehen und von der ersten Minute an probate Gegenmittel gefunden. Das Forchecking bekam den Hausherren vor fast 30 000 Zuschauern überhaupt nicht, der gefürchtete schnelle Kombinationsfußball kam in den gesamten 90 Minuten nicht zur Entfaltung. Im Gegenteil: Cottbus hatte soga...

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ndPlusPeter Hübner

Aus den Blauen wurden die Elenden

Frankreich erlebte ein Rugby-Debakel. Nur wenige Fans hatten gegen Neuseeland auf eine erfolgreiche WM-Revanche gehofft. Doch die Demontage in der walisischen Hauptstadt Cardiff schmerzte sehr.

Jirka Grahl

Der DFB streitet ab

Wie erwartet: Der DFB weist die im »Spiegel« erhobenen Korruptionsvorwürfe zurück. Zur Aufklärung über die Ungereimtheiten um eine DFB-Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro trägt er nicht bei.

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»Koppu« jagt über die Philippinen hinweg

Manila. Taifun »Koppu« hat mit prasselndem Dauerregen und peitschenden Winden auf den Philippinen Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, wie die Behörde für Katastrophenschutz am Sonntag berichtete. Zwei ertranken, einer erlitt einen Stromschlag und ein weiterer wurde von einem Baum erschlagen. Mehr als 16 000 Menschen flüchteten vor dem Unwetter. »E...

»El Chapo« entwischt der Polizei erneut

Mexiko-Stadt. Der flüchtige mexikanische Drogenboss Joaquín »El Chapo« Guzmán ist bei einem Zugriffsversuch verwundet worden - aber erneut entwischt. Der Chef des Sinaloa-Kartells habe sich Verletzungen an einem Bein und im Gesicht zugezogen, teilte Mexikos Sicherheitskabinett mit. Die Verletzungen seien aber nicht durch eine direkte Konfrontation entstanden, hieß es. Laut Medienberichten wurde »E...