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Angstdebatte in Deutschland

Berlin. Die Anschläge von Paris sorgten in Deutschland für Entsetzen und Anteilnahme. Der Platz vor der französischen Botschaft in Berlin verwandelte sich am Freitagabend in ein Blumen- und Kerzenmeer. Die Vertreter des deutschen Staates und der Parteien übermittelten Bekundungen der Anteilnahme nach Paris. Europa sei ein »Bollwerk der Demokratie und der Menschenrechte. Auch die brutalen Angriffe ...

Zeitplan für Syrien-Lösung

Wien. Die internationale Gemeinschaft hat sich auf einen Zeitplan für eine Friedenslösung in Syrien geeinigt. Noch in diesem Jahr sollen sich Vertreter der Opposition und der syrischen Regierung treffen. Eine Übergangsregierung soll in sechs Monaten stehen, Wahlen unter UN-Aufsicht sollen in 18 Monaten stattfinden. Das beschloss die von 17 Staaten gebildete Syrien-Kontaktgruppe in Wien. Ihr gehöre...

Festnahmen nach Anschlägen in Paris

Berlin. Nach den verheerenden Attentaten in Paris, die mindestens 129 Opfer forderten, hat Frankreichs Präsident François Hollande von einem »Kriegsakt« der Terrorstruktur Islamischer Staat gesprochen und »angemessene Entscheidungen« angekündigt. Auch Premier Manuel Valls sagte: »Ja, wir sind im Krieg.« Bei der NATO hieß es am Sonntag, es gebe bisher keine Hinweise, dass Frankreich die Anschläge a...

Tom Strohschneider

Bedrohlich

Nach den Anschlägen von Paris werde in Europa nichts so sein wie es war, heißt es allerorten. Es liegt wenig Hoffnung in diesem Satz. Denn die bestimmenden Reaktionen auf die Attentate der IS-Mörderbande sind altbekannt.

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»De Gaulle«, die innenpolitische Antwort Frankreichs

Frankreichs Antwort auf die Angriffe in Paris ist der Flugzeugträger »Charles de Gaulle«. Das Schiff bricht in dieser Woche auf, um sich an Luftangriffen gegen den Islamischen Staat zu beteiligen. Dass so die nationale Infrastruktur Frankreichs eher gefährdeter wird, dürfte auch Paris klar sein. Doch die Regierung will innenpolitisch Stärke beweisen. Dabei wäre es zunächst wichtig zu erkennen, das...

ndPlusRené Heilig

Fingerzeige auf neue Terrormethoden

Spätestens seit den Attentaten vom 11. September 2001 in New York und Washington ist klar, dass die Globalisierung den Terrorismus nicht ausschließt. Und doch gibt es nun durch Paris neue Aspekte.

René Heilig

Der kriegerische Akt

Die Attentäter von Paris haben ihr Ziel erreicht - Frankreich ist geschockt, in Europa herrscht weithin Angst. Frankreichs Präsident spricht von Krieg und droht: »Wir werden gnadenlos reagieren!«

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Polizei ruft nach der Bundeswehr

Berlin. Politiker der Union drängen auf eine Debatte über mögliche Einsätze der Bundeswehr im Innern des Landes. Hier hat die Bundeswehr keine hoheitlichen Zwangs- und Eingriffsbefugnisse, sie kann also keine Polizeiaufgaben übernehmen. Doch CDU-Politiker werben dafür, die Grenzen neu auszuloten. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) etwa meinte, man müsse nun beraten, wie die Sicherheitsbehörde...

Flüchtlinge brauchen mehr Schutz

Berlin. Nach den Anschlägen von Paris will die Bundesregierung Flüchtlingsunterkünfte hierzulande besser schützen. Über eine entsprechende Aufforderung sei an die zuständigen Länder ergangen, berichtet die »Mitteldeutsche Zeitung«. Die Behörden befürchten, dass Rechtsextreme die Anschlagserie von Paris für rassistische Angriffe missbrauchen könnten. Als Reaktion auf die Ereignisse von Paris hatte ...

Uwe Kalbe

Kriegserklärungen

Der Ton wird rauer in Deutschland. Drohungen gegen Islamisten mischen sich mit Warnungen vor Flüchtlingen. Und erneut bricht der Zwist in der Bundesregierung auf.

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Der Papst sieht Gotteslästerung

Rom. Papst Franziskus sieht in der Berufung auf Religion als Rechtfertigung für die Anschläge von Islamisten in Paris eine »Gotteslästerung«. Man könne nicht den Namen Gottes nutzen, um den Weg der Gewalt zu begründen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. »So viel Barbarei lässt uns erschüttert zurück und man fragt sich, wie das Herz de...

kl

Assad: Blutlinie Beirut - Paris

Damaskus. Syriens Präsident Baschar al-Assad hat am Sonnabend eine französische Delegation empfangen, darunter Abgeordnete, Intellektuelle und Medienvertreter. Die Delegation wurde von dem Abgeordneten der Nationalversammlung Thierry Mariani geleitet. Assad betonte, dass die Terroranschläge in Paris nicht von denen getrennt werden könnten, die in Beirut stattfanden. In der libanesischen Hauptstadt...

Bislang kein Bündnisfall

Brüssel. Bei der NATO gibt es bislang keine Hinweise, dass Frankreich die Pariser Terroranschläge als Bündnisfall werten will. »Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinen Antrag auf ein Krisentreffen«, sagte ein Bündnissprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die NATO unterstützte Frankreich allerdings in dessen Entschlossenheit, der Bedrohung durch den Terrorismus entgegenzutreten. Alliierte ...

IS-Führer in Libyen bei Angriff getötet

Washington. Die USA haben nach eigenen Angaben den Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat in Libyen, Abu Nabil, bei einem Luftangriff getötet. Pentagon-Sprecher Peter Cook bestätigte am Wochenende den Militäreinsatz nahe der ostlibyschen Hafenstadt Derna vom Freitag. Er betonte, der Angriff mit zwei Kampfflugzeugen sei bereits vor den Terroranschlägen in Paris geplant und genehmigt gewesen. De...

Karin Leukefeld

Acht Punkte auf hartem Weg

»Es geht voran.« Mit diesen Worten kommentierte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die zweite Runde der Syrien-Gespräche in der österreichischen Hauptstadt am Sonnabend.

Olaf Standke

Grande Nation längst im Krieg

Paris sieht sich nach der verheerenden Anschlagserie im Krieg gegen den Islamischen Staat. Dabei ist die »Grande Nation« längst Kriegspartei. Kommenden Mittwoch bricht Frankreichs einziger Flugzeugträger »Charles de Gaulle« samt Begleitgeschwader in den Persischen Golf auf, um erneut in den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz einzugreifen. Dadurch werden die französischen Kräfte in der Region deutl...

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Balkan bleibt Brennpunkt

Ljubljana. Unvermindert fliehen täglich Tausende Migranten über die Balkan-Route: In Slowenien waren es nach Angaben der Polizei allein am Samstag 7900. Am Sonntag warteten etwa 7000 Menschen in Erstaufnahmezentren auf die Weiterreise nach Österreich, berichtete die Nachrichtenagentur STA. Seit dem 15. Oktober wurden nach Angaben der slowenischen Polizei insgesamt 210 000 Menschen registriert.Slow...

Andreas Knudsen, Kopenhagen,

Dänemark verschärft Asylregeln

Erschwerter Familiennachzug, Unterbringung in Zelten, Abnahme von Wertgegenständen: Mit einer drastischen Verschärfung der Asylregeln will die dänische Regierung möglichst viele Flüchtlinge fernhalten.

››Russischer Marsch‹‹ gescheitert

Vor zehn Jahren ermordeten russische Neonazis in St. Petersburg den jungen Antifaschisten Timur Katscharawa. Aus diesem Anlass sprach »nd« mit Alexander Verkhovsky, dem Leiter des Moskauer Zentrums für Information und Analyse »SOVA« über die Aktivitäten der russischen extremen Rechten heute. Das Interview führte Ute Weinmann.

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NSU: Nächster Prozesstermin Donnerstag

München. Im NSU-Prozess vor dem Münchener Oberlandesgericht sind zwei weitere Verhandlungstage abgesetzt worden: Dienstag und Mittwoch fallen aus, das Verfahren geht also am Donnerstag weiter. Das teilte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl den Prozessbeteiligten mit. Grund ist demnach, dass über den Befangenheitsantrag des Mitangeklagten Ralf Wohlleben aufgrund von Terminenge nicht vor Mittwochn...

ndPlushaju

Ratsherr will »Flüchtlinge versenken«

Fleetmark. Anonyme Hetze gegen Flüchtlinge ist trauriger Alltag im Internet. Nicht alltäglich jedoch ist es, dass sich ein Kommunalpolitiker in öffentlicher Sitzung derart hasserfüllt äußert, wie es jetzt in Sachsen-Anhalt geschah. Im 800 Einwohner kleinen Fleetmark hatte sich der Ortschaftsrat mit Hilfsangeboten für Asylbewerber befasst, als der Ratsherr Björn Hartmann laut Medienberichten einwar...

Prozess gegen Ex-Mitarbeiter des BND

München. Ein früherer Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) muss sich von Montag an wegen Landesverrats vor dem Münchner Oberlandesgericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Spionage für den US-Geheimdienst CIA sowie für den russischen Geheimdienst vor. Zwischen Mitte Mai 2008 und Mitte 2014 soll er als BND-Mitarbeiter widerrechtlich geheime Dokumente und Informationen weiter...

Hendrik Lasch

Vor einem schweren Wahlkampf

Sachsen-Anhalts Parteien starten in den Wahlkampf. Die LINKE wählte Wulf Gallert auf Listenplatz 1. Er fordert CDU-Regierungschef Reiner Haseloff heraus - der verbal bereits aufrüstet.

ndPlusSebastian Haak

Demokratische Zentralmacht

Bei den Thüringer LINKEN bleibt alles beim Alten: Die Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz gibt es weiterhin nicht. Das ist Teil einer laufenden Positionsneubestimmung des Landesverbandes.

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Immer mehr Fernbusse auf der Straße

Berlin. In Deutschland wächst die Zahl von Fernbusverbindungen einem Bericht zufolge weiter kräftig. Seit der Öffnung des Marktes Anfang 2013 habe das Angebot von 86 auf 338 Linien zugenommen, schreibt die »Bild am Sonntag« unter Berufung auf Angaben aus dem Bundesverkehrsministerium.Am vergangenen Wochenende hatte das Berliner Marktforschungsinstitut Iges bereits neue Daten zur Branche veröffentl...

Ulrike Henning

Sparen ist angesagt

Immer mehr Krankenkassen legen ihre Geschäfte zusammen. Welche Auswirkungen das für die Patienten hat, ist noch unklar.

ndPlusHermannus Pfeiffer

Aus der Not Geschäfte machen

Bürgermeister mieten Bürogebäude für 15 Jahre als Notbehelf. Zu horrenden Preisen. Die Interessenvertretung der Städte will davon lieber nichts wissen.

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Nazigewalt ist die große Herausforderung

Uwe-Karsten Heye ist gelernter Journalist, war Sprecher der Regierung von Gerhard Schröder und Chefredakteur der SPD-Zeitung »Vorwärts«. Mit dem Verein »Gesicht zeigen!« engagiert er sich seit 15 Jahren für Zivilcourage und gegen Fremdenhass. Über Flüchtlingspolitik, die Rolle der CSU, institutionellen Rassismus und eine angstgeleitete Debatte sprach mit ihm Henry Steinhau. Das Interview wurde vor den Anschlägen von Paris geführt.

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ndPlusJürgen Reents

Das Klirren des Messers

Der französische Präsident spricht von einem Kriegsakt, andere erörtern bereits einen möglichen Bündnisfall. Folgt dem das Vorhersehbare, wird das Schluchzen nicht enden. Und das Messer nicht stumpf.

Olaf Standke

Starke Botschaften

Der G20-Gipfel in Antalya sei durch die Anschläge in Paris eine anderer geworden, verkündete Gastgeber Recep Tayyip Erdogan am Sonntag und rief die Teilnehmer zu einer »starken, harten Botschaft« gegen den internationalen Terrorismus auf. In seiner Lesart sind das zu allererst verstärkte militärische Anstrengungen gegen die Dschihadisten. Doch diese Fokussierung, die auch aus der Pariser Kriegserk...

Uwe Kalbe

Merkel schon vergessen

Angela Merkels letzter Auftritt im Fernsehen ist in den Hintergrund getreten, ohne öffentliche Wirkung zu hinterlassen. Und das, obwohl er erst drei Tage zurückliegt. Kein Wunder, das ZDF-Interview am Freitagabend wurde überschattet von den schrecklichen Pariser Ereignissen. Doch es dürfte nicht lange dauern, bis deutlich wird, dass Paris Merkels Worte nicht vergessen gemacht hat. Vielmehr ist zu ...

ndPlusVelten Schäfer

Im Untergrund

Wer bisher den Eindruck hatte, Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene »Herzogin von Oldenburg«, habe den Ladestock eines Infanteristen verschluckt oder sei anderweitig ein Musterprodukt altdeutscher Obrigkeitserziehungskunst, muss diese Vorurteile überarbeiten: Seit die 1971 in Lübeck geborene Anwältin nicht nur EU-Parlamentarierin, sondern auch Vizevorsitzende der AfD ist, erlebt si...

Matthias Dell

Nachtschichten kloppen

Das hat er nun davon. Dem »Tatort« ist sein Erfolg zu Kopf gestiegen. Er muss sich jetzt dauernd beweisen, dass er noch bedeutungsvoller ist als sowieso schon. Doch die ständige Optimierung hat etwas Mühsames.

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Bahntrasse zum Airport genehmigt

17 Jahre nach Beginn des Verfahrens hat das Eisenbahnbundesamt die geplante Bahntrasse im Berliner Süden zum neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld genehmigt. Das Bundesamt billigte damit die Vorzugsvariante der Deutschen Bahn, die zwei Fernbahngleise der sogenannten Dresdner Bahn oberirdisch durch den Stadtteil Lichtenrade führen will. Die Deutsche Bahn sicherte umfassenden Lärm- und Erschüt...

Bernd Kammer

Rekord mit Paule

Die BVG hat sich für dieses Jahr Großes vorgenommen: Erstmals will sie mindestens eine Milliarde Fahrgäste befördern. Und sie ist auf einem guten Weg. Das lässt sich sagen, nachdem eines ihrer prominentesten Verkehrsmittel die Saison bereits beendet hat: Genau 7170 Fahrgäste steuert »Paule III« zur BVG-Bilanz bei, das sind immerhin genau 7170 Fahrgäste mehr als im vergangenen Jahr. Denn 2014 war d...

Brüder von Hatun Sürücü vor Gericht

Vor elf Jahren wurde die Deutsch-Türkin Hatun Sürücü von ihrem jüngsten Bruder in Berlin erschossen. Im Januar müssen sich deswegen zwei weitere Brüder in Istanbul verantworten. Nach dpa-Informationen beginnt dann in der Türkei der Prozess gegen die beiden Männer. Der Prozessauftakt ist für den 26. Januar angesetzt, wie die türkische Zeitung »Hürriyet« kürzlich berichtete.Die 23-jährige Hatun Sürü...

Josephine Schulz

Müller verurteilt Terror und Rechtspopulisten

Die vorgeschriebenen Reden mussten an diesem Samstag in der Tasche bleiben. Überschattet von den Terroranschlägen in Paris befasste sich die Berliner SPD mit der Flüchtlingspolitik und dem Koalitionspartner.

ndPlusBernd Kammer

Berlin trauert mit Paris

Die Berliner trauern um die Opfer der Anschläge von Paris. Auch die Landespolitik bekundet ihre Solidarität. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden verschärft.

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Finanzspritze für Freibad Müggelsee

Für die Sanierung des historischen Strandbades Müggelsee hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages auf Initiative des Treptow-Köpenicker Bundestagsabgeordneten Matthias Schmidt (SPD) insgesamt vier Millionen Euro bewilligt. Weitere vier Millionen werden vom Land Berlin bereitgestellt. Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts eröffnete Bad, das nach einem Großbrand 1930 nach Entwurf des auch f...

Anne-Katrein Becker

Friedensruf an den Seelower Höhen

260 Menschen unternahmen am Sonnabend mit dem Arbeitskreis Kultur- und Bildungsreisen einen Ausflug zur Gedenkstätte Seelower Höhen. Dabei wurde über Terror, Krieg und Frieden diskutiert.

ndPlusAndreas Fritsche

Die Ahnungslosen

Offenkundig haben Klaus Wowereit und andere Aufsichtsratsmitglieder der Flughafengesellschaft viel falsch gemacht. In Haftung genommen werden können sie dafür aber wahrscheinlich nicht.

Steffi Bey

Unter Wasser mit Schnellkochtopf

Seit den 1950er Jahren tauchte der Schauspieler Otmar Richter - das meiste Zubehör für dieses Hobby wurde damals selbst gebaut. Im Museum sind mehr als 300 Exponate ausgestellt.

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Kein Wasser im Rhein

Düsseldorf. Wer im Nordosten wohnt, konnte es sich zumindest am feuchten vergangenen Wochenende kaum vorstellen: Der Rhein führt wegen anhaltender Trockenheit derzeit extrem wenig Wasser. Der Pegel nähert sich dem Rekordtiefstand von 2003. Bei Düsseldorf, wo obige Aufnahme entstanden ist, tauchten in den vergangenen Tagen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auf. dpa/nd Foto: dpa/Monika Skolimows...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Ein breites Bündnis gegen »Desperados«

Es sei nicht fünf vor oder fünf nach zwölf in der hessischen Landeshauptstadt. »Jetzt schlägt es 13«, rief Beatrice Remmert, die Vizegeschäftsführerin der Wiesbadener Arbeiterwohlfahrt (AWO), weit über 1000 Teilnehmern einer Kundgebung zu, die am Wochenende vor das Rathaus gezogen waren. Mobilisiert hatte ein Bündnis von Trägern sozialer Einrichtungen, Gewerkschaften, Kultureinrichtungen, Jugendve...

Hagen Jung

Prävention wird großgeschrieben

Niedersachsen will die Herausforderung durch Rechtsextremisten auf allen gesellschaftlichen Ebenen ernst nehmen. Eine wichtige Rolle soll dabei Bildungsarbeit an den Schulen spielen.

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Lorenz Caffier will wieder ans Steuer

Binz. Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern hat Innenminister Lorenz Caffier als Landesvorsitzenden wiedergewählt. Bei einem Parteitag in Binz auf Rügen stimmten am Samstag 124 Delegierte für den 60-Jährigen, der die Partei bereits seit 2007 führt. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Mit einem Ergebnis von 89,2 Prozent der Stimmen fiel das Ergebnis deutlich besser aus als bei der Wahl 2013. Damals hatte ...

Petra Albers, Hürth

Entdeckungsreisen im Geiste

Auf Rädern, Füßen oder Insektenbeinen - Hauptsache, der Roboter kann sich in zerklüfteter Landschaft bewegen. Studierende haben Weltraum-Rover konstruiert, um fremde Planeten zu erkunden.

ndPlusRobert Rescue

Versuchte Bekehrung im Hof

Es war am Abend, als ich mit einer Tüte Essen das Haus betrat und im Hof auf die junge Frau aufmerksam wurde. »Hallo, entschuldigen Sie. Wissen Sie, ob das Gemeindecafé noch offen hat? Ob ich da noch jemanden erreiche?«»Nein«, antwortete ich und wollte an ihr vorbeigehen, »um diese Uhrzeit haben die zu«. Die junge Frau wirkte aufgekratzt. »Haben Sie einen Kugelschreiber, damit ich eine Nachricht h...

Hans-Dieter Schütt

Treue und Energie

Kindertheater ist Kampf um Hoheiten im Saal. Wer kann lauter? Wohin mit den leisen Tönen? Zukunftsarbeit Kunst: Saatlegung. Das »Theater der Freundschaft« in Lichtenberg ist DDR-Geschichte. Es hat Geschichte geschrieben, die darüber hinausweist. Am 16. November 1950 wurde das Haus an der Parkaue offiziell eingeweiht.Es war die Joseph-Goebbels-Schule. Die Sowjets befahlen 1948 die Kultur ans Haus: ...

Hans-Dieter Schütt

Mami, der ist echt!

Das Berliner »Theater an der Parkaue«, einst das zentrale Kinder- und Jugendtheater der DDR, wird 65. Dass seine Geschichte über jene Zeit hinausweist, glaubt nicht nur der heutige Intendant Kay Wuschek.

ndPlusHeidrun Böger, Leipzig

Als die Lehrer Mobbing förderten

Mit wachsendem zeitlichen Abstand wird die Vermittlung der Geschichte des Nazireichs schwieriger. In Leipzig suchen Projekte nach neuen Formen, die Lernen mit Aktivitäten verbinden.

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AdK tagte

Schauspieler Ulrich Matthes (56) ist bei der Mitgliederversammlung der Akademie der Künste (AdK) in Berlin als Direktor der Sektion Darstellende Kunst wiedergewählt worden. Neu in das Amt des Stellvertreters rückte Schauspieler Christian Grashof (72). Für Matthes ist es die zweite Amtszeit. Er hatte die Aufgabe nach dem Tod von Thomas Langhoff 2012 übernommen. Beide Schauspieler vertreten nun die ...

Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

In seinem Leib- und Magenblatt studierte Herr Mosekund gern eine Rubrik namens »Wiedergelesen«, in der dann und wann Bücher vorgestellt wurden, von denen schon lange keine Rede mehr gewesen war. Wie schön, dass an die guten alten Dinge erinnert wird, denn schließlich war ja nicht alles schlecht, dachte Herr Mosekund und stellte dabei fest, dass er diesen Gedanken in größeren Abständen schon mehrfa...

Konzerte abgesagt

Nach dem Terroranschlag auf das Pariser Konzert der Eagles of Death Metal hat die Band aus Kalifornien drei anstehende Auftritte in Deutschland abgesagt. »Die Konzerte am 17. November in Köln, am 19. November in München und am 22. November in Bremen fallen ersatzlos aus«, hieß es am Sonntag von Marek Lieberberg, dem deutschen Konzertveranstalter der US-Band. Tickets werden demnach an den jeweilige...

Martin Hatzius

Der Terror im Wohnzimmer

Dichtmachen! Aufrüsten! Überwachen!, heißt es nach den Anschlägen auf allen Kanälen. Die Freiheit zu verteidigen, bedeute, Freiheiten aufzugeben. Viele Pariser aber reagierten in der Terrornacht ganz anders.

Manuela Lintl

Kontinent der Kontraste

Ralf Beil, der nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod von Markus Brüderlin seit vergangenem Jahr das Kunstmuseum Wolfsburg leitet, bezeichnete Lateinamerika als »Kontinent der Kontraste«. Dass nun erstmals in großem Umfang die Strömungen zeitgenössischer Kunst der oft übergangenen oder geringgeschätzten Südhälfte des amerikanischen Doppelkontinents museal gewürdigt werden, ist der spezialisiert...

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Jörg Fischer

Ein »Faust« für Mephisto

Wegen des Terrors in Frankreich hatten die Veranstalter noch am Samstagmittag darüber nachgedacht, die Gala zur Verleihung des Theaterpreises »Der Faust« in Saarbrücken spontan abzublasen. Doch dann entschieden sie anders: »Das wäre ein zutiefst resignatives und absolut falsches Signal«, sagte die Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos), am Ab...

Florian Schmid

Schlaflos in Ulcinj

Die Romane des 1974 in Sarajewo geborenen Schriftstellers Andrej Nikolaidis sind immer wieder in dem montenegrinischen Touristenort Ulcinj an der Adria angesiedelt. Der Ort war auch schon Schauplatz seines zuletzt auf Deutsch erschienenen Romans »Die Ankunft«, in dem Nikolaidis einen bizarren Weltuntergang in Szene setzt. Für seinen im bosnischen Original bereits 2006 erschienen Roman »Der Sohn« e...

Die Last des unerwünschten Erbes

Mit dem Geburtshaus Adolf Hitlers hat das österreichische Braunau ein schwieriges Erbe zu verwalten. Derzeit wird erneut um eine Nutzung des Gebäudes gerungen, es steht seit vier Jahren leer. Das österreichische Innenministerium zahlt der Hausbesitzerin monatlich 4800 Euro Miete. Man prüfe derzeit »alle Optionen« einer möglichen Nutzung, heißt es. Für Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher ist zwar klar, »dass dieses Haus niemals eine Wallfahrtsstätte für Ewiggestrige werden darf«, doch wie es weitergehen soll, bleibt fraglich. Dabei liegt von Seiten des Politologen Andreas Maislinger schon seit Jahren ein Konzept als »Haus der Verantwortung« vor. Mit ihm, der auch Initiator der Braunauer Zeitgeschichtstage ist, sprach Rudolf Stumberger.

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ndPlusMartin Hatzius

Belogen, betrogen

Es ist ein seltsames Häuflein, das da mit schwarz-rot-goldenen Fahnen - auch solchen mit Emblem aus Hammer und Zirkel im Ährenkranz - durch Maputo zieht, singend, tanzend, trommelnd. »Madgermanes« nennen sich die Menschen - Mosambikaner, die einen Teil ihres Arbeitslebens in der DDR verbracht haben und nun in ihrer ursprünglichen Heimat lautstark protestieren, weil sie sich »belogen und betrogen« ...

Jan Freitag

Was bislang nur online läuft

Der Tod ist ein Begleiter des Lebens. Im Fall von Helmut Schmidt feuerten die Medien aus allen Rohren: Nekrologie, auf Halde produziert, in Echtzeit abrufbar, nicht pietätvoll, aber praktisch im verzugsfreien Internetzeitalter.

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Chronologie: Anschläge bei Großereignissen im Sport

April 2013: Bei einem Terroranschlag auf den Traditions-Marathon der US-Küstenstadt Boston werden drei Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Im Zielbereich explodieren zwei Sprengsätze. Vier Tage später kommt es zu einer Verfolgungsjagd auf die mutmaßlichen Bombenleger, zwei in den USA lebende Brüder tschetschenischer Abstammung. Nach tödlichen Schüssen auf einen Wachmann wird Tamerlan Zarna...

Ulrike John

Mit den Gedanken in Paris

Im Schatten des Terrors von Paris kämpfen acht Teams um die letzten vier Tickets für die Fußball-EM 2016 in Frankreich. Schwedens Top-Stürmer Ibrahimovic ist in Gedanken aber woanders.

ndPlusJirka Grahl

Wenn 80 000 im Visier sind

Wie soll der Sport auf den Terror reagieren? Was ist die angemessene Reaktion? Trotz der Anschläge von Paris tritt Frankreich am Dienstag in England an. Eine Absage der EM 2016 sei kein Thema, heißt es.

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Alexander Ludewig

Reformen auf russisch

Russland will nach dem Dopingskandal den Totalschaden vermeiden: Olympia ohne seine Leichtathleten. Die bisherigen Reformvorschläge reichen dafür nicht.

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ndPlusLaurent Geslin, Straßburg

Mindestens elf Tote bei TGV-Unglück

Mit über 350 km/h soll der TGV unterwegs gewesen sein - und damit wohl zu schnell für den Streckenabschnitt. Der Zug entgleist, Waggons stürzen von einer Brücke in einen Fluss. Elf Menschen sterben.

Trauer um tote Babys in Wallenfels

»Viele haben das Gefühl, ihre Welt ist völlig aus den Fugen geraten«, sagt Bürgermeister Jens Korn über die Menschen in Wallenfels. In dem oberfränkischen Städtchen waren acht Babyleichen entdeckt worden.