Seite 1

Unten links

»Der Islam fordert nicht ein, dass Menschen sich betrinken oder fremde Frauen anbaggern.« Das stellte der Direktor des Instituts für Islamische Theologie in Osnabrück, Bülent Ucar, mit Blick auf den Kölschen Silvesterklüngel klar. Daraus ergeben sich mindestens zwei Schlussfolgerungen. Erstens: Der Prophet in seinem unendlichen Scharfsinn hat - entgegen verbreiteter Ansicht - bewusst nicht alle Le...

Polen wird jetzt von EU überprüft

Brüssel. Die EU-Kommission hat im Konflikt mit der polnischen Regierung erstmals ein Verfahren zur Überprüfung des Rechtsstaats in einem Mitgliedsstaat eingeleitet. Erste Etappe sei eine »vorbereitende Bewertung« zur Lage in Polen, ohne die Entscheidung über weitere Schritte vorwegzunehmen, teilte Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans am Mittwoch in Brüssel mit. Mitte März will die Kommission ...

Obama macht Mut für die Zukunft

Washington. In seiner letzten Rede zur Lage der Nation hat US-Präsident Barack Obama seinen Landsleuten Mut für die Zukunft gemacht. »Das Gerede über den wirtschaftlichen Niedergang Amerikas ist politische heiße Luft«, sagte Obama am Dienstagabend vor dem Kongress in Washington. Außerdem seien die Vereinigten Staaten weiter die mit Abstand mächtigste Nation der Erde. Einer aktuellen Umfrage des Ra...

Sozialist López Parlamentschef

Madrid. Der spanische Sozialist Patxi López ist dank eines Übereinkommens seiner Partei mit den Konservativen und Liberalen zum neuen Parlamentspräsidenten gewählt worden. Gut drei Wochen nach den Wahlen in Spanien erhielt der frühere Ministerpräsident des Baskenlands im zweiten Wahlgang 130 Stimmen aus den Reihen der Sozialisten (PSOE) und der liberalen Partei Ciudadanos. Für die Kandidatin Carol...

Schleichende Entmachtung

Es sind nicht eingeschränkte Pressefreiheit und Gewaltenteilung durch die polnische Führung, die Brüssel ins Dilemma bringen. Sondern die darin manifestierte schleichende Renationalisierung Europas.

Fleischeslust macht Bauernfrust

Berlin. In Deutschland isst jede Person im Durchschnitt jährlich knapp 60 Kilo Fleisch. Das ist weniger als zuvor, aber dennoch zu viel, sagen die Herausgeber des »Fleischatlas 2016«. Zwar gebe es einen Bewusstseinswandel bei den Verbrauchern, von einem Strukturwandel ist die Fleischwirtschaft dennoch weit entfernt. Steak und Hähnchenschenkel kommen aus immer weniger Betrieben, zugleich geht das H...

Seite 2

Grüne Woche: Essen, Trinken, Branchentreff

»Dinner for one« heißt es auf der Grünen Woche 2016 ganz bestimmt nicht, auch wenn die international wichtigste Ernährungs-, Landwirtschafts- und Gartenbaumesse in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag feiert. Im Gegenteil: Wenn die Ausstellung auf dem Berliner Messegelände am 15. Januar ihre Pforten öffnet, werden hunderttausende Menschen in die insgesamt 26 Hallen strömen - und sich neben Information...

Haidy Damm und Marisa Janson

Landwirtschaft ganz anders

Für Samstag rufen Entwicklungs-, Umwelt- und Verbraucherverbände, Bauernorganisationen, Imker und Tierrechtler unter dem Motto »Wir haben es satt!« zur Großdemo für eine Agrarwende auf.

Haidy Damm

Fleisch bleibt Massenware

Der Fleischatlas 2016 steht ganz im Zeichen der Regionalität. Anlässlich der Grünen Woche stellten der BUND und die Böll-Stiftung am Mittwoch neue Recherchen vor. Die Geiz-ist-geil-Mentalität hat höchstens Risse bekommen.

Seite 3

Export von Milch bleibt Strategie

Die europäischen Milchbauern starten unter miserablen Bedingungen in das Jahr 2016: »Die Milchpreise sind seit Monaten im Keller, vielen Höfen steht das Wasser bis zum Hals und trotz anhaltender Proteste der Erzeuger in ganz Europa ändert sich nichts an der kurzsichtigen Wachstums- und Exportstrategie der EU-Kommission«, kritisiert das European Milk Board (EMB) als Vertretung der Milchbauern anläs...

»Regionale Märkte würden zerstört«

Kannaiyan Subramaniam vertritt als Generalsekretär das South Indian Coordination Committee of Farmers's Movement (SICCFM). Im Gespräch mit Haidy Damm kritisiert der 46-jährige Milchbauer die Exportstrategie der Europäischen Union in der Landwirtschaft.

Seite 4
Klaus Joachim Herrmann

Vision und Abschied

Der scheidende US-Präsident geht zurück auf Anfang. Wie vor seinem Amtsantritt sucht er mit Worten zu verzaubern, nutzt er sein Talent für Wort und Vision. Statt einer nüchternen Bilanz bietet er in der wohl letzten Rede an die Nation noch einmal den verheißungsvollen Ausblick auf ein Amerika der Zukunft. Die damit verbundenen Aufgaben müssen jedoch längst anderen zugedacht werden, ihm nicht mehr....

ndPlusMarkus Drescher

Natürlich verantwortlich

Ob der Attentäter von Istanbul sich gezielt eine deutsche Reisegruppe ausgesucht hat, weil sich die Bundeswehr am Syrienkrieg beteiligt, war am Mittwoch Spekulation. Und wird es auch bleiben, wenn der IS erklärt, dass es so war. Denn der größte Nutzen für die Islamistenmiliz, den sie aus derartigen Verbrechen zieht ist: Angst. In diesem Fall die Angst vor einer Terrormiliz, die in der Lage ist, ni...

ndPlusJörg Meyer

Einheit, Kritik, Einheit

Es habe große Probleme zwischen der SPD und dem DGB gegeben, »aber das ist nun vorbei«, sagte Sigmar Gabriel. Der in Zeiten von Bundeskanzler Gerhard Schröder und seiner Agenda 2010 aufgekündigte Schulterschluss scheint nun wieder vollzogen. Schon der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD trug Gewerkschaftshandschrift. Beispielsweise mit dem Mindestlohn konnte etwas Gesetz werden, was Unternehmer...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Krim-Generalin

In Paradeuniform und mit einem großen Strauß roter Rosen im Arm beging Natalja Wladimirowna Poklonskaja als »Staatsanwältin der Republik Krim« am Dienstag den russischen Festtag der Mitarbeiter der Staatsanwaltschaften. Die weiße Uniform mit einem goldenen fünfzackigen Stern auf den Schulterstücken als Rangabzeichen einer Generalmajorin trug sie erstmals öffentlich als Staatsrätin der Justiz 3. Kl...

Fünf Präsidenten auf Crashkurs

Die EU-Kommission hat schon viele Maßnahmen ergriffen, um dem Fiskalpakt gegenüber kritische Staaten auf Linie zu bringen. Ihr neuster Coup: Der »Fünf-Präsidenten-Plan« zur Reform des Euros.

Seite 5

MIT-einander

So autoritär der Nationale Nachrichtendienst der Türkei (MIT) auch ist - sein Internetauftritt kommt sehr freundlich daher. Auch in deutscher Sprache - was die besondere Bedeutung, die Erdogans Geheimdienst Deutschland zumisst, illustriert. Dass man da bei der Bespitzelung der eigenen Bürger, die in Deutschland leben, über die Stränge schlägt, wissen die deutschen Partner vom Bundesnachrichtendien...

Terroristen solidarisch gegen Terror

Die Türkei ist ein Land, das an verschiedenen Fronten sogar gegeneinander kämpft. So ist es nicht verwunderlich, dass Ankara auch nach der jüngsten Attacke auf dem Sultan-Ahmet-Platz Beistandserklärungen von verschiedenen Seiten erhält. So wie der Westen und die NATO nach derartigen Anschlägen stets ihre Solidarität bekunden, so meldeten sich nun offenbar auch über 30 syrische Rebellengruppen in e...

Ismail Küpeli

Wenige Erkenntnisse und viele Gerüchte

Nach dem Anschlag in Istanbul mit zehn getöteten deutschen Touristen wird die Spurensuche fortgesetzt. Die türkische Regierung spricht weiter von einer Täterschaft des Islamischen Staates.

Seite 6

Asylsuchende künftig zentral registriert

Berlin. Der Bundestag beriet am Mittwoch in Erster Lesung über ein »Datenaustauschverbesserungsgesetz«, auf das sich kurz zuvor die schwarz-rote Regierungskoalition geeinigt hatte. Kern ist der künftige Datenaustausch verschiedener zuständiger Behörden zur Registrierung von Herkunft, persönlichen Daten und Status von Flüchtlingen. Zugriff auf die künftig zentral erhobenen Daten sollen alle Behörde...

Aert van Riel

Die Stunde der Hardliner

Die Übergriffe in der Silvesternacht werden nicht nur von Rechtsradikalen, sondern auch von einigen konservativen Politikern instrumentalisiert. Dies wurde nun bei einer Bundestagsdebatte deutlich.

ndPlusUwe Kalbe

Gysi: Opposition braucht alle Rechte

Das Bundesverfassungsgericht verhandelte am Mittwoch über eine Klage der LINKEN im Bundestag. Die will eine Verfassungsänderung erreichen - es geht um den Schutz ihrer Rechte im Parlament.

Seite 7

Schottdorf freigesprochen

Augsburg. Der Laborarzt Bernd Schottdorf ist vom Vorwurf des millionenschweren Abrechnungsbetrugs freigesprochen worden. Für das Augsburger Landgericht gibt es keine Hinweise, dass der 75-Jährige für Laborleistungen 12,8 Millionen Euro zu viel kassiert hat. Auch seine 61 Jahre alte Ex-Ehefrau Gabriele Schottdorf, die als Geschäftsführerin eines Labordienstleistungsunternehmens mitangeklagt war, sp...

Haushalt mit 12,1 Milliarden Überschuss

Berlin. Der Bund hat 2015 aufgrund der guten Konjunktur und hohen Steuereinnahmen einen Haushaltsüberschuss von 12,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Berlin mit. Das Plus für Minister Wolfgang Schäuble (CDU) fiel damit fast doppelt so hoch aus wie noch im November unterstellt. Mit den Überschüssen füllt Schäuble eine Rücklage auf, mit der er von diese...

Max Böhnel, New York

Lahme Ente in lichten Höhen

US-Präsident Barack Obama hat Dienstagnacht (Ortszeit) seine letzte Rede zur Lage der Nation gehalten. Sie zeigte neben Selbstvergewisserung durchaus Stärke.

René Heilig

Hurra, das Geld ist weg!

Wie in allen Ministerien, so hat man auch in dem von Ursula von der Leyen (CDU) unlängst Kassensturz gemacht und erfreut festgestellt: Das Militär hat alles ausgegeben. Und das innd immerhin 33 Milliarden Euro.

Seite 8

Rogosin warnt vor »Köln Nummer 2«

Belgrad. Der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin hat den EU-Kandidaten Serbien mit drastischen Worten gewarnt, sich weiter Brüssel anzunähern. »Sie werden hier ein Köln Nummer 2 bekommen«, zitierten die Medien am Mittwoch in Belgrad den Spitzenpolitiker mit einer Anspielung auf die Ausschreitungen in der Domstadt während der Silvesternacht. »Seien Sie daher wachsam, dass die Ankömmlinge si...

Elsa Koester

Kippa-Debatte in Frankreich

Unter Vertretern von Juden in Frankreich ist nach dem Messerangriff auf einen jüdischen Lehrer in Marseille am vergangenen Montag eine Diskussion über das Tragen der Kippa in der Öffentlichkeit entbrannt. Der Lehrer war mit einer Machete angegriffen und leicht verletzt worden, der mutmaßliche 15-jährige Täter soll sich auf den Islamischen Staat (IS) berufen haben.Die jüdische Gemeinde in Marseille...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Linkes Lager auf Kandidatensuche

Die Linken in Frankreich sind sich uneinig, ob Hollande der richtige Präsidentschaftskandidat im Kampf gegen rechts ist. Politiker und Wissenschaftler fordern eine breit angelegte Vorwahl.

Seite 9

Polizei beklebt ihre Autos

Wegen wiederholter Angriffe mit Steinen auf Einsatzwagen hat die Polizei neue Sicherheitsfolien zum Schutz der Beamten eingeführt. Allein im letzten Jahr sei es zu einem Dutzend linksradikaler Anschläge auf Fahrzeuge der Polizei in Kreuzberg und Friedrichshain gekommen, sagte Innensenator Frank Henkel (CDU) am Mittwoch bei der Präsentation. Nach Darstellung von Polizeipräsident Klaus Kandt haben b...

Berlinmall: Prozess fortgesetzt

Das Landesarbeitsgericht gab am Mittwoch der Berufungsklage des Unternehmens Openmallmaster statt, da es keine hinreichenden Beweise dafür erkennen konnte, dass tatsächlich ein Arbeitsverhältnis zwischen Openmallmaster und dem Kläger Elvis I. bestanden hat. Der Arbeiter geht also leer aus. In erster Instanz hatte das Gericht dem Elvis I. im August 2015 die Zahlung von 7400 Euro für geleistete Arbe...

ndPlusSarah Liebigt

Schutzraum für Geflüchtete

Was können MitarbeiterInnen in Flüchtlingsunterkünften tun, um gewaltfördernde Bedingungen abzubauen? Wie können sie nach gewalttätigen oder sexuellen Übergriffen handeln und Opfern zur Seite stehen? In einer Kleinen Anfrage wollte Evrim Sommer (LINKE) vom Senat wissen, wie es um den »Zugang zu Schutz- und Beratungsangeboten« für geflüchtete Frauen bestellt ist. Welche Handreichungen gibt es dazu ...

ndPlusNicolas Šustr

Senatsspaßbad

Das Wellenbad des 1981 von Erich Honecker persönlich eröffneten Friedrichshainer »Sport- und Erholungszentrums« war nur eine der vielen Attraktionen des damals sehr futuristisch anmutenden Komplexes, der auch Kultur und Gastronomie zu bieten hatte. Die Besucher strömten. Die DDR verging und die schwarz-roten Nachwendesenate fremdelten mit dem SEZ. Elf lange Jahre wurde nichts entschieden, ach...

Sebastian Bähr

Anonym und selbstbestimmt

Frauen, die in Frauenhäusern leben, haben auf dem Berliner Wohnungsmarkt kaum eine Chance. Ein neues Kooperationsprojekt soll helfen. Das Projekt »NeuRaum« füllt diese existierende Lücke.

Seite 10

Spatz ist Nummer eins

Der Spatz ist Berlins häufigster Wintervogel. Das teilte der Naturschutzbund (Nabu) ach einer ersten Auswertung der »Stunde der Wintervögel« vom vergangenen Wochenende mit. Mit bislang rund 7333 Zählungen wurde der Spatz oder Haussperling am häufigsten in Berliner Gärten und Parks gesehen. Auch bundesweit landete er wie in den Vorjahren auf dem ersten Platz. Auf Rang zwei und drei folgen Kohlmeise...

ndPlusBernd Kammer

Berlin will das SEZ zurück

Vor zwölf Jahren verkaufte Berlin das SEZ an einen Unternehmer. Seitdem ist nicht viel passiert. Das könnte sich jetzt ändern. Die Stadt will das Haus rekommunalisieren. Die Übernahme war schon lange gefordert worden.

ndPlusAndreas Fritsche

Gerechtigkeit in der Kloschüssel

Das Bundesverfassungsgericht hat über zwei Altanschließerfälle entschieden, viele Grundstücksnutzer dürfen jubeln, aber einiges bleibt vorerst unklar.

Seite 11

Kirchgang mit Mittagessen

Ulm. Mittagessen in der Kirche: Pascal Flick und seine Mutter Andrea Flick (r.) tragen in der evangelischen Paulskirche in Ulm (Baden-Württemberg) ihr Essentablett zu einem Tisch. Immer mehr Kirchengemeinden in Baden-Württemberg bieten im Winter über mehrere Wochen Bedürftigen für einen symbolischen Preis eine warme Mahlzeit an. In den sogenannten Vesperkirchen - in diesem Jahr sind es bereits 30 ...

ndPlusHagen Jung

Hunderte Munitionsteile aus dem Sand gesiebt

Mehr als 300 Munitionsteile wurden durch ein neu eingesetztes Siebverfahren bei der Sandaufspülung an der Insel Hiddensee entdeckt. Laut Schweriner Innenministerium hat sich der Test gelohnt.

ndPlusSebastian Haak, Jena

Differenzieren als Gebot der Stunde

Nach den Übergriffen von Köln in der Silvesternacht lautet das Gebot der Stunde: differenzieren. In Thüringen mahnt die rot-rot-grüne Landesregierung ebenso dazu wie eine Gruppe Syrer, die am Mittwoch in Jena auf die Straße gegangen ist. Die jungen Männer hielten Schilder hoch, auf denen stand: »2016 - Syriens Kinder hungern« oder »Kein Stellvertreterkrieg in Syrien«. Die jungen Deutschen, die den...

Nur 36 Prozent für dritte Piste

Schlechte Nachricht für alle Befürworter einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen: 47 Prozent aller Wahlberechtigten in Bayern sind gegen das Projekt.

Seite 12

Aus dem Arm eines Bartenwals

Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund beherbergt rund 44 000 Sammlungsobjekte. Das älteste ist ein Finnwalskelett, das halbwüchsige Tier strandete 1825 auf Rügen. Das wohl berühmteste Präparat ist die Lederschildkröte »Marlene«. Vorlage für die Dokumentationsplastik war jenes Tier, das sich 1965 in einer Reuse in der Prohner Wiek vor Stralsund verfing. »Marlene«, das Symbol des Meeresmuseums, lei...

Hallervorden enteckt das Sozialdrama

Der vor allem als Komiker bekannte Schauspieler Dieter Hallervorden bringt in seinem Berliner Schlosspark Theater ein Sozialdrama von Gerhart Hauptmann auf die Bühne. In dem Schauspiel »Vor Sonnenuntergang«, das am Samstag (16. Januar) Premiere feiert, spielt der 80-Jährige selbst die Hauptrolle.Er wolle das Schlosspark Theater wieder zu den »gloriosen Zeiten« führen, die es unter seinem früheren ...

Alexander Isele

Singen für, Singen gegen den Hass

Bei Kriegshetze und Propaganda spielt Musik eine entscheidende Rolle, wie die bestialischen Mordvideos der Terrororganisation IS zeigen. Es gibt aber auch viele Künstler, die sich mit ihrer Musik gegen Krieg ausdrücken. Wieso gehen Krieg und Musik so gut zusammen? Diese Frage stellt sich das Haus der Kulturen der Welt auf dem Festival »Krieg singen« vom 14. bis zum 17. Januar. Kuratiert von Holger...

CDU entdeckt Beamte als Wähler

Magdeburg. Knapp neun Wochen vor den Landtagswahlen hat die CDU in Sachsen-Anhalt verkündet, sie wolle Beamten künftig wieder ein Weihnachtsgeld auszahlen lassen. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einer Regelung in Sachsen seien auch in Sachsen-Anhalt Veränderungen notwendig, erklärte die CDU-Fraktion am Dienstag nach einer Klausurtagung im Harz. Dies sei angesichts des Haushaltsü...

ndPlusMartina Rathke, Stralsund

»Ist das echt?«

Der Beruf des Präparators gehört seit Jahrhunderten zu Naturwissenschaftlichen Museen. Doch Computertechnik schafft den echten Präparaten Konkurrenz - auch im Meeresmuseum Stralsund.

Arabisches Vollprogramm

Vergangene Woche hat die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) einen Radiosender ausgeschrieben, der sich vor allem an Arabisch sprechende Flüchtlinge richten soll. Über das Vorhaben sprach für »nd« Ralf Hutter mit Steffen Meyer-Tippach, der bei der MABB für Hörfunk und digitale Projekte zuständig ist.

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Seekrank im neuen Intercity

Seit Mitte Dezember rollen die neuen Doppelstock-Intercitys auf der Strecke zwischen Norddeich und Leipzig beziehungsweise Cottbus. Doch die Züge schwanken derart, dass manchem schon übel wurde.

Gert Lange

Am Anfang war das gelehrte Kaffeehaus

Kurt Tucholsky verspottete die Vereine: Bürgerpfuhls jedweder Konformität. »Draußen bin ich nur ein armes Luder, hier bin ich Mann und Bundesbruder«, geißelte er deren Selbstbezogenheit. Indes ist die Neigung, sich nach Maßgabe besonderer Interessen zu organisieren, allein damit nicht erklärt. Derzeit gibt es in Berlin etwa 24 000 Vereine.Eine Arbeitsgruppe der Berlin-Brandenburgischen Akademie de...

Seite 13

Umsätze erneut gesunken

Auf dem deutschen Buchmarkt sind die Umsätze im vergangenen Jahr erneut gesunken. Die Erlöse fielen um 1,7 Prozent, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Das positive Weihnachtsgeschäft konnte die bis November angefallenen Verluste nicht mehr wettmachen. 2014 hatte die Branche ein Umsatzminus von 2,2 Prozent eingefahren. Für die Einzelhändler, die 2014 ...

Meißen gibt Ölgemälde zurück

Nach mehr als 90 Jahren kehrt das Ölgemälde »Überfall der Hussiten auf das Brüxer Nonnenkloster« aus dem Meißner Stadtmuseum zurück nach Tschechien. Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) übergab das Bild am Mittwoch an den Bürgermeister von Brüx (Most), Jan Paparega. Die Rückgabe sei ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Nachbarland.Das Werk eines unbekannten Künstlers vom Ende des 17. Jahrhu...

ndPlusEkkehart Krippendorff

Das Phantom

William Shakespeare wurde - das einzige von keinem Biographen bestrittene Lebensdatum - am 23. April 1564 in der mittelenglischen Kleinstadt Stratford-on-Avon geboren und starb 1616 daselbst - an seinem Geburtstag als wohlhabender Immobilienhändler, nachdem er 1610 aus London nach Stratford zurückgekehrt war, wo seine Anwesenheit als Theaterunternehmer und Schauspieler urkundlich erwähnt wird. Nie...

Tobias Riegel

Stripper in der Subprime-Krise

In der Finanzkrisen-Farce „The Big Short“ werden keine Monologe vor Kuchendiagrammen gehalten. Hier formt die erste Garde Hollywoods eine rabenschwarze Collage aus Dummheit, Gier und eiskaltem Kalkül.

Seite 14

Masuren

Wer eine Reise in die Masuren unternimmt - für Menschen, die sich das wünschen oder die es schon getan haben, ist dieser Band ja gedacht -, wird auch in Gdansk Station machen und das berühmte Krantor bestaunen, das auf dem Foto von Dirk Bleyer in dekorativer Beleuchtung zu sehen ist. In stimmungsvollen Bildern bringt uns der Fotograf geschichtsträchtige Städte und malerische Landschaften nahe. Die...

Sabine Neubert

Weggehen oder Durchhalten

Die slowakische Schriftstellerin Jana Benová nennt das schmale Buch einen Roman. Das ist ihr gutes Recht, aber eigentlich ist es eher eine Erzählung in Form vieler kleiner Alltagsbegebenheiten und bedenkenswerter Aphorismen. Die fügen sich zu einem Geflecht schwergewichtiger Themen zusammen, die einen ganzen Lebens-»Roman« bestimmen können. Es geht, wie der Buchtitel schon sagt, um »Abhauen«, also...

ndPlusReiner Neubert

Zwischen Grauen und Groteske

Es ist der 30. April, Hitlers Todesnacht: Brünn ist großflächig zerstört, die Wehrmacht und ihre Statthalter sind auf der Flucht vor der Roten Armee, tschechische Revolutionsgardisten mischen auf, Obdachlose irren in den zerbombten Straßen umher. Jakub Pikula, auch Kuba genannt, und Kostja, das ist Konstantin Maximowitsch Pakkala, versuchen, eine Bleibe zu finden und per Tausch an Nahrungsmittel z...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Polnische Seele

Mit diesem Buch kann man eine S-Bahn-Station zu weit fahren und, endlich zu Hause, die Suppe überkochen lassen. Aber nicht schon im ersten Drittel des Textes. Da hat Maxim Leo zunächst zu tun, Fäden aus seinem ersten Krimi aufzunehmen. Lesern, die ihn noch nicht kennten, muss er Kommissar Voss aus Bad Freienwalde vorstellen, der wieder ins Haus seiner Mutter gezogen ist und in seinem alten Kinderz...

Seite 15

Von London nach Hamburg

Der Direktor der Wallace Collection in London, Christoph Martin Vogtherr, wird neuer Direktor der Hamburger Kunsthalle. Er tritt am 1. Oktober 2016 die Nachfolge von Hubertus Gaßner an, der in den Ruhestand geht. Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) würdigte Vogtherr als ebenso erfahrenen wie innovativen Museumsdirektor und international anerkannten Kunsthistoriker. »Wir haben mit ihm eine...

Depardieu als Stalin

Der Schauspieler Gérard Depardieu (67) verkörpert in einem neuen Film den Sowjetdiktator Josef Stalin. Die Dreharbeiten zu dem Werk der französischen Schauspielerin und Regisseurin Fanny Ardant hätten in Portugal begonnen, teilte Sergej Simagin vom russischen Kinokonzern Mosfilm der Agentur Ria Nowosti zufolge mit. Russland stellt Kostüme und Requisiten für den Film, in dem ein Künstler ein Stalin...

Kabarett in der DDR

Komisch-unterhaltend soll Kabarett sein - und vor allem gesellschaftskritisch. Dass gerade diese Form der Kleinkunst in der DDR lebendiger Teil der Kulturszene war, scheint zunächst ungewöhnlich. Doch das Kabarett hatte viele Freiräume, sagt der Rostocker Historiker Christopher Dietrich (36), der selbst Kabarettist im Duo »Raab und Dietrich« ist. Für seine jetzt im Be.Bra-Verlag erschienene Doktor...

Stefan Amzoll

Entscheidend ist der eigene Weg

Ohne tröstend zu wirken, ohne zu mahnen, zu appellieren, auch ohne aufzuschrecken, könne neue Musik nicht sinnvoll bestehen. So die Erwartung des Karl Ottomar Treibmann, geboren 1936 in Raun/ Voigtland, an Musik. Früh verschlägt es den Komponisten in die Messe-Metropole und Bach-Stadt Leipzig. Dort erlernt er bei ersten Künstlern das Komponieren, und es führt es ihn an das Institut für Musikwissen...

Herbert Bauch

Die »Malweiber« stürmten voran

Ein Sturm braust 1910 über Berlin. Nicht von einer extremen meteorologischen Konstellation ausgelöst, sondern von Herwarth Walden (eigentlich: Georg Lewin), Schriftsteller und Komponist, der in diesem Jahr seine Zeitschrift »Der Sturm« erstmals auflegt. Sein Anliegen war die Förderung der expressionistischen Kunst, wobei er alle neuen Stilrichtungen unter diesem Begriff subsumiert. Rasch wird der ...

Seite 16

Filmstarts der Woche

Die dunkle Seite des Mondes Regie: Stephan Rick. Wirtschaftsanwalt Urs Blank (Moritz Bleibtreu) ist der unangefochtene Star auf seinem Gebiet. Als sich ein Geschäftspartner aufgrund seiner harten Verhandlungstaktik umbringt, fängt Urs an, sein bisheriges Leben in Frage zu stellen. Vielleicht auch deshalb fühlt er sich so zu Lucille (Nora von Waldstätten) hingezogen, die ihm mit ihrem alternat...

ndPlusCaroline M. Buck

Von Station zu Station

Der Großvater des Regisseurs war ein fortschrittlicher Patriarch, ein Richter mit liberalen Ansichten. Den Vater des Regisseurs schickte er zum Studium nach London, und der brachte eine Schweizer Ehefrau mit zurück. Ihren christlichen Glauben durfte sie behalten - keine Selbstverständlichkeit in Irak der 50er Jahre. Samir, der sich als Regisseur stets nur beim Vornamen nennt, wurde in eine Mittelk...

Seite 17

Kleine Pause bei Öltalfahrt

Berlin. Es war vermutlich nicht viel mehr als eine kurze Erholung: Positive Nachrichten aus China haben die Talfahrt der Ölpreise am Mittwoch zeitweilig gestoppt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete am Morgen 31,19 US-Dollar. Das waren 33 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI kletterte um 43 Cent auf 30,87 Dollar. Noch am Dien...

Lux Leaks: Fabio De Masi klagt gegen EU

Die Lux-Leaks-Affäre wird ein Fall für das Europäische Gericht. Der LINKE-Europaabgeordnete Fabio De Masi klagt gegen die EU-Kommission, wie der Politiker am Mittwoch mitteilte. Er wirft dem Gremium vor, dem Sonderausschuss TAXE des Europaparlamentes zur Aufklärung der Steueraffaire in Luxemburg Dokumente rechtswidrig vorenthalten zu haben. De Masi stützt sich bei seiner Klage auf ein Gutachten de...

Marcus Meier

Kontrollierte Offensive ins Grüne

Der kriselnde Energieriese RWE hat am Mittwoch seine neue Strategie konkretisiert. RWE-Chef Peter Terium wettert nicht mehr gegen die Energiewende, sondern sieht sein Unternehmen auf gutem Weg in eine grüne Zukunft.

John Malamatinas

Zunächst kein Gold aus Chalkidiki

Der Bau einer geplanten Goldmine in Griechenland liegt vorerst auf Eis. Das Unternehmen gibt der linken SYRIZA-Regierung die Schuld.

Seite 18
ndPlusSilvia Ottow

Pille oder Apfel

Jeder dritte Bundesbürger kauft regelmäßig Vitamin- und Nährstoffprodukte. Experten meinen, dies sei für Gesunde überflüssig.

Ulrike Henning

Die stille Sucht

Zwei Drittel der Medikamentenabhängigen sind Frauen, in Therapieeinrichtungen findet man aber überwiegend Männer. Experten sprechen von einer »stillen Sucht«. Betroffene bleiben verborgen.

Seite 19
ndPlusThomas Wolfer, Ruhpolding

Nur der Ski ist schnell

Während Simon Schempp noch immer eine Erkältung auskuriert, können seine deutschen Biathlonkollegen nicht mit der Weltspitze um Martin Fourcade mithalten.

Thomas Dudek

Die ungleiche Liga

Dank der Investitionen privater Geldgeber und polnischer Staatskonzerne, wurden drei Handballklubs im Land des EM-Gastgebers feste Größen in Europa. Die restlichen Vereine sind jedoch arm.

Seite 20

Mindestens zehn Wale verenden an der Nordseeküste

Texel. An der Nordseeküste sind mindestens zehn Pottwale verendet. Fünf Tiere starben nach stundenlangem Todeskampf in der Nacht zum Mittwoch an der Küste der niederländischen Wattenmeerinsel Texel. Drei kamen an der Küste Schleswig-Holsteins um. Bereits am Freitag waren zwei Wale auf der ostfriesischen Insel Wangerooge gestrandet. Weshalb die Tiere sich in die Nordsee verirrten, ist unklar. Micha...

ndPlusCathérine Simon, Bamberg

Schüsse aus Frust

Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen: Während der Neujahrsfeier wird ein elfjähriges Mädchen in Unterfranken von einem Schuss in den Kopf getötet. Nun sitzt der mutmaßliche Schütze im Gefängnis.

Seite 22
Willi Volks

»Stadtgärten gegen den Hunger«

Eine schöne und vor allem erfolgreiche neue Erfahrung - so bewerten die Aktiven der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisation INKOTA die Kooperation mit den Partnerinnen und Partnern von CAPRI aus Nicaragua.

Das Wasser kommt jedes Jahr
ndPlusINKOTA-Projektreferent Willi Volks

Das Wasser kommt jedes Jahr

In Großstädten rund um die Welt wachsen und gedeihen urbane Gärten. Doch während dieser Trend hierzulande oft als exotisch gilt, hat er in Ländern wie Nicaragua eine ganz andere Bedeutung. Besonders in der Trockenzeit.

Seite 23
Wir sind die, die in den Schulen arbeiten dürfen
Willi Volks, Managua

Wir sind die, die in den Schulen arbeiten dürfen

Eigentlich sollte man annehmen, dass in einem Land wie Nicaragua die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NROs) sehr unterstützt wird. Dem ist nicht so. Schulen sind verbotene Objekte.

Seite 24
Träume teilen, um die Welt gerechter zu machen

Träume teilen, um die Welt gerechter zu machen

Derzeit ist INKOTA-Projektreferent Willi Volks auf Projektreise in Nicaragua und berichtet für die nd-Leserinnen und -Leser direkt aus der Hauptstadt Managua. Thema: Die»Stadtgärten gegen den Hunger«.

Nachhaltige Aquakultur birgt viele Vorteile

Nachhaltige Aquakultur birgt viele Vorteile

SODI hat Prof. Dr. Nguyen Quang Linh von der Universität Hue in Vietnam zum Thema Aquakultur befragt. Er ist unter anderem Experte für ernährungsbedingte Krankheiten in Tierbeständen und Aquakulturen.

Seite 25
ndPlusSusanne Wienke

Krümel mit großer Wirkung

Bilder von überschwemmten Häusern, abgeknickten Bäumen oder zerstörten Fischerbooten zeigen mit drastischer Deutlichkeit Auswirkungen des Klimawandels. In Vietnem will man den Folgen mit Pflanzenkohle begegnen.

Seite 26
Tabea Speder

Bankkonto auf vier Beinen

Damit die Haltung von Rindern - in Simbabwe eine wichtige Erwerbsquelle - von Frauen übernommen werden konnte, musste die Arbeit neu organisiert werden. TSURO, eine lokale Basisorganisation, organisierte das.

Seite 27
Martin Zint, Weltfriedensdienst

Wir haben eine Vision!

Durch harte Arbeit ist es Bauern in Simbabwe gelungen, mit ihrem Bauernhof in der Region Chimanimani einen schönen Ort zu schaffen, der die ganze Familie beherbergt und ernährt. Ihre Wissbegier hat sie dabei geholfen.