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UNTEN LINKS

Schminke und Kostüme für den Karneval können Farb- und Konservierungsstoffe sowie schädliche chemische Substanzen enthalten. Davor hat jetzt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gewarnt. NRW ist bekanntlich das Bundesland, in dem die für ihre ausufernde Fröhlichkeit berühmte Stadt Köln liegt - ein Attribut, das auch zu anderen Anlässen, beispielsweise Silvester, für Erbauung und Ausgelassen...

Verzögerung bei Syrien-Gesprächen

Genf. Nach neuen Schreckensmeldungen aus Syrien - so sollen nach Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat am Wochenende mindestens 58 Menschen gestorben sein - drohen die Regimegegner bei den Genfer Friedensgesprächen mit ihrem Rückzug, sollte sich die humanitäre Lage nicht verbessern. Man sei nach Genf gekommen, um mit UN-Sondervermittler Staffan de Mistura darüber als erstes zu reden. Am Son...

Abschiebung in Drittstaaten geplant

Berlin. Die Bundesregierung will nach den Worten von Kanzleramtsminister Peter Altmaier straffällig gewordene Flüchtlinge in Drittstaaten abschieben, wenn eine Rückkehr in die Herkunftsländer nicht möglich ist. »Wir verhandeln mit der Türkei und anderen Ländern über die Rückübernahme auch solcher Flüchtlinge, die aus Drittstaaten kommen«, sagte der Flüchtlingskoordinator in der »Bild am Sonntag«. ...

39 Flüchtlinge in Ägäis ertrunken

Istanbul. Vor der türkischen Ägäisküste sind bei einem Schiffsunglück am Wochenende mindestens 39 Flüchtlinge und Migranten ums Leben gekommen. Ihr Schiff sei am Samstag auf dem Weg von der türkischen Provinz Canakkale zur griechischen Insel Lesbos gewesen, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Küstenwache. In der Nähe von Ayvacik habe das Schiff dann einen Felsen...

René Heilig

AfD-Obergrenze

Notfalls müssten Polizisten an der Grenze auch von der Schusswaffe Gebrauch machen, um Flüchtlinge aufzuhalten. Ob Frauke Petry selbst einen Waffenschein hat? Egal. Auch ohne sind solche Herrenmenschen kreuzgefährlich.

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Zu schwammig formuliert

Zu den großen Knackpunkten des Freihandelsabkommens TTIP gehört der Investitionsschutz. Das ursprüngliche Vorhaben, ausländischen Investoren eine umfassende Handhabe gegen staatliche Eingriffe, wie etwa Umweltauflagen, zu gewähren, hatte viel Kritik ausgelöst. Die EU hat reagiert und im November einen neuen Text vorgelegt, der angeblich auch den Bedenken der Kritiker Rechnung trägt. Der Verbrauche...

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»Wir erleben Zeiten wie 1929«

Yanis Varoufakis stellt am 9. Februar in der Berliner Volksbühne seine neue Initiative »DiEM25« vor. Mit dieser Bewegung will er sich für die Demokratisierung der EU und einen verfassungsgebenden Prozess in Europa einsetzen.

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ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Lob des Nachfolgers

Russlands erster Präsident Boris Jelzin wäre am 1. Februar 85 Jahre alt geworden. Doch als Ehrung dürfte die jüngste Umfrage des Moskauer Meinungsforschungszentrums WZIOM kaum gedacht sein.

ndPlusChristian Klemm

Lieber Sofa als Wahlkabine

Seit Jahren streitet die politische Klasse bereits über die Frage, wie die Politikverdrossenheit in der Bundesrepublik zurückgedrängt werden kann - vielleicht durch Entscheidungen im Sinne der Wähler?

Simon Poelchau

Nur sozial

Eigentlich weiß es jeder: Über kurz oder lang muss der Kohleausstieg kommen. Doch wenn es konkret wird, führen die Befürworter der fossilen Energie immer wieder dieselben Argumente ins Feld.

Velten Schäfer

Ausgetreten

Wer wissen will, wie Claus Guttenthaler kulturell orientiert ist, erhält zwei Hinweise im Internet: Dort findet man ihn als Schützenmeister der Gilde »Immergrün« zu Eichenau im Landkreis Fürstenfeldbruck - und nicht auf »Facebook«. Für einen aktiven 46-jährigen Kommunalpolitiker im Land von Laptop und Lederhose ist zweiteres bemerkenswert kulturkonservativ. Das passt zu seiner politischen Vita: Vo...

Die Niederlassung in Shanghai

Vielleicht hätte dieser "Tatort" lieber Journalismus werden sollen. Am interessantesten wird er in ein paar Jahren für Ethnologinnen womöglich als Ausdruck medialer deutscher Mentalitätsgeschichte.

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BND nutzt Flüchtlinge als Informanten

Hamburg. Der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundesamt für Verfassungsschutz sind dem »Spiegel« zufolge in den Jahren 2000 bis 2013 an 850 Asylbewerber herangetreten, um von ihnen nachrichtendienstliche Informationen abzuschöpfen. Das meldete das Magazin unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei. Dem Bericht zufolge ist diese Praxis umstritten, da d...

Wieder Angriffe auf Asylbewerber

Vor allem an den Wochenenden wird Jagd auf Flüchtlinge gemacht. Auch in den vergangenen Tagen hat sich wieder eine Reihe von Angriffen auf Schutzsuchende ereignet.

ndPlusFabian Köhler

Viel Angst um nichts

Meinungsumfragen bestätigen: Seit Jahren stand es um das Sicherheitsempfinden der Deutschen nicht mehr so schlecht wie 2016. Das Empfinden ist real, doch wie ist die Realität?

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ndPlusManfred Maurer

Schwere Ankunft im Heute

Ein Gericht urteilte im Streit um die Satzungsänderung der Sudetendeutschen Landsmannschaft salomonisch. Beide Seiten jubeln.

Sebastian Haak, Erfurt

»Aktion Ungeziefer« - ohne Entschädigung?

Bodo Ramelow will, dass in der DDR Zwangsausgesiedelte umfassend entschädigt werden. Betroffene allerdings sind bestenfalls verhalten zuversichtlich, dass der LINKEN das gelingt.

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IS bekennt sich zum Terror nahe Damaskus

Berlin. Die sunnitische Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu den Anschlägen nahe einer schiitischen Pilgerstätte in Syrien bekannt. In einer am Sonntag im Internet verbreiteten Erklärung hieß es, zwei »Soldaten des Kalifats« des IS hätten bei einem »Märtyrer-Einsatz in einem Nest der Ungläubigen« in Sajjida Sainab fast 50 Menschen getötet und 120 weitere verletzt. Die Terrormiliz ...

Karin Leukefeld, Genf

»Mangelnde Ernsthaftigkeit« in Genf

Verspätet ist am Wochenende die aus Riad entsandte Oppositionsdelegation bei den Syrien-Gesprächen in Genf eingetroffen. Andere Gruppen warten noch darauf, einbezogen zu werden.

ndPlusMax Böhnel, New York

Mehr als ein Warmlaufen in Iowa

Im US-Bundesstaat Iowa beginnt am Montag die Vorwahlsaison. Bei den Demokraten ist es ein enges Rennen, bei den Republikanern führt Trump in Umfragen deutlich.

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Protest gegen »Polizeistaat« in Frankreich

Paris. In Frankreich haben am Samstag Tausende Demonstranten die Aufhebung des Ausnahmezustandes gefordert, der nach den Anschlägen vom 13. November verhängt worden war. An der größten Kundgebung nahmen in Paris nach Angaben der Polizei 5000 Menschen teil, nach Angaben der Veranstalter 20 000. Demonstrationen gab es auch in anderen Städten wie Toulouse, Marseille und Lille. Zu der Kundgebung in Pa...

ndPlusJens Malling

Alte Seilschaften und Warten auf den 3. Maidan

Die Herrschaft der Reichen in der Ukraine dauert an. Eine kleine Zahl von berüchtigten Großunternehmern des Landes übt noch immer massiven Einfluss aus, so Inna Melnykovska im »nd«-Gespräch.

Denis Trubetskoy, Kiew

Alkoholfreies Bataillon für die Krimtataren

Nach der Blockade der Halbinsel Krim will der umstrittene Aktivist Lenur Isljamow ein krimtatarisches Bataillon gründen. Damit geht er seinen radikalen Weg weiter.

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Ver.di: Sozialer Ausstieg aus der Kohle möglich

Berlin. Der Ausstieg aus der klimaschädlichen Braun- und Steinkohleverstromung in Deutschland wäre laut ver.di verteilt über Jahrzehnte auf sozial vertretbare Weise machbar. Der Staat müsste dabei jedoch finanziell helfen. »Wir müssen für Abfindungen, Vorruhestandsgelder und Umschulungen viel Geld in die Hand nehmen«, sagte ver.di-Energiefachmann Reinhard Klopfleisch. »Das kann eine Milliarde oder...

Reimar Paul

Umweltschützer fordern Stilllegung

Am Sonntag demonstrierten rund 150 Menschen gegen die Brennelementefabrik in Lingen. Vom Bahnhof zogen sie zum Rathaus. Zu der Aktion hatten 40 Initiativen und Organisationen aufgerufen.

ndPlusKay Wagner, Brüssel

Um VW geht es nur am Rande

Der Zündschlüssel steckt schon im Schloss: Im Februar wird der Sonderausschuss des EU-Parlaments zum VW-Skandal seine Arbeit aufnehmen. Wann genau der Motor angelassen wird, ist aber noch unklar.

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Karsten Krampitz

Die Serie will sich in einer multiperspektivischen Sichtweise auf die DDR versuchen: Staat und Gesellschaft sollen nicht gleichgesetzt, nicht verklärt und schon gar nicht dämonisiert werden. Am Beispiel eines einzigen Jahres - 1976 - soll vom Leben und Alltag in diesem Land berichtet werden. Der Übergang von Ulbricht zu Honecker war mehr als ein Personenwechsel. Nicht wenige Künstler und Intellekt...

ndPlusKarsten Krampitz

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden

Weit mehr als die Selbsverbrennung des Pfarrers Brüsewitz löste in der DDR ein Kommentar im damaligen Zentralorgan der SED eine Welle der Kritik und der Empörung aus - auch unter Sozialisten.

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Vor die Tür gesetzt

Die »Internationalismustage«, zu denen die linksradikale Gruppe »NaO Berlin« für den 12. und 13. Februar Vertreter verschiedener Strömungen der Linken in Deutschland und Europa eingeladen hat, sind gefährdet. »Aus heiterem Himmel« habe das »Statthaus Böcklerpark« am 27. Januar die zugesagten Räumlichkeiten gekündigt, teilten die Organisatoren mit. Die Veranstaltung steht unter dem Motto »Imperiali...

Neue S-Bahn-Wagen sichern Arbeitsplätze

»Theoretisch hätten wir eine dreistellige Millionensumme sparen können, wenn der Auftrag ins Nachbarland gegangen wäre«, sagt der Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). Die 900 Millionen Euro, die für 382 S-Bahn-Wagen ausgegeben werden sollen, hält er dennoch für gut angelegtes Geld, um Arbeitsplätze zu sichern. Rund die Hälfte der Auftragssumme landet beim Stadler-Werk in Pankow, das haup...

Tausende bei Dankesfest

Tausende Menschen haben am Sonntag beim Aktionstag »Berlin sagt Danke« den kostenfreien Eintritt in zahlreichen Kultur- und Freizeiteinrichtungen genutzt. Mehr als 100 Institutionen beteiligten sich. Mit dem Aktionstag wollte sich das Land bei allen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern bedanken. Am Zoo bildete sich bereits am Vormittag eine mehrere Hundert Meter lange Schlange. Das Kontingent von 150...

Schüsse auf Asylunterkunft

Mit einer Schreckschusswaffe soll ein Unbekannter vor einer Flüchtlingsunterkunft in Marzahn mehrmals aus einem Auto heraus in die Luft geschossen haben. Wie die Polizei mitteilte, gab ein Bewohner an, in der Nacht zum Samstag auf dem Glambecker Ring ein dunkles Fahrzeug bemerkt zu haben. Dessen Beifahrer soll geschossen und dabei »Allahu Akbar« (»Gott ist groß«) gerufen haben. Die Schüsse seien n...

Weniger Asylklagen

Am Berliner Verwaltungsgericht hat die Zahl der Asylklagen abgenommen. 2015 gingen 2343 Klagen von abgelehnten Asylbewerbern ein, 114 Fälle weniger als im Vorjahr, erklärte Gerichtssprecher Stephan Groscurth. Zugleich habe man den Berg unerledigter Fälle deutlich verringert. So entschieden die Richter 2015 knapp 30 Prozent mehr Fälle als 2014. Noch knapp 760 Klagen seien offen, sagte Groscurth. »S...

Sebastian Bähr

Weiter Öl ins brennende Feuer

Der Staatsschutz ermittelt noch, aber nach bisherigen Erkenntnissen sieht es so aus, als hätten Unbekannte am Freitag mit einem Luftdruckgewehr auf eine Neuköllner Flüchtlingsunterkunft geschossen. In der Nacht zum Samstag soll dann nach Aussage eines Zeugen vor einer Marzahner Asylunterkunft mit einer Schreckschusspistole in die Luft gefeuert worden sein. Am erschütterndsten ist, dass es sich dab...

Nicolas Šustr

Schutzraum für queere Flüchtlinge

Für Flüchtlinge, die sexuellen Minderheiten angehören, ist der Spießrutenlauf oft noch lange nicht beendet. Eine spezielle Unterkunft soll Sicherheit bieten - aber bisher ist der Mietvertrag noch nicht unterschrieben.

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Unternehmen verklagen BER

Potsdam. Nach mehreren geplatzten Eröffnungsterminen für den neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld (Dahme-Spreewald) haben fünf betroffene Unternehmen Klage auf Schadenersatz eingereicht. Bislang elf Unternehmen haben sich in diesem Zusammenhang mit der Bitte um Informationen oder Unterstützung an das Wirtschaftsministerium in Potsdam gewandt, teilte der Chef der brandenburgischen Staatskanzlei,...

Myfest bleibt ungewiss

Das große Straßenfest am 1. Mai in Kreuzberg, das Myfest, droht Opfer der eigenen Beliebtheit zu werden. Zu viele Besucher könnten zu Chaos führen. Nach Monaten der Debatten drängt die Zeit.

Weniger Blindgänger

Niemand weiß genau, wie viele nicht gezündete Bomben aus dem Krieg noch im Erdreich der Hauptstadt liegen. Bei Bauarbeiten kommen noch immer Jahr für Jahr gefährliche Blindgänger auf.

Marko Ferst

Feine Partikel besonders gefährlich

Bei 300 000 Starts und Landungen im Jahr würden am Flughafen BER täglich acht Tonnen Schadstoffe ausgestoßen, rechnet Professor Oswald Rottmann vor.

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Fischmarkt unter Wasser

Hamburg. Eine Sturmflut hat am Sonntagmorgen Hamburg erreicht und den Fischmarkt unter Wasser gesetzt. Das Hochwasser sei bis zu 1,5 Meter höher als eine normale Flut gewesen, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt Hydrographie mit. Teile des Fischmarkts in St. Pauli wurden bei einem Wasserstand von zwischenzeitlich 8,6 Metern überflutet. Die Feuerwehr musste nicht ausrücken, für nasse Füße reich...

Hagen Jung

Garten ist für Opas Urne noch tabu

Bergen Bestattungen auf Privatgrundstücken die Gefahr in sich, dass mit der Urne unwürdig umgegangen wird? Aus Ländern, wo solche Beisetzungen erlaubt sind, wurden keine derartigen Fälle bekannt.

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Debatte

Was ist die Aufgabe einer jüdischen Intellektuellen in Israel? Wie balanciert sich das Verhältnis zwischen Universalismus und dem Partikularismus der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder einer bestimmten Geschichte? Welche Forderungen nach Gleichheit und Solidarität ergeben sich daraus? In ihrem jüngsten Essayband »Israel« (Edition Suhrkamp) erörtert die israelische Soziologin Eva Illouz ...

Widerrede

»Hallo, dreckige Judenfreundin, Wir werden nicht nachlassen, eure Symbole zu schänden, mit denen ihr unser schönes Friedenauer Stadtbild vergewaltigt«, heißt es in einer E-Mail an Petra T. Fritsche, die Stolpersteine in Friedenau verlegt. Auf der Al Quds-Demonstration im Juli 2015 wurde von einem Redner »Tod Israel, verflucht seien die Juden und Sieg für den Islam« skandiert. Beleidigungen gegen u...

Im Garten der Lüste

Alfred Hitchcock hat seine Karriere im Stummfilm begonnen. Dadurch lernte er, eine Geschichte visuell zu erzählen, dem Bild eine Vormachtstellung vor dem Dialog zu geben und filmische Mittel zu benutzen, um Emotionen darzustellen. Experimentierfreude und Einfallsreichtum sind schon in den frühen Filmen erkennbar. Unter dem Titel »The Hitchcock 9« hat das British Film Institute alle noch existieren...

Wolfgang Hübner

Blaue Tage

Ich will ja gar nichts Besonderes. Nur einen neuen Personalausweis. Und eigentlich will ich ihn auch gar nicht, denn mal ehrlich - wann braucht man ihn schon? Bei welcher Gelegenheit ich ihn zum letzten Mal herausholen musste, ich weiß es nicht mehr. Womöglich war es noch unter Kohl. Aber die Bürokratie nötigt unsereinen. Der alte Ausweis läuft in zehn Wochen ab, das habe ich neulich mit gewi...

Caffier führt Nordost-Union weiter an

Neubrandenburg. Die CDU Mecklenburg-Vorpommerns sieht sich ungeachtet der aktuellen Flüchtlingsdebatte im Aufwind und will nach fast zwei Jahrzehnten wieder stärkste politische Kraft im Land werden. »Wir setzen voll auf Sieg und werden der linken Front in unserem Land einen harten Kampf liefern«, sagte CDU-Landeschef und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag in ...

Hans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Hessen soll von Bayern lernen

CDU-Ministerpräsident Roland Koch schaffte 2004 im Alleingang das hessische Gesetz gegen Zweckentfremdung von Wohnraum ab. Dies rächt sich nun.

ndPlusStefan Amzoll

Sonette des Widerstands

Ein Franzose macht im derzeitigen Konzertgeschehen die Runde: Henri Dutilleux. Der eben verstrichene 22. Januar war der Tag, an dem er hundert geworden wäre. Er starb 2013. Alle großen Orchester hierzulande und in Westeuropa haben ihn ins Programm genommen und an seinen Werken gelernt (und lassen es dabei hoffentlich nicht bewenden), mit Orchester und Kammermusik, Solokonzerten, Liedern usf. Inter...

ndPlusFriederike Jung, Klingenmünster

Radiomachen für die Therapie

Fernseher, Computer, Handy sind auf den Zimmern der Sozialtherapie im Pfalzinstitut tabu. Deshalb steht das Radiomachen bei den Jugendlichen hoch im Kurs.

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Flut-Museum

Im Frühjahr will Ottfried Fischer ein Museum zu Hochwasser und Solidarität in der Dreiflüssestadt Passau eröffnen - in einem Haus nahe des Inns, wo der Kabarettist aufwuchs und das seit 1956 im Besitz der Familie Fischer ist. Museumschefin wird Fischers Tochter Lara, die in Passau Kulturwirtschaft studiert. epd...

Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

»Was ich schon immer wissen wollte«, begann Herr Mosekund ein Gespräch mit einem Bekannten, den er im Park getroffen hatte, und stellte eine weitschweifige Frage. Der Bekannte überlegte kurz und hob dann zu einer ausführlichen Antwort an. Bereits nach wenigen Sätzen holte Herr Mosekund eine Zeitung aus der Manteltasche und blätterte darin. »Sie hören mir doch überhaupt nicht zu«, rief der Bekannte...

Müllers Gesamtwerk

Der deutsche Literaturwissenschaftler und Essayist Frank Hörnigk ist tot. Der 1944 in Frankfurt (Oder) geborene Autor starb am vergangenen Sonnabend an den Folgen eines Herzinfarkts. Hörnigk war seit 1984 als Dozent an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig, 1990 wurde er Ordentlicher Professor der Sektion Germanistik, von 1993 bis zu seiner Emeritierung 2008 lehrte er am Lehrstuhl für Neuere De...

ndPlusRené Heilig

Nicht zur Marine!

Regisseurin Yvonne Groneberg hat mit »Beluga schweigt« ein Stück inszeniert, das, so möchte man meinen, keines sein kann. Ein Film vielleicht. Einer, der nicht nur vom Untergang des Kutters erzählt.

ndPlusTom Strohschneider

Wir können

Dieser Tage machte eine kleine Grafik im Kurznachrichtendienst Twitter die Runde. Ein rotes Kärtchen, fünf unterschiedlich große blaue Kreise und eine Frage: «Überfordert?» Hunderte Milliarden Euro wurden seit 2008 für die Rettung von Banken aufgebracht, die sich verspekuliert hatten. Über 60 Milliarden Euro gingen kurz darauf in Konjunkturpakete - als staatliche Wiederanschubhilfe für die kapital...

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Licht, Luft, Labyrinth

Es war ein Kino der Veruntreuung, des leichten Gardinenschwungs, hinter dem die Tragödie einen Espresso trinkt. Jacques Rivette, 1928 in Rouen geboren, gehörte vor über 50 Jahren zu den Gründern der Nouvelle Vague, des neuen französischen Films. Folge einer Bandenbildung.Als Filmkritiker bildeten sie gleichsam einen Revolutionsausschuss, radikal im Urteil, man muss sich das vorstellen: Godard und ...

Die Welt muss die Wahrheit erfahren

In deutschen Medien wird oft über die Einschränkungen der Pressefreiheit in der Türkei berichtet. Wie ist die derzeitige Lage der unabhängigen und kritischen Medien?Unabhängige Medien sind, jenseits der Zeitung »Cumhuriyet« und ein paar kleinerer Fernsehsender, hauptsächlich im linken Spektrum zu finden. Größere Medienhäuser, die es gewagt haben, die Regierung zu kritisieren, wurden mit verschiede...

Karlheinz Kasper

Erdöl und andere Seinsfragen der Zeit

Mit diesem Buch durchbrach Alexander Ilitschewski (geb. 1970) die Schallmauer, die den russischen Roman von Tolstoi und Dostojewski bis Bulgakow und Schischkin auf national relevante Themen begrenzte, auch wenn diese von allgemeinmenschlicher Bedeutung waren. »Der Perser« (Literaturpreis »Das Große Buch« 2010) ist welthaltiger, ein innovatives Werk, das die Entwicklungstendenzen und Konflikte des ...

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Black Power

Inmitten der Diskussion um die Nominierung ausschließlich weißer Schauspieler für die diesjährigen Oscars sind bei den Screen Actors Guild Awards mehrere Schwarze ausgezeichnet worden. So wurde Idris Elba am Samstag von der US-Filmschauspielergewerkschaft als bester Nebendarsteller in dem Kindersoldatendrama »Beasts of No Nation« sowie als bester Schauspieler für seine Rolle als Detektiv in der br...

Streep dabei

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick (67) hat für die in Kürze startenden Filmfestspiele schon einmal ein wichtiges Utensil aus dem Schrank geholt. »Ich bin bereit. Die Angora-Unterwäsche auch«, sagte Kosslick der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die berüchtigte Berliner Februarkälte auf dem roten Teppich. »Ich könnte mich schon mal probeweise auf den roten Teppich stellen«, meinte der Festiva...

ndPlusJan Freitag

Auswanderung oder Amnesie

Frühjahr, Karneval, fünfte Jahreszeit: Das Dunkel weicht langsam dem Licht, und kaum dass ein Dutzend Alphabet-Promis von gestern den Dschungel von heute verlässt, ziehen die Nachfolger von morgen in Heidi Klums vormodernen Urwald. Manchmal funktioniert Fernsehen wie zu Zeiten, da es noch von Kerls à la Helmut Oeller verwaltet wurde: berechenbar, selbstherrlich, wertkonservativ.Bis 1987 war er Fer...

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Ruben Stark, Stuttgart

Später Sieg, große Wirkung

Daniel Didavi muss sich jetzt warm anziehen. Dass der Spielgestalter des VfB Stuttgart seinen Trainer Jürgen Kramny beim Torjubel umgerissen hat, wird nicht ohne Folgen bleiben. »Didavi zahlt eine ordentliche Geldstrafe. Er hat mich in meinem Vorwärtsdrang gebremst, meine Knie sind aufgeschürft, die Hose kann ich wegschmeißen«, sagte Kramny - und natürlich lächelte er dabei.Der ungezügelte Freuden...

ndPlusFrank Hellmann, Hannover

Die Hoffnung schwindet

Bereits nach zwei Rückrundenspieltagen ist Trainer Thomas Schaaf schwer damit beschäftigt, bei Hannover 96 eine erste Form von Endzeitstimmung zu bekämpfen.

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Gelacht

Viktoria Rebensburg erklomm die oberste Stufe des Siegerpodests auf dem Leon-Stukelj-Platz im Zentrum von Maribor und riss die Arme hoch, als sie plötzlich in Rücklage geriet. Ein kleiner Schreck, dann fing sie sich - und verhinderte einen peinlichen Unfall. Der Wackler auf dem »Stockerl« passte zu einem Tag, an dem die 26-Jährige zu ihrem zwölften Weltcupsieg raste, obwohl ihre finale Fahrt im Ri...

Gefeiert

»Weltrekord! Ich wusste, dass er kommen wird ... Wir haben noch viel mehr im Tank, wenn die Zeit reif ist«, schrieb Rick Suhr auf Facebook. Er ist der Ehemann und Trainer von Jennifer Suhr. Die US-amerikanische Stabhochspringerin hatte zuvor beim Hallenmeeting in Brockport 5,03 Meter überquert. Jetzt wird erst mal gefeiert - Weltrekord und Geburtstag, am Freitag wird die Leichtathletin 34. Und dan...

Gehofft

Dank der goldenen Generation um Olympiasieger Felix Loch bleiben die deutschen Rennrodler eine Macht. Bei der Heim-WM am Königssee lief es besser als gehofft: Loch, Natalie Geisenberger und Co. sicherten sich sechs von sieben möglichen Goldmedaillen. Loch rundete das perfekte Wochenende am Sonntag mit dem fünften WM-Titel seiner Karriere im Einsitzer ab, am Freitag gewann er die Premiere des Sprin...

Tom Mustroph

Trauriger Weltruhm

Und es gibt sie doch, die E-Motoren in Fahrradrahmen unter Wettkampfbedingungen. Der traurige Weltruhm, als erste mit technologischem Betrug erwischt worden zu sein, gebührt seit diesem Wochenende einer Belgierin

Erik Eggers, Krakow

Denkmal für den »Eisblock«

Die deutsche Handballauswahl ist die große Überraschung bei dieser EM. Am Sonntagabend spielte sie in Krakow gegen Spanien (n. Red.) um den Titel.

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Julia Wäschenbach, Oslo

Vom Ökostrick zum Hipsterlook

Für die einen sind sie muffiger Öko-strick, für die anderen Modehit: Norwegerpullis. In Europas Hauptstädten erleben sie gerade eine Renaissance.

ndPlusReiner Oschmann

Obama will neue »Mondlandung« …

US-Präsident Obama kündigte kürzlich eine nationale Offensive zur Heilung von Krebs in den USA an. Vizepräsident Biden, der letzten Mai seinen Sohn durch Gehirntumor verlor, soll die Mission leiten.