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Unten links

Hauptschwerpunkt der aktuellen Klassenschlacht ist die Bekämpfung der AfD. Seit die oberrechten Unrechtspopulisten ein Lügengebäude über dem Islam errichtet haben, arbeiten Deutschlands fortschrittliche Werktätige und ihre Organisationen unermüdlich daran, dieses perfide Bauwerk zum Einsturz zu bringen und aus seinen Trümmern den »wahren Islam« (Papst Franziskus) erstehen zu lassen: eine zutiefst ...

AfD: Islam kein Teil von Deutschland

Stuttgart. Die AfD hat ihren Anti-Islam-Kurs bekräftigt. Die Delegierten des Bundesparteitags in Stuttgart verabschiedeten am Sonntag mit großer Mehrheit das Kapitel »Der Islam gehört nicht zu Deutschland« als Teil ihres Grundsatzprogramms. Unter dem Punkt »Kultur, Sprache und Identität« heißt es weiter, dass »ein orthodoxer Islam, der unsere Rechtsordnung nicht respektiert oder sogar bekämpft und...

Grenzkontrollen bis November

Berlin. Deutschland und fünf weitere Länder sollen ihre Grenzen noch bis November kontrollieren. Die EU-Kommission werde einen entsprechenden Antrag am Mittwoch bewilligen, berichtete die »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. »Auch wenn sich die Flüchtlingssituation an den Binnengrenzen entlang der Westbalkanroute derzeit entspannt hat, blicken wir mit Sorge auf die Entwicklungen an den Außen...

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst

Potsdam. Die Einigung bei den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst ist von den Gewerkschaften begrüßt worden. So sprach die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von einem »ordentlichen Ergebnis«. Es sei gelungen, »den Angriff der Arbeitgeber auf die Betriebsrenten der Beschäftigten der Kommunen abzuwehren: Es wird keine Kürzungen bei den Leistungen der Zusatzversorgung geben«, e...

ndPlusMartin Ling

Redliche Bemühungen

Der UN-Sondergesandte für Syrien kann jede Unterstützung gebrauchen. Erst vor wenigen Tagen warnte Staffan de Mistura vor einem völligen Zusammenbruch der Waffenruhe in Syrien. Die neue Initiative des deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist sicher im Interesse von de Mistura. Mit der Einladung an ihn und den syrischen Oppositionsführer Riyad Farid Hidschab nach Berlin soll den ver...

Farbenspiele zum 1. Mai

Berlin. Am Tag der Arbeit haben sich 390 000 Menschen an mehr als 500 Veranstaltungen und Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) beteiligt. Die Kundgebungen standen unter dem Motto »Zeit für mehr Solidarität«. Bei der zentralen Veranstaltung in Stuttgart rief der Gewerkschaftsbund zu mehr Engagement gegen Rechts auf. »Was die Rechtspopulisten fordern, das hat nichts, aber auch gar ni...

Aleppo zwischen Moskau und Washington

Die frühere Handelsmetropole Aleppo gilt als wichtigstes Schlachtfeld im syrischen Bürgerkrieg. Während die Gewalt eskaliert, streiten die Großmächte Russland und USA.

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Forderung nach mehr Solidarität

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) rief von Stuttgart aus zu mehr Solidarität in der Gesellschaft auf. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt, in der sich zeitgleich die AfD zu ihrem Parteitag versammelt hatte, fand am Sonntag die diesjährige Hauptkundgebung des DGB statt. DGB-Chef Reiner Hoffmann erklärte: «Was sich hinter diesen Alternativen verbirgt, ist ungeheuerlich simpel, dumpf u...

ndPlusReinhard Schwarz, Hamburg

Hamburgs 1. Mai endete vor dem Arbeitsmuseum

Tausende kamen zu den 1. Mai-Umzügen in Hamburg. Am Vorabend war es vor allem im alternativen Schanzenviertel zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen.

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ndPlusJürgen Vogt, Buenos Aires

Mehr als eine Viertelmillion gegen Macri

Argentiniens neoliberalem Präsidenten Mauricio Macri bläst der soziale Wind kräftig ins Gesicht. Rund 300 000 Menschen protestierten in der Hauptstadt Buenos Aires gegen den Rechtskonservativen und dessen Politik. Zu dem Protest hatten erstmals nahezu alle Gewerkschaften sowie zahlreiche soziale Organisationen und linke Parteien und die ehemals regierende peronistische Partei gemeinsam aufgerufen....

Ralf Klingsieck, Paris

»Nuit debout« gibt die Marschroute vor

Der Rückenwind durch die Bewegung »Nuit debout« hat den diesjährigen 1. Mai in Paris zu neuem Zulauf verholfen. Für sieben von zehn Franzosen ist Klassenkampf weiter aktuell.

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Stephan Fischer

Die Grenzen der Kontrolle

Sie wollen sich vor dem Klimawandel schützen? Dann fahren sie mit dem großen Auto zum Supermarkt und kaufen sich am besten ein paar Tuben Sonnencreme und einen guten Regenschirm. Falls Sie das, gelinde gesagt, für zu kurz gedacht halten - es ist schlicht und einfach Unsinn. Gleiches gilt für den EU-Kommissionsvorschlag, die Grenzkontrollen in der EU um weitere sechs Monate zu verlängern. Denn ande...

ndPlusIngolf Bossenz

Wohlfeiles Tierwohl

Es ist wohl jene Tollheit, die laut Polonius (in Shakespeares »Hamlet«) Methode hat. Denn der tolle - hier wahrlich nicht im Sinne von großartig - Plan von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt folgt der Methode, einer irrigen Idee durch staatlichen Segen den Schein des Faktischen zu verleihen. Sein Ministerium prüfe derzeit die Einführung eines »Tierwohllabels mit staatlicher Rahmensetz...

René Heilig

Der 1. Mai und die Klopfer

Zum wiederholten Mal suchten Neonazis Plauen als Hauptstadt ihrer 1. Mai-Bewegung aus. »Die Straße frei, der III. Weg marschiert« ... Weil man gerade in Deutschland weiß, was nach solchen Sprüchen geschehen kann, organisierte sich Widerstand. Der wiederum auf den des Oberbürgermeisters stieß: »Ich bin auf keinen Fall dabei!« Und das riet der FDP-Mann auch seinen Nachbarn, weil er befürchte, »dass ...

ndPlusKurt Stenger

(Ohne) Rückgrat

Margrethe Vestager gilt als mutige Kämpferin gegen die großen Konzerne, doch im »LuxLeaks«-Prozess hat die EU-Wettbewerbskommissarin gekniffen: Beim Verhandlungstermin am Freitag sagte sie - angeblich aus Zeitmangel - nicht aus; die Verteidigung der angeklagten Whistleblower, die dubiose Deals zwischen den luxemburgischen Steuerbehörden und einzelnen Unternehmen enthüllt hatten, setzte auf die Aus...

Matthias Dell

Kinshasa, Goma, New York

In diesem »Tatort« gibt es zumindest dies zu loben: Er bricht an einer Stelle aus aus einer Gesellschaft, die sich Konstruktionen wie »Fremdenfeindlichkeit« geschaffen hat, um über Rassismus nicht reden zu müssen.

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Hans-Gerd Öfinger, Wiesbaden

Auffällig viele Gedächtnislücken

Auch zwei Jahre nach Einrichtung des NSU-Untersuchungsausschus-ses in Wiesbaden ist dessen Abschluss nicht in Sicht.

ndPlusSebastian Haak, Erfurt

Ein Ermittlerstar verblasst

Michael Menzel galt lange Zeit als der »Held«, der die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt fasste. Tot, aber immerhin. Inzwischen ist dieser Nimbus beschädigt.

René Heilig

Nur ein Unfall im Wohnmobil?

Die Sicherheitsbehörden haben bei der Aufklärung der NSU-Verbrechen gravierende Lücken zugelassen. Ein Bundestagsuntersuchungsausschuss hilft, Antworten zu finden.

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Venezuela stellt die Uhren vor

Energieknappheit und Mangelwirtschaft: Das Ölförderland Venezuela erlebt derzeit eine tiefe Wirtschaftskrise. Die Konjunktur ist auf Talfahrt, die Inflation steigt und die Probleme bei der Versorgung der Menschen mit Alltagsgütern nehmen zu. Proteste gegen die Stromrationierung wie hier in Maracaibo sind an der Tagesordnung. Um Strom zu sparen, wurde die Uhr in Venezuela in der Nacht zum Sonntag u...

Wien will Stopp illegaler Migration

Berlin. Österreichs Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat die indirekte Kritik von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an der restriktiven Flüchtlingspolitik Wiens zurückgewiesen. »Wir müssen wegkommen von dem Ziel einer unbeschränkten Aufnahme in Europa«, sagte Kurz der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Österreich trete für eine legale und geordnete Aufnahme von Flüchtlingen ein, betonte der...

ndPlusRalf Klingsieck, Paris

»Es geht um unser Überleben«

»Nur noch an einem seidenen Faden« hängt ihrem Direktor zufolge die Existenz von Frankreichs Tageszeitung »L’Humanité«. Droht nach 112 Jahren das Aus für das kommunistische Traditionsblatt?

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Iran: Reformer mit stärkster Fraktion

Teheran. In Iran stellen Reformer und Moderate zum ersten Mal seit 2004 die stärkste Fraktion im Parlament. Laut Endergebnis vom Samstag holten sie bei der zweiten Runde der Parlamentswahl 38 der 68 noch offenen Sitze. Insgesamt kommt das gemäßigte Lager nun auf 133 der 290 Sitze, die Konservativen stellen 125 Abgeordnete. Im neuen Parlament sind zudem erstmals mehr Frauen als Geistliche vertreten...

Denis Trubetskoy, Kiew

Das Königreich von Präsident und Premier

In nur zwei Jahren wurde Winnyzja zur Schlüsselstadt der ukrainischen Politik. Ihre berühmtesten Söhne sind Präsident Poroschenko und Premier Groisman.

ndPlusSebastian Bähr

Von der kurdischen Frauenguerilla lernen

"Afghanistan hat eine Marionettenregierung", kritisiert die afghanische Frauenktivistin Malalai Joya im "nd"-Interview. Sie warnt: Das Land habe de facto zwei Präsidenten, von denen keine Veresserungen zu erwarten sind.

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ndPlusBengt Arvidsson

Jobangst unbegründet

Laut einer Studie der Universität Kopenhagen steigern Flüchtlingsströme die Gehälter schlecht qualifizierter Dänen. Die Gewerkschaften widersprechen dem.

Kurt Stenger

Lösbare Flüchtlingsfrage

Ist Deutschland wegen der vielen Flüchtlinge überfordert? Nein, wenn man die richtige Wirtschaftspolitik betreibt, meinen linke Ökonomen.

Ulrike Henning

Notfallpläne nur auf dem Papier?

Ist Deutschland auf Terroranschläge medizinisch gut vorbereitet? Auf dem Chirurgenkongress vergangene Woche in Berlin hieß die Antwort auf diese Frage: nein.

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Klug, mutig und solidarisch

Nach der Pleite bei den Landtagswahlen im März und vor dem Hintergrund des Aufstiegs der AfD diskutiert die Linkspartei über ihren Kurs. Fünf Vorschläge der beiden Vorsitzenden.

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Tausende bei Demonstration in Wedding

An der antikapitalistischen Demonstration »Organize - Nachbar*innen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung« nahmen am Sonnabendabend nach Veranstalterangaben 4000 Menschen teil - die Berliner Polizei sprach von 2000 Teilnehmern. Die Organisatoren der Manifestation gegen steigende Mieten und für eine Organisierung des Bündnisses »Hände Weg vom Wedding« zeigten sich am Sonntag zufrieden und in der ...

Martin Kröger

Soziale Frage wird Wahlthema

Viele politische Beobachter in Berlin glauben, dass die sozialen Probleme im kommenden Wahlkampf zur Abgeordnetenhauswahl allenfalls eine untergeordnete Rolle spielen werden. Dabei zeigen frisch zum 1. Mai veröffentlichte Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, dass diese Annahme absolut falsch ist: Jeder fünfte Berliner arbeitet in einem sogenannten atypischen Arbeitsverhältnis. Das he...

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Grippewelle ist vorbei

Mehrere tausend Berliner hatten unter ihr zu leiden, einige mussten ins Krankenhaus. Doch für diese Saison ist die Virusgrippe so gut wie vorüber.

Mehr Geld für Heime

Berlin wird für die Unterbringung von Flüchtlingen in neu errichteten Unterkünften offenbar mehr zahlen müssen als bislang geplant.

Am traurigen Ende der Erwerbslosenstatistik

Der Landkreis Uckermark verzeichnete viele Jahre lang eine der höchsten und zeitweise auch die höchste Arbeitslosenquote der Bundesrepublik. Aktuell liegt die Quote bei 14,2 Prozent und nur Gelsenkirchen (14,9 Prozent) und Bremerhaven (15,5 Prozent) sind im Moment noch schlechter dran. Constanze Hildebrandt ist stellvertretende Leiterin der Arbeitsagentur Eberswalde. Über die Situation in der Uckermark und im Barnim sprach mit ihr für »nd« Uwe Werner.

Andreas Fritsche

Völkisches Słubice hetzt gegen Fremde

Am 7. Mai soll es eine Demonstration gegen Flüchtlinge geben. Der Bürgermeister von Słubice und der Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder) warnen vor Intoleranz.

Maria Jordan

Party statt Kapitalismuskritik

Das Straßenfest rund um die Oranienstraße sollte politischer als in den letzten Jahren werden. Doch entweder haben sich die Veranstalter nicht genug bemüht - oder die Teilnehmer haben daran kein wirkliches Interesse.

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Darmstädter Mathildenhöhe will Welterbe werden

Darmstadt. Die Mathildenhöhe gilt als Ideengeberin und geistiges Zentrum der frühen Moderne um 1900. Anders als in Künstlerkolonien auf dem Lande taten sich hier zwischen 1899 bis 1914 Avantgarde-Architekten und Designer aus ganz Europa zusammen, um eine neue Stadt zu gestalten Um diese Geschichte zu würdigen, will die Stadt in den kommenden zwei Jahren einen Antrag für eine Welterbe-Nominierung e...

Birgit Vey

Schwieriges Erbe der Völkerkunde

Stuttgarts Lindenmuseum gehört mit seinen 160 000 Exponaten zu den größten ethnologischen Sammlungen Europas. Dass sich dieses Völkerkundemuseum mit Raubkunst befasst, ist neu, denn mit unrechtmäßig erworbenem Besitz beschäftigten sich bisher nur Kunstmuseen. »Bislang stand die NS-Zeit im Mittelpunkt. Doch auf einmal wird die Kolonialzeit ein Thema. Das war in Deutschland lange vergessen worden, o...

ndPlusMax Zeising

Tatmotiv bleibt nebulös

In der vergangenen Woche wurde in Halle eine Wohngemeinschaft brutal überfallen. Zum Tatmotiv äußert sich die Polizei bisher nicht.

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Gedenken in Dachau

Dachau. Zum 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau hat die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern der Opfer des Nationalsozialismus in der KZ-Gedenkstätte Dachau gedacht. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, forderte bei der Gedenkfeier eine nachhaltige Kultur des Erinnerns. Insbesondere mit Blick auf das Erstarken von Rechtspopuliste...

Ansichten eines Journalisten-Darstellers

Ohne die »Bild« gäbe es den »bildblog« nicht. 2004 gründeten mehrere Medienjournalisten dieses Watchblog, um im Internet das zu machen, wozu viele analoge damals (und heute!) vielfach nicht in der Lage sind: aufzuzeigen, dass die »Bild«-Zeitung kein journalistisches Produkt ist, sondern erstens eine Werbemaschine, die den Journalismus als Tarnung benutzt, und zweitens ein Journal zur gezielten pol...

Freikarten-Flut an Berliner Bühnen

Wer bekommt Freikarten für Berlins Opernhäuser und Theater? Nicht nur Politiker erhalten solche Vergünstigungen für Kulturveranstaltungen, obwohl die meisten Häuser mit hohen staatlichen Subventionen am Leben gehalten werden. So subventioniert die öffentliche Hand jede Opernkarte mit rund 140 Euro. Bei 46 000 herausgegebenen Freikarten im Jahr entgehen der Stiftung durch Freikarten gut sechs Milli...

ndPlusDieter Hanisch, Kiel

Um Himmels Willen …

In Schleswig-Holstein wird vehement, aber sachlich darüber diskutiert, ob in die Präambel der Landesverfassung ein Gottesbezug hineingehört oder nicht. In der erst im Herbst 2014 beschlossenen aktuellen Fassung ist keiner vorhanden. Nun hat eine Volksinitiative mit über 40 000 Unterschriften für eine erneute Debatte darüber im Kieler Landtag gesorgt. Eine Änderung bedarf einer Zweidrittelmehrheit ...

Heiko Werning

Zu Dir oder zu mir?

An sich habe ich ja nichts gegen das Älterwerden. Aber dass junge Menschen mich zunehmend in der Kneipe, in der U-Bahn oder auf der Straße einfach so siezen, das macht mich allmählich fertig.

Natur gehört zum guten Leben

Die Deutschen stehen auf Natur. Und ihre Vorstellung von einer umweltverträglichen Landwirtschaft stellt die Agrarindustrie vor mächtige Herausforderungen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Dorothea Hülsmeier

»Theater ist keine Strafe«

Es begann mit »Kunst gegen Kohle« - nun werden die Ruhrfestspiele 70 Jahre alt und gehören zu den renommiertesten Theaterfestivals Europas. Zum Jubiläum stellen sie das Mittelmeer in den Fokus.

ndPlusTom Mustroph

Kein Tauschen gegen Geld

Die Share-Economy ist seit dem Aufkommen kommerzieller Sharing-Geschäfte wie dem AirBnB oder Uber in Verruf geraten. Dass es auch anders geht, zeigt ein Kunst- und Radioprojekt in der ifa-Galerie in Berlin.

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Bustour durch Europa

Mehr als 100 Autoren wollen vom Mai bis Juli mit dem Bus auf Lesereise durch Europa gehen. Der Bus soll auf dem Weg »literaturferne wie -nahe Orte« ansteuern: Literaturhäuser, Schulen, Krankenhäuser, Dörfer, Marktplätze oder Almhütten. Nach Angaben der Veranstalter sind Dutzende Lesungen, Vorführungen, Diskussionen und Workshops geplant. Die Reise durch 14 Länder startet am 2. Mai in Finnland und ...

Wolfgang Hübner

Mosekunds Montag

»Lange mache ich das nicht mehr mit«, rief ein Bekannter von Herrn Mosekund, »jetzt habe ich schon meine dritte Eingabe wegen der Falschparker geschrieben. Glauben Sie, es würde sich etwas ändern?« Herr Mosekund seufzte. »Und überall diese Hundehaufen auf den Wegen. 34 Anzeigen gegen Unbekannt habe ich erstattet. Ergebnis: null.« Herr Mosekund ächzte. »Oder die kaputten Straßenlaternen. Wenn ich a...

Feiges Theater

Für Frank Castorf, Intendant der Berliner Volksbühne, ist das zeitgenössische Theater nur ein Schatten früherer Tage. »Theater ist feige geworden«, sagte der 64-Jährige im Interview der »Süddeutschen Zeitung« (Samstag). Unter Regisseuren wie Peter Zadek oder Peter Stein habe das Theater Veränderung gewollt. »Heute habe ich das Gefühl, dass Theater nur noch ein Betrieb ist, eine Anstalt, in der fas...

Marko Ferst

Bringt mich von hier fort

Auf ihrem neuen Musik-Album »Keine Gefahr« will die Liedermacherin Dota Kehr nur noch Erdenbürgerin sein, allein das solle noch in ihrem Pass stehen. Ihr Lied »Grenzen« hinterfragt, warum Menschen diesseits und jenseits von Sperrzäunen so unterschiedlicher Wert beigemessen wird, warum die einen entrechtet werden, nur weil sie nicht in Europa geboren wurden. Dem seien Grenzen zu setzen. Sie themati...

Guido Speckmann

Karikatur des Kapitalmarktes

Im November 2015 wurde das Bild »Liegender Akt« des italienischen Malers Amedeo Modigliani für 170,4 Millionen US-Dollar im New Yorker Auktionshaus Christie’s versteigert. Eine stattliche Summe! Nur für Picassos »Die Frauen von Algier« wurde noch tiefer in die Schatulle gegriffen. Der neue Besitzer zahlte für dieses Werk 179,4 Millionen US-Dollar. Selbst Künstler, die von dem boomenden Kunstmarkt ...

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Schreiben für den Frieden

Der katholische US-Friedensaktivist und Schriftsteller Daniel Berrigan ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 94 Jahren in New York, wie die »New York Times« berichtete. Der Jesuit galt als führende Persönlichkeit der Friedensbewegung in den USA. Berrigan habe in den 1960er-Jahren den Widerstand gegen den Vietnamkrieg geprägt, hieß es im Nachruf der Zeitung. In den 1980er-Jahren war Berrigan Mi...

Eigentor für Erdogan

Erstmals seit der Intervention der Türkei gegen das Musikprojekt »Aghet« ist das Werk wieder aufgeführt worden. Das Projekt war zum 100. Jahrestag des Massakers an den Armeniern initiiert worden. Die Dresdner Sinfoniker und Gastmusiker bekamen am Samstagabend im ausverkauften Festspielhaus Hellerau in Dresden stehende Ovationen. Die um Musiker aus der Türkei, Armenien und Mitglieder des No Borders...

ndPlusStefan Amzoll

Ein unerklecklicher Musiktheaterabend

Die Musik in dieser Oper, die eigentlich keine ist, folgt dem Motiv des lauten Knalls mit elektronischen Zuckungen und nachahmenden Bläserattitüden. Das ist billig. Aber immerhin singen die Sänger ganz gut.

Michael Hametner

Übungsstück zum wirklichen Leben

Durchschlagenden Eindruck hat ihr erster Roman »Spiel mir ihr« 2012 bei den Lesern und Kritikern nicht hinterlassen. Dabei hatte Franziska Gerstenberg eine spannende Geschichte über Menschen erdacht, die sich übers Internet zu Sexspielen einladen lassen und im Leben dann Probleme haben. Ihre davor erschienenen Prosabänden »Wie viel Vögel« (2004) und »Solche Geschenke« (2007) hatten ein größeres Ec...

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»Schalala« statt »Yeah Yeah, Yeah«

Den Staatsratsvorsitzenden der Deutschen Demokratischen Republik Walter Ulbricht hätte es wahrscheinlich gefreut. Im Nordosten der einstigen Republik wird künftig neben dem englischen »Yeah, Yeah, Yeah« auch das deutsche »Schalala« zu hören sein. Das verdanken die Menschen in dem Land, in dem laut Umfragen die AfD mittlerweile drittstärkste Kraft hinter CDU und SPD ist, der Bürgerinitiative »Für m...

Bericht empfiehlt Kürzungen

Bei ARD, ZDF und Deutschlandradio halten Experten Kürzungen in Millionenhöhe für möglich. Das geht aus dem neuen Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) in Mainz hervor. Ein »Benchmark«-Vergleich anhand der durchschnittlichen Produktionskosten pro Sendeminute habe ein mögliches Kürzungspotenzial von bis zu 96,5 Millionen Euro im Jahr ergeben. Davon betre...

Jan Freitag

Wer ist Täter, wer Opfer?

Die Frage, wer Opfer ist und wer Täter, treibt die Mediengesellschaft mitunter im Stile eines Flippers um. Böhmermann zum Beispiel, ist für Erdogan ein Täter, für das öffentliche Rechtsempfinden hierzulande ein Opfer.

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Florian Krebl, Paderborn

Freiburg will den Titel

Der Vater des Erfolges erhielt erst einmal eine kräftige Bierdusche. Unter ohrenbetäubendem Jubel stürmten die Spieler des SC Freiburg die Pressekonferenz und übergossen ihren Trainer Christian Streich mit einem ordentlichen Schwung Gerstensaft. »Ich kann nicht alles steuern«, sagte Streich und schickte die Jubler raus.Um 20.23 Uhr am Freitagabend standen der 2:1-Sieg des SC in Paderborn und damit...

ndPlusChristoph Ruf

Mit Sicherheit das falsche Konzept

Das DFB-Schiedsgericht glaubte, durch einen Ausschluss der Frankfurter Fans für mehr Sicherheit zu sorgen. Doch kam es wohl gerade deshalb rund um das Abstiegsderby in Darmstadt zu bösen Krawallen.

Klassentreffen

Dresden ist Meister, Aue vor Aufstieg Am Ende feierten alle: Dynamo Dresden nach dem Aufstieg die Meisterschaft und Erzgebirge Aue einen wohl immens wichtigen Punkt. »Ich glaube, dass dieser Punkt am Ende Gold wert ist«, sagte Aues Christian Tiffert, der in der Kurve mit den Fans nach Abpfiff jubelte. Zwar schrumpfte durch das 1:1 zwei Spieltage vor Schluss der Vorsprung im Aufstiegska...

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Thomas Lipinski, Oberhausen

Vorn brillant und hinten ein richtiges Brett

Die NHL-Jungstars Leon Draisaitl und Tobias Rieder verzückten die Fans, Bundestrainer Marco Sturm quälte sich bei der Wahl: Mit dem besten Kader seit Jahren fliegt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zur WM in Russland. »Dieses Jahr sind wir sehr gut aufgestellt«, sagte Stürmer Felix Schütz nach dem Testspiel-Doppelpack in Oberhausen gegen Weißrussland: »Wir können stolz sein, dass wir endli...

ndPlusJens Mende und Karsten Doneck

Berliner schmettern sich zum Triple

Die BR Volleys haben es geschafft: Erstmals geht mit Meisterschaft, Pokalsieg und Europacup-Titel das Triple nach Berlin. Der neue Meister zeigte in der Finalserie eine überzeugende Leistung.

Martin Kloth, Hamburg

Magdeburgs Handballer bejubeln Pokalgewinn

Der SC Magdeburg ist nach 20 Jahren wieder DHB-Pokalsieger. Im Finale gewann der SCM gegen Cupverteidiger Flensburg-Handewitt und revanchierte sich für die Niederlage im Vorjahr.

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In Trümmern begraben

Nairobi. Heftiger Regen und Überschwemmungen haben in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mindestens 19 Menschen in den Tod gerissen. Allein beim Einsturz eines sechsstöckigen Wohnhauses am Freitagabend starben zwölf Menschen, wie die Regierung am Samstag mitteilte. Sieben weitere Menschen starben während des Unwetters durch Überschwemmungen oder einstürzende Mauern. Präsident Uhuru Kenyatta ...

Flug in die Freiheit

Nach einem Leben in engen Zirkuskäfigen sind 33 Löwen aus Südamerika in die Heimat ihrer Vorfahren zurückgekehrt. Nach 15 Stunden Flug von Peru nach Südafrika landete ihre Maschine am Samstag am Flughafen von Johannesburg. Die Tierschutzorganisation Animal Defenders International (ADI) hatte die ehemaligen Zirkustiere aus Peru und Kolumbien nach Südafrika gebracht, wo sie künftig in einem Reservat...