Seite 1

Unten links

Kinder können nicht früh genug lernen, sich selbst zu verteidigen. Besorgte Eltern nehmen dankbar entsprechende Kursangebote von Polizei- und Kampfsportvereinen an. Dass nun ausgerechnet die Selbstverteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine solche Schulung untersagt hat, ist verantwortungslos. Was hat sie dagegen, wenn Kinder in den Gebrauch von Maschinenpistolen und Sturmgewehren eingewiese...

Unsichere Grüne Herkunftsländer

Berlin. Im Streit um die Einstufung von Tunesien, Marokko und Algerien als sichere Herkunftsländer deutet sich eine Zustimmung der grün-schwarzen Landesregierung von Baden-Württemberg im Bundesrat an. Den Angaben zufolge soll es eine zusätzliche Vereinbarung geben, nach der besonders gefährdete Gruppen wie Homosexuelle, politische Akteure und Journalisten weiter Schutz erhalten. Zwischen Grünen un...

Clinton gewinnt letzte Vorwahl

Washington. Die Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten, Hillary Clinton, hat die letzte Vorwahl ihrer Partei in der Bundeshauptstadt Washington klar gewonnen. Nach Angaben US-amerikanischer Medien erzielte die frühere Außenministerin der Vereinigten Staaten rund 79 Prozent der Stimmen. Für ihren innerparteilichen Konkurrenten Bernie Sanders hatten sich demnach etwa 21 Prozent ausgesprochen. ...

Staat ist wahrer Verfassungsfeind

Karlsruhe. In Deutschland werden die Grundrechte nicht durch Bürger gefährdet, sondern vielmehr durch öffentliche Institutionen - das ist die Kernbotschaft des Grundrechte-Reports 2016. Der neueste Band des von Bürgerrechtsorganisationen herausgegebenen Berichts wurde am Mittwoch in Karlsruhe vorgestellt. Gewalt gegen Flüchtlinge, die Verschärfung des Asylrechts, Datenmissbrauch und Polizeigewalt ...

ndPlusUwe Kalbe

Hemmungslos

Nicht immer mehr Deutsche neigen zu rechtsextremistischen Einstellungen, aber immer mehr Deutsche mit rechtsextremistischen Einstellungen neigen zu Gewalt oder sind bereit, sie zu tolerieren. Die Langzeitstudie zur »enthemmten Mitte« bestätigt, was sich besonders abstoßend in den Bildern von Pegida in Sachsen zeigte und was in seinen Konsequenzen als höchst beunruhigend empfunden werden muss. Es i...

Festival der Vorurteile

Berlin. Die politischen Einstellungen der Deutschen driften auseinander. Während eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft rechtsextremes Denken und Gewalt zum Teil strikt ablehnt und dort das Vertrauen in demokratische Institutionen in den letzten zehn Jahren gestiegen ist, seien Menschen mit rechtsextremer Einstellung immer mehr bereit, zur Durchsetzung ihrer Interessen Gewalt anzuwenden, heißt e...

Seite 2
Velten Schäfer

Jeder, nur nicht Trump?

Wer am Mittwoch die »Democrats abroad« im Internet besuchte, bekam sofort Post von einem gewissen Alex. Und auch wer ihm gegenüber verneinte, US-Bürger zu sein, wurde eindringlich gebeten, alle persönlich bekannten Amerikaner zur Stimmabgabe zu drängen. 69 Prozent der Demokraten im Ausland stimmten bei der Vorwahl im März für Bernie Sanders. Und so schickte Alex gleich eine Argumentation für Enttä...

Seite 3
ndPlusMartin Ling

Soweto war der Anfang vom Ende

In Berlin ist eine Oberschule nach ihm benannt, in Südafrika steht sein Name für den größten Aufstand in der Apartheidära: Hector Pieterson oder Peterson oder Pietersen oder Petersen. Er starb am 16. Juni 1976 - und mit ihm viele andere Schüler. Das Bild vom schwer verletzten zwölfjährigen Schüler auf den Armen eines Schwarzen im Blaumann ging um die Welt und in die Geschichtsbücher ein. Es war de...

Nicht mehr die Rasse zählt, sondern die Klasse

40 Jahre nach dem Aufstand von Soweto verzeichnet Südafrika wieder Bildungsunruhen. Mit Vally sprach für »nd« Puthi Ndlovu über die fortgesetzte Diskriminierung der schwarzen Arbeiterklasse im südafrikanischen Bildungssystem.

Seite 4
ndPlusJosephine Schulz

Die Rechte der anderen

Wie können Geflüchteten die deutschen Werte nahe gebracht werden? Erprobte Maßnahmen sind das Grundgesetz etwa auf Arabisch und Integrationskurse zum Thema Gleichberechtigung. Die beste und weniger paternalistische Variante wäre aber, wenn Flüchtlinge die Vorzüge des Grundgesetzes zu spüren bekämen, nicht in erster Linie dessen Einschränkungen. Der diesjährige Grundrechtereport zeigt auf, wie...

Christian Baron

Wir kooperieren uns zu Tode

Von den vielen beschönigenden Bürokratenbegriffen ist in der hiesigen Kulturpolitik jener der »institutionellen Kooperation« besonders beliebt. Bei Regierungsvertretern arm gehaltener Bundesländer findet sich immer weniger Bereitschaft, die kulturelle Vielfalt zu retten. Weil Politiker nun penibel auf einen hochkulturaffinen Habitus achten, wollen sie nicht für Theaterschließungen verantwortlich z...

René Heilig

Bier mit dem »Bullen«?

Der Bundesinnenminister appelliert an die Bürger. Bemerke jemand, dass sich Familienangehörige, Nachbarn oder Freunde radikalisieren, solle man sich an die Behörden wenden. Denn: Derartige Hinweise seien »unverzichtbar für die Vereitelung von Terroranschlägen«. Der CDU-Mann hat recht. Bevor man Computer anzapfen, Moscheen observieren und Dateien erstellen kann, um deren Inhalte weltweit mit andere...

Kurt Stenger

Bahn frei!

Der Vizechef der Deutschen Bahn wirft hin: Vorstand Volker Kefer kündigte wenige Stunden vor einer für ihn absehbar wenig angenehmen Aufsichtsratssitzung des Staatskonzerns an, seinen im September 2017 auslaufenden Arbeitsvertrag nicht zu verlängern. Wie es heißt, könnte der 60-Jährige auch früher gehen, wenn ein Nachfolger gefunden ist. Kefer ist kein Betriebswirt, sondern Technikexperte. De...

ndPlusSven Giegold

Große Worte, bescheidene Ergebnisse

Fast zwei Jahre ist es her, dass das Europäische Parlament den Rat der Mitgliedsländer zwang, Jean-Claude Juncker zum Präsidenten der Europäischen Kommission zu machen. Er ist damit der erste Präsident, der nicht nur eine Mehrheit im Parlament brauchte, sondern sich vorher einem europäischen Wahlkampf stellen musste. Die Kommission bekam so zusätzliche demokratische Legitimation. Die EU verlor den...

Seite 5

800 Millionen gegen soziale Spannungen

Berlin. Die Bundesregierung will Ländern und Kommunen mit weiteren 800 Millionen Euro unter die Arme greifen, um soziale Spannungen durch Zuwanderung zu vermeiden. Der Fokus dieses auf vier Jahre angelegten Programms liegt dabei auf sogenannten Problemvierteln. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) stellte das neue »Investitionspaket für sozialen Zusammenhalt« am Mittwoch im Kabinett vor. Es...

ndPlusJosephine Schulz

Der echte Verfassungsschutzbericht

Seit 20 Jahren dokumentieren Bürgerrechtler die Einschränkung der Grundrechte durch den Staat. Doch der macht immer weiter. Im Zentrum des diesjährigen Reports steht die Entrechtung von Geflüchteten.

Seite 6
ndPlusTom Strohschneider

Linke Wählerschaft demokratisiert

Wann immer führende Vertreter der LINKEN zuletzt über die Lage ihrer Partei Auskunft geben mussten, stand stets eine Frage mit im Raum: Warum wandern so viele ihrer Wähler nach rechts zur AfD?

Tom Strohschneider

»Enthemmte Mitte« radikalisiert sich

Fortschreitende Polarisierung der Gesellschaft, verbunden mit zunehmender Gewaltakzeptanz - dies sind die neuesten Ergebnisse einer Langzeitstudie zur

Seite 7

UN: Versagen in Syrien

Washington. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat ein »kollektives Versagen« der Weltgemeinschaft bei der Bewältigung der syrischen Flüchtlingskrise beklagt. Bei der Londoner Geberkonferenz Anfang Februar seien elf Milliarden Dollar bis 2020 zugesagt worden, jedoch seien bislang nur 2,5 Milliarden Dollar eingegangen, sagte der UNHCR-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, Amin Awad,...

NATO fordert den Rückzug Russlands

Brüssel. Die NATO hat Russland aufgefordert, seine Truppen aus der Ukraine zurückzuziehen und die militärische Unterstützung der Separatisten im Osten des Nachbarlandes zu beenden. Russland müsse »seine Truppen und militärische Ausrüstung von ukrainischem Territorium abziehen«, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg beim Treffen der Verteidigungsminister des nordatlantischen Bündnisses am Mit...

René Heilig

Zu erwarten: Anschläge aller Art

Das Bundeskriminalamt prüft nach dem Massaker in Orlando mögliche Bezüge nach Deutschland. Derweil forderte der Bundesinnenminister von den Bürgern mehr Wachsamkeit.

ndPlusRalf Klingsieck

Polizisten suchen Schutz

Eine Schweigeminute galt am Mittwoch im französischen Innenministerium und den Polizeirevieren den Anschlagsopfern vom Montag. Gefordert werden Konsequenzen.Von Ralf Klingsieck, ParisNach dem Mord an einem Polizisten-Paar durch einen islamistischen Terroristen in der Pariser Region zu Wochenbeginn wird der Ruf nach Konsequenzen lauter. Scharf kritisiert wird, dass der Täter, der die beiden Polizis...

Hannes Hofbauer, Wien

Österreicher zurück an die Wahlurnen?

Alexander van der Bellen kann noch nicht feiern. Den geplanten Einzug in sein Präsidentenamt bedroht eine möglicherweise erfolgreiche Anfechtung. Diese könnte auch das Thema "Wahlkarten" wieder aufbringen.

Seite 8

Maduro geht auf die USA zu

São Paulo. Nach Jahren der politischen Eiszeit hat sich Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro für eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA ausgesprochen. Er sei einverstanden, »eine neue Etappe des Dialogs« zwischen beiden Ländern zu eröffnen, sagte Maduro am Dienstag (Ortszeit) laut der Tageszeitung »El Universal«. Gleichzeitig schlug er vor, dass beide Länder wieder Botschafter austauschen ...

ndPlusPeter Stäuber, London

Schotten wollen bleiben - und raus

In Schottland ist die Unterstützung für einen britischen EU-Ausstieg gering. Laut schottischen Politikern wäre bei einem Brexit jedoch ein erneutes Unabhängigkeitsreferendum wahrscheinlich.

Barbara Barkhausen, Sydney

Tod nach dem Ramadan

Seit Monaten waren Hinrichtungen von Drogenschmugglern in Indonesien im Gespräch. Jetzt wurde offiziell bestätigt, dass 16 Menschen erschossen werden sollen - direkt nach dem Fastenmonat Ramadan.

Seite 9

Mehr Tempo beim Netzausbau

Frankfurt am Main. Der größte deutsche Stromnetzbetreiber Amprion will beim schleppenden Ausbau der Leitungen mehr Tempo machen. 2016 sollen knapp 550 Millionen Euro in Erweiterung und Erneuerung der Netze fließen, wie die Firma ankündigte. 2015 lagen die Investitionen bei 474 Millionen Euro. Bis 2025 will Amprion weitere 5,5 Milliarden Euro in die für die Energiewende wichtigen Stromautobahnen in...

Menschenrecht bei Firmen nicht verankert

Berlin. Die Organisation Germanwatch wirft der Bundesregierung vor, die UN-Leitlinien zur Verantwortung von Unternehmen für die Menschenrechte nicht konsequent genug umzusetzen. Der geplante Nationale Aktionsplan Deutschlands zu Wirtschaft und Menschenrechten könnte weit hinter den Erwartungen zurückbleiben, warnte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation am Mittwoch. Die Leitprinzipien waren vor ...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

Netzwerk oder Profitkonzern

Es sollte eine »normale«, turnusmäßige Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bahn werden. Doch dann überschatteten mehrere »Baustellen« die Zusammenkunft am Mittwoch im Berliner Bahntower.

Paul Alexander

Schäuble lockt Länder mit Sondersparrechten

Die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern sollen neu geordnet werden, ein endloses Tauziehen ist seit Monaten die Folge. Nun sorgt eine neue Idee aus Berlin für zusätzliche Besorgnis.

Seite 10
Mona Grosche

Ja zum Kohlenhydrat

Die Trends beim Essen geben sich die Klinke in die Hand: Vegan, Low Carb und Paläo wetteifern darum, die beste Ernährungsform für den modernen Menschen zu sein. Ein Mal hat die die eine Methode die Nase vorn, ein anderes Mal die andere. Ob nun Slow Carb die nächste Modeerscheinung auf der Jagd nach ewiger Jugend und schlanker Silhouette sein wird, bleibt abzuwarten. Jedenfalls hat diese Ernäh...

Frank Ufen

Die erste Nacht

Schläft der Mensch die erste Nacht in neuer Umgebung, macht ein offenbar genetisch bedingter Mechanismus den Schlaf leicht. Eine Gehirnhälfte ist stets auf Überwachung programmiert.

ndPlusMartin Koch

Herzschmerz beim Elfmeterschießen

Millionen Bundesbürger sitzen derzeit täglich vor dem Fernseher: Es ist Fußball-EM. Für echte Fans bedeutet das Stress pur, der nicht selten auf den Kreislauf schlägt.

Seite 11

3,8 Millionen fahren ÖPNV

Mehr Fahrgäste denn je: Rund 3,8 Millionen Menschen nutzen täglich die Angebote des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Diese Bilanz zog der Verkehrsverbund am Mittwoch. Insgesamt transportierten die im Verbund zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Reisende. Auch im Jahr 2016 zeichnet sich ein weiteres Wachstum ab. mkr...

80 Kilogramm Heroin sichergestellt

80 Kilogramm Heroin mit einem Verkaufswert von drei Millionen Euro haben Drogenermittler am vergangenen Freitag sichergestellt. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Intensive Ermittlungen der Fahnder sowie der Staatsanwaltschaft Berlin konzentrierten sich demnach seit Wochen auf eine Gruppe, die im Verdacht steht, aus dem Ausland Rauschgift in größeren Mengen nach Berlin geschmuggelt zu haben. ...

Haftstrafen für organisierte Taschendiebe

Im bislang europaweit größten Verfahren gegen organisierten Taschendiebstahl sind erstmals Drahtzieher verurteilt worden. Das Berliner Landgericht verhängte gegen einen 41-Jährigen drei Jahre und sechs Monate Gefängnis. Seine 42-jährige Ehefrau soll für zweieinhalb Jahre in Haft. Gegen einen mitangeklagten Sohn des Paares ergingen 21 Monate Haft auf Bewährung. »Die Eltern saßen in Rumänien und hat...

Schuldfrage weiter klären

Die Schuldfrage für das Desaster am BER ist nicht einfach zu beantworten. Zu viele Akteure waren und sind teilweise in die Schwierigkeiten auf Deutschlands größter Problembaustelle verstrickt. Dass am Ende für das Verbrennen von Milliarden Euro an Steuergeldern niemand gerade stehen könnte, ist allerdings ein nur schwer zu akzeptierender Gedanke. Dabei liegen Anhaltspunkte für Verursacher vor...

Martin Kröger

Haftungsprüfung am BER gefordert

Über 70 Zeugen wurden angehört, fast 1650 Akten ausgewertet. Der Abschlussbericht zum BER-Untersuchungsausschuss wurde am Mittwoch veröffentlicht. Die Opposition hat Sondervoten verfasst.

ndPlusRainer Balcerowiak

20 000 Wohnungen für Berlin

Der Anteil geförderter Wohnungen mit Nettokaltmieten von 6,50 Euro pro Quadratmeter liegt bei lediglich zehn Prozent.

Seite 12

Kohlegegnerin enttarnt sich

Cottbus. Die in der vergangenen Woche verurteilte Braunkohlegegnerin, die ihren Namen vor Gericht nicht nennen wollte, hat nun doch gesagt, wer sie ist. Wie das Amtsgericht Cottbus am Mittwoch mitteilte, habe die 19-Jährige am Dienstagabend ihren Namen und ihre Anschrift verraten. Das zuständige Einwohnermeldeamt in Süddeutschland bestätigte ihre Angaben, hieß es. Daraufhin hob das Amtsgericht den...

Elsa Koester

Attacke auf Projekt von Flüchtlingen

Eine von Flüchtlingen organisierte Begegnungsstätte in Hellersdorf ist angegriffen worden. Am Dienstagmorgen entdeckten die Betreiber eingeworfene Scheiben, vor dem Gebäude in der Schneeberger Straße lagen zwei Pflastersteine. »Die Polizei sagte uns, sie halte einen rassistisch motivierten Hintergrund für wahrscheinlich«, sagt Stephan Jung von der Initiative »Hellersdorf hilft«. Ganz in der Nähe, ...

Arbeitsgericht untersagt Blockade

Die Arbeiter der Klenk Holz AG dürfen weiter streiken, sagt die IG Metall. Aber sie dürfen nicht das Sägewerk blockieren, urteilt das Arbeitsgericht.

Wilfried Neiße

Volkssolidarität muss sich um Azubis kloppen

Die brandenburgische Volkssolidarität will sich nicht länger mit Sprüchen aus der Politik abspeisen lassen. Sie fordert ihre Mitglieder auf, die eigenen Interessen stärker zu Gehör zu bringen.

ndPlusNelli Tügel

Anständige Löhne für alle

Seit einer Woche streikt die Vivantes-Tochter »Service GmbH« (VSG) für die Übernahme des Tarifvertrags des Öffentlichen Dienstes (TVöD). ver.di hat nun angekündigt, nahtlos bis zum kommenden Sonntag weiterzustreiken.

ndPlusAndreas Fritsche

Grüne von unten will oben stehen

Jahrelang hat Sonja Karas die Grünen gewählt, 2013 ist sie in die Partei eingetreten und gleich in den Landesvorstand gewählt worden. Nun will die Stadtverordnete Spitzenkandidatin bei der Bundestagswahl werden.

Seite 13

Ab in das eiskalte Wasser

Leipzig. Zum traditionellen Gautschfest traten am Mittwoch Studierende des Fachbereichs Medien der Leipziger Hochschule für Technik, Wissenschaft und Kultur (HTWK) an. Gemäß des Brauchs der Drucker und Handsetzer werden sie in die Zunft der Jünger Gutenbergs aufgenommen, wie die HTWK mitteilte. Voraussetzung ist, dass sie zuvor in einer Bleisatzwerkstatt gearbeitet haben. Ein solches Praktikum ist...

ndPlusSabine Dobel und Matthias 
Hoenig, Berlin

Deutsch lernen ist wichtig, aber ...

In Bayern ertrinkt ein Asylsuchender in einem See, Anfang Juni sterben in Hamburg drei Flüchtlinge bei Badeunfällen. Viele Flüchtlinge können nicht schwimmen - und haben beschlossen, das zu ändern.

Alice Bachmann, Bremen

Rot-Grün in Bremen droht Verlust der Mehrheit

In Bremen wackelt die Ein-Stimmen-Mehrheit der rot-grünen Koalition in der Bürgerschaft. Der Staatsgerichtshof hat entschieden, dass ein Teil der abgegebenen Stimmen bei der Wahl im Mai 2015 neu ausgezählt werden muss.

Seite 14

Damals und heute: Kinder im Exil

Exilerfahrungen von Kindern stehen im Mittelpunkt einer neuen Dokumentationsausstellung im Foyer der Akademie der Künste (AdK) am Hanseatenweg. Eröffnet wird die Schau an diesem Donnerstag, 10 Uhr. Wie die AdK mitteilte, werden im historischen Teil Faksimiles von Fotos, Briefen und Werkmanuskripten aus dem Akademie-Archiv gezeigt, insbesondere aus Nachlässen von Künstlern, die mit ihren Kindern zw...

ndPlusHansdieter Grünfeld

Nächte des Ramadan

Der islamische Fastenmonat Ramadan begann am 6. Juni und endet am 5. Juli. Gläubige Muslime sollen in dieser Zeit von etwa Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Ausgenommen hiervon sind Jugendliche unter 18 Jahren, Schwangere, alte Leute, Kranke und Reisende. Doch nach offiziell verkündetem Fastenbruch (Iftar) kommt es zu üppigen gemeinsamen Essen mit Nachbarn und Freunden. E...

ndPlusChristian Baron

Flüchtlinge Fressen

Das Künstlerkollektiv "Zentrum für Politische Schönheit" startet eine neuen Kampagne. Vor dem Berliner Gorki-Theater warten Tiger darauf, Flüchtlinge zu fressen. Und in Izmir ein Flugzeug, nach Deutschland zu fliegen.

Bilde dein eigenes Netzwerk!

Mit dem zweitägigen Symposium »Deep Cables« will das Disruption Network Lab am Freitag und Samstag im Kunstquartier Bethanien am Mariannenplatz in Kreuzberg die physischen Grundlagen des Internets ans Tageslicht befördern. Seit zwei Jahrzehnten ist Marc Helmus als Netzwerktechniker am Aufbau der Infrastruktur des World Wide Web auf dem deutschen Festland und in der Ostsee beteiligt. Für »nd« sprach Tom Mustroph mit Helmus über das, was viele nutzen, die wenigsten aber sehen.

ndPlusHagen Jung

Snowden wird Ehrendoktortitel verwehrt

Von der Universität Rostock bekommt Geheimdienst-Enthüller Edward Snowden voraussichtlich keinen Ehrendoktortitel. Das Verwaltungsgericht hat sich gegen die Promotion ausgesprochen. Das sorgt für Diskussionen.

André Jahnke, Regensburg

SPD-Hoffnungsträger droht ein tiefer Fall

Joachim Wolbergs könnte über Parteispenden und mögliche Unregelmäßigkeiten bei Bauprojekten stolpern. Der bayerische Kommunalpolitiker hat die Vorwürfe aber bislang zurückgewiesen.

Marc Hairapetian

Das Herzblut der Katastrophe

»Entweder hörst du auf mit dem Affentanz oder du verlässt mein Haus!« Nikolai Nikogosian entschied sich am Ende für Letzteres und verließ im Jahr 1937 Jerewan sowie seinen Vater Bagrat, der wiederum acht Jahre zuvor noch im Ararat-Tal als »Kulak« (Landwirt mit Lohnarbeitern) denunziert und enteignet wurde, in Richtung Leningrad (heute wieder St. Petersburg). Nikolai Nikogosian war Absolvent einer ...

Seite 15

Auktion findet wohl statt

Die für Samstag im Münchner Auktionshaus Hermann Historica geplante Versteigerung persönlicher Gegenstände von Adolf Hitler und Hermann Göring kann bis auf weiteres ohne juristische Einschränkungen über die Bühne gehen. »Es gibt bislang keine Hinweise auf Straftaten«, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I am Mittwoch. Auch seien nach ihrer Kenntnis bisher keine Anzeigen wegen der ...

Thierse gibt nicht auf

Die Mitinitiatoren eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin nehmen einen neuen Anlauf, das gestoppte Projekt doch noch zu realisieren. Das Veto des Haushaltausschusses im Bundestag gegen die sogenannte Wippe sei nicht nachvollziehbar, erklärten die Politiker Wolfgang Thierse (SPD) und Günter Nooke (CDU) am Mittwoch in Berlin. Die Begründung, die veranschlagten Kosten hätten sich verdoppelt,...

ndPlusTobias Riegel

Das Leben ist eine Baustelle

Wenn man etwas reparieren will, muss man es zunächst auseinandernehmen«, lautet der Rat des hemdsärmeligen Schwiegervaters, der gerade seine Tochter bei einem Verkehrsunfall verloren hat. »Nur dann kannst du den Fehler finden.« Doch was wohl eher als ein Hinweis auf die heilende Kraft der Psychoanalyse gedacht war, nimmt sein Schwiegersohn Davis (Jake Gyllenhaal) allzu wörtlich. Der kann um seine ...

ndPlusThomas Blum

Dem Pop sein Papa

„Isch freu’ mich, wieder hier zu sein. Isch freu’ misch wie Bolle!“ Kein Zweifel: Paule weiß, wie man mit dem Publikum spricht. Der beunruhigend jung und aufgekratzt wirkende Ex-Beatle gab in Berlin ein Nostalgiekonzert.

Seite 16

Reise in die Shakespeare-Zeit

»Nimm das! Der Tod durch die Klinge ist ein alltäglicher zu Shakespeares Zeiten« - eine von 200 farbigen Abbildungen aus dem Band »Auf den Spuren von William Shakespeare« von Ellen Alpsten. In 14 Kapiteln wird erzählt, wie man in elisabethanischen Zeiten aß und sich kleidete, wie man sich in der Metropole London amüsierte, was die religiösen Konflikte waren, welche Rolle Hexen und Zauberer, überha...

ndPlusSabine Neubert

Der Umhang mit dem Bogenschützen

Das hätten sich die Leser der vorausgegangenen Mittelalter-Thriller von Marcello Simoni über Ignazio da Toledo schon denken können: Den Reliquienhändler würde es wohl nicht lange in der spanischen Heimat bei seiner Frau halten, schon bald treffen wir ihn wieder an anderen geschichtsträchtigen Orten des 13. Jahrhunderts. Im Grunde ist Mittel- und Westeuropa zur Zeit des Hohenstaufen-Kaisers Friedri...

Jürgen Amendt

Ein kurzer Sommer der Anarchie

Unsichere Zeiten, in denen die Angst vor wirtschaftlichem Abstieg, vor Not, Terror und Tod grassierte, waren schon immer Phasen, in denen Populisten Auftrieb bekamen. Diese lieferten vermeintlich einfache Antworten auf komplizierte Verhältnisse. In diesen Zeiten entwickelten sich aber seit je her auch die Kräfte, die die Fesseln der alten Ordnung sprengen wollten; einer Ordnung, die längst nicht m...

Seite 17
ndPlusChristin Odoj

Fußball ohne Ton, aber mit Aerosmith

Wie sehr sich die Shitstorm-Zeiten geändert haben, zeigt Claudia Neumann. Da schafft es mal eine Frau in die erste Liga der professionellen Bewegtbildbeschreiber - schon tobt sich die »AG Kastrationsängste« aus.

Sebastian Haak

Viel Licht, etwas Schatten

Lange war in Thüringen um die künftige Finanzierung der Theater gerungen worden. An diesem Mittwoch nun gab Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (LINKE) die Ergebnisse bekannt – offenbar zur Zufriedenheit der meisten.

von Harald Kretzschmar

Wenn die Seele 
aufglüht

Ein Glücksfall ist das zu nennen: Die Großbilder einer Ausnahmefotografin leuchten aus dem Halbdunkel einer finsteren Museumsarchitektur. Falls es so etwas wie Potsdam-Flair gibt, hier ist etwas davon spürbar. Laienhafte Gemüter laben sich rundum an einer eingebildeten Wiedererweckung von Einstigem. Auch die 1949 in Potsdam geborene Monika Schulz-Fieguth kennt die Verzauberung durch das Hiesige. S...

Seite 18
ndPlusCaroline M. Buck

Die mit der Welle tanzt

Wie es sich lebt mit einem begabten, aber exzentrischen (und ziemlich eigensüchtigen) Vater, davon kann O-Ei eine Geschichte erzählen. Oder auch: ein Bild malen. O-Ei ist die ältere Tochter von Katsushika Hokusai, dessen bekanntestes Werk heute Teebecher ziert und Untersetzer, Stoffbeutel, T-Shirts und Posterwände. Hokusai, das ist der Mann mit der Welle, der »Großen Welle vor Kanagawa«, verewigt ...

Seite 19

Ungarn feiert seine Helden

Dass er sogar Gruppenerster ist, wusste Bernd Storck noch gar nicht, als er von Laszlo Kleinheisler schwärmte. »Er ist ein Riesentalent«, lobte der deutsche Fußballtrainer der Ungarn den quirligen Kleinheisler, der sein Team zum 2:0-EM-Sieg gegen Österreich geführt hatte. »Er wird seinen Weg gehen«, sagte Storck über den 22-Jährigen, der kurz danach mit der Trophäe für den besten Spieler der Parti...

Elisabeth Schlammerl, Lille

Russland kommt ins Straucheln

Russlands Fans haben sich beim zweiten EM-Spiel gegen die Slowakei besser benommen. Ihrem Team droht trotzdem die frühe Abreise: Spurlos schienen die Vorfälle von Marseille an der Sbornaja nicht vorbeigegangen zu sein.

Seite 20
ndPlusOliver Kern

Wo ist die Linie?

Wo ist nur die virtuelle Linie geblieben, die seit Jahren dem TV-Sportfan anzeigt, ob ein Schwimmer in Weltrekordtempo unterwegs ist, ein Skispringer zur Bestweite fliegt oder ein Fußballer im Abseits steht?

ndPlusAlexander Ludewig, Paris

Der DFB hat ein Problem auf der Außenbahn

Benedikt Höwedes war der klare Schwachpunkt der deutschen Mannschaft gegen die Ukraine. Alternativen hat Löw kaum. Mit der Nominierung und Aufstellung von Höwedes wollte Löw auf Nummer sicher gehen - ein Risiko.

Ronny Blaschke

»Willkommen in der Hölle«

Vor dem Duell zwischen Polen und Deutschland werden neue Ausschreitungen befürchtet. Vor allem im Nachbarland hat sich eine gewaltbereite rechte Hooligan-Szene in den Fanblöcken etabliert.