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Unten Links

Der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst vom April, der in dieser Zeitung im Namen von 2,1 Millionen Beschäftigten begrüßt wurde, hat Schattenseiten. Eine davon trat in dieser Woche in Form des Besoldungsanpassungsgesetzes zutage. Seine Verabschiedung garantiert den Ministern in der Regierung über 600 Euro mehr Bezüge im Monat, die Chefin bekommt über 800 zusätzlich - eine Summe, die Arbeits...

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675 Leichen aus Wrack geborgen

Rom. Die italienische Marine hat insgesamt 675 Leichen aus dem Wrack des Flüchtlingsbootes geborgen, das im April vergangenen Jahres im Mittelmeer gekentert war. Allein 458 Tote entdeckten die Einsatzkräfte im Frachtraum des Schiffes, wie die Marine zum Abschluss des Einsatzes bekannt gab. Das Wrack war Anfang Juli vom Meeresgrund gehoben worden, nachdem es am 18. April 2015 vor der Küste Lib...

Brüssel wusste früh vom Abgasskandal

Hamburg. Der EU-Kommission lagen einem Medienbericht zufolge bereits im Herbst 2010 Hinweise vor, dass Autobauer Abgaswerte von Dieselautos manipulieren. Wie »Spiegel Online« unter Berufung auf interne Dokumente der EU-Kommission berichtete, war die Bundesregierung 2012 an Treffen einer Arbeitsgruppe beteiligt, bei der es um Abgasmanipulationen ging. Öffentlich wurde der Betrug im September 2015 m...

ndPlus

AfD-Vorstand fordert Einigkeit

Berlin. Nach der Spaltung der Stuttgarter AfD-Fraktion drängt die Bundesspitze darauf, dass die AfD künftig nur durch eine Fraktion vertreten wird. Der Bundesvorstand sei der Auffassung, »dass unsere Partei in Baden-Württemberg nur durch eine Landtagsfraktion repräsentiert werden kann«, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss. Die Fraktion war am Streit um die Antisemitismus-Vorwürf...

Blutbad auf der Flaniermeile

Berlin. Rund 30 000 Menschen versammelten sich am Donnerstagabend auf dem Strandboulevard in Nizza. Anlässlich des französischen Nationalfeiertags wollten sie ein Feuerwerk genießen. Plötzlich fährt ein weißer Lkw auf die Straße, beschleunigt und fährt im Zickzack-Kurs Menschen über den Haufen. Mindestens 84, darunter zehn Kinder und Jugendliche, sterben. Mehr als 200 Menschen werden verletzt, meh...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Dialog mit Russland im Schatten von Nizza

Russisch-amerikanische Spitzengespräche und der ASEM-Gipfel in der Mongolei gerieten Freitag ebenso in den Schatten des Terrors von Nizza wie der Petersburger Dialog.

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Rechter Intrigantenstadl

Ginge es im parteiinternen Streit bei der AfD nicht um solch ein widerliches Thema wie Antisemitismus, die Partei könnte für ihren Intrigantenstadl Eintrittskarten verkaufen. Doch in der Sache fehlt es an Rückgrat.

Robert D. Meyer

Rechter Intrigantenstadl

Ginge es im parteiinternen Streit bei der AfD nicht um solch ein widerliches Thema wie Antisemitismus, die Partei könnte für jede Aufführung ihres Intrigantenstadls Eintrittskarten verkaufen. Doch da es um eine politische Kraft geht, die droht, sich immer mehr in den Parlamenten festzusetzen, bleibt einem das Gelächter im Halse stecken. Es sei kurz daran erinnert, warum die Causa Wolfgang Gedeon s...

ndPlusFabian Lambeck

Richtig, aber falsch

»Wir führen in dieser Legislaturperiode ein einheitliches Rentensystem in Ost und West ein.« Wer glaubt, dies sei ein Auszug aus dem aktuellen Koalitionsvertrag, der irrt. Der Satz stammt aus dem Jahre 2009.

Uwe Kalbe

Lernverweigerer

263 Millionen Kinder weltweit gehen nie zur Schule. Wenn Ungerechtigkeit und Benachteiligung dingfest gemacht werden sollen, dann bietet diese Zahl eine Gelegenheit. Hinter ihr verbergen sich weitere Ungerechtigkeiten.

Jürgen Amendt

Aussteiger?

Eine Regel des Journalismus besagt, dass nur das Außergewöhnliche, das von der Norm abweichende, eine Schlagzeile wert ist. Das Ereignis »Hund beißt Mann« bedarf nicht der besonderen Erwähnung; »Mann beißt Hund« dagegen schon. Wenn also, um jetzt irgendein beliebiges Beispiel zu nennen, ein 38-jähriger Sanitäter auf den Job des TV-Moderators umsattelt, ist das für das Medium Fernsehen nichts Beson...

ndPlusMartin Leidenfrost

Im Land der Feuer

Auch mich lockte letztlich der Müll nach Neapel. Zum Beispiel die 28 Millionen Tonnen Giftmüll, verbrannt, verbaut und vergraben von der Camorra, die den einstigen Gemüsegarten Europas in eine »terra dei fuochi« verwandelt hat, in ein »Land der Feuer«, in »brennendes Land«. Die Hauptstadt der Kampanier, deren Einkommen inzwischen hinter Polen zurückgefallen sind, erfasste mich mit erotischer, orie...

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Taubsi, Traumato

Was der Politiker Franz Mehring zum globalen Wirbel um das Smartphone-Spiel »Pokémon-Go« gesagt hätte, wissen wir nicht. Der Publizist Franz Mehring aber hätte sich dafür interessiert. Warum jagen Millionen Menschen auf der Straße plötzlich virtuelle Monster mit Hilfe weiß-roter Bälle? Wer verdient daran? Und was hat das für die Gesellschaft zu bedeuten? Zumindest wohl dies: Das Prinzip der »augme...

ndPlusMichael Müller-Görnert

Die Luft, die wir atmen

Können wir mit Fahrverboten die Schadstoffbelastung in den Städten mindern oder sind sie ein Angriff auf die Freiheit der Bürger? Darüber tobt derzeit eine heftige Debatte. Es besteht die Chance auf mehr Lebensqualität.

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Ralf Klingsieck, Paris

Frankreich trauert erneut

Ein Lastwagen rast am Nationalfeiertag in Nizza in eine Menschenmenge. Präsident Hollande kündigt die Verstärkung des Kampfes gegen den Islamischen Staat in Syrien und Irak an.

ndPlusRené Heilig

Dem Morden ein Ende bereiten - nur wie?

Nach dem Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten verschärfen EU-Staaten ihre Sicherheitsvorkehrungen. Man will Nachahmer abschrecken. Diese Taktik erwies sich bislang als höchst untauglich.

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Michael Bartsch, Dresden

Waldschlösschenbrücke halb illegal

Die Dresdner Waldschlösschenbrücke erregt seit Jahren die Gemüter. Ein aktuelles Urteil fordert nun Politik und Verwaltung.

ndPlusUlrike Henning

Mittelstand warnt vor TTIP-Risiken

Am Freitag ging die 14. Verhandlungsrunde zu TTIP zu Ende. Kurz darauf meldete sich EU-Chefunterhändler Ignacio Garcia Bercero zu Wort und beteuerte: »Nichts, was wir tun, wird bestehende EU-Standards abschwächen«.

Fabian Lambeck

Mehr ist weniger

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles will die Ostrenten auf Westniveau bringen. Ein am Freitag bekannt gewordener Vorschlag würde aber Millionen von Ost-Arbeitnehmern benachteiligen. Fest steht jedoch noch nichts.

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ndPlusUlrich Heyden, Moskau

Kriegsdienstgegner Kotsaba freigesprochen

Der ukrainische Journalist und Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba wurde in einer Berufungsverhandlung freigesprochen. Ein gutes Zeichen für andere politische Gefangene?

Ulrich Heyden, Moskau

Kriegsdienstgegner Kotsaba freigesprochen

Der ukrainische Journalist und Kriegsdienstverweigerer Ruslan Kotsaba wurde in einer Berufungsverhandlung freigesprochen. Viele Anwälte politischer Gefangener könnten sich nun auf das Urteil berufen.

Kein Konsens in Ulan-Bator

In der Mongolei soll es um die Zusammenarbeit von Europa und Asien gehen. Doch stattdessen drehen sich die Gespräche um den Terrorismus und den Territorialkonflikt mit China.

Martin Ling

Gauck enttäuscht in Chile die Opfer

Bei der Lateinamerikareise von Bundespräsident Joachim Gauck spielte die deutsche Sektensiedlung »Colonia Dignidad« in Chile eine gewichtige Rolle. Die Opferverbände zeigten sich desillusioniert.

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Bewegende Szenen auf der Beisetzung von Jo Cox

London. Bei der Beisetzung der ermordeten britischen Labour-Abgeordneten Jo Cox ist es zu bewegenden Szenen gekommen. Hunderte Menschen säumten die Straßen, als der Leichenzug am Freitag durch Heckmondwike und andere Ortschaften in ihrem Wahlkreis in West Yorkshire fuhr. Viele Menschen, darunter Kinder, warfen Blumen auf die Straße und applaudierten, als der Trauerzug passierte. Der Tod von Cox vo...

Johnson auf Star Trek: Der erste Kontakt

Brüssel. Vor dem EU-Außenministerrat am Montag trifft die europäische Chefdiplomatin Federica Mogherini den neuen britischen Ressortchef Boris Johnson. »Der erste Kontakt« zwischen beiden sei für Sonntagabend geplant, sagte eine Sprecherin Mogherinis am Freitag in Brüssel. Ein zunächst vorgesehenes Abendessen der Außenminister der 28 Mitgliedstaaten zu den Folgen des britischen EU-Austritts wurde ...

ndPlusIan King, London

Katerstimmung nach dem Brexit

Nun soll’s das Parteivolk richten: Die Unzufriedenheit der Labour-Parlamentarier mit Chef Corbyn mündet in eine Befragung.

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ndPlus

Deepwater-Horizon-Katastrophe

Deepwater Horizon war eine Erdölbohrplattform im Golf von Mexiko. Seit 2001 wurde sie von der Schweizer Bohrfirma Transocean betrieben. Das britische Mineralölunternehmen BP hatte die Anlage bis 2013 geleast, um Ölbohrungen in rund 1500 Meter tiefen Gewässern durchzuführen. Am 20. April 2010 kam es infolge verschiedener schwerer Versäumnisse zu einem unkontrollierten Austreten von Bohrschlamm...

ndPlusKurt Stenger

Weniger Milch ist mehr

Es war mal was Anderes: Nicht im ländlichen Idyll der Mecklenburgischen Seenplatte wie vor einem Vierteljahr trafen sich die Agrarminister des Bundes und der Länder am Freitagnachmittag zu einer Sondersitzung. Der Schweriner Ressortchef Till Backhaus (SPD), der in diesem Jahr den Vorsitz der Treffen innehat, lud in eine Großstadt im Ausland ein: nach Brüssel. Die Probleme zuhause konnte man n...

John Dyer, Boston

BP hofft auf Schlussstrich

Der Unfall auf der Ölplattform Deepwater Horizon hat BP bisher fast 62 Milliarden Dollar gekostet. Der Ölkonzern hat deshalb zahlreiche Beteiligungen verkauft. Nun will das Unternehmen nach vorn schauen.

Daniel Kestenholz

Laut Statistik wächst die Wirtschaft

Ob Chinas Wirtschaft wirklich so stabil wächst, wie die offiziellen Zahlen nahelegen, ist unklar. Viele Indizien zeigen ein anderes Bild.

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Reim auf die Woche

Nach geschlagenen Gefechten Braucht der Mensch ein wenig Ruh, Lässt in Zukunft andre knechten, Singt zum Abschied »duuu du duu«. Martin Hatzius (frei nach David Cameron) www.dasND.de/wochenreim Der »Reim auf die Woche« tritt ab in die Sommerpause: »Thank you very much!«...

Ein Kuss für Südamerika

Einer der bekanntesten Filmregisseure Südamerikas, der Argentinier Héctor Babenco, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Wie brasilianische Medien berichteten, starb er am Mittwoch in São Paulo an Herzversagen. Zu bekannten Filmen gehören »Der Kuss der Spinnenfrau« (1985), »Carandiru« (2003) und »Vergangenheit« (2007). Für »Kuss der Spinnenfrau«, in dem es um die Beziehung zweier Gefangener währen...

Schau muss schließen

Aufgrund des neuen Kulturschutzgesetzes muss das Hildesheimer Roemer- und Pelizaeus-Museum eine aktuelle Sonderausstellung ein halbes Jahr früher schließen als geplant. Bundesweit seien zahlreiche private Sammler, die ihre Kunstgegenstände an Museen ausgeliehen hätten »stark verunsichert«, teilte das Museum mit. Zwei Sammler hätten sich zum Schutz ihrer eigenen Sammlungen entschlossen, ihre Leihga...

ndPlus

Bitte ausfüllen!

Der französische Schriftsteller Émile Zola meinte einmal, ein Kunstwerk sei ein Stück Natur, gesehen durch ein Temperament. Das ist ein erklärungsbedürftiger Aphorismus, denn es ist ja nicht ganz klar, welches Temperament Zola damit meinte - das des Künstlers oder jenes des Betrachters? Zu hoffen ist aber, dass sich Künstler etwas dabei denken, wenn sie aus einem rohen Stück Holz etwas schnitzen, ...

ndPlusGuido Speckmann

Sinn und Unsinn des linken Populismus

Europäische Rechtspopulisten feiern derzeit einen Triumph nach dem anderen. Sind sie nur durch einen Populismus von links aufzuhalten? Dieser Ansicht ist zumindest die belgische Theoretikerin Chantal Mouffe. Hat sie Recht?

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Angstlos und selbstbewusst

Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist von Samstag an eine Ausstellung über »regimekritische« Kunst in der späten DDR zu sehen. Vorgestellt werde Bildkunst, »die auf einem vielzelligen, vitalen, angstlos agierenden Netzwerk selbstbewusster Maler, Dichter, Performer, Aktionisten, Super-8-Filmer, Jazz- und Rockmusiker aufbaut, die auf der staatsabgewandten Seite nach Freiräumen suchten«, kündigten die K...

Mit Tempo ins Theater

Das defizitäre Theater in Trier kann wieder etwas entspannter in die Zukunft blicken. Temposündern sei Dank. In seiner Sitzung am Donnerstag hatte der Trierer Stadtrat beschlossen, knapp eine Million Euro für das Schauspielhaus lockerzumachen. Demnach werden bei den sanierungsbedürftigen Bauten Europahalle und Arena 400 000 Euro abgezwackt. Etwas über 260 000 Euro steuert das Dezernat von Oberbürg...

ndPlus

Felsmalereien und Ruinen aufgenommen

Die UNESCO hat am Freitag in Istanbul Stätten aus China, Indien und Iran in die Welterbeliste aufgenommen. Das teilte die UN-Kulturorganisation auf Twitter mit. Welterbe sind jetzt die Felsmalereien der Kulturlandschaft am Hua Shan und am Fluss Zuo Jiang im Süden Chinas. Sie stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 2. Jahrhundert n. Chr. und illustrieren Leben und Rituale des Volks der Luoyu...

ndPlusChristian Baron

Orwell und Huxley im Marx-Lesekreis

Mit den Todesanzeigen fängt es an: Sie sind der Schlüssel zum Erfolg. Also klatscht Trainer Ansgar Fest seinen Schülern einen Stapel Zeitungen aufs Pult und befiehlt: »Suchen Sie sämtliche Tote, die nach 1970 geboren wurden! Besser noch nach 1975. Suchen Sie!« Und wie sie suchen. Sie suchen nach Hinweisen auf Geburtsdaten und nach Berufsbezeichnungen. Sie suchen nach Angehörigen und nach deren Tel...

Hans-Dieter Schütt

Grundgesetz: die Abseitsregel

In Esterházys Roman »Ohne Kunst« geht es auch um Fußball. Nämlich: Die Nähe des Todes ruft letzte Fragen auf den Plan - etwa jene nach der Abseitsregel. Nun ist der ungarische Schriftsteller selbst gestorben.

ndPlusHans-Dieter Schütt

Grundgesetz: die Abseitsregel

Peter Esterhazy war einer der 
heitersten Virtuosen des modernen Verfalls. Am Donnerstag erlag der 66-jährige ungarische Schriftsteller, Fußballphilosoph und Spross einer alten Adelsfamilie einer Krebserkrankung.

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ndPlus

Mission Olympiagold

Mit sechs Bronzegewinnerinnen von 2008 startet Silvia Neid bei den Olympischen Spielen in ihre letzte Goldmission. Die DFB-Bundestrainerin der Fußballfrauen berief am Freitag mit Saskia Bartusiak, Simone Laudehr, Annike Krahn, Babett Peter, Anja Mittag und Melanie Behringer noch sechs Spielerinnen in den 18-köpfigen Kader für die Sommerspiele am Zuckerhut, die bereits vor acht Jahren in Peking Dri...

Niklas Noack

Es ist immer ein schmaler Grat

Die 24-jährige Abwehrspielerin spielt seit der B-Jugend für den 1. FFC Turbine Potsdam. Mit dem Verein wurde die 28-fache Nationalspielerin schon viermal Deutscher Meister, 2010 gewann sie mit Turbine die Champions League.

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Geisel will Hochhaus auf Fischerinsel

Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) hat Widerspruch gegen die Entscheidung des Bezirksamts Mitte eingelegt, das keine Baugenehmigung für ein neues siebtes Wohnhochhaus auf der Fischerinsel erteilen will. »Das ist auf meine Weisung geschehen«, erklärt Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD), der selbst für die Prüfung zuständig ist. »Wir gehen davon aus, dass der Bau von 200 neuen Wohnung...

ndPlus

Billig ist keine Dauerlösung

Der Sparwahn der letzten Jahre verfolgt die Einwohner dieser Stadt auf Schritt und Tritt. Nicht nur auf dem Bürgeramt oder in Schulbauten. Auch bei der BVG wurde gespart, bis es quietschte. Fehlende U-Bahnwagen, Straßenbahnfahrer, Busse. Nächtliche Anschlüsse, die in gewohnter Regelmäßigkeit nicht klappen, weil aus Spargründen kein realistischer Fahrplan gemacht wird. Bräuchte man ja mehr Fahrer. ...

ndPlusNicolas Šustr

Rigaer Straße: Es ist die Zeit, zu sprechen

Das Hausprojekt hat seine Räume zurückbekommen, die Polizei ist abgezogen. Höchste Zeit, um über den gesamten Friedrichshainer Nordkiez zu sprechen, findet Freke Over.

ndPlusMelanie Götz

Politik nur schmückendes Beiwerk?

An diesem Wochenende feiert die Community zum 24. Mal das Lesbisch-Schwule Stadtfest in Schöneberg. Die AfD hat diesmal keinen Stand auf dem Straßenfest bekommen. Dafür darf ein umstrittener Verein auf die große Bühne.

Nicolas Šustr

Unterirdischer Streit

Schlechten Umgang mit dem baukulturellen Erbe attestieren Architekten den Verkehrsbetrieben. Eine könnte klagen.

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Wilfried Neiße

Der Feuerwehr gehen die Leute aus

Der anhaltende Verlust an aktivem Personal geht zu Lasten der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr. Sie beklagt zudem die EU-Regelungswut sowie fehlende öffentliche Anerkennung.

ndPlusMaria Jordan

Weitlingkiez ohne Milieuschutz

Der Treptower Kungerkiez soll Milieuschutz bekommen, der Weitlingkiez, trotz fast identischer Zahlen, nicht. Die LINKE kann das nicht nachvollziehen.

Jerôme Lombard

Protest gegen Lollapalooza

Offiziell genehmigt ist das Festival, das im September stattfinden soll, immer noch nicht. Anwohner vermuten dahinter Taktik.

ndPlusAndreas Fritsche

Ein neuer Hafen für »Charlotte«

Mit seinem Boot »Charlotte« beförderte Gastwirt Wilhelm Mörschel am 7. Februar 1933 Teilnehmer der berühmten illegalen KPD-Tagung im Sporthaus Ziegenhals über den Krossinsee.

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Schub für Herborn

Herborn. Historische Kulisse: Etliche prächtige Fachwerkhäuser säumen den Marktplatz in der Altstadt von Herborn (Hessen). Die romantische Stadt am Fuße des Westerwaldes gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Deutschlands. Herborn richtete im Mai 2016 zum zweiten Mal den Hessentag aus. Vor 30 Jahren habe es beim Landesfest längst nicht so viele Veranstaltungen gegeben, so Rath...

848 Stalking-Fälle, aber nur acht Verurteilungen

Erfurt. In Thüringen hat die Polizei im vergangenen Jahr 848 Stalking-Fälle erfasst, doch nur acht Stalker sind von Gerichten verurteilt worden. Fünf Angeklagte wurden demnach laut dem Justizministerium mit Haft bestraft, drei erhielten Geldstrafen. Damit endete nur ein Bruchteil der wegen Nachstellungen eingeleiteten Ermittlungsverfahren mit einer Verurteilung. Um die Strafverfolgung zu erleichte...

Friedhöfe sind häufiger Ziel von Plünderern

Dresden. Es verschwinden Abendmahlskelche, Computer oder Kollekten: Einbrüche in Kirchen oder Gemeinde- und Pfarrhäuser beunruhigen die Landeskirche. Auch Friedhöfe werden oft geplündert. Laut Landeskriminalamt sind Vandalismus und Diebstahl auf Friedhöfen in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Allein 2014 wurden landesweit 270 Fälle registriert, 64 mehr als im Jahr zuvor. Der entstandene Scha...

ndPlusAlice Bachmann, Bremen

Es riecht streng in der guten Stube

Dem Bremer Sparkurs fielen auch etliche öffentliche Toiletten in der Innenstadt zum Opfer. Das rächt sich - gerade in der Hauptsaison.

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ndPlusDörthe Hein, Magdeburg

Für die Schlichtung fehlt das Geld

Täter und Opfer an einem Tisch, sie sprechen über die Tat und einigen sich auf eine Wiedergutmachung: Die Zahl solcher Täter-Opfer-Ausgleiche geht in Sachsen-Anhalt immer weiter zurück. Im vergangenen Jahr seien den Schlichtern 857 Fälle zugewiesen worden, sagte die Projektleiterin für den Täter-Opfer-Ausgleich in Sachsen-Anhalt, Delia Göttke, der dpa in Magdeburg. Dabei seien 2382 Beschuldigte un...

Hansdieter Grünfeld

Bloß keine gute Laune

Seit Mitte der neunziger Jahre ist Jacobien Vlasman in der Berliner Kunst-Szene aktiv. 1997 tritt sie zum ersten Mal im Jazz-Klub »A-Trane« auf und erhält 1999 für Duo-Einspielungen mit dem Gitarristen Kai Brückner den Berliner Senatspreis. Seitdem gilt die Komponistin, Texterin und Comboleiterin auch als Berlins beste Jazzsängerin. Folgerichtig wird ihr 2001 der Jazz und Blues Award der Stadt ver...

Christoph Driessen, Bad Honnef

»Fähre ist wie guter Blues«

Schon mit 14 wollte Torsten Schwarz unbedingt Fährmann auf dem Rhein werden. Manch einer würde seine Arbeit wohl als monoton empfinden. Doch er selbst will niemals etwas anderes machen.

ndPlusHarald Kretzschmar

Wiederentdeckung eines zeichnenden Arbeiters

Immer wieder gibt es Zeiten eines schöpferischen Aufbruchs, der in ungeahnter Breite hohe Kunst entstehen lässt. War man vorher lediglich Objekt der künstlerischer Darstellung von Arbeitsprozessen durch akademische Meister wie Adolf Menzel oder Robert Sterl gewesen, so griff man in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts selbst zu Zeichenstift und Malpinsel und wurde damit als Arbeiter zum Subjek...

ndPlusVolkmar Draeger

Was vom Leben übrig bleibt

Schon das Eingangsbild beeindruckt. Auf dick und weich weiß ausgeschlagener Szene sitzt vorn an der Seite eine archaische Gestalt im weißen Langkleid, ihren Kopf rotwollen umwunden, den Faden, der sie gesichtslos gemacht hat, noch zwischen den Fingern, das Knäuel der Hand schon entfallen. Eine der Moiren, der griechischen Schicksalsgöttinnen, die sich hier im eigenen Lebensfaden verfangen hat? Die...

Sebastian Haak, Erfurt

Wie man fehlenden Spielraum nutzt

In der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik können Länderminister kaum große Akzente setzen, aber viele kleine Fehler machen. Thüringens Ressortchefin Heike Werner (LINKE) wirkt eher im Hintergrund.

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Strahlende Zwischenlagermenschen

Graben, Verscharren, Verstecken, Fegen, Wischen, Staubsaugen - Dem atomaren Messietum sind nach wie vor keine Grenzen gesetzt. Diese Spezies kennen wir nur zu gut: Es handelt sich um Zwischenlagermenschen.

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Jan Ole Arps

»Es gibt keinen Ort, an den wir gehen können«

Wer die Familien treffen will, die Ende Mai das Denkmal für die im deutschen Faschismus ermordeten Sinti und Roma besetzt hatten, um gegen ihre Abschiebung in die Staaten des Westbalkan zu protestieren, muss nach Berlin-Weißensee fahren. Zwei Wochen nach der Besetzung sind sie dort in einem Jugendzentrum untergebracht, vorübergehend, in ein paar Tagen müssen sie weiter. Zum Jugendzentrum gela...

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Unsere Geschichte ist traurig

Die Länder des Balkan sind für uns keine sicheren Länder. Ich komme aus Serbien, dort ist es überhaupt nicht sicher. Mein Mann ist aus dem Kosovo. Bis vor vier Monaten habe ich in Mitrovica gelebt. Die Albaner dort hassen uns. Skinheads greifen Roma-Kinder an und schlagen sie zusammen. Ich habe einen Sohn und eine Tochter. Meinen Sohn haben sie geschlagen, meine Tochter haben sie mit dem Auto ange...

ndPlus

Mein Sohn wurde ermordet, die Täter wurden nie angeklagt

Ich bin erster Vorstand von Romano Jekipe, Vereinigte Roma Hamburg. Seit vier Jahren bin ich in Deutschland, seit zwei Jahren kämpfe ich für ein Bleiberecht für Roma. Wir haben vor der Hamburger Ausländerbehörde demonstriert und vor den Lagern, in denen Roma untergebracht sind. In Hamburg haben wir den Michel (die Sankt-Michaelis-Kirche in Hafennähe) besetzt und dort ein Jahr gelebt. Am 22. Mai si...

ndPlus

Es ist unfassbar, dass so etwas in Deutschland passiert

Ich habe meine Geschichte schon anderen Zeitungen erzählt, deshalb möchte ich darüber sprechen, was uns passiert, wenn wir abgeschoben werden. Natürlich sind Serbien und der Balkan sicher. Dort herrscht kein Krieg, also ist es dort sicher. Aber für unsere Kinder ist dort täglich Krieg. Es tut mir leid, so über Serbien zu sprechen, das Land, in dem ich geboren wurde. Seit 2009 sind über 1...

Ich möchte noch nicht sterben

Meine Frau und ich kommen aus Mazedonien. Wir sind dort ein ganzes Leben lang misshandelt und schikaniert worden. In Mazedonien wird ein Rom, der zum Arzt geht, oft nicht mal untersucht. Wenn es uns in Mazedonien und all den anderen sogenannten »sicheren Herkunftsländern« gut gehen würde, würden wir doch nicht auswandern! Meine Frau und ich sind nach Deutschland gekommen, weil man hier als Me...

ndPlus

Viermal haben sie versucht, uns abzuschieben

Ich komme aus Përlepnica in Ostkosovo. Seit 1999 ist mein Leben die Hölle. Ich wurde zum Krieg eingezogen. Im Krieg wurden in meinem Dorf 123 Häuser niedergebrannt, auch meines. Vor dem Krieg lebten mehrere Tausend Roma in der Gegend, heute sind es vielleicht noch Hundert. Im Jahr 2000 bin ich nach Mazedonien gegangen, ein Jahr später nach Serbien. 2002 wurde dort meine Tochter geboren. 2004 ...

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ndPlus

Nachrufe

Abdul Sattar Edhi 1. 1. 1928 - 8. 7. 2016 In Deutschland kennt ihn kaum jemand, in Pakistan dagegen jeder. Mit seiner Stiftung rettete Abdul Sattar Edhi Waisen, Kranke und Arme, er half Millionen von Pakistanern. Das Land trauert und ehrte den Sozialaktivisten und Humanisten mit einem Staatsbegräbnis. »Mit Ihnen, Sir«, so die Zeitung »The Daily Times«, »verlor die Nation das Beste von Pak...

Max Böhnel

Mit Traurigkeit im Herzen

Nach den tödlichen Schüssen eines Heckenschützen, der in Dallas fünf Polizisten umbrachte und neun weitere Beamte und zwei Zivilisten verletzte, wurde der Polizeichef der texanischen Millionenstadt USA-weit bekannt. David Brown gilt seither als das »Gesicht des nationalen Schocks«. Einen großen Auftritt hatte der Afroamerikaner, als ihm mit den Obamas, den Bidens und den Bushs gleich drei Prä...

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ndPlusMax Böhnel

Unruhen im »Q«?

Ein Showdown mit Handgreiflichkeiten vor laufenden Kameras ist bei der Grand Old Party (GOP), die auf ihrem Parteitag vom 18. bis 21. Juli ihren Präsidentschaftskandidaten nominieren wird, nicht ausgeschlossen. Denn wenn sich am Montag in der »Quicken Arena« (»The Q« im Cleveland-Slang) die Delegierten der Republikaner und die Parteigranden zu Abstimmungen treffen, dann handelt es sich wahrscheinl...

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ndPlusLeo Fischer

Unauffällige

Noch traut sich kaum einer, darüber zu sprechen: Doch auch im Fall von Nizza ist davon auszugehen, dass wieder ein Unauffälliger zum Täter geworden ist. Kaum einer weiß, wie viele Unauffällige es in Deutschland gibt.

ndPlus

Wie man aus Alltag Drama macht

Im Verrinnen der Zeit verwandelt sich aufregend Neues in Gewohnheit und Routine. Aber es gibt Tricks, diese Entwicklung aufzuhalten. Freilich schaffen sie ganz neue Probleme. Nehmen wir den Studenten, der eine Seminararbeit schreiben soll. Es mangelt ihm nicht an Intelligenz und Erfahrung, diese Aufgabe zu planen, sie sich einzuteilen, beispielsweise jeden Tag eine Seite auszuarbeiten, bis nach zw...

Martin Koch

Balsam für die Seele

Von African Gospel bis Mozarts Zauberflöte, von den Trommelritualen der Hopi bis Heavy Metal: Die Formen des musikalischen Ausdrucks sind unerschöpflich und kulturell verschieden. Eines jedoch verbindet Menschen weltweit, nämlich die Lust, mit anderen zu singen oder zu musizieren. Das ist heute so und war vermutlich auch bei unseren frühen Vorfahren nicht anders. Dafür sprechen nicht zuletzt archä...

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ndPlusSebastian Loschert

Eine Weltsprache der Zukunft?

Man darf vermuten, dass eine bisher wenig beachtete Konfliktlinie verläuft zwischen Smiley-Nutzern und Smiley-Gegnern. Dabei könnten das fröhliche Gechatte der ersteren und die verbitterte Verweigerung der letzteren jederzeit in einen offenen Kulturkampf ausbrechen. Auf die Gegner müssen die letzten Jahre wie eine fortlaufende Beleidigung ihres guten Stils gewirkt haben. Nicht nur, dass längst kau...

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tgn

Bildungslexikon

Frauen-Weltspiele. In der Antike war Sport ausschließlich den Männern vorbehalten, selbst das Zuschauen war Frauen nicht erlaubt. Und auch die Teilnahme an den ersten neuzeitlichen Spielen 1896 wurde ihnen verwehrt. 1900, als die Olympischen Spiele im Rahmen der ersten Weltausstellung stattfanden, durften Frauen die Disziplinen Golf und Tennis ausüben. 1904 kam Bogenschießen, 1908 Tennis und Eisla...

ndPlusLena Tietgen

Unterschiede akzeptieren

Die Demokratisierung des Sportunterrichts scheint ein zäher Prozess zu sein. Noch zu Beginn der 1990er Jahre zählten körperliche Ertüchtigung und Leistung zu den pädagogischen Zielen. Nur langsam sickerten spielerische Formen in den Schulalltag. Pausenhöfe wurden zu Kletterlandschaften, Turnhallen zu Bewegungslandschaften und Psychomotorik Teil des Lehrplans. Mit dieser Hinwendung zu einem ganzhei...

Lena Tietgen

Reflexive Koedukation

Die Sportwissenschaft gilt als ein ausdifferenziertes interdisziplinäres Fach. Ihr Ursprung liegt in der Renaissance; Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie zur eigenständigen Disziplin. Der Sportunterricht geht indes auf die Antike zurück, wo die exercitia (Englisch: excercises, im Deutschen: Leibesübungen) der Erziehung des freien Mannes dienten. Im Mittelalter galt der Sportunterricht noch der rit...

ndPlusThomas Gesterkamp

Bloß keine Blöße geben

Im letzten Bundestagswahlkampf wagte sich der damalige SPD-Kanzlerkandidat auf schwieriges Terrain. Auf einer Veranstaltung im Berliner Wedding, einem Stadtteil mit hohem Anteil von Muslimen, zeigte Peer Steinbrück Verständnis für einen türkischen Vater, der seine Tochter vom Schwimmunterricht befreien wollte. »Wenn die Schulen es einrichten können, sollten sie Rücksicht auf die religiösen Gefühle...

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Christine Wittrock

Semana Roja

Es war in Spanien wie überall auf der Welt: Wenn sich das Kapital durch Demokratie, Gewerkschaften, Linke bedroht fühlt, greift es zum Faschismus, zur Diktatur, zum Terror. Am 18. Juli 1936 begann mit der »Semana Roja«, der »Roten Woche«, auch auf der kleinen Kanareninsel La Palma der Widerstand gegen den Staatsstreich des General Franco. In Tazacorte, einem kleinen Fischerort auf La Palma, d...

ndPlusReiner Tosstorff

Es begann in Marokko

Fast hätte der Putsch noch vereitelt werden können. Am Nachmittag des 17. Juli 1936 war in einer Garnison in der spanischen Kolonie im Norden Marokkos der Aufstandsplan entdeckt worden. Doch der befehlshabende General zögerte. Daraufhin schlugen die Putschisten zu. Sie verhafteten die wenigen regierungstreuen Offiziere, besetzten die wichtigsten Gebäude in der Stadt und erschossen den Bürgermeiste...

Seite 26
ndPlusKnut Henkel

Sammler sind der Fluch der Kakteen

Mexiko ist ein Hotspot der Kaktuspflanzen. Von den 1480 bekannten Arten haben rund sechshundert ihre Heimat in den trockenen Regionen von Baja California, Sinaloa oder Tamaulipas. Einer davon ist der Nopal-Kaktus, der neben Adler und Schlange auch das Staatswappen Mexikos ziert. Doch die Vielfalt der Kakteen ist gefährdet - von Sammlern, die Jagd auf seltene Arten machen. Cardón (Pachycereus ...

Martin Koch

Neuer Triumph für Darwin

Der anatomische Aufbau und das gesamte Design der Vogelfedern sind so komplex, dass dieses Phänomen niemals als Resultat eines Evolutionsprozesses erklärt werden kann«, schreibt der türkische Kreationist Harun Yahya in seinem Buch »Der widerlegte Darwinismus«, in dem es auch heißt, dass allein aufgrund der Federn der Vögel zwischen diesen und den Reptilien eine unüberbrückbare Kluft bestehe. »Die ...

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ndPlusIngrid Wenzl

Galgenfrist für den Golfstrom

Mögliche und tatsächliche Veränderungen der sogenannten thermohalinen Zirkulation im Atlantik, die wie eine riesige Umwälzpumpe kaltes Wasser zum Äquator und warmes Wasser Richtung Pole transportiert, sind Gegenstand zahlreicher aktueller wissenschaftlicher Arbeiten und Diskussionen. Das ist nicht verwunderlich, denn nach dem heutigen Stand der Forschung ist das Strömungssystem eng mit dem Klima d...

Stürmische Aussichten

Sie haben zusammen mit anderen Forschern in Ihrer aktuellen Studie herausgefunden, dass die Aktivität der subtropischen Randströmungen zunimmt. Welche Meeresströmungen sind das und wie funktionieren sie?Die Strömung an der Westseite der Ozeane ist wie ein ganz schmales Band, das sich der Küste entlang Richtung Pole schlängelt, sich vom Kontinent ablöst und dann weiter nach Osten wegzieht, während ...

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Horst Schwartz

Geschichte und Geschichten

Ein Déjà-vu. Wer sich in Nikosia (politisch korrekt: Lefkosia) direkt am Grenzübergang zwischen griechischem und türkischem Teil der Hauptstadt in das Café »Unterwegs« setzt, fühlt sich in die Zeit des Kalten Krieges versetzt. Zum Schutz der Gäste sind Sandsäcke aufgetürmt, und ein paar Meter weiter versperrt Stacheldraht den Weg. Spätestens beim Spaziergang durch die Umgebung, der an der Taverne ...

Seite 31
ndPlusHeidi Diehl

Immer den Schlössern nach

Hast du Lust, mit mir nach Polen zu fahren«, fragte Ulrich von Küster im Oktober 1991 seine Freundin Elisabeth. »Wieso ausgerechnet nach Polen«, wollte sie wissen. »Weil meine Familie da früher mal ein Haus hatte«, erklärte er. »Im Hirschberger Tal, in Schlesien.« »Da ich fürs Reisen schon immer zu haben war und von Schlesien genau so wenig wusste wie von den Fidschi-Inseln, war ich sofort da...

Seite 32
Christin Odoj

Und alles wieder von vorne

Das tiefe Schwarz des Mittelmeeres in der Nacht hat sie nie gesehen. Aber sie kann, wie alle elf Millionen Menschen, die aus Syrien geflohen sind, das Geräusch einer startenden Rakete nachmachen, nicht dumpf, wie es im Fernsehen klingt, sondern echt schrill, ein säuselndes Pfeifen, das sich im Kopf festdreht und dort für immer bleibt. Hiba al-Bassir kam 2013 mit ihrer Familie, dem Mann Khaled, der...