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Haftbefehle gegen 47 Journalisten

Ankara. In der Türkei sind Haftbefehle gegen 47 Mitarbeiter der Zeitung »Zaman« erlassen worden. Ein Behördenvertreter sagte am Mittwoch zur Begründung, »Zaman« sei das »Aushängeschild« der Hizmet-Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gewesen, den die türkische Regierung für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich macht. »Zaman« und die englischsprachige Ausgabe »Today's Zaman« hatten zur G...

UNTEN LINKS

Einfach Obst und Gemüse essen, wenn man gesund bleiben möchte - das war gestern. In einer langweiligen, eingemauerten, verblödeten kleinen Welt, in der man im Sommer Kirschen und im Winter Kohlrüben aß. Heute braucht man Superfood, wenn man überleben möchte. Es herrscht ein gefährlicher, globaler Wind, der alle möglichen Erreger einschleust oder auf dem Vögel ansegeln, die lebensgefährliche Virenl...

Hillary Clinton jetzt offiziell im Rennen

Philadelphia. Hillary Clinton geht als erste Frau für eine der beiden großen Parteien ins Rennen um das Präsidentenamt der USA. Ein Parteitag der Demokraten wählte am Dienstag in Philadelphia die frühere First Lady, Außenministerin und Senatorin zur Präsidentschaftskandidatin. Die 68-Jährige tritt bei der Wahl am 8. November gegen den Republikaner Donald Trump (70) an. Hauptredner am zweiten Konve...

NPD scheitert in Karlsruhe

Karlsruhe. Das Bundesverfassungsgericht wies am Mittwoch einen Eilantrag der rechtsextremen NPD auf Rückübertragung ihrer Parteizentrale in Berlin-Köpenick zurück. Die NPD hatte das Gebäude als Sicherheitsleistung abtreten müssen, weil sie die Parteienfinanzierung für das laufende Jahr nach einem möglichen Verbot zurückzahlen müsste. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hatte Mittel aus der P...

Rechtsradikale Todesengel

Der »IS« ist selbst rechtsradikal - gegen individuelle Freiheit, für überkommene Herrschaftsverhältnisse. Nichts braucht er so sehr wie den Triumph des Rassismus, den Sieg der Rechten in Europa.

Moderne Arbeitszeiten

Berlin. In seinem Film »Moderne Zeiten« gerät Charlie Chaplin als Arbeiter immer wieder in Schwierigkeiten. In den modernen Industriehallen, wo Maschinen den Takt vorgeben, ist kein Platz fürs Individuum, so die Botschaft des Films aus den 30er Jahren. Die standardisierte Massenproduktion am Fließband, die Chaplin hier karikierte, war aber auch Grundlage eines neuartigen Modells: Der Fordismus bel...

ndPlusVelten Schäfer

Von FPÖ bis CSU: Rechte Front gegen Merkel

Rechtspopulisten aus ganz Europa dichten Merkel nach dem Gewaltgeschehen der vergangenen Tage »blutige Hände« an. In die Kritik von FPÖ oder UKIP stimmen aber auch Partner der Kanzlerin ein und profilieren sich.

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Ein Jahr Gnadenfrist

Es ist ein exakt vorgezeichneter Weg vom Reißen des Maastricht-Ziels bei der Neuverschuldung bis hin zu Strafen. Zahlreiche Defizitverfahren gegen EU-Länder wurden bereits eingeleitet, aber bislang immer vor der Verhängung von Sanktionen eingestellt. Das Verfahren wurde im Stabilitäts- und Wachstumspakt aus dem Jahr 1997 festgelegt. Vor allem die deutsche Regierung drängte seiner Zeit darauf,...

ndPlusRalf Streck, San Sebastian

Spanien hui, Portugal pfui

Während Spanien zwei weitere Jahre Zeit für den Defizitabbau bekommen soll, ist man in Portugal wenig begeistert über den engeren Zeitplan.

Ralf Streck, San Sebastian

EU-Kommission bestraft Spanien und Portugal vorerst nicht

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lage in beiden Ländern habe sich die EU-Kommission laut eigener Aussage entschieden, Portugal und Spanien mehr Zeit für die Einhaltung des Stabilitätspakts zu geben.

Kurt Stenger

Geldstrafe von null Euro

Geldstrafen für Spanien und Portugal wegen hohem Haushaltsdefizit soll es nach dem Willen der EU-Kommission nicht geben. Machen solche Verfahren überhaupt Sinn? Und was zählt der Stabilitäts- und Wachstumspakt noch?

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ndPlusFabian Lambeck

»Samstags gehört Vati mir!«

»Samstags gehört Vati mir!« - unter diesem Slogan kämpften die westdeutschen Gewerkschaften seit 1956 für ein arbeitsfreies Wochenende und die 40-Stunden-Woche. Im Wirtschaftswunderland war es damals üblich, auch am Sonnabend zu arbeiten. Viele Beschäftigte waren mehr als 50 Stunden pro Woche in ihrem Betrieb. Die Arbeitgeber wollten anfangs keine Zugeständnisse machen und argumentierten, wie der ...

»Rote Lampen blinken an vielen Stellen«

Im Interview mit 
nd-Redakteur Jörg Meyer spricht der 
Diplom-Ökonom über die Herausforderungen, denen sich Gewerkschaften nach dem 
Ende des Fordismus gegenübersehen.

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Silvia Ottow

Debatte um das Wohlstandsfett

Mediziner buhlen mit diesen Eingriffen um Patienten. Da können die Krankenhausfunktionäre noch so beleidigt tun, den Vorwurf an einige Ärzte, »auf Euro komm raus« zu operieren, müssen sie erst einmal entkräften.

ndPlusGuido Speckmann

Der ärgste Irrsinn ist abgewendet

Irrsinn ist, das Gleiche wieder und wieder zu tun und sich daraus unterschiedliche Resultate zu erhoffen. So gesehen ist die von der europäischen Elite unverdrossen weiter verfolgte Austeritätspolitik irrsinnig.

Klaus Joachim Herrmann

5. (Friedens-)Kolonne

Hohe Gitter und Metalldetektoren am Kiewer Maidan und den Zugängen zur Innenstadt mochten als Maßnahme zum Schutz der sanft singenden Friedensfreunde der ukrainisch-orthodoxen Prozession durchgehen. Anderes nicht.

ndPlusAlexander Ludewig

Ein neuer Traum

»Olympiasiegerin werden!« - dieser Traum begleitet Julija Stepanowa fast das ganze Leben. Anfangs half der Leichtathletin der Gedanke an diesen unvergleichlichen Erfolg: Er war Antrieb, dem elterlichen Haus in Kursk zu entkommen. Der Vater war alkoholkrank und ließ seine Aggressionen an Julia und ihrer Mutter aus. Später trieb sie diese Sehnsucht ins Verderben: Im Jahr 2013 wurde die 800-Mete...

ndPlusStefan Heimlich

Beim Dösen immer schön wach bleiben!

Für Autofahrer gibt es wohl nichts Nervigeres als den gepflegten Stau am Morgen. Eine unnütze, sich ständig wiederholende Zeitverschwendung. Wie schön wäre es, wenn man diese Zeit sinnvoll nutzen könnte. Beispielsweise einen Kaffee schlürfen und gleichzeitig die Zeitung lesen! Bald schon wird so etwas gar kein Problem mehr sein, locken die Hersteller und singen das hohe Lied des autonomen Fahrens....

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Heimkehrer sind Problem

Berlin. Nach Ansicht der EU-Polizeibehörde EUROPOL gebe es keinen Grund anzunehmen, dass die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) Flüchtlingsbewegung systematisch nutzt, um Attentäter in die EU einzuschleusen. Wohl aber bereiten den Fachleuten heimgekehrte sogenannte »foreign fighters« Sorgen. Dabei handelt es sich um radikalisierte Personen, die in Syrien oder Irak gekämpft haben. EUROPOL sc...

BKA schwimmt im Darknet mit

Berlin. Nach den Anschlägen der letzten Woche wird intensiv über die Abgründe des sogenannten Darknet diskutiert. Dieses mehr oder weniger geheime Netz des Internets ist für die Polizei kein gar so unbekanntes Terrain, ließ BKA-Präsident Holger Münch am Mittwoch in Wiesbaden bei der Vorstellung des »Bundeslagebildes Cybercrime 2015« erkennen. Man sei mit verdeckten Ermittlern ebenso wie mit V-Leut...

Ralf Hutter

Barden trotzen der Terrorangst

Großveranstaltungen sind für Sicherheitsbehörden in diesen Tagen der blanke Horror. In Nürnberg naht mit dem Bardentreffen eine solche.

ndPlusRené Heilig

Einfach nicht zu ignorieren

Die französische Tageszeitung »Le Monde« zeigt künftig keine Bilder mehr von Terroristen und will auf die Veröffentlichungen von IS-Propagandamaterial verzichten. Moralisch löblich, doch praktikabel?

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Jugendprojekt - nur ein Klotz am Bein?

Berlin. Das von Russland vor rund einem Jahr in Kraft gesetzte umstrittene Gesetz über «unerwünschte» ausländische Organisationen ist bis heute auf keine deutsche Nichtregierungsorganisation angewandt worden. Das teilte die Bundesregierung auf Fragen der LINKEN im Bundestag mit. Das Gesetz hatte für internationale Empörung gesorgt, das US-Außenministerium nannte es ein weiteres Beispiel für die Un...

Hagen Jung

Wählerfrust ausgeschwitzt

Unter dem Motto »Fit zur Wahl« sind Aktivisten des DGB durch Mecklenburg-Vorpommern getourt. Die Gewerkschafter wollten für den 4. September zur Wahl einer demokratischen Partei ermuntern.

Aert van Riel

Bloß nicht positionieren

Nicht alle linken Sozialdemokraten wollen sich bereits jetzt auf eine Ablehnung von CETA festlegen. Einige von ihnen suggerieren, dass noch positive Änderungen an dem Vertrag möglich seien.

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Kurden im Fadenkreuz

In Aleppo und Manbidsch sind 400 000 Menschen von humanitärer Hilfe abgeschnitten. Bei einem Anschlag in der nordwestsyrischen Stadt Kamischli starben 56 Menschen.

Karin Leukefeld, Nikosia

Ruhe im Auge des Sturms

Die Entwicklungen in der Türkei haben bislang keine Auswirkungen auf die Bemühungen, die Teilung Zyperns zu überwinden, sagt dessen Präsident Nikos Anastasiades. Das muss allerdings nicht so bleiben.

ndPlusDenis Trubetskoy, Kiew

Ukraine: Kein Friede mit dem Friedensmarsch

Die dreiwöchige Friedensprozession der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats erreichte am Mittwoch Kiew. Durch die ukrainische Hauptstadt durften die Gläubigen jedoch nicht ziehen.

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Opposition auf den Straßen von Jerewan

Jerewan. Ausgelöst von Strompreiserhöhungen kam es auch am Dienstagabend wie an Vortagen zu Demonstrationen Tausender Menschen in der armenischen Hauptstadt Jerewan. Die Proteste wurden mehrfach mit dem Schlagwort »Elektromaidan« versehen. Russische Politiker wie der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates, Konstantin Kosachew, werden mit dem Hinweis zitiert, es könne dem Land...

Hans-Ulrich Dillmann,
Santo Domingo

Haiti stellt auf Anfang zurück

Nach der Annullierung der Präsidentschaftswahlen im Vorjahr in Haiti werden die Wahlberechtigten am 9. Oktober erneut zu den Urnen gerufen.

Elite vor Strafverfolgung geschützt

Die mazedonischen Parteien haben sich nach einer monatelangen Krise und Massenprotesten auf Neuwahlen und eine Medienreform geeinigt. Wie sind die Pläne zu bewerten? In der Abmachung wird die Protestbewegung komplett ignoriert. Die Forderungen der Demonstranten werden nicht erfüllt, es handelt sich um ein Zugeständnis an die herrschende Elite. Bis zu den voraussichtlichen Neuwahlen im Dezember sin...

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Minigewinne für die Deutsche Bank

Frankfurt am Main. Nach einem herben Gewinneinbruch deutet die Deutsche Bank eine härtere Gangart bei ihrem Radikalumbau an. »Ich möchte hier nichts beschönigen: Sollte es bei diesem schwachen wirtschaftlichen Umfeld bleiben, müssen wir bei unserem Umbau noch ehrgeiziger werden, als wir es ohnehin schon sind«, erklärte Konzernchef John Cryan am Mittwoch. »Und wir werden schon jetzt alles daran set...

ndPlusHaidy Damm

Bahn will mehr Sicherheitskräfte

Im vergangenen Jahr lief es nicht so gut bei der Bahn. Bei der Halbjahresbilanz am Mittwoch gab sich der Vorstand optimistisch. Trotz stagnierender Umsätze konnte der Gewinn gesteigert werden.

ndPlusSilvia Ottow

Vorsicht mit dem Magenband

Im neuesten Krankenhausreport hat die Barmer GEK Eingriffe zur Bekämpfung der Fettleibigkeit untersucht. Deren Zahl steigt an, doch die Resultate sind nicht in jedem Fall überzeugend.

Simon Poelchau

Facebook feiert Rekordgewinn

1,7 Milliarden aktive Nutzer hat Facebook derzeit. Die bringen dem Internetunternehmen eine Menge Werbegelder ein. Dabei ist ein US-Amerikaner für das Unternehmen achtmal so lukrativ wie ein Asiat.

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Uwe Kraus

Drogen im Kirchturm

Der pensionierte Tierarzt Dietmar Küchenmeister sammelte während seines Berufslebens Magen-, Gallen- und Nierensteine wie auch Föten, eine Trichinenfreiheitsbescheinigung von 1884 ebenso wie einen Impfstab und alte Instrumente, von denen selbst die Hersteller von heute nicht mehr so recht wissen, wozu sie dienten. Sein Museum befindet sich auf dem geschichtsträchtigen Gehöft der Familie im Vorharz...

Hans-Ulrich Dillmann

Zikamücke im Winterschlaf

Wer viel und weit reist, muss damit rechnen, sich mit Krankheiten zu infizieren, die in Europa unbekannt sind. Zum Beispiel mit dem Zika- oder Chikungunya-Virus. Beide werden von Mücken übertragen.

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Studie: Berlins Finanzlage ist entspannt

Die Finanzsituation Berlins hat sich nach einer Studie in den vergangenen Jahren trotz hoher Sozialausgaben entspannt. Um neue Schulden zu vermeiden, habe das Land jedoch die Bauunterhaltung und Sachinvestitionen auf ein sehr niedriges Niveau zurückgefahren, heißt es in der Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. »Ein solcher Kurs wird dauerhaft nicht durchzuhalten sein«, warnt das U...

Am Samstag auf die Straße gegen Nazis

Anti-Nazi-Bündnisse rufen für Samstag zu mehreren Demonstrationen gegen den rechten Aufmarsch von Pro Deutschland und »Wir für Berlin - Wir für Deutschland« auf. Die Rechtsradikalen laufen bereits zum dritten Mal.

Rigaer 94: 500 Menschen kontrolliert

Wie jetzt bekannt wurde, hat die Polizei bei ihren Kontrollen rings um das auch von Linksautonomen bewohnte Haus in der Rigaer Straße in Friedrichshain Hunderte Menschen in ihrem Informationssystem gespeichert.

Eine Frage der Ehre

Zu praktisch jeder Tag- und Nachtzeit sah ich den kurdischstämmigen Nachbarn in dem Alte-Männer-Kulturvereinscafé rumhängen. Monat für Monat, Jahr für Jahr. »Warum bist Du immer hier?«, fragte ich ihn irgendwann. »Weil meine Frau zu Hause ist«, antwortete er. »Ich ertrage sie nicht. Sie ist eine Landpomeranze.« Sie wolle nur kochen, sich um die Kinder kümmern. Sie wolle nicht raus und er wolle sie...

ndPlusSimon Brost

Linke fordern dritten Weg für Türkei

Nach dem versuchten Militärputsch in der Türkei suchen Linke nach einem Ausweg. »Weder Militär- noch AKP-Diktatur« lautete der Titel einer Veranstaltung in Kreuzberg am Dienstagabend.

Jungfräulichkeit geht nur abstrakt

Sie arbeiten mit männlichen Jugendlichen aus »Ehrenkulturen«. Warum sagen Sie nicht einfach: mit muslimischen Jugendlichen?Es betrifft einen größeren Kreis: Christliche Armenier weisen ähnliche patriarchale Familienstrukturen auf wie Muslime aus dem Nahen Osten. Das gleiche gilt für den Balkan oder ehemalige Sowjetrepubliken. In Bosnien sind diese Strukturen natürlich andere als in Katar oder Ägyp...

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Begegnung in Kreuzberg aufgeschoben

Im Oktober 2015 begann die Bürgerbeteiligung für das Vorhaben, aus der Kreuzberger Bergmannstraße eine Begegnungszone zu machen. Nun soll eine anderthalbjährige Testphase starten. Dafür sollen temporäre Module installiert werden. Dabei handelt es sich um Gehsteigerweiterungen, die zum Beispiel mit Radständern oder Sitzgelegenheiten ausgestattet werden können. Die Bürgerbeteiligung läuft in der Zei...

ndPlusNicolas Šustr

Grüner Sozialwahlkampf

Die Grünen werden oft nicht als Sozialpartei wahrgenommen. Auf Großplakaten für den Wahlkampf heißt es nun: »Berlin geht nur zusammen." In einem Positionspapier führt die Partei ihre Ziele für die neue Legislatur aus.

ndPlusAndreas Fritsche

Syrer vermisst Frau und Kinder

Seit Dienstag kommen syrische Familienväter täglich zu einer Mahnwache vor dem Auswärtigen Amt in Berlin zusammen. Sie fordern eine Lösung für ihr Problem: die langen Wartezeiten für den Nachzug ihrer Frauen und Kinder.

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Looping in der Einflugschneise

Mörfelden-Walldorf. Von der Startbahn West bis zur Nordwest-Landebahn: Jahrzehntelang hat sich das hessische Mörfelden-Walldorf im Kampf gegen die Erweiterung der Flughafens von Frankfurt am Main engagiert. Nun soll das Banner, das sich gegen den Ausbau des Flughafens richtet, vom Rathaus in Walldorf entfernt werden. Am Wasserturm ist es bereits verschwunden (l.). Die Entfernung der Banner bis End...

Verband: Länder puschen Abi-Noten

Das bundeseinheitliche Abitur liegt wegen des Bildungsföderalismus in weiter Ferne. Immerhin wird es 2017 einen gemeinsamen Aufgabenpool der Länder geben. Das ist zu wenig, sagen Kritiker.

Hagen Jung

Lieber im Hörsaal als auf der Parkbank

»Vom Trog zum Teller« ist ein Vortrag betitelt, der sich mit dem Zusammenhang von Tierfutter und menschlicher Ernährung befasst, ein anderes Referat widmet sich dem Handelsabkommen TTIP. Und wer es lieber klassisch mag, wählt vielleicht ein Seminar zu »Tragikthemen und attische Tragödie«. Drei Beispiele nur aus dem umfangreichen Programm der Seniorenakademie von Rostock (Mecklenburg-Vorpommern). M...

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Mal stark, mal schwach, immer Mensch

KünstlerInnen aus dem Offenen Atelier St. Hedwig analysieren in ihren Bildern die menschliche Existenz. In der Ausstellung werden figurative Arbeiten mit abstrakten Arbeitsweisen in eine spannungsreiche Beziehung gesetzt. Im Zentrum stehen die Werke der aus Italien stammenden Künstlerin Linda Soravia. Sie setzt sich in ihrer künstlerischen Praxis seit vielen Jahren intensiv mit der menschlichen Fo...

Die eigene Geschichte selbst erzählen

Ein Filmprojekt des Berliner Zentrums Überleben mit der Begegnungsstätte Schloss Gollwitz für junge Flüchtlinge geht in die heiße Phase. 14 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 27 Jahren aus Afghanistan, Syrien, Albanien, der Türkei, dem Iran und Somalia entwickelten und drehten rund um Schloss Gollwitz nahe Brandenburg an der Havel eigene Videofilme. Ab Donnerstag geht es in die Postproduktion...

Doris Weilandt

Eine Stadt sucht ihren ungeliebten Ehrenbürger

Am 22. Mai wäre der Dichter und DDR-Kulturfunktionär 125 Jahre alt geworden. Im thüringischen Jena, wo sich der junge Becher nach schwerer Krise einst wiederfand, ist eine Ausstellung über ihn zu sehen.

Jürgen Amendt

Der Kachelofen bleibt

Manche Ortsfremde, die den Namen »Kino Intimes« zum ersten Mal hören, assoziieren damit ein Programm, das schlüpfrige Phantasien weckt. Die werden nicht bedient. Intim geht es in dem Lichtspielhaus dennoch zu.

ndPlusRolf Schraa, Duisburg

»Sie lassen komplett die Hose runter«

Güterschiffe auf dem Rhein im romantischen Sonnenlicht schmücken viele Touristenfotos. Die Frachter gelten als umweltfreundliche Alternative zum Lkw. Doch auch sie stoßen Schadstoffe aus.

Christian Baron

Gegen die heteronormative Kackscheiße

Wo die Stücktexte weniger auf den ganz großen politischen Zusammenhang, sondern auf Identität und das Politische im Privaten abzielen, da kristallisierten sich im Gorki-Programm wahre Perlen heraus.

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Netflix greift zu

Die Geschichte um die Enthüllungen der sogenannten Panama Papers soll verfilmt werden. Wie der britische »Guardian« und die Presseagentur PA berichteten, ist sich die Streamingplattform Netflix mit Bastian Obermayer und Frederik Obermaier über die Exklusivrechte zur Verfilmung ihre Buches »Panama Papers: Die Geschichte einer weltweiten Enthüllung« einig geworden. Das bestätigten die beiden Investi...

Serge Dorny im Recht

Die fristlose Kündigung des designierten Semperoper-Intendanten Serge Dorny im Frühjahr 2014 war unwirksam. Das Oberlandesgericht in Dresden wies die Berufung des Freistaates Sachsen mit Beschluss vom 20. Juli als »offensichtlich unbegründet« zurück, wie das Gericht in Dresden mitteilte. Das sächsische Kunstministerium kündigte eine Prüfung des Urteils an. Möglich ist noch eine Nichtzulassungsbesc...

Georg Leisten

Verkrüppelt, aber aufrecht

Sie schleppen sich ab: an den Tornistern, den Fahnen, dem ganzen erdfarbenen Schmutz und Schlamm, aus dem sie gemalt scheinen. Manchmal strauchelt einer, doch die Füße bleiben immer auf der Erde. So mächtig wie hier war die Schwerkraft später nicht mehr im Werk von Georg Baselitz. 1969 wurde der Künstler bekannt, indem er die Motive um 180 Grad drehte und die Figuren von oben ins Bild hinunterhäng...

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ndPlusFriedemann Kluge

Was in Serbien geschah ...

Dass Stalin Tito, als dieser noch nicht in Ungnade gefallen war, einen kostbaren, edelsteinbesetzten Säbel vermachte, ist verbürgt. Dass dieser Säbel in den Wirren des untergehenden Jugoslawien auf geheimnisvolle Weise abhanden kam, ist ebenfalls eine Tatsache. Alles andere, was Ivan Ivanji drumherum erzählt, ist Fiktion. Und was für eine! Es scheint, als habe das komplette Strafgesetzbuch be...

Florian Schmid

Das finstere Europa

Drago Jančars im slowenischen Original bereits 1978 erschienener Roman »Der Galeerensträfling« kam auf Deutsch schon einmal Anfang der 1990er Jahre unter dem Titel »Der Galeot« heraus. Nun liegt eine neu durchgesehene Ausgabe des fulminanten historischen Romans vor. Damals glaubten manche, in dem von der Geschichte zerrissenen Helden Johannes Ott, der durch ein chaotisches und gewalttätiges Europa...

ndPlusIrmtraud Gutschke

Nur zwei von vielen Getöteten

Nach »Kornblumenblau« nun »Pfingstrosenrot« - der zweite Fall für die Belgrader Kriminologin Milena Lukin. Dem Autorenduo Christian Schünemann und Jelena Volic ist zu gratulieren; hoffentlich bringen sie noch viele Bände zusammen heraus. Schünemann, geboren 1968 in Bremen, hat Slawistik studiert und einige Jahre in Moskau und Bosnien-Herzegowina gearbeitet. Zudem ist er schon längst ein versi...

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Milliardenteuer

 Mit dem durch den Rundfunkbeitrag erzielten jährlichen Einnahmen von rund 8,3 Milliarden Euro werden 22 öffentlich-rechtliche Fernseh-, 67 Radiosender und eine Vielzahl von Online-Plattformen mit insgesamt mehr als 25 000 festen Mitarbeitern finanziert.  Mittlerweile haben alle ARD-Anstalten außer dem Hessischen Rundfunk auf ihren Webseiten die Intendanten-Gehälter offengelegt. nd...

Absage

Nach dem Amoklauf von München hat die Bayerische Staatsoper die für kommenden Sonntag geplante Open-Air-Veranstaltung »Oper für alle« vorläufig abgesagt. Grund ist der ökumenische Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer und Verletzten, der zeitgleich stattfindet. »Die Meistersinger von Nürnberg« sollen zwar wie geplant zum Abschluss der Opernfestspiele aufgeführt, aber nicht aus dem Nationaltheater...

Herr über den Broadway

Der amerikanische Theater-Mogul James M. Nederlander ist im Alter von 94 Jahren gestorben, wie die »New York Times« am Dienstag (Ortszeit) berichtete. Sie berief sich auf Nick Scandalios, den Vize-Präsidenten der Nederlander Organization. Nach seinen Angaben starb Nederlander am Montag, eine Todesursache nannte er nicht. Beinahe ein halbes Jahrhundert hatte Nederlander über ein Theater-Imperium ge...

Keine Arbeit ohne Struktur

Das für seine Klimt-Sammlung berühmte Belvedere in Wien bekommt nach großen Querelen eine neue Leitung. Die Geschäftsführung des Museums wird ab 2017 wegen Verstößen gegen hausinterne Verhaltensregeln neu aufgestellt, wie Kulturminister Thomas Drozda am Mittwoch in Wien mitteilte. Der Vertrag der langjährigen Direktorin Agnes Husslein-Arco werde mit Ende des Jahres nicht verlängert. Eine bereits e...

Jens Grandt

Geschätzt und verfemt

In der Person Barthels geht die deutsche Dichtung, voller Musik und dem gewaltigen Gefühl der Natur (einem kosmischen Gefühl), in den Dienst der Revolution«, schrieb Ossip Mandelstam 1925 über einen kraftvoll aufsteigenden Ikarus, der als gefallener Engel in der Verdammnis endete. Der kleine Kunstblatt Verlag Dresden hat einige der schillernden Federn zusammengelesen, die es wert sein sollten, den...

Die Einschaltquote ist nicht alles

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht seit Lamgem in der Kritik. Den Sendeanstalten von ARD und ZDF wird verschwenderischer Umgang mit Gebühren und ein Programm vorgeworfen, das den Privatsändern immer ähnlicher werde.

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ndPlusCaroline M. Buck

Rennen gegen die Nazis

„Zeit für Legenden“ ist ein ernsthafter, aber leicht weichgezeichneter Film. Er zieht es vor, einem US-Publikum den Spiegel vorzuhalten, als über den Lebensweg des Jesse Owens aufzuklären.

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ndPlusFrank Hellmann, Fulda

Der Einzelne sollte mehr im Fokus stehen

DFB-Sportdirektor Hansi Flick fordert, in der Nachwuchsentwicklung mehr auf die individuellen Fähigkeiten der Spieler zu achten. Die Spielidee der Nationalmannschaft soll sich dagegen nicht ändern.

Frank Thomas

Russische Sportler wollen ihren Olympiastart einklagen

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, steht weiter in der Kritik. Es wird bereits sein Rücktritt gefordert. Außerdem muss sich das IOC auf eine Klagewelle russischer Athleten einstellen.

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Sintflutartige Regenfälle fordern Opfer in Nepal

Kathmandu. Durch Erdrutsche und Überschwemmungen nach teilweise sintflutartigen Regenfällen sind in Nepal mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden in der Hauptstadt Kathmandu am Mittwoch mitteilten, wurde ein weiterer Anstieg der Opferzahlen in beinahe allen Landesteilen befürchtet. Allein im zentralen Bezirk Pyuthan seien nach einem Erdrutsch 15 Todesopfer geborgen worden. Vom ...

Linienflüge ins ewige Eis

Eine Expedition ins ewige Eis. Was bisher Forschern und Militärs vorbehalten ist, soll künftig auch Touristen ermöglicht werden. Die Flüge sollen vom argentinischen Ushuaia in die Antarktis starten.

Abschied von »Philae«

Köln. Endgültiger Abschied von »Philae«: Gut eineinhalb Jahre nach Landung des Minilabors auf dem Kometen Tschuri haben Raumfahrtingenieure am Mittwoch die letzte Verbindungsmöglichkeit zur Landesonde gekappt. Dies bestätigte der Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, Andreas Schütz. »Damit endet eine für Öffentlichkeit und Wissenschaft faszinierende und erfolgreich...