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Brasilien stoppt Staudammprojekt

Brasília. Das größte geplante Infrastrukturprojekt Brasiliens, ein gigantisches Wasserkraftwerk im Amazonasgebiet, darf nicht verwirklicht werden. Die Umweltbehörde Ibama verweigerte die für den Bau am Tapajós-Fluss im Bundesstaat Pará notwendige Umweltlizenz, wie am Donnerstagabend bekannt wurde. Geplant war dort ein Staudamm über 7,6 Kilometer Länge, das Wasserkraftwerk sollte über 8000 Megawatt...

Weltbank lockert Regeln für Kredite

Washington. Die Weltbank führt trotz scharfer Kritik von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen neue Regeln für die Finanzierung ihrer Projekte in Entwicklungsländern ein. Der Verwaltungsrat der einflussreichen Entwicklungsbank stimmte nach vierjähriger Debatte in Washington den neuen Umwelt- und Sozialstandards zu - und erntete umgehend Ablehnung. Die Leiterin des Oxfam-Büros in Washington...

UNTEN LINKS

Der Trend geht zur Frau. Auch wenn uns alle Tage Studien auf den Tisch flattern, in denen die Unterprivilegierung, Unterbezahlung und Unterschätzung der Frauen in Wirtschaft, an Hochschulen und andernorts vorgerechnet werden, darf man (frau) nicht missmutig werden. Denn wenigstens in der Politik hat man ein gewisses Problembewusstsein für das ganz offensichtliche geschlechterbezogene Missverhältni...

Solidarität statt Koalitionsdisziplin

Berlin. »Geschlechtergerechtigkeit war für diese Koalition ein Fremdwort«, sagt Evrim Sommer (LINKE) über die Arbeit des scheidenden Berliner Senats. Auch Anja Kofbinger (Grüne) ist der Meinung, Rot-Schwarz habe »fünf Jahre verpennt«, wie sie im Gespräch mit »nd« sagt. Ina Czyborra, frauenpolitische Sprecherin der SPD im Abgeordnetenhaus, ist der Meinung, dass es schwer sei, Frauenpolitik auf der ...

Nun wird auch die AKP »gesäubert«

Istanbul. Drei Wochen nach dem Putschversuch in der Türkei geht die Regierungspartei AKP nun auch gegen mögliche Unterstützer des Umsturzes in den eigenen Reihen vor. In einem Rundschreiben, aus dem die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag zitierte, ordnete Vizeparteichef Hayati Yazici eine »dringende Säuberung« an, um mögliche Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen aus der...

ndPlusFabian Lambeck

Gummiparagraf

Wenn die Polizei derart leichtfertig wie bisher Reizgas zum Einsatz bringt, muss man sich als Demonstrant schützen dürfen. Zumal der entsprechende Paragraf so unbestimmt ist, dass er wie ein Gummiparagraf wirkt.

Als Neuland noch neu war

Berlin. Wann genau das Internet »erfunden« wurde, ist Gegenstand vieler Debatten. Wann der erste Link in die Welt kam, um eine Website zu erreichen, ist bekannt: am 6. August 1991. Was der Informatiker Tim Berners-Lee damals in Gang setzte, hat das Leben weltweit gravierend verändert. Es mutet heute so weit entfernt an - und ist doch erst ein Vierteljahrhundert her. Das zeigt zweierlei. Erste...

ndPlusFabian Lambeck

Plastikfolie ist Schutzbewaffnung

Weil sie eine Plastefolie mit dem Aufdruck »99 Prozent« auf dem Kopf trug, soll eine Blockupy-Aktivistin nun 600 Euro zahlen. Die Richterin sah in der Folie eine passive Bewaffnung.

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Kurt Stenger

Sozialdumpingwettlauf

Was Weltbankchef Jim Yong Kim als »bestmöglichen Kompromiss« bezeichnet, ist eine Niederlage für bessere Umwelt- und Sozialstandards. Ruinöser Dumpingwettlauf macht auch vor Entwicklungskrediten nicht halt.

ndPlusRené Heilig

Tiefenprüfung bei Ulbig

Ein AfD-Abgeordneter wirft dem sächsischen Innenminister vor, Pegida staatliche Gelder zur Verfügung gestellt zu haben. Dieser weiß von nichts. Wieso sollte er jetzt über Geld reden? Bisher hat er auch geschwiegen.

Martin Ling

Südafrika braucht Erneuerung

Der ANC hat hat kräftige Einbußen bei den Kommunalwahlen. 40 Prozent Arbeitslosigkeit mehr als 20 Jahre nach Ende der Apartheid sind ein dürftiges Zeugnis für eine Regierung, die die Armen ermächtigen wollte.

Hendrik Lasch

Dynamit-Hardy

Hardy Peter Güssau ist zu einer Belastung für die Koalition geworden. Die Affäre sei ein »politischer Sprengsatz« für das bundesweit erste Regierungsbündnis aus CDU, SPD und Grünen, sagen Kommentatoren.

ndPlusMartin Leidenfrost

Bei der reichsten Volksgruppe

Da wir Deutschen Roma automatisch als die Ärmsten der Armen ansehen, überrascht ihr Status in Moldawien: Im ärmsten Land Europas sind sie nach allem äußeren Anschein die reichste Volksgruppe unter den Bewohnern.

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Akkuratesse

Wer hat denn da die Ähren gestutzt? Westlich von München lockt seit ein paar Tagen ein 180 Meter großes, mysteriöses, florales Symbol zahlreiche Schaulustige ins Kornfeld. Während so manch Besucher in dem symmetrischen Gebilde wohl endlich wieder einen Beweis für extraterrestrische Aktivitäten erblickt, stellte der betroffene Bauer bereits Strafanzeige gegen Unbekannt. So oder so, wir zollen Respe...

Olympia und Doping

RBK, Russland Müde Brasilianer Es ist binnen weniger Jahre das zweite sportliche Großprojekt, in das Brasilien investiert. 2014 fand hier die Fußball-WM statt, die nach verschiedenen Schätzungen zwischen 11 und 15 Milliarden US-Dollar gekostet hat. Doch das Land ist der riesigen Ausgaben müde, denen die Führung früher zugestimmt hatte. Nach jüngsten Umfragen freut sich mehr als die Hälft...

ndPlusTom Strohschneider

Dauerverstärkte Herrschaftserzählung

Die Annahme ist gerechtfertigt, dass eine Mehrheit eine Partei dann für besonders »wirtschaftskompetent« hält, wenn sie die Interessen »der Wirtschaft« vertritt. Das macht die Union in der Tat sehr gern.

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ndPlusVelten Schäfer

Leichter rein als raus

Die Bundeswehr gilt heute als »Berufsarmee« - doch einfach kündigen kann man diesem Arbeitgeber nicht immer. Seit Juni 2014 gab es laut der Antwort auf eine Anfrage der Linksparteiabgeordneten Kunert 469 KDV-Anträge.

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Wie alles begann

 12. März 1989: Unzufrieden mit dem Informationschaos bei seinem Arbeitgeber (dem schweizerischen Teilchenforschungszentrum CERN), skizziert der britische Physiker Tim Berners-Lee in einem Aufsatz die Grundzüge eines »WorldWideWeb« (WWW). Dieses soll es ermöglichen, Daten von verschiedenen Rechnern mittels »Links« aufeinander verweisen zu lassen und leichter zugänglich zu machen. 24. Dezember 19...

Sebastian Bähr

Weltklasse bei Überwachung

Nach einer Untersuchung der Menschenrechtsorganisation »Privacy International« ist Deutschland der weltweit viertgrößte Produzent von Überwachungstechnik. 42 hiesige Unternehmen würden demnach Programme zur Bespitzelung entwickeln und auch ins Ausland exportieren. Nur die USA (122), Großbritannien (104) und Frankreich (45) verfügen über eine größere Überwachungsindustrie.»Privacy International« ha...

ndPlusFabian Köhler

Die Verlinkung der Welt

Vor 25 Jahren stellte ein Informatiker einen Link bereit, um über diesen »ins Netz« gehen zu können. Das WorldWideWeb war geboren. Heute kann jedes Kind auf eine gigantische Menge an Wissen zugreifen.

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Heinz Krieger, Valencia

Der Islamische Staat spricht auch Spanisch

Die IS-Drohungen kamen bisher außer auf Arabisch meist in englischer Sprache. Jetzt wurden nach Erkenntnissen der Geheimdienste Spanischübersetzer angeheuert. Für Spanien ein Warnsignal.

Irina Wolkowa, Moskau

Politische Artistik beim Dreiergipfel

Ein ungewohntes Treffen und wichtige Vorbereitungen zum Gipfel Russland-Türkei sieht am Vortag die Hauptstadt Aserbaidschans.

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ndPlusRené Gralla

Egal, wie das Referendum ausgeht

Nach gut zwei Jahren Militärherrschaft stimmen die Thailänder an diesem Sonntag über eine neue Verfassung ab. Nach Ansicht des Oppositionsführers Jaran Ditapichai sind Manipulationen zu befürchten.

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ndPlusRalf Klingsieck, Paris

Lobbyisten sollen an die Leine gelegt werden

Ein neues Gesetz soll in Frankreich mehr Transparenz ins Wirtschaftsleben bringen. Recht klare Konturen hat die künftige Regelung für Lobbyisten. Die Interessenvertretung von Branchen wird als legitim angesehen.

Peter Stäuber, London

Britischer Arbeitsmarkt unter Druck

Die britische Wirtschaft steuert auf unbeständige Zeiten zu. Mit einer deutlichen Warnung über die Folgen des Brexit kündigte der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, am Donnerstag ein umfassendes Maßnahmenpaket an, um die Wirtschaft zu stützen. Unter anderem senkte die Zentralbank den Leitzins von 0,5 auf 0,25 Prozent - so tief lag er noch nie - und stellte eine Reihe von Wertpapierkäufen...

Simon Poelchau

Brexit vermiest die Stimmung

Der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union könnte auch für die hiesige Wirtschaft negative Folgen haben. Neben Handelseinbußen drückt die Wirtschaft vor allem die gestiegene Unsicherheit.

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Schöpfer des Begriffs »evangelisch«

Ohne Martin Luther gäbe es kein »evangelisch«: Das Wort gehöre zu den Begriffen, die der Reformator eigens geschaffen habe, um das Neue an seiner Theologie herauszustreichen, schreibt der Rostocker Professor für deutsche Sprach- und Literaturgeschichte des Spätmittelalters, Franz-Josef Holznagel, in der neuen Ausgabe der Zeitschrift »Bibelreport«. Auch die Worte »Buße« und »Rechtfertigung« gehörte...

PEN-Präsident widerspricht Jelinek

Der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger, hat Kritik von Elfriede Jelinek am angeblich mangelnden Einsatz des Schriftstellerverbands für Erdogan-Kritiker in der Türkei zurückgewiesen. Er sei »seit drei Wochen mit nichts anderem befasst als mit der Türkei«, sagte Haslinger im Deutschlandradio Kultur.Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin hatte die vermeintliche Untätigke...

Einfach verschwinden

Man möchte meinen, dass das Verschwinden in einer Welt, die von immer ausgefeilteren Überwachungs- und Medientechniken geprägt ist, ein schwieriges Unterfangen darstellt. Dies gilt aber nur für die Objekte der staatlichen Kontrolle und des Massenkonsums. Den Herren (und wenigen Damen) der Welt ist das Verschwindenlassen von Dingen, Menschen oder Informationen dagegen ein Leichtes, wie das Schicksa...

ndPlusChristian Baron

Rasant ins selbst geschaufelte Grab

Weil rechte Schreihälse die Oberhand gewonnen haben, scheint es fast unmöglich geworden, eine dringend notwendige Medienkritik zu formulieren, der auch eine Analyse der politischen Ökonomie zugrunde liegt.

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ndPlusKarlen Vesper

Fair und frei

Die Arbeiterolympiade sollte frei, fair und links sein. Sie wurde in Ablehnung der "bürgerlichen Spielen" geschaffen. Angesichts des unwürdigen Gezeters der vergangenen Tage schaut man wehmütig zurück.

Trotz alledem?

Herr Gottlob, Herr Frey, angesichts von Zika, Terror, Doping und Organisationschaos rückt der Sport in Rio ziemlich in den Hintergrund. Freuen Sie sich auf die Spiele? Frey: Trotz allem! Sport findet in einer Welt statt, die so ist wie sie ist. Olympia als größtmögliche Bühne öffentlicher Aufmerksamkeit ist da besonders betroffen. Gleichwohl geben wir uns Mühe, die Spiele vor allem sportlich ...

Roberto Becker

Ein guter Jahrgang

Katharina Wagner kassierte nach der Wiederaufnahme ihres »Tristan« vom letzten Jahr einige Buhs als Regisseurin. Ist halt so, wenn man statt auf dem Schiff oder in lauschiger Sommernacht mit einem Treppenlabyrinth und einem Gefängnishof der Entgrenzung der Leidenschaft auf der Spur ist. Dass sie ihren Job als Festspielchefin so schlecht nicht gemacht haben kann, ist schon daran zu erkennen, dass a...

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ndPlusThomas Roser, Pristina

Ein ganzes Land im Olympiafieber

Vor seiner Premiere bei den Sommerspielen in Rio steht Kosovo Kopf. Die Teilnahme bedeutet den Weg aus der sportlichen Isolation. Außerdem hofft Pristina auf die erste Medaille.

Jirka Grahl, Rio de Janeiro

Nichts zu belächeln

Mit unterhaltsamem Fußball hat das Olympiaturnier der Männer begonnen. Kein Taktieren, keine Werbebanden: Die Spiele könnten ein Hit werden. Allein das 0:0 der Gastgeber gegen Südafrika konnte die Begeisterung trüben.

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Freundschaft

Am Samstag steht mit dem Olympischen Straßenrennen die erste Entscheidung um eine Goldmedaille an. Tausende Radsportfans aus Eritrea werden dann in Kinos sitzend das Rennen ihres Volkshelden Daniel Teklehaimanot verfolgen. Wie er für Eritrea, so tritt sein guter Freund Tsgabu Grmay für Äthiopien in die Pedale. Was normal klingt, ist in deren Heimat nicht möglich. Zwischen den beiden Ländern herrsc...

Rettungsanker

Sicherheit geht vor: Wenn am Samstag die Wettkämpfe in der Kernsportart Schwimmen beginnen, werden auch einige Rettungsschwimmer um den Pool verstreut aufpassen, dass kein Athlet absäuft. Ein brasilianisches Gesetz macht ausgebildete Bademeister bei größeren Schwimmbecken zwingend notwendig. Gut für die Schwimmprofis wie Rekord-olympiagewinner Micheal Phelps oder Marco Koch. Letzterer hat große Ch...

Royaler Druck

Auch wenn das Gebaren der IOC-Funktionäre anderes vermuten lässt, auch Monarchen dürfen nicht einfach machen, wonach sie Lust haben. Belgiens Königspaar, Philippe und Mathilde, wollte ein von ihrem Land gefördertes Hilfsprojekt auf einer Favela auf dem Affenhügel, dem Morro dos Macacos, besuchen. Selbst dem Druck des belgischen Botschafters gab das brasilianische Außenministerium nicht nach. Der B...

Sportgerichtshof kippt IOC-Beschluss zu gedopten Russen

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Ausschluss von früher gedopten russischen Athleten von den Olympischen Spielen in Rio als »nicht durchsetzbar« abgelehnt. Dies teilte der CAS am Donnerstag mit. Das Gericht gab damit der russischen Schwimmweltmeisterin Julia Jefimowa und den beiden Ruderern Anastassija Karabelschtschikowa und Iwan Podschiwalow recht. Sie hatten Einspruch gegen diese ...

Jirka Grahl

Deutschland am Strand

Strandkörbe! Die Leute essen »Currywurst com chucrute«, (Currywurst mit Sauerkraut!) und loben das Bier. Draußen am Zaun stehen mindestens 200 Leute Schlange. Sie wollen hierher. Brasilien hat uns vergeben.

Thomas Weitekamp, 
Rio de Janeiro

Olympisches Absurdistan

Mindestens 271 russische Sportlerinnen und Sportler dürfen in Rio an den Start gehen. Von zahlreichen Experten muss sich das IOC heftige Kritik gefallen lassen. Die Whistleblowerin Julija Stepanowa darf nicht starten.

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Ellen Wesemüller

Frauenpolitik ist nicht wählbar

FeministInnen müssen mehr tun, als bei der Wahl das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als den Kampf auf die Straße zu tragen. Beispielsweise beim Streik um bessere Bezahlung.

»An unserem Veto wird es nicht scheitern«

Wie ist das Verhältnis zwischen SPD, Grünen und LINKEN wirklich? Darum haben wir die frauenpolitischen Sprecherinnen der Parteien zum Gespräch geladen: Ina Czyborra (SPD), Evrim Sommer (LINKE) und Anja Kofbinger (Grüne).

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Vorerst zu Fuß über die Oder

In der Grenzstadt Frankfurt (Oder) wird die Sperrung der Stadtbrücke, des einzigen innerstädtischen Weges hinüber in die polnische Nachbarstadt Slubice, für den kompletten Autoverkehr vorbereitet. Schon stehen die Hinweistafeln: Vom 15. August an kann die Brücke über die Oder nur noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad überquert werden. Grund sind Bau- und Sanierungsarbeiten. So soll unter anderem die Fa...

CDU-Werbemobil ausgebrannt

In Spandau brannte Donnerstagnacht das Fahrzeug eines CDU-Politikers. Auch Vertreter von Grünen, SPD und LINKEN gehen von einem politisch motivierten Brandanschlag aus.

ndPlusJohanna Treblin

Flüchtlinge werden Wasserwerker

Im Rahmen der Berufsinitiative ARRIVO haben zwölf Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund bei den Berliner Wasserwerken ein umfangreiches Praktikum absolviert. Zehn von ihnen dürfen eine Ausbildung beginnen.

ndPlusTomas Morgenstern

Bessere Vorsorge gegen Flutgefahr

Seit 1980 sind bundesweit durch Überflutungen an Flüssen Schäden in Höhe von 35 Milliarden Euro entstanden. Brandenburg als ein gewässerreiches Bundesland ist ein Vorreiter im Hochwasserschutz.

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Kostenfrage

München. Bayerns Staatsregierung erwägt, Alarmsirenen zur Warnung der Bevölkerung in Notsituationen wieder einzuführen. Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) sagte dazu, diese Zivilschutzsignale könnten ein wichtiges Instrument zur Frühwarnung sein, etwa bei Naturkatastrophen: »Eine App hilft Ihnen nicht, wenn Sie schlafen.« In den 1990er Jahren war das bundesweit aus beinahe 100 000 Sirenen besteh...

Der Herr der Seerosen kommt

Stuttgart. Aufräumen in Stuttgarts Wilhelma-Garten: ein Mitarbeiter säubert in der zoologisch-botanischen Anlage einen Seerosenteich. Seit 1956 ist das große Mittelbecken im Maurischen Garten Heimat für tropische Seerosen und die Indische Lotosblume. Es hat eine Fläche von 650 Quadratmetern, ist 1,20 Meter tief und wird im Sommer auf 28 bis 30 Grad Celsius beheizt. Bepflanzt wird das Becken je nac...

ndPlusReinhard Schwarz, Hamburg

Mit einer St. Pauli-Expertin von Tatort zu Tatort

Sie erzählt keine »Döntjes«: Was Lotti Strehlow über den Kiez berichtet, kennt sie meist aus eigener Anschauung. Die 84-Jährige ist die älteste Stadtführerin auf St. Pauli und vermutlich in ganz Hamburg.Wer mit ihr durch die Davidstraße schlendert, muss Zeit mitbringen, denn an fast jeder Ecke trifft sie Bekannte, mit denen sie kurz plaudert und Neuigkeiten austauscht. 1931 wurde sie in der Frauen...

Nationales Recht für FFH-Gebiete

Schwerin. Alle europäischen Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern genießen durch eine neue Landesverordnung jetzt auch nationalen Schutz. Für die zukünftig einheitlich als Natura-2000-Gebiete bezeichneten Areale müssen bis 2018 Managementpläne erarbeitet werden, teilte das Agrar- und Umweltministerium in Schwerin mit. Es handelt sich demnach um 235 FFH- und 61...

Die Renaissance der »Heuler«

Sie heulen auf, wenn es brennt oder Autos verunglücken: Sirenen alarmieren Feuerwehren im Ernstfall. In Thüringen will man diesbezüglich nun ganz neue Wege gehen.

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AdK-Protest gegen Erdogan

Die Berliner Akademie der Künste hat die Einschränkung von Grundrechten in der Türkei angeprangert. »Die Akademie protestiert gegen das inakzeptable Vorgehen der türkischen Regierung gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, ohne die es keine echte Demokratie geben kann«, erklärte Präsidentin Jeanine Meerapfel. »Wir fordern die türkische Regierung auf, die willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen...

Skulpturen gegen Rassismus

Mit einem Rudel von Wolfsmenschen aus Bronze und Eisen ruft der Brandenburger Künstler Rainer Opolka jetzt auch in Berlin zum Widerstand gegen Rassismus und Gewalt. Seit Freitag sind die 66 bedrohlichen Skulpturen vor dem Hauptbahnhof zu sehen - den Blick auf den Reichstag gerichtet. Unter dem Titel »Die Wölfe sind zurück« sollen die gut zwei Meter großen Figuren Hass und Gewalt symbolisieren und ...

Lange Nacht des Films

Großes Kino gibt es in der Hauptstadt nicht nur zur Berlinale. Bei fast 70 kleinen und großen Festivals und Filmwochen werden in Berlin über das ganze Jahr Regiearbeiten aus aller Welt gezeigt. Für die Lange Nacht der Filmfestivals haben sich 20 Festivals zusammengetan - darunter das Fußballfilmfestival 11mm, Afrikamera, das Arabische Filmfestival Alfilm, Cinebrasil, das Weihnachtsfilmfestival und...

Klaus Hammer

Die Faszination des Abfalls

Papiers collés von 30 zeitgenössischen Künstlern aus drei Generationen, zusammengetragen aus Galerien und Privatbesitz, zeigt die Galerie Parterre. »Papier collé« (geklebtes Papier, Klebebild) ist eine frühe Form der Collage und wurde um 1912 von Georges Braque und Picasso entwickelt. Eingeklebte Elemente wie Zeitungsausschnitte, Fotos, Eintrittskarten, Briefe usw. wurden dem Bildorganismus als St...

ndPlusSebastian Loschert

Als Männer noch Zutrittsverbot hatten

Wer vor 19 Uhr vom Leopoldplatz im Wedding in die Hochstädter Straße einbiegt, muss schon genau hinsehen, um an einem frisch renovierten Mietshaus das windschiefe Hängeschild mit der krakeligen Aufschrift »Café Cralle« zu entdecken. Im Glaskasten neben der Tür ist zu lesen: »Frauenkneipenkollektiv seit 1977«. Und: »Montags Lesetresen«. Um sieben Uhr abends öffnen sich die Rollläden, Holzgarnituren...

Hendrik Lasch, Groß Särchen

Sperrgebiet an der Kleinen Ostsee

Seit 2014 schon ist der Knappensee in Sachsen verwaist, zehn Kilometer Zaun versperren den Zugang zum Tagebausee. Camper und Angler glauben nicht an abrutschende Ufer, doch die Behörden bleiben hart.

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Sieben Tage, sieben Nächte

Es ist ja so: Man bemüht sich um gesunde Ernährung, ein Minimum an Bewegung und körperliche Elastizität. Man macht es genau so, wie es im Pionierausweis stand: »Wir Jungpioniere treiben Sport und halten unseren Körper sauber und gesund.« Man erzielt gewisse Erfolge dabei und ist eigentlich ganz zufrieden mit sich, unter Umständen sogar bis ins fortgeschrittene Alter. Leider jedoch haben die v...

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Verständliche Maschinen

Gerade wieder hat Google zugeschlagen - und ein weiteres Start-up aufgekauft, das auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz aktiv ist: Die französische Firma Moodstocks soll den Technologiekonzern bei der Identifizierung von Gegenständen voranbringen. Moodstocks startete ursprünglich mit dem »Traum, Maschinen Augen zu geben«. Nun wird man unter anderem dabei helfen, Augenkrankheiten zu erkennen -...

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Tom Strohschneider

Einfach hirnreißend

Vor 60 Jahren legten Forscher um John McCarthy und Marvin Minsky mit der Dartmouth Conference in den USA den Grundstein für die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Über eine Revolution und ihre Folgen.

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Nachrufe

Willibald Böck 30. 12. 1946 - 2. 8. 2016 »Alles konnte Böck ertragen, ohne nur ein Wort zu sagen. Aber wenn er dies erfuhr, ging’s ihm wider die Natur.« Ein Busch-Reim. Könnte der Eichsfelder, den man bisweilen »Willi, den Hammer« nannte, manchen Nachruf seiner Yuppy-CDU-Parteifreunde hören, er wäre in genau solcher Stimmung. An diesem Samstag wird Willibald Böck in seinem Heimatort...

ndPlusUwe Sattler

Die Frau im Schatten

Sie trägt einen der klangvollsten Titel in Brüssel und steht einem der personalstärksten Dienste der EU vor - und trotzdem runzeln selbst gestandene PolitikerInnen fragend die Stirn, wenn sie den Namen Federica Mogherini hören. Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik und Herrin des Europäischen Auswärtigen Dienstes mit seinen knapp 4000 MitarbeiterInnen taucht immer dann in d...

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Klaus Müller

Ende einer Umtauschpflicht

Am Abend des 15. August 1971 verkündete Präsident Richard Nixon, die USA würden damit aufhören, Regierungen und ausländischen Banken Dollar gegen Gold zu wechseln. Für Ökonomen begann damit ein neues Zeitalter: Gold, seit dem Altertum Geld und Macht, sei kein Geld mehr. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts besaßen alle wichtigen Industrie- und Handelsländer der Welt die Goldwährung. Münzen aus die...

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ndPlusHans-Dieter Schütt

Lasten der Erleichterung

Phantasie bewahrt vorm Absturz in Parolen, die sich schon für Erkenntnis halten. Der Philosoph Peter Sloterdijk greift in Sprache, diese »ekstatische Mitgift der Menschheit«, um sich fortreißen zu lassen. Unter Raumstationen, Sternenschauen, Ozeanfahrt, Odyssee und Traum- wie Spuk- und Schwebefähigkeit geht es nicht. Fabulierbarock - um die realen Verhältnisse, gleichsam von sehr weit oben, sehr w...

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Jörn Schulz

Das Erwachen der Schläfer

Manchmal ist das, was nach einem Attentat nicht gesagt wird, erhellender als das, was gesagt wird. »Das ist eine Schande, das ist beschämend für Deutschland«, urteilte Bundeskanzlerin Angela Merkel, nachdem im November 2011 die Existenz des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) bekannt geworden war. Deutlicher noch äußerte sich Außenminister Guido Westerwelle: »Das ist vor allem sehr, sehr s...

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Folge 88: Hilfen für Pädagogen

Hilfen für Pädagogen. Angebote an Information, Beratung und Unterstützung in der Arbeit mit Kindern Geflüchteter sind im Netz zahlreich auffindbar. Mit Fokus auf die Arbeit in der Kita bietet das Experten-Netzwerk kita-aktuell.de ein breites Spezial zum Thema »Flüchtlinge in der Kita« an. Dieses deckt Grundlagen, Fachbeiträge und Praxishilfen ab. Der Link »Fachbeiträge zum Thema Flüchtlinge in der...

Integration, nicht Assimilation

Es ist eine Binsenweisheit, dass frühe Förderung Kindern nichtdeutscher Herkunft und nichtdeutscher Herkunftssprache zu einer schnelleren Integration und einer umfassenderen Bildung verhilft. Je jünger sie sind, desto unbefangener bewegen sie sich in neuen Situationen. In den zurückliegenden Monaten ist eine Flut von Broschüren, Übersetzungshilfen und pädagogischen Leitfäden veröffentlicht worden,...

Lena Tietgen

Recht auf einen Kita-Platz

Im Auftrag des Deutschen Jugendinstituts wurde vor Kurzem die Rechtsexpertise »Flüchtlingskinder und ihre Förderung in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege« erstellt. Darin heißt es u.a., dass der 2013 in Deutschland eingeführte Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr auch für geflüchtete Kinder gilt, doch Unklarheit bestehe, ab wann und bei welchem Aufenthalts...

ndPlusThomas Gesterkamp

In die Kita zum Lernen

Die Tagesstätte auf Rädern fährt zum Fleener Weg im niederrheinischen Mönchengladbach. Zwei Erzieherinnen kümmern sich um Kinder aus Syrien, Irak oder Afghanistan, die dort in einer provisorischen Unterkunft leben. An anderen Wochentagen machen sie Station an vier weiteren Orten im Stadtgebiet, wo ebenfalls Flüchtlinge untergebracht sind. Das Projekt »Mogli« (»Mobil gemeinsam lernen international«...

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Wochen-Chronik

6. August 1926 In 14 Stunden und 31 Minuten durchschwimmt Gertrude Ederle als erste Frau den Ärmelkanal. Die 19-jährige US-Amerikanerin ist schneller als die fünf Männer, die vor ihr die Meerenge bezwangen. Die Tochter eines deutschen Auswanderers nach New York stellte bereits mit zwölf Jahren den ersten Weltrekord über 800 Meter Freistil auf und brach in der Folge elf Weltrekorde. Bei den Ol...

Ernst Reuß

Dank Rebellion gegen die Autoritäten

Einiges hat sich verändert seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen. 1896 erhielten die Sieger eine Silbermedaille und einen Olivenzweig, der Zweitplatzierte bekam eine Bronzemedaille mit Olivenzweig. Die heute üblichen Ehrungen in Gold, Silber und Bronze wurden erst im Jahr 1904 eingeführt. Deutschland nahm an den ersten Olympischen Spielen in Athen mit gerade mal 21 Sportler...

ndPlusKarlen Vesper

Irrtümer

»Der Nazismus sieht in dem Menschen nichts anderes als Material, das er für seine grausamen Zwecke benutzt.Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung, ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert. Wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitliche Sportler respektieren? Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sp...

Klaus Huhn

Unheilvolle Tage

Am 16. August 1936 - exakt um 19.37 Uhr - endeten die XI. Olympischen Sommerspielen in Berlin. Die Finalrezitation schloss mit der harmlos klingenden Frage: »Völker der Erde! Hat es je im Leben/Solch eine heilige Stunde gegeben?« Zu Ende gegangen waren turbulente Tage mit brillanten sportlichen Leistungen. Zwei Namen stehen für viele: Der US-amerikanische Leichtathlet Jesse Owens mit seinen vier G...

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ndPlusAnne Gonschorek

Düstere Aussicht für Weiße Haie

Es gibt weltweit über 500 Haiarten, doch oft denkt man dabei nur an einen: den großen Weißen. Die Evolutionslinie des Weißen Hais reicht bis zu 14 Millionen Jahre zurück. Damit gehört er zu den ältesten Haiarten. Noch. Eine Studie von der südafrikanischen Universität Stellenbosch hat herausgefunden, dass der Weiße Hai in seinen heimatlichen Gewässern fast ausgerottet ist. »Die Zahlen in Südaf...

Reinhard Renneberg

Klone altern gesund

Superstar Dolly, das erste Klonschaf, wurde nur sechs Jahre alt. Es litt an Gelenkentzündungen und bekam am Ende eine Lungenentzündung. Es musste eingeschläfert werden. Das säte natürlich Zweifel am Nutzen des Klonens mithilfe des somatischen Zellkern-Transfers (SCNT). «Dolly-Vater» Sir Ian Wilmut, mit dem ich im vorigen Jahr in Hongkong sprach, hatte selbst Zweifel und arbeitet jetzt lieber an St...

ndPlusSteffen Schmidt

Elektroden aus Stein

Einer der einfachsten Schulversuche in Chemie dürfte die elektrolytische Wasserspaltung sein. Eine Batterie, zwei Drähte, ein Becherglas mit Wasser (H2O), mehr braucht man nicht. Die Drähte an die Batterie anklemmen, das andere Ende ins Wasser und schon steigen Bläschen reinen Wasserstoffs (H2) und reinen Sauerstoffs (O2) auf. Wenn man allerdings den Energieverbrauch der Versuchsanordnung mit dem ...

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ndPlusDieter B. Herrmann

Blick hinter Jupiters Wolkenschleier

Als hätten schon die Babylonier vor Jahrtausenden geahnt, dass Jupiter etwas ganz Besonderes unter den Planeten darstellt, identifizierten sie den hellen Lichtpunkt am Himmel mit dem höchsten ihrer Götter, Marduk. Bei den Griechen stellte er den allmächtigen Zeus dar und von den Römern schließlich erhielt er den heute gebräuchlichen Namen Jupiter. Unter den acht großen Planeten des Sonnensystems b...

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Kursbuch für Neueinsteiger

Im Idealfall kommen Neueinsteiger der Games-Branche in Hamburg so in den Genuss der kommunalen »Entwicklungshilfe«: In der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF) stellen sie ihr Projekt vor. Am besten nicht nur mit einer Skizze, sondern schon an Hand erster Realisierungsschritte. Anschließend wird über »gamecity:Hamburg« ein Netzwerk geknüpft: zu Tonstudios, potenziellen Geldgebern, möglicher...

Denkspiellösung »Der Schnellste«

Am 30./31. Juli sollten Sie die Frage »Wer ist der Schnellste?« beantworten. Das war natürlich der Fallou! Man bekam es raus, wenn man die im Text etwas verwirrende Reihenfolge der Namen ordnete. Das ging verbal, aber auch formal. Letzteres mit dieser Ungleichung: Fallou < Rafiki > Vladko = Bob < Rasmus > Hunor < Paco>/p<>p/p<>p< Richtig hatte das auch Dr...

Carlos García Hernández

Schach mit Carlos García Hernández

Endlich waren Leonardo da Vinci (1452-1519) und sein Freund, der Mathematiker Luca Pacioli (1447-1517), ein bisschen zur Ruhe gekommen. Man schrieb das Jahr 1500. Die beiden Männer hatten nach ihrer Flucht aus Mailand den rettenden Palast der Herzogin Isabella d’Este erreicht. Diese Markgräfin von Mantua war die vielleicht bedeutendste Mäzenin in der Zeit der italienischen Renaissance. Sehr wahrsc...

Mike Mlynar

Jeder gegen jeden: hart und mild

Das heutige Olympia wird gern scharf kritisiert, vor allem aber arg überschätzt. Wie so häufig denkt die zeitgenössische Generation, sie habe entdeckt, dass zwei plus zwei doch tatsächlich vier ergibt. Aber meist ist eben alles schon einmal da gewesen. Olympische Spiele der Neuzeit gibt es nun ganze 120 Jahre, die klassische olympische Ära umfasste über 1000, reichte von etwa 700 v.u.Z bis in...

Hamburger Spielmeister

«We Love To Play» - wir mögen spielen. So das Motto auf einer Ihrer Infobroschüren. Dazu das Label «gamecity:Hamburg». Was steckt hinter all dem? Das ist schlicht eine Marke, die Idee und Konzept unserer Initiative auf den Punkt bringt. Sie ist am runden Tisch entstanden, an dem die digitale Wirtschaft und die Stadt saßen. Ziel war es, sich stärker um aufstrebende junge Unternehmen zu kümmern...

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ndPlusEkkehart Eichler

Wo Romantik zum Erbgut zählt

Es braut sich was zusammen. Ein grauschwarzes Wolkenungeheuer mit giftgelbem Schweif frisst grummelnd und unerbittlich den blauen Himmel über dem Greifswalder Bodden. Hält einen Moment inne, rülpst zweimal ganz fürchterlich, dann zerplatzt es mit diabolischem Krach. Erbricht einen Wasserschwall biblischer Güte und verzieht sich nach der Sintflut als schlaffer Luftsack Richtung Polen. Nicht ohne le...

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Jirka Grahl

Über uns Himmel, unter uns Berge

Kinder lieben Abenteuer. Alle Kinder, ausnahmslos - sogar, wenn der eigene Vater weniger mutig ist, als es der Sprössling eigentlich annehmen muss. »Schön, Papa!« ruft also mein Sechsjähriger verzückt, während er durch das Flugzeugfenster hinabschaut. Landeanflug auf Innsbruck, grünbewachsene Bergwände ragen so hoch, dass kaum noch Himmel zu erkennen ist. Eine Modelleisenbahnwelt breitet sich unte...

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Neue Wege im Sumpfland

Wer Kostrzyn mit dem Zug erreicht und vom Bahnsteig einen Trampelpfad durch das Goldruten-Gestrüpp nimmt, erhält einen Vorgeschmack auf die Urwüchsigkeit, von der die Stadt umgeben ist. Der Bahnhof selbst wurde unlängst renoviert. Außen historischer roter Ziegel, innen glänzen Steinplatten, strahlen eine kühle Noblesse aus. Dort, wo sich einst die Wartenden im hallenartigen Bahnhofscafé die Zeit v...