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Schweiz ermittelt gegen Beckenbauer

Bern. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 unter anderem gegen Franz Beckenbauer. Obendrein teilte die Behörde am Donnerstag mit, dass bereits im November 2015 Strafverfahren gegen die ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst Schmidt eröffnet wurden. Alle v...

Brandanschlag auf Haus von Ministerin

Berlin. Unbekannte Täter haben versucht, das Haus von Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) mit Brandbeschleunigern anzuzünden. Das Feuer konnte durch ihren Ehemann am Mittwochabend rechtzeitig bemerkt und gelöscht werden, wie die Polizei in Neubrandenburg mitteilte. Die Ministerin selbst hielt sich demnach nicht in dem Haus auf, das etwas abseits von einem Dorf bei Greifs...

UNTEN LINKS

Nach über 150 Jahren ist der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé auf die Frage gestoßen, was nach dem Verkauf eigentlich mit all den Süßigkeiten, mit Kaffee und Fertigprodukten passiert. Offenbar gelangten die Fachleute bei der Recherche zu Erkenntnissen über die Verdaulichkeit ihrer Produkte. Nun hat das weltgrößte Nahrungsunternehmen die entsprechenden Schlüsse gezogen und investiert künftig st...

Trump: Harte Hand gegen Einwanderer

Phoenix. Donald Trump hat für den Fall seiner Wahl zum US-Präsidenten ein Zehn-Punkte-Programm angekündigt, um illegale Zuwanderer aus dem Land zu vertreiben. Für in den Vereinigten Staaten befindliche kriminelle Ausländer kündigte er eine »Null-Toleranz-Politik« an. »Eine Migrationsreform sollte bedeuten, das Leben der Amerikaner zu verbessern«, rief der Republikaner vor Tausenden Anhängern am Mi...

ndPlusOlaf Standke

Trumps Mauer

Trump will eine Mauer bauen. Als hätten die auf Dauer Probleme je wirklich gelöst. Wenn man eine 15 Meter hohe baue, so der Comedian John Oliver, werde letztlich nur ein Markt für 16 Meter hohe Leitern geschaffen.

Erdogans Marsch in die Diktatur

Berlin. In der Türkei breitet sich Angst aus. Davon künden nicht erst seit dem gescheiterten Putschversuch und der seither rollenden Welle der Repression täglich die Schlagzeilen. Am Donnerstag erhielten türkische Wissenschaftler den Aachener Friedenspreis - jede kritische Meinung, sagte die Dozentin der Bogaziçi-Universität Esra Mungan, führe zum Verdacht, man habe etwas mit den Putschisten zu tu...

ndPlusMartin Ling

Rousseffs Sturz spaltet Südamerika

Der Regierungswechsel in Brasilien ist besiegelt. 61 von 81 Senatoren stimmten für die Amtsenthebung der Präsidentin Dilma Rousseff. Aus Lateinamerika erfährt sie Solidarität.

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Hochbetrieb in den Hinterzimmern

Multilaterale Gipfeltreffen sind in mindestens einem Punkt wie Staatsbegräbnisse: Sie werden von den Teilnehmern auch deshalb interessiert wahrgenommen, weil man sich abseits des Protokolls ohne größere Förmlichkeiten mit jedem treffen kann, der da ist und der das auch möchte. So kann Chinas Staatspräsident Xi Jinping eine Reihe Staats- und Regierungschefs in Hangzhou begrüßen, deren Anwesenheit b...

Werner Birnstiel

Seidenstraße des 21. Jahrhunderts

Die Gipfelteilnehmer in Hangzhou nehmen sich nicht weniger vor als die Erschließung neuer Wege in der internationalen Wirtschafts- und Finanzordnung.

Hermannus Pfeiffer

Nach dem Scheitelpunkt der Globalisierung

Grenzöffnungen, Abbau von Zollschranken, Kommunikation über den Erdball in Echtzeit - die Globalisierung kannte lange nur eine Stoßrichtung: größer, schneller, weiter. Das war einmal.

Martin Leidenfrost

Im muslimischen Nordwesten

»Babo« war vor dem Krieg der populärste bosnische Politiker, und im Krieg handelte er für seinen eingekesselten Landstrich Separatfrieden aus. Grund genug sich auf seine Spuren zu begeben.

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»Eine Form des Faschismus«

In der Türkei breitet sich Angst aus. Davon künden nicht erst nach dem gescheiterten Putschversuch und der seither rollenden Welle der Repression täglich die Schlagzeilen. Herrscht dort schon Faschismus? Ein Gespräch.

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ndPlusTomas Morgenstern

Das gibt neuen Streit, garantiert!

Lärm macht krank. Dass die Kosten für das Schallschutzprogramm am BER auf 730 Millionen Euro und damit auf das Fünffache angewachsen sind, hätte die Flughafengesellschaft (FBB) vermeiden können.

Simon Poelchau

iPhone und Lederhosen

Söders Solidarität mit Apple überrascht also nicht: Sowohl in Bayern als auch in Irland wird es einigen leicht gemacht, die Steuern nicht zu zahlen.

Velten Schäfer

Integration als Schreibtischjob

Mit der Wohnsitzauflage für Flüchtlinge will man Gettos verhindern. Nachvollziehbar - doch es kommt auf die Umsetzung an. Was nicht passieren darf, eine Verteilung nach Prinzip »Aus den Augen, aus dem Sinn«.

Sebastian Weiermann

Beobachterin

Seit mehr als vier Jahren arbeitet Dalia Höhne für die Diakonie als Abschiebebeobachterin in Düsseldorf. Jetzt kritisiert sie die Behörden für ihre rigide Abschiebepraxis. Höhne studierte Afrikanistik und soziale Arbeit, in Johannesburg hat sie den Studiengang »Forced Migration« abgeschlossen. Während des Studiums arbeitete die 34-Jährige für das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR i...

Anja Hertz

Neurechts argumentierende Linke

Anfang Juli sorgte Hengameh Yaghoobifarah mit einem Lästerartikel über Fusion-Hippies für Aufregung, denen sie Kolonialrassismus vorwirft. Dabei nutzt sie dieselben Argumentationsmuster wie die "Neue Rechte".

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Florian Brand

»Die Provider werden es weiter versuchen«

Über ein Jahr lang wurde um die Netzneutralität gerungen. Es ging um die Freiheit des Internets. Mit den nun verabschiedeten Leitlinien scheint die Gefahr der digitalen Zweiklassengesellschaft gebannt - vorerst.

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René Heilig

Mauern lernen beim »Bund«

Was die Bundeswehr im Syrien-Krieg macht, ist weitgehend geheim. Umso offener redet das Verteidigungsministerium über das, was man in Deutschland für Syrer auf die Beine stellt.

Freistaat ohne freie Wahl

München. Seit Donnerstag dürfen die Bezirksregierungen in Bayern anerkannten Asylbewerbern für drei Jahre einen Wohnsitz vorschreiben. »Mit der Wohnsitzzuweisung gewährleisten wir, dass Migrantinnen und Migranten in Bayern mit uns leben und nicht neben uns. So verhindern wir die Bildung von Parallelgesellschaften und fördern zugleich die Integration bayernweit«, erklärte Sozialministerin Emilia Mü...

ndPlusFabian Lambeck

Die Zukunft verbaut

Zwei Minister, zwei Welten. Während Bundsinnenminister de Maizière davor warnte, mit Geflüchteten das Demografieproblem lösen zu wollen, suchte Bundesbauministerin Hendricks nach praktischen Lösungen.

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Streubomben in Syrien und Jemen

Paris. Streubomben haben nach Angaben von Aktivisten im vergangenen Jahr mehr als 400 Menschen getötet oder verletzt. 97 Prozent der Opfer seien Zivilisten, mehr als ein Drittel Kinder, heißt es in dem am Donnerstag vorgestellten Bericht der Beobachtungsstelle für Streumunition. Besonders häufig kommt die international geächtete Munition demnach im Bürgerkriegsland Syrien zum Einsatz. Der Bericht ...

Plaudern in Potsdam

Großer Auflauf an Außenministern in Potsdam: Unter deutschem Vorsitz berieten 40 Top-Diplomaten über die Zukunft der OSZE. Prominentester Gast: der Brite Boris Johnson.

ndPlusRalf Streck, San Sebastián

Rajoys Appelle verhallen ungehört

Rajoy hat die Vertrauensabstimmung im Parlament verloren. Nun bleibt ihm noch eine letzte Chance, um Neuwahlen zu verhindern: Die Enthaltung der Sozialdemokraten im zweiten Wahlgang am Freitag.

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ndPlusOlaf Standke

Brüllorgie gegen Fremde

Während über Präsident Enrique Peña Nieto nach seinem überraschenden Treffen mit dem wohl meist gehassten Mann in seiner Heimat Mexiko noch am Mittwoch ein regelrechter Shitstorm hereinbrach, weil er Donald Trump nach dessen antimexikanischen Tiraden nicht energisch abgekanzelt habe, legte der republikanische Präsidentschaftskandidat auf einer Großkundgebung in Phoenix (Arizona) noch einmal nach. ...

Bernard Schmid, Paris

Unruhen in der Erdölrepublik

Ein Parlamentsgebäude in Flammen, ein von Polizeikräften gestürmtes Hauptquartier eines Präsidentschaftskandidaten und Tote: In Gabun herrscht eine angespannte politische Situation. Manche sprechen von Bürgerkrieg.

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Umfrage unter ADAC-Mitgliedern

 Der Vorstand des Autoclubs setzt sich für eine Verlängerung der A 100 ein. Darüber hinaus will er, dass der Ring mit Hauptstraßen geschlossen wird. 56 Prozent aller Mitglieder des Autoclubs ADAC sind der Auffassung, dass Radler wesentlich mehr Verkehrsraum erhalten sollen. 41 Prozent sind dagegen. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Vereins. Eine knappe Mehrheit von 53 Pro...

Martin Kröger

Ausgeben statt Schulden tilgen

Viel Geld zur Verfügung zu stellen ist also nicht alles. Aber weiter mit den Investitionen zu warten, ist auch keine Lösung. Lieber sollte heute das Geld ausgegeben werden, statt morgen die Folgekosten zu tragen.

Martin Kröger

LINKE will SIWA-Prinzip aufbrechen

Laut Berlins Finanzsenator wird das Land dieses Jahr 390 Millionen Euro Überschuss erzielen. Dass das Geld zum Teil in die Schuldentilgung fließen soll, wird nicht überall begrüßt.

Nicolas Šustr

Rot-Rot-Grün gegen A 100

Landesweit sprechen sich LINKE, Grüne und Piraten gegen weitere Autobahnkilometer aus. Doch auch die Bezirks-SPD steht in dem Punkt nicht hinter Michael Müller. So bleibt die CDU mit ihren Plänen alleine.

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Andreas Fritsche

In Potsdams Mitte herrscht altes Denken

Die Stadtverwaltung hält das Bürgerbegehren »Potsdamer Mitte neu denken« für rechtlich unzulässig. Die Bürgerinitiative erwägt, gegen eine Ablehnung Einspruch einzulegen.

ndPlusPhilip Zeitner

Spätis dürfen sonntags Wegbier anbieten

Die SPD-Fraktion gab ein Gutachten in Auftrag, um Rechtssicherheit über das Ladenöffnungsgesetz in Berlin zu erhalten. Ergebnis: Spätis dürfen öffnen - so lange sie ihr Sortiment klein halten.

Wilfried Neiße

Baaske: Keine Altersteilzeit mehr für Lehrer

Mit der Neueinstellung oder Entfristung von mehr als 1100 Lehrern sowie 300 befristeten Einstellungen will Brandenburg die relativ niedrige Ausfallquote von 1,9 Prozent bei Schulstunden halten.

Kai Schnier

Andere Sorgen als die Wahl

Auch wer keinen festen Wohnsitz hat, darf wählen. Das Recht nehmen aber nur wenige Menschen in Anspruch: Sie fühlen sich von den Parteien nicht repräsentiert.

ndPlusTomas Morgenstern

BER will Lärmschutzkosten drücken

Wie viel Schallschutz Wohnbauten am Hauptstadt-Airport zugebilligt wird, liegt maßgeblich am Lärmpegel der Flugzeuge. Die sind heute viel leiser als früher, argumentiert die Flughafengesellschaft-

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Mit Essen spielt man...

Erfurt. Für die traditionelle Kürbisausstellung im egapark wird im thüringischen Erfurt die Figur eines Schwimmers mit Kürbissen verziert. Mehr als 20 000 dieser Herbstfrüchte dienen als Baumaterial für fantasievolle Figuren. Passend zum Olympiajahr steht die Schau unter dem Motto »Kürbis-Sport«. Die Kürbisausstellung beginnt am 4. September und ist bis zum 31. Oktober zu sehen. Am Nachmittag des ...

ndPlusHans-Gerd Öfinger

»Hardliner« auf Kuschelkurs

Volker Bouffier sähe »Schwarz-Grün« gern als Modell für den Bund. Bis zur nächsten Landtagswahl stehen der hessischen Koalition jedoch viele Baustellen bevor.

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Eventcharakter der DVD

Die Verfilmung des Bestsellers »Fucking Berlin« kommt wohl doch nicht ins Kino. Die Geschichte über eine Studentin, die ihren Lebensunterhalt als Hure in Berlin verdient, sollte ursprünglich am 8. September auf die Leinwand kommen - jetzt soll es den Film aber nur auf DVD geben. »Dieser Film ist ein Film, der außerhalb der Reihe spielt und sich keinem Genre zuordnen lässt. Er orientiert sich an ei...

Übernachten im Theater

Das Berliner Off-Theater Ballhaus Ost unternimmt ein Experiment passend zur Debatte um hohe Mieten und Städtewandel. Das Haus in Prenzlauer Berg bekommt für kurze Zeit 75 Schlafplätze. Dort können Besucher eine Übernachtung buchen. Zum Theatererlebnis beim Stück »Hotel Berlin« gehören etwa ein gemeinsames Essen und geführte Touren durchs Gebäude. Zwei Schauspieler erhalten neue Aufgaben: Wie viele...

Andreas Gläser

Saure Kirschen

An Zimmerpflanzen besaß ich bis vor einigen Tagen drei dürre Palmen und eine für mich undefinierbare Kleinblättrige, die ich ebenso als Südländerin einordne. Ich setzte sie hinter unserem Haus zwischen dem Spielplatz und dem Müllgehege aus. 25 Jahre sind genug, sagte ich mir, raus aus Hotel Papa. Als ich mir diese Stubenschimmelbiotope anschaffte, lebte ich noch im Hinterhaus, im 1. Stock, dort wa...

Dieter Hanisch, Eutin

Auklärungswille: mangelhaft

Nach Sexismus- und Rassismusvorfällen braut sich an der Polizeischule Eutin der nächste Skandal zusammen. Auch für den Innenminister könnte die Situation heikel werden.

ndPlusKlaus Hammer

Seine Farbenstürme sind weltbekannt

Emil Nolde ist der Maler des Nordens. Aufgewachsen in der norddeutschen Küstenlandschaft zwischen Nord- und Ostsee, ist er zwar oft genug aufgebrochen in ferne Gegenden, aber immer zog es ihn zurück in seine heimatliche Landschaft, in der er zu seinem unverwechselbaren Stil finden sollte. Das weite, flache, einsame Land zwischen den Meeren, der hohe Himmel und die ewig bewegte See, Symbol unbezähm...

ndPlusThomas Blum

Nur Mayonnaise und Pulverkaffee

40 Jahre alt ist der Punk. Einer derjenigen, die ihn einst miterfunden haben, Richard Hell, hat sich von der Musik schon lange abgewandt. Am Freitag liest der 66-Jährige im Rahmen des Festivals „Pop-Kultur“.

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Verhandeln statt klagen

Medienunternehmen in Deutschland können ihre Streitigkeiten ab 2017 auch vor einem Schiedsgericht klären. 21 Richter wurden für die neue Institution gewonnen, wie Sachsens Staatskanzleichef Fritz Jaeckel am Donnerstag in Leipzig bekannt gab. Unter ihnen sind namhafte Universitätsprofessoren und Persönlichkeiten aus der anwaltlichen Praxis. Einige von ihnen sind bereits als Schiedsrichter tätig, et...

Dörner macht weiter

Das Budapester Stadtparlament hat den Rechtsextremisten György Dörner für weitere fünf Jahre mit der Intendanz des Budapester Neuen Theaters (Uj Szinhaz) betraut. Dörners erste Ernennung hatte 2011 zu internationalen Protesten geführt. Damals wurde vermutet, dass sie auf Wunsch des rechts-konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orbán erfolgt sei.Der Schauspieler Dörner war ein Gefolgsmann des 201...

ndPlusChristian Baron

Der Star ist der Regisseur

Unter den Theaterfans in Berlin macht sich allmählich Abschiedsstimmung breit: Mit Frank Castorf und Claus Peymann gehen zwei der letzten Theaterwahnsinnigen dieser Republik in ihre definitiv letzte Spielzeit.

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ANNOTIERT

Der Kapitalismus zerstört sich selbst, wenn er auf den Profit der wenigen setzt, sagt Robert B. Reich, Ikone der US-amerikanischen Linken. Es ginge nicht darum, ob wir mehr Markt oder mehr Staat brauchen, sondern, wer welche Spielregeln setzte., mein der der Berkley-Professor, der 1993 bis 1997 US-Arbeitsminister unter Präsident Bill Clinton war: »Rettet den Kapitalismus!, Für alle, nicht für 1 %«...

Friedensratschlag

Die Einsätze der Bundeswehr im Ausland breiten sich seit geraumer Zeit in immer neuen Räumen aus. Aus einer wirtschaftlichen Vormachtstellung Deutschlands in Europa, die insbesondere im gnadenlosen Umgang Berlins mit der Krise Griechenlands deutlich wurde, leiten führende deutsche Politiker eine wachsende weltweite Verantwortung ab, die sie militärisch verstehen. Neue Waffensysteme wie Drohnen und...

Hermannus Pfeiffer

Wie man den Graben zuschüttet

Durch alle politischen Lager erklären Politiker und professionelle Beobachter sich den »Brexit«-Entscheid mit dem sozialen Graben, der die Gesellschaft teilt. Arm - Reich. Großbritannien ist dabei kein Einzelfall. In vielen Ländern, aber nicht in allen, wie das Beispiel Lateinamerika zeigt, nimmt die Ungleichheit zu. Doch was ist daran eigentlich schlecht, fragt Anthony Atkinson. Der Brite ar...

Michael Brie

Bündnispartner von oben?

Die Zeiten einer relativ stabilen Entwicklung des globalisierten Kapitalismus sind vorbei. Der Motor der Akkumulation stottert, das Gesetz der ungleichen Entwicklung, das Lenin so hervorhob, wirkt mit ganzer Kraft. Die regionalen und innergesellschaftlichen Spaltungen nehmen zu. Die globale soziale und ökologische Krise ist unübersehbar. Demokratie sieht anders aus. Es kann von einer umfassenden o...

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Michael Saager

Halbbreitbeinig, Wind im Haar

Wie war das noch vor drei Jahren, als die junge Münsteraner Band Messer ihr zweites Album »Die Unsichtbaren« an den Start geschickt hatte? Rascheln im Blätterwald, anerkennendes Schulterklopfen befreundeter Musiker.

ndPlusRobert D. Meyer

Nicht netzaffin

Wäre man den Öffentlich-Rechtlichen weniger wohl gesonnen, ließe sich garstig formulieren: Nur zwei Jahrzehnte nach dem Aufkommen von Blogs hat die ARD in Berlin diese »neue« Form des Erzählens für sich entdeckt.

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Harter Kurs trifft schwache Region

Die in Zürich ansässige Aryzta AG ist ein internationaler Tiefkühlbackwarenkonzern. In seiner heutigen Gestalt ging das Unternehmen im August 2008 aus der Fusion der Schweizer Hiestand Holding AG und der irischen IAWS Group hervor. Unter dem gemeinsamen Konzerndach sind Hiestand und IAWS Group weiterhin mit ihren Marken eigenständig auf dem Markt. Zuletzt expandierte die Unternehmensgruppe. I...

Hans-Gerd Öfinger

Nicht so zaghaft!

Werksschließungen und Massenentlassungen wie jetzt bei bei Fricopan sind bitterer Alltag. So verlieren jetzt auch in Bayreuth 950 Beschäftigte des Tabakherstellers British American Tobacco (BAT) ihre Existenzgrundlage.

ndPlusHagen Jung, Immekath

Zorn und Trauer am toten Werk

Das Werk des Backwarenherstellers Fricopan in Sachsen-Anhalt ist geschlossen, 508 Menschen haben ihren Arbeitsplatz verloren. Im Rahmen einer Feier am Betriebsgelände nahmen sie Abschied.

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Deal im hohen Norden

Die Bremer Landesbank wird eine 100-prozentige Tochter der NordLB. Bremen verkauft dazu seinen Anteil. Weit unter Wert, findet die Opposition im Stadtstaat.

ndPlusSimon Poelchau

Kranker Start ins Berufsleben

Über 70 Prozent aller Lehrlinge sind zufrieden mit ihrer Ausbildung. Doch der Schein trügt. Denn der Unterschied in der Ausbildungsqualität ist zwischen den Branchen erheblich. Stress und Überstunden beklagen viele.

Güterzüge im Schneckentempo

Für die Umweltverbände ist der Bundesverkehrswegeplan von Minister Dobrindt (CSU) ungeeignet. Ziesak, Bundesvorsitzender des Verkehrsclubs, erklärt, was ihn an dem Plan stört. Das Interview führte Sandra Kirchner.

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Transfers in Europas Topligen

BundesligaZugänge 233 SpielerAbgänge 215 SpielerTransferausgaben 553 Millionen EuroTransfereinnahmen 464 Millionen EuroTeuerster Zugang Renato Sanches, 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon zum FC Bayern Mats Hummels, 35 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC BayernTeuerster Abgang Leroy Sané, 50 Millionen Euro von Schalke 04 zu Manchester CityPremier LeagueZugänge 253 SpielerAbgänge 264 Spi...

ndPlusMaximilian Haupt und
Andreas Zellmer, Freiburg

Telekom und Gutachter streiten über Doping in Freiburg

Die Kommission zur Erforschung der Dopingvergangenheit an der Uni Freiburg gibt es nicht mehr. Gutachten gibt es dennoch. Das jüngste belastet die Telekom. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück.

ndPlusAlexander Ludewig

Gefangen im System

Rekordsummen prägten die Sommertransferperiode - selbst kleine Vereine gaben viel aus. Ein Ende der Unvernunft ist nicht zu erwarten. Das ist bedenklich. Erst recht, wenn von Bestmarken gesprochen wird.

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Alexander Isele

Neuer Vertrag, altes System

Der Fußballweltverband FIFA bleibt sich treu: Ein halbes Jahr nach der Wahl von Gianni Infantino zum Präsidenten hat die zuständige Entschädigungskommission das Gehalt des Schweizers festgelegt. Es ist hoch.

ndPlusEric Dobias, Bern

Verfahren gegen Beckenbauer in der Schweiz

Nun gerät auch Franz Beckenbauer wegen der WM-Affäre 2006 in den Fokus der Justiz. Gegen ihn und die früheren DFB-Funktionäre Niersbach, Zwanziger und Schmidt wird in der Schweiz wegen ermittelt.

ndPlusMatthias Koch, Mönchengladbach

Nur ein Abschied sorgt für Stimmung

Der beliebte Bastian Schweinsteiger gab seinen Abschied aus der deutschen Fußballnationalelf. Ein teils bewegender Abend, den jedoch nur relativ wenige Fußballfans live im Stadion mitverfolgen wollten.

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Verheerende Feuer in Städten

Rom 64: Vom Circus Maximus aus breitet sich ein Feuer aus und greift auf mehrere Stadtteile über. Tagelang brennt die Hauptstadt des Römischen Weltreiches. Das Feuer verwüstet einen Großteil der Stadt, Hunderttausende werden obdachlos. Hamburg 1842: Mehr als drei Tage lang steht die Hafenstadt in Flammen. Auch die Sprengung von Häusern, um den Brand einzudämmen, kann das Feuer nicht aufhalten...

NACHRICHTEN

Zwei Bergsteiger aus den USA sind im Norden Pakistans als vermisst gemeldet worden. Sie seien seit eineinhalb Wochen verschollen, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Die Suche nach ihnen werde durch die schlechten Wetterbedienungen in der Region behindert. Laut einer von Unterstützern eingerichteten Website, auf der zu Spenden für den Rettungseinsatz aufgerufen wird, hatten beide am 21. August...

Bengt Arvidsson, Stockholm

Blutige Gewalt im Hippie-Paradies

Dänemark ist geschockt über Schüsse auf zwei Polizisten in Christiania, dem Hippiestadtteil Kopenhagens. Ein Drogendealer schoss einen Beamten in den Kopf. Justizminister Pind will Konsequenzen.

ndPlusChristoph Meyer, London

Der große Brand

Vor 350 Jahren geht die britische Hauptstadt in Flammen auf. Was damals als Strafe Gottes gilt, wurde zur Geburtsstunde des modernen London.