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Bautzen: Regierung verurteilt Ausschreitungen

Bautzen. Die Bundesregierung hat die Ausschreitungen im sächsischen Bautzen »auf das Schärfste« verurteilt. »In Deutschland ist kein Platz für Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz«, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag. Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens räumte ein, die aggressiver werdende Stimmung zwischen jungen Asylbewerbern und zum Teil aus ...

Unten links

In Zeiten erhöhter Terrorgefahr werden vermehrt herrenlose Gepäckstücke gemeldet. Das ist insbesondere für all jene ein Problem, die sich um eine geschlechtergerechte Sprache bemühen. Tatsächlich gäbe es mannigfaltige Möglichkeiten, die Bedrohung zu benennen! Da wäre zunächst die klassische, die das weibliche Pendant gebraucht, also: »damenlos« oder »frauenlos«. Die zweite Welle der Frauenbewegung...

Milliardenstrafe für die Deutsche Bank

New York. Die US-Justiz will die Deutsche Bank wegen fauler Hypothekenpapiere auf 14 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro) verklagen. Mit dem Geld sollten Ansprüche an die Bank aus der Finanzkrise 2008 beglichen werden, als Investoren mit diesen Papieren hohe Verluste machten, hieß es am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft. Es wäre die höchste Strafsumme, die in den USA gegen eine ausländisch...

Visegrad-Gruppe weiter gegen Quote

Bratislava. Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei lehnen eine feste Quote zur Verteilung von Flüchtlingen in der EU weiter ab. Die sogenannten Visegrad-Staaten veröffentlichten am Freitag am Rande des EU-Gipfels in Bratislava eine eigene Erklärung, in der sie für »flexible Solidarität« plädieren. So sollten Mitgliedstaaten entsprechend »ihrer Erfahrung und ihres Potenzials« entscheiden dürfen...

Endspurt im Berliner Wahlkampf

Berlin. Fast 2,5 Millionen Berliner sind am Sonntag zur Wahl eines neuen Abgeordnetenhauses aufgerufen. Laut jüngster Umfragen kann der rot-schwarze Senat wahrscheinlich nicht weiterregieren. Dafür deutet alles auf ein rot-grün-rotes Bündnis hin. Senatschef Michael Müller (SPD) könnte trotz größerer Verluste der SPD Regierender Bürgermeister bleiben. In den Umfragen lagen die vier größten Par...

Tom Strohschneider

Eine Frage der Demokratie

Bei TTIP und CETA geht es nicht um Chlorhühnchen, sondern um das Verhältnis von Markt und Demokratie. Wenn die Regierung nicht im eigenen Interesse handelt, muss es der Souverän selbst tun - auf der Straße.

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ndPlusHermannus Pfeiffer

Die USA ticken anders

An Schadenfreude wird es unter Linken nicht mangeln: Ausgerechnet dem Feindbild Nummer eins droht in den USA eine Rekordstrafe von 12,5 Milliarden Euro. Juristisch und moralisch mag dies die gerechte Strafe sein.

Kurt Stenger

Das hässliche Entlein VW

Die Geschäfte bei VW laufen blendend. Im August lieferte der Konzern weltweit rund 759 000 Autos aus und damit 6,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Mehr als die Hälfte steuerte die Kernmarke Volkswagen bei. VW - da war doch was? Ein Jahr ist es her, dass einer der größten Skandale der Industriegeschichte ans Licht kam. Der Konzern hatte in Millionen Dieselfahrzeuge eine illegale Einrichtun...

ndPlusOlaf Standke

Haager Signale

In wenigen Tagen wird der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) sein Urteil im Fall Ahmad al-Faqi al-Mahdi verkünden. Vor vier Jahren hatte der Islamist in der malischen Stadt Timbuktu wertvolle historische Stätten verwüsten lassen. Das Verfahren schreibt Geschichte, wird doch zum ersten Mal die Zerstörung von Weltkulturerbe als Kriegsverbrechen gebrandmarkt. Noch in diesem Herbst soll in Den Ha...

Tobias Riegel

Der Journalist

»Ich bin kein Journalist«, sagt der italienische Autor Roberto Saviano. Das ist natürlich Tiefstapelei - und Schutz vor Mafia-Kampagnen, die ihm Verletzungen der Sorgfaltspflicht anheften wollen, weshalb der 37-Jährige seine »dokumentarischen Studien« zur italienischen Kaste der Wirtschaftsgangster mittlerweile als Romane bezeichnet - unter anderem seinen Welterfolg »Gomorrha« über das Regiment au...

Unterhalb der Hochjagd

Ein Samstagabend in Bivio, Graubünden, Schweiz, 1769 Meter über dem Meer, in einer Gaststube. Ich habe mal über das vielsprachigste Dorf der Schweiz geschrieben, nun ist in dem 200-Seelen-Dorf eine Lesung von mir angekündigt.

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O’gschossen is!

München. Trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen werden auch zum diesjährigen Oktoberfest, das am 17. September beginnt, wieder hunderte von Waffen mitgebracht. Anders als Rucksäcke gehören nämlich Gewehr, Armbrust, Pistole und Messer zur bayerischen Wiesnkultur wie der Sepplhut und die Preiserhöhung für die Maß Bier. Die Schützen müssten mit ihren Waffenkoffern und ihrer Schießkleidung spezielle E...

Der Brexit als Militarisierungsschub

Aktuell geht es Schlag auf Schlag - nach dem Brexit-Votum soll zur Revitalisierung der EU ihre Militarisierung vorangetrieben werden. Schließlich erwies sich Großbritannien bislang immer als der entscheidende Stolperstein.

Feuerpause in Syrien

The Guardian, Großbritannien Etwas Altmodisches Dass der Friedensplan von den USA und Russland unterzeichnet wurde, ist noch keine Erfolgsgarantie. Fast 25 Jahre nach der Auflösung der Sowjetunion hat ein russisch-amerikanisches Abkommen zu einem Drittstaat etwas eindeutig Altmodisches an sich. Der syrische Bürgerkrieg mag sich zu einem größeren Krieg ausgeweitet haben. Doch es gibt viel...

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Fabian Lambeck

Eine Querfront gegen den Freihandel?

Immer wieder unterstellen konservative und wirtschaftsliberale Kolumnisten, dass sich Linke und Rechte gegen TTIP verbünden. Doch was ist dran an dieser Behauptung? Die »Wirtschaftswoche« kommentierte am Freitag mit Blick auf die TTIP-Gegner von links und rechts: »Die einen sind gegen Freihandel, die anderen wollen, dass sich Deutschland stärker abschottet.« Bildet sich hier eine Querfront gegen d...

ndPlusGuido Speckmann

TTIP-Tipps von Karl Marx

Auf den Widerstand gegen TTIP und CETA können sich viele einigen - 26 Organisationen haben für den heutigen Samstag in sieben Städten zu Demonstrationen aufgerufen. Aber soll man deshalb für Zölle und Handelsbeschränkungen einstehen?

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Aert van Riel

Gabriel kämpft in Kanada um SPD-Delegierte

Die Botschaft, die Sigmar Gabriel am Freitag aus Kanada mitgebracht hat, richtet sich an alle Sozialdemokraten, die CETA kritisch bewerten. Der Parteichef und Wirtschaftsminister benötigt die Zustimmung seiner skeptischen Genossen, wenn am Montag ein Parteikonvent in Wolfsburg über die Haltung der SPD zu dem europäisch-kanadischen Freihandelsabkommen entscheiden wird. Gabriel stellte nach seinem G...

ndPlusJörg Staude

Energiecharta als Blaupause

Die Zahl ist schon beeindruckend: 4,7 Milliarden Euro Schadensersatz fordert der Stromkonzern Vattenfall vor dem Investitionsschiedsgericht ICSID in Washington - für die Verluste durch den deutschen Atomausstieg sollen die hiesigen Steuerzahler aufkommen. Die angeführten Ertragsausfälle beziehen sich auf eine Zeit, in der AKWs noch als Gelddruckmaschinen galten. Vattenfall stützt sich in sein...

ndPlusRudolf Stumberger, Taufkirchen und Mela Theurer, Barcelona

Taufkirchen sagt Nein

Die linke Stadtregierung von Barcelona lehnt TTIP ab, klar. Aber warum leisten CSU-Politiker in einer kleinen Ortschaft in Oberbayern Widerstand gegen das Freihandelsabkommen?

Aert van Riel

Was kümmert uns unser Beschluss von gestern?

Vor zwei Jahren haben die Sozialdemokraten ihre Anforderungen an CETA definiert. Sigmar Gabriel und seine Unterstützer sehen sie als weitgehend erfüllt an. Experten aus der SPD sind anderer Meinung.

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6000 Kandidaten für 450 Sitze

Russlands Legislative - die Föderationsversammlung - besteht aus zwei Kammern. Oberhaus ist der Senat, Unterhaus die Duma. Letztere wird am Sonntag neu gewählt. Die Legislaturperiode beläuft sich auf fünf Jahre. Um die 450 Sitze bewerben sich insgesamt über 6000 Kandidaten. Die Sitze werden zu gleichen Teilen über Parteilisten und Direktmandate in den Wahlkreisen vergeben. Derzeit sind es 225. Zug...

Elke Windisch, Moskau

Das Leben ist ein Zebrafell

Russland steckt in der Krise. Doch russische Frauen haben ihren Stolz, kommen durch und alles könnte auch noch schlimmer sein.

ndPlusIrina Wolkowa, Moskau

Bitte, geht wählen, egal wen

Am Sieg der Kremlpartei bei den Duma-Wahlen am Sonntag zweifelt niemand ernstlich, auch nicht an Präsident Putins Popularität. Sorgen macht der russischen Führung allerdings die Beteiligung.

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Ermittlungen gegen Duterte gefordert

Manila. Nach den erschütternden Zeugenaussagen eines ehemaligen Mitglieds einer Todesschwadron auf den Philippinen mehren sich die Forderungen nach umfassenden Ermittlungen gegen den umstrittenen Staatschef Rodrigo Duterte. »Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass Präsident Duterte gegen sich selbst ermittelt«, erklärte der Asien-Direktor der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation H...

Ralf Klingsieck, Paris

Regierung will Lager in Calais und Paris räumen

In Calais ist am Freitag erneut ein Flüchtling bei einem Unfall ums Leben gekommen. Die Regierung will den »Dschungel« von Calais auflösen und die Flüchtlinge landesweit verteilen.

ndPlusKarin Leukefeld, Aleppo

Die Waffenruhe ist brüchig

Die vereinbarte Waffenruhe in Syrien hat vor allem ein Ziel: humanitäre Hilfslieferungen. Die Hilfskonvois kamen aber noch nicht an.

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Seehofer droht weiter

Die CSU will das Asylrecht auf 200 000 Personen im Jahr beschränken. Sonst werde man sie im Wahlkampf nicht unterstützen.

ndPlusVelten Schäfer

Nazis laden Bürgermeister vor

Bautzens Bürgermeister will alles tun, um die Lage in der sächsischen Kreisstadt an der Spree zu beruhigen - und wenn er mit organisierten Neonazis spricht.

Hermannus Pfeiffer

Strafe für Verkauf fauler Darlehen

Faule Hypothekenpapiere ruinierten tausende AnlegerInnen. Nun wollen die USA die Deutsche Bank dafür kräftig zur Kasse bitten. Die hofft nun noch auf Milde bei den anstehenden Verhandlungen.

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Neu und gleich kritisch

Hessen ist als zehntes Bundesland dem »Bauhaus Verbund 2019« beigetreten. Das teilte die Klassik Stiftung nach der Kuratoriumssitzung am Freitag in Weimar mit. Wie die anderen beteiligten Länder plane Hessen zum bundesweiten Jubiläumsprogramm im Jahr 2019 eigene Beiträge zur Moderne, die auch kritisch reflektierende Formate beinhalteten, hieß es. epd/nd...

Trauriger Schneemann

Der Kinderfilm-Regisseur Rolf Losansky ist mit 85 Jahren am Donnerstag in Potsdam gestorben. Das bestätigte eine Sprecherin der Defa-Stiftung auf Anfrage. Losansky war mit seinen Defa-Kinderfilmen wie »Ein Schneemann für Afrika« (1977), »Moritz in der Litfaßsäule« (1983) oder »Das Schulgespenst« bekannt geworden. Für seine mehr als 20 Spielfilme erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Mit seinem let...

»Mein Fehler«

Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) hat die jüngsten kulturpolitischen Personalentscheidungen in der Bundeshauptstadt verteidigt und zugleich Kommunikationsfehler eingeräumt. Für die geplanten und in der Kulturszene umstrittenen Intendantenwechsel habe sich der Berliner Senat auch von externen Fachleuten beraten lassen, sagte Renner der »tageszeitung« (Freitagsausgabe). Als Beispiel nann...

Über Kreuz

Die Grundvoraussetzung eines gedeihlichen Miteinanders ist gegenseitiges Verständnis, das Wissen um die Seelennöte, Ängste und Vorurteile des anderen. Dort, wo dieses Verständnis fehlt, entsteht zuerst Zwietracht und droht später oftmals noch Schlimmeres. Wir wähnen uns sicher vor einem religiös oder sonstwie spirituell-ideologisch verbrämten Fanatismus. Doch wir sollten uns hüten, nur auf andere ...

Hans-Dieter Schütt

Die neuen Sterne und die Angst

Die Kulturpolitik des Senats gleicht einem Trümmerhaufen, und immer geht es um Sozialsicherheit und Gesprächsweisen, um Vermittlungskultur und Konzeptionen, um Urteile, die mit den Vorurteilen ums Hoheitsrecht balgen.

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Für Kafka

Der Essayist und Literaturwissenschaftler Reiner Stach bekommt eine der höchstdotierten deutschen Literaturauszeichnungen. Der Joseph-Breitbach-Preis ist mit 50 000 Euro dotiert. Zur Begründung führte die Jury aus, Stach habe mit seiner Arbeit zu Franz Kafkas Leben und Literatur neue Maßstäbe bei der literarischen Biografie gesetzt. Bisherige Preisträger sind unter anderem Thomas Lehr, Navid Kerma...

Politischer Mime

Der türkische Schauspieler und politische Aktivist Tarik Akan ist tot. Wie der türkische Sender NTV am Freitag berichtete, starb der 66-Jährige an Lungenkrebs. Der bekannte Schauspieler wirkte in mehr als hundert Streifen mit. Internationale Anerkennung erlangte er mit »Yol - Der Weg«, einem Film über Gefangene auf Hafturlaub nach dem Militärputsch in der Türkei 1980. Der Film gewann 1982 die Gold...

Noch mal nachdenken

Die geplante Sanierung des über 50 Jahre alten Trierer Theaters würde mindestens rund 55 Millionen Euro kosten. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die die Stadt Trier beim Münchener Architekturbüro Theapro in Auftrag gegeben hatte. Grundlage der Studie war, dass das Theater ein Dreispartenhaus mit eigenem Ensemble bleibt und dass zum Haupthaus ein zweiter Standort hinzukommt. »Dieser Ko...

ndPlusIngrid Heinisch

Sehr moderne Erkenntnisse

Vor 50 Jahren war im deutschen Fernsehen die erste Folge der Serie „Raumpatrouille“ zu sehen. Ein Märchen von übermorgen, in dem es keine Nationalstaaten mehr gab und Frauen den Männern Befehle erteilen (durften).

Die Zeit ist wieder reif fürs Chaos

Warum haben Sie das Clownskostüm um die Jahrtausendwende abgelegt?Wenzel: Man kann in kollektiver Form nur zusammenarbeiten, wenn man eine unausgesprochene Utopie über sich hat. Das ist wie in der Liebe. Wenn dieses Dritte, auch in Abgrenzung zur Umwelt, nicht mehr da ist, macht das Gemeinsame wenig Sinn. Mensching: Verschleißerscheinungen in Beziehungen sind normal. Wir hatten uns nach 20 Jahren ...

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ndPlusLars Reinefeld, Leiden

Keine Lust zu rechnen

Der Name des Austragungsorts des letzten EM-Qualifikationsspiels soll für die deutschen Basketballer keinen Symbolcharakter haben. Vielmehr soll in Leiden ein schwacher Sommer noch versöhnlich enden.

Ronny Blaschke, Rio de Janeiro

Die eine ist zu alt, der andere zu gut

Manche sind neidisch auf die Aufmerksamkeit für Markus Rehm, anderen ist eine 63-jährige Medaillengewinnerin peinlich. Die Paralympics bieten interessante Debatten - aber nur hinter den Kulissen.

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Fabian Held und Jens Maßlich, Dresden

Aues Angst vor Dresdens Lauf

Zwei sächsische Fußballzweitligisten, zwei Aufsteiger, zwei Gefühlswelten, ein Derby: Im Duell zwischen Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue am Sonntag steckt viel Brisanz. Während die Laune in der Landeshauptstadt an der Elbe nach tollem Saisonstart bestens ist, droht im Lößnitztal bei einer weiteren Niederlage die Stimmung zu kippen.Beim Tabellenzweiten Dresden könnte es nach dem erfolgreich...

ndPlusMax Zeising, Mainz

Unterwegs zu goldenen Sternen

Premiere in Mainz: Erstmals spielt der FSV in der Gruppenphase eines europäischen Wettbewerbs. Das 1:1 zum Auftakt gegen St. Etienne waren zwei verlorene Punkte, finanziell könnte der Klub profitieren.

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Kindsmord: Haft für 19-Jährige

Eine 19-jährige Mutter ist nach dem Tod ihres Neugeborenen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Die damalige Abiturientin habe ihr Baby nach der heimlichen Geburt gezielt mit einem Handtuch bedeckt, begründete das Landgericht Berlin sein Urteil am Freitag. Die Angeklagte sei des Totschlags schuldig. Sie habe ihre eigene Lebensplanung über das Wohl ihres Kindes gestellt. »Die Töt...

Ellen Wesemüller

Kein Montag ohne Herrn Sonntag

Vor der Senatsverwaltung für Bildung demonstrierten am Freitag mehr als hundert Schüler der Marcel-Breuer-Schule in Weißensee auch gegen die Fusion mit der Martin-Wagner-Schule.

Martin Kröger

Die Richtungswahl

Am Sonntag werden in Berlin das Abgeordnetenhaus und die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) gewählt. Das »nd« beantwortet die wichtigsten Fragen zur anstehenden Abstimmung.

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ndPlusAndreas Fritsche

Wandertag am Wahltag

Am Sonntag, 18. September, werden in Berlin das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen gewählt - und die nd-Leserwanderung findet statt! Von Andreas Fritsche Wandern und Wählen ist miteinander vereinbar. Zum Beispiel so: gleich früh ab 8 Uhr ins Wahllokal in der Nachbarschaft, dann auf zum Berliner S-Bahnhof Grunewald, wo an diesem Sonntag von 8 bis 11 Uhr...

Neuer Streit um altes Holz

Ein Hoteldirektor und die Stadt Potsdam liegen sich wegen eines Holzstapels in den Haaren. Seit 20 Jahren ist das Klima zwischen beiden Parteien vergiftet.

Johanna Treblin

Neue Heimat für linken Ladenbesitzer

Das Kreuzberger Geschäft für Demo-Untensilien und Antifa-Sticker »M99« soll im Mai in die Falckensteinstraße ziehen. Solange droht dem Besitzer die Obdachlosigkeit.

ndPlusAndreas Fritsche

Wahlkampfhilfe in Berlin

Im Berliner Straßenwahlkampf wird um jede Stimme gerungen, die das Ergebnis der Partei Alternative für Deutschland (AfD) schmälert. Fast immer kommt hierbei auch die Asylpolitik zur Sprache.

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Kultur-Voucher für Kinder

Halle. Um Kindern aus sozial schwachen Familien in Halle einen kostenlosen Besuch im Theater oder Museum zu ermöglichen, stellt die Stadt im Süden Sachsen-Anhalts 4000 Gutscheine zur Verfügung. Sie sind für Jungen und Mädchen der dritten und neunten Klassen bestimmt, sagte ein Sprecher. Die Voucher ermöglichen ihnen und einer Person ihrer Wahl, kostenlos Veranstaltungen in diversen Kultureinrichtu...

Romantische Großstadt

Heidelberg. Beliebtes Fotomotiv: Die Lichter der Heidelberger Altstadt mit Schloss und Alter Brücke spiegeln sich im Neckar. Die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt ist bekannt für ihre malerischen Blickachsen und romantischen Winkel sowie für ihre renommierte Universität, die älteste Hochschule auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Sie zieht Wissenschaftler und Besucher aus aller Welt an. W...

Gratwanderung am Bodden

Er braucht Ruhe, um sich entwickeln: der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Besucher soll aber auch kommen - und dann sind da noch die Vorgaben des deutschen Naturschutzgesetzes.

Verband warnt: Musikschulen überaltern

Magdeburg. Georg-Friedrich Händel, Kurt Weill und Tokio Hotel gehören zu den bekanntesten Musikern aus Sachsen-Anhalt. In ihrem Schatten lernen Tausende junge Musikfans im Land, was Akkorde, Triolen und Punktierungen sind. Doch an vielen Musikschulen blicken die Verwaltungsmitarbeiter mit Bangen in die Zukunft. Denn ihnen fehlt vor allem junges, qualifiziertes Personal. Wie eine dpa-Umfrage ergab,...

ndPlusSebastian Haak, Erfurt

Die Krankheit lauert im Büro

Die Beamten und Angestellten des Landes Thüringen werden immer häufiger krank - und fehlen deshalb immer öfter im Job. Die Politik will gegensteuern und appelliert an die Führungskräfte.

Hans-Dieter Schütt

Glücksstunde des Wolfes

Manchmal schien es, in seinem Brecht-Spiel schlafe ein Wolf: Auf der Bühne durfte er heulen und reißen. Am 14. September ist der großartige Schauspieler Hilmar Thate im Alter von 85 Jahren gestorben.

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Ausstellung zu Gustav Regler

Noch bis zum 23. September ist im Industriesalon Schöneweide die Ausstellung »Eidesstattliche Verleumdungen - die Fehler des Genossen G.« zu sehen. Die multimediale Installation der beiden Künstler Miriam Sachs (Visuals) und und Leo Solter (Sounds) erinnert an den Schriftsteller und Widerstandskämpfer Gustav Regler (1898-1963). Der überzeugte Kommunist, der als Kriegsfreiwilliger im Spanischen Bür...

Mensch wird neue Direktorin

Léontine Meijer-van Mensch wird zum 1. Februar 2017 die neue Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin. Sie folgt auf Cilly Kugelmann, die seit September 2002 Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin und Stellvertreterin des Direktors ist. Cilly Kugelmann wird das Haus bei der Konzeption und Gestaltung der neuen Dauerausstellung weiterhin beraten.»Mit Léontine Meijer-van Mensch haben ...

ndPlusAntje Rößler

Wie Bolle amüsiert

Ballsaal und Leierkasten, der »Mann mit dem Koks« und Bolle auf dem Weg nach Pankow - in Berlin steckt Musike drin. Die Band BerlinskiBeat zapft den reichhaltigen Schatz all der Schlager und Gassenhauer an, die bis weit ins 20. Jahrhundert für Amüsement an der Spree sorgten. Sieben Berliner Musiker aus vier verschiedenen Ländern geben den Altberliner Klassikern eine zeitgemäße, multikulturelle Not...

ndPlusHeidrun Böger, Bad Düben

Feuer und Flamme in Eisenhammer

Eine von ganz wenigen Köhlereien Deutschlands steht in Eisenhammer bei Bad Düben in Sachsen. Norma Austinat hat sie gerade gekauft. Die Mittdreißigerin und ihr Mann wollen das alte Handwerk erhalten. Für die Zukunft haben sie viele Pläne.»Mein Mann und ich sind Leipziger. Wir hörten durch Zufall, dass der alte Besitzer Hans-Joachim Lindner einen Käufer für die Köhlerei suchte«, erzählt die dunkelh...

Thomas Blum

Zu traurig, zu kalt

Junge Künstler und Akademiker sind dabei, ganz Neukölln schickzuwohnen, und der internationaleTrinktourismus boomt, aber der Bus M 41 kommt immer noch nicht. Jörg Sundermeier hat ein Buch über die Sonnenallee geschrieben.

Dieter Sell

Wenn die Armut am Wegrand wartet

Niemand weiß, wie viele Menschen auf Deutschlands Straßen betteln. Klar ist, dass ihre Zahl steigt. Auch die organisierte Bettelei nimmt zu und sorgt für Ärger. Ein Bericht aus Bremen.

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ndPlusRegina Stötzel

Und ein hungriger Säbelzahntiger

Wäre nur damals den Urgroßeltern des kleinen Isaac ein hungriger Säbelzahntiger in die Quere gekommen, gäb es heute keinen großen Newton, der zu seiner bahnbrechenden Erkenntnis gekommen wäre.

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Kein Erbarmen mit den Mördern

In Neubrandenburg wurde diese Woche, mit reichlicher Verzögerung, der Prozess gegen einen früheren SS-Mann aus Auschwitz eröffnet. Ihm wird Beihilfe zum Mord in 3681 Fällen angelastet - ein Delikt, das für die bundesdeutsche Justiz erst seit knapp einem Jahrzehnt in Betracht kommt. Und doch scheint es, als sei sie erneut unwillig, einen Täter zu verurteilen. Wie verfuhr die DDR mit Naziverbrechern?

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Alexander Ludewig

Ein wundersamer Aufstieg

Bis Mittwoch war es so: Gab man den Namen Aleksander Čeferin buchstabenweise in eine Internetsuchmaschine ein, tauchte er in der Liste erst nach dem »C« auf. Seit Mittwoch ist es so: Schon nach den Buchstaben »Alek« erscheint als erster Suchtreffer Aleksander Čeferin. Diese neue Popularität verdankt der 48-jährige Slowene einem wundersamen Aufstieg: Auf dem Außerordentlichen Kongress des europäisc...

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ndPlusRalf Klingsieck

»Mit dem islamistischen Terror haben wir nichts gemein«

Drei Tage nachdem Ende Juli der Pfarrer Jacques Hamel in seiner Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray von zwei islamistischen Terroristen ermordet worden war, nahmen am großen Freitagsgebet in der Moschee dieser Vorstadt von Rouen auch Geistliche und Gemeindemitglieder der benachbarten katholischen Kirche teil. Umgekehrt kamen zwei Tage später Muslime zum Sonntagsgottesdienst in die Kirche. So wollte...

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Hans-Dieter Schütt

Einschärfung und Einladung

Einen Weltuntergang wird es nie geben. Nur einen Untergang der Erde - die wir mit selbstverständlicher Arroganz gleichsetzen mit Welt. Ja, unser Planet verschwindet, und jene killende Naturkraft, die das irgendwann bewerkstelligt, wird sich nicht darum scheren, wie sehr wir uns gerade um Frieden und Freiheit und soziale Harmonie bemühen. Kommunismus? Das hält keine Supernova davon ab, zu bersten. ...

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ndPlusStefan Ripplinger

Jäger im Schnee

Haut« und »haut« - zwei Wörter kommen einander selten näher als diese. Dennoch kann ich mich nicht daran entsinnen, jemals ein Gedicht gelesen zu haben, in dem die Verbform »haut« auf das Substantiv »Haut« gefolgt wäre. Doch »haut über haut: / haut, - einen schlag« heißt es in Rainer René Muellers »Schneeschaun«, und in seinem »Hall in Schwaben«: »An der Haut, / an der / haut / hin«. Dies letzte G...

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Zu Tode gesiegt

Das, was über das Freihandelsabkommen TTIP und seine »kleinen« Verwandten CETA und TiSA bislang ans Licht gekommen ist, verheißt nichts Gutes. Das öffentliche Gemeinwesen - Kernstück einer jeden Gesellschaft - stünde zur Disposition. Kitas, Schulen, Universitäten, ja, alle Bildungseinrichtungen, die staatlich finanziert werden, weil sie eben nicht markförmig sein sollen, weil durch sie individuell...

Lena Tietgen

Angriff auf die Freiheit

Die Freihandelsabkommen TTIP, CETA und TiSA bedeuten einen enormen Privatisierungsschub im Bildungssektor. Dieser zählt zum Bereich der öffentlichen Dienstleistungen zählen und sollte damit eigentlich aus den Verpflichtungen einer Liberalisierung bei den Abkommen herausfallen. Vieles spricht jedoch, dass die Privatisierung des Sektors durch TTIP und Co. forciert wird, denn, so ec.europa.eu, unter ...

Tino Brömme

Des Teufels Wunschliste

Die schärfste und weitreichendste Kritik an den geplanten internationalen Freihandelsabkommen kommt aus der Botschaft von Ecuador. Wikileaksgründer Julian Assange, der dort seit 2012 festsitzt, bezeichnete die von der Europäischen Union geheim verhandelten Völkerrechtsverträge TTIP mit den Vereinigten Staaten, CETA mit Kanada und TiSA zum Handel mit Dienstleistungen zwischen 52 Staaten als die »gr...

Seite 25
ndPlusMartin Stolzenau

Max Kirmsse

Er stammte aus Sachsen, entwickelte sich zu einem bedeutenden deutschen Pädagogen auf dem Gebiet der Sonder- und Heilpädagogik und entfaltet selbst 70 Jahren nach seinem Tod eine beträchtliche Nachwirkung. Während er in seinem Geburtsort fast unbekannt ist, gibt es in Idstein in Hessen, seiner Hauptwirkungsstätte, eine nach ihm benannte Straße sowie eine Schule, die seinen Namen trägt. Max Br...

Ralf Hutter

Die Schule in Witzenhausen

Wir haben es unterschätzt!« Dieses Bekenntnis steht über dem ersten Text im kürzlich erschienenen Sammelband »Raus Rein. Texte und Comics zur Geschichte der ehemaligen Kolonialschule in Witzenhausen«. Hendrik Dorgathen, Professor für Illustration und Comic an der Kunsthochschule Kassel, und Marion Hulverscheidt, Historikerin an der Universität Kassel, erklären in ihrem Vorwort, dass das von ihnen ...

Seite 26
ndPlusElke Bunge

Starkregen dank warmem Mittelmeer

Tiefdruckgebiete, die von Italien kommend nach Mitteleuropa ziehen, sind oft verheerende Regenbringer. Das gilt besonders für sommerliche Mittelmeertiefdruckgebiete. Durch die Wärme wird außerordentlich viel Feuchtigkeit von den Wolken aufgenommen. Diese Wetterlagen waren in der jüngsten Vergangenheit für mehrere große Hochwasser verantwortlich, wie zum Beispiel das Elbhochwasser im August 20...

ndPlusIris Rapoport, Boston und Berlin

Da Gamas Dilemma

Sicher ist nur, dass der Zusatz von Vitamin C in Bonbons, Brausen und sonstigem Naschkram nur dem Produzenten nutzt: Es beruhigt das Gewissen des Konsumenten und steigert den Absatz.

Dieter B. Herrmann

Dunkle Materie bleibt im Dunkeln

Die ominöse »Dunkle Materie« beschäftigt die Forschung inzwischen seit mehr als acht Jahrzehnten. Viel mehr als diesen Namen gibt es bisher aber nicht. Es war der Schweizer Astronom Fritz Zwicky, der bei seinen Versuchen, die Massen von Galaxienhaufen 1933 aus den Bewegungen ihrer Mitglieder zu berechnen, auf einen merkwürdigen Widerspruch stieß. Er stellte nämlich fest, dass sie deutlich größer s...

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Martin Koch

Krach im Elfenbeinturm

Um ein Haar würden wir die Geschichte der Physik heute ohne Isaac Newton schreiben. Denn der Sohn eines Gutsherren, der am 25. Dezember 1642 in dem englischen Dorf Woolsthorpe geboren wurde, war ein Siebenmonatskind und so schwächlich und klein, dass er, wie es hieß, in ein Litergefäß (quartpot) gepasst hätte. Doch wunderbarerweise überlebte Newton, sein Vater allerdings war bereits vor der Geburt...

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ndPlusMichael Juhran

Lösegeld für die Wiener Altstadt

Dürnstein in der Wachau im Spätsommer: Am sonnigen Donauufer legt ein Flusskreuzfahrtschiff an, dem Urlauber aus aller Welt entsteigen, um das mittelalterlich anmutende Städtchen mit seinen schmalen, verwinkelten Gassen, prächtig restauriertem Schloss, gemütlichen Restaurants und Weinläden sowie gerade einmal 869 Einwohnern zu erkunden. Viele der Gäste sind von der Neugier getrieben, denn die Flus...

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Heidi Diehl

Ein schöner, harter Brocken

Auf den letzten vier Kilometern extrem steil bergauf versuchte ich mir unentwegt vorzustellen, wie sich Heinrich Heine, der diesen Weg in umgekehrte Richtung gelaufen ist, fühlte, als er am Morgen nach seiner Brockenwanderung aufwachte. Mag der 11,5 Kilometer lange Wanderweg zum Gipfel, der heute den Namen des Dichters trägt, ansonsten für ambitionierte Wanderer relativ locker zu nehmen sein, das ...

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ndPlusKatrin Schielke

»Sie sind schön«

Es ist der letzte Tag vor den Sommerferien. Picknick im Viktoriapark in Berlin-Kreuzberg, ganz in der Nähe des Oberstufenzentrums (OSZ) »Lotis«, in dem ich seit fünf Monaten in einer Willkommensklasse für junge Geflüchtete Deutsch unterrichte. Die fünfzehn Schüler kommen aus Syrien, Afghanistan, Guinea, Iran, Irak und Libanon, sind zwischen 15 und 18 Jahren alt. Es gibt keine Mädchen in der Klasse...