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Regierung plant Gesetz zur Lohngleichheit

Berlin. Die Große Koalition hat sich auf ein Gesetz zur Lohngerechtigkeit von Frauen und Männern geeinigt. Demnach sollen Firmen ab 200 Mitarbeitern künftig gleiche Bezahlung nachweisen und dokumentieren müssen, wie SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann nach den Beratungen des Koalitionsausschusses am Donnerstag in Berlin sagte. Ausgenommen würden Betriebe, die gültige Tarifverträge abgeschlossen hab...

Unten Links

Das Schnackseln sei eine prima Sache, solange der Intimverkehr sachgerecht, korrekt und in der vom lieben Gott vorgeschriebenen Weise verrichtet werde: Der Pipimann müsse pfeilgrad in die Mumu hinein und im Ergebnis eine funktionstüchtige Leibesfrucht hervorbringen. Nur und nur dann habe das fragwürdige Treiben den Segen des Herrn, betonte Winfried Kretschmann, der beliebteste sprechende Aktenordn...

Guterres soll die UNO führen

New York. Der UNO-Sicherheitsrat hat António Guterres offiziell für das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen nominiert. Die 15 Mitgliedsländer des Rates beschlossen die Berufung am Donnerstag in New York ohne Abstimmung. Die Empfehlung wird nun an die Vollversammlung geleitet, die Guterres formell als Generalsekretär wählen muss. Der 67 Jahre alte frühere portugiesische Ministerpräsiden...

Rot-Rot-Grün in Berlin kommt voran

Berlin. »Alle drei Partner haben ein sehr ernsthaftes Interesse an einer vertrauensvollen Atmosphäre«, sagte der Berliner Regierende Bürgermeister und SPD-Landeschef Michael Müller am Donnerstagmittag nach der ersten Runde der Koalitionsverhandlungen im Roten Rathaus. Wie in den Sondierungsgesprächen herrschte eine »gute, offene und klare Atmosphäre«. Man nahm also kein Blatt vor den Mund, schloss...

ndPlusStephan Fischer

Noch kein Sieg

Die Ablehnung des verschärften Abtreibungsgesetzes im polnichen Sejm ist vor allem ein taktischer Rückzug der PiS. Wirklich weh tut den National-Konservativen Widerstand auf anderen Politkfeldern.

Zurückgepfiffen

Warschau. Hunderttausend zornige polnische Frauen haben mit ihren landesweiten Protesten auf Märschen und Kundgebungen die radikalen Abtreibungsgegner zurückpfiffen. Deutlicher noch als die Zustimmung durch eine Mehrheit in der ersten war die Ablehnung des Gesetzes zur weiteren Verschärfung des Abtreibungsrechtes in der zweiten Lesung im polnischen Sejm am Donnerstag. Die mit absoluter Mehrheit re...

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Kein Schadenersatz für Kundus-Opfer

Der Bundesgerichtshof hat am Donnerstag Schadenersatzansprüche von Hinterbliebenen des Luftangriffs nahe der afghanischen Stadt Kundus im Jahr 2009 zurückgewiesen. Bei der Bombardierung zweier Tanklastwagen, die der Bundeswehr-Oberst Georg Klein befohlen hatte, wurden Dutzende Zivilisten getötet. Zwei Hinterbliebene klagen auf insgesamt 90 000 Euro Schadenersatz. Während die Bundesregierung warnte...

Patt zwischen Armee und Taliban

Kabul. Am vierten Tag der Kämpfe um die nordafghanische Stadt Kundus stecken Sicherheitskräfte der Regierung und Taliban offenbar in einer Pattsituation. Es seien immer noch »Aufräumoperationen im Gange«, sagte Polizeisprecher Mahfosullah Akbari am Donnerstag. Die reichlich eine Viertelmillion Einwohner zählende Stadt sei weitgehend unter Kontrolle der Regierung. Bisher seien 14 Soldaten und Poliz...

ndPlusEmran Feroz, Kabul

Wasser auf die Mühlen der Taliban

Von einer Zerschlagung der extremistischen Strukturen in Afghanistan kann keine Rede sein. »Die Taliban sind stark, weil die Regierung schwach ist«, sagt ein Kommandant der Grenzpolizei.

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ndPlusHermannus Pfeiffer

Chinas kleine Weltwährung

Das Interesse an der neuen Leitwährung hält sich (noch) in Grenzen. Eine Ablösung des Dollar ist nicht in Sicht. Doch in China plant man langfristig.

Währungsfonds muckt gegen Deutschland auf

Bei der Herbsttagung von IWF und Weltbank steht die globale Verschuldung im Fokus: Der Finanzmonitor des IWF sieht die Welt derzeit in einer Schuldenfalle und Austeritätsweltmeister Deutschland steht in der Kritik.

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ndPlusRené Heilig

Anders handeln

In Brandenburg treten Justizminister - zumindest offiziell - zurück, weil sie mit einem einstigen Mandanten telefonieren oder einen Lastwagen aus dem Landesfuhrpark zum Billigtarif nutzen. Nun kam heraus, dass die Staatsanwaltschaften in Potsdam und Frankfurt (Oder) NSU-Akten geschreddert haben, obwohl diverse Untersuchungsausschüsse - einer nach langer Verzögerung jetzt auch in Potsdam - noch imm...

ndPlusSebastian Bähr

Schlupflöcher beseitigen

Die neue Grenz- und Küstenschutzagentur der EU hat ein robustes Mandat und stark ausgeweitete Befugnisse. Nie war das Bild einer Festung treffender. Für Flüchtlinge wird es immer schwieriger, nach Europa zu kommen.

Karlen Vesper

Der Tod war ein deutsches Fabrikat

Man mag zu Polens Regierung stehen wie man will. Mag auch juristische Bedenken hegen ob der Durchsetzungskraft ihrer Forderung nach Haftstrafen für eine geschichtlich falsche, allenthalben aus Politiker- und Publizistenmunde vor allem hierzulande zu vernehmende Wortwahl. Endlich ist ein Achtungs-, ein Ausrufezeichen gesetzt. Es gehört sich nicht, von »polnischen Lagern« zu sprechen. Sei es aus Dum...

ndPlusFabian Lambeck

Der neue Weise

Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) soll am heutigen Freitag zusammenkommen, um einen neuen Behördenchef zu küren. Bereits vorab wurde bekannt, dass man sich hinter den Kulissen auf den früheren Hamburger Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) geeinigt hat. Der 60-Jährige sitzt seit 2015 im BA-Vorstand und verantwortet dort den Bereich Arbeitsmarkt. Der gebürtige Hamburger ist der Wun...

Rudolf Hickel

Selbst verschuldetes Desaster

Die Krise bei der Deutschen Bank ist nach Ansicht des Bremer Finanzwissenschaftlers Rudolf Hickel Folge des über viele Jahre spekulationsgetriebenen Geschäftsmodells. Jetzt stottert die Spekulationsmaschine.

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ndPlusWolf H. Wagner, Florenz

Renzi droht eine Niederlage

Am 4. Dezember will Italiens Regierungschef Matteo Renzi ein Verfassungsreferendum abhalten, das seine Reformen voranbringen soll. Doch der Widerstand dagegen wächst.

Sebastian Weiermann, Köln

Mutmaßungen eines Gutachters

Viel wurde seit Mittwoch über ein kriminalpsychologisches Gutachten zur Kölner Silvesternacht geschrieben. Große Schlagzeilen, die nur auf den Theorien eines emeritierten Professors beruhen.

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Jörg Meyer

Air Berlin als kollateraler Schaden?

Weil sie Auslagerungen und damit Verschlechterungen oder den Verlust ihrer Jobs befürchten - und diese Ankündigung gewohnt wenig empathisch vom Management getätigt worden sein dürfte - sind die Beschäftigten krank vor Sorge und melden sich vom Dienst ab. Im Ergebnis blieben etliche Flüge der Tuifly in den letzten Tagen am Boden, aber auch bei der Konkurrenz, der eng mit Tuifly verknüpften und kris...

ndPlusAert van Riel

Ein paar Cent mehr für arme Kinder

Eine ernsthafte Bekämpfung von Kinderarmut ist für die Bundesregierung offenbar kein Thema. Vor dem Koalitionsausschuss sprachen sich am Donnerstag Union und SPD für minimale Leistungserhöhungen aus.

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Axel Eichholz, Moskau

Russland: Mit Kyrill gegen Abtreibungen

Die polnische Entwicklung dürfte russischen Abtreibungsgegnern Warnung sein. Religiöse Führer, Initiativen und auch Politiker formierten sich bereits.

Wojciech Osinski, Warschau

Stopp für »Stop aborcji!«

Der polnische Sejm hat die Bürgerinitiative »Stop aborcji!« im zweiten Anlauf endgültig zurückgewiesen. 352 Abgeordnete stimmten nunmehr gegen ein striktes Abtreibungsverbot.

ndPlusThomas Körbel, Tbilissi

Ex-Fußballprofi und Hipster-Kandidatin

Die Stimmung ist aufgeladen vor der Parlamentswahl in Georgien. Das Land am Schwarzen Meer arbeitet seit 2014 enger mit der EU zusammen und wartet auf eine Aufhebung der Visapflicht für Reisende.

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Ökonomen fordern Finanztransaktionssteuer

Sie sollte einst dazu beitragen, dass die Verursacher der Finanzkrise auch ihren Kosten beteiligt werden. Doch weil sie sei Jahren zerredet wird, fordern Ökonomen die Einführung der Finanztransaktionssteuer.

ndPlusDavid Graaff, Medellín

Kolumbianer marschieren für den Frieden

Zehntausende Menschen haben in Kolumbien für eine Umsetzung des Friedensvertrags mit den FARC-Rebellen demonstriert, der beim Referendum knapp abgelehnt wurde.

Hans-Ulrich Dillmann

Ein Sturm verlängert Haitis Politkrise

Die Menschen in Haiti müssen weiter auf einen neuen Präsidenten warten. Wegen dem verheerenden Wirbelsturm »Matthew« sind die für Sonntag angesetzten Wahlen auf unbestimmte Zeit verschoben.

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Knackpunkte der Verhandlungen

 Die SPD möchte in der Finanzpolitik am Konsolidierungskurs weiter festhalten. Sie möchte den Schuldenberg des Landes von 59 Milliarden Euro weiter abbauen. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen möchte die LINKE jeden verfügbaren Euro mobilisieren. Mehr Investitionen sind auch nach Ansicht der Grünen nötig. Mehr bezahlbaren Wohnraum haben sich alle drei Parteien auf die Fahnen geschrieben. ...

Aufsichtsrat zum BER tagt in Tegel

Ab 11 Uhr trifft sich an diesem Freitag der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg im Verwaltungsgebäude zu einer Sitzung. Ein neuer Eröffnungstermin für den Großflughafen BER soll dem Vernehmen nach nicht beschlossen werden. »Zum jetzigen Zeitpunkt ist es damit leider noch zu früh, um einen genauen Termin für den ersten Flug vom BER-Terminal festzulegen«, hatte Flughafen-Chef K...

Ein besseres Angebot

Die CDU stimmt für die LINKE - die Nachricht aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf klingt nach einem Novum, das alle jene erfreuen könnte, die auf mehr Zustimmung für linke Politik hoffen. Doch die Freude versiegt, wenn man sich anschaut, aus welchem Grund dieses lose Bündnis zustande kommt: das herausragende Wahlergebnis der AfD im Bezirk, die massiven Verluste der anderen Parteien. Dass nun Parteie...

ndPlusEllen Wesemüller

CDU für LINKE in Marzahn-Hellersdorf

In den Verhandlungen über das neue Bezirksamt in Marzahn-Hellersdorf zeichnet sich ab, dass die Bezirksbürgermeisterkandidatin Dagmar Pohle (LINKE) mit Stimmen der CDU, SPD und Grünen gewählt wird. Die Parteien verhandeln zur Zeit über eine entsprechende Vereinbarung, bestätigten Politiker von LINKEN und CDU am Donnerstag dem »nd«.Die Vereinbarung habe das Ziel, »eine demokratische Mehrheit über e...

Nicolas Šustr

Am Geld scheiden sich die Geister

Gute Atmosphäre, harte Verhandlungen. So beschreiben Vertreter der drei Parteien die erste Runde. Der finanzielle Rahmen wird von den drei möglichen Regierungspartnern sehr unterschiedlich eingeschätzt.

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ndPlusAndreas Fritsche

Auf dem Weg an die Spitze

Die LINKE nominiert die Abgeordnete Kirsten Tackmann als Direktkandidatin im Bundestagswahlkreis 56. Die Tierärztin wird wahrscheinlich auch Spitzenkandidatin in Brandenburg.

Wilfried Neiße

Das »nd« in den Farben Brandenburgs

Geschichtliche Meilensteine Brandenburgs im ›neuen deutschland‹ - bis zum 28. Oktober erinnert eine Ausstellung im Flur der Linksfraktion des Landtages aus Journalistensicht an 25 bewegte Jahre.

ndPlusTim Zülch

Steuerzahlerbund stellt Schwarzbuch vor

Der Bund der Steuerzahler stellt sein Schwarzbuch zur öffentlichen Verschwendung vor und leistet damit Aufklärung. Doch sein einseitiges Plädoyer für die Privatwirtschaft macht ihn unglaubwürdig.

Sebastian Bähr

Linke Seniorin erhält Strafbefehl

Die 70-jährige Rentnerin Mensah-Schramm entfernt seit 30 Jahren Nazi-Parolen von den Wänden. Ein Berliner Gericht wollte ihr dafür nun einen Denkzettel verpassen.

Andreas Fritsche

Über eine Landkarte gebeugt

Die Kommunalwahl soll 2019 schon in den neuen Kreisgrenzen stattfinden. Jetzt gibt es erstmals einen offiziellen Vorschlag, wie die Landkreise künftig aussehen sollen.

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Zehntausende fordern Volksbegehren

Erfurt. Die Gegner der geplanten Gebietsreform in Thüringen haben weit mehr Unterschriften für ein Volksbegehren gesammelt als zunächst angenommen. Gut 47 000 seien abgegeben worden, sagte Harald Kramer vom Trägerverein Selbstverwaltung für Thüringen in Erfurt. Die Initiatoren überreichten am Donnerstag die Unterschriften in 32 Kisten dem Innenministerium. Es will am Freitag und Montag die Bögen m...

Dresdner Bettensteuer bestätigt

Dresden. Das sächsische Oberverwaltungsgericht hat die Dresdner Bettensteuer bestätigt. Eine entsprechende vom Stadtrat beschlossene Satzung sei »im Wesentlichen rechtmäßig«, urteilte der 5. Senat des Bautzener Gerichts am Donnerstag. Lediglich die Befreiung von Gästen, die in Hotels oder Herbergen mit weniger als fünf Betten übernachten, »verstößt gegen den Grundsatz der gleichmäßigen Besteuerung...

140 Euro und der tägliche Frust

Nicht nur weil die einen beim Staat und die anderen bei freien Trägern arbeiten, werden Erzieherinnen unterschiedlich bezahlt. Auch ein Wechsel in den Landesdienst kann zu Geldeinbußen führen.

Sebastian Haak, Erfurt

Erzieherinnen zweiter Klasse

Inzwischen ist nur noch etwa jede dritte Kita in den Händen einer Thüringer Kommune. Zwei Drittel werden durch freie Träger betrieben, die meist schlechter bezahlen als Kommunen. Die GEW will das ändern.

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Schenkung statt Verkauf

Die Galeristenfamilie Bastian will ihr von David Chipperfield gebautes Haus in Berlin nun überraschend doch selbst der Stiftung Preußischer Kulturbesitz schenken. In der vergangenen Woche hatte die Stiftung mitgeteilt, der schwäbische Unternehmer und Kunstsammler Reinhold Würth werde den Ankauf finanzieren. Stiftungspräsident Hermann Parzinger reagierte überrascht: »Es ist eine höchst persönliche,...

Mühsam, Körbel, Klemt

Der Berliner Liedermacher Stefan Körbel und der Lyriker Henry-Martin Klemt aus Frankfurt (Oder) erweisen Erich Mühsam eine Hommage. An diesem Freitag, ab 19.30 Uhr, erinnern sie in der Stillen Straße 10 in Pankow mit Liedern, Gedichten und Prosatexten an den jüdischen Revolutionär, Anarchisten, Dichter und Publizisten. Der 1878 geborene Mühsam flog wegen sozialdemokratischer Umtriebe von der Schul...

»dass sie hinter lachen nicht die armut sehn«

Ein heute seltenes Büchlein des 1991 verstorbenen kommunistischen Dichters Ronald M. Schernikau mit dem Titel »Petra. Ein Märchen«, 1984 in einer Kleinstauflage in der Westberliner Edition Mariannenpresse erschienen, kostet derzeit, einem Angebot im Internet zufolge, 583 Euro (»Taschenbuch, Zustand: gebraucht; gut«). Ja, der Kapitalismus ist eine lustige Sache. Und er scheint immer zu gewinnen. Ma...

Bofinger: »Das Leben eben«

Eine Ausstellung unter dem Titel »Das Leben eben« im Rathaus Treptow erinnert seit Mittwoch an den Grafiker, Karikaturisten und Buchautor Manfred Bofinger, der in dieser Woche 75 Jahre alt geworden wäre. Bofinger war einer der populärsten und produktivsten Künstler der DDR. Und so sind in der Schau auch bisher noch nicht gezeigte Arbeiten zu sehen - frühe Bilder, Tierzeichnungen für das Naturkunde...

Andreas Gläser

1976

Neulich wollte ich meinem langjährigen Kumpel Karsten Krampitz einen Zwangsumtausch unserer letzten Bücher unterjubeln, nämlich seine Überblicksdarstellung zum Jahr 1976, speziell dem der DDR, gegen meinen Roman, der 1977 in Berlin spielt. Ein fairer 1:1-Tausch, dachte ich, doch am letzten Sonntagnachmittag sprach Karsten in unserer Kneipe plötzlich von einem Engpass, von einem Widerspruch seiner ...

Nathalie Bockelt, 
Frankfurt am Main

Nach 72 Minuten glänzt der Regionalzug

Wie reinigt man Zugsitze? Mit einem Gerät, das die Polster zugleich durchspült und absaugt. Und nie mit Schaum. Denn der, heißt es im ICE-Werk Frankfurt-Griesheim, könnte am Fahrgast kleben bleiben.

Schülerfahrten bezahlt das Land - überall

Schwerin. An Mecklenburg-Vorpommerns Grundschulen wird es im Interesse einer besseren Sprachbildung künftig eine Stunde mehr Deutschunterricht pro Woche geben. Zudem übernimmt das Land auch in Rostock und Schwerin die Kosten für die Schülerbeförderung und stellt damit die Schüler in beiden kreisfreien Städten ihren Altersgefährten in den Landkreisen gleich. Dort erfolgt die Fahrt zur zuständigen S...

ndPlusAlice Bachmann, Bremen

100 Kilo pro Fahrgastplatz und mehr Polizei

Der Bremer Freimarkt gilt als der älteste Jahrmarkt in Deutschland. Für die 981. Auflage, die am 14. Oktober beginnt, gelten neue Normen, die Sicherheitsvorkehrungen wurden erweitert.

Tom Mustroph

Hilflose Berserker

Das Festival, das an diesem Samstag endet, regte zu Re-Lektüren der »Ästhetik des Widerstands« an. Von Peter Weiss‘ Frage nach einer vereinten revolutionären Klasse waren Künstler und Publikum aber meilenweit entfernt.

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»Leider wie immer«

Die Dresdner Ostrale fürchtet wegen knapper Finanzen und der unsicheren Zukunft ihres Domizils um ihren Weiterbestand. »Wir wissen - leider wie immer - heute nicht, ob die nächste Ostrale überhaupt stattfinden kann«, sagte die Direktorin der Internationalen zeitgenössischen Kunstausstellung, Andrea Hilger, am Donnerstag. Es brauche eine deutlich höhere Förderung der Stadt zur Rettung. Die derzeit ...

Kritischer Marxist

Der ungarische Philosoph György Markus ist im Alter von 82 Jahren in Sydney gestorben, wie ungarische Medien am Donnerstag meldeten. Markus galt als bedeutendster Vertreter der Budapester Schule des marxistischen Philosophen Georg Lukacs (1885-1971). Er protestierte 1968 gegen die Niederschlagung des »Prager Frühlings« und 1973 gegen die Maßregelung jüngerer Philosophen durch das kommunistische Re...

Thomas Blum

In die Ecke!

Manche Dinge, so scheint es, ändern sich nie: beispielsweise die Niedertracht der Sozialdemokratie, das Rezept für Stampfkartoffeln oder Billy Bragg. Billy Bragg, Sie erinnern sich? Das karierte Flanellhemd unter den Liedermachern, der letzte linke Volkssänger. Den gibt es noch. Wenn eine Helene Fischer dereinst verschwunden sein wird und ein Bushido rückstandslos aus dem Gedächtnis der Menschheit...

ndPlusGunnar Decker

Opulenter Bilderbogen

Es gibt merkwürdige Zufälle, an die man nicht glaubte, wenn sie nicht unstrittige Tatsachen wären. Dass zwei Männer von Weltgeltung, der Schriftsteller Émile Zola und der Maler Paul Cézanne gemeinsam im Provinznest Aix-en-Provence aufwuchsen und intime Freunde waren, ist so ein Zufall. Was wird aus der Jugendfreundschaft, wenn sich zwei - auf je eigene Weise - aufmachen, mit ihren Werken die Welt ...

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ndPlusAnton Hiersche

Eine Kollegin namens Angela Merkel

Der Werdegang des promovierten Chemikers Kurt Winkler, Jahrgang 1937, kann in vieler Hinsicht als typisch für die neue, mit dem Staat DDR gewachsene Intelligenz gelten: Berufsausbildung als Werkzeugschlosser, Abitur an der ABF, Studium in Moskau, danach Tätigkeit an der Akademie der Wissenschaften der DDR. Und natürlich »gesellschaftliche Arbeit«, wie es einst hieß, in der FDJ und SED, in der Gese...

Ralph Grüneberger

Die kurze Zeit der Toleranz

Der Titel dieser im Auftrag des Archivs der Bürgerbewegung Leipzig von Achim Beier und Uwe Schwabe herausgegebenen Dokumentation erklärt sich bereits mit dem Plakat, das am 30. Oktober 1989 von Montagsdemonstranten über den Ring getragen wurde und für das Buchcover reproduziert wurde: »Ihr habt die Armee + Polizei + Staatssicherheit - Wir haben nur die Straße«. Und sie war umstritten, die Straße. ...

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Ein Abend für Peter Frankenfeld

Willi Julius August Frankenfeldt wurde 1913 in einer Klinik in Berlin-Kreuzberg geboren, wuchs im Arbeiterbezirk Friedrichshain auf, wo er in den auch seine ersten Auftritte als Künstler hatte. Bekannt wurde er als Peter Frankenfeld nach dem Zweiten Weltkrieg durch TV-Shows wie »Vergißmeinnicht« und »Musik ist Trumpf«. In der Sendung erinnern sich Prominente wie Mary Roos, Otto Walkes, Frank Elstn...

Die Weissagung

Paul (Manu Payet, li.) erhält von einer Hellseherin eine Prophezeiung. »Du wirst eine Frau kennenlernen und du wirst jemanden töten«. Kurz darauf trifft Paul tatsächlich auf die schöne Camille (Alma Jodorowsky, re.) und löst damit eine Kette von verheerenden Unfällen aus. Um die Weissagung zu erfüllen, beschließt Paul, selbst zur Tat zu schreiten. Die französische Komödie aus dem Jahr 2016 verlegt...

Jürgen Amendt

Das ist ein Witz, verstanden!!!

Jan Böhmermann wird wegen seines Schmähgedichts auf Erdogan nicht wegen Beleidigung angeklagt. Das ist gut so, finden durch die Bank fast alle – vom Gros der Medien bis zur Politik. Ist es das wirklich?

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ndPlusPeter Nowak

Prozessbeginn bei Air France

»Streiken wie in Frankreich«, heißt es auf Aufklebern, die in den letzten Monaten wieder vermehrt in Deutschland zu sehen sind. Damit wird Solidarität mit Arbeitskämpfen ausgedrückt, die Fabrikbesetzungen und andere kreativen Protestformen mit einbeziehen. Doch deswegen werden in Frankreich vermehrt Gewerkschaftsmitglieder kriminalisiert. Am 27. September begann in Bobigny bei Paris der Proze...

Mehr Strategie wagen

Lange galt zwischen Arbeitgeberseite und Beschäftigten die Sozialpartnerschaft. Für die Gewerkschaftslinke sind diese Zeiten vorbei. Sie plädiert für mehr Konflikte mit den Kollegen - und neuen Aktionsformen.

Sebastian Weiermann

Ver.di kämpft für unbefristete Verträge

Ob in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Dienst, Befristungen sind derzeit eher die Regel als die Ausnahme. Für die Beschäftigten bedeuten die Befristungen eine Menge Stress und Nachteile.

Hans-Gerd Öfinger, 
Frankfurt am Main

Stärkere Mobilisierung durch Vernetzung

Mehr gewerkschaftsoffizielle Beteiligung, mehr Diskussion an der Basis, mehr Teilnehmende, ist ein Fazit der dritten Streikkonferenz.

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Brüssel soll Verpackungen untersuchen

Straßburg. Für Verpackungen von Lebensmitteln, Kochutensilien oder Geschirr werden viele Materialien verwendet - die meisten wurden nie auf Giftstoffe geprüft. Wenn es nach dem EU-Parlament geht, soll dies nachgeholt werden. In einer Entschließung forderte es am Donnerstag die EU-Kommission auf, alle »Lebensmittelkontaktmaterialien« zu analysieren. Die Brüsseler Behörde muss dem allerdings nicht n...

Simon Poelchau

Das Gefälle bei der Entlohnung bleibt

Wie viel ein Vorstand verdient, das ist nicht zuletzt auch eine Frage der Gerechtigkeit. Doch im Vergleich zum Durchschnittsverdienst der Konzerne sind die Managergehälter hoch geblieben.

ndPlusHagen Jung

Alle Ersparnisse verbrannt

Die 17 000 Anleger, die der Pleitefirma German Pellets in Wismar insgesamt 280 Millionen Euro anvertraut haben, werden davon nur wenig wieder sehen. Das geht aus dem Insolvenzbericht hervor.

Joachim Wille 
und Susanne Götze

80 Billionen für den Umbau

Weltkommission fordert Umbau der Finanz- und Wirtschaftsstrategie für nachhaltiges Wachstum und Klimaschutz. Die nächsten zwei bis drei Jahre entscheiden darüber, welchen Wachstumspfad die Staaten einschlagen.

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Alexander Ludewig

Entwickeln und wachsen

Nach sechs Siegen setzte es für die Füchse Berlin gegen den THW Kiel die erste Niederlage in dieser Bundesligasaison. Wirklich frustriert war niemand, die Hoffnung auf kommende Erfolge ist größer.

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ndPlusEric Dobias,
Frankfurt am Main

Amateure und Profis streiten sich wieder

Im Streit um den neuen Grundlagenvertrag hat Ligapräsident Reinhard Rauball Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) geübt und vor neuen Grabenkämpfen zwischen Profis und Amateuren gewarnt. »Dass jemand, der selbst am Verhandlungstisch saß und die gemeinsamen Eckpunkte mitgetragen hat, nun in der Presse Nachforderungen stellt, ist neu und nicht hinnehmbar«, erklärte der Chef der Deutschen Fußball Li...

Jan Mies, Zürich

Infantinos neuer Plan

FIFA-Präsident Gianni Infantino will künftige Turniere nicht nur für mehr Länder öffnen. Er glaubt auch, dass wieder mehrere Staaten die Fußballweltmeisterschaft gleichzeitig ausrichten sollten.

Jirka Grahl

Diplomaten in Trikot und kurzer Hose

Auch im Sport kehrt langsam Normalität in die Beziehungen USA-Kuba ein: Die US-Fußballer unter Jürgen Klinsmann werden an diesem Freitag zum Freundschaftsspiel im Estadio Pedro Marrero auflaufen.

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ndPlusElke Richter, München

Kein Webcam-Strip im Wohnhaus

Das wichtigste Utensil im Arbeitszimmer von »Natalie Hot« ist eine Couch, auf der sich die 24-Jährige leicht bekleidet räkelt, während zahlende Kunden per Webcam zuschauen. Sie arbeitet dort »acht Stunden am Tag, fünf Tage die Woche«, sofern sie nicht andernorts Pornos dreht, für erotische Fotos posiert oder auf Sex-Messen auftritt. Doch nun hat das Verwaltungsgericht München der Frau untersagt, i...

Michael Lenz

Australien bittet zur Kasse

Australiens Regierung wollte die Einkünfte jobbender Rucksacktouristen mit 32,5 Prozent besteuern. Nach Widerstand von allen Seiten knickte die Politik ein. Der Steuersatz soll nun 19 Prozent betragen.