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Unten Links

Als noch Sommer war, hatte man es mit den Freibadbrüllern, den hysterisch durch die Straßen rennenden dauerkreischenden Nervtrötenkindern, den freilaufenden »Der-tut-nichts!«-Hundehaltern, dem Public-Viewing-Geschmeiß, den Sinnlos-An-Hausecken-Herumstehern, den Öffentliche-Grünanlagen-Betrommlern, den Bierflaschenherumkickern, den Zeitungsabo-Bauernfängern und den sich öffentlich zeigenden Kurze-H...

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Friedensnobelpreis geht nach Bogotá

Oslo. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos sieht im Friedensnobelpreis ein Mandat, sich weiter für ein Ende des Krieges einzusetzen. »Dieser Preis gehört euch. Und ganz besonders den unzähligen Opfern«, sagte Santos am Freitag in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá. Zuvor hatte das norwegische Nobelpreis-Komitee bekannt gegeben, dass der Preis an Santos geht. Die Vorsitzende des norwegischen Nobel-Kom...

Flüchtlingskinder angegriffen

Merseburg. Bei einer vermutlich fremdenfeindlichen Attacke sind in Merseburg (Sachsen-Anhalt) drei Menschen verletzt worden. Laut Polizei klingelten zwei stark betrunkene Männer am Donnerstagabend an der Wohnungstür des 44-jährigen Mannes aus Liberia. Unvermittelt schlugen sie mit einem Schlagstock sowie einem Schlagring auf ihr Opfer ein. Auch die 47-jährige deutsche Lebensgefährtin und ihr fünf ...

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Haiti: Hunderte Tote durch Sturm

Port-au-Prince. Der Wirbelsturm »Matthew« hat in Haiti mindestens 400 Menschen in den Tod gerissen. Diese Zahl sei noch vorläufig, viele betroffene Gebiete seien sehr schwer zugänglich, sagte am Freitag Senator Hervé Fourcand. Vor allem der Süden Haitis war von »Matthew« voll getroffen worden. Der aus der Region stammende Senator berichtete, dass einige Ortschaften noch immer nicht von den Rettung...

Martin Ling

Rückenwind 
für Santos

Juan Manuel Santos wurde als erst zweiter Kolumbianer überhaupt mit einem Nobelpreis ausgezeichnet. Rückenwind kann der Präsident nach der knappen Ablehnung des Friedensabkommens gut gebrauchen.

Rettende Balkanroute

Berlin. Kein Tag, an dem nicht irgendwo in Europa tätliche oder verbale Übergriffe auf Flüchtlinge stattfinden, an deren Unterkünften gezündelt wird oder Asylverschärfungen gefordert werden. Keine Woche, in der die vor Krieg und Armut Geflüchteten nicht durch Hassdemonstrationen, Wutausbrüche oder scheele Blicke zu spüren bekommen, wie wenig erwünscht sie sind in dem Land ihrer Hoffnung auf Friede...

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Kurt Stenger

Besser leben lassen

Immerhin konnte Rewe auf juristischem Wege bisher verhindern, dass der Abstand mit der Übernahme der kleinen Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann durch Edeka weiter anwächst. Diese Strategie ist offenbar gescheitert.

ndPlusRené Heilig

Lockere Schrauben

Die »Tornados« müssen vorerst auf der Erde bleiben. Auch die, die in der Türkei starten, um Bombenziele in Syrien aufzuklären. Eine friedensstärkende Maßnahme? Nein. Ein technischer Mangel sei festgestellt worden.

Simon Poelchau

Nicht alles im Lot

Wer Steuersenkungen fordert, der fordert vor allem eins: dass sich die Reichen immer mehr aus der Finanzierung der Infrastruktur verabschieden können. Denn von Senkungen profitieren Gutverdiener meist mehr als der Rest.

Jürgen Amendt

Falscher Schein

In der Welt des Medienmoguls Rupert Murdoch gelten konservative Werte wie Anstand und Ehrlichkeit wenig. Wenn es nicht unanständig wäre, müsste man an dieser Stelle den Vorwurf der »Lügenpresse« erheben. Die »Zeit« hat Murdochs Medienmaschine einmal so charakterisiert: »Eine klare politische Ausrichtung - hart rechts, - gepaart mit einer Mischung aus Sex und Sensationen«. Zu denen, die dieses...

ndPlusMartin Leidenfrost

Im Zentrum für multikulturelle Bildung

Als jene Flüchtlinge aus ihrem tschechischen Asyl flohen, war das ein Endpunkt in der Migrationsdebatte der Visegrad-Staaten. Die Iraker gehörten zum Kontingent der Christen, die Tschechien freiwillig aufnehmen wollte.

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Aert van Riel

Sprachrohre der AfD

Die AfD fühlt sich von den führenden Medien ungerecht behandelt. Dabei wird der Partei und ihren Standpunkten beispielsweise in der »FAZ« und von Springer immer wieder viel Platz eingeräumt.

ndPlusTom Strohschneider

Zwischentöne auf Nebengleisen

In der Linkspartei herrscht Unruhe. Und die ist keineswegs produktiver Art, wie alle Beteiligten meinen - natürlich jeder aus seiner Sicht. Es steckt mehr dahinter als ein Konflikt um Personalien.

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Hartz IV erst nach fünf Jahren

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will es EU-Bürgern unmöglich machen, in den ersten fünf Jahren ihres Aufenthalts in Deutschland Hartz IV oder Sozialhilfe zu bekommen.

ndPlusRené Heilig

»Wurzelbehandlung« für den BND

In Berlin fand eine Buchvorstellung zur Geschichte des BND beim BND statt, die der Geheimdienstchef nutzte, um zu sagen, »dass man sich nicht verstecken will und nicht verstecken muss«.

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Aleppo bald »komplett zerstört«

Beirut. Vor einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zu Syrien haben die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad ihren Vormarsch in der syrischen Stadt Aleppo fortgesetzt. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Kämpfen in mehreren Stadtvierteln. Im südlichen Stadtteil Scheich Said nahm die Armee demnach einen Hügel ein, doch die Rebe...

ndPlusIan King, London

May schürt Fremdenfeindlichkeit

Gegen die Wirtschaft und gegen Arbeitsplätze: die unlängst gewählte britische Premierministerin, Theresa May, will den harten Brexit - und die fremdenfeindlichen Vorurteile ihrer Wähler bedienen.

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ndPlusDavid Graaff, Medellín

»Die Kolumbianer sollten wütend wählen«

Während Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos mit dem Friedensnobelpreis bedacht wurde, hat der Kampagnenchef des Neins zum Friedensabkommens über die Kommunikationsstrategie geplaudert.

Bengt Arvidsson, Stockholm

Vorschuss auf den Frieden

Der Friedensnobelpreis geht an Kolumbiens Präsident Santos für seine Bemühungen um ein Ende des Bürgerkriegs. Kürzlich ist sein Friedensplan in einem demokratischen Referendum abgelehnt worden.

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Innogy bringt fünf Milliarden

Frankfurt am Main. Die RWE-Tochter für erneuerbare Energien, Innogy, ist am Freitag an die Börse gegangen. Kurz nach Handelsbeginn kostete die Innogy-Aktie in Frankfurt am Main 37,30 Euro und lag damit klar über dem Platzierungspreis von 36 Euro. Kurze Zeit später sank der Kurs wieder auf 36,10 Euro. Damit ist Innogy der größte Börsengang in Deutschland seit dem Chiphersteller Infineon im Frühjahr...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Bauer an der Börse im Sturzflug

Der insolvente Agrarkonzern mit Bio-Image wird endgültig abgewickelt. Ein Insolvenzverwalter versucht nun, sich Durchblick durch das Chaos zu verschaffen.

Christian Mihatsch, Chiang Mai

Eingefrorene Emissionen

Die Länder der Welt haben sich darauf geeinigt, dass die CO2-Emissionen aus dem Flugverkehr ab 2020 nicht weiter steigen sollen. Unklar ist aber, womit zusätzliche Emissionen kompensiert werden dürfen.

Runder Tisch soll Tuifly aus der Krise holen

Hannover. Nach massiven Flugausfällen beim Ferienflieger Tuifly und zum Teil auch seinem Partner Air Berlin schaltet sich die Politik ein. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) lud für Freitagabend zu einem »Runden Tisch«. Mit dabei sein sollen unter anderem Vertreter der Geschäftsführung der Gewerkschaft ver.di sowie der Pilotenvereinigung Cockpit, sagte Ministeriumssprecherin Sabine...

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Macht der Bilder

Die französische Autorin Garance Le Caisne wird für ihr Buch »Codename Caesar. Im Herzen der syrischen Todesmaschinerie« mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Das teilten der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und das Kulturreferat der Stadt München mit. Das im Verlag C.H. Beck erschienene Buch erzählt die Geschichte eines syrischen Militärfotografen, der Zehntausende Fotos von den E...

O Canada

Kanada ist 2020 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Eine entsprechende Vereinbarung hätten Direktor Juergen Boos und die Ministerin für das Kulturerbe Kanadas, Mélanie Joly, am Donnerstagabend in der Hauptstadt Ottawa unterzeichnet, teilte die Buchmesse am Freitag in Frankfurt am Main mit. Die Gastlandpräsentation werde gemeinsam von englisch- und französischsprachigen Verlegern und Autoren getra...

... komm zurück!

»Kleine weiße Friedenstaube, fliege übers Land;/ Allen Menschen, groß und kleinen, bist du wohlbekannt. - Du sollst fliegen, Friedenstaube, allen sag es hier,/ Daß nie wieder Krieg wir wollen, Frieden wollen wir. - Fliege übers große Wasser, über Berg und Tal;/ Bringe allen Menschen Frieden, grüß sie tausendmal. - Und wir wünschen für die Reise Freude und viel Glück,/ Kleine weiße Friedenstaube, k...

ndPlusJürgen Amendt

Merkels Leidenschaft

Angela Merkel hat derzeit Freunde, die ansonsten zu ihren Kritikern gehören: Linke und Gewerkschafter; durch die Flüchtlingszuwanderungen sind Bildungsreformen möglich, die bislang von der Politik blockiert wurden.

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Hauptpreis für Cineasten

In Hamburg sind am Donnerstagabend die Kinoprogramm- und Verleiherpreise vergeben worden. Insgesamt wurden 204 Filmtheater mit dem Kinoprogrammpreis 2016 ausgezeichnet, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit. Die Preisgelder waren um 300 000 Euro auf 1,8 Millionen Euro aufgestockt worden.»Dass wir in Deutschland ein so vielfältiges und auch künstlerisch ambitioniertes Filmangebot haben,...

Bedeutendes aus Leipzig

Die Musikerbe-Stätten Leipzigs sind als einzige deutsche Bewerbung für das Europäische Kulturerbe-Siegel (EKS) nominiert worden. Die Kultusministerkonferenz beschloss am Donnerstag in Bremen die Nominierung für den anstehenden Bewerbungsdurchgang 2017 bei der Europäischen Kommission.Die Nominierung bündelt neun europaweit für das Musikleben bedeutende Leipziger Einrichtungen - die Thomaskirche, da...

Sebastian Loschert

Ein Leben ohne Muff

Was ist eigentlich dieser Krautrock? Ist er so deutsch, wie sein Name klingt? Legten die verhaschten Krautrocker Ende der 60er bis Mitte der 70er gar die Grundlage für eine »Wiedergeburt Deutschlands«, wie eine BBC-Dokumentation vor einigen Jahren titelte? Wolfgang Seidel, Gründungsmitglied der Band Ton Steine Scherben, kam in jener Doku mehrfach zu Wort, doch mit diesem Etikett ist er offensichtl...

ndPlusHans-Dieter Schütt

»Bleiben Sie auf dem rechten Weg!«

Wieder brüllt und dampft das Lösch-Theater. Aber es brüllt verdammt gut: Wie wird gegenwärtig über Flüchtlings- und Europakrise informiert, wo wandelt sich Meinungsvielfalt zur listigen Parteinahme für Rechtspopulisten?

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Hacker greifen Dopingagentur der USA an

Die russische Hackergruppe Fancy Bears hat nach ihren Angriffen auf die Welt-Antidoping-Agentur WADA nun auch deren amerikanischen Ableger USADA in den Fokus genommen. Sie erklärten auf ihrer Website, sie seien in den Besitz der medizinischen Daten von mehr als 200 US-Leistungssportlern gekommen, die dank Ausnahmegenehmigungen Medikamente einnehmen dürfen, die auf der Dopingliste stehen.Die Hacker...

ndPlusChristoph Ruf, Hamburg

Erst unerwünscht, dann preisverdächtig

Am Montag wird der Fanladen des FC St. Pauli mit dem Julius-Hirsch-Preis für sein antirassistisches Engagement ausgezeichnet. Die Wahl dokumentiert auch einen Mentalitätswandel beim DFB.

ndPlusAlexander Isele

Küsse unterm Regenbogen

Bei der "Football Pride Week" trafen sich in dieser Woche Fans aus 21 Ländern, um über das Problem Homophobie im Fußball zu diskutieren. Nur wenige Vereine schickten ihre Vertreter. Eine vertane Chance, finden die Organisatoren.

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ndPlusJirka Grahl

Der Streit erreicht den Gipfel

Seit der Enthüllung des systematischen Dopings im russischen Sport herrscht Unfriede zwischen Internationalem Olympischen Komitee (IOC) und Welt-Antidoping-Agentur WADA.

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Müller reist zu Konferenz in Südamerika

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) reist vom 12. bis 15. Oktober in die kolumbianische Hauptstadt Bogota danach vom 16. bis 18. Oktober in die Ecuadors Hauptstadt Quito. In Kolumbien steht der Weltkongress der Vereinigten Städte und lokalen Regierungen bevor, in Ecuador der dritte Weltsiedlungsgipfel der HABITAT III-Konferenz. Müller ist Aufsichtsratsmitglied des Weltkongress u...

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Geld statt sozialer Stadt

1,1 Millionen Euro konnte die AOK Nordost zusätzlich einstreichen, weil sie das Haus der Gesundheit, die aus ihrer Sicht entbehrliche Filetimmobilie, lieber an einen renditehungrigen Internetmillionär als an ein landeseigenes Wohnungsunternehmen verscheuerte. Man sei ja den Beitragszahlern verpflichtet, heißt es dann. Einfach so an irgendeinen dahergelaufenen öffentlichen Investoren verkaufen, der...

Martin Kröger

Bäderbetriebe im Abwärtsstrudel

Die Berliner Bäder Betriebe (BBB) kommen aus dem negativen Trend nicht heraus. Trotz größerer Zuschüsse und mehr zur Verfügung gestellten Personals.

ndPlusTomas Morgenstern

Firma errichtet Terminal für Staatsgäste

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg traf sich am Freitag in Tegel. Wann der BER eröffnet, ist auch nach der Sitzung unklar.

Der verschleierte Investor
ndPlusNicolas Šustr und Martin Kröger

Der verschleierte Investor

Die Samwer-Brüder investieren ihr Geld gerne in bleibende Werte. Wie zum Beispiel in das Haus der Gesundheit. Seit Jahren engagiert sich die LINKEN-Abgeordnete Bluhm für den Verbleib des Hauses in öffentlicher Hand.

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Flüchtlinge wollen Heim nicht verlassen

Mehr als hundert geflüchtete Menschen weigerten sich am Freitag, aus ihrer Unterkunft in der Lichtenberger Bornitzstraße auszuziehen. Sie wollen nicht in eine »Massenunterkunft« in Karlshorst untergebracht werden, hieß es. Deshalb verblieben die Flüchtlinge auf ihren Zimmern.Die Unterkunft, die von dem umstrittenen Heimbetreiber »Professionelle Wohn- und Betreuungsgesellschaft« (PeWoBe) betrieben ...

Ellen Wesemüller

Verzogen - abgeschoben

Vesel Veseli wurde ohne Anhörung abgeschoben - seine Schuld, sagt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Gängige Praxis des Amts, sagt ein LINKEN-Politiker aus Marzahn-Hellersdorf.

Ellen Wesemüller

Verzogen – abgeschoben

Vesel Veseli wurde ohne Anhörung abgeschoben – seine eigene Schuld, sagt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Gängige Praxis des Amts, sagt ein LINKEN-Politiker aus Marzahn-Hellersdorf.

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Erinnerung an Varus

Bramsche-Kalkriese. Ausstellungsbesucher stehen hinter dem überdimensionalen Modell der Maske eines römischen Legionärs im Museumspark Kalkriese in Bramsche-Kalkriese (Niedersachsen). Bei Ausgrabungen in Kalkriese finden Archäologen immer wieder Objekte aus der Zeit der Römer. Schon seit den 1980er Jahren wird dort ein historisches Schlachtfeld erforscht, auf dem sich vor gut 2000 Jahren Römer und...

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Dialekte verschwinden - oder gleichen sich an

Einst verriet meist schon der Dialekt die Herkunft. Die Zeiten sind vorbei, wenn man Forschern glauben kann. Da, wo Dialekte noch erhalten sind, gleichen sie sich an - zum Beispiel in Rheinland-Pfalz.

Dieter Hanisch, Kiel

Sparkasse lässt Rentner allein

Ein öffentlich-rechtliches Kreditinstitut entzieht sich seiner Verantwortung im ländlichen Raum: Die in Kiel ansässige Förde Sparkasse nennt ihre Entscheidung, acht Filialen zu schließen, in ihrer betriebswirtschaftlichen Sprache »Anpassungsmaßnahme« - und versucht, die Abkehr von der Kundenfreundlichkeit noch als etwas Positives darzustellen. Kommunalpolitiker in den betroffenen Kreisen Plön und ...

Christian Thiele, Erfurt

Öffentliches Fernbusnetz geplant

Von Eisenach mit dem Linienbus nach Sömmerda? Das ist bislang nur mit Umsteigen möglich. Das könnte sich bald ändern, denn in Thüringen sollen die Städte künftig besser miteinander verbunden werden.

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Die drei Silberrücken

Es gibt die Heiligen Drei Könige, die Drei Tenöre, die Drei Fragezeichen und die Drei Musketiere. Und es gibt Studio Braun, »die drei Silberrücken mit den Adlerzungen« (Eigenwerbung). Der Jazzlyriker Jaques Palminger, der Schmusesänger Rocko Schamoni und der mittlerweile als Großschriftsteller zu Ruhm gekommene Botho-Strauß-Verehrer, Witzeerzähler und Alleinunterhalter Heinz Strunk stehen am komme...

Berühmte Frauen

Mit einem Rundgang zu Gräbern berühmter sowie teilweise kaum noch bekannter Frauen auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde enden am 9. Oktober die diesjährigen Friedrichsfelder Friedhofsspaziergänge. Erinnert wird an Käthe Kollwitz, Emma Ihrer, Paula Thiede, Irmtraud Morgner, Greta Kuckhoff und Rosa Luxemburg. Ist letztere im öffentlichen Bewusstsein noch allgegenwärtig, so weiß kaum noch jemand, ...

Abrollen, schneiden, kleben - Kunst

Raumgroße, begehbare Installationen oder Adaptionen klassischer Gemälde - all das nur aus Klebeband und mithilfe eines Teppichmessers: Am 8. Oktober startet in Berlin das erste »Tape Art«-Treffen mit internationalen Künstlern. Die »Tape Art Convention 2016« ist eine Gruppenausstellung von insgesamt neun Artisten, die ihre Kunst bis zum 5. November in der Neurotian Gallery im Haus Schwarzenberg in ...

Thomas Blum

Unter anderem auch Pornoquatsch

Der Mann wurde eine Zeit lang ständig von Radio- und Fernsehsendern eingeladen und bekam von den zahlreichen dort tätigen Journalistendarstellerinnen und -darstellern, die ein Mikrophon in der Hand hielten, fortwährend dieselbe brummdumme Frage gestellt: »Was darf Satire?« Der Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satireblatts »Charlie Hebdo« hatte seinerzeit gerade stattgefunden und ...

Ein früher Duft nach Weihnachten

Crottendorf. In acht Wochen beginnt die Vorweihnachtszeit, dann dürfen Räucherkerzen made in Sachsen nicht fehlen. »Allein im September liefern wir rund eine Million Packungen aus«, berichtet Mirko Paul von der Firma Crottendorfer Räucherkerzen. Insgesamt werden in dem Ort bei Schwarzenberg (Erzgebirgskreis) in diesem Jahr 2,5 Millionen Päckchen der duftenden Kegel produziert. Damit ist das Untern...

Winfried Wagner, Neubrandenburg

Stille Zwiesprache über Grenzen

»Grenzen der Existenz« heißt eine Schau in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern): Bilder von Alexander Dettmar sind den Figuren von Ernst Barlach gegenübergestellt - mit aktuellen Bezügen.

ndPlusTom Mustroph

Misslungene Magie

Nicht alles, das verspricht, sich übersinnlicher und spiritueller Kräfte zu bedienen, ist tatsächlich eine Erweiterung des Wahrnehmungs- und Empfindungsapparats. Diese Erfahrung musste man beim »Witch Dance Project« in den Sophiensaelen machen. Auf dem Papier wirkte manches sehr interessant: Die von den Fidschi-Inseln stammende Performerin Jahra »Rager« Wasalasa versprach eine Spurensuche nach Hex...

ndPlusStefan Amzoll

Zwei Stücke über das Ende

Der holländische Dirigent Bernard Haitink ist jetzt 87. Eine Legende. Allein wie er aufs philharmonische Podium trat, betörte das Auge. Gemessen, vornehm, bewundert von Musikern und Publikum gleichermaßen. Natürlich trägt er einen Frack. Der ist obligatorisch. Aber der wedelt selbst dann nicht, wenn Haitink dem Orchester Rage abverlangt, wie sie bei Mahler häufig vorkommt. Haitinks Körper, so gesp...

ndPlusHarald Lachmann, Wuppertal

Schuldenberg für 200 Jahre

In Wuppertal, Bochum und anderen NRW-Großstädten versucht man derzeit auf verschiedenen Wegen, der Schuldenfalle zu entrinnen. Stärker in die Pflicht genommen wird dabei auch der Bund.

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ndPlusWolfgang Hübner

»Mit Mathe hab ich's nicht so«

Wenn selbst der Chefredakteur einer Maschine gleicht, ist klar: die Wissenschaft schreitet unaufhörlich voran. Spätestens dann sollte sich auch darüber Gedanken gemacht werden, den Nobelpreis zu reformieren.

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ndPlusFabian Köhler

In Fischerbooten übers Mittelmeer

Das interne Schreiben einer der größten internationalen Flüchtlingsorganisationen scheint all das zu bestätigen, wovor Flüchtlingsgegner in den letzten Monaten warnten. »Sie haben nur wenig Sinn für persönliche Hygiene und neigen dazu, sich über ihr Essen zu beschweren«, steht da zum Beispiel über jene Migranten, die in den letzten Wochen zu Tausenden in Booten übers Mittelmeer kamen. Statt zu arb...

Seite 19
Fabian Köhler

Flucht aus Thessaloniki

»Die Deutschen nahmen uns alles. Der Fischer hat keinen Fisch. Der Schlachter hat kein Fleisch. Der Bäcker hat kein Brot.« So lauten einige Verse, die Bouena Sarfatty in ihrer Heimatstadt Thessaloniki während der deutschen Besatzung niederschrieb und die Jahrzehnte später in dem Band »Ode an Salonika« veröffentlicht wurden. Salonika - so der Name Thessaloniki in der Sprache der sephardischen ...

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ndPlusIrmtraud Gutschke

Geschäft und Geheimnis

Sturm im Wasserglas. Wenn weder Autorin noch Verlag sich zu Erklärungen hinreißen lassen, werden die Enthüllungen von Claudio Gatti über Elena Ferrante »mutmaßlich« bleiben. Oder ist das naiv gedacht? Werden gierige Journalisten der italienischen Übersetzerin Anita Raja so lange auflauern, bis sie etwas zugeben oder verneinen muss? Manche Staatsgeheimnisse mögen Medienleuten verborgen sein. Dafür ...

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Raul Zelik

Macht Gegenmacht!

Nach den Berlin-Wahlen ist wieder viel von rot-rot-grünen Koalitionen die Rede. Es gehe um realistische Perspektiven, heißt es, die Linke müsse Hoffnung auf Veränderung wecken. Das Argument würde schon einleuchten - wäre es denn richtig. Das Problem ist nämlich, dass Mitte-Links-Regierungen in den vergangenen 30 Jahren eigentlich nirgends in Europa linke Reformpolitik gemacht haben. Im Gegenteil -...

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ndPlusLeo Fischer

Pöbel

Leo Fischer war Chefredakteur des Nachrichtenmagazins »Titanic«. An dieser Stelle kümmert er sich 
vierzehntäglich um den 
liegen gelassenen Politikmüll und dessen sachgemäße Entsorgung.

Das Ende des Taschenmessers

Neulich habe ich in einem Bericht über den Rockmusiker Peter Maffay eine kleine Szene gelesen, die mich angerührt hat. Sein Sohn beklagt sich beim Pizzaessen, dass das Besteck nicht schneidet. Wortlos reicht der Vater sein Taschenmesser über den Tisch. Die Klinge zieht durch das zähe Stück wie durch Butter. Das Taschenmesser gehört in vielen europäischen Ländern zum Lebensgefühl. Es ist ein Potenz...

ndPlusWolfgang M. Schmitt

Unsere hybride Digitalität

Der Wissenschaftler Felix Stalder hat untersucht, wie sich unsere Gesellschaft im Zuge der Digitalisierung verändert hat. Ist eine vernetzte Welt so progressiv, vielfältig und offen wie wir hoffen?

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ndPlusThomas Gesterkamp

Kriegstreiber, 
Kavalier, 
Jammerlappen

Ob in Fernsehserien, Bestsellern oder im Kabarett: Männerklischees sorgen für Abwertung und Spott. Wo einst der Blondinenwitz war, ist heute das Amüsement über den Mann. Der Geschlechterforscher Walter Hollstein spricht gar von Misandrie, von krankhaftem Männerhass. Über Jahrhunderte sei der Mann Garant »für Schutz und Fortbestand des Gemeinwesens« gewesen, galt als Schöpfer der Zivilisation. Nun ...

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Nachhaltige Verwüstungen

Als General Augusto Pinochet 1973 putschte, jubelten die Chicago Boys. So nannte sich eine Gruppe von chilenischen Wirtschaftswissenschaftlern, die fast alle an der Universität in Chicago studiert hatten und deren Spiritus rector der US-Ökonom Milton Friedman war. Ihr Credo war der totale freie Markt sowie die staatliche Deregulierung und Privatisierung des öffentlichen Sektors. Friedmans »Ju...

ndPlusLena Tietgen

Pinochets Erbe

Nach dem von den USA unterstützten Putsch des Generals Augusto Pinochet gegen den gewählten Präsidenten Salvadore Allende 1973 fand in Chile ein beispielloser Umbau des Bildungssystems zu Gunsten privater Einrichtungen statt. Das unter Allende kostenfreie Schulsystem zählte zum ersten Opfer der neoliberaler Politik, zu deren Mentoren u.a. der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Milton Frie...

Benjamin Beutler

Patt für »Pinguine«

In Chile muss die Hoffnung auf ein gerechtes Bildungssystem weitergeträumt werden. »Wir waren nicht in der Lage, der Gesellschaft zu erklären, was Entkommerzialisierung der sozialen Rechte, besonders in der Bildung, in Wirklichkeit bedeutet«, zogen Camila Rojas und Víctor Orellana jüngst in einem Zeitungskommentar Bilanz. Die Vorsitzende des schlagkräftigen Studentenverbandes der Universidad de Ch...

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ndPlusErich Schmidt-Eenboom

Das Gespenst eines zweiten Felfe

Mit dem umfangreichen Werk »Sicherheitsrisiko NS-Belastung. Personalüberprüfungen im Bundesnachrichtendienst in den 1960er Jahren« liegt nun der vierte Band der auf 13 Bände angelegten Schriftenreihe der »Unabhängigen Historikerkommission« (UHK) des BND vor, verfasst als Dissertation an der Universität Marburg. Sabrina Nowack untersucht die Genese, personelle Besetzung, Arbeitsweise und Auswi...

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Nobelpreis für Chemie

Jean-Pierre Sauvage, geboren 1944 in Paris, lehrte an der Universität Straßburg und war Direktor am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS). Der 1942 in Edinburgh geborene Sir J. Fraser Stoddart arbeitet an der Northwestern University in Evanston (Illinois). Der Niederländer Bernard L. Feringa (Jg. 1951) forscht an der Universität Groningen. Fotos: dpa; AFP...

Steffen Schmidt

Das neu erfundene Rad

So manch einer hätte im Fach Chemie vermutlich auf ganz andere Preisträger gewettet. Das Medienunternehmen Thomson Reuters, das die größte Datenbank wissenschaftlicher Zitierungen betreibt, hatte in den letzten beiden Jahren jeweils zwei der Erfinder des CRISPR-Cas-Verfahrens zur Bearbeitung von Genen auf seiner Liste. Doch womöglich sind die Nobeljuroren nicht so begeistert von dem aktuellen Medi...

Martin Koch

Beschämend kleiner Frauenanteil

Bekanntlich wird der Nobelpreis nur in drei wissenschaftlichen Disziplinen vergeben: Medizin, Physik, Chemie. Eine Wissenschaft fehlt, obwohl sie als die exakteste überhaupt gilt: die Mathematik. Warum hatte Alfred Nobel nicht auch hierfür einen Preis gestiftet? Gern wird erzählt, dass daran eine Frau schuld gewesen sei. Mal heißt es, Nobels Gattin habe ihren Mann mit einem Mathematiker betro...

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Nobelpreis für Physik

David J. Thouless, 1934 in Bearsden (Großbritannien) geboren, lehrte an der University of Washington in Seattle (USA). Der gebürtige Londoner F. Duncan M. Haldane (Jg. 1951) forscht an der Princeton University (USA). J. Michael Kosterlitz, 1942 in Aberdeen (Großbritannien) geboren, lehrt an der Brown University in Providence (USA). Fotos: dpa...

ndPlusMartin Koch

Exotik im Quantenland

Im Grunde hat man sich schon daran gewöhnt, dass der Nobelpreis für Physik heute an Wissenschaftler geht, die lediglich in Fachkreisen bekannt sind. Das heißt natürlich nicht, dass diese den Preis nicht verdient hätten. Im Gegenteil. Es sei nur festgehalten, dass die Zeit der klingenden Nobelnamen wie Einstein, Planck, Bohr oder Feynman offenkundig vorbei ist. Große Einzelkämpfer, die sozusagen im...

Martin Koch

Recycling als Naturprinzip

Jedes Jahr im September veröffentlicht der Medienkonzern Thomson Reuters seine Favoriten für den Nobelpreis. Pro Fachgebiet (Medizin, Physik, Chemie) geben die Experten drei Tipps ab. Sie entscheiden sich dabei entweder für Forscherteams oder für Einzelpersonen. Doch wie schon 2015 lag Thomson Reuters in der Sparte Medizin auch in diesem Jahr daneben. Zwar befindet sich unter den prognostizierten ...

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mim

Denkspiellösung »Fährmann«

»Fährmann, hol’ über« hieß es am vergangenen langen Wochenende, und gefragt war nach der Breite des Flusses. Obwohl es vielleicht nicht ganz so leicht war wie es auf den ersten Blick schien, gab es sehr viele Einsendungen und auch viele richtige. Eine davon schickte Udo Tiffert aus Rothenburg/Oberlausitz: 1000 Meter. Er wurde für den Buchpreis ausgelost, nämlich für Eugen McCabe's Roman »Die Welt ...

ndPlusMike Mlynar

Zeit, Uhr und etwas Trickserei

Zeit und Uhr sind Alltäglichkeiten. Wenn man sich jedoch in sie vertieft, beginnen sie urplötzlich Faszination auszustrahlen. Das mag im analogen Zeitalter eine andere gewesen sein als sie es jetzt im digitalen ist, doch sie ist geblieben. Kleine Kinder fixieren ebenso gebannt Digitaluhranzeigen wie wir früher Küchenwecker oder Eieruhr. Natürlich hat es die, historisch gesehen, ja erst kurze ...

mim

Escape auf dem Brett: Wechselbad aus Verzweiflung und Erleuchtung

Über 40 Spiele hat sich das Entwicklerpaar Inka und Markus Brand bisher für seine Fangemeinde ausgedacht, einige sind sogar hoch geehrt worden. Bei der Essener »Spiele«-Messe laden die beiden die Besucher u.a. zu einer gemeinsamen Runde »Village« ein. Ein Dauerrenner, nicht erst seit es 2012 als »Kennerspiel des Jahres« ausgezeichnet worden ist. Aber die Brands, sie Jahrgang '77 und gelernte ...

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Trend sprengt Vorurteil

Ein gängiges Vorurteil über Brettspiele lautet, sie seien altmodisch. Was meinen Sie? Dass das völliger Humbug ist. In Essen erleben wir jedes Jahr das genaue Gegenteil. Das Durchschnittsalter der Besucher wird jünger und jünger. Reichte die Hauptgruppe einst von 40 bis 50 Jahre, sind wir jetzt bei 20 bis 30. Es kommen zudem auch immer mehr junge Familien. Ich erkenne den Trend auch an meinem...

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ndPlusEkkehart Eichler

Über Seen, durch den Wald, zu den »Vögeln des Glücks«

Punkt zehn Uhr in Kratzeburg-Granzin. An diesem Morgen sind wir die Ersten, die bei Kormoran Kanutouring ein Boot besteigen und Kurs nehmen auf die Wasserlandschaft des Müritz-Nationalparks. Beziehungsweise eines klitzekleinen Teils davon. Zwei Stunden müssen reichen für eine Schnuppertour im Gebiet der Havelquellseen; Profis hingegen paddeln auf Tagestörns gern schon mal die 23 Kilometer gen Süde...

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Jens Malling

Begegnungen auf einer Zugreise

Der Zug setzt sich mit einem Ruck in Bewegung. Sofort enden die hektischen Aktivitäten der Händler, die auf der Plattform Wasserflaschen, Brot und Zeitungen für die Fahrt verkauften. Das Zugpersonal, in beeindruckenden Uniformen mit einer imponierenden Anzahl von Sternen auf den Schultern, hat die Fahrkarten geprüft und sichergestellt, dass alle Passagiere sich in den ihnen zugeteilten Coupés befi...

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ndPlusAstrid Kloock

Reise in ein Land, in dem niemand öffentlich lacht

Jetzt fängt der Ernst des Lebens an«, sagt sie. Der 4. Oktober war ihr erster Studientag. Ihr Ausspruch verblüfft mich. Das Mädchen mit dem dunklen Kräuselhaar kommt gerade aus Belarus zurück. Sie hat dort ein ganzes Jahr mit schwerbehinderten Kindern gearbeitet. Die Leichtigkeit des Seins war das wohl nicht. Pauline Hegner hatte sich nach dem Abitur für ein freiwilliges Jahr entschieden. Bei...