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Abschiebemaschine auf Hochtouren

Berlin. Die Zahl der Abschiebungen von Ausländern aus Deutschland ist in diesem Jahr deutlich gestiegen. Bis Ende Oktober wurden bereits 21 789 abgelehnte Asylbewerber zurückgeschickt, wie das Bundesinnenministerium am Freitag auf Anfrage mitteilte. Hinzu kommen sogenannte Zurückschiebungen etwa wegen illegaler Einreise oder weil bereits in einem anderen EU-Land Asyl beantragt wurde. Bis zum ...

LINKE-Kandidatin fällt bei Wahl durch

Berlin. Die Kandidatin der Linkspartei für den Posten des Bezirksbürgermeisters in Berlin-Lichtenberg ist durchgefallen. In zwei Wahlgängen erhielt Evrim Sommer am Donnerstagabend nicht die erforderliche Unterstützung von 28 Bezirksverordneten. Auf einen dritten und vierten Wahlgang verzichtete die Linksfraktion. Im Vorfeld war der Linkspartei für die Wahl der 45-jährigen Sommer die Unterstüt...

103 Akademiker in Türkei verhaftet

Istanbul. Die türkischen Behörden haben im Zusammenhang mit dem Putschversuch die Festnahme von 103 Akademikern an der Technischen Universität Yildiz in Istanbul angeordnet. 73 von ihnen seien schon in Gewahrsam genommen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Ihnen werde Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. Seit dem Putschversuch wurden Zehntausend...

UNTEN LINKS

Die US-Gesellschaft ist zutiefst gespalten, überall öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich. Zwischen Norden und Süden ist immer alles ungerecht verteilt, Westen und Osten sind sich schon wieder nicht grün. Schwarz und Weiß ist die übliche Sicht der Dinge, Pro und Contra nur zusammen ausgewogen. Links und Rechts sind mehr als Ansichten, Äpfel und Birnen zwei verschiedene Paar Schuhe. Zwische...

Vollwandel bei Volkswagen

VW in Niedersachsen war bisher das Paradebeispiel, dass ein gezähmter Kapitalismus möglich sei. Nach teuren Skandalen zeigt das Unternehmen seine andere Seite: mit massivem Stellenabbau.

ndPlusKurt Stenger

Vollwandel

Volkswagen ist Spitze - aber nur bei der laufenden Rallye-WM, wo den Wolfsburgern wieder mal ein Sieg winkt. Dies ist vielleicht Sinnbild für die Lage bei VW: In vorsintflutlich anmutenden Bereichen dominiert die Automarke, die gleichzeitig absehbare Entwicklungen im Bereich der Mobilität zu verschlafen droht. Dies war auch die zentrale Botschaft des Abgas-Skandals: Volkswagen ist nicht mehr in de...

Vorfahrt für Renditejäger

Berlin. Die Bundesregierung streitet über die Frage, ob Teile der von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geplanten Bundesfernstraßengesellschaft an Private verkauft werden dürfen. SPD-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel erklärte, eine Privatisierung der Straßen oder der Gesellschaft werde es nicht geben. Auch der Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Sören Bartol, betonte, die SPD lehn...

ndPlusKurt Stenger

Die Zukunft bei VW heißt Stellenabbau

Nach der Abgas-Affäre kommt der Stellenabbau: VW will profitabler werden und krempelt die Produktion um. LINKEN-Chef Bernd Riexinger ruft die das Land Niedersachsen auf, sein Vetorecht im Interesse der Beschäftigten zu nutzen.

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Olaf Standke

Pfeifen im dunklen Wald

Schulterschluss gegen Trump ist nun angesagt in der Europäischen Union. Doch möglicherweise fühlt sich dabei Angela Merkel im kommenden Herbst sehr einsam. Wenn die Politikerin denn weiter Bundeskanzlerin ist.

ndPlusGrit Gernhardt

Sinnlos, aber wenigstens teuer

Wer über ein Jahr arbeitslos ist, weiß meist schon, dass er sich nur wenig Hoffnung machen kann, wieder in den Arbeitsmarkt vermittelt zu werden. Nicht immer liegt es aber an der mangelnden Qualifikation Erwerbsloser.

ndPlusAert van Riel

Auf einer Linie mit Sigmar Gabriel

Wahlerfolge der Sozialdemokraten sind nicht absehbar.Daran würde auch Schulz als Spitzenkandidat wohl nichts ändern. Er tritt zwar in diesen Tagen öfter bei den Parteilinken auf, ist aber keiner von ihnen.

René Heilig

Kein »Trumpel«

Michael Flynn wurde angeboten, Nationaler Sicherheitsberater bei US-Präsident Donald Trump zu werden. Nach seinem Abschluss an der University of Rhode Island im Jahre 1989 trat er in das Army Reserve Officers Training Corps ein und zum Offizier ernannt. Er diente in Fallschirmjägereinheiten, stieg aber immer mehr ins Geheimdienstfach ein. Flynn brachte es bis zum Generalleutnant und Chef des einfl...

ndPlusMartin Leidenfrost

Unter Putschisten

Während die Welt auf Trump schaut, bleibt ein Putschversuch in Montenegro unbemerkt. Die Regierungsblätter malen aus, was der ermittelnde »Spezial-Staatsanwalt« einen »höllischen Plan« nennt.

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Abgefahren

Nein, kein Science-Fiction-Actionthriller. Sondern echt. Am 18. November startete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur aus eine Sojus-Rakete mit drei Personen an Bord. Der Franzose Thomas Pesquet, der Russe Oleg Nowizki und die US-Amerikanerin Peggy Whitson sollen sechs Monate lang auf der Internationalen Raumstation ISS forschen. Der Flug zum Außenposten der Menschheit 400 Kilometer über der...

ndPlusElsa Koester

An Trump sind nicht die Frauen schuld

Wer ist schuld am Wahlsieg Donald Trumps? In den ersten Tagen n. Tr. mehren sich die Erklärungsversuche. Insbesondere die europäische Linke ist sehr aufgeregt, fürchtet sie doch ähnliche Erfolge von Rechtspopulisten bei den Bundestagswahlen und den französischen Präsidentschaftswahlen 2017. Auf eine These konnten sich einige ewig Gestrige schnell einigen: Schuld sei der strenge Feminismus der Link...

Obamas Abschied

Nesawissimaja Gaseta, Russland Kein Sprecher Trumps Obama will den europäischen NATO-Partnern der USA das Gefühl der Kontinuität vermitteln. Eine Schwächung der transatlantischen Allianz werde es auch unter Trump nicht geben. Aber diese Ankündigungen haben jegliche Bedeutung verloren. Schließlich hat nicht Obamas Parteifreundin Clinton die Wahl gewonnen, sondern deren Gegner Trump - und ...

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Martin Zint, Weltfriedensdienst

Land fürs Überleben

Seit seiner Gründung 1989 setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy für die offizielle Zuerkennung kollektiver Landrechte an mittlerweile 170 Gemeinden ein. Gezielte Maßnahmen verbessern das Leben dort.

Faire Kaffeebohnen steigern das Einkommen
Katja Neuendorf, SODI

Faire Kaffeebohnen steigern das Einkommen

Durch Jahrzehnte des Krieges sind im Kongo Produktionsmittel rar geworden und spezifische Fachkenntnisse verloren gegangen. Um dem entgegenzuwirken, baut SODI mit Partnern eine Kaffeekooperative auf.

Kleinbauern trotzen dem Klimawandel
Maximilian Knoblauch, INKOTA

Kleinbauern trotzen dem Klimawandel

El Salvador in Zentralamerika gehört zu den Ländern, die weltweit am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Starker Regen bzw. Dürren beeinflussen die Ernteergebnisse beträchtlich. Kein Grund aufzugeben.

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Aert van Riel

Armutsforscher tritt gegen Agenda-Architekten an

Weil es keinen rot-rot-grünen Bundespräsidenten geben wird, schickt die LINKE einen eigenen Bewerber ins Rennen. Dieser ist als Kritiker der SPD bekannt, steht aber nicht für Fundamentalopposition.

ndPlusJosephine Schulz

Kein 
Hüter des Gemeingut

Die Koalition streitet über eine Teilprivatisierung der geplanten Bundesfernstraßengesellschaft. Aber auch ohne diese können private Investoren auf ihre Kosten kommen.

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4620 Tote im Mittelmeer

Genf. Im Mittelmeer sind in diesem Jahr nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration bislang mindestens 4620 Flüchtlinge und Migranten ums Leben gekommen. Damit hätten bis Mitte November 2016 wesentlich mehr Menschen auf dem Seeweg nach Europa ihr Leben verloren als im gesamten Jahr 2015, teilte die Organisation am Freitag in Genf mit.Im vergangenen Jahr seien knapp 3800 Flüchtlinge...

Irak: Über 30 Tote bei Selbstmordanschlag

Falludscha. Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft in der irakischen Stadt Falludscha sind über 30 Menschen getötet worden. Der Anschlag am Donnerstag sei mit einem sprengstoffbeladenen Auto ausgeführt worden, bestätigte ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte. Bei dem Attentat westlich der Hauptstadt Bagdad seien zudem 45 Menschen verletzt worden. Die Opferzahl könnte aufgrund ...

Sechser-Gipfel in Berlin

Berlin. Kanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama und vier europäische Staats- und Regierungschefs haben über die Folgen des Machtwechsels in Washington beraten. Auch der Umgang mit Russland und die Lage in Syrien war Thema in der Berliner Spitzenrunde. Daran nahmen neben Merkel und Obama die britische Premierministerin Theresa May, Frankreichs Staatspräsident François Hollande und die Re...

Giftgasuntersuchung in Syrien verlängert

New York. Der UN-Sicherheitsrat hat das Mandat für die Untersuchung zum Einsatz von Chemiewaffen in Syrien um ein Jahr verlängert. Das Gremium stimmte am Donnerstag (Ortszeit) einmütig für eine von den USA eingebrachte Vorlage, die den Einsatz der Untersuchungskommission bis kommendes Jahr ausweitet. Der Rat beauftragte die Kommission damit, die »Täter, Organisatoren und Hintermänner« von Chemiewa...

Susanne Steffen, Tokio

Ein erstes Mal für Trump

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat Donald Trump in New York besucht. In Japan zeigte man sich nach einigen Äußerungen Trumps verunsichert. Nach dem Treffen gibt sich Abe indessen erleichtert.

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Olaf Standke

Obamas letzter Gipfel

In Perus Hauptstadt treffen sich am Wochenende Staats- und Regierungschefs aus den 21 Mitgliedsländern der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC). Präsident Obama ist dabei - ein letztes Mal.

Ralf Klingsieck, Paris

Sarkozy kupfert bei Trump ab

Sieben Anwärter gehen in der ersten Runde der Vorwahl ins Rennen. Sie entstammen dem politischen System Frankreichs - auf das sie nun fast alle schimpfen. Inhaltlich trennt vor allem die Favoriten jedoch kaum etwas.

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John Dyer, Boston

Tesla wird zum Energiekonzern

Der Elektroautobauer Tesla und der Solarmodulherstellers SolarCity dürfen fusionieren. Kritiker bezweifeln, ob sie damit erfolgreich sein werden. Zumal auch Trump den Erfolg gefährdet.

Susanne Schwarz

»Konzerne tun so, als wären sie Thinktanks«

Die Nichtregierungsorganisation Corporate Accountability International (CAI) setzte sich auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch dafür ein, dass die fossile Wirtschaft nicht mitreden darf.

ndPlusSusanne Götze und 
Christian Mihatsch, Marrakesch

Afrika kommt nicht vor

Die Klimakonferenz COP22 in Marrakesch sollte eine afrikanische Klimakonferenz werden. Doch davon war nicht viel zu merken. Dabei liegen 60 Prozent der am meisten vom Klimawandel betroffenen Länder auf dem Kontinent.

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Glamourös politisch

Eine glamouröse Bambi-Gala mit politischen Botschaften: Stars wie Fußballer Bastian Schweinsteiger, Udo Lindenberg und Schauspielerin Anna Maria Mühe wurden am Donnerstagabend in Berlin ausgezeichnet. Bundestrainer Joachim Löw nahm für seine Arbeit mit der Fußballnationalmannschaft den Bambi in der Kategorie Integration entgegen. In der Kategorie Film National gewann die Hitler-Satire »Er ist wied...

Vor dem Abriss bewahrt

Deutschland hat die Villa von Thomas Mann in Kalifornien gekauft. Sie wird künftig - ähnlich wie die nur wenige Kilometer entfernte Villa Aurora - als Ort für Künstler und für den kulturellen Austausch genutzt. »Ich freue mich, dass es gelungen ist, das Thomas Mann-Haus für Deutschland zu erhalten«, teilte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit. Er würdigte die Villa als das »Weiße Haus d...

Alte weiße Männer, die Ärger machen

Jetzt bricht die Zeit der alten weißen Männer an, die selbst jene Institutionen, die für sie geschaffenen wurden, nicht mehr gut leiden können. Nehmen wir Donald Trump, der in gut zwei Monaten ins Weiße Haus einziehen wird. Was will er in dieser Immobilie, die eine Epoche repräsentiert, die für ihn auf den Müllhaufen der Geschichte gehört? Dass er sowohl die Institution Demokratie als auch das Amt...

Mario Pschera

Der Export von Autos wiegt schwerer

Am äußersten Stadtrand der Millionenstadt, vorbei an Industrieanlagen, Outlets und Wohntürmen der staatlichen Baugesellschaft TOKI, hält der Metrobus an einer erst vor kurzem erbauten Station in einem Viertel, dessen Beton noch keine Zeit hatte, zu bröckeln. McDonalds und Burger King haben bereits Einzug gehalten. Hier liegt das Gelände der Messegesellschaft TÜYAP. Der Hallenkomplex, der es von de...

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Sibelius gar nicht fly

Die Stadt Trier trennt sich von ihrem Theaterintendanten Karl Sibelius. Das Dienstverhältnis werde vorzeitig zum Monatsende beendet, beschloss der Stadtrat am Donnerstagabend in Trier. Als Abfindung werde Sibelius 300 000 Euro erhalten. Sibelius ist seit August 2015 Chef des Trierer Theaters. Sein derzeitiger Vertrag sieht eine Laufzeit bis 2020 vor.Grund für die Trennung sind Budgetüberschreitung...

Langenscheidt voll fly

Die Wortschöpfung »fly sein« ist zum Jugendwort des Jahres gekürt worden. »Jemand oder etwas geht besonders ab«, bedeutet dies in der Jugendsprache, wie der für den Wettbewerb zuständige Langenscheidt-Verlag am Freitag in München mitteilte. Das Wort, das sich aus dem englischen fly für fliegen und dem Verb sein zusammensetzt, wurde von einer Jury aus Jugendlichen, Sprachwissenschaftlern, Pädagogen...

Luther fly in den USA

Wichtige Werke der deutschen Renaissance sind von Sonntag an in einer großen Ausstellung in Los Angeles zu sehen. Mit der Ausstellung »Renaissance and Reformation: German Art in the Age of Dürer and Cranach« (dt: »Renaissance und Reformation: Deutsche Kunst im Zeitalter von Dürer und Cranach«) feiert das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) 500 Jahre ReformationMehr als hundert Werke von Albre...

ndPlusBjörn Hayer

Im Inneren des Kinematografen

Das Kino ist die Kunst des Lichts, eine Traumkulisse, in der Dunkelheit dem Erleuchten weichen muss. Kein Zweifel: Der Szenerie wohnt etwas durch und durch Sakrales inne. Aber eben immer nur für begrenzte Zeit. Sobald der Film zu Ende ist, erlischt die Illusionswelt. Wie oft dürften sich wohl Besucher wünschen, nur für einen Augenblick Teil des projizierten Raumes zu sein? In der Rotunde der Schir...

Christin Odoj

Aus weißen Punkten werden Menschen

Zwei Dokumentarfilmer wagen etwas Neues. Sie drücken einem Geflüchteten aus Mali eine Kamera in die Hand. Er soll seine Flucht filmen. Am Ende wird Abou Bakar Sidibé zum Regisseur seiner eigenen Geschichte.

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Ein gefühlter Sieg

Claudia Pechstein oder Bente Kraus - welche Berlinerin ist die Schnellere? Das Generationenduell beim zweiten Saisonweltcup entscheidet die 44-Jährige für sich und war hinterher ganz aus dem Häuschen.

Marc Zeilhofer

Leichter zum Rekord

13 Kilo weniger in noch nicht einmal sechs Wochen: Was für andere eine Rosskur wäre, nennt Marco Koch eine »kleine Diätphase«. Der Weltmeister über 200 Meter Brust schwimmt bei den deutschen Kurzbahnmeisterschaften in Berlin gerade sichtbar schlanker als im Sommer. Langsamer ist er damit nicht, im Gegenteil: Über seine Nebenstrecke 100 Meter Brust verbesserte Koch am Donnerstagabend seinen deutsch...

ndPlusTom Mustroph

Zahnlose Wachhunde

An diesem Wochenende tagt die Welt-Antidoping-Agentur in Glasgow - und will nach einem schrecklichen Jahr Bilanz ziehen. Die Probleme sind so groß und vielfältig, dass ein Treffen nicht reichen wird.

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Von Dortmund nach München und zurück: Die Transfers

Im vergangenen Sommer herrschte hektische Betriebsamkeit auf der Fluglinie Dortmund-München. Gleich drei Transfers wickelten die Klubbosse von Borussia Dortmund und Bayern München untereinander ab - und im Gegensatz zu den Jahren davor taten sie dies weitgehend geräuschlos.»Sehr offen und transparent« seien die Gespräche verlaufen, lobte der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuletzt die...

Karajakin vergibt eine Riesenchance

New York. Magnus Carlsen und Sergej Karjakin haben sich bei der Schach-WM in New York auch in der fünften Partie remis getrennt. Der norwegische Weltmeister Carlsen übte lange Druck aus, erlaubte sich nach der Zeitkontrolle im 41. Zug allerdings einen kapitalen Fehler. Karjakin ließ anschließend die Chance zum Königsangriff ungenutzt und machte das Unentschieden unumgänglich.»Zuerst stand ich bess...

ndPlusMaik Rosner, München

Stilfragen vorm Gipfeltreffen

Im Topspiel der Bundesliga bei Borussia Dortmund stehen Trainer Ancelottis Teamumstellungen verstärkt unter Beobachtung - erstaunlich offene Kritik gibt es bereits aus der Mannschaft

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Linksvorstand schlägt drei Senatoren vor

Der Landesvorstand der Linkspartei hat am vergangenen Donnerstagabend im Karl-Liebknecht-Haus drei Vorschläge für Senatoren im möglichen neuen rot-rot-grünen Senat unterbreitet. Demnach sollen die Ressorts, die der Partei nach einer Regierungsbildung zustehen würden, von Elke Breitenbach (Arbeit/Soziales/Integration), Katrin Lompscher (Mieten/Bauen/Wohnen) sowie Klaus Lederer (Kultur/Europa) beset...

Abtauchen hilft nicht

Das Scheitern von Evrim Sommer bei der Wahl zur Bezirksbürgermeisterin hat sicherlich ein Nachspiel. Zugleich ist die Linke gut beraten, die Unstimmigkeiten aufzuklären. Integrität ist das wichtigste Kapital eines Politikers.

Nicolas Šustr

Rot-Rot-Grün verspricht Politikwechsel beim Bauen

Eine deutlich sozialere Wohnrumpolitik möchte die designierte Koalition umsetzen. Initiativen halten das für einen guten Anfang. Tatsächlich wurden im Koalitionsvertrag beim Bauen und Wohnen einige dicke Bretter gebohrt.

ndPlusMarina Mai und Martin Kröger

Evrim Sommer fällt bei Wahl durch

Eklat in der Bezirksverordnetenversammlung in Lichtenberg: Nach zwei vergeblichen Anläufen am Donnerstagabend wird die Wahl zum Bezirksbürgermeister bis auf weiteres aufgeschoben.

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Pädagoge auf vier Pfoten

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) besuchte am Freitag den Schulhund Hugo in der Goethe-Grundschule in Potsdam. Das 19 Wochen alte Tier ist seit Anfang des Schuljahres als »Pädagoge auf vier Pfoten« im Einsatz. Klassenlehrerin Stefanie Mühlberg setzt den Hund in ihrer Klasse 1a ein. Hugo, ein Mini Australian Shepherd, ist seit Schuljahresbeginn an der Schule im Einsatz. Hunde seiner Rasse gelten...

Initiative »Volksentscheid Fahrrad«

 Die Initiative hat zusammen mit Experten und unter Beteiligung der Öffentlichkeit einen Radverkehrsgesetzentwurf ausgearbeitet und im Juni vorgestellt. Gleich 105 425 Menschen haben innerhalb von vier Wochen für den Radentscheid unterschrieben. Grundlage des Entwurfs sind zehn konkreten Ziele für ein fahrradfreundliches Berlin, unter anderem 200 000 Fahrradparkplätze an Haltestellen und Straßen...

Gaston Latz

Strom ist kein Luxus

»Mit voller Energie gegen Energiearmut« lautet das Motto einer Veranstaltung der Initiative »Berliner Energietisch« an diesem Sonntag im nd-Gebäude.

ndPlusGaston Latz

Rebellische Nachbarn

Der Nachbarschaftsladen Friedel-straße 54 und die Initiative Stadt von Unten rufen zu einer Solidaritätskundgebung in Neukölln auf.

ndPlusWilfried Neiße

Im FDJ-Hemd im Landtag

Im Plenarsaal des Potsdamer Landtagsschloss wurden am Freitag die 12. Jugendgeschichtstage des Landes eröffnet.

Samuela Nickel

Drei Partner für zwei Räder

Für Fahrradfahrer soll in Berlin ein Netz aus Radschnellwegen, Fahrradstraßen und zwei Meter breiten Radfahrstreifen an Hauptstraßen entstehen. Die Forderungen von Initiativen erhalten eine rot-rot-grüne Welle.

ndPlusAndreas Fritsche

V-Mann Piatto kein Betriebsunfall

Vier Sachverständige kritisierten am Freitag im NSU-Untersuchungsausschuss des Brandenburger Landtags den Einsatz des Neonazis Carsten Szczepanski als Spitzel. »Er hatte überall seine Finger mit drin.«

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Eine Idee des Preußen-Königs

Frankfurt am Main. Völlig verwittert und bemoost ist dieser Totenschädel aus Sandstein auf dem ehemaligen Friedhof am Peterskirchhofs in Frankfurt am Main in Hessen. Auf dem Areal wurde von 1418 bis 1828 bestattet. Der Totensonntag - in diesem Jahr der 20. November - ist ursprünglich ein evangelischer Gedenktag, initiiert im Jahr 1816 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. Zahlreiche evangel...

Reformstau im Thüringer Wald

Thüringens Forstbetrieb soll laut einem Reformpapier seinen Personalbestand bis 2030 drastisch senken. Doch bereits jetzt sind die Möglichkeiten, dies sozialverträglich zu tun, fast ausgeschöpft.

Zeit der Eistonnen

In Mecklenburg-Vorpommern hat das Bundesamtes für Seeschifffahrt seine Eisbeobachter für die Ost- und Nordsee wieder aktiviert. Mit der ersten Eisbildung werden sie täglich Daten melden.

ndPlusReimar Paul

Die Vision vom »Bürgerspital« verblasst

Es war eine zu schöne Geschichte, die sich im beschaulichen Städtchen Einbeck im Süden Niedersachsens zutrug: 2013 retteten der Chefarzt und wohlhabende Familien das örtliche Krankenhaus aus der Insolvenz und führten es als »Bürgerspital« weiter. Ihre Einlagen bildeten den Grundstock für das Eigenkapital einer gemeinnützigen Trägergesellschaft. Die meisten der rund 300 Arbeitsplätze konnten gerett...

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Fast in Berlin

Der israelische Videokünstler Omar Fast wird in Berlin erstmals in einer großen Soloausstellung vorgestellt. Der Martin-Gropius-Bau zeigt von Freitag an sieben seiner Projekte, die sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen Dokumentation und Fiktion auseinandersetzen. Verbunden sind die Videoarbeiten durch drei inszenierte »Warteräume«, die der Künstler für die Ausstellung konzipiert hat, teilte da...

Scheunenartig

Die Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron sind offen für Änderungen an dem von ihnen geplanten Museum des 21. Jahrhunderts in Berlin. »Wir gehen bei unseren Projekten nie davon aus, dass unser Entwurf das Endresultat ist«, sagte Ascan Mergenthaler, Seniorpartner des Büros, am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion in Berlin. Die Pläne müssten immer im Dialog mit Bauherren, Nutzern und Stadt...

Dercon bleibt bei Plan A

Der belgische Museumsmanager Chris Dercon, künftiger Chef der Berliner Volksbühne, arbeitet weiter am Programm für seine erste Spielzeit - obwohl der designierte Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linkspartei) die Berufung prüfen will. »Es gibt keinen Plan B. Ich denke nur über meinen Plan A nach«, sagte Dercon dem »Tagesspiegel« (Freitag). »Seit dem 24. März 2015 ist mein Konzept in der Stadt ...

Mysterium Kehrwoche

Speyer. Die soziale Kontrolle durch die Nachbarschaft ist nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern in Speyer ein wesentlicher Erklärfaktor für die schwäbische Kehrwoche. Forscher an der Universität für Verwaltungswissenschaften fanden bei einer Umfrage heraus, dass nahezu jeder Dritte in Stuttgart (30 Prozent) die Kehrwoche einhält, weil die Nachbarschaft sie auch macht. Kehrwoche ist die regionale...

ndPlusLucía Tirado

Märchen unter Glas

Rotkäppchen kommt durch den Wald spaziert, Hase und Igel rennen um die die Bäume - auf dem Pfefferberg hat die Märchenzeit begonnen. Ein «deutscher Wald» umgibt schützend den Glaspalastspielraum. Dieser «Palast» ist - sieht man es rational - ein Gewächshaus im viktorianischen Stil. 16 Meter lang, 5,80 Meter breit und 4,50 Meter hoch. Drinnen haben zu den Vorstellungen jeweils 100 Gäste Platz. Vorf...

Heidrun Böger, Leipzig

Mit kleinstem DDR-Lkw auf 1200-Kilometer-Tour

Die Produktion des Lkw Framo in Karl-Marx-Stadt wurde vor 55 Jahren eingestellt. Das heißt aber nicht, dass kein Framo mehr fahren würde. Erst kürzlich war einer bei der »Tour der Highlights« zu sehen.

»Ik hoa en beert«

Das Umsteigen von der Fähre auf ein schaukelndes offenes Boot gehörte jahrzehntelang bei einem Besuch auf Helgoland dazu. Doch inzwischen ist um die sogenannten Börteboote ein Streit entbrannt.

Christian Baron

Freie Bahn für das Absurde

»Der Fremde« von Albert Camus ist kein Text, der danach schreit, auf die Theaterbühne gebracht zu werden. Regisseur Philipp Preuss zeigt an der Berliner Schaubühne eindrucksvoll, dass das aber sehr wohl geht.

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Sieben Tage, sieben Nächte

»Hatte ihn mir größer vorgestellt«, »So wahnsinnig hell war er nun auch nicht«, »Das soll was Besonderes sein?« Zwar gaben sich Kollegen, die in den Brandenburger Himmel geschaut hatten, beeindruckter vom so genannten Supermond als jene, die aus dem lichtverschmutzten Berlin nach oben blickten. Vor allem aber behielt der Recht, der sagte: »Die Werbung verspricht immer zu viel.« Das gilt eben auch ...

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ndPlusReiner Oschmann

Wartesaal Friedland

Das Grenzdurchgangslager Friedland in Niedersachsen blickt auf eine über 70-jährige Geschichte zurück. Es war Anlaufstelle für über vier Millionen Menschen, darunter Geflüchtete, Kriegsgefangene und DDR-Übersiedler.

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Nachrufe

Ali Mbengu gestorben im Herbst 2016 »Ich muss nicht immer wieder danach gefragt werden, denn dann erinnere ich mich an das, was passiert ist. Und dann kommt alles wieder hoch.« Der 19-jährige Ousman Manneh hat es vom unbegleiteten, minderjährigen Flüchtling im schwankenden Boot auf dem Mittelmeer zum Profifußballer bei Werder Bremen geschafft. Seinem Landsmann Ali Mbengu, einem berühmten...

ndPlusUwe Sattler

Der Teufel trägt Hosenanzug

Marine Le Pen hat ihren Vater Jean-Marie endgültig aus der Front National befördert und damit auch den plumpen Neofaschismus. Doch auch so sind die Rechtsradikalen keinesfalls weniger gefährlich.

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Albert Scharenberg

US-Linke streitet um den weiteren Kurs

Nach dem Schock kommt die Angst: Seit dem Wahlsieg Donald Trumps haben in den Vereinigten Staaten Hunderttausende gegen den künftigen Präsidenten demonstriert. Doch in dem Protest artikuliert sich bisher noch keine Strategie.

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Lösung Nr. 226

Beim letzten Mal fragten wir nach dem Psychoanalytiker Sigmund Freud. Gewonnen haben: Teresa Kötzsch, Chemnitz, Friedeborg Stisser, Velden, Klaus-Peter Schuckies, Beetzendorf. Rätselantworten per Post an: neues deutschland, Steckbrief, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, oder per E-Mail an: steckbrief@nd-online.de Die Einsender/Gewinner erklären ...

ndPlusLeo Fischer

Schuld

Nach dem Sieg jenes Kandidaten, der nach allen bekannten Gesetzmäßigkeiten hätte verlieren müssen, wurde Gott sei Dank schnell die Schuldfrage angesprochen, denn es muss einfach jemand schuld sein.

Nicht nur reden, handeln!

Er war das erste von acht Kindern eines Webers. Die Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen, in denen es für Jungen und Mädchen eigentlich keine Bildungs- und Aufstiegschancen gab. Doch er hatte Glück. Als er zehn Jahre alt war, traf er auf einen Freiherrn, dem er die Sonntagspredigt, die dieser versäumt hatte, Wort für Wort aus dem Gedächtnis wiedergab. Daraufhin beschloss der adlige Herr, den b...

Magnus Heier

Die letzte verpasste Chance

Vaters Tod kam nicht überraschend. Er war länger schwer krank gewesen. Wir hatten das Krankenbett auf seinen Wunsch ins Wohnzimmer gebracht, wo er Besuch empfangen konnte. Und genau dort starb er schließlich am frühen Abend. Wir behielten ihn zu Hause, eine Nacht und einen Tag lang. Es kamen viele Besucher, es gab Kaffee und Kuchen - direkt am Sterbebett, direkt neben dem Leichnam. Viele fanden di...

Seite 23
ndPlusJörn Schulz

Integration im Schrebergarten

Mit den Worten »Nein, Sie nicht!« begrüßte ihn die Kassiererin in der Bundestagskantine an seinem ersten Tag als Abgeordneter, eine Botschaft, die ihm mal in subtiler Form, nicht selten auch in Form von Hass-Mails übermittelt wird.

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Rollenklischees

Dass Jungen auffälliger sind und schlechter lernen, ist ein relativ neues Phänomen. Noch in den 1960er Jahren galten Mädchen als »Bildungsverlierer«. Mit dem Wandel der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft, in der neue Technologien eine immer größere Rolle spielen, wurde der körperlich arbeitende Mensch überflüssig und mit ihm auch der hart arbeitende Vater als Alleinernährer. Die Betonung k...

tgn

Bildungslexikon

Schulstatistik. Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht jährlich in »Schulen auf einen Blick« eine Übersicht schulstatistischer Kennzahlen. Eine der Sparten differenziert nach Geschlecht. Von den im Schuljahr 2014/15 insgesamt »knapp 8,4 Millionen Schülerinnen und Schülern« sind 51 Prozent Jungen und 49 Prozent Mädchen gewesen. Diese Verteilung findet sich ähnlich im Primarbereich und der Sekun...

ndPlusLena Tietgen

Das konstruierte Geschlecht

Im Diskurs um die Schulerfolge bei Jungen scheinen zwei Aspekte selten berücksichtigt zu werden. Der eine besteht in dem Konzept des sozial und kulturell konstruierten Geschlechts, wie es in den frühen 1990er Jahren die US-amerikanische Philosophin und Philologin Judith Butler entwickelte. Zwar zählt Butler mittlerweile zum Kanon der Erziehungswissenschaften, dennoch fließen ihre Erkenntnisse nich...

ndPlusThomas Gesterkamp

Cool, witzig und faul

Dritte Stunde in einer Grundschule: Die Kinder haben gerade die »große Pause« hinter sich. Dennoch herrscht große Unruhe, zu der vor allem die Jungen beitragen. Es hält sie nicht auf ihren Stühlen, sie toben durch den Klassenraum, raufen und schreien. Still wird es erst, als die Lehrerin die Rückgabe der Deutscharbeit ankündigt. Diese sei schlecht ausgefallen, sagt sie. Die männlichen »Störer«, di...

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Wochen-Chronik

18. November 1926 Die britischen Dominions Australien, Irland, Kanada, Neufundland, Neuseeland und die Südafrikanische Union erhalten auf einer Konferenz in London einen neuen Status innerhalb des Empires. Sie sind fortan souveräne Staaten, bleiben aber weiter mit der britischen Krone verbunden. Die Gründung der Commonwealth of Nations, die offiziell am 11. Dezember 1931 mit dem Statut von We...

Till Bastian

Kommunismus auf einer Yacht namens »Nixe«

Der Tod von Kaisers Franz Joseph I. am 21. November 1916 - einem Regenten mit der rekordverdächtigen Regierungszeit von 68 Jahren! - wird allgemein als der »Anfang vom Ende« der Habsburger Doppelmonarchie gewertet, die ja in der Tat zwei Jahre später in Stücke brach. Hundert Jahre später ist es vielleicht angebracht, auf einige eher verborgene Aspekte dieser Ära aufmerksam zu machen, so auf »Ausst...

ndPlusUlrich Sander

Gleiche Brüder, gleiche Kappen

Vor einem halben Jahrhundert gelang der NPD ein ähnlich frappierender Aufstieg wie heute der AfD. Mit den Landtagswahlen am 6. November 1966 in Hessen und am 20. November in Bayern begann für die neofaschistische, militante Partei, gerade mal zwei Jahre zuvor gegründet, eine für Demokraten erschreckende Erfolgsserie. Sie stand kurz vorm Einzug in den Bundestag. Die Verhinderung dessen war ein hist...

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Barbara Barkhausen

Orang-Utans bleiben Freunde fürs Leben

Orang-Utans sind nicht die nächsten Verwandten des Menschen. Gleichwohl hält Primatenforscher Leif Cocks sie für die intelligentesten Tiere. Sie teilen zwar immerhin rund 97 Prozent des Erbgutes mit den Menschen, doch Schimpansen und Gorillas sind mit 99 Prozent beziehungsweise 98 Prozent Übereinstimmung noch ähnlicher. Dass Orang-Utans Schimpansen und Gorillas dennoch überlegen sind, dafür h...

ndPlusHermannus Pfeiffer

Alle Mann von Bord

Ein Containerfrachter steuert über den Atlantik. An Bord sind 20 000 stählerne Boxen voll mit Smartphones, Kaffee und Chemikalien. Wert der Ladung: mehr als eine Milliarde Dollar. Doch kein Kapitän, keine Besatzung befindet sich an Bord. Das Schiff fährt »autonom«. Was wie eine vage Zukunftsvision anmutet, prägte bereits die diesjährige Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft »Shipbuilding, Machine...

Seite 27
Robert D. Meyer

Disput mit Maschinen

Erst mit der Präsidentschaftswahl in den USA wurden sogenannte Social Bots auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Dabei gibt es sie seit Jahren. Es sind Hunderttausende. Eine Spurensuche.

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ndPlusGeraldine Friedrich

»Ich habe schon viele gerettet«

»Gabor Neumann - drei Jahre - Ungarn«, »Valentina Zbar - sechs Jahre - Ukraine«, »Baruch Goldenberg - sechs Jahre - Polen«, eine Stimme vom Tonband verliest fortwährend Namen, Alter und Herkunft der im Holocaust ermordeten Kinder. Drei Monate dauert es, bis alle 1,5 Millionen Namen verlesen sind. Besucher verlieren beim Betreten des unterirdischen Denkmals für die Kinder in der Holocaust-Gedenkstä...

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Michael Müller

Von ManuElla bis Melania

In Slowenien scheint man Lebensart nicht zu verhehlen. Das Gedicht, dem der Text der Nationalhymne entnommen ist, beginnt mit: »Ihr Freunde, hebt die Gläser ...« - eher ein beseelendes Heimat- denn ein knorriges Vaterlandslied. Inmitten der Hauptstadt Ljubljana steht der steinerne Nationaldichter France Prešeren, also ein Denkerdenkmal statt der martialischen Reiterei von Prinz Eugen über Ban Josi...

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ndPlusFelix Lill

Im Kreißsaal mit Sirup und Tee

Das Baby, das sich seit Stunden ankündigt, will doch noch nicht kommen. Was tun? Unter einer gedimmt warmen Krankenhauslampe schauen sich eine Hebamme, ein Arzt, eine schwangere Frau und deren Mutter fragend in die Gesichter. Abwarten? Weiter drücken? Noch eine Massage? Der werdenden Mutter steht eine seltene Mischung aus Todesangst und Geborgenheit in ihr verschwitztes Gesicht geschrieben. Je län...