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Razzia gegen Nazis in Dresden

Dresden. Die Polizei hat am Mittwoch 19 Wohnungen der rechtsextremen »Freie Kameradschaft Dresden« in Dresden und Umgebung durchsucht. Gegen sechs Beschuldigte wurde Haftbefehl erlassen, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Diese ermittelt gemeinsam mit dem für Extremismus zuständigen Operativen Abwehrzentrum (OAZ) wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung. ...

»Winterpaket« für die Energiewende

Brüssel. Zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens will die EU-Kommission Europas Strom- und Energiemarkt neu aufstellen. Dazu setzt die Behörde neben dem Ausbau erneuerbarer Energien auch auf höhere Energieeinsparungen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Demnach soll das EU-Ziel für Energieeinsparungen von mindestens 27 Prozent auf 30 Prozent bis 2030 angehoben werden.Ziel sei es, das Pariser Klimaabk...

Unten links

Sie ist eine faszinierende Kreatur. In Deutschland schreibt man ihr aus Unkenntnis ihres eigentlichen Wesens die Attribute einer Femme fatale zu. Was daran liegt, dass kaum ein Koalitionspartner (wahlweise wohl genährte, rötlich schimmernde Männchen) eine Vereinigung mit ihr überlebt. Kennern gilt sie eher als Symbol für Beständigkeit und nahezu stoische Geduld. Heikle Situationen übersteht sie in...

Angst als Populistenmotor

Gütersloh. Rechtspopulistische Parteien in Europa profitieren von der Angst vor der Globalisierung. Dabei spielt das Flüchtlingsthema die größte Rolle. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Bertelsmann-Stiftung am Mittwoch vorgestellt hat. Länderübergreifend sehen vor allem die Anhänger von AfD (78 Prozent), der französischen Front National (76) und der FPÖ in Österreich (69) die Globalisieru...

Stephan Fischer

Geschenke der Globalisierung

Rechtspopulisten profitiere von Globalisierungsängsten. Dabei wäre Furcht angebracht: Vor der neoliberalen Variante der Globalisierung und ihren konkreten schlechten Folgen für immer mehr Menschen.

Schleife gegen Stigmatisierung

Duisburg. Weltweit stagniert die Zahl der HIV-Neuinfektionen, doch Frauen und Mädchen in Afrika südlich der Sahara stecken sich immer häufiger mit der Immunschwächekrankheit an. Grund dafür sei unter anderem mangelnder Schutz, erklärte die Kindernothilfe am Mittwoch in Duisburg zum Weltaidstag am 1. Dezember. »Das Ziel, Aids bis zum Jahr 2030 ein Ende zu setzen, wird dadurch massiv gefährdet«, sag...

Haftbefehl gegen islamistischen Innentäter

In das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat sich ein mutmaßlicher Islamist eingeschlichen. Der Vorfall zeigt, dass auch diese Behörde den IS ernster nehmen sollte.

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37 Millionen Menschen infiziert

Jedes Jahr gibt die Aidshilfe-Organisation der UNO (UNAIDS) aktuelle Zahlen zur Infektionsrate und zum Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten heraus: Demnach infizierten sich weltweit im Jahr 2015 rund 2,1 Millionen Menschen neu mit HIV, insgesamt lebten über den Globus verteilt 36,7 Millionen Menschen mit der Immunschwächekrankheit. Über eine Million starb an Krankheiten, die mit Aids in Zusammen...

Ulrike Henning

Akzeptanz nicht für alle

Immer noch infizieren sich hierzulande jährlich mehrere tausend Menschen mit HIV. Obwohl mit Medikamenten ein fast normales Leben möglich ist, fühlen sich viele ausgegrenzt.

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Eribon: »Die Linke ist schuld am Aufstieg der Rechten«
Elsa Koester

Eribon: »Die Linke ist schuld am Aufstieg der Rechten«

Das Erscheinen des Buchs »Rückkehr nach Reims« löste in der Linken große Debatten über ihr Verhältnis zur Arbeiterklasse aus. Wie kann sie wieder repräsentiert werden? Wie verhalten sich feministische Kämpfe dazu?

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ndPlusNicolas Šustr

Schwarze Null über alles

Es ist kein Sieg der Vernunft, sondern die Kapitulation vor der Macht des Faktischen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat endlich klein beigegeben. Denn nach über einem Jahr Blockade durch den Bundesrat hat sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zur Rückabwicklung des bereits im Februar 2015 eingefädelten Verkaufs des Filetgrundstücks Dragoner Areal im Herzen der Hauptst...

Hans-Gerd Öfinger

Druck im Cockpit

Nachdem sie vergeblich versucht haben, die Pilotenstreiks durch Arbeitsgerichte untersagen zu lassen, setzen die Lufthansachefs nun offenbar auf ein gezieltes »Teile und Herrsche«. Sie nehmen durchaus wohlwollend zur Kenntnis, dass sich einige Betriebsräte dazu hergeben, die angebliche »schweigende Mehrheit« der Belegschaft gegen den Arbeitskampf der Piloten aufzubringen. Dabei sollte niemand dem ...

ndPlusRoland Etzel

Aleppo - Zäsur im Syrien-Krieg

Die militärische Lage der syrischen Regierungsgegner in Aleppo ist aussichtslos. Geschieht nicht ein Wunder, werden sie die größte Stadt, die sie beherrschten bzw. was der Krieg von ihr übrigließ, verlieren. Es wäre daher für die westlichen Staaten - wenn sie wirklich so ernsthaft über das Schicksal der Zivilbevölkerung besorgt sind, wie sie erklären - ein Gebot der Vernunft, ihre Schützenhilfe fü...

Ian King, London

Hart im Nehmen und Austeilen

Keine leichte Aufgabe: Nach Brexit-Triumph, Führungsrück- und -austritten sowie Schlägereien im Europaparlament will der Europa-Abgeordnete Paul Nuttall aus Liverpool Britanniens zerstrittene UKIP-Rechte wieder zusammenführen. Als langjähriger Stellvertreter von Nigel Farage ist der 39-Jährige hart im Nehmen, will aber als Nummer Eins auch austeilen. Nach innen gegen Störer des Parteifriedens. ...

ndPlusMurat Cakir

Woher Erdogans Rückhalt stammt

Angesichts massiver Repressalien und diktatorischer Regierungsführung in der Türkei fragen viele, weshalb Erdogan in der Bevölkerung weiter auf so viel Zustimmung stößt. Ein Grund: die »Alternativlosigkeit« der AKP.

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Hendrik Lasch, Dresden

Es bleibt bei Geldstrafe für Bachmann

Lutz Bachmann hat in den 1990er Jahren einen Plüschpinguin geklaut. Das skurrile Detail aus dem Vorleben des Pegida-Chefs kam zur Sprache, als Richter Martin Schultze-Griebler am Landgericht Dresden Bachmanns Vorstrafen referierte - in einem Prozess wegen Volksverhetzung.Dies ist eine neue Facette in der Vita des 43-Jährigen, der sich vielfach für Fahren ohne Führerschein verantworten musste, zude...

ndPlusHendrik Lasch, Dresden

Bachmann muss 9600 Euro wegen Volksverhetzung zahlen

Nun ist das Urteil gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann wegen Volksverhetzung rechtskräftig. Vor dem Landgericht Dresden ging es um das Strafmaß - und einen Plüschpinguin, der schon unter dem Rassisten zu leiden hatte.

Abschieben, abschieben, abschieben

Auf mehr Druck setzt der Bundesinnenminister. So sollen Flüchtlinge ohne Anspruch auf Schutz schneller wieder heimgeschickt werden. Ob es dazu neue Gesetze braucht, ist aber umstritten.

ndPlusUwe Kalbe

Höre und staue

In Deutschland stauen sich die Asylverfahren. Inzwischen wurde die Verfahrenspraxis geändert; nun entscheidet Schnelligkeit alles, die Qualität tritt in den Hintergrund. Leidtragende sind die Flüchtlinge.

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Gemeinsamer EU-Rüstungsfonds

Brüssel. Die EU-Kommission will einen Rüstungsfonds und den gemeinsamen Kauf von Waffensystemen unterstützen. Am Mittwoch wurden Pläne für den auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr angelegten Fonds vorgestellt. Mitgliedsstaaten sollen einzahlen, um gemeinsam etwa Drohnen oder neue Generationen von Kampfhubschraubern anzuschaffen und so »Kosten zu reduzieren«. Die Kommission verwies darauf, dass bis...

ndPlusStefan Otto

Alleinerziehende müssen warten

Wenn Ex-Partner keinen Unterhalt für ihr Kind zahlen, stehen Alleinerziehende vor Problemen. Eine Neuregelung soll die staatliche Hilfe verbessern. Doch Bund und Länder streiten über die Mehrkosten.

Die da unten gegen die da oben

Beschäftigte beschimpfen streikende Kollegen: Das ist der Traum jeder Unternehmensführung. In Frankfurt kam es jetzt dazu, dank einer nicht-gewerkschaftlichen Mitarbeitervertretung.

Konferenz mit Kaffeepausen

Es sind selten die mit der ersten Garnitur beschickten Kongresse, auf denen Leitlinien in die Zukunft gezogen werden. Bei der 15. Berliner Sicherheitskonferenz traf sich die Macherebene - mit der Industrie.

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Zehntausende in Aleppo auf der Flucht

Aleppo. Die Zahl der Toten und Flüchtlinge in der umkämpften nordsyrischen Großstadt Aleppo steigt dramatisch. Durch Kämpfe in den Rebellenvierteln der Metropole und Luftangriffe wurden allein in den vergangenen Tagen fast 70 000 Menschen vertrieben, wie syrische Aktivisten berichteten. Das internationale Komitee vom Roten Kreuz bezifferte die Zahl der in den vergangenen drei Tagen Vertriebenen au...

ndPlusDenis Trubetskoy

Auf der Krim werden Diversanten gesucht

Auf der Krim werden seit Wochen wiederholt »ukrainische Diversanten« vom russischen Inlandsgeheimdienst FSB verhaftet. Kiew nahm übergelaufene Soldaten fest. Der Konflikt um die Krim spitzt sich wieder zu.

Steffi Weber, Amsterdam

Burka und Integralhelm sind noch nicht ganz verbannt

Ein Verbot für gesichtsverschleiernde Kleidung in den Niederlanden wird teilweise eingeführt – elf Jahre nachdem der Rechtspopulist Geert Wilders einen Gesetzentwurf für ein »Burkaververbot« einbrachte.

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ndPlusRalf Streck, San Sebastian

Sparpolitik nicht ohne Alternativen

Keinen Pfifferling hatten vor einem Jahr viele Beobachter auf die portugiesischen Linksregierung gegeben. Denn die Beteiligten mussten über große Schatten springen und gegeneinander seit Jahrzehnten gepflegte Ressentiments begraben. Die Aussicht, die Konservativen könnten erneut die Vorgaben der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds (IWF) ohne Wenn und Aber umsetzen und das Land noch...

ndPlusJan Keetman

Erdogans »Geschenk Gottes«

Ein vom türkischen Nationalparlament einstimmig eingesetzter Untersuchungsausschuss sollte die Hintergründe des Putschversuchs vom Juli aufdecken. Entscheidende Leute aber darf er nicht befragen.

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Flüchtlingsamt bekommt mehr Mitarbeiter

Nach einem Protestbrief von Mitarbeitern des Flüchtlingsamtes hat Berlins scheidender Sozialsenator Mario Czaja eine zügige Besetzung noch offener Stellen in Aussicht gestellt. »Das hat höchste Priorität«, versicherte der CDU-Politiker am Mittwoch.Nach seinen Angaben hat das im August eröffnete Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) 535 Stellen, 170 davon sind noch unbesetzt. Etliche Auswa...

Ein bisschen mehr Kontrolle

Insgesamt 17 mal traten Vertreter des Verfassungsschutzes im vergangenen Jahr an Berliner Schulen auf. Meistens erklärten die Geheimdienstmitarbeiter ihre Sicht auf den Islamismus. Dass von der dynamischen islamistischen Jugendkultur sowie Ausreisenden in Kriegsgebiete Gefahren ausgehen, ist unbestritten. Dennoch wären Vertreter von zivilgesellschaftlichen Organisationen oder aus der Landeszentral...

ndPlusNicolas Šustr

Rolle zurück beim Dragoner-Areal

Das Bundesfinanzministerium zieht die Konsequenzen aus der Blockade des Verkaufs des Dragoner-Areals. Was nun geschehen soll, ist noch offen. »Erneute Verkaufsabsichten bestehen derzeit nicht«, heißt es bei der BImA.

Martin Kröger

Schulverweis für Nachrichtendienst

Die von Grünen und Linkspartei versprochene Abschaffung des Verfassungsschutzes ließ sich gegen die SPD nicht durchsetzen. Der Nachrichtendienst soll aber in der neuen Legislatur reformiert werden.

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Neue Chancen für die Lausitz

Cottbus. Viele Lausitzer Unternehmen sehen den Strukturwandel in der Region als Chance, neue Märkte zu erschließen. Als Beispiel nannte die Innovationsregion Lausitz GmbH am Dienstag in Cottbus die Maschinentechnik oder die Nutzung erneuerbarer Energien in der Industrie. Gesellschafter des Bündnisses, das den Standort wegen des Strukturwandels in der Braunkohlewirtschaft stärken will, sind die Uni...

Arbeitslosigkeit im Allzeittief

Die offiziell erfasste Arbeitslosigkeit in Berlin-Brandenburg ist niedrig wie seit Jahren nicht. In Brandenburg verharrte die Quote im November bei 7,3 Prozent, in der Hauptstadt lag sie bei 9,2 Prozent.

ndPlusWilfried Neiße

Vom Asylheim in Wohnungen und zurück

Wegen der gesunkenen Flüchtlingszahlen sind viele Gemeinschaftsunterkünfte nur schwach belegt oder leer. Die Kommunen versuchen, Kosten zu sparen - oft zu Lasten der Geflüchteten.

ndPlusMarina Mai

Vom Gast zum Mitglied

Dem Dozenten Wolfgang Hebold haben mehrere Fachhochschulen gekündigt, nachdem bekannt wurde, dass er einen fremdenfeindlichen Blog führt. Jetzt ringt ein Kieztreff um seine Mitgliedschaft.

Politik will der Bahn Beine machen

Um mehr grenzüberschreitende Zugverbindungen und kürzere Reisezeiten ging es beim deutsch-polnischen Bahngipfel in der Hafenstadt Szczecin. Ein Ergebnis ist: Der »Kulturzug« nach Wrocław bleibt.

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Gute Zeiten für Sachsens Fische

Dresden. Den Fischen in Sachsen geht es besser als noch vor gut zehn Jahren. Wie aus dem neuen Fischatlas hervorgeht, gelten derzeit 39 Prozent der einheimischen Fische als bedroht oder ausgestorben, 2005 waren es noch rund 70 Prozent. Es gibt im Freistaat etwa 90 Fisch-, Krebs- und Rundmaularten, 58 gelten als heimisch. Norbert Eichkorn, Präsident des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Ge...

16 Kinder auf eine Erzieherin

Für die Wohlfahrtspflege steht ein beitragsfreie Kita-Jahr nicht oben auf der Prioritätenliste. Das Geld sollte vielmehr für eine bessere Betreuung der Kinder ausgegeben werden, meinen die Verbände.

Sachsen und Bayern verbünden sich

In Sachsen haben Wohnungseinbrüche zugenommen. Im Bundesvergleich ist das Risiko, Opfer eines Einbrechers zu werden, aber vergleichsweise gering. Musterland ist Bayern.

ndPlusHagen Jung

Frauenunion für neue Rollenbilder

Ein CDU-Zirkel, der im Nordosten »traditionelle Werte« erwecken will, trifft in der eigenen Partei auf Gegenwind. Die Frauenunion verteidigt neue Rollenbilder und gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

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Preisvergabe

Die Schriftstellerin und Übersetzerin Cécile Wajsbrot ist für ihre Verdienste um deutsch-französische Beziehungen mit dem Prix de l'Académie de Berlin geehrt worden. Die auch in Berlin lebende Autorin setzt sich intensiv mit dem Erinnern, Vergessen und dem Schweigen zwischen den Generationen in Deutschland und Frankreich auseinander. Zuletzt erschienen ihr Essayband »Berliner Ensemble« (2015) und ...

Exzentrische 80er-Schau

Farbstark, expressiv und großformatig zeigt das Potsdam Museum »Die wilden 80er Jahre«.49 Künstler aus beiden deutschen Staaten werden mit rund 90 Gemälden, Grafiken und Gouache-Bildern (Verwendung von wasserlöslichem Farbmittel aus gröber vermahlenen Pigmenten und unter Zusatz von Kreide) aus dem Jahrzehnt vor der Wiedervereinigung ausgestellt. »Es gab viele künstlerische Berührungspunkte trotz d...

Uli Richters Highlights

Er machte Berlin in den 50er Jahren wieder zu einer angesagten Modemetropole: Zum 90. Geburtstag des Designers Uli Richter zeigt das Kunstgewerbemuseum am Kulturforum Highlights seiner Arbeit. Von Freitag an sind rund 40 Kostüme aus fast 70 Jahren Modegeschichte zu sehen, dazu Fotografien, Zeichnungen und Archivalien. Zehn junge Modemacher stellen Entwürfe vor, zu denen sie Richter inspirierte.Die...

Täuschung in Zeiten des Shitstorms

Dass das Private politisch ist und das Politische privat, das galt vielen seit 1969 als Gemeinplatz. Ulrike Meinhof versuchte mit diesem Spruch, die meist von Frauen verrichtete »gesellschaftlich notwendige Arbeit« aufzuwerten. Heute ist es damit nicht mehr so einfach. Wer »politisch« als Synonym für »öffentlich« begreift, kommt in Zeiten der Entwicklung des Internets zum Leitmedium und der »Lügen...

Kurze Filme auf Tournee

Die von der AG Kurzfilm unterstützte »Kinotournee Deutscher Kurzfilmpreis 2016« bringt prämierte Kurzfilme direkt zum Publikum und feiert ihren diesjährigen Abschluss mit einem Doku-Spezial am 9. Dezember im Kino Arsenal. Im Anschluss an das Filmprogramm finden Filmgespräche mit den RegisseurInnen der Preisträgerfilme aus 2015 und 2016 statt. Vom unterhaltsamen Animationsfilm zum Thema Pubertät (a...

Lucía Tirado

»Verfoxt« und zugehört

Er ist gesprungen. Im Rausch. Der Affe. Hat noch mal Glück gehabt, auf einem Vordach zu landen. Oder nicht? Nun liegt er flach in der Psychiatrie. Eine Traumsequenz nach der anderen macht sich über ihn her. Schneidet sein Leben in Streifen, gaukelt ihm dieses und jenes vor. Was geschah wirklich, was nicht? In einem Traummoment blickt F. auf sich selber hinunter. Sieht nicht gut aus. Nur eins schei...

Backpfeifen für Zucht und Ordnung

Eine Dokumentation beschreibt die Situation von Jugendlichen, die bis 1982 in staatlichen Heimen in Rheinland-Pfalz untergebracht waren. Sie waren »verwaltet und vergessen«, so der Titel eines Buchs.

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Gefährdeter Kulturbetrieb

Die Wiedereröffnung des seit 1969 als DDR-Vorzeigebau geltenden Dresdner Kulturpalastes (28. April 2017) ist nach der umfangreichen Sanierung gefährdet. Grund dafür seien aktuelle Kürzungen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit, die nebenbei auch den Betrieb des beliebten Konzerthauses infrage stellen, berichtete die »Sächsische Zeitung« in ihrer Mittwochsausgabe. Der im Kulturpalast integrierten D...

Kulturelle Umgestaltung

Von außen zwar saniert, aber innen kahl, kalt und ungenutzt steht das Elternhaus des expressionistischen Malers und Mitbegründers der Künstlergruppe »Brücke«, Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976), in Chemnitz. Nach jahrelangem Leerstand wird die Wohnmühle im kommenden Jahr zu einem technischen Denkmal mit Veranstaltungsräumen umgestaltet. Aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes stehen dafür kürzlich...

ndPlusJürgen Amendt

Sei etwas Besonderes! Sei nützlich!

Kinderfilme geben sich gerade dann harmlos, wenn sie eine heikle Botschaft verkünden. »Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt« ist ein solcher Film. In ihm herrscht das Credo des Turbokapitalismus.

Siegfried Schmidtke

Im Reich des Schokoladenkönigs

Moderne Kunst ist eine schwierige Sache. Nicht jeder Betrachter versteht unmittelbar und sofort die Intention des Künstlers. Manchmal erfrischend direkt, manchmal rätselhaft, zumeist aber vielsagend vieldeutig präsentieren sich auch die Werke in der Kölner Jubiläumsausstellung »Wir nennen es Ludwig«. Das fängt schon im Eingangsbereich an: Ein Müll- bzw. Gerümpelhaufen türmt sich dort auf, mit umge...

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»Wie Charlie Chaplin, sagte Oma«

Auf der letzten Seite das Foto eines zarten Jungen, allein auf holpriger Dorfstraße: Kurze Hose mit Trägern, weiße Kniestrümpfe, weißes Hemd - die Mutter hat ihn fein gemacht. Das Besondere aber ist, wie er nach oben blickt. Bewundert er ein Flugzeug, einen Vogel oder einfach nur die Wolken? Ein Hans Guck-in-die-Luft, der noch nicht ahnen kann, dass aus ihm einmal ein Physiker werden wird - und ei...

Karin Schmidt-Feister

»Wir kommen nicht vor«

»Wirklich, wir finden uns nicht wieder so, wie wir dachten und fühlten und heute denken und fühlen, da wir viel dazugelernt und das Urteil der Geschichte gründlich bedacht haben«, notiert Gottfried Fischborn am 20. Mai 2014 und zitiert Volker Braun: »in fünfzig jahren werden die archäologen nach uns graben.« In Form eines Tagebuch-Blogs von Mai 2014 bis Mai 2015 beschreibt, analysiert der 78-...

ndPlusSabine Neubert

Optimistische Tragödien

Hier ist ein großer Erzähler zu entdecken, ein Autor, der die schon fast vergessene Hegelsche Frage nach Freiheit und Notwendigkeit wieder neu in Erinnerung bringt, die Frage nach den Spielräumen für moralisches Handeln des Einzelnen unter gesellschaftlichen Zwängen. Helmut Zemkes Erzählungen, jede ein ganzer Kosmos menschlicher Verstrickungen, spiegeln die Tragödien des 20. Jahrhunderts. Die...

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ndPlusCaroline M. Buck

Erbstück Uhr, Erbstück Missbrauch

Ein Mann und seine Frau (Jessica Schwarz) liegen eng umschlungen im Bett und flüstern miteinander. Er reagiert, sie insistiert. Und verwahrt sich dagegen, dass jetzt einfach alles so weitergehen könne wie bisher. So, als sei nichts geschehen. Vor dieser Szene gab es eine Familienfeier auf einem Ausflugsschiff. Ein an sich unbedeutender Vorfall führt zum Zusammenbruch des älteren Sohns des Jubilars...

Seite 17
John Dyer, Boston

Kein Job mehr unter 15 Dollar

Wenn die Passagiere die Flugzeugkabine auf dem O’Hare-Flughafen von Chicago verlassen haben, schlägt die Stunde von Kisha Rivera. Mit ihrem Staubsauger macht sie das Flugzeug sauber für den nächsten Flug. Ihre Stunde wird mit 10,50 Dollar entlohnt (9,87 Euro). Doch damit kommt die 41-Jährige nicht über die Runden. Am Monatsende wird das Geld knapp. Deshalb ist Rivera am Dienstag wie Tausende ...

John Dyer, Boston

USA: Millionen für mehr Mindestlohn

Ein Viertel der ArbeitnehmerInnen in den USA bekommen nur den Mindestlohn: Und zum Leben reicht der häufig nicht. Deshalb protestierten am Dienstag Tausende im ganzen Land für einen bundesweiten Mindestlohn von 15 Dollar.

ndPlusSusanne Götze und 
Susanne Schwarz

Energiewende im Schneckentempo

Ein »beeindruckendes Paket«? Die Industrie ist zumindest zufrieden - Umweltverbände hingegen kritisieren die Pläne Brüssels zum Ausbau der Erneuerbaren und zur Energieeffizienz. Wie ernst nimmt die EU den Klimaschutz?

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Präziser als der Arzt

Roboter sind bereits bei einer Gewebeprobeentnahme oder beim Entfernen eines Tumors hilfreich. Die Systeme sind auf dem Vormarsch und werden die Medizin nachhaltig verändern.

Anke Nussbücker

Muntermacher im Miniformat

Der Verzehr von süßen Mandeln, Walnüssen, Pekan- und Paranüssen sowie Pinienkernen, Pistazien, Hasel- oder Kokosnüssen trägt zur Gesundheit von Hirn, Herz, Haut und Knochen bei.

Seite 19

Ein Fußballer bricht das Schweigen

Das Fußball-Mutterland England wird von einem Missbrauchsskandal aus den 1980er- und 90er-Jahren erschüttert. Fast täglich melden sich Betroffene.

ndPlusOliver Kern

Lieber verlieren als versauern

Der VC Olympia Berlin ist ein einzigartiges Nachwuchsprojekt. Viele spätere Volleyballnationalspieler durchliefen die Kaderschmiede, die trotzdem 2014 vor dem Aus stand. Langsam kehrt der Erfolg zurück.

Kurznachrichten:

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»Fidel ist tot, aber er starb ungeschlagen«

Havanna. Hunderttausende Kubaner haben sich in Havanna von ihrem langjährigen Staatschef Fidel Castro mit einer Massenkundgebung verabschiedet. Auch zahlreiche Staats- und Regierungschefs linksgerichteter Regierungen waren am Dienstagabend (Ortszeit) zu der offiziellen Trauerfeier in die Hauptstadt gereist. »Fidel ist tot, aber er starb ungeschlagen«, sagte Ecuadors Präsident Rafael Correa auf dem...

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Winona Bak, wfd

Wissen teilen macht alle reicher

Seit seiner Gründung setzt sich der Rat der Indigenen Organisationen von Jujuy (COAJ) für die rechtliche Anerkennung kollektiver Landrechte ein. Knapp 200 Gemeinden der Provinz Jujuy im Nordwesten Argentiniens erhielten schon Besitztitel für ihr Land.

Wir sind ein Teil von Pachamama!

Wir sind ein Teil von Pachamama!

Wenn das Wasser krank wird, kann man es dann heilen? Für die Angehörigen indigener Völker, wie die der Kolla, Omahuaca oder Guaraní, ist der Zugang zu sauberem Wasser leider keine Selbstverständlichkeit.

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Indigene Rechte unter ferner liefen

Argentinien ist der zweitgrößte Staat des südamerikanischen Kontinents und hat rund 43 Millionen EinwohnerInnen, davon über eine Million Indigene. Jujuy ist eine fast vergessene Provinz im Nordwesten dieses Landes.

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Wir essen keine Batterien!

Umweltfreundliche Technologien sind im Aufwind und damit steigt auch die Nachfrage nach Lithium. Die Region Jujuy befindet sich in einem Gebiet, in der sich viel abbaubare Lithiumvorkommen befinden.

Frauenpower in El Salvador

Die Frauenvereinigung des Dorfes El Chirrión am Vulkan von San Miguel besteht seit 2011 und ist eine kleine Erfolgsgeschichte. Dessen Projekt nötigt den Frauen auch bei den Männern des Dorfes einigen Respekt ab.

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Den Vulkan zähmen

Majestätisch ragt der Vulkan von San Miguel, auch Chaparrastique genannt, über 2100 Meter in die Höhe. Aber Sorgen bereitet den Menschen am Chaparrastique eher der deutlich spürbare Klimawandel.

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Mit nachhaltigem Anbau aus der Krise
Katja Neuendorf, SODI

Mit nachhaltigem Anbau aus der Krise

In der von langjährigen Konflikten zerrütteten Region lebt die Mehrheit der Bevölkerung von Subsistenzwirtschaft. Doch die landwirtschaftlichen Erträge sind gering. Gemeinsam will man gegen diese Missstände vorgehen.

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Befriedung ist die Hoffnung

Befriedung ist die Hoffnung

Sind aller schlechten Dinge drei? Formell gilt die Demokratische Republik Kongo nach drei Kriegen binnen zwanzig Jahren als befriedet. Doch bedeutet die Abwesenheit von Krieg noch lange nicht Frieden!