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Steueroasen nicht nur in der Karibik

Oxford. Die Niederlande und die Schweiz gehören nach einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam zu den »schlimmsten Steueroasen« der Welt. Oxfam veröffentlichte am Montag unter der Überschrift »Steuerkämpfe« den Bericht mit einer Liste von 15 Ländern, die Unternehmen demnach zur Steuerumgehung verhelfen und arme Länder so jährlich um Einnahmen von mindestens 100 Milliarden US-Dollar (rund 95 Millia...

Unten links

»Tagsüber Alkohol trinken ist für die meisten verpönt«, hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov herausgefunden: 19 Prozent halten Alkoholkonsum erst ab 18 Uhr für akzeptabel, 14 Prozent ab 19 Uhr, 17 Prozent ab 20 Uhr, 4 Prozent noch später. 14 Prozent lehnen Alkohol prinzipiell ab. Hinter dieser harmlos daherkommenden Information verbergen sich düstere Abgründe: 1. Der Einbruch der Dunkelheit a...

Flüchtlinge sollen in Afrika bleiben

Berlin. Vor dem EU-Gipfel am Donnerstag kritisieren Nichtregierungsorganisationen Pläne für stärkere Migrationskontrollen in den Transitländern von Flüchtlingen. Die EU verhandele mit autoritären Regimen, die weder die Menschenrechte ihrer Bevölkerung achteten, noch die der Migranten, lautet der Vorwurf. »Brot für die Welt«, Pro Asyl und Medico international wenden sich zudem dagegen, für solche A...

Staat schließt Deal mit Atomkonzernen

Berlin. Der Staat soll von den Betreibern der Atomkraftwerke die finanzielle Verantwortung für die Entsorgung atomarer Abfälle übernehmen. Das sieht das Gesetz zum Atomausstieg vor, dessen überarbeitete Fassung Koalition und Grüne am Montag gemeinsam vorstellten. Die Konzerne sollen im Gegenzug gut 23 Milliarden Euro an den Staat zahlen. Bei ihnen bleibt die Haftung für Stilllegung und Abriss der ...

ndPlusGuido Speckmann

Viele kleine Gaddafis

Es musste erst ein Krieg her, um der europäischen Öffentlichkeit ins Gedächtnis zu rufen, dass man jahrelang mit einem Politiker kooperiert hatte, mit dem nicht zu kooperieren gewesen wäre - sofern man denn die Rede von den Menschenrechten ernst genommen hätte. 2011 wurde aus dem libyschen Staatschef al-Gaddafi plötzlich ein Diktator, der mit US-amerikanischen, französischen und italienischen Kamp...

Silvester der Sorge

Köln. Bei der diesjährigen Silvesternacht in Köln sind zehnmal so viele Polizisten im Einsatz wie vor einem Jahr. Insgesamt 1500 Beamte der Landespolizei werden vor Ort sein, wie der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies am Montag bei der Vorstellung des Sicherheitskonzeptes sagte. Dazu kommen noch 300 Bundespolizisten, die für die Sicherheit im Bahnhof sowie in Zügen nach Köln sorgen sollen. Auc...

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ndPlusSiegfried Schmidtke

Köln setzt auf Kultur

Die Silvesternacht 2015 am Kölner Hauptbahnhof hat die Polizei und die Stadt am Rhein in Verruf gebracht - nicht nur bundesweit, sondern auch weltweit. Sogar im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf kamen die massiven sexuellen Übergriffe auf Frauen und die chaotischen Verhältnisse in der Domstadt zur Sprache. Damit sich diese traumatischen Ereignisse in diesem Jahr nicht wiederholen, haben ...

Fabian Köhler

»Es ging um die Täter, nicht die Opfer«

Haben Medien nach der Kölner Silvesternacht versagt? Ein Jahr nach den sexuellen Übergriffen hat die Heinrich-Böll-Stiftung eine Studie zur Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen veröffentlicht.

ndPlusSebastian Weiermann

Vieles noch unklar

Fast ein Jahr ist vergangen, seit in der Silvesternacht in Köln massenhaft Frauen sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren. Die politische und juristische Aufarbeitung der Nacht verläuft schleppend.

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Velten Schäfer

Das Ende der Ente

Früher nannte man es Ente, heute »Fake News« oder »Desinformation«. Politiker wollen Falschmeldungen verbieten. Ist das gut so? Berechtigte Zweifel an einem Verbot sind jedenfalls angebracht.

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Hermannus Pfeiffer

Im Schatten der Karibik

Die Schweiz, Irland und Luxemburg gehören weltweit zu den »schlimmsten Steueroasen«. Hinter dem grellen Schlaglicht, das auf Schattenfinanzplätze in der Karibik fällt, werden riesige Beträge dort vor dem Fiskus versteckt. Die Erkenntnis von Oxfam teilen viele Experten. Allerdings ist die Wirklichkeit bunter. Die Schweiz verdankt ihren schlechten Ruf dem 1935 eingeführten Bankgeheimnis. Davon haben...

ndPlusOlaf Standke

Hoffnungsträger

Er ist ein Hoffnungsträger: Am Montag wurde António Guterres als neuer UN-Generalsekretär vereidigt, und der 67-Jährige gilt als Mann mit Visionen, als Mann der Tat. Zu Recht. Als langjähriger Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen hat er gegen so manchen Widerstand eine tief greifende Strukturreform in seinem Hilfswerk durchgesetzt und mit weniger Mitarbeitern deutlich mehr Hilfsprojekte rea...

Lichtkunst fürs Image

Fast ein Jahr ist es her, dass die Kölner Innenstadt an Silvester zum Ort massenhafter sexualisierter Übergriffe wurde. Auch wenn die Aufarbeitung, noch nicht beendet ist, musste die Stadt Konsequenzen ziehen. Die Richtigen?

Christin Odoj

Ein feiner Herr

Wolfgang Brauer hat genug. Seit 1999 saß der 62-Jährige für die PDS/Linkspartei im Berliner Abgeordnetenhaus und war 14 Jahre lang deren kulturpolitischer Sprecher. Nun hat er sein Mandat bei der letzten Berlin-Wahl an den AfD-Kandidaten Gunnar Lindemann verloren und damit auch seinen Sitz im Parlament. Und weil das allein nicht deprimierend genug erschien, verließ Brauer auch gleich noch die Link...

ndPlusAndreas Koristka

Straffreie Fake News

Es ist traurig, dass durch Trump, Putin und Konsorten die guten alten Fake News immer mehr in Verruf geraten. Ein vielleicht letzter unzensierter Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse des auslaufenden Jahres.

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Neuer Standort für Moschee

Erfurt. Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde hält weiter an ihren Moschee-Neubau in Erfurt-Marbach fest, allerdings an einem anderem Standort. Die Stadtverwaltung habe für das neue, etwa 4000 Quadratmeter große Grundstück eine Bauvoranfrage positiv beschieden, sagte Sprecher Mohammad Suleman Malik am Montag in Erfurt. »Es ist eine Stärkung der Religionsfreiheit. Und das ist gut.« Es gehe bei der Deb...

ndPlusUwe Kalbe

Job der Türsteher

Die EU bezahlt afrikanische Länder dafür, dass sie ihr die Flüchtlinge von den Grenzen fernhalten. Doch offenbar ist sie sogar bereit, ihr Asylrechtssystem über Bord zu werfen. Die Genfer Konventionen könnten ausgesetzt werden.

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Nazis bleiben straffällig

Wer in Sachsen Mitglied einer verbotenen rechtsradikalen Organisation war, ist danach anfällig, straffällig zu werden. Neben szenetypischen Verbrechen gibt es starke Verbindungen in die organisierte Kriminalität.

»Friedenspolitisches Armutszeugnis«

Deutschland exportiert Kriegsgerät auch in Staaten, die gegen die Menschenrechte verstoßen. Kirchen und Opposition reichen die derzeitigen Kontrollregelungen nicht aus.

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ndPlusThomas Roser, Belgrad

Debakel für Johannis

Rumäniens Staatschef Johannis ist Verlierer der von der PSD klar gewonnenen Wahl. Ein Drittel der Wähler, die ihn ins Amt brachten, blieb zuhause. Die einst von ihm geführte PNL erlitt ein Debakel.

EU und Kuba kommen sich näher

Der Tod von Fidel Castro Ende November lenkte die Aufmerksamkeit der Welt auf Kuba. Jetzt hat die EU ein Abkommen mit dem Karibikland geschlossen, das die Beziehungen intensivieren soll.

ndPlusJan Keetman

Erdogans Marsch zum Superpräsidenten

Die türkische Regierung hat einen Verfassungsentwurf für ein Präsidialsystem vorgelegt, das dem jetzigen Staatschef Recep Tayyip Erdogan erlauben würde, Dekrete mit Gesetzeskraft zu erlassen.

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Barbara Barkhausen, Sydney

Mutter sorgt sich um Julian Assange

Bereits im Februar hatte Christine Assange Alarm geschlagen. Der Körper ihres Sohns Julian gebe langsam auf, hatte sie damals dem australischen Sender ABC gesagt. Doch jetzt scheint sich der gesundheitliche und mentale Zustand des Australiers nochmals deutlich verschlechtert zu haben, wie seine Mutter in einem aktuellen Interview mit dem gleichen Sender sagte. Der WikiLeaks-Gründer, der seit Juni ...

ndPlusWojciech Osinski, Warschau

Lieber Guben als Gubin

Die Twitter-Anfrage eines deutschen Journalisten, ob Polen nunmehr zu einem »neuen Ungarn« werde, breitete sich in polnischen Medien unlängst wie ein Lauffeuer aus. Nachdem die Balkanroute geschlossen worden sei und die serbisch-ungarische Grenze als undurchlässig gelte, hätten sich Tausende Flüchtlinge eine neue Marschstrecke nach Westeuropa zurechtgelegt, die über Bulgarien, Rumänien, die Ukrain...

Steffi Weber, Amsterdam

Einig im Ruf nach mehr Referenden

63 Parteien wollen an den niederländischen Parlamentswahlen im März kommenden Jahres teilnehmen. Darunter neue rechtspopulistische Parteien, die fast wöchentlich neu gegründet werden.

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Tunnel durch Fehmarnbelt verzögert sich

Kiel. Für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels nach Deutschland braucht Dänemark noch mehr Geduld. Die Planung des Milliardenprojektes wird sich um mindestens ein halbes Jahr weiter verzögern, wie Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Montag nach einem Gespräch mit Dänemarks Ressortchef Ole Birk Olesen ankündigte. Der deutsche Planfeststellungsbeschluss werde nicht mehr wie bishe...

Bahn lässt Kartellsünder zahlen

München. Im Kampf gegen illegale Preisabsprachen von Lieferanten hat die Deutsche Bahn rund 380 Millionen Euro Schadenersatzzahlungen eingetrieben. »In den vergangenen Jahren ist die Bahn mit Kartellen wohl um einen Milliardenbetrag betrogen worden«, sagte der für das Thema Recht zuständige Bahn-Vorstand Ronald Pofalla der »Süddeutschen Zeitung«. Die Bahn wolle sich einen großen Teil zurückholen. ...

Hans-Gerd Öfinger, 
Frankfurt am Main

»Eisenbahner sind kein Freiwild«

Bei der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn knirscht es gewaltig. Die anhaltenden Privatisierungstendenzen hätten zum Abbau von Jobs geführt, werfen Gewerkschafter dem Konzern vor.

ndPlusLuc Caregari, Luxemburg

Zurück an den Pranger

Am Montag ging der Prozess um den Luxleaks-Skandal in die zweite Runde. Die Whistleblower Antoine Deltour und Raphaël Halet hatten nach der Entscheidung der ersten Instanz Berufung eingelegt.

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Keine Chance auf »Buen Vivir«

Gut ein Jahr ist es her, dass 44 Familien in der ecuadorianischen Provinz Guayas gewaltsam von ihrem Land vertrieben wurden. Die Familien gehören zu einer Bauerngemeinschaft; den Anspruch auf das Land, das seit Generationen den Lebensunterhalt der Familien sichert, erkannte der Staat bereits vor zehn Jahren an. Bei der Räumung wurden Häuser, Felder und Bewässerungssysteme komplett zerstört, die Be...

Anne Gonschorek, Kapstadt

Kenias Sonnenrevolution

Das Stromnetz in Kenia ist unzuverlässig. Viele der ärmeren Quartiere in ländlichen Regionen oder selbst in der Hauptstadt Nairobi sind nicht daran angeschlossen. Solarstrom bietet eine Alternative.

Andreas Knudsen

Zukunft im Dschungel

Zahlreiche Bauern in Peru verlassen auf der Suche nach Anbauflächen ihre Heimatdörfer und lassen sich in der Bergen nieder. Mit ihrem Brandrodungsbau bedrohen sie ein unberührtes Biotop.

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Brauer aus Linkspartei ausgetreten

Es kriselte schon länger zwischen Wolfgang Brauer und der LINKEN. Nach seinem Mandatsverlust bei der Abgeordnetenhauswahl im September verließ der Kulturexperte die Partei.

Harte Strafen nützen nichts

Auch früher hat es rotzfreche Kinder gegeben, die ihre Lehrer beleidigten und die sich auf dem Schulhof prügelten und dem Lehrer, der dazwischen ging, auch gleich eine verpassten. Doch heute erzählen erfahrene Kollegen, es sei schlimmer geworden als einst. Es scheint auch so zu sein, dass Lehrer von sehr viel mehr Eltern als früher nicht als respektable Pädagogen angesehen und behandelt und stattd...

Nicolas Šustr

Stasi verfolgt Andrej Holm weiter

Mit der Nominierung für einen Staatssekretärsposten bleibt die jugendliche Stasi-Laufbahn von Andrej Holm ein großes Thema. LINKE, Grüne und SPD stärken ihm den Rücken. Holm machte Stasi-Vergangenheit selbst publik.

Johanna Treblin

Zukunft von Flüchtlingsheimen unsicher

Der Flüchtlingsheimbetreiber PeWoBe soll seinen 120 Mitarbeitern das Novembergehalt nicht gezahlt haben. Die Gründe sind unklar. Intransparenz der Geschäftsleitung bleibt für Angestellte sehr belastend.

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ndPlusKerstin Ewald &

Die Grenzgänger unter uns

Seit rund einem Jahr bietet die Gruppe Grenzgänger politische Stadtrundgänge, Workshops und Planspiele zu den Themen Flucht, Migration und Kulturen in einer globalisierten Welt an. Und das bei jedem Wetter.Von Kerstin EwaldSonntagmittag - Treffpunkt Beusselstraße, auf der Autobrücke über den S-Bahngleisen. Zehn Teilnehmende verstopfen die Treppe zum Bahnsteig. Lausig bläst der Wind, der Himmel tro...

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Durcheinander als Prinzip

Köln. Hölzernes Dreigesicht: Die Figur Heilige Dreifaltigkeit im Kolumba-Museum von Köln (Nordrhein-Westfalen). Sie ist derzeit im Rahmen der Ausstellung »Über das Individuum« zu sehen, die bis 14. August 2017 läuft. Kolumba ist das Kunstmuseum des Erzbistums Köln und neben dem Wallraf-Richartz-Museum das älteste Museum in der Stadt. Kolumba unterscheidet nicht zwischen ständiger Sammlung und Wech...

Rätselraten über umgestürztes Windrad

Süderholz. Nachdem ein Windrad in der Gemeinde Süderholz im Landkreis Vorpommern-Rügen auf einen Acker gestürzt ist, läuft die Suche nach der Unglücksursache. Techniker sicherten am Montag zerstörte Teile auf dem Acker unweit des Ortsteiles Rakow/Grischow, wie Christian Scherz, Geschäftsführer der Betreiberfirma Ökofair Energie GmbH (Mettmann) erklärte. Mehrere Gutachter sollen die Reste genauer u...

Andreas Fritsche

Landratswahl gescheitert

SPD-Kandidat Rolf Lindemann erhielt in Oder-Spree 61,7 Prozent der Stimmen, verfehlte bei niedriger Wahlbeteiligung aber die Mindestanzahl.

Mehr Geld für Sachsens Lehrer

Dresden. Der Freistaat Sachsen hat dem Lehrermangel den Kampf angesagt. Ab Januar sollen die ersten Lehrer deutlich mehr Geld bekommen - allerdings nur an staatlichen Schulen. Wer an einer freien Schule unterrichtet, geht vorerst leer aus. Das kritisiert Wilfried Lenssen, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Schulen in freier Trägerschaft. Er vertritt mehr als 90 Proz...

Sebastian Haak, Bad Berka

Das Risiko der Handarbeit

Gegen den rot-rot-grünen Plan, dem Thüringer Staatswald ein FSC-Siegel zu verpassen, gibt es erhebliche Bedenken - vor allem in den Reihen derer, die in diesen Wäldern dann arbeiten müssten.

ndPlusTomas Morgenstern

Seit 70 Jahren wächst die Gefahr

Der Stadtverwaltung sitzt die Zeit im Nacken: die seit 1944/1945 im Boden steckenden Blindgänger werden immer instabiler. Und bis zu 300 Großbomben mit Langzeitzünder sind noch gar nicht entdeckt.

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Bergius spricht

Hinter dem Slapstick der Prothesen stand das Grauen des Krieges. Der Dadaist erschüttert und ist zugleich souverän, setzte die Mittel der Groteske, der Satire und des Un-Sinns gegen eine Gesellschaft ein, der er skeptisch misstraute. Aber welche Wirkung hatte DADA nach dem Zweiten Weltkrieg noch? Das Münzenberg Forum lädt im Rahmen der noch bis zum 18. Dezember zu sehenden Ausstellung zu Ehren von...

Was können Künstler tun?

Auf den Brexit und auf den Wahlsieg Donald Trumps Trumps reagierten viele Kunstschaffende und Intellektuelle schockiert und mit einem Gefühl tiefer Entmutigung. In vielen Ländern Europas entfalten Rechtspopulismus und postfaktische Politik einen ähnlichen Sog und so scheinen nichts weniger als die Grundfeste der Zivilgesellschaft und der Demokratie auf dem Spiel zu stehen. Die Frage, was diese der...

Lucia lässt grüßen

Die Hackeschen Höfe stehen wiedereinmal Kopf! Diesmal laden die schwedischen Underart-Künstler des Cirkus Cikör (einer davon in unbequemer Haltung auf dem Foto zu sehen) und das Chamäleon-Varieté-Theater gemeinsam mit vielen Partnern der Hackeschen Höfe zu Beginn des traditionellen Lucia-Lichterfestes mit einem schwedischen Weihnachtsmarkt ein. Den Anfang des winterlichen Gegenstücks zur Mittsomme...

Berlinale zeigt alte Filme neu

Neben der deutschen Produktion »Schwarzer Kies« des Regisseurs Helmut Käutner werden die Filme »Avanti Popolo« von Rafi Bukaee aus Israel und die mexikanische Produktion »Canoa« von Felipe Cazals als digital restaurierte Fassungen im Rahmen der Berlinale Classics gezeigt. Seit 2013 stellt die Reihe im Rahmen der Retrospektive Filmklassiker und -entdeckungen in neu digitalisierten Fassungen vor.»Ca...

ndPlusVolkmar Draeger

Vorgelebte Werte

Theater adaptieren nicht nur Romane, sondern auch immer mehr Filme für die Bühne. Das Berliner Schlosspark-Theater hat jetzt »Harold und Maude« dramatisiert. Und dabei mehr richtig gemacht, als vorab zu befürchten war.

Kampf der Städte um die Bürger

Magdeburg. Der Rückgang der Einwohnerzahl in ländlichen Gebieten Sachsen-Anhalts muss aus Sicht der kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungswirtschaft wieder mehr in den Fokus rücken. »Regionen mit Bevölkerungsrückgang erhielten in der Bundespolitik zuletzt wenig Beachtung«, kritisierte der Direktor des Verbands der Wohnungswirtschaft (VdW), Jost Riecke, am Montag in Magdeburg. Die Diskussion ...

ndPlusHagen Jung

Schwebegefühle in Vorpommern

Lilienthal-Museum, Touristen-Info und Aussichtsturm will Anklam in der Nikolaikirche vereinen, im 24 Millionen Euro teuren »Ikareum«. Doch die Finanzierung des Projekts in Vorpommern ist völlig unklar.

Diana Lauer, Nürnberg

Was kostet ein »Kulturhauptstadt«-Titel?

Nürnberg könnte sich für den Titel »Europäische Kulturhauptstadt« im Jahr 2025 bewerben. Am Mittwoch stimmt der Stadtrat darüber ab - Freie Wähler, Linke Liste und ÖDP kündigen jedoch Widerstand an.

Danuta Schmidt

Mixt uns den Toddy!

Es war im Jahr 1996. Als hier im Land noch Umbruch war, hat einer schon daran gedacht, die fernere Vergangenheit aufzuarbeiten und das Kulturerbe zu pflegen: Rolf Lang, damals Mitarbeiter im Institut für Museumswesen in Friedrichshagen, hatte die Idee, einen kulturhistorischen Verein zu gründen, der das Erbe des Friedrichshagener Dichterkreises lebendig hält. Zum diesem Kreis, der 1890 gegründet w...

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Siegfried Prokop

Alternativen

Im Jahr 1988 veröffentlichte das Frankfurter Institut für Marxistische Studien und Forschungen (IMSF) die »Reformalternative. Ein marxistisches Plädoyer«. Verfasser waren Heinz Jung, Leiter des IMSF, und Jörg Huffschmidt, Professor an der Universität Bremen. Beide waren Mitglieder des Parteivorstandes der DKP. Frank Deppe erinnert in Heft 107 der »Z. Zeitschrift marxistische Erneuerung« daran, das...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Spiel im Feinfrost

Bei Robert Wilsons Sicht auf Becketts »Endspiel« gilt: Das Nichts ist der Weißheit erster Schluss. Geschminkte 
Gesichter und Münder, aufgerissen zu 
Munchs Schrei, sind nur ein Beispiel für den originellen Zugriff.

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EN 548

Der grafischen Technik des Linolschnitts widmet die Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg eine Ausstellung. »EN 548. Linolschnitt heute« wird vom 28. Januar bis 17. April 2017 gezeigt und entstand in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg), wie das Museum für grafische Künste am Montag mitteilte. Gezeigt würde eine Auswahl gekürter Werke eines internation...

Nun also doch

Literaturnobelpreisträger Bob Dylan kommt Anfang April für zwei Konzerte nach Stockholm. Laut der offiziellen Webseite des Rocksängers tritt der US-Amerikaner am 1. und 2. April in der schwedischen Hauptstadt auf. Ob er bei dieser Gelegenheit auch seinen Nobelpreis abholt, ist unklar. Die Schwedische Akademie war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.Dylan, der die Auszeichnung im Okt...

Expandiert

Das Goethe-Institut will seine Kulturarbeit in der Kaukasus-Region verstärken. Im kommenden Jahr würden neue Goethe-Zentren in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku und der Hauptstadt Armeniens, Eriwan, gegründet, kündigte der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, am Montag auf der Jahrespressekonferenz in Berlin an. Dafür habe der Bundestag eigens für die nächsten drei Jahre ins...

ndPlusWaldemar Kesler

Zwei Pole des Sarkasmus

Während der französische Zeichner Winshluss mit seinem Band »In God We Trust« zeigen will, wie blödsinnig das Christentum ist, beweist sein flämischer Kollege mit »Dickie«, dass selbst Idioten tragische Dimensionen haben.

Katrin Boese

Die Rache Gottes

Um der höheren Honorare willen unter der Autorenzeile »F. Scott und Zelda Fitzgerald« veröffentlicht, gehen diese Texte doch einzig auf das Konto von Zelda. Spät widerfährt ihr mit diesem Band Gerechtigkeit.

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Jazz im Duo

Julia Hülsmann, Trägerin des SWR Jazzpreises 2016, trat bei der Verleihung der renommierten Auszeichnung in Ludwigshafen auf. Der Mitschnitt des Konzerts kommt am Donnertag, dem 15. Dezember, ab 23.03 Uhr in der Sendung »SWR2 NOW Jazz« zur Ausstrahlung. Hülsmann singt auch ein Duo mit der Norwegerin Torun Eriksen. swr/nd...

Tierisches

Die Spitze der offiziellen deutschen Kinocharts hat »Sing« übernommen. Am Startwochenende sahen 384 469 Besucher den Animationsfilm von Regisseur Garth Jennings, wie Media Control am Montag mitteilte. »Sing« präsentiert ein tierisches Casting mit allzu menschlichen Facetten. Die Produktionsgesellschaft Illumination Entertainment hatte bereits mit den beiden Trickabenteuern »Ich - Einfach unverbess...

Acht Mal

Die Musical-Romanze »La La Land« hat bei der Verleihung der Critics’ Choice Awards im kalifornischen Santa Monica acht Preise abgeräumt, darunter die Auszeichnung als bester Film. Damien Chazelle, der in dem nostalgischen Film Emma Stone und Ryan Gosling zum Tanzen und Singen bringt, holte in der Nacht zum Montag in Kalifornien zudem die Trophäe als bester Regisseur und für das Originaldrehbuch. D...

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Alexander Ludewig

Eine zweifelhafte Liaison

Dietmar Beiersdorfer ist das neueste Opfer im Kompetenzgerangel beim Hamburger SV. Den Vorstandsvorsitz übernimmt Heribert Bruchhagen, der das HSV-Modell eigentlich gar nicht nicht mag.

ndPlusJirka Grahl

Die ersten steigen aus

Das Boykottieren beginnt. Nach den neuen Veröffentlichungen in Russland erklären Lettlands Skeletonfahrer ihren Startverzicht für die WM im kommenden Februar. Die findet in Sotschi statt, Tatort des russischen Dopings.

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Prozess um Sexualmord begonnen

Zwickau. Ein Prozess um einen Sexualmord aus der DDR-Zeit hat vor dem Landgericht Zwickau begonnen. Angeklagt ist ein 61 Jahre alter Frührentner aus Gera in Thüringen. In der am Montag zum Auftakt verlesenen Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft Helmut S. vor, im April 1987 die damals 18 Jahre alte Heike Wunderlich in der Nähe der Stadt Plauen sexuell missbraucht und getötet zu haben. »Das i...

Michael Lenz

Pol Pot auf der Spur

Kambodscha betreibt in Anlong Veng Geschichtsaufarbeitung. Zielgruppe sind in erster Linie junge Kambodschaner, die dort mehr über die jüngere Geschichte des Landes lernen sollen.