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Marokko verbietet Verkauf von Burkas

Rabat. Während Europa über ein Burka-Verbot streitet, hat Marokko den Verkauf, die Herstellung und den Import des islamischen Ganzkörperschleiers verboten. Die Anordnung sei den Händlern in dem nordafrikanischen Land am Montag mit einer 48-Stunden-Frist mitgeteilt worden, berichtete der französische Auslandssender RFI am Mittwoch. Als Grund wurden nach Angaben des marokkanischen Nachrichtenportals...

Unten links

Nach der FIFA-Entscheidung, die WM ab 2026 mit 48 statt 32 Mannschaften auszutragen, fürchtet die Fußballwelt um den Fortbestand eines uralten Kulturguts: Das Unentschieden scheint ausgedient zu haben. In den künftigen Dreiergruppen wäre andernfalls nicht nur das Risiko eines Gleichstandes am Ende der Vorrunde erhöht, auch der Verdacht unerlaubter Absprachen zwischen den beiden Gegnern des letzten...

Polens Parlament politisch gelähmt

Warschau. Die seit Wochen andauernde politische Krise lähmt die Arbeit des polnischen Parlaments. Der Beginn der ersten regulären Sitzung des Sejm in Warschau seit Beginn der Proteste verzögerte sich am Mittwoch zunächst auf unbestimmte Zeit. Auf der Suche nach einem Kompromiss erwogen die nationalkonservative Regierung sowie die demonstrierende Opposition, die Sitzung um eine Woche zu vertagen. A...

Obama fordert: Raus aus der Blase

Washington. Mit einem Aufruf zur Geschlossenheit hat sich US-Präsident Barack Obama von seinen Landsleuten verabschiedet. Die Demokratie in den USA sei nur dann funktionsfähig, wenn alle Bürger, »unabhängig von unserer Parteizugehörigkeit oder unserem spezifischen Interesse, dazu beitragen, das Bewusstsein einer gemeinsamen Bestimmung wiederherzustellen«, sagte Obama am Dienstagabend (Ortszeit) in...

ndPlusFabian Lambeck

Ein viel zu kleiner Schritt

Nicht nur weil es zahnlos ist, wird das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit verpuffen. Denn Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt sind vor allem struktureller Natur. Doch die geht die Politik nicht an.

Klirrende Demokratie

Berlin. »Ich wollte vor Ort sein, ich wollte an die Leute ran und ansprechbar sein«, erklärt Susanne Schaper, Abgeordnete der Linkspartei im sächsischen Landtag, gegenüber nd-Korrespondent Hendrik Lasch. Dass Schaper von »wollte« spricht, liegt nicht etwa daran, dass sie es sich anders überlegt hätte. Für die Linkspolitikerin ist es im Augenblick unmöglich, neue Büroräume im Chemnitzer Stadtteil S...

Fabian Lambeck

Auskunftsrecht soll Frauen helfen

Für die Ministerin ist ihr Entwurf ein »wichtiges Gesetz für die Schließung der Lohnlücke«, für die Opposition nur ein »zahnloser Tiger«. Tatsächlich bleibt er vieles schuldig.

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ndPlusHannes Hofbauer

Die Verwandlung

Ministerpräsident Robert Fico hat die harte Sparpolitik in der Slowakei schon vor Jahren beendet. Nun regiert er mit einer rechten Partei - und verfolgt eine migrationsfeindliche Politik.

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ndPlusOlaf Standke

Bilanzfragen

Diese letzte Ansprache als 44. US-Präsident samt Dank an Weggefährten und flammendem Appell für Demokratie, Zusammenhalt und Toleranz war eine emotionale Angelegenheit, sichtbar auch für Barack Obama selbst. »You're Simply The Best!«, tönte Tina Turner dazu aus den Lautsprechern in Chicago. Das sehen nach zwei Legislaturperioden nicht nur Republikaner und verbitterte Trump-Wähler anders. Aus ...

ndPlusRené Heilig

Die Vögel (Part 2)

1963 kam Alfred Hitchcocks Thriller »Die Vögel« in die Kinos. Horror pur! Und nichts im Vergleich zu dem, was das US-Militär jüngst getestet hat. Man ließ einen Schwarm mit 103 Mikrodrohnen los. Sie seien, so das Pentagon, »ein kollektiver Organismus«, der ein dezentralisiertes Gehirn für die Entscheidungsfindung besitze. Mit dieser Art künstlicher Intelligenz geht man weit über das hinaus, was Ki...

Martin Kröger

Ausgequietscht

Der Schuldenberg Berlins türmt sich immer noch auf etwas mehr als 58 Milliarden Euro. Aber was sich derzeit in der Hauptstadt vollzieht, grenzt an ein Haushaltswunder. Lange vorbei die Zeiten, als der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) 2001 bezüglich der schlechten Finanzlage ankündigte, seine Regierung werde »Sparen, bis es quietscht«. Dass das Land Berlin im vergangenen Jahr...

ndPlusGuido Speckmann

Teflon-Politiker

Eine Mitte-Links-Regierung in Island schien nicht ausgeschlossen, jetzt ist es Mitte-Rechts geworden. Der Rückzug des Konservativen Bjarni Benediktsson aus der Politik schien denkbar, nun wird er neuer isländischer Premierminister. Eine zehn Wochen dauernde Hängepartie endet damit mit einer Regierungsbildung, die neben Benediktssons Unabhängigkeitspartei die rechtsliberalen Parteien Renaissance un...

Puja Kaur Matta

Kein Land für Minderheiten

Die Bedrohung für Sikhs und Hindus war in Afghanistan bereits unter den Taliban real. Doch seit dem Sturz des Regimes ist die Lage noch weitaus riskanter geworden. Abschiebungen in das Land sind daher unverantwortlich.

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Hendrik Lasch

Ein braunes Netzwerk

Am 28. März 2014 feierte sich das sächsische Innenministerium für einen Schlag gegen die rechtsextreme Szene in Chemnitz: An diesem Tag wurden die »Nationalen Sozialisten Chemnitz« verboten, eine Kameradschaft, deren Vorläufer bis 2001 zurückreichen und die auch unter radikalen Fans des Chemnitzer FC gut vernetzt war. Der 56 Seiten lange Bescheid zum Verbot schilderte einen straffen Kameradschafts...

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ndPlusUwe Kalbe

Die meisten Flüchtlinge dürfen bleiben

Bundesinnenminister Thomas de Maizère zeigte wenig Verständnis für die Frage eines Journalisten in der Bundespressekonferenz am Mittwoch: Was der Grund dafür sei, dass die Asylbewerberzahlen 2016 gegenüber dem Vorjahr sanken - die verbesserte Lage in den Herkunftsländern oder die Abschottung Deutschlands und der EU. Von Abschottung könne keine Rede sein, entgegnete der CDU-Politiker leicht ungehal...

Aert van Riel

Das Ende der Unschuldsvermutung

Minister der Großen Koalition wollen künftig härter gegen Gefährder vorgehen. Politiker aus anderen Parteien äußern dagegen verfassungsrechtliche Bedenken.

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Alois Brunner starb 2001 in elender Lage

Paris. Der NS-Kriegsverbrecher Alois Brunner ist einem französischen Magazinbericht zufolge im Jahr 2001 im Alter von 89 Jahren unter elenden Bedingungen in Syrien gestorben. Der frühere Mitarbeiter von Adolf Eichmann habe die letzten Jahre im Keller eines Wohnblocks der syrischen Hauptstadt Damaskus verbracht, sagten drei ehemalige Mitglieder des syrischen Geheimdienstes dem Magazin »XXI« vom Mit...

ndPlusKlaus Joachim Herrmann

Kreml mit Trump einig: Hexenjagd

»Gott schuf die Erde in sieben Tagen. Die Obama-Administration hat zwei Tage mehr, um sie zu zerstören«, entrüstete sich Maria Sacharowa am Mittwoch in Moskau per Facebook. Jeden Tag gebe es neue Nachrichten aus Washington, stöhnte die Sprecherin des russischen Außenamtes: »neue Sanktionen gegen Russland, die Lieferung von tragbaren Fla-Raketen-Komplexen an syrische Banditen, völlig sinnlose und s...

Peter Stäuber, London

Notfallpatient Gesundheitsdienst

Klinikbetten fehlen, der Notfalldienst ist überlastet, Ärzte sind überarbeitet. Der britische nationale Gesundheitsdienst NHS ist in einer schweren Krise.

Max Böhnel, New York

Obama sieht US-Demokratie in Gefahr

Eineinhalb Wochen vor dem Ausscheiden aus dem Amt hat US-Präsident Barack Obama in seiner letzten Rede vor einer Bedrohung der Demokratie gewarnt. Linke kritisierten die Ära Obama als Chance, die vertan wurde.

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ndPlusUlrich Heyden, Moskau

Sprengsatz gegen Gedenken an Polen

Die Schändung einer Gedenkstätte für polnische Opfer des Massakers von 1944 durch ukrainische Nationalisten belastet die Beziehungen Warschau-Kiew.

Christian Selz, Kapstadt

Machtkampf statt Feierlaune

Südafrikas Präsident Jacob Zuma ruft seinen African National Congress (ANC) anlässlich des 105. Gründungstages zur Einheit auf. Doch davon ist die Regierungspartei weit entfernt.

ndPlusWojciech Osinski, Warschau

Rückzug ohne Wirkung

Wie gehen die polnischen Abgeordneten im Jahr 2017 miteinander um? Für die seit Dezember andauernde Parlamentsbesetzung gab es bislang keine Lösung. Dabei ist auch viel Theatralik im Spiel.

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Wirtschaft hat noch Wünsche an Koalition

»Dass das Thema Investitionen so im Vordergrund steht, freut uns wirklich«, sagt Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) am Mittwochmorgen. Andererseits sieht es die Wirtschaftslobby kritisch, dass die Tilgung der hauptstädtischen Schuldenlast nachrangig erfolgen soll. Wie der Widerspruch zwischen den Zielen aufgelöst werden sollte, kann Amsinck al...

Waffen sind keine Lösung

Für 50 Euro ist man dabei. So viel kostet in Berlin ein Kleiner Waffenschein. Noch einmal 100 bis 200 Euro hingeblättert, schon kann man eine Schreckschusspistole erwerben und mit sich tragen. Nicht aber benutzen. Was hat man dann davon? Ein erhöhtes Sicherheitsgefühl ist vermutlich das, was sich die meisten Menschen erhoffen, die im vergangenen Jahr die Zahl der Anträge auf einen Kleinen Waffensc...

ndPlusSamuela Nickel

Überschuss schafft Spielräume

Der Jahresabschluss zeigt, dass Berlin 2016 mit einem Finanzierungsüberschuss von etwa 1,25 Milliarden beendet hat. Geplant waren 170 Millionen Euro.

Martin Kröger

Abgeordnetenhaus gedenkt der Terroropfer

Die Behörden treffen auch drei Wochen nach dem Anschlag in Berlin große Sicherheitsvorkehrungen. Innensenator Geisel (SPD) informierte am Mittwoch die Innenexperten der Fraktionen.

Nicolas Šustr

1000 neue Wohnungen im Nordosten

Tausende Wohnungen wurden noch Anfang dieses Jahrzehnts in Marzahn-Hellersdorf abgerissen. Nun muss neu gebaut werden.

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Protest gegen US-Panzer

Cottbus. Angesichts der laufenden Verlegung einer US-Panzerbrigade durch Brandenburg nach Osteuropa ruft die LINKE auch in der Lausitz zu einer Friedenskundgebung auf. Stattfinden soll die Kundgebung am Sonnabend um 10 Uhr in Cottbus am Ehrenmal für die Opfer von Faschismus und Militarismus in der Puschkinpromenade. Bereits für diesen Donnerstag sind Friedenskundgebungen um 17.30 Uhr nahe dem Bahn...

Andreas Fritsche

Dank an Ehrenamtliche

Berlin und Brandenburg führen ihre Ehrenamtskarten nun auch optisch zusammen und erleichtern den Zugang.

ndPlusTomas Morgenstern

Brandenburg bittet in Berlin zu Tisch

75 Aussteller werben ab 20. Januar auf der Grünen Woche für Brandenburger Produkte. Angesichts wachsender Konkurrenz erhoffen sich Agrar- und Ernährungswirtschaft positive Effekte.

Wilfried Neiße

Dosierte Machtlosigkeit

Auf der Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Landtages am Mittwoch wurde deutlich: Die schwierige Lage bei Bombardier in Hennigsdorf und im Bahnwerk Eberswalde hängen letztlich zusammen.

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Schneeschieben mit T55-Motor

Mittelsaida. Russischer Winter? Die Schneefräse eines Ural 375D von 1982 frisst sich durch den Schnee auf einem Feldweg im erzgebirgischen Mittelsaida (Sachsen). Eine Gruppe von Sammlern alter Fahrzeuge aus dem Ostblock hatte den Lkw sowjetischer Bauart mit V8 Benzinmotor und 186 PS im vergangenen Jahr gekauft. Die Schneefräse wird über den 400-PS-Motor mit 38,8 Litern Hubraum eines T55-Panzers an...

CSU kann trotz AfD auf absolute Mehrheit hoffen

München. Zumindest in den aktuellen Umfragen zahlt sich der teils scharfe Kurs der CSU in der Asyl- und Flüchtlingspolitik aus: Trotz der auch in Bayern stärker werdenden AfD darf sich die Partei von Horst Seehofer weiter berechtigte Hoffnungen auf eine absolute Mehrheit nach der Landtagswahl 2018 machen. Einer am Mittwoch veröffentlichten repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des...

Neun Meter unterm Vollstau

Die geringeren Regenmengen der letzten Monate haben sich auch auf die Trinkwassertalsperren in NRW ausgewirkt: Die Pegelstände sind so niedrig wie seit langem nicht mehr. Die Betreiber bleiben aber gelassen.

ndPlusSebastian Haak

Eine Frage der Solidarität bei Rot-Rot-Grün

Kurz vor dem geplanten Abschluss von Verhandlungen innerhalb der rot-rot-grünen Landesregierung über die Details zum geplanten Personalabbau in der Landesverwaltung blickt Thüringens Finanzstaatssekretär Hartmut Schubert (SPD) mit gemischten Gefühlen auf diese Gespräche. Einerseits sei er zuversichtlich, dass die Landesregierung bis Ende Februar eine abschließende Einigung zwischen den einzelnen R...

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Stimmen aus Tschernobyl

»Ich habe gesehen, wie der Vor-Tschernobyl-Mensch zum Tschernobyl-Menschen wurde« (Swetlana Alexijewitsch). Für die Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Alexijewitsch ist das Reaktorunglück von Tschernobyl 1986 die »Entschleierung des ›friedlichen‹ Atoms«, eine »Entfesselung des atomaren Höllenfeuers«. In ihrem Buch »Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft« sammelte die belorussische Autorin die ...

Musikfest in Potsdam

»Sintflut und Donnerwetter, singende Steine, wirbelnde Winde«: In diesem Sommer schreiben sich die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci das Spiel der Elemente auf die Fahnen. Inspiriert von den Statuen an der Großen Fontäne im Park von Sanssouci wolle man zeigen, wie sich Komponisten, Instrumentenbauer oder Wissenschaftler über die Jahrhunderte mit Feuer, Wasser, Erde und Luft beschäftigt hätten, kün...

Kampf gegen Bildnisse

Die antiken Ruinen der Oasenstadt Palmyra in der syrischen Wüste sind durch die Terrormilizen des IS ins Zentrum der westlichen medialen Öffentlichkeit gerückt. Die brutale Ermordung von Menschen wird begleitet von der Zerstörung des Weltkulturerbes. In dieser Verbindung kann man das als einen umfassenden Angriff auf die Menschenrechte betrachten. Gehört doch der Erhalt des kulturellen Erbes auch ...

Infozentrum für Bundestag

Ein Schweizer Architektenteam wird das für rund 150 Millionen Euro geplante Besucher- und Informationszentrum des Deutschen Bundestags bauen. Es schlägt als zentralen Eingang für die jährlich rund 2,4 Millionen Besucher einen lichten, mit weißen Säulen gegliederten Glasbau im Tiergarten, südlich der Scheidemannstraße, vor - mit einem Fußgängertunnel zum gegenüberliegenden Reichstagsgebäude.Wie das...

ndPlusDieter Hanisch

Nord-AfD treibt mit Schlagseite ins Wahljahr

Die AfD in Schleswig-Holstein befindet sich im Wahlkampf und hat zudem mit internen Grabenkämpfen zu tun. Inzwischen sind die Rechtspopulisten auch Thema beim Landgericht Kiel.In der Hierarchie der Bundes-AfD zählt aus Schleswig-Holstein nur das Wort der dort geborenen Europa-Abgeordneten Beatrix von Storch, ansonsten fällt die Landes-AfD nicht ins Gewicht. Sie erhielt nur sechs Prozent Zustimmung...

Joachim Mangler, Rostock

Rostock macht sich fürs Doppeljubiläum warm

Die Jahre 2018/19 versprechen viele Aktivitäten in Rostock, ein Doppeljubiläum steht an. Es wird wohl viele Jahre dauern, bis die Stadt in Mecklenburg-Vorpommern wieder so im Mittelpunkt stehen wird.

Jonas-Erik Schmidt

Angst um Schnuckiputz

In Bonn kommt das Schaustellergewerbe zusammen, um über die Lage der Volksfeste zu diskutieren. Themen gibt es genug: die neue Sicherheitsdebatte, die Probleme der kleinen Kirmes und etliches mehr.

Frauenpower und russisches Woodstock

Marina Davydova, wie wird in Russland das 100-jährige Jubiläum der Oktoberrevolution begangen?Ich weiß es nicht. Im Unterschied zu den Jubiläumsfeiern von Puschkin oder Gogol, als man schon ein Jahr vorher angekündigt hatte, wann und wo welche Art von Feierlichkeiten geplant sind, weiß man das bei diesem Ereignis nicht. Man weiß nicht einmal, wie die Haltung im heutigen Russland dazu sein wird. Ab...

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Kaufmann hört auf

Der langjährige Intendant des Kurt Weill Festes, Michael Kaufmann, gibt sein Engagement in Dessau-Roßlau vorzeitig auf. Kaufmann wolle nach dem bis Mitte März dauernden Fest gehen, teilte die Kurt-Weill-Gesellschaft mit. Ursprünglich wollte er das Fest bis 2018 leiten. Die Entscheidung habe persönliche Gründe, hieß es. Kaufmann wolle sich künftig stärker seinen Aufgaben bei der Deutschen Staatsphi...

Streit um Zensur in der Comedyszene

Der Comedian und Kanzlerkandidat der Partei »Die Partei«, Serdar Somuncu, wird von einer Redakteurin des WDR verklagt. Hintergrund ist ein Podiumsgespräch der Körber-Stiftung vom November 2015, in dem es an einer Stelle darum geht, dass Somuncu, außer in der Sendung von Stefan Raab, »noch nie nicht zensiert wurde«, wie die Moderatorin Mely Kiyak die betreffenden Aussagen Somuncus einleitet. Später...

ndPlusHans-Dieter Schütt

Die Trainingsanzüglichkeit

Der Dichter Brecht. Ein Teil seines Welt-Werkes sagt wahr, und wir nicken. Ja, Krieg ist schlecht. Ja, keine Sache der Ideen, sondern der Geschäfte. Ja, wir dürfen uns nicht einfühlen in kapitalisierte, manipulierte Typen. Und man soll das tausendmal Gesagte - etwa gegen den Krieg - immer wieder sagen, auch wenn es »wie Asche im Mund« sei. Das Zitat selber ist Asche. Und all diejenigen, die immerz...

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Liebe in Zeiten der Revolution

Welche Ausstrahlungskraft die Kunst der Sowjetunion einst hatte - hier ein Plakat im Kunstsalon Wolfsberg Zürich 1931 von Valentina Kulagina - und nicht nur das: Es ging auch um neue Lebensformen, um Beziehungen auf der Basis von Gleichberechtigung und schöpferischer Freiheit. Anders als in Westeuropa waren die »bahnbrechenden Errungenschaften der russischen Avantgarden ... von Anfang an auch eng ...

Irmtraud Gutschke

Kakerlaken! Barrikaden!

Willkommen in der Postmoderne« heißt es an einer Stelle des Buches. »Ohne die Philosophie der Postmoderne würde ich wohl noch in Russland leben«, schrieb Boris Schumatsky, geboren 1965 in Moskau, vor einiger Zeit in der »Neuen Zürcher Zeitung« unter dem Titel »Die Krise der Wahrheit«. Doch glücklicherweise habe »das poststrukturalistische Denken alle, die es wollten, aus den Fesseln nationaler Ide...

Karlheinz Kasper

Ein kompetenter Insider der russischen Moderne

Als Wladislaw Chodassewitsch 1939 in Paris an Krebs starb, schrieb Vladimir Nabokov: »Dieser Dichter, der größte unserer Zeit, ein literarischer Nachfahre Puschkins in der Linie Tjutschews, wird der Stolz der russischen Dichtung bleiben, solange die letzte Erinnerung daran lebendig ist.« Lange Zeit von Kritik und Literaturgeschichte vernachlässigt, gilt Chodassewitsch heute in Russland und in slaw...

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Prominent

Insgesamt 160 Filme, bekannte Schauspieler und Regisseure, Preisgelder in Höhe von 111 500 Euro und rund 40 000 erwartete Besucher: So wird sich das diesjährige Filmfestival »Max Ophüls Preis« präsentieren, das vom 23. bis zum 29. Januar in Saarbrücken stattfindet. Am Mittwoch stellten die neue Festivalleiterin Svenja Böttger aus Berlin und Programmkurator Oliver Baumgarten Einzelheiten zur 38. Au...

Klare Bekenntnisse

Der neue Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, will die Akzeptanz von Theatern und Orchestern wieder stärken. In Zeiten, in denen ihre Finanzierung in Frage gestellt werde, müssten die Bühnen den kulturpolitischen Gestaltungsspielraum wieder zurückerobern, sagte Grandmontagne am Mittwoch. Dieser Prozess sei für den Bühnenverein in den nächsten Jahren eine der wichtigsten...

Thoma-Werk kehrt zurück

Das Bielefelder Familienunternehmen Dr. Oetker gibt ein Raubkunstgemälde an die Erben der früheren jüdischen Besitzer zurück. Es handele sich um das 1954 von Rudolf-August Oetker auf einer Versteigerung erstandene Gemälde »Frühling im Gebirge / Kinderreigen« von Hans Thoma (1839-1924), teilte die Dr. August Oetker KG mit.Das Bild ist eines von vier Kunstwerken der Oetker-Sammlung, die von einer Pr...

ndPlusGunnar Decker

Ein Sponsor für Auschwitz?

Auch Holocaustforscher sind Menschen mit ihren Ticks. Die bemühte schwarze Komödie »Die Blumen von gestern« tut so, als sei das nicht selbstverständlich. Diesen missglückten Film kann auch Lars Eidinger nicht retten.

Tobias Riegel

Die erschöpften Staaten von Amerika

Kautabak, Trägheit und Rassismus – vieles erscheint im Neo-Western «Hell Or High Water» wie ein Texas-Klischee. 
Doch der Film ist nicht nur ein spannender Thriller, sondern auch ein packendes 
Sozialdrama.

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ndPlusCaroline M. Buck

Tanzen im Dämmerlicht

Am Anfang von »La La Land« steht Los Angeles erstmal im Stau. Endlose Highway-Schleifen, die sich umeinander schlingen, darauf Auto an Auto, leinwandfüllend in extrabreitem Format, und kein Ende in Sicht. Aber dann singen und tanzen die staugenervten, lebensgeplagten, eben noch einzeln in ihren Blechkisten eingesperrten Fahrer plötzlich alle um ihre (und auf ihren!) Autos herum, die Farben sind bu...

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Hannes Breustedt

VW handelte kriminell

Dass es so dicke kommen könnte, hatte dann doch keiner gedacht: VW muss im Abgasskandal wohl tiefer als erwartet in die Tasche greifen, um Rechtsstreitigkeiten mit der US-Justiz beizulegen. Man habe Bußgeld- und Strafzahlungen in Höhe von 4,3 Milliarden Dollar ausgehandelt, gab der Konzern am Dienstagabend bekannt. Der Vergleich ist aber noch nicht endgültig besiegelt. Und es gibt schon wieder neu...

Ralf Klingsieck, Paris

Einfach mal abschalten

Arbeiten in der Freizeit? Für viele Angestellte ist das Realität. Frankreich will nun gesetzlich festschreiben, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht permanent und überall fordern dürfen.

ndPlusUlrike Henning

Gesund vor lecker - in der Theorie

Die Verbraucher möchten sich laut einer aktuellen Umfrage zwar gerne gesund ernähren. Doch häufig scheitern sie an den Verhältnissen, die Übergewicht und Krankheiten fördern. Und Kochen ist ein Problem.

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Noch einmal das Meer sehen

Der Wünschewagen bringt Schwerkranke zu ihren Lieblingsorten. Das kann das Meer sein, eine Familienfeier oder das Fußballstadion.

Angelika Lensen

Die Liebe zu den Bakterien

Bakterien können Hautprobleme wie Akne, Fuß- oder Vaginalpilz bekämpfen, ohne dem natürlichen Gleichgewicht der Haut zu schaden. Die Probiotherapie macht das möglich.

ndPlusAntonia Lange

Auf den Spuren des roten Wolfs

Selena Gomez, Lady Gaga und Toni Braxton haben neben der Musik noch eine Gemeinsamkeit: Sie leiden an der Autoimmunkrankheit Lupus, die mitunter sichtbare Spuren hinterlässt.

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Thomas Wolfer, Ruhpolding

Das Warten geht weiter

Seit dem WM-Titel 2015 laufen die deutschen Biathleten einem Staffelsieg hinterher. Vor dem Heimpublikum waren sie zwar schnell genug, zielten aber zu oft daneben. Die Durststrecke geht vorerst weiter.

ndPlusTom Mustroph

Neue Klage gegen die FIFA

Nach der Abweisung der Klage gegen den Fußballweltverband FIFA wegen des Duldens von Menschenrechtsverletzungen beim Bau der Stadien für die WM 2022 in Katar durch das Züricher Handelsgericht suchen die Kläger nun nach neuen Wegen für ein Verfahren. Einspruch gegen den Beschluss, eine Neuformulierung der Klage und die Suche nach einem anderen Gericht sind die Optionen.Ein Gerichtsverfahren dauert ...

Michael Wilkening

Eine europäische Angelegenheit

Der Handballweltverband versucht, auf allen Kontinenten Fuß zu fassen. Doch spätestens in den Finalduellen der internationalen Turniere sind die europäischen Mannschaften fast immer unter sich.

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»Echt verdammt viel Schnee hier«

Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten, die Schule fällt aus und auf manchen Ägäisinseln fahren die Menschen Snowboard - der Winter stellt Griechenland auf den Kopf.

Axel Eichholz, Moskau

Russland will lebenslanges Rauchverbot

»RAUCHEN TÖTET«, steht in Großbuchstaben auf jeder Zigarettenpackung in Russland. Tabakwerbung ist verboten. In Lebensmittelgeschäften dürfen Zigaretten nicht offen ausliegen. 2014 verbot das russische Gesundheitsministerium das Rauchen in Hotels. Seine neue, in der »Iswestija« veröffentlichte Konzeption der Bekämpfung von Tabakkonsum verfolgt das Ziel, diesen bis 2025 um ein Viertel zu reduzieren...

Susanne Steffen, Tokio

Naruhito 2019 auf dem Thron?

Japans Regierung erwägt Medien zufolge eine Gesetzesänderung, die den Weg ebnen würde, damit Kronprinz Naruhito am 1. Januar 2019 seinen Vater Akihito in der ältesten Monarchie der Welt ablöst.

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ndPlusKatja Neuendorf, SODI

Das Herz der Finsternis

In kaum einem Land wüteten die Kolonialherren so brutal wie in Kongo. Nach der Unabhängigkeit 1960 war das Land in inneren Machtkämpfen zerrissen und wurde zum Spielball der Großmächte. Ende 2017 stehen Wahlen an.

»Oh ja, wir hatten Glück«
Naum Butoto*

»Oh ja, wir hatten Glück«

Jahrelang lebten Menschen aus Uvira, 2000 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt, in Angst und Schrecken. Bürgerkrieg bestimmte das Leben. Doch nun ist Frieden ins Land gezogen. Naum Butoto berichtet darüber.

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ndPlusKatja Neuendorf, SODI

Kooperativ und nachhaltig

Bis 2030 sollen unter anderem Armut, Ungleichheit und Gewalt gegenüber Frauen der Geschichte angehören. Die Selbstbestimmung von Frauen trägt weltweit zu Überwindung von Armut bei. Im Kongo gibt es hohen Nachholebedarf.

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Stoppt die Vergewaltigungen!
Salua Nour

Stoppt die Vergewaltigungen!

Die blutigen Konflikte in Ostkongo erscheinen als hoffnungslos unentwirrbar und unkontrollierbar. Das viele Leid wirft die Frage auf, ob Spenden für Organisationen, die sich um die Gewaltopfer kümmern, nutzen?

Seite 25
Die Stimmen der Frauen
ndPlusMichael Krämer, INKOTA

Die Stimmen der Frauen

Bis heute sind Frauen zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt und erleiden vielfältige Formen von Gewalt in ihrem Leben. Das hat sich auch in den vergangenen Jahren kaum geändert, mit der ehemaligen Guerilla FMLN.

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ndPlusWinona Bak, Weltfriedensdienst

Lasst uns unser Land!

Der Trend in der argentinischen Kleinbauernwirtschaft geht dahin, traditionelle, altbewährte Methoden der Landwirtschaft wieder aufleben zu lassen. Grundlage aller landwirtschaftlichen Aktivitäten ist die Wasserversorgung.

Entwicklung kommt von unten
Michael Krämer, INKOTA

Entwicklung kommt von unten

GTCHA, der neuen Organisation mit dem auf Deutsch etwas umständlichen Namen »Territoriale Gruppe des Chaparrastique«. Alle elf Gemeinden des neuen Oikos-Projekts am Vulkan von San Miguel sind darin versammelt.

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Bildung für eine bessere Zukunft
Verena Greve, Weltfriedensdienst

Bildung für eine bessere Zukunft

Die Teilnahme ist schon rein logistisch eine Herausforderung. Wegen der großen Entfernungen treffen sich die StudentInnen nur acht Mal im Jahr an einem der zentralen Standorte in ihrer Provinz.